Mo., 22.04.2019

Ausufernde Feiern rufen am Ostersamstag in Duisburg, Herten und Bochum Hochzeitskorsos sorgen auch am Osterwochenende in NRW für Ärger

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Herten (dpa). Ausufernde Hochzeitsfeiern haben auch am Osterwochenende wieder die Polizei in Nordrhein-Westfalen in Atem gehalten. In Duisburg mussten die Beamten am Ostersamstag gleich zu sechs Hochzeitsfeierlichkeiten ausrücken, weil sich Bürger über Autokorsos, blockierte Fahrbahnen und das Abfeuern von Schreckschusswaffen beschwert hatten.

In Herten stoppte die Polizei einen Autokorso, nachdem ein Radfahrer durch die rücksichtslose Fahrweise der Teilnehmer zu Schaden gekommen war, wie die Behörden mitteilten. Und auch in Bochum erschreckten am Ostersonntag Schüsse bei einer Hochzeitsfeier die Anwohner und riefen die Polizei auf den Plan.

Besonders gefordert war die Polizei nach eigenen Angaben in Duisburg , wo gleich in mehreren Stadtteilen Feierlichkeiten aus dem Ruder liefen und Straßen oder Kreuzungen blockiert wurden. Im Stadtteil Hochfeld hätten rund 100 Hochzeitsteilnehmer eine Kreuzung besetzt, türkische Fahnen geschwenkt, bengalische Fackeln gezündet und Schüsse in die Luft abgefeuert, bis die Polizei eingriff, berichteten die Beamten. Die Polizei sprach Platzverweise aus und erstattete Anzeigen. Die aufgefundenen Schreckschusswaffen wurden sichergestellt.

Trotz Unfall weitergefahren

In Herten stoppte die Polizei einen Autokorso mit 10 bis 15 Fahrzeugen. Zuvor war laut Polizei durch die rücksichtslose Fahrweise der Teilnehmer ein Radfahrer verletzt worden. Demnach hatten sich die Teilnehmer des Autokorsos laut hupend gegenseitig überholt. Ein Radfahrer wurde dadurch zu einer Vollbremsung gezwungen, stürzte und verletzte sich leicht. Die Kolonne sei trotz des Unfalls weitergefahren. Durch »Fahndungsmaßnahmen mit massiven Kräften« sei es jedoch gelungen, die Hochzeitsgesellschaft aufzuspüren. Das führende Kolonnenfahrzeug und der Wagen des Unfallverursachers seien ermittelt und Anzeigen erstattet worden.

In Bochum erschreckten Schüsse bei einer Hochzeit am Sonntagabend die Anwohner. Gleich mehrere von ihnen wanden sich per Notruf an die Polizei. Die Ermittlungen der Beamten ergaben, dass ein 53-Jähriger die Schüsse abgefeuert hatte, um das Brautpaar zu feiern. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten zwei Schreckschusswaffen, Munition und ein Messer. Den Mann erwartet nun ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, wie die Bochumer Polizei mitteilte.

Vorfälle in den vergangenen Wochen

Autokorsos hatten in den vergangenen Wochen immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt, etwa weil Feiernde absichtlich den Verkehr auf Autobahnen zum Erliegen brachten oder Kreuzungen blockierten.

»Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle«, hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erst vor einer Woche gesagt. »Die Polizei in Nordrhein-Westfalen geht gegen Exzesse vor und versteht da keinen Spaß.«

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