Als Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion hat Carsten Linnemann (Paderborn) einen Favoriten
„Merz kann der CDU mehr Profil geben“

Paderborn (WB) -

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann aus Paderborn ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion. Der 43-Jährige ist auch Bundesvorsitzender einer der größten und einflussreichsten sogenannten Parteigliederungen von CDU und CSU: der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT).

Dienstag, 12.01.2021, 03:17 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 03:20 Uhr
„Friedrich, bleib‘ bei uns!“ Diesen Appell richtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann am 8. Dezember 2018 an Friedrich Merz, nachdem dieser die Wahl gegen Annegret Kramp-Karrenbauer äußerst knapp verloren hatte.
„Friedrich, bleib‘ bei uns!“ Diesen Appell richtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann am 8. Dezember 2018 an Friedrich Merz, nachdem dieser die Wahl gegen Annegret Kramp-Karrenbauer äußerst knapp verloren hatte. Foto: Andreas Schnadwinkel

Dort ist Friedrich Merz der klare Favorit auf den CDU-Vorsitz. An­dreas Schnadwinkel hat mit Carsten Linnemann über den digitalen CDU-Bundesparteitag gesprochen.

Die MIT hat sich klar für Friedrich Merz ausgesprochen. Geben Sie ihm Ihre Stimme?

Carsten Linnemann: Ja. Ich bin davon überzeugt, dass Friedrich Merz der CDU wieder mehr Profil geben und sie unterscheidbarer machen kann. Das würde dem demokratischen Wettbewerb und unserer Demokratie insgesamt gut tun.

Warum ist die Sehnsucht nach einem Ordnungspolitiker nicht überall in der CDU so groß?

Linnemann: Die CDU ist eine Volkspartei. Unsere Mitglieder teilen zwar gemeinsame Grundüberzeugungen, darunter auch ordnungspolitische, aber trotzdem gibt es auch unterschiedliche Präferenzen und Vorstellungen davon, wie sich unsere Partei inhaltlich aufstellen sollte. Das ist völlig normal und sogar existenziell für eine Partei, die auch künftig Regierungsverantwortung übernehmen will.

Ist Ihr Draht zu Jens Spahn noch so gut wie früher?

Linnemann: Ja. Jens Spahn und mich verbindet ein sehr vertrauensvolles Miteinander. Wir treffen uns häufig und reden auch viel über Dinge fernab der Tagespolitik. Leider ist er nicht der größte Fußballfan, sodass mein Lieblingsthema immer außen vor bleiben muss.

Wer will ihm mit den Gerüchten über seine Kanzlerkandidatur schaden?

Linnemann:Ach, das ist doch Quatsch. Jens Spahn trauen viele die Kanzlerkandidatur zu. Aber er ist nicht naiv und weiß, dass der neue Vorsitzende die besten Chancen hat, sollte er keine gravierenden Fehler machen und in der Wählergunst absacken, auch Kanzlerkandidat der Union zu werden. Ungeachtet dessen wird Jens Spahn auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Politik spielen.

Die ersten Kampagnen linker Medien ge­gen Friedrich Merz laufen schon, um ihn als Vorsitzenden zu verhindern. Muss die CDU nicht gerade Merz wählen, weil Linke und Grüne ihn so offensichtlich fürchten?

Linnemann:Sicherlich steht der Name Friedrich Merz für das größere Kon­trastprogramm zu Grünen und Linken. Aber niemand sollte sich vertun: Auch die anderen beiden sind politische Schwergewichte. Die CDU ist in der glücklichen Lage, zwischen drei sehr starken Kandidaten wählen zu können.

Stehen die Chancen besser als vor zwei Jahren, dass sich das unterlegene Lager auch bei einem knappen Ausgang mit dem Ergebnis abfände und den neuen Vorsitzenden akzeptieren würde?

Linnemann: Ja, da wir kurz vor der nächsten Bundestagswahl stehen und für Flügelkämpfe gar keine Zeit ist. Die Bürger haben wahrlich andere Probleme im Moment. Das sollte auch jeder wissen.

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