Interview zur Wahl Armin Laschets zum CDU-Chef
Brinkhaus: „Die Union hat in OWL auch eine konservative Handschrift“

Rheda-Wiedenbrück (WB) -

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus aus Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) ist nicht nur Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und damit einer der einflussreichsten deutschen Politiker. Der 52-Jährige ist auch CDU-Bezirksvorsitzender in Ostwestfalen-Lippe – einer Region, in der die CDU-Basis lieber Friedrich Merz als neuen CDU-Chef gesehen hätte.

Sonntag, 17.01.2021, 00:45 Uhr aktualisiert: 17.01.2021, 20:38 Uhr
Ralph Brinkhaus (CDU) aus OWL ist Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag.
Ralph Brinkhaus (CDU) aus OWL ist Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Andreas Schnadwinkel hat mit Ralph Brinkhaus über die Wahl Armin Laschets gesprochen:

47,2 Prozent der Delegierten haben für Friedrich Merz gestimmt. Armin Laschet muss dieses Votum für mehr konservatives Profil aufnehmen. Gilt das auch für Sie als CDU-Bezirksvorsitzender in Ostwestfalen-Lippe, wo sich die Basis der CDU-Mitglieder überaus deutlich für Merz und vor allem gegen Laschet ausgesprochen hatte?

Ralph Brinkhaus: Die Union hat in Ostwestfalen-Lippe eine klare und natürlich auch konservative Handschrift. Das wissen unsere Mitglieder auch.

Jens Spahn ist mit dem schlechtesten Ergebnis zum CDU-Vize gewählt worden. Haben die Delegierten ihn abgestraft, weil er sich unmittelbar vor dem Wahlgang für Laschet ausgesprochen hat? Und wie fanden Sie Spahns Einlage?

Brinkhaus: Das ist schwierig zu bewerten. Ändert aber auch nichts mehr. Deswegen sollten wir jetzt nach vorne schauen.

Sie haben im Vorfeld gesagt, dass die Wahl des CDU-Vorsitzenden keine Vorfestlegung auf den Kanzlerkandidaten sei. Bleibt es dabei?

Brinkhaus: Klar, wir haben ja zum Beispiel auch noch die CSU mit einem sehr erfolgreichen Ministerpräsidenten. Insofern werden wir uns ganz in Ruhe zusammensetzen und besprechen, wer am Besten zu unserem Programm passt und die größten Erfolgsaussichten hat.

Sind mit der Wahl Laschets die Chancen des CSU-Chefs Markus Söder gestiegen, Kanzlerkandidat der Union zu werden, weil er der einzige Unionspolitiker ist, dem die Wähler das Amt zutrauen?

Brinkhaus: Die Frage stellt sich momentan nicht. Ich denke, wir tun sehr gut daran all unsere politischen Aktivitäten in den nächsten Wochen auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie zu konzentrieren.

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