Mo., 11.02.2019

Tipps bei Instagram Was dürfen Influencer? Zivilprozess mit Cathy Hummels

Cathy Hummels und ihr Anwalt im Landgericht München I.

Cathy Hummels und ihr Anwalt im Landgericht München I. Foto: Tobias Hase

Von dpa

Viele Unternehmen setzen auf Influencer, um ihre Produkte an Mann und Frau zu bringen. Aber können sie nicht auch einfach so etwas gut finden und loben? Vor der Münchner Landgericht wird mit prominenter Beteiligung ein Prozess ums Grundsätzliche ausgefochten.

München (dpa) - Vor dem Münchner Landgericht wird heute unter Beteiligung von Instagram-Berühmtheit Cathy Hummels ein für die PR-Branche bundesweit bedeutender Rechtsstreit ausgefochten: Welche Informationspflichten gelten für Influencer?

Die Richter haben das persönliche Erscheinen der Ehefrau von Fußball-Profi Mats Hummels angeordnet. Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb, ein in Fachkreisen für seine zahlreichen Abmahnungen bekannter Berliner Verein. Der Vorwurf: Cathy Hummels mache auf dem Foto-Portal Instagram verbotene Werbung.

Wegen 15 Postings verklagt

Der Anlass der Klage: Hummels hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen. Diese Beiträge kennzeichnet die frühere Moderatorin dementsprechend als "bezahlte Partnerschaft". Der Verein hat sie wegen 15 Postings verklagt, bei denen dieser Hinweis fehlte.

Im Juli hatte Hummels in einem dieser Fälle eine Abmahnung akzeptiert, in den übrigen Fällen aber will sie die Sache bis zum Ende ausfechten, weil diese Beiträge nach Angaben ihrer Anwälte auch nicht mit Gegenleistungen verbunden waren. Der Verein hat neben Cathy Hummels noch mehrere weitere Influencer verklagt, darunter vor einigen Monaten auch das Fitness-Model Pamela Reif.

Gerichtsentscheidung am 29. April

Das Verfahren stößt keineswegs nur bei Hummels' Followern auf Interesse. Denn der Prozess berührt die Frage, ob Prominente überhaupt Produkte oder Dienstleistungen aus freien Stücken empfehlen dürfen, ohne dabei eine Klage zu riskieren. Das Anheuern bezahlter Influencer ist in vielen Branchen üblich, sogar etablierte Industriefirmen wie Siemens haben Influencer-Verträge mit Experten.

Auf die Entscheidung des Gerichts muss Cathy Hummels allerdings noch zweieinhalb Monate warten. Das Landgericht will seine Entscheidung am 29. April bekannt geben, wie die Vorsitzende Richterin Monika Rhein am Montag nach der mündlichen Verhandlung ankündigte. Hummels selbst sagte nach der Verhandlung: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“ Ihr Argument: Sie habe für diese Beiträge keine Gegenleistungen der Hersteller erhalten, weswegen es sich aus ihrer Sicht auch nicht um Werbung handelt.

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Dass Frau Hummels - bei aller Liebe - nicht mit 465 000 Menschen auf der Welt befreundet sein kann, ist ziemlich klar.

Monika Rhein,Vorsitzende Richterin am Landgericht München

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Die Vorsitzende Richterin ließ durchblicken, dass auch sie Zweifel an der Argumentation der Kläger hat. In traditionellen Medien seien Hinweise auf Produkte erlaubt, und den Followern sei klar, dass es sich bei Hummels' Instagram-Account um keine private, sondern eine kommerzielle Aktivität handle: „Dass Frau Hummels - bei aller Liebe - nicht mit 465 000 Menschen auf der Welt befreundet sein kann, ist ziemlich klar.“

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