Hohes Durchschnittsalter der Inhaber – Studienplätze gefordert
Apotheken im Umbruch

Münster (WB/as). Laut einer Studie ist die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten durch Apotheken nicht gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut Arbeit und Technik (IAT) im Auftrag des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL).

Dienstag, 23.06.2020, 03:48 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 09:34 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

„Die Apothekenlandschaft steht vor einem großen Umbruch“, bestätigt Dr. Peter Enste, IAT-Direk-tor des Forschungsschwerpunktes Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität. Denn während auf der einen Seite die Zahl der älteren Patienten sowie der Arzneimittelbedarf in den kommenden Jahren weiter steigen, steht ein großer Teil der Apothekeninhaber kurz vor dem Ruhestand.

So ist in Westfalen-Lippe annähernd jeder dritte Apothekeninhaber derzeit 60 Jahre und älter. Den höchsten Anteil älterer Apothekeninhaber verzeichnen in Westfalen-Lippe die Kreise Lippe (40,3 Prozent), Hochsauerland (39,3) sowie Paderborn (38,2). Die Zahl der Bürger über 60 wird in den kommenden Jahren am stärksten zunehmen in den Kreisen Steinfurt (plus 45.000), Borken (38.000) und Gütersloh (35.000). Um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten, wird im Kreis Gütersloh eine Apotheke 500 Patienten zusätzlich zu versorgen haben, im Kreis Borken 451, im Kreis Steinfurt 424.

Dr. Klaus Michels, AVWL-Vorstandsvorsitzender

Dr. Klaus Michels, AVWL-Vorstandsvorsitzender Foto: Roman Mensing

„Um die Versorgung in Westfalen-Lippe zu sichern, müssen wir mehr Apotheker an den Hochschulen ausbilden“, fordert Dr. Klaus Michels, AVWL-Vorstandsvorsitzender. Derzeit gibt es allein an der Universität in Münster ei­nen Pharmaziestudiengang. „Wir brauchen mehr Studienplätze und auch einen zweiten Standort.“ Dafür biete sich OWL an mit der Technischen Hochschule sowie mit der kommenden Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7463070?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2616245%2F
Tönnies darf wieder schlachten
Rheda-Wiedenbrück: Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa
Nachrichten-Ticker