Do., 14.05.2020

Fehlende Vorgaben vom Land NRW: Experten befürchten Schutzkonzept-Flickenteppich Freibäder dürfen öffnen – aber wie?

Kommende Woche dürfen Freibäder in NRW öffnen.

Kommende Woche dürfen Freibäder in NRW öffnen. Foto: dpa

Von Daniel Salmon

Essen (WB). Vom 20. Mai an dürfen in NRW die Freibäder öffnen. Welche Corona-Vorgaben dabei beachtet werden müssen, scheint aber völlig unklar. Laut der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DgfdB) wird die Landesregierung keine weiteren Regelungen formulieren.

Entsprechende Informationen habe Geschäftsführer Christian Ochsenbauer aus gut unterrichteten Kreisen aus Düsseldorf erhalten. „Das ist natürlich etwas, was wir uns absolut nicht gewünscht haben. Das wird in Nordrhein-Westfalen zu einem regelrechten Flickenteppich an Corona-Schutzkonzepten führen. Jedes Freibad wird seine eigenen Regeln aufstellen. Ich hätte mir da klare Vorgaben gewünscht“, sagt er. Somit wälze die Regierung die Verantwortung darüber, unter welchen Voraussetzungen die Bäder an den Start gehen könnten, komplett auf die Kommunen sowie deren Gesundheits- und Ordnungsämter ab. „Die Badbetreiber müssen nun Hygienepläne erarbeiten, die dann von den zuständigen Behörden abgesegnet werden müssen. Aber die wiederum haben ja gar keine Vorgaben vom Land erhalten. Woran sollen sie sich nun orientieren?“, fragt Ochsenhauer. Er sieht die nun in der Pflicht stehenden Ämter vor einer großen Herausforderung.

Der Geschäftsführer hofft, dass sich Betreiber wie Behörden mit Blick auf die Öffnung am Empfehlungspapier – dem Pandemieplan Bäder – seiner Gesellschaft orientieren, das ständig aktualisiert wird. „Unsere Regeln haben zwar keinen Gesetzescharakter, sind aber vergleichbar mit DIN-Vorschriften und wurden von unseren Experten erarbeitet.“ Unter anderem schlagen die Fachleute vor, dass Dusch- und WC-Bereiche von maximal zwei Personen betreten werden. In den Becken sollten Zugangsbeschränkungen gelten, an Kassen Plexiglascheiben als Spuckschutz sowie Markierungen zur Regulierung des Besucherstroms angebracht werden. Auch die Hygienestandards müssten hochgefahren werden.

Fragezeichen hinter Öffnung der Hallenbäder

Ochsenhauer geht davon aus, dass nur wenige Freibäder tatsächlich am 20. Mai in Betrieb gehen werden: „Viele werden auch noch auf mögliche Vorgaben der Landespolitik warten.“ Vom Betreiber des Gruga-Bades in Essen habe er das Signal erhalten, dass dort ab kommender Woche nur ein Teil der Becken öffnet: „Bei größeren Städten mit mehreren Freibädern macht es zudem Sinn, zunächst nur eines zu öffnen. Sozusagen als Testballon.“ Ein großes Fragezeichen stehe laut Ochsenbauer noch auf der von Ministerpräsident Armin Laschet in Aussicht gestellten Öffnung der Hallenbäder am 30. Mai. Gesetzliche Vorgaben dazu erwartet er in der nächsten Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung. „Verstärkt sich das Pandemie-Geschehen aber wieder, bleiben die eh zu“, ist er überzeugt.

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