Sondermaschinen mit Arbeitskräften aus Rumänien auch für OWL-Betriebe gelandet
Erste Erntehelfer eingeflogen

Düsseldorf (dpa/WB). Die ersten Erntehelfer aus Rumänien sind am Donnerstag in Düsseldorf eingetroffen. Die Saisonarbeiter werden von vielen Landwirten auch in OWL sehnlich erwartet , um etwa die Spargelernte zu bewältigen. Für die Einreise in Corona-Zeiten waren besondere Genehmigungen erforderlich.

Freitag, 10.04.2020, 10:54 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 11:00 Uhr
Mit Bussen sind die aus Rumänien eingeflogenen Erntehelfer vom Flughafen Düsseldorf aus zu den Höfen gebracht worden. Foto: dpa
Mit Bussen sind die aus Rumänien eingeflogenen Erntehelfer vom Flughafen Düsseldorf aus zu den Höfen gebracht worden. Foto: dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich vor einer Woche geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai jeweils 40.000 Menschen kommen. 20.000 ausländische Erntehelfer waren bereits im März im Land. Klöckner erklärte, sie sei zuversichtlich, dass dies gemeinsam mit den angeworbenen inländischen Arbeitskräften ausreichen werde, um die Ernte zu sichern.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings teilte mit, dass sich bei ihr bereits 20.000 Erntehelfer registriert hätten. Auf der Website eurowings.com/erntehelfer könnten Landwirte ihren Bedarf an Sitzplätzen und den gewünschten Abflug- und Ankunftsort der Erntehelfer angeben. „Damit sichern wir die Versorgung mit Obst und Gemüse in Deutschland und unterstützen unsere Landwirte in dieser für alle außerordentlich schwierigen Situation“, sagte Eurowings-Chef Michael Knitter.

Bis zu 25.000 Saisonarbeitskräfte benötigt

Der Verband der Obst- und Gemüsebauern hat keine Informationen, wie viele der am Donnerstag angekommenen Saisonarbeiter in NRW bleiben. Einige der Helfer gingen nach Niedersachsen und Bayern, hieß es. Der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband (WLV) sprach von rund 15 Betrieben, die in Düsseldorf die ersten Helfer in Empfang nahmen.

In Westfalen würden bis zu 25.000 Saisonarbeitskräfte benötigt. „Für unsere Spargelbauern sind die kommenden Wochen ganz entscheidend. Es muss nun gelingen, möglichst viel Spargel zu ernten und diesen trotz des Kontaktverbots an die Kunden zu verkaufen“, sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier aus Hövelhof . Er dankte auch den zahlreichen inländischen Arbeitskräften, die sich nach einem Aufruf bei den Betrieben gemeldet hätten und jetzt im Einsatz seien. „Dennoch ist ohne die langjährigen Arbeitskräfte aus Osteuropa eine reibungslose Ernte nicht zu gewährleisten. Umso mehr sorgt die Grenzöffnung für große Erleichterung bei den Betrieben.“

Quarantäneähnliche Unterbringung

Klöckner wies darauf hin, dass es strenge Regeln für eine quarantäneähnliche Unterbringung der Erntehelfer gebe. Die Unterkünfte müssten sich auf dem Betriebsgelände der Landwirte befinden und dürften 14 Tage lang nur halb belegt werden. Die Nutzung von Küchen und Sanitärräumen dort sei komplett getrennt und reglementiert, es müsse in jedem Zimmer ein Desinfektionsspender stehen.

Die Arbeiter werden nicht nur bei der Spargelernte benötigt, bei der jede Stange von Hand aus der Erde geholt wird. Auch müssten jetzt Salate, Kohl und Kräuter gepflanzt werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7365525?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2616245%2F
53-Jähriger soll seine Mutter getötet haben
Die Polizei hat einen Mann aus Kollerbeck festgenommen. Foto: Wolfgang Wotke/Archiv
Nachrichten-Ticker