Die Pandemie und ihre Folgen für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt
Coronavirus-Newsblog: 522 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Österreich weitet Maskenpflicht wieder aus - Fitnessmesse wird digital veranstaltet

Bielefeld (WB/dpa). Das Coronavirus hat die Gesellschaft und das Leben eines jeden Einzelnen verändert. Wie geht es weiter? Verfolgen Sie die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt.

Dienstag, 21.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.07.2020, 06:04 Uhr
Die Pandemie und ihre Folgen für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt: Coronavirus-Newsblog: 522 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deut...
Symbolbild Foto: dpa

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Infos zum Coronavirus

Eine Auswahl an Telefon-Hotlines: Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22; Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de); Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100; neue Telefonnummer des NRW-Bürgertelefons zum Corona-Virus: 0211/91191001 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr); oder per E-Mail unter corona@nrw.de

Hier gibt es eine Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, die Coronainfektionen und -todesfälle weltweit zeigt .

Und hier gibt es den Überblick der Coronavirus-Infizierten in Deutschland .

Das Robert-Koch-Institut hat Fragen und Antworten rund um den Coronavirus zusammengestellt und aktualisiert diese fortlaufend.  Die Übersicht gibt es hier .

Lesen Sie hier  Teil 1 des Newsblogs (26. Februar bis 14. März) , hier  Teil 2 (15. März bis 6. April) , hier   Teil 3 (6. April bis 30. April) ,  hier  Teil 4 (1. Mai bis 9. Mai) , hier  Teil 5 (10. Mai bis 1. Juni) , hier  Teil 7 (18. Juni bis 22. Juni)  und hier  Teil 8 (23. Juni bis 5. Juli).  

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NEWSBLOG

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Dienstag, 21. Juli

18.37 Uhr: 522 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 522 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202 345 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 21.7., 0.00 Uhr).

16.32 Uhr: Die Zahlen in Paderborn bleiben gleich

Die Corona-Zahlen im Kreis Paderborn haben sich im Vergleich zum Vortag nicht verändert. Weiterhin sind – Stand: 21. Juli, 10 Uhr – 29 Menschen mit dem Virus infiziert. Betroffen ist bekanntlich in erster Linie Paderborn mit 18 aktiven Fällen, weitere gibt es in Bad Lippspringe (4), Delbrück (4) und Salzkotten (3). In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist dagegen niemand infiziert. Die Zahl der als genesen geltenden Menschen liegt wie am Montag bei 680,   die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Infektionen weiterhin bei 743.   Auch die Zahl der Covid-19-Patienten ist gleichgeblieben: Zurzeit werden drei Personen in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt.

15.49 Uhr: Österreich weitet die Maskenpflicht wieder aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. „Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. „Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.“ Er kündigte auch schärfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-Fällen seien in jüngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus Ländern des Balkans zurückkehrten, sagte der Regierungschef. Außerdem könnten von dort nur noch Einreisen erfolgen, wenn ein von einem auch in Österreich anerkannten Labor ausgestellter negativer PCR-Test vorliege oder sich der Reisende in Quarantäne begebe. 

14.54 Uhr: Fitnessmesse Fibo wird im Oktober rein digital nachgeholt

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Fitnessmesse Fibo soll im Oktober in rein digitaler Form nachgeholt werden. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen mit Ausstellern und Partnern gefallen, teilte der Chef des Veranstalters Reed Exhibitions, Hans-Joachim Erbel, am Dienstag mit. „Gemeinsam hatten wir gehofft, im Oktober mit der Branche nach dem monatelangen Lockdown wieder an den Start gehen zu können“, sagte Erbel. „Das wird aufgrund der laufenden Entwicklung der Pandemie und der damit einhergehenden Unsicherheit leider nicht der Fall sein.“

Die Kölner Messegesellschaft, die eigentlich im Herbst langsam ihren Messebetrieb wieder aufnehmen wollte, hatte zuletzt einige Fachmessen wieder abgesagt - zumindest als Präsenzformate. Etliche Aussteller entscheiden sich aufgrund von Unsicherheiten weiterhin gegen eine Teilnahme an Messen vor Ort.Vom 1. bis zum 3. Oktober sollen nun sowohl für Fachbesucher als auch Privatleute digitale Formate und Angebote rund um Sport und Fitness stattfinden, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Ursprünglich hatte die Fibo im April stattfinden sollen. 

14.35 Uhr: Arminia will keine Staatshilfen annehmen

Immer mehr Vereine der Fußball-Bundesliga beantragen Landesbürgschaften oder Kredite bei der staatlichen KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Aufsteiger Arminia Bielefeld will ohne staatliche Hilfen durch die Corona-Krise kommen. „Aufgrund unserer Vergangenheit werden wir keine neuen Schulden aufnehmen“, sagt Geschäftsführer Samir Arabi. Was der 41-Jährige meint: Ende 2017 stand der damals mit etwa 30 Millionen Euro verschuldete Klub vor der Insolvenz, wurde letztlich durch einen vom „Bündnis Ostwestfalen“ ermöglichten Schuldenschnitt gerettet. 

14.11 Uhr: Hälfte der Jugendherbergen in Westfalen bleibt bis 2021 zu

Rund die Hälfte der 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe wird das gesamte Jahr wegen fehlender Gruppenbuchungen in der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Existenzbedrohend sei die Situation allerdings bisher weder für den Landesverband noch für die temporär geschlossenen Standorte, teilte das Deutsche Jugendherbergswerk in der Region am Dienstag mit.

An den geschlossenen Standorten mache der Anteil der Schulklassen und Gruppen normalerweise bis zu 80 Prozent der Belegung aus. Weil diese in vielen Häusern weggebrochen seien, sei der Betrieb in diesem Jahr „leider wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“. Mit Hilfe von staatlichen Hilfsgeldern sowie Maßnahmen wie Kurzarbeit und Investitionsstopps hoffe man, die Krise ohne Standort-Schließungen und Entlassungen zu überstehen, hieß es weiter. Die Buchungen für 2021 sähen gut aus. „Wir gehen also derzeit fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten“, so die Mitteilung. 

13.05 Uhr: Seehofer glaubt an Fans im Stadion im Herbst

Bundesinnenminister Horst Seehofer macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadien zur neuen Saison. «Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann – wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt», sagte der in der Regierung für den Sport zuständige CSU-Politiker dem «Münchner Merkur». Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen den Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können.

12.54 Uhr: Vier Neuinfektionen in Bielefeld

In Bielefeld gibt es nach Angaben der Stadt vier Neuinfektionen nach bestätigten Labortests. Welchen Zusammenhang diese Fälle haben, teilte die Stadt nicht mit.

Somit sind - Stand Dienstag - 542 Bielefelderinnen und Bielefelder bisher positiv auf das Corona-Virus getestet worden.  Zuletzt hatte sich auch ein Kleinkind infiziert, das die Kita am Freibad Dornberg besucht.  Dieser Fall ist in den aktuellen Zahlen bereits beinhaltet.

12.29 Uhr: Annullierung des Abstiegs: Dresden bestätigt DFL-Gespräche

Bereits vor dem Ende der Saison hatte der Verein angekündigt, aufgrund des Abstiegs juristische Schritte prüfen zu wollen.  Dresden sieht eine Wettbewerbsbenachteiligung, da die Mannschaft aufgrund von mehreren Coronavirus-Fällen zunächst in Quarantäne und dann neun Spiele in 28 Tagen absolvieren musste. Welche Erfolgsaussichten Dynamo hat, ist unklar. Die DFL kommentierte den Sachverhalt nicht.

11.44 Uhr: Studie: Jeder fünfte Verbraucher gibt wegen Corona weniger Geld aus

Die Corona-Krise bremst weiterhin die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. Jeder fünfte Bundesbürger gebe beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research in seinem am Dienstag veröffentlichten „Trendmonitor Deutschland“ gestützt auf eine Umfrage unter 1067 Verbrauchern. Vor allem größere Anschaffungen würden zurückgestellt.

Die gesunkene Kauflust hat der Umfrage zufolge mindestens zwei Ursachen. Einerseits hat ein Drittel der Haushalte nach eigener Aussage weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise. Andererseits geben zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen das Shoppen im stationären Einzelhandel aktuell weniger Spaß macht als vor Corona. Die Mehrheit der Verbraucher (59 Prozent) stört dabei insbesondere die Pflicht zum Tragen einer Maske. Rund 45 Prozent sagten, dass sie wegen der Maskenpflicht seltener in Geschäften einkaufen. Nur ein knappes Viertel der befragten Verbraucher gab an, dass sich ihr Einkaufsverhalten nach Wiedereröffnung der Geschäfte bereits wieder weitgehend normalisiert habe. 

Während der stationäre Handel unter der Maskenpflicht leidet, konnte das Online-Shopping profitieren. Aktuell kaufen der Umfrage zufolge fast drei Viertel (72 Prozent) der Verbraucher mindestens einmal pro Monat online ein. Zum Vergleich: Vor der Krise waren es 67 Prozent.Dennoch erwarten die Marktforscher in Zukunft keinen speziellen Krisenbonus für die Online-Händler. Genau wie vor der Krise beabsichtige rund jeder fünfte Verbraucher künftig noch etwas häufiger online einzukaufen statt in klassischen Geschäften, berichteten sie. Dagegen wollen der Umfrage zufolge 18 Prozent der Konsumenten ihre Online-Käufe eher reduzieren - zugunsten des stationären Handels. Vor der Krise sagten das 16 Prozent. Die Mehrheit der Verbraucher will ohnehin einfach an ihren vertrauten Einkaufsroutinen festhalten. 

11.28 Uhr: 50 Strafanzeigen gegen Tönnies - Fleischkonzern legt Aktionsplan vor

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die Ermittlungen gegen vier Geschäftsführer der Tönnies Holding ApS & Co. KG aufgenommen. Zuvor waren etwa 50 Strafanzeigen gegen das Unternehmen eingegangen. Die Behörde ermittele wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. 

Der Fleischkonzern hat derweil die nächsten Schritte für den angekündigten Wandel konkretisiert.  Montag legte das Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen ein 25 Punkte umfassendes „Sofortprogramm“ vor. Es enthält Maßnahmen zur erweiterten Pandemieprävention sowie zu Veränderungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Tierhaltung.

11.02 Uhr: Grünes Licht: Istaf in Berlin mit 3500 Fans

Grünes Licht für das  Istaf und eine tolle Nachricht für Leichtathletik-Fans: Als eine der ersten Großveranstaltungen im Sport kann das Berliner Traditionsmeeting am 13. September definitiv mit Fans über die Bühne gehen.

«Die Athleten lieben die einmalige Istaf-Atmosphäre, und die verdanken wir den Fans. Daher kam für uns auch ein Istaf komplett ohne Zuschauer nicht in Frage. Auch wenn wir nicht alle Wünsche erfüllen können: Ziel war und ist es, so vielen Fans wie möglich einen sicheren Besuch im Stadion zu ermöglichen», sagte Meeting-Direktor Martin Seeber in einer Pressemitteilung am Dienstag.

10.25 Uhr: Trump nimmt Corona-Briefings wieder auf

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen will US-Präsident Donald Trump nach knapp drei Monaten seine Pressekonferenzen in der Corona-Krise wieder aufnehmen .

Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, soll es bereits heute (17 Uhr Ortszeit/23 Uhr MESZ) so weit sein. «Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings», sagte Trump am Montag. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt. Mit den Pressekonferenzen, die er bis Ende April fast täglich abhielt, handelte sich Trump aber auch Kritik ein. Wegen schlechter Umfragewerte für sein Krisenmanagement bei weiterhin dramatischen Zuwächsen der Infektionszahlen dürfte Trump nun Tatendrang beweisen wollen - was auch an einem Tweet deutlich wurde.

10.20 Uhr: Warten auf den Tag X in der Bali-Therme

Die Bali-Therme in Bad Oeynhausen bleibt vorerst geschlossen. Mit den Corona-Auflagen kann das privat geführte Unternehmen nicht wirtschaftlich arbeiten.  Die Unsicherheit eines möglichen zweiten Lockdowns mache die Situation noch schwieriger. Die Techniker halten das Bad im Standby-Modus, um Kosten zu sparen. Bei einem Rundgang durch die Therme hat sich das WESTFALEN-BLATT ein aktuelles Bild gemacht.

9.36 Uhr: EU-Einigung treibt Dax über 13.200 Punkte

Der Dax hat seinen Corona-Einbruch dank des Konjunkturoptimismus der Anleger inzwischen fast vollständig überwunden. Am Dienstag stieg der deutsche Leitindex erstmals seit Februar über die Marke von 13.200 Punkten. Gestützt wurde das Börsenbarometer von der Einigung der EU auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte. Kurz nach dem Börsenauftakt gewann der Dax 1,31 Prozent auf 13.218,39 Punkte.

8.10 Uhr: Antikörper bieten vermutlich längerfristig Corona-Immunität

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann.

Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Menschen gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen beteiligt, darunter Mirko Trilling. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

7.13 Uhr: Steuereinnahmen im Juni um 19 Prozent gesunken

Wegen der Corona-Pandemie sind die Steuereinnahmen des Staates (ohne Gemeindesteuern) im Juni um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Das geht aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor.  «Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise umgesetzten steuerlichen Maßnahmen belasteten weiterhin das Steueraufkommen signifikant», heißt es darin. Unter anderem gehörten zu den Maßnahmen herabgesetzte Vorauszahlungen sowie gewährte Stundungen.

5.41 Uhr: EU-Gipfel: Einigung auf historisches Corona-Paket steht

Mehr als vier Tage stritten die 27 EU-Staaten ums Geld. Mehrfach stand der Brüsseler Sondergipfel vor dem Scheitern. Jetzt ist doch noch der Kompromiss gelungen: Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt.  

Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Morgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro - davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Montag, 20. Juli

20.49 Uhr: Kleinkind an Kita in Dornberg infiziert

n Bielefeld gibt es den zweiten Fall eines infizierten Kleinkindes an einer Kita. In der vergangenen Woche wurde ein Kind der Kita am Freibad Dornberg positiv getestet. Die Stadt hatte bislang nicht darüber informiert. Nach mittlerweile bestätigten Informationen der Stadt befinden sich 15 Kinder aus der Gruppe sowie deren Kontaktpersonen bereits in Quarantäne. Einige Eltern sollen sich aufgrund dieser Maßnahme uneinsichtig gezeigt haben.

18.15 Uhr: Studie: Britischer Corona-Impfstoff könnte zweifach wirken

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzukurbeln. 

Das Mittel der Universität Oxford und des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Über die Ergebnisse berichteten die Experten in der britischen Medizin-Zeitschrift «The Lancet».

Erste Ergebnisse der Phase-1/2-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft. Die deutliche Immunantwort zeigte sich noch 56 Tage nach der Impfung und könne eventuell durch eine zweite Dosis verlängert werden, heißt es in «The Lancet».

16.18 Uhr: Ein neuer Fall in Delbrück

Die Zahl der aktiven Coronafälle im Kreis Paderborn ist – Stand 20. Juli, 10 Uhr – um einen auf 29 gestiegen. Der neue Fall wird aus Delbrück vermeldet. Die Zahl der als genesen Geltenden ist im Vergleich zum Vortag unverändert:   Insgesamt haben 680 Menschen eine Covid-19-Infektion überstanden.   Der Großteil der aktiven Fälle ist in Paderborn zu verzeichnen (18), weitere in Bad Lippspringe (4), Delbrück (4) und Salzkotten (3). In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist derzeit niemand infiziert. Zurzeit werden drei Personen in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen summiert sich nun auf 743.

15.12 Uhr: 19 Corona-Infizierte auf Obsthof in Swisttal

Auf einem Obsthof in Swisttal bei Bonn haben sich 19 Erntehelfer mit Corona infiziert. Am Donnerstagabend war das Virus bei einer Mitarbeiterin des Betriebs festgestellt worden. Daraufhin seien am Samstag alle 323 Mitarbeiter getestet worden, sagte die Kreisdirektorin des Rhein-Sieg-Kreises, Svenja Udelhoven, am Montag in einer Pressekonferenz. Bei 19 von ihnen sei dieser Test positiv ausgefallen. Sie hätten aber bisher keine Krankheitssymptome. Alle Mitarbeiter stünden nun unter Quarantäne.

Die Erntehelfer stammen den Angaben zufolge überwiegend aus Rumänien, aber auch aus anderen Ländern und zu einem geringen Anteil auch aus Deutschland. Die Unterbringung der Helfer wurde als gut beschrieben, es gebe keine Sammelunterkünfte, vielmehr seien die Arbeiter jeweils zu zweit in Containern untergebracht, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Rainer Meilicke. Die Erdbeeren auf dem Hof können nun erst einmal nicht mehr gepflückt werden.

14.54 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Japan steigt auf über 1000

In Japan ist die Zahl der am Coronavirus Gestorbenen über die Marke von 1000 gestiegen. Wie der staatliche Fernsehsender NHK am Montag berichtete, wurden an dem Tag innerhalb von 24 Stunden 385 Neuinfektionen bestätigt. Mit 168 entfielen mit Abstand die meisten davon erneut auf Tokio. Die Hauptstadt hatte kürzlich wegen eines deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Ausgangssperren sind in Japan jedoch rechtlich nicht möglich, die Menschen sind nur aufgerufen, neben dem Tragen von Masken ausreichend Abstand zu halten und Menschenmengen zu vermeiden.

Japan zähle inzwischen 26.522 Infektionsfälle und 1001 Tote, so NHK. Darunter sind auch 712 Infektionsfälle sowie 13 Todesfälle unter Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch bereiten die Neuinfektionen vor allem in Tokio Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Als eine Problemzone wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho mit vielen kleinen Nachtclubs ausgemacht.

Am Mittwoch startet in Japan eine umstrittene Förderkampagne der Regierung zur Unterstützung der von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Tourismusbranche. Der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe will, dass die Bürger wieder im eigenen Land reisen und Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbergung und Transport sollen bezuschusst werden. Im Vorfeld regte sich Widerstand gegen die «Go To»-Kampagne, da viele befürchten, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte. Tokio wurde aus dem Grund von der Förderkampagne ausgenommen, Reisen von und in die Hauptstadt sollen nicht bezuschusst werden.

14.51 Uhr: Entscheidender Test von chinesischem Corona-Impfstoff in Brasilien

Mit einem Flug aus Frankfurt ist ein wichtiger Corona-Testimpfstoff im brasilianischen São Paulo angekommen: Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten. Die Ankunft bestätigte das brasilianische Fernsehen am frühen Montagmorgen (Ortszeit). Demnach sollte der Impfstoff weiter zum federführenden Forschungszentrum Instituto Butantan in der brasilianischen Metropole gebracht werden.

Fast 9000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor sollen den Impfstoff erhalten. Nach einem Bericht der Zeitung «O Globo» hatten sich für den Test zuletzt in fünf Tagen eine Million Freiwillige gemeldet. In der dritten Testphase (Phase III) wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Der Test von Sinovac ist einer der ersten weltweit und bereits die zweite Phase III-Studie in Brasilien. Ein Corona-Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon getestet.

In dem Staat mit 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus immer noch rasant aus. Brasilien durchbrach vergangene Woche die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen. Täglich melden die Behörden rund 1000 Todesfälle. «Wenn alles gutgeht, werden wir die Impfung in Brasilien vielleicht im ersten Quartal 2021 haben», sagte Ricardo Palacios, Direktor für medizinische Studien des Instituto Butantan, kürzlich in einem Interview.

14.21 Uhr: Tönnies konkretisiert Vorschläge: 1000 Einstellungen bis September

Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies hat konkrete Schritte für Veränderungen im Unternehmen angekündigt: So sollen bis zum 1. September 1000 Werksvertragsangestellte direkt in Rheda-Wiedenbrück einen Vertrag erhalten. Bis Jahresende sei das Ziel, alle «Mitarbeiter der Kernbereiche direkt beim Unternehmen einzustellen», hieß es am Montag in einer Mitteilung .

Der Konzern war im Zuge eines massiven Corona-Ausbruchs in seiner Belegschaft in die Kritik geraten. Zudem hatte es eine vierwöchige Zwangspause für das Werk in Rheda-Wiedenbrück gegeben, die vergangene Woche endete.

Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen. Damit würde Tönnies dann eine Forderung der Politik erfüllen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass mit Beginn des Jahres 2021 Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie abgeschafft werden sollen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf für bessere Arbeitsbedingungen vorlegen.

Ebenfalls bis Anfang September will Tönnies rund 400 Wohnplätze in Rheda-Wiedenbrück für die zukünftigen Angestellten anmieten. Dazu seien zwei Wohnungsgesellschaften gegründet worden. Je nach Bedarf soll auch an weiteren Standorten Wohnraum geschaffen werden. Die vorhandene Zeiterfassung werde bis zum 1. August in ein digitales System überführt.

13.04 Uhr: Entwarnung im Kreis Borken: Elf Infizierte auf Gemüsehof

Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im Kreis Borken haben die Behörden Entwarnung gegeben. Die letzten der am vergangenen Donnerstag entnommenen 148 Abstriche waren am Montag ausgewertet und laut Mitteilung des Kreises insgesamt elf positiv. Den Angaben zufolge arbeiten auf dem Hof vorwiegend rumänische Beschäftigte, die auch auf dem Betriebsgelände wohnen.
Der Kreis hatte für die Mitarbeiter Kontaktbeschränkungen erlassen und das Verlassen des Hofes untersagt. Eine erneute Testung der gesamten Belegschaft sei geplant. Nach Aussage von Landrat Kai Zwicker bestand keine Gefährdung der Bevölkerung im Kreis Borken.

12.11 Uhr: Keine Ermittlungen mehr zu Corona-Toten in Würzburger Pflegeheimen

Die Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in zwei Würzburger Seniorenheimen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht auf Personalfehler zurückzuführen. «Konkrete Vorwürfe können weder einzelnen Personen noch der Heimleitung gemacht werden», teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach am Montag mit.

«Teilweise traten durch die Vielzahl der Fälle und einen Mangel an Pflegepersonal Engpässe auf, die jedoch niemandem konkret angelastet werden können.» Es gebe keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten. «Erhebliche Hygienemängel, die den Ausbruch der Erkrankungen begünstigten, wurden nicht festgestellt.» Daher seien über die Vorermittlungen hinaus keine weiteren Ermittlungen nötig.

Als möglicher Anfangsverdacht war fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht gekommen. In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung waren bislang 26 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. In einem anderen Heim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt starben 19 Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus, wie eine Sprecherin des Landratsamtes sagte.

11.41 Uhr: Weniger Heiraten unter Corona-Bedingungen: Minus 38 Prozent im April

Unter den strengen Corona-Schutzauflagen haben im April in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger Paare geheiratet. 38 Prozent weniger Ehen seien im April 2020 im Vergleich zum Monat des Vorjahres geschlossen worden, teilte das Statistische Landesamt am Montag in Düsseldorf mit. Im März, als die Coronavirus-Pandemie sich zunehmend auswirkte, hatten in Nordrhein-Westfalen noch 4060 Paare auf dem Standesamt «Ja» gesagt, das waren etwa 300 weniger als im Durchschnitt fünf Jahre zuvor. Im April gab es dann landesweit 2100 Eheschließungen weniger als im Monatsdurchschnitt der fünf Vorjahre.

In den einzelnen Städten waren die Vorschriften im April nicht einheitlich: In Münster, Düsseldorf und Dortmund durften bei der Zeremonie nur das Paar und der Standesbeamte anwesend sein. In Köln und Aachen waren auch Trauzeugen erlaubt. Seit Mai dürfen landesweit wieder mehr Gäste zur Trauung kommen.

10.50 Uhr: Kostenlose Corona-Tests für Beschäftigte in Schulen und Kindertageseinrichtungen in NRW

Ein Konzept des Landes NRW sieht vor, dass sich alle Beschäftigten an den öffentlichen und privaten Schulen sowie in der Kindertagesbetreuung im Zeitraum vom 3. August bis zum 9. Oktober 2020 alle 14 Tage freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

9.43 Uhr: Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Regelverschärfung in der vergangenen Woche in einem TV-Interview persönlich angekündigt. In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet. Behörden in Frankreich warnten bereits vor einem Anstieg der Corona-Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. Frankreich ist von der Corona-Krise mit mehr als 30.000 Toten hart getroffen geworden.

9.35 Uhr: Pharmariese GlaxoSmithKline steigt beim Impfstoffforscher Curevac ein

Der deutsche Biotech-Anbieter Curevac erhält im Zuge einer strategischen Kooperation vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline eine Millionensumme. Gemeinsam soll an mRNA-Technologie und Antikörpern gegen Infektionskrankheiten geforscht werden, wie die beiden Unternehmen am Montag in London und Tübingen mitteilten. Curevacs bestehende klinische Entwicklungsprogramme zu mRNA-Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus sowie gegen Tollwut seien aber nicht Teil der Kooperation.

GlaxoSmithKline beteilige sich mit umgerechnet 150 Millionen Euro an Curevac, was einem knapp zehnprozentigen Anteil am Tübinger Biotech-Unternehmen entspreche, hieß es. Außerdem erhalte Curevac eine Vorauszahlung von 120 Millionen Euro. Ziel der Kooperation seien bis zu fünf mRNA-basierte Impfstoffe und monoklonale Antikörper gegen Infektionskrankheiten. Curevac winken mögliche Meilensteinzahlungen von insgesamt bis zu 700 Millionen Euro sowie gestaffelte Lizenzgebühren für mögliche Produktverkäufe.

Im Juni war bereits der Bund bei Curevac eingestiegen, um im globalen Rennen um einen Corona-Impfstoff eine mögliche Übernahme aus dem Ausland zu verhindern. GlaxoSmithKline arbeitet wiederum mit Sanofi an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus.

9.17 Uhr: Pakistan impft erstmals seit Coronakrise wieder gegen Polio

Nach Monaten der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie hat in Pakistan erstmals wieder eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung begonnen. Innerhalb von drei Tagen sollen rund 800.000 Kinder unter fünf Jahren in Teilen Pakistans gegen Polio geimpft werden, wie ein Vertreter der Initiative am Montag mitteilte. Etwa 32.000 Mitarbeiter impfen dafür in fünf ausgewählten Bezirken.

Impfkampagnen gegen Polio wurden in dem südasiatischen Land im April wegen der Pandemie ausgesetzt. Schätzungen zufolge fehlte rund 40 Millionen Kindern somit die wichtige Schutzimpfung gegen die Erkrankung, die das zentrale Nervensystem befallen und in Einzelfällen zu dauerhaften Lähmungen führen kann. In diesem Jahr wurden in Pakistan bisher 59 Fälle mit Polio bestätigt.

Pakistan startete 1994 ein Programm zur Bekämpfung der Kinderlähmung. Die Krankheit ist in den allermeisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan weltweit das einzige Land, in dem es im vergangenem und in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp des Poliovirus gegeben hat. Immer wieder werden Impfkampagnen in Pakistan von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet.

9.07 Uhr: Israels Krankenschwestern treten in den Streik

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde. Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die «Times of Israel» schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwärtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik. Die Wirtschaft des Landes leidet erheblich unter den Folgen der Krise, die Arbeitslosigkeit liegt bei 21 Prozent. Finanzielle Hilfsmaßnahmen der Regierung wurden als unzureichend kritisiert.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 50.035 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 409 Infizierte sind gestorben.

8.33 Uhr: Kreis Vechta ermittelt weitere Kontaktpersonen von Schlachthof-Mitarbeitern

Der niedersächsische Landkreis Vechta will nach dem Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern eines Schlachthofes in Lohne weitere Kontaktpersonen ermitteln. Zwar sei ein Großteil des in Frage kommenden Personenkreises bereits kontaktiert und unter Quarantäne gestellt worden, dennoch sollte am Montag noch nach weiteren mögliche Kontaktpersonen aus dem persönlichen Umfeld der Mitarbeiter gesucht werden, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Die Schlachthof-Mitarbeiter haben sich nach Angaben des Landkreises überwiegend im privaten Bereich mit dem Virus Sars-Cov-2 angesteckt. Der Schlachthofbetrieb geht daher weiter.

Unter den Mitarbeitern des zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörenden Hähnchenschlachthofs Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne haben sich mindestens 66 Menschen mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. 35 von ihnen wohnen im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine Person im Landkreis Cloppenburg und in Delmenhorst.

Insgesamt sind im Landkreis Vechta aktuell 67 Menschen mit dem Virus infiziert, für die mit weiteren 90 engen Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet wurde. Derzeit befinden sich nach Angaben des Landkreises damit 157 Personen in Quarantäne. Zwei Erkrankte werden stationär behandelt. Mitte der Woche solle es neue Reihentestungen unter den Schlachthofmitarbeitern geben, sagte der Sprecher.

7.24 Uhr: DFB-Präsident Fritz Keller will Stadionbesuche mit Massentests ermöglichen

Der Deutsche Fußball-Bund will mithilfe von massenhaften Präventivtests schon beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zulassen. 

«Es muss einen Weg geben, über Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen», sagte DFB-Präsident Fritz Keller der «Badischen Zeitung». Der Verband arbeite mit Experten und Wissenschaftlern aus vielen Bereichen an einem System, das Stadionbesuche wieder ermöglichen soll. Mögliche Kritik an einer Sonderrolle des Fußballs wies Keller zurück. «Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen», sagte der DFB-Chef.

7.02 Uhr: Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten «BNT 162» geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. «Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiednen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können», sagte Biontech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin nach der Mitteilung.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

6.19 Uhr: Verbände sehen Corona-Hilfen für Selbstständige kritisch

Die Überbrückungshilfen des Bundes für Selbstständige in der Corona-Krise sind Verbänden zufolge nur bedingt hilfreich. Sie seien «extrem bürokratisch» und durch die Nicht-Anerkennung von Lebenshaltungskosten realitätsfern.

Schon die Soforthilfe des Bundes habe vielen Soloselbstständigen nicht ausreichend geholfen, weil nur bestimmte Kosten bezuschusst wurden - wie etwa die Büromiete, kritisiert Andreas Lutz, Sprecher des Verbands der Gründer und Selbstständigen, weiter.

5.27 Uhr: 249 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.823 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 20.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9086 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 187.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, bei 1,22 (Vortag: 1,34). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.00 Uhr: WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. «Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien», sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur . «Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden.» Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

«Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen», betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: «Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr.»

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas Gedächtniszellen.

3.00 Uhr: Tag 3: Tönnies setzt Probebetrieb in der Zerlegung am Montag fort

Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies setzt am Montag seinen Probebetrieb in der Zerlegung fort. Dazu verarbeiten unter Aufsicht der Behörden nur Arbeiter einer Schicht bis zu maximal 10.000 Schweine, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sollte dies unter Einhaltung eines neuen Hygienekonzepts erfolgreich sein, will Tönnies eine zweite Schicht einsetzen. Der Konzern musste für den Infektionsschutz Trennwände aus Plexiglas zwischen die Arbeitsplätze bauen und eine neue Filtertechnik für die gekühlte Umluft installieren.

Sonntag, 19. Juli

21.15 Uhr: EU-Ratschef Michel blitzt bei den „Sparsamen“ mit Vorschlag ab

EU-Ratspräsident Charles Michel hat nach Angaben von Diplomaten am Sonntag einen weiteren Kompromissvorschlag ausgelotet, ist aber auf Widerstand der sogenannten sparsamen EU-Staaten gestoßen. Demnach sollte die Summe der Zuschüsse aus dem Corona-Krisenprogramm von ursprünglich 500 Milliarden auf 400 Milliarden Euro reduziert werden, wie es am Sonntagabend hieß. Die Ländergruppe Österreich, Schweden, Dänemark, die Niederlande und Finnland hätten den Vorschlag jedoch abgelehnt. Sie wollen nach Angaben von Diplomaten nicht mehr als 350 Milliarden Euro an Zuschüssen und bezeichnen dies als letztes Angebot. Darüber hinaus verlangten sie Rabatte auf ihre Beitragszahlungen an den EU-Haushalt, wie es weiter hieß.

Michels Vorschlag umfasste den Angaben zufolge auch Lösungsansätze zum Streit über die Kontrolle der Auszahlung von Geldern, ein Angebot für Rabatte und Kompensation für Bauern in Österreich, einen Schlüssel für die Verteilung der Krisenhilfen und für die Koppelung von EU-Geldern an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit. Wie ein Ausweg aus der Sackgasse aussehen könnte, blieb zunächst offen.

18.54 Uhr: EU-Gipfel soll mit viel Verspätung in großer Runde weitergehen

Mit siebenstündiger Verspätung sollen die schwierigen Verhandlungen beim EU-Sondergipfel zum Corona-Plan am Sonntagabend in großer Runde fortgesetzt werden. Das Abendessen der 27 Staats- und Regierungschefs solle um 19 Uhr beginnen, teilten Diplomaten in Brüssel mit. Zuvor hatte Ratschef Charles Michel in stundenlangen Einzel- und Gruppengesprächen versucht, einen Kompromiss in den völlig verkeilten Verhandlungen auszuloten.

Der Sondergipfel über das milliardenschwere Paket aus Coronaplan und EU-Haushalt hatte am Freitagvormittag begonnen und war ursprünglich auf zwei Tage angesetzt. Da bis zum späten Samstagabend aber keine Einigung gefunden worden war, hängte Ratschef Michel den Sonntag noch dran. Geplant war eigentlich, das Plenum der 27 Staats- und Regierungschefs um 12.00 Uhr zu beginnen.

18.48 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter (Sonntag)
Aktuell infiziert 1
Fälle insgesamt 373
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Samstag)
Aktuell infiziert 28 (+1)
Fälle insgesamt 742 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Sonntag)
Aktuell infiziert 9 (+2)
Fälle insgesamt 776 (+2)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh (Sonntag)
Aktuell infiziert 215 (-7)
Fälle insgesamt 2581 (+3)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld (Sonntag)
Aktuell infiziert 41 (-11)
Fälle insgesamt 538 (+7)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Samstag)
Aktuell infiziert 8
Fälle insgesamt 400 (+2)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Sonntag)
Aktuell infiziert 10
Fälle insgesamt 512 (+2)
davon Todesfälle 13

18.10 Uhr: Boris Johnson schließt zweiten Lockdown so gut wie aus

Der britische Premierminister Boris Johnson hat einen zweiten landesweiten Lockdown in Großbritannien so gut wie ausgeschlossen. Es handle sich dabei um ein Mittel wie die atomare Abschreckung. „Ich will sicherlich nicht davon Gebrauch machen“, sagte der konservative Regierungschef dem „Sunday Telegraph“ (Sonntag). Er glaube auch nicht, dass Großbritannien wieder darauf angewiesen sein werde, so Johnson.

Mit mehr als 45.000 Toten gilt das Vereinigte Königreich als das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Wissenschaftler hatten kürzlich gewarnt, eine zweite Infektionswelle im Winter könne sogar bis zu 120.000 Menschenleben fordern. Erst am Freitag hatte Johnson weitere Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angekündigt und den Menschen in seinem Land eine weitgehende Normalisierung des Lebens bis Weihnachten in Aussicht gestellt. Sein wissenschaftlicher Chefberater Patrick Vallance hatte wenige Stunden zuvor bei der Befragung durch einen parlamentarischen Ausschuss die Notwendigkeit von landesweiten Maßnahmen ausdrücklich nicht ausschließen wollen.

17.33 Uhr: Söder will Corona-Testzentren an bayerischen Flughäfen

Deutsche Urlaubsrückkehrer sollen sich in Kürze direkt an den bayerischen Flughäfen kostenlos und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. Das kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag im ZDF-Sommerinterview an. „Wir jedenfalls überlegen uns jetzt und werden es auch machen, dass wir an unseren Flughäfen Testzentren einrichten, dass man, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, sich auch dort jederzeit testen lassen kann“, sagte er.

Wann genau die Testzentren ihren Betrieb aufnehmen sollen, ließ Söder offen. Er deutete als sinnvolles Ziel aber den Beginn der bayerischen Sommerferien am kommenden Wochenende an. Grundsätzlich plädierte der CSU-Politiker für mehr Tests nach den Ferien. „Wir müssen uns sehr auf die Urlaubsrückkehrer einstellen, das gilt auch für den Schulbeginn.“

15.51 Uhr: Weitere Verzögerungen bei EU-Sondergipfel in Brüssel

Die Verhandlungen über das EU-Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise gestalten sich weiter äußerst schwierig. Beim EU-Sondergipfel im Brüssel wurde am Sonntag eine eigentlich für 12 Uhr angesetzte Sitzung aller 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie werde nicht vor 17.30 Uhr beginnen, hieß es am Nachmittag aus dem Team von EU-Ratspräsident Charles Michel. Die Vorgespräche dauerten an. Es würden zunächst in kleiner Runde mögliche Kompromisslinien getestet.

Streitpunkt bei dem Gipfel ist unter anderem die Höhe der nicht zurückzahlbaren Zuschüsse. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen nach Angaben von Diplomaten nicht akzeptieren, dass die Summe der dafür zur Verfügung stehenden Mittel bei unter 400 Milliarden Euro liegt. Gegen diese Höhe gibt es allerdings Widerstand von Österreich, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Finnland. Sie würden am liebsten nur Kredite und keine Zuschüsse vergeben, um Länder wie Italien und Spanien zu schnelleren Reformen zu bewegen.

Die EU-Staaten verhandeln seit Freitagvormittag in Brüssel über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm, das die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll. Zudem muss eine Einigung über den langfristigen EU-Haushalt erzielt werden. Insgesamt geht es um rund 1,8 Billionen Euro. Eigentlich sollte der Gipfel nur zwei Tage dauern.

15.49 Uhr: 202 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 202 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201 574 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 19.7., 0.00 Uhr). An Sonntagen ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen aus Übermittlungsgründen häufig relativ gering.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9084 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 187.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, bei 1,22 (Vortag: 1,34). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

15.03 Uhr: Landkreis Vechta will nach Corona-Ausbruch Schlachthof nicht schließen

Nach einem größeren Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis Vechta keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises, Herbert Winkel (CDU), am Sonntag. „Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen“, sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

13.40 Uhr: Zwei neue Infektionen in Bielefeld

Seit Ausbruch der Epidemie haben sich mittlerweile 538 Menschen  in Bielefeld mit dem Corona-Virus infiziert . Das sind - Stand Sonntag (10 Uhr) - zwei mehr als am Vortag. Aktuell infektiös sind aber nur noch 41 Personen. Von den positiv Getesteten sind mittlerweile 492 Menschen genesen. Das sind 15 mehr als am Samstag. 28 Neuinfektionen stehen im Zusammenhang mit einer Verlobungsfeier.

12.26 Uhr: Aida Cruises bereitet Kreuzfahrten nach Corona-Zwangspause vor

Nach der coronabedingten Zwangspause für Kreuzfahrtschiffe bereitet sich die Branche allmählich wieder auf Passagierfahrten vor.  Am Samstag sind zwei Kreuzfahrtschiffe der Reederei Aida Cruises im Überseehafen in Rostock-Warnemünde eingelaufen - allerdings noch ohne Passagiere. «Es ist alles planmäßig gelaufen», sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Am Pier hätten sowohl viele Fans und Touristen als auch zahlreiche Mitarbeiter die beiden Schiffe begrüßt.

Die beiden Kreuzfahrtschiffe sowie die Crew werden nun auf die ersten Abfahrten seit Beginn der Corona-Krise vorbereitet. Mit Passagieren an Bord sollen die Schiffe der Reederei im August zu Kurz-Kreuzfahrten ohne Landgang starten.

Auf den beiden Aida-Schiffen werden dem Sprecher zufolge zwischen 500 und 800 Menschen arbeiten und die ersten Touren werden mit einer Auslastung von etwa 50 Prozent der Kapazitäten angeboten. Bis Ende August seien mehrere drei- bis viertägige Kurzreisen geplant.

11.15 Uhr: Mehr als 600.000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als 600.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Inzwischen gibt es demnach bereits mehr als 14,2 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Erst vor drei Wochen war die Schwelle von einer halben Million Toten und 10 Millionen bestätigten Infektionen überschritten worden. Seither hat sich die Pandemie unter anderem in den USA, Brasilien, Peru, Mexiko, Indien und Südafrika weiter rasch ausgebreitet.

Etwa ein Viertel der weltweit bestätigten Infektionen und Todesfälle entfallen Johns Hopkins zufolge auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. An zweiter Stelle steht Brasilien mit gut 2 Millionen bekannten Infektionen und rund 79 000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA etwa starben Johns Hopkins zufolge gut 42 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Brasilien 37. In Großbritannien liegt dieser Wert jedoch bei 68, in Italien bei 58 und in Schweden bei 55 - in Deutschland bei 11.

10.30 Uhr: Appell an Seehofer: Grenzen auch für Partner ohne Trauschein öffnen

Abgeordnete von Linken, FDP und Grünen rufen gemeinsam Innenminister Horst Seehofer dazu auf, die Grenze für Lebenspartner aus Nicht-EU-Staaten zu öffnen, die einen negativen Corona-Test haben. Bisher gebe es Ausnahmen von den Einreise-Beschränkungen in der Corona-Krise nur für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, heißt es in einem Online-Appell von Bundestags- und EU-Abgeordneten, den der Linke-Politiker Stefan Liebich gestartet hat.

Menschen, die ohne Trauschein in Beziehungen mit einem Partner aus sogenannten Drittstaaten lebten, berichteten „von großen Problemen für ihre Partnerschaft aufgrund der andauernden erzwungenen Trennung“. 

Zudem solle die Bundesregierung sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine europaweite Lösung einsetzen. Unter anderem Dänemark, Österreich, Norwegen und die Niederlande haben demnach die Grenze für Paare bereits geöffnet.

9.17 Uhr: Merkel hält Scheitern des EU-Sondergipfels für möglich

Kanzlerin Angela Merkel hält ein Scheitern des EU-Sondergipfels für das geplante milliardenschwere Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise für möglich. „Ob es zu einer Lösung kommt, kann ich nach wie vor nicht sagen“, sagte Merkel am Sonntagvormittag in Brüssel beim Eintreffen zum dritten Tag der Gipfelberatungen. Sie fügte hinzu: „Es gibt viel guten Willen. Aber es gibt auch viele Positionen. Und so werde ich mich mit dafür einsetzen. Aber es kann auch sein, dass es heute zu keinem Ergebnis kommt.“

Der dritte Gipfeltag sei sicherlich der entscheidende Verhandlungstag, hob Merkel hervor. Sie ergänzte: „Die verschiedenen Themen - die Größe des Fonds, die Art der Steuerung und auch die Fragen der Rechtsstaatlichkeit sind jetzt gut aufgearbeitet.“ EU-Ratschef Charles Michel hatte den Sondergipfel um einen Tag verlängert, um über Nacht einen neuen Kompromissvorschlag auszuarbeiten. 

7.50 Uhr: Corona-Ausbruch auf Schlachthof in Lohne

66 Menschen sind in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Vechta am Samstagabend mit. Insgesamt wurden 1046 Abstriche genommen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert für Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Von den neuinfizierten Personen wohnen 35 im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst. 

6.45 Uhr: Kreditversicherer erwartet Pleitewelle

Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet infolge der Corona-Krise spätestens vom Herbst an mit einer Welle von Firmenpleiten rund um den Globus . Für Deutschland sagen die Experten einen Anstieg der Insolvenzen in den Jahren 2020 und 2021 um insgesamt 12 Prozent im Vergleich zu 2019 voraus - auf dann etwa 21.000 Fälle, wie aus Daten von Euler Hermes hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Der Löwenanteil dürfte mit 8 Prozent auf 2021 entfallen. Für dieses Jahr wird ein Zuwachs um 4 Prozent erwartet.

«Unternehmen in Schieflage müssen dies aktuell erst im Herbst bei einem Insolvenzgericht anzeigen», erläuterte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Deshalb gebe es aktuell noch relativ wenige Fälle in Deutschland. «Aber der Schein trügt, und im Herbst schlägt für viele die Stunde der Wahrheit.»

6.10 Uhr: Jugendherbergen kämpfen um Existenz

»Es geht um nicht weniger als die Zukunft der deutschen Jugendherbergen. Es stehen Standorte vor dem Aus, wenn das so weitergeht«, sagt Julian Schmitz, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) mit Sitz in Detmold, der Deutschen Presse-Agentur. Der Grund: Zwar konnten 288 der bundesweit rund 450 Häuser nach der wochenlangen Corona-Zwangspause wieder öffnen, doch das traditionelle Kerngeschäft der Herbergen mit Klassenfahrten und Gruppenreisen ist nahezu vollständig weggebrochen .

«Wir gehen von mehr als 180 Millionen Euro fehlenden Einnahmen aus - und das ist der Stand, den wir bis Anfang Juni beziffert haben», sagt Schmitz. Normalerweise beträgt der Jahresumsatz laut Bundesverband etwa 385 Millionen Euro. Allein das Segment der Schul- und Klassenreisen macht 40 Prozent des Umsatzes aus.

5.30 Uhr: Maskenpflicht in Zügen überwiegend akzeptiert

Die Maskenpflicht in Zügen wird nach Angaben der Bahn-Unternehmen weiterhin von den meisten Fahrgästen in Nordrhein-Westfalen akzeptiert und eingehalten. „In den Zügen ist die Akzeptanz sehr gut“, sagte ein Sprecher von DB Regio NRW der Deutschen Presse-Agentur.

In den Bahnhöfen, wo Mund und Nase ebenfalls bedeckt werden müssen, habe man hingegen in den letzten Wochen noch stärker nachhelfen müssen - vielen Menschen sei nicht bewusst gewesen, dass die Pflicht auch auf Gleisen, Treppen und in Bahnhofshallen gelte. Insgesamt hätten aber stichprobenweise Erhebungen ergeben, dass die Zahl derjenigen Fahrgäste sogar zugenommen habe, die ihre Maske richtig tragen.

Auch die privaten Unternehmen Nordwestbahn und National Express ziehen ein weitgehend positives Fazit. Die Zahl der Beschwerden gegen das Maskentragen habe sogar abgenommen, da mittlerweile die meisten Menschen die Maßnahme akzeptiert hätten. „Wenn wir einen Fahrgast haben, der sich dem widersetzt, sagen wir an der nächsten Haltestelle: Verlassen Sie den Zug!“, erzählte eine Sprecherin der Nordwestbahn. Löse dies den Konflikt immer noch nicht, werde die Bundespolizei hinzugerufen.

Samstag, 18. Juli

18.50 Uhr: Corona-Massentest in Stuttgart - Abstriche bei 400 Nachbarn

Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Sie seien „vorab schriftlich über dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden“, teilte die Stadt am Samstag mit. „Dies ist Teil der neuen Strategie, schnell großflächig mögliche Kontaktpersonen zu testen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern beziehungsweise Infektionsketten rechtzeitig zu unterbrechen.“

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Prof. Stefan Ehehalt, sagte: „Die Bewohner haben das Angebot ganz überwiegend gut angenommen, viele haben sich bedankt.“ Nur wenige hätten den Test abgelehnt. Mediziner waren am Samstag begleitet von Personal des Deutschen Roten Kreuzes von Wohnung zu Wohnung gegangen und hatten den Abstrich angeboten. Die Ergebnisse werden bis Mitte nächster Woche erwartet.

17.31 Uhr: 529 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 529 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.372 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 18.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9083 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 187.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 18.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,42 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 18.7., 0.00 Uhr, bei 1,34 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

17.15 Uhr: ein neuer Fall im Kreis Paderborn

Der Kreis Paderborn vermeldet einen neuen Corona-Fall in Paderborn: Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen steigt somit auf 742, Stand 18. Juli, 15.50 Uhr. 

Die Zahl der als genesen geltenden Menschen ist unverändert zum Vortag: Insgesamt haben 680 eine COVID-19-Infektion überstanden. Aktuell sind 28 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert (aktive Fälle). 

Betroffen ist in erster Linie Paderborn mit 18 aktiven Fällen, weitere in Bad Lippspringe (4), Delbrück (3) und Salzkotten (3). In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist derzeit niemand infiziert.

16.57 Uhr: Britische Regierung pausiert tägliche Updates von Corona-Todesfällen

Die britische Regierung hat die tägliche Aktualisierung der Todesfallzahlen durch die Coronavirus-Pandemie vorübergehend gestoppt. Das teilte das Gesundheitsministerium in London am Freitagabend mit. Grund sei, dass die Statistik für England nicht berücksichtigt, ob Infizierte tatsächlich an der Lungenkrankheit Covid-19 oder an einer anderen Ursache gestorben sind. Bis diese Ungenauigkeit behoben sei, werde die Zahl der täglichen Todesfälle nicht mehr veröffentlicht, hieß es auf der Webseite des Ministeriums.

Bislang wurden in Großbritannien mehr als 45.000 Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten gezählt. Das Vereinigte Königreich gilt damit als das von der Pandemie am schwersten betroffene Land Europas. Ob die nun in der Zählweise erkannte Schwäche diese Zahl erheblich reduziert, gilt aber als zweifelhaft.

Es gibt Grund zur Annahme, dass der Pandemie in Großbritannien viele Menschen zum Opfer gefallen sind, die nie auf das Coronavirus getestet wurden. Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurden inzwischen beinahe 55.000 Todesfälle erfasst, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 im Totenschein erwähnt wurde. Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der „Financial Times“ zufolge bei 65.700. Mit Übersterblichkeit ist die Differenz zwischen der Zahl der Todesfälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

15.56 Uhr: Kunden gehen in Corona-Krise seltener zur Bankfiliale 

In der Corona-Krise suchen viele Bankkunden seltener Filialen auf als zuvor. Jeweils knapp ein Drittel der Senioren und der Erwerbsfähigen im Alter von 18 bis 59 Jahren geht seit der Pandemie seltener zur Bank. 

Mehr als die Hälfte derjenigen Erwerbsfähigen, die seltener zur Bankfiliale gehen, begründete dies mit einer nun häufigeren Nutzung des Online-Bankings, wie eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken ergab. Bei den Senioren lag dieser Anteil bei nur gut einem Drittel. 

15.20 Uhr: EU-Gipfel: Positive Reaktionen auf neuen Vorschlag

Mit einem neuen Vorschlag hat Ratschef Charles Michel am Samstag Bewegung in den völlig verfahrenen EU-Streit über das 750-Milliarden-Paket zur wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise gebracht.

Beim Sondergipfel in Brüssel ging Michel damit vor allem auf die Niederlande zu, die darauf positiv reagierten. Auch andere Staaten nahmen den Vorschlag nach Angaben von Diplomaten wohlwollend auf. Ein drohendes Scheitern des Treffens schien damit vorerst abgewendet. Aber: «Wir haben es noch nicht geschafft», erklärte ein EU-Vertreter.

13.40 Uhr: Fünf neue Fälle in Bielefeld

In Bielefeld gibt es fünf neue laborbestätigte Infektionen mit dem Corona-Virus . Nach Auskunft der Stadt wurden damit in Bielefeld 536 Neuinfektionen seit Ausbruch der Epidemie verzeichnet. Davon stehen 28 im Zusammenhang mit einer Verlobungsfeier. Von den positiv Getesteten sind mittlerweile 477 Menschen genesen. Das sind drei Personen mehr als am Vortag. Als aktuell infiziert gelten derzeit 54 Menschen.

12.29 Uhr: „Corona-Biergarten“ startet ohne Ärger 

Der neue „Corona-Biergarten“ der Stadt Köln hat seine Feuertaufe bestanden: Am Freitagabend war das Angebot ausgebucht. Obwohl immerhin 450 Menschen auf dem rund 270 Meter langen gesperrten Straßenabschnitt bei milden Temperaturen zum gemütlichen Feierabendbier zusammenkamen, hatten Polizei und Ordnungsamt keine gravierenden Verstöße gegen Corona-Abstands- und Hygieneregeln zu vermelden.

Ein Kölner Gastronomie-Netzwerk hat den sogenannten Pop-up-Biergarten eröffnet, um bisherige Feier-Hochburgen in der Domstadt zu entlasten. Geplant ist, dass er zunächst an zwei Wochenenden öffnet. Anlass der Initiative war in den vergangenen Wochen Ärger über geballte Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und in Parks - trotz Corona-Abstandsgebot und Kontaktbeschränkungen. 

9.50 Uhr: Ärztepräsident fordert fallbezogene Isolierung gegen Corona

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt die Einführung einer schnellen, fallbezogenen Isolierung.

«Cluster-Isolierung ist meines Erachtens die pragmatischste Art, mit der Pandemie umzugehen», sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dabei werden beim Auftreten von Infektionen an einem Ort schnell alle Kontaktpersonen in Quarantäne untergebracht. Urlauber mahnte Reinhardt zur Einhaltung der derzeit überall üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus auch auf ihren Reisen.

«Ausreisesperren dürfen nur die Ultima ratio sein», forderte Reinhardt. «Es ist gut, dass Bund und Länder das Infektionsgeschehen nun lokal begrenzen wollen.» Bund und Länder hatten die Möglichkeit lokaler Ausreisesperren vereinbart, wenn die Zahl von Infektionen in einem betroffenen Gebiet weiter steigt oder es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten unterbrochen sind.

9.00 Uhr: EU-Gipfel nimmt neuen Anlauf

Im Ringen um den milliardenschweren Corona-Aufbauplan nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs am Samstag einen neuen Anlauf .

Denn am ersten Tag des Brüsseler EU- Sondergipfels hatten sich die Verhandlungen völlig verhakt. EU-Ratschef Charles Michel unterbrach die Gespräche kurz vor Mitternacht ohne Ergebnis. Die Beratungen sollen um 11.00 Uhr weitergehen.

8.16 Uhr: NRW plant weitere Finanzhilfen für Hotels und Gaststätten

Die NRW-Landesregierung will nach etlichen Geschäftsschließungen in der Gastronomie als Folge der Corona-Krise die Unterstützung für die Branche verbessern . „Das Land hat sich frühzeitig beim Bund dafür eingesetzt, dass diesen besonders betroffenen Betrieben weiterführende Hilfen angeboten werden“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) unserer Redaktion.

Diese würden nun im Rahmen der Überbrückungshilfe gewährt. Die Landesregierung ergänze die Hilfen um ein Zusatzprogramm, das branchenübergreifend 300 Millionen Euro ausmacht und besonders dem Hotel- und Gaststättengewerbe zur Verfügung stehe.

„Wir freuen uns darüber, wenn das so ist“, sagte die Geschäftsführende des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in OWL, Regine Tönsing, am Donnerstag. Denn die Lage ist für die rund 3800 Gaststätten und 800 Hotels in der Region nach wie vor angespannt. Rund 30 Prozent der Betriebe werden die Corona-Krise wohl nicht überstehen – also ihren Laden einfach schließen oder Insolvenz anmelden. Damit bestätigt Tönsing, die selbst viele Jahre als Wirtin gearbeitet hat, die Einschätzung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes.

7.50 Uhr: Kommentar: Clemens Tönnies und die Politik

Eines muss man Clemens Tönnies lassen: Der Mann scheint enorme Nehmer-Qualitäten zu haben. Buhmann, Bösewicht, Betrüger – was ist dem Chef des größten deutschen Fleischkonzerns in den zurückliegenden Wochen nicht alles nachgesagt worden. Doch wer geglaubt hatte, der 64-Jährige trete nur noch im Büßergewand auf, sieht sich nun getäuscht.

Lesen Sie hier den ganzen Kommentar von Ulrich Windolph.

7.35 Uhr: Clemens Tönnies im Interview: „Wir haben uns immer an Recht und Gesetz gehalten“

Rund vier Wochen lang hat nach dem massiven Corona-Ausbruch mit mehr als 1400 infizierten Mitarbeitern die Arbeit in Deutschlands größtem Schlachthof geruht. Jetzt wird bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wieder geschlachtet und zerlegt. Dazwischen galten für 13 Tage Lockdown-ähnliche Beschränkungen für die Bürger im Kreis Gütersloh. Firmenchef Clemens Tönnies und sein Unternehmen stehen im Zentrum der Kritik – wegen der massenhaften Corona-Fälle, aber auch wegen der Lebens- und Arbeitsbedingungen tausender Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa, die für den Fleischkonzern tätig sind.

Im Interview mit dem WESTFALEN-BLATT spricht Tönnies über Verantwortung, Ursachen und Konsequenzen der Krise, Vorwürfe und rechtsstaatliche Prinzipien sowie Wiedergutmachung.  

Freitag, 17. Juli

21.31 Uhr: 10 Prozent aller Corona-Fälle sind Ärzte oder Pflegekräfte

Mehr als 1,3 Millionen Ärzte und Pflegekräfte weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang am neuartigen Coronavirus erkrankt . Beschäftigte im Gesundheitssektor machten bisher etwa 10 Prozent aller weltweiten Covid-19-Fälle aus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Die Johns-Hopkins-Universität zählte bis Freitag 13,8 Millionen erfasster Coronavirus-Infektionen auf der ganzen Welt. Die jüngste Zahl der WHO lag am Donnerstag bei 13,4 Millionen Fällen.

21.08 Uhr: EU ringt um historisches Milliardenpaket

Nach dem dramatischen Wirtschaftseinbruch in der Corona-Krise versuchen die EU-Staaten, ein Finanzpaket in Billionenhöhe zu schnüren . Nach zähen Verhandlungen hieß es beim Sondergipfel in Brüssel am Abend, zumindest sei die Chance auf Einigung gewahrt. Näher sei man ihr aber auch nicht gekommen, sagte der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis.

20.22 Uhr: Kritik an Trumps Krisenmanagement wächst

Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Corona-Neuinfektionen in den USA wächst einer Umfrage zufolge die Kritik am Krisenmanagement von Präsident Donald Trum p. In einer am Freitag veröffentlichten Befragung im Auftrag der «Washington Post» und des Senders ABC äußerten sich 60 Prozent negativ über Trumps Umgang mit der Pandemie, nur noch 38 Prozent befürworteten Trumps Vorgehen. Ende Mai hatten sich noch 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv geäußert. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheißen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

20.13 Uhr: In Großbritannien soll bis Weihnachten Normalität einkehren

Trotz Sorgen vor einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen im Winter hat der b ritische Premierminister Boris Johnson bis Weihnachten eine Rückkehr zur Normalität in Aussicht gestellt . on Anfang August an werde in England zu einer vorsichtigen Rückkehr an den Arbeitsplatz ermutigt, sagte Johnson am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Schulen, Kindergärten und Universitäten sollen von September an wieder ihren Betrieb aufnehmen.

20.01 Uhr: Itelligence spürt Pandemie-Folgen

Der Bielefelder SAP-Dienstleister Itelligence AG hat vor allem im zweiten Quartal unter den Folgen der Pandemie gelitte n. Gleichwohl erwartet Vorstandschef Norbert Rotter für das Gesamtjahr noch ein kleines Umsatzplus von – im Vorjahr – 1,04 auf 1,10 bis 1,13 Milliarden Euro. 

18.25 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1 
Fälle insgesamt 373  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 27 (+2)
Fälle insgesamt 741 (+5)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 7 (-1)  
Fälle insgesamt 774 (+1)
davon Todesfälle 30 

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 222 (-8)
Fälle insgesamt 2578 (+4)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 52 (+10)
Fälle insgesamt 531 (+11)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 8 (-3)
Fälle insgesamt 398 (+1)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 10 (+3)
Fälle insgesamt 510 (+3)
davon Todesfälle 13

OWL gesamt
Aktuell infiziert 327 
Fälle insgesamt 5905
davon Todesfälle 126

18.23 Uhr: EU will Saisonarbeitskräfte schützen

Neben den Beschäftigten in der deutschen Fleischindustrie sollen auch Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft und andere Beschäftigte besser geschützt werden - auch vor Corona-Infektionen . Die Stärkung des Arbeitsschutzes werde ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach einer Videokonferenz der europäischen Arbeits- und Sozialminister am Freitag in Berlin.

17.54 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Geschäftsführung

Nach zahlreichen Anzeigen wegen des massiven Corona-Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies . Grund dafür sei aber kein neuer Ermittlungsstand, sondern das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt.

16.59 Uhr: Drastischer Anstieg in den USA

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen alarmierenden Höchststand erreicht - und das Land trägt Grabenkämpfe um die Maskenpflicht aus. Im Bundesstaat Georgia geht der Gouverneur gegen eine von der Hauptstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht vor. Mit rund 77.300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Neuinfektionen wieder einen Höchststand erreicht.  In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

16.33 Uhr: Vier neue Fälle im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand 17. Juli, 0 Uhr, 2.578 (16. Juli: 2.574) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst . In den vergangenen sieben Tagen (10. bis 16. Juli) wurden 19 Fälle in der übrigen Bevölkerung bekannt.

16.04 Uhr: Ironman Frodeno kritisiert Tönnies

Triathlon-Star Jan Frodeno hat für einen bewussteren Umgang der Menschen mit Nahrungsmitteln plädiert. Zugleich kritisierte der 38 Jahre alte Ironman-Weltmeister Fleischfabrikant Clemens Tönnies.  Frodeno selbst isst seit 2016 kein Fleisch mehr. Auslöser war Tischtennis-Stars Dimitrij Ovtcharov, der positiv auf Nandrolon getestet wurde und nachweisen konnte, dass es eine Verunreinigung im Fleisch gegeben hatte. „In der heutigen Welt weiß aber jeder, dass dir keiner im Ausdauersport so eine Nachricht abnimmt, wenn du positiv getestet wirst und sagst, dass es am Fleisch lag“, meinte Frodeno. Der Verzicht auf Fleisch habe bei ihm sofort positive Effekte gebracht. Seine Verdauung sei besser, sein Magen robuster geworden, Er brauche jetzt auch weniger Schlaf. „Da fahre ich sehr gut mit Gemüse und Fisch“, sagte der Olympiasieger von 2008.

15.03 Uhr: Kindergarten-Kind positiv getestet

In einer Kindertageseinrichtung in Paderborn-Sennelager ist ein Kind positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet worden. Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ermittelt derzeit alle Kontaktpersonen, die unter 14-tägige Quarantäne gestellt werden.

Insgesamt gibt es vier neue Fälle in Paderborn, ein neuer Fall in Delbrück : Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen steigt um fünf Fälle auf 741, Stand 17. Juli, 10 Uhr. Die neuen Coronavirus-Infektionen in Paderborn sind in einer Familie aufgetreten, also kein Ausbruch in einer Einrichtung. Drei weitere Menschen gelten als genesen: Insgesamt haben 680 eine COVID-19-Infektion überstanden. Aktuell sind 27 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert (aktive Fälle).

14.52 Uhr: Bendzko-Konzert als Corona-Test

Lust auf ein Konzert mit Tim Bendzko? Forscher der Uniklinik Halle/Saale suchen 4000 Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren, die am 22. August ein Konzert mit dem Berliner Sänger in Leipzig besuchen würden. So wollen die Projektverantwortlichen mehr über eine Großveranstaltung in Corona-Zeiten erfahren Während des Projekts gelten strenge Hygieneregeln, das Tragen von so genannten FFP2-Masken ist Pflicht. Erste Ergebnisse der Studie werden etwa vier bis sechs Wochen später erwartet. 

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher in Kontakt kommt. 

14.23 Uhr: Ein neuer Fall in Bielefeld

In Bielefeld gibt es einen neuen Coronafall. Damit sind seit Ausbruch der Epidemie 531 Infektionen in der Stadt gemeldet. Unter den Infizierten befinden sich weiterhin 26 Personen, die sich im Zusammenhang mit einer Verlobungsfeier angesteckt haben. Von den positiv Getesteten sind mittlerweile 474 Menschen genesen. Das ist eine Person mehr als am Vortag. In der Stadt Bielefeld gibt es weiterhin fünf Corona-Tote. Damit sind aktuell 52 Menschen in Bielefeld mit dem Virus infiziert.In Quarantäne befinden sich aktuell 174 Personen. Das sind 11 mehr als am Vortag. Aktuelle Krankenhauszahlen lagen am Freitag nicht vor.Die technischen Übermittlungsprobleme beim Robert-Koch-Institut (RKI) sind derweil behoben. Damit sind die Zahlen der Stadt wieder deckungsgleich mit dem Stand beim RKI. Die Neuinfektionsrate liegt in den letzten sieben Tage nun bei 9,7 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 33 Neuinfizierten.

13.37 Uhr: Pisa-Studien wegen Corona verschoben

Die kommenden zwei Pisa-Studien werden aufgrund der Corona-Krise um ein Jahr verschoben. „Die nächsten Tests finden nicht 2021, sondern 2022 statt“, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Freitag mit. Die Ergebnisse werden dann im Dezember 2023 veröffentlicht. Auch die darauffolgende PISA-Studie soll sich um ein Jahr verzögern. Mit ihren Ergebnissen ist laut OECD 2026 zu rechnen.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

12.34 Uhr: Proteste beim Tönnies-Werk: Polizei warnt vor Verkehrsbehinderungen

Die Wiederaufnahme des Schlacht- und Zerlegebetriebs bei Deutschlands Marktführer Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wird am Freitag von mehreren Demonstrationen begleitet. Die Polizei rief ortskundige Autofahrer am Freitag dazu auf, die Firmenzentrale am Nachmittag weiträumig zu umfahren. Es müsse mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, die Polizei sei mit starken Kräften im Einsatz, hieß es bei Twitter.

Mehrere Initiativen, darunter Klima- und Tierschützer, hatten zu Protesten aufgerufen. Für die Gegenseite riefen Landwirte zu einem Grillen vor der Firmenzentrale auf, um ihre Zustimmung zum Neustart des Betriebs auszudrücken.

12.32 Uhr: Fauci bezeichnet Corona-Lage in USA als ernst - Appell für Maske

Angesichts der immer dramatischeren Tageszahlen an Corona-Infizierten in den USA hat der führende Gesundheitsexperte Anthony Fauci dringend zum Tragen einer Maske aufgerufen. Die Lage sei mit Zuwächsen von täglich mehr als 60.000 Infizierten ernst und müsse sehr überzeugend angegangen werden, sagte er in einem Videochat mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit). Wenige Stunden später gab die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) mit rund 77.300 gemeldeten Fällen einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt.

Damit wurde der bisherige Rekord von 67.800 neuen Fällen binnen eines Tages vom 10. Juli überschritten. In den USA gibt es landesweit nach wie vor keine Pflicht, eine Maske zu tragen. Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, klagte am Donnerstag gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich den Zahlen der JHU zufolge bislang mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, sagte ferner, im Vergleich zu anderen Staaten etwa in Europa hätten die USA die Zahl der täglichen Neuinfektionen niemals auf eine minimale Basis von wenigen Dutzenden pro Tag bringen können - in den USA sei die Zahl niemals unter die Marke von 20.000 gefallen. Zu schnell sei dann in einigen Staaten die Öffnung nach dem Lockdown erfolgt. Zuckerberg seinerseits kritisierte in dem Chat, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Corona-Pandemie deutlich weniger effizient bekämpft habe als viele andere Länder. Es sei zudem enttäuschend, dass es immer noch keine angemessenen Tests gebe und die Glaubwürdigkeit von Topwissenschaftlern sowie die der Gesundheitsbehörde CDC untergraben werde.

12.06 Uhr: Erste NRW-Rettungshubschrauber mit spezieller Isolationstrage ausgestattet

Für den Transport von Patienten mit Infektionskrankheiten wie Covid-19 gibt es Nordrhein-Westfalen nun einen Rettungshubschrauber mit Spezialtrage. Der am Freitag am Flughafen Dortmund in den Dienst gestellte neue Notfallhubschrauber ist nach Angaben der DRF Luftrettung der erste im Bundesland, der mit einer „Epi Shuttle“ genannten Isoliertrage ausgestattet ist. Zum Schutz der Crew in dem Hubschrauber liegen Patienten unter einer durchsichtigen Abdeckung, können aber durch luftdichte Zugänge und Zugriffsmöglichkeiten behandelt, überwacht oder etwa an Beatmungsgeräte angeschlossen werden.

Hochinfektiöse Patienten ließen sich auf diese Weise wie in einer Isolierstation transportieren, teilte die DRF Luftrettung mit. Alle an Bord seien so vor Viren und Bakterien geschützt und die Retter könnten sich auf die medizinische Versorgung des Patienten besser konzentrieren. Außerdem falle eine aufwendige Desinfektion des Hubschraubers weg, so dass er schneller wieder für einen weiteren Einsatz zur Verfügung stehe. Entwickelt wurde die Trage von norwegischen Ärzten im Kontext mit der Ebola-Epidemie in Westafrika, berichtete ein Sprecher. Bereits seit mehreren Jahren habe die DRF über die Anschaffung solcher Tragen nachgedacht, die Pläne aber erst mit Aufkommen der Corona-Pandemie umgesetzt. Inzwischen sind 11 der 29 DRF-Rettungsstandorte in Deutschland mit je einem Epi Shuttle ausgestattet.

10.56 Uhr: Erneute Zwangsunterbrechung bei Tönnies: Schlachtung läuft wieder

Eine erneute Zwangsunterbrechung beim Fleischkonzern Tönnies ist vorbei : Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück sei am Freitag nach der Freigabe durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen worden, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Das Unternehmen hatte nach vierwöchiger Corona-Zwangsunterbrechung erst seit Donnerstag wieder schlachten dürfen, musste die Produktion am Freitag nach Beanstandungen der Bezirksregierung bis zur Freigabe aber stoppen.

10.37 Uhr: Ministerin: NRW erlaubt keine Not-Schlachtungen wegen „Schweine-Stau“

Nordrhein-Westfalen wird keine Notschlachtungen von Schweinen wegen Platzmangels in den Ställen erlauben. Das hat NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Freitag in einer Sondersitzung im Düsseldorfer Landtag klargestellt. Eine Tötung von Tieren aus dem Bestand schließe das Tierschutzgesetz aus, sagte sie im Landwirtschaftsausschuss. „Wir werden das nicht unterstützen, falls Anträge kommen sollten.“

Der Ausschuss trat mitten in der Sommerpause zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um die Folgen des „Schweine-Staus“ zu erörtern, der nach Coronabedingten Schließungen von Schlachthöfen in Mastbetrieben entstanden ist. Dass der Großschlachter Tönnies nun wieder den Betrieb hochfahre, werde die Situation etwas entspannen, sagte Heinen-Esser. Die Lage werde aber über die gesamte Zeit der Corona-Pandemie angespannt bleiben. Niemand könne davon ausgehen, dass die Schlachtkapazitäten wieder so hochgefahren würden wie vor der Corona-Krise. Ein Systemwandel sei nötig.

Für die betroffene Branche gebe es derzeit mehrere Probleme, erklärte die Ministerin: Neben dem „Schweine-Stau“ in den Ställen, hätten die Erzeuger mit Preisverfall zu kämpfen und müssten sich auf deutlich höhere Hygiene- und Arbeitsschutzstandards einstellen. Zudem seien nun viele Mitarbeiter in die Sommerferien nach Hause gefahren. Die personelle Lage werde sich erst Mitte September wieder entspannen.

10.30 Uhr: Israels Regierung beschließt Wochenend-Lockdowns

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen setzt die israelische Regierung erneut auf Lockdown-Maßnahmen . Wie die Regierung in der Nacht auf Freitag beschloss, gelten diese Regelungen künftig an Wochenenden im gesamten Land.

Geschlossen bleiben müssen dann etwa Geschäfte, Einkaufszentren, Freiluftmärkte, Friseure, Büchereien, Museen und Touristenattraktionen. Ausgenommen bleiben Lebensmittelläden und Apotheken. Ab kommendem Wochenende sollen dann auch die Strände geschlossen bleiben. Ausgangsbeschränkungen soll es nicht geben, dafür gelten jedoch wieder Einschränkungen für Versammlungen.

10.03 Uhr: Großteil der Corona-Fälle in Wuhan blieb unentdeckt

Während des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der Fälle unentdeckt geblieben. Die Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. März bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa, weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben.

In Wuhan, wo die Pandemie weltweit zuerst ausgebrochen war, wurden rund 50.000 Infektionen und knapp 4000 Tote gemeldet. Seit Monaten werden aus der zentralchinesischen Stadt keine aktiven Infektionsträger mehr gemeldet. Im Juni wurden bei zweiwöchigen Massentests von fast zehn Millionen Bürgern nur noch 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger entdeckt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Ingesamt hat China die Pandemie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Es gibt kaum noch neue Infektionen. 

9 Uhr: Höchststand in den USA

Mit rund 77.300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht.

Damit wird der bisherige Rekord von 67.800 neuen Fällen binnen 24 Stunden vom 10. Juli überschritten, wie aus den jüngsten Zahlen auf der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) hervorgeht. 

8.55 Uhr: Nach Kontrolle: Schlachtung bei Tönnies wieder unterbrochen

Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischkonzern Tönnies gibt es eine erneute Zwangsunterbrechung: Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“, sagte der Sprecher. Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen. 

Tönnies startete am Freitag zudem im rund vier Wochen lang stillgelegten Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück einen Probelauf für den besonders virusgefährdeten Zerlegebereich. Unter der Aufsicht von Behörden sollen am Freitag nach technischen und organisatorischen Veränderungen dort probeweise wieder geschlachtete Schweine zerlegt werden.

In dem Bereich der Produktion waren die meisten der insgesamt mehr als 1400 infizierten Mitarbeiter tätig.

7 Uhr: Tönnies startet mit Probelauf in der Schweinezerlegung

Tönnies startet im rund vier Wochen lang stillgelegten Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück einen Probelauf für den besonders virusgefährdeten Zerlegebereich . Unter der Aufsicht von Behörden sollen am Freitag nach technischen und organisatorischen Veränderungen dort probeweise wieder geschlachtete Schweine zerlegt werden. In dem Bereich der Produktion waren die meisten der insgesamt mehr als 1400 infizierten Mitarbeiter tätig.

Mit neuer Filtertechnik, Plexiglas-Trennscheiben und mehr Zuführung von Frischluft will Tönnies in Zukunft die Verteilung von Viren unter den Arbeitern über die Umluftanlage verhindern. Am Donnerstagabend hatten die Behörden den Betriebsstopp für diesen Teilbereich aufgehoben.

6.45 Uhr: USA verlängern Kreuzfahrt-Verbot bis Ende September

Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den Vereinigten Staaten bleiben Kreuzfahrten von US-Häfen aus noch länger tabu. Die Gesundheitsbehörde CDC verlängerte ihre „No Sail Order“ am Donnerstag (Ortszeit) bis Ende September. Als Grund gibt die Behörde die beispiellose Art der Covid-19-Pandemie und das hohe Risiko von Virusausbrüchen auf Kreuzfahrten an.

Die Branche war durch massenhafte Infektionen an Bord einiger Schiffe schon früh negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verband CLIA, in dem alle großen Anbieter vertreten sind, hatte im Juni angekündigt, dass die Branche ihre pandemiebedingte Auszeit freiwillig bis Mitte September verlängert.

6.21 Uhr: US-Grenzschließungen wegen Corona erneut verlängert

Die Grenzen der USA mit Mexiko und Kanada sollen bis mindestens zum 20. August wegen der Corona-Krise weitgehend geschlossen bleiben. Das teilten die US-Botschaften in beiden Nachbarländern am Donnerstag mit. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau twitterte, eine Verlängerung der Beschränkungen um weitere 30 Tage sei vereinbart worden.

Mexikos Außenministerium hatte bereits zwei Tage zuvor erklärt, dem nördlichen Nachbarland diesen Schritt mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus vorgeschlagen zu haben.Die Grenzen bleiben damit für nicht wesentliche Übertritte auf dem Landweg geschlossen. Grenzübertritte unter anderem aus Handels- oder Arbeitsgründen bleiben aber erlaubt. Es gibt auch weiterhin Flüge zwischen den Ländern.

6.06 Uhr: Bielefeld: Polizisten in Corona-Quarantäne

In Bielefeld sind nach WESTFALEN-BLATT-Informationen  mehrere Polizisten auf Corona getestet und in Quarantäne geschickt worden . Zunächst soll ein Beamter der Einsatzhundertschaft (EHU) positiv getestet worden sein, dann sollen auch bei einigen seiner Kollegen die Tests entsprechende Ergebnisse gezeigt haben. Da einer der EHU-Beamten im normalen Wachdienst ausgeholfen haben soll, soll nun eine ganze Dienstgruppe in Quarantäne geschickt worden sein. Möglicherweise werden am Freitag weitere Beamte nach Hause geschickt

5.08 Uhr: 583 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 583 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 200.843 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 17.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9082 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 186.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,10 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 16.7., 0.00 Uhr, bei 1,07 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Donnerstag, 16. Juli

19.53 Uhr: Tönnies darf wieder zerlegen - Verfügung aufgehoben

Vier Wochen nach dem Zwangsstopp beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat die Stadt am Donnerstagabend die letzte Verfügung gegen das Unternehmen aufgehoben. Tönnies darf jetzt auch wieder Schweine zerlegen, wie die Stadt am Abend mitteilte . Nach einer Begehung von Experten und Gutachtern sei das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept von allen beteiligten Behörden abgenommen worden, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

Um das Infektionsrisiko mit Coronaviren zu minimieren, musste das Unternehmen Trenn-Elemente aus Plexiglas und bessere Filtersysteme für die Umluft in der Produktionshalle einbauen. Für Freitag war bereits ein Probebetrieb in dieser Produktionsstufe angekündigt worden. Tönnies hat damit jetzt auch die amtliche Freigabe, die die Zerlegung von maximal 10 000 Tieren erlaubt. Anschließend sei ein schrittweises Hochfahren des Bereichs denkbar. Details würden nach dem Probebetrieb festgelegt.

Tönnies hatte am Tag der Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs in Rheda-Wiedenbrück am Donnerstag etwa 8000 Schweine geschlachtet. Die Stadt hatte hierfür am Mittwoch die Wiederaufnahme erlaubt.

Tönnies schlachtet am Hauptsitz in Ostwestfalen im Normalbetrieb pro Tag je nach Marktlage zwischen 20.000 und 25.000 Schweine. 30.000 sind von den Behörden genehmigt.

18.25 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL - weiterer Todesfall in Lippe

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1 (-1)
Fälle insgesamt 373  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 25 (+2)
Fälle insgesamt 736 (+2)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 8 (-1)  
Fälle insgesamt 774 (+1)
davon Todesfälle 30 (+1)

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 230 (-3)
Fälle insgesamt 2574 (+8)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 52 (davon 10 noch nicht in der offiziellen Statistik)
Fälle insgesamt 530 (davon 10 noch nicht in der offiziellen Statistik; +12)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 11 (-2)
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 7 (+4)
Fälle insgesamt 507 (+4)
davon Todesfälle 13

18.16 Uhr: Landrat für permanente Tönnies-Kontrollen - eventuell auch per Video

Der Gütersloher Landrat hält nach der Wiederinbetriebnahme des Tönnies-Fleischwerkes in Rheda-Wiedenbrück permanente Kontrollen für angebracht. «Möglicherweise auch - das war mal eine Idee, die mir gekommen ist, ich weiß aber nicht, ob die umsetzbar ist - mit ner Videoüberwachung», sagte Sven-Georg Adenauer (CDU) in einem Interview des Nachrichtensenders «Welt» am Donnerstag. Den Mitarbeitern müsse permanent «auf die Finger geguckt werden». «Wir wollen eben, dass die Menschen, die dort arbeiten, dass die keiner Gefahr ausgesetzt sind», erläutere er. Und es gehe auch weiter um den Schutz der Bevölkerung.

Das neue Hygienekonzept von Tönnies sei zwei Wochen lang von verschiedenen Behörden geprüft worden. Es halte vielen Dingen stand, die wichtig waren, insbesondere das Thema Belüftung. «Ganz wichtig ist, dass durch die jetzt aufgestellten Filter es möglich ist, im gesamten Zerlegebereich, in dem sich das Virus ja auch ausgetobt hat, innerhalb von einer Stunde die Luft drei Mal komplett auszutauschen», so der Landrat. Es gehe auch um ganz einfache Dinge - etwa, dass die Menschen tatsächlich ihre Masken aufbehalten, dass der Abstand eingehalten wird. «Da gibt es also richtige Aufpasser, sag ich mal, die dafür gerade stehen müssen. Wir sind aber auch als Behörden vor Ort.»

17.16 Uhr: NRW erwägt Corona-Tests an Schulen

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen könnte es nach den Sommerferien systematische Corona-Tests geben. Die Landesregierung werde darüber noch in dieser Woche beraten, kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf an. Sie wolle sich für «anlassbezogene Testungen» statt für Massentests einsetzen, sagte sie zu Forderungen, Urlaubsrückkehrer vor Schulbeginn durchzutesten.

Gebauer ließ Bewegung in ihrer bisher eher ablehnenden Haltung zu «anlasslosen Massentests» erkennen. Es gebe im In- und Ausland Entwicklungen bei den Corona-Infektionen, die Anlass zur Abwägung gäben, Lehrer und Erzieher «in noch zu definierenden Abständen testen zu lassen».

Zur Debatte stehen in der Ministerrunde nach dpa-Informationen verschiedene Fragen: Sollen Lehrkräfte, die Sorge vor einer Ansteckung haben, sich kostenlos testen lassen dürfen? Wird die ganze Schule durchgetestet, wenn ein Schüler oder Lehrer erkrankt? Soll es an ausgewählten Schulen wissenschaftlich begleitete Tests geben? Müssen Corona-Tests von Schülern und Lehrern verlangt werden, die aus Risikoländern zurückkehren und wie wäre die Finanzierung zu regeln?

Klar ist bereits, dass die 2,5 Millionen Schüler und fast 200.000 Lehrkräfte in den rund 6000 Schulen in NRW auch nach den Sommerferien weiter mit den üblichen Corona-Schutzmaßnahmen leben müssen - etwa mit Abstandsregeln und Masken in größeren Menschenansammlungen.

15.52 Uhr: Lernen auf Distanz soll künftig wie Präsenzunterricht benotet werden

Das sogenannte Lernen auf Distanz wird künftig in Nordrhein-Westfalen ebenso wie Präsenzunterricht in die Leistungsbewertung einfließen. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf an. Eine entsprechende Verordnung sei derzeit in Vorbereitung.

Bis zu den Sommerferien waren negative Leistungen aus dem coronabedingten Lernen von zuhause aus nicht in Leistungsbewertungen eingeflossen. Lediglich positive Leistungen seien beim Sozialverhalten mitberücksichtigt worden, erläuterte Gebauer.

Es sei klar, dass Lehrer bei ihren Aufgabenstellungen auch weiterhin Rücksicht auf die jeweilige Ausstattung der Schüler nähmen, sagte Gebauer. Alle Lehrer und alle bedürftigen Schüler sollen Laptops oder Tablet-Computer aus einem öffentlichen Förderprogramm finanziert bekommen.

Es könne aber nicht garantiert werden, dass sämtliche Geräte schon nach den Sommerferien bei allen Schülern und Lehrern vorhanden seien, räumte Gebauer ein. Das Förderprogramm laufe bis zum Jahresende. Die Geräte könnten von den Schulen aber schon jetzt angeschafft und nachträglich abgerechnet werden. Ziel sei, sie «so schnell als möglich» zur Verfügung zu stellen. Über die Verteilung entscheidet die Schule, die die Geräte kostenlos ausleihen soll.

15.44 Uhr: Bund und Länder einig bei lokalen Beschränkungen nach Corona-Ausbruch

Bund und Länder wollen zielgenauer auf lokale Ausbrüche der Corona-Pandemie reagieren. Ausreisesperren soll es dann geben können, wenn die Zahl der Infektionen in dem betroffenen Gebiet weiter steigt oder es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten unterbrochen sind, beschlossen Kanzleramtschef Helge Braun und die Staatskanzleichefs der Länder nach eineinhalbstündigen Beratungen am Donnerstag . Diese Maßnahmen sollten zielgerichtet sein und müssten sich nicht auf den gesamten Landkreis oder die gesamte kreisfreie Stadt beziehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll vor dem Hintergrund der laufenden Urlaubszeit zudem kurzfristig die nationale Teststrategie im Hinblick auf den Umgang mit Reiserückkehrern weiterentwickeln. Er solle Kriterien vorlegen, ob, wann und in welchem Umfang Tests für Reiserückkehrer sinnvoll sind. Dies könne der Fall sein, «wenn eine Urlaubsregion eine deutlich höhere Zahl aktiver Fälle aufweist als Deutschland im Durchschnitt» - auch wenn die Kriterien für ein Risikogebiet noch nicht erreicht seien.

15.24 Uhr: Künftig Krankschreibung per Videosprechstunde möglich

Patienten können sich künftig per Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben lassen. Voraussetzung für die Krankschreibung per Video ist, dass der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser, wie das Gremium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht . Die neue Möglichkeit wurde unabhängig von der Corona-Pandemie geschaffen, wie der Ausschuss betonte.

14.45 Uhr: Weitere Infektionen nach Verlobungsfeier in Bielefeld

Im Zusammenhang mit einer Verlobungsfeier in Bielefeld haben sich weitere elf Gäste mit dem Coronavirus infiziert . Somit steigt die Zahl auf 26. 30 Gäste haben an der Feier teilgenommen.

14.26 Uhr: Europa sieht sich für mögliche zweite Corona-Welle gerüstet

Europa ist nach Einschätzung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf eine mögliche zweite Corona-Welle vorbereitet. «Eine zweite Welle, die ausdrücklich nicht ausgeschlossen ist, wird nicht plötzlich kommen», sagte Spahn am Rande einer teils über Video organisierten Tagung der EU-Gesundheitsminister am Donnerstag in Berlin . «Sondern wenn, würden wir sie kommen sehen, dann nämlich, wenn wir testen und wachsam und aufmerksam sind», sagte Spahn. «Das sind wir in allen 27 Mitgliedstaaten.»

12.34 Uhr: Keine Neuinfektion im Kreis Höxter

Dem Gesundheitsamt des Kreises Höxter ist am Donnerstag kein neuer Fall einer aktiv mit Corona infizierten Person gemeldet worden. Bislang hat es im Kreis Höxter 373 bestätigte Infektionen gegeben, 354 der Betroffenen – und somit eine Person mehr als gestern – gelten als geheilt. Somit hat nur eine Person eine aktive Infektion. 18 Erkrankte sind an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Der 7-Tage-Inzidenz liegt bei 0,7. Bestätigte Infektionen: Warburg 107, Höxter 69, Borgentreich 39, Bad Driburg und Steinheim 33, Willebadessen 32, Beverungen 20, Brakel 17, Nieheim 13 und Marienmünster 10.

11.53: Zwei neue Fälle in Paderborn

Je ein neuer Fall in Paderborn und Salzkotten: Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen steigt auf 736, Stand 16. Juli, 10 Uhr. Die Zahl der Genesenen ist mit 677 unverändert. Aktuell sind 25 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen ist in erster Linie Paderborn mit 14 aktiven Fällen, weitere in Bad Lippspringe (4), Borchen (1), Delbrück und Salzkotten mit je drei aktiven Fällen. In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist derzeit niemand infiziert. Drei Patienten befinden sich derzeit im Krankenhaus, zwei davon werden intensivmedizinisch behandelt.

11.39 Uhr: Gesundheitsminister für lokale Beschränkungen bei Ausbruch

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auf zielgenauere, lokale Beschränkungen in Regionen mit einem starkem Corona-Ausbruch verständigt.  Lokale Ausreisesperren könnten dabei "ein geeignetes Mittel" sein, heißt es in einem Papier der Gesundheitsministerkonferenz vom Donnerstag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Minister empfehlen den Regierungschefs der Länder, künftig kleinere örtliche Einheiten bei einem Ausbruch einzuschränken. "Die Abriegelung ganzer Bezirke zum Beispiel in Hamburg oder Berlin ist nicht möglich", heißt es in dem Papier. Es dürfe bei solchen Maßnahmen keinen Automatismus geben: "Entscheidungen müssen vor Ort flexibel von den zuständigen Behörden getroffen werden."

11.28 Uhr: Mecklenburg-Vorprommen gegen Ausreiseverbot aus Hotspots

Mecklenburg-Vorprommen lehnt nach den Worten von Vize-Regierungschef Lorenz Caffier (CDU) Ausreiseverbote für Bewohner von Regionen ab, in denen es einen starken Corona-Ausbruch gibt. "Das ist für ein Flächenland unpraktikabel." Man solle nicht vergessen, dass Ausreiseverbote gerade für Ostdeutsche mit besonderen Erfahrungen verbunden seien. In Mecklenburg-Vorpommern war am Mittwoch erstmals nach zwei Wochen wieder ein Bewohner positiv getestet worden. Um das Einschleppen des Virus zu unterbinden, sind individuelle Tagesreisen aus dem übrigen Bundesgebiet nach Mecklenburg-Vorpommern weiterhin untersagt. Urlauber dürfen das Küstenland seit Ende Mai aber wieder besuchen. 

11.12 Uhr: Greenpeace steigt Tönnies aufs Dach

Mit einer Aktion auf dem Dach des Fleischunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben Greenpeace-Aktivisten einen grundlegenden Wandel in der Fleischindustrie gefordert. Mit motorisierten Gleitschirmen seien am Donnerstagvormittag zwei Aktivisten auf dem Dach des Hauptgebäudes gelandet, erklärte Greenpeace.Das System Billigfleisch sei komplett krank und nicht nur für die Beschäftigten der Fleischindustrie in Corona-Zeiten ein Gesundheitsrisiko, sagte der Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, Dirk Zimmermann: „So darf es nicht weitergehen.“

10.25 Uhr: Noch elf Corona-Fälle im Kreis Herford

Die Zahl der aktuell mit dem Corona-Virus Infizierten im Herforder Kreisgebiet sinkt weiter : Gegenwärtig haben elf Menschen eine Infektion, neue Fälle sind seit Mittwoch nicht hinzugekommen. Bislang sind 397 bestätigte Infektionen gezählt worden.

10.11 Uhr: Elf Wochen für Heimreise benötigt

20 Wochen hat Dr. Rebecca Nagel von Mitte November vergangenen Jahres bis Ende März auf Bird Island in Südgeorgien, am Rande der Antarktis gelegen, verbracht. Für die Rückreise nach Europa benötigte die Biologin, die sich an der Universität Bielefeld mit Evolutionsforschung befasst, dann weitere elf Wochen – Corona-bedingt . Sie sollte von den Falkland-Inseln aus mit einem Flugzeug des britischen Verteidigungsministeriums den Rückflug nach England antreten. „Auf den Falkland-Inseln gab es aber zwei oder drei Coronafälle, und wir durften nicht an Land gehen.“ Die Alternative wäre ein Flug von Chile aus gewesen. „Aber auch Chile hat zu dem Zeitpunkt die Grenzen geschlossen, und wir konnten nicht nach Hause fliegen.“

8.47 Uhr: Debatte um Lokale Ausreiseverbote

Heute wollen Bund und Länder entscheiden, ob die Möglichkeit lokaler Ausreiseverbote geschaffen wird. Der Bund will dabei um kleinere, lokale Beschränkungen werben. Es gehe nicht mehr darum, ganze Landkreise einzuschränken.  "Schneller, kleinräumiger, präziser - das ist das, was wir heute vereinbaren wollen", sagt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Beschränkungen solle es nur noch dort geben, wo sie unbedingt notwendig seien - etwa in Teilen eines Betriebes oder einer Gemeinde, in denen das Coronavirus ausgebrochen sei. Es gehe dann darum, mit Hilfe der Länder und Bundeswehr so schnell wie möglich die Menschen am Hotspot zu testen. Braun will heute mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über das Thema beraten.

Der Landrat des Kreises Warendorf, Olaf Gericke, verfolgt die Debatte um lokale Ausreiseverbote an Corona-Hotspots mit Skepsis. "Meine Polizeibehörde wird mich fragen, ob sie dann die Zu- und Abfahrtswege einer Stadt kontrollieren und gegebenenfalls absperren muss", sagte der CDU-Politiker. Es sei zudem höchst fraglich, ob "solche Einschränkungen der Grundrechte vor Gericht überhaupt Bestand haben können".  Am Dienstag hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei ihrem Treffen für lokale Ausreisebeschränkungen aus Corona-Hotspots geworben. 

8.43 Uhr: Siemens macht mehr Homeoffice möglich

Siemens will auch nach der Pandemie stark auf mobiles Arbeiten setzen . Ein Vorstandsbeschluss soll es im Konzern zum Standard machen, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter künftig an zwei bis drei Tagen pro Woche nicht mehr ins Büro oder ins Werk müssen, wie Siemens mitteilte.

In der Corona-Krise mussten viele Unternehmen die Möglichkeiten für Homeoffice und andere Möglichkeiten des mobilen Arbeitens ausweiten. Umfragen deuten darauf hin, dass diese Flexibilisierung die Krise häufig überleben dürfte. So sagten 54 Prozent von 7300 befragten Betriebe dem Ifo-Institut, dass sie eine dauerhafte Zunahme des Homeoffice erwarten.

8.31 Uhr: Chinas Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Erstmals seit dem Ausbruch des neuen Coronavirus ist Chinas Wirtschaft wieder gewachsen . Wie das Pekinger Statistikamt am Donnerstag mitteilte, legte die Wirtschaft im zweiten Quartal deutlich um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit fiel die Erholung etwas stärker aus, als Experten erwartet hatten. Wegen der Corona-Pandemie hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft zuvor einen historischen Einbruch erlebt.

8.03 Uhr: Laumann: "Tönnies wird völlig anders arbeiten"

N RW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigt zur Wiederaufnahme der Produktion bei Tönnies strenge behördliche Kontrollen an. "Tönnies wird völlig anders arbeiten als vorher", sagte er. 600 Mitarbeiter der Schlachtung dürfen heute ihre Arbeit nach der Schließung wieder aufnehmen. Laumann sagte, für die Gewährleistung des Arbeitsschutzes sei unter anderem die Lüftung im Bereich der Zerlegung verändert worden. Auch würden die Beschäftigten regelmäßig getestet, Arbeitsplätze durch Plexiglasscheiben getrennt und das Tragen von Masken verfügt, wenn Abstände nicht eingehalten werden könnten. Wie viele Tiere Tönnies schließlich verarbeiten kann, werde daran entschieden, ob der Gesundheitsschutz eingehalten werden kann. 

Laumann lehnte es ab, dem Unternehmen wegen staatlicher Quarantäne-Verfügungen einen Schadensersatz zu zahlen und verwies darauf, dass die Schließung des Betriebs nicht allein aufgrund des Infektionsschutzgesetzes erfolgt sei, sondern ordnungsbehördlich verfügt worden sei. "Sie können ganz sicher sein, dass die Behörden in NRW keinen Cent an Herrn Tönnies bezahlen werden." Zugleich kündigte er an zu prüfen, ob wegen des verstärkten Einsatzes von Beamten der Arbeitsschutzbehörden vom Unternehmen Gebühren verlangt werden können.

7.15 Uhr: Bolsonaro erneut positiv getestet

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden .  Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.Die Regierung hat die Pandemie von Anfang an verharmlost. Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als «leichte Grippe» und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab.

5.56 Uhr: Mehr als 200.000 registrierte Infektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland die Marke von 200.000 überschritten . Seit Beginn der Krise waren nachweislich 200.260 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sara-CoV-2 infiziert, meldet das Robert-Koch-Institut. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 435 neue Infektionen innerhalb eines Tages.

In Deutschland starben den Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr als am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten nach RKI-Schätzungen 186.400 Menschen die Infektion überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag bei 1,02 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet das Infektionsgeschehen von etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Das sogenannte Sieben-Tage-R liegt Stand Donnerstag, 0 Uhr, bei 0,95 (Vortag 0,91). Es zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

4.58 Uhr:  Historischer Einbruch bei Gewerbesteuer

Die Corona-Krise führt zu einem historischen Einbruch bei der Gewerbesteuer - der wichtigsten Einnahmequelle der Kommunen. Im zweiten Quartal sei die Gewerbesteuer auf die Hälfte des Vorjahresniveau zusammengeschrumpft, sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Verena Göppert unter Bezug auf eine Umfrage unter Städten zur Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens. Im ersten Halbjahr sei das Gewerbesteueraufkommen insgesamt um etwa 28 Prozent gesunken - darin enthalten sind aber noch Monate vor dem Ausbruch der Krise.

Mittwoch, 15. Juli

18.41 Uhr: NRW-Landesregierung: Lokale Ausreisebeschränkungen können hilfreich sein

Aus Sicht der NRW-Landesregierung können lokale Ausreisebeschränkungen bei Corona-Hotspots hilfreich sein. Sie müssten aber «mit Blick auf einen realistischen effektiven Vollzug räumlich und zeitlich klar begrenzt sein», sagte ein Regierungssprecher dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Maßnahmen in einer neuen Hotspot-Strategie müssten «schnell und effektiv sein». Ihre Verhältnismäßigkeit müsse dadurch gewahrt werden, «dass sie noch mehr als bisher auf das lokale Ausbruchsgeschehen fokussiert werden».

Andere Bundesländer sehen die Überlegungen für lokale Ausreisesperren in Regionen mit einem starken Corona-Ausbruch kritisch bis ablehnend. «Für den Freistaat können wir so etwas nahezu ausschließen», teilte etwa Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch auf Twitter mit. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich skeptisch - ebenso der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung.

An diesem Donnerstag wollen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und die Chefs der Staatskanzleien der Länder über das Thema weiter beraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor für lokale Ausreiseverbote geworben.

18.15 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL
(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 2  
Fälle insgesamt 373  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 23 (+3)
Fälle insgesamt 734 (+3)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 9  
Fälle insgesamt 773 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 233 (-11)
Fälle insgesamt 2566 (+4)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 52 (davon 9 noch nicht in der offiziellen Statistik; -1)
Fälle insgesamt 518 (davon 9 noch nicht in der offiziellen Statistik; +6)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 13 (-4)
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 3
Fälle insgesamt 503 (+1)
davon Todesfälle 13

17.39 Uhr: Mit 33 Jahren: Früherer Bundesliga-Ringer an Corona gestorben

Der frühere Bundesliga-Ringer Nikolaj Schterew ist am Mittwochmorgen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zuvor war er in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Das teilte der bulgarische Ringerverband auf seiner Homepage mit. Schterew wurde 33 Jahre alt. Er war lange Zeit Mitglied der bulgarischen Freistil-Nationalmannschaft und ging bei mehreren Welt- und Europameisterschaften auf die Matte. In Deutschland war der Schwergewichtler für den SV Germania Weingarten, den SV Wacker Burghausen und den ASV Mainz 88 in der Bundesliga aktiv.

15.59 Uhr: Tönnies darf nach Corona-Ausbruch am Hauptstandort wieder schlachten

Rund vier Wochen nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiederbrück darf das Unternehmen an seinem Hauptstandort wieder schlachten. Die Stadtverwaltung hat den angeordneten Produktionsstopp für die Schlachtung am Mittwoch mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit kann das Unternehmen in Rheda-Wiederbrück wieder Tiere von Landwirten annehmen und die Produktion schrittweise hochfahren.

15.40 Uhr: Weitere Infektionen nach Verlobungsfeier in Bielefeld

Die Zahl der Corona-Infektionen nach einer erlaubten Verlobungsfeier in Bielefeld ist nach Behördenangaben von zwölf auf 15 gestiegen. Die Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe weiter, hieß es am Mittwoch .

14.56 Uhr: Queen persönlich schlägt Spendensammler Moore zum Ritter

Die 94-jährige Queen persönlich wird den 100-jährigen britischen Kriegsveteranen und Spendensammler Tom Moore am kommenden Freitag zum Ritter schlagen. Das hat eine Sprecherin des Buckingham-Palastes am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in London bestätigt. Moore hatte mit seinem Spendenlauf am Rollator im heimischen Garten knapp 33 Millionen Pfund (etwa 36 Millionen Euro) gesammelt und es damit sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Das Geld erhält der staatliche Gesundheitsdienst NHS.

Die Zeremonie soll im Freien auf Schloss Windsor stattfinden. Dorthin hat sich Königin Elizabeth II. gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Philip (99) wegen der Pandemie zurückgezogen. So gut wie alle offiziellen Termine waren seitdem abgesagt worden.

14.29 Uhr: Nach illegalen Partys: Mallorca schließt Lokale am «Ballermann»

Wegen illegaler Partys am «Ballermann» hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten «Bier-» und «Schinkenstraße» beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit .

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren unterwegs, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

14.27 Uhr: Einzelhandel erwartet lange Durststrecke

Der Einzelhandel in Deutschland rechnet angesichts der Corona-Krise mit einer langen Durststrecke. Voraussichtlich werde erst 2022 wieder das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres 2019 erreicht, prognostizierte am Mittwoch der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. «Der Einzelhandel wird sich erholen, aber es wird eine langsame Erholung sein, nicht das schnelle Aufleben des Konsums.»

Genth malte ein düsteres Bild der aktuellen Lage in den deutschen Fußgängerzonen und Shopping-Centern. Die Verbraucher seien im Krisenmodus: Die Sparquote steige, der private Konsum breche weg. Viele Verbraucher hätten angesichts der drohenden Rezession ihr Einkaufsverhalten grundlegend verändert. 2020 werde voraussichtlich «das Jahr mit dem stärksten Wirtschaftsrückgang in der Geschichte des Einzelhandels seit dem Zweiten Weltkrieg».

Rund 80 Prozent der Händler im Nicht-Lebensmittel-Bereich litten nach wie vor unter erheblichen Umsatzrückgängen, sage Genth. Der Verband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzminus von 40 Milliarden Euro in diesem Bereich. Rund 50 000 Geschäfte seien durch die Krise in ihrer Existenz bedroht. Bereits im Herbst könne es zu einem spürbaren Anstieg der Insolvenzzahlen kommen, sagte Genth.

Nach wie vor ist laut HDE im Handel allerdings eine Zweiteilung zu beobachten. Während Modehändler, Schuhgeschäfte und andere innenstadttypische Anbieter massiv unter den coronabedingten Ladenschließungen litten und auch nach der Wiedereröffnung der Geschäfte noch immer die Kaufzurückhaltung der Bundesbürger zu spüren bekommen, nahmen die Umsätze im Lebensmittelhandel und im E-Commerce seit Krisenbeginn deutlich zu.

Der Online-Handel dürfte seinen Anteil an den Einzelhandelsumsätzen in diesem Jahr nach Einschätzung des HDE noch einmal kräftig erhöhen. Denn auch nach der Wiedereröffnung der Läden sei das Interesse an Online-Einkäufen weiterhin hoch. Entfielen vor der Corona-Krise knapp elf Prozent der Einzelhandelsumsätze auf den E-Commerce, so dürfte der Umsatzanteil in diesem Jahr einen deutlichen Sprung in Richtung 13 Prozent machen.

Einkaufsstraßen und Shopping-Center leiden dagegen nach Angaben des HDE darunter, dass der Erlebniseinkauf in Zeiten von Maskenpflicht und Hygienekonzepten beim Shoppen nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Bei einer aktuellen Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) gaben 84 Prozent der Konsumenten an, vor allem gezielte Einkäufe vorzunehmen. Nur noch 7 Prozent der Befragten suchten das Einkaufserlebnis in der Innenstadt. «Damit wird dem Handel die Umsatzgrundlage entzogen, denn nur durch gezielte Bedarfseinkäufe kann er nicht überleben», klagte der HDE. Vor allem die großen Modehäuser in den Innenstädten litten massiv unter dem Fehlen von Laufkundschaft.

14.10 Uhr: EU-Kommission will zweite Corona-Welle und Lockdowns verhindern

Zur Abwehr einer zweiten Corona-Infektionswelle setzt die EU-Kommission auf das Vernetzen der Warn-Apps verschiedener Länder, ein frühzeitiges Bekämpfen lokaler Hotspots und eine bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Es gehe darum, erneute flächendeckende Lockdowns zu verhindern und die wirtschaftliche Erholung sowie die Bevölkerung zu schützen, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas am Mittwoch in Brüssel. Insbesondere müsse koordinierter als zu Beginn der Pandemie gehandelt und der Datenaustausch verbessert werden.

Früher und intensiver müsse in den Mitgliedstaaten für die Grippe-Impfung geworben werden, um eine Doppelbelastung des Gesundheitssystems mit Grippekranken und Covid-19-Patienten zu vermeiden, appellierte die EU-Kommission. Nationale Exportbeschränkungen für medizinisches Material in der Corona-Krise müssten beseitigt, die Beschaffung von Schutzmaterial müsse besser abgestimmt werden.

Besonders betroffene Länder sollten über die EU medizinische Notfallteams und Hilfsmaterial anfordern können, erklärte die EU-Kommission. Die grenzüberschreitende Verlegung von medizinischem Personal und Patienten solle erleichtert werden. Nun sei nicht der Zeitpunkt, coronamüde zu werden und Schutzmaßnahmen schleifen zu lassen, betonte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Der Schutzschild müsse insbesondere für die für die Infektionswelle besonders anfälligen Menschen weiter hochgehalten werden. Dazu müsse insbesondere an Abstandsregeln und am Tragen von Masken festgehalten werden.

13.55 Uhr: «Schweine-Stau»: NRW erwägt Hilfen für Ferkelzüchter und Sauenhalter

Nordrhein-Westfalen erwägt Hilfen für Ferkelerzeuger und Sauenhalter, die unter corona-bedingten Schließungen von Schlachthöfen leiden. Nächste Woche müsse geprüft werden, wie kritisch die Lage sei und ob eine Unterstützung des Landes nötig werde, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Die Größenordnung möglicher Kompensationen könne sie noch nicht beziffern.

Falls der Großschlachter Tönnies in Kürze wieder seinen Betrieb aufnehmen könne, werde «der Schweine-Stau», der sich in den vergangenen Wochen in den Ställen gebildet habe, aber relativ zügig wieder abgearbeitet werden können, sagte Heinen-Esser. In dem Fall sei eine Landeshilfe nicht erforderlich.

«Aber man muss sich klar sein: Es wird kein Schlachtbetrieb in absehbarer Zukunft auf 100 Prozent laufen. Das geht aus Gesundheitsschutzgründen nicht», betonte die Ministerin.

Als Konsequenz aus der Corona- und der daraus resultierenden Schweine-Krise müsse darüber nachgedacht werden, wie der Schlachtbetrieb stärker regionalisiert werden könnte, «damit nicht die Abhängigkeit von einzelnen Betrieben so groß ist, wie sie zur Zeit ist». Tönnies stelle allein 40 Prozent der Schlachtkapazitäten in NRW.

13.55 Uhr: Hallesche Pharmazeuten weisen Coronaviren in Gurgellösung nach

Pharmazeuten der Universität Halle-Wittenberg haben mit Hilfe der Massenspektrometrie kleinste Mengen des Coronavirus Sars-CoV-2 in einer Gurgellösung nachgewiesen. Daraus könnte einmal ein relativ einfacher Test entstehen.

Für ihre Untersuchung verwendeten sie Lösungen, mit denen Patienten gegurgelt hatten, die an Covid-19 erkrankt waren, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Die neue Methode könne künftig als Ergänzung für bisher übliche Tests dienen, hieß es. Sie werde nun weiter verbessert, um als Standard-Diagnostik-Werkzeug zur Verfügung zu stehen.

Andrea Sinz und ihre Mitarbeiter entwickelten eine Methode, um nach Bestandteilen von Sars-CoV-2 zu suchen. «Wir messen direkt die Peptide, die von dem Virus stammen, und nicht das genetische Material», erklärt Sinz. Auch wenn nur wenig Gurgellösung zur Verfügung gestanden habe, hätten die Wissenschaftler Bestandteile der Virusproteine gefunden, hieß es. Der Test sei hochspezifisch für das Virus, da die entsprechenden Proteine nur bei Sars-CoV-2 vorkommen.

Aktuell könne der Test in circa 15 Minuten durchgeführt werden, so Sinz. Ihre Arbeitsgruppe versuche nun, die Analysezeiten weiter zu verkürzen. Dafür nutze sie zurzeit künstlich hergestellte Virusbestandteile. Ob sich dieser Ansatz tatsächlich für den Nachweis von Sars-CoV-2 eignet, müsse allerdings noch gezeigt werden. Eine Probenaufbereitung sei dann nicht aufwendig und die Messungen wären auch von nicht spezialisiertem Personal durchführbar. Unmittelbar zur Verfügung stehen wird die neue Diagnosemethode nach Angaben der Universität jedoch noch nicht. Sinz hoffe, dass sie in einigen Monaten für den Einsatz bereit sein werden.

13.39 Uhr: Corona-Ausbruch in österreichischem Schlachtbetrieb

In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in Quarantäne, wie ein Amtssprecher am Mittwoch mitteilte. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der Gesundheitslandesrätin von Niederösterreich noch aus.

Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

13.35 Uhr: Gamescom stellt digitales Konzept vor

Mit dem Leitthema «Spielend in die Zukunft» geht die Computer- und Videospielmesse Gamescom inmitten der Coronakrise in ihre erste digitale Ausgabe.

Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse, kündigte vor Journalisten das «innovativste Produkt des internationalen Messewesens» an. Der neue digitale Ansatz solle auch künftig zu einem Kernbestandteil der Messe werden, selbst wenn sie wieder mit Publikum stattfinden kann.

12.26 Uhr: US-Impfstoffkandidat zeigt erste gute Ergebnisse

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff sind die USA einen Schritt vorangekommen. Ein experimentelles Mittel der US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge erste ermutigende Ergebnisse.

So hätten in der ersten Phase von klinischen Tests die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID).

11.02 Uhr: Gesundheit und Weltrangliste: Tennisprofis weiter unsicher

Ob die reguläre Tennis-Tour im August wirklich wie geplant wieder aufgenommen wird, erscheint derzeit noch nicht sicher. Vor allem die Turniere in den USA stehen wohl auf der Kippe. Beim Turnier in Berlin sprechen die Profis offen über ihre Unsicherheit.

9.57 Uhr: Wegen Corona muss Werner Stiebel aus Bad Oeynhausen in Bayern seine Deutschland-Tour abbrechen

Eigentlich wollte Werner Stiebel im Moment irgendwo zwischen Oslo und Trondheim durch Norwegen pilgern. Doch wegen des Coronavirus konnte der Bad Oeynhausener seine Pilgerreise durch das skandinavische Land gar nicht erst antreten. Stattdessen entschloss sich der 62-Jährige, von Bad Oeynhausen ins Allgäu zu pilgern. Doch in Bayern wurde der Corona-Ausbruch bei Tönnies für den Wanderer zum Problem. „Weil die Postleitzahl von Bad Oeynhausen mit 3 beginnt, fand ich von einem auf den anderen Tag keine Unterkunft mehr.”

8.40 Uhr: Digitale Schulfeier mit Bundespräsident Steinmeier

Die letzte Klausur geschrieben, die Schulbücher für immer zugeklappt, den Abschluss geschafft - und dann? Party! So schaut es normalerweise aus, wenn junge Leute das Kapitel Schule beenden. Aber was ist in diesem Corona-Jahr schon normal? An ausgelassene Feten und feierliche Abschlussfeiern war in Zeiten von Kontaktverboten und Abstandsregeln nicht zu denken. Daran kann auch der Bundespräsident nichts mehr ändern. Aber als kleine Entschädigung für dieses enttäuschende Ende eines wichtigen Lebensabschnitts laden Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender die rund 1,9 Millionen Schulabgänger bundesweit in diesem Jahr nun zur „digitalen Abschlussfeier 2020“ ein.

8.03 Uhr: 351 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9071 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 186.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.50 Uhr: Zwölf Infizierte: Verlobungsfeier in Bielefeld war erlaubt

Zwölf Gäste einer Verlobungsfeier in Bielefeld haben sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. An der privaten Feier nahmen 30 Gäste teil. Sie fand in angemieteten Räumlichkeiten in Bielefeld statt. Ein Teilnehmer hatte nach der Verlobungsfeier die typischen grippeähnlichen Symptome und ließ sich daraufhin testen.  Weil das Ergebnis positiv war, bat das Gesundheitsamt auch die anderen Gäste zum Test. Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor.

6.16 Uhr: Weltweiter Ausstoß: Neue Höchstwerte beim Treibhausgas Methan

Methan hat eine weitaus stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Umso bedenklicher ist, dass durch Aktivitäten des Menschen immer größere Mengen in die Atmosphäre gelangen. Die Corona-Lockdowns bringen kaum Besserung - denn geheizt und gegessen wird weiter.

Der jährliche weltweite Ausstoß des Treibhausgases Methan hat einen neuen Höchststand erreicht: 2017 gelangten Hochrechnungen zufolge knapp 600 Millionen Tonnen des Gases in die Erdatmosphäre, mehr als die Hälfte davon durch Aktivitäten des Menschen.

Gegenüber dem jährlichen Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2006 hat sich der jährliche Ausstoß um rund 50 Millionen Tonnen erhöht, ein Zuwachs um neun Prozent.  Diese Zahlen stammen aus zwei Studien einer Gruppe um Rob Jackson von der Stanford University in Stanford (Kalifornien, USA), die in den Fachzeitschriften «Earth System Science Data» und «Environmental Research Letters» veröffentlicht wurden.

Dienstag, 14. Juli

21.08 Uhr: EU erlässt Ausnahmeregelung für Covid-19-Arzneimittel

Die EU setzt befristet Auflagen aus, um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu beschleunigen. Wie der Rat der Mitgliedstaaten am Dienstagabend mitteilte, werden vom kommenden Samstag an Covid-19-Arzneimittel mit genetisch veränderten Organismen (GVO) ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung klinisch geprüft werden können. Zudem wird klargestellt, dass die Regelung auch gilt, wenn Mitgliedsstaaten den Einsatz von offiziell noch nicht genehmigten Covid-19-Arzneimitteln mit genetisch veränderten Organismen erlauben wollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommentierte: «Diese Verordnung wird sicherstellen, dass klinische Prüfungen in der EU ohne Verzögerung starten können und dass keine wertvolle Zeit verloren geht.» Ein Impfstoff gegen Covid-19 werde dringend benötigt.
Die neue EU-Verordnung gilt, solange die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 als Pandemie betrachtet oder solange ein Beschluss der Kommission gilt, mit dem sie eine gesundheitliche Krisensituation aufgrund von Covid-19 feststellt.

20.08 Uhr: Corona-Kunst: Neue Bilder von Banksy werben fürs Maskentragen

Der geheimnisvolle Streetart-Künstler Banksy hat in einer U-Bahn in London mit Ratten-Bildern für das Tragen von Masken in der Corona-Krise geworben. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigem Video soll Banksy selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. Passagiere erkennen ihn nicht, weil sie ihn wohl für einen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe halten. Das Video wurde bis Dienstagabend mehr als 1,7 Millionen Mal angeklickt.

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Künstler mit Hilfe von Schablonen Ratten auf die inneren Wände und Fenster der Waggons malt. Ein Tier segelt zum Beispiel mit einem Mundschutz als Fallschirm herab, ein anderes - ohne Maske - niest viel Farbe an ein Fenster. Für seine Bilder benutzte Banksy auch Spraydosen und ein Drucksprühgerät.

Zum Schluss des Videos spielt Banksy auf den Hit «Tubthumping» der Band Chumbawamba an, in dem es unter anderem heißt: «I get up again» (etwa: Ich stehe wieder auf). Als Kommentar hinterließ Banksy auf Instagram: «Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht.»
Die britische Regierung gab am Dienstag bekannt, dass vom 24. Juli an eine Maskenpflicht in Supermärkten und anderen Geschäften in England gelte. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln wurde im Juni in England eingeführt.

18.35 Uhr: Deutsche Urlauber können ohne Corona-Test nach Island einreisen

Island-Urlauber aus Deutschland müssen sich bei der Einreise auf der Nordatlantik-Insel ab Donnerstag nicht mehr auf Corona testen lassen. Gleiches gelte für Reisende aus Dänemark, Norwegen und Finnland, teilte die isländische Regierung am Dienstag mit. Der isländische Chefepidemiologe Thórólfur Gudnason habe entschieden, dass man diese Länder ebenso wie zuvor auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln und Grönland als Gebiete mit geringem Corona-Risiko einstufen könne. Bedingung für die testfreie Einreise ist, dass man sich in den 14 Tagen zuvor nicht in einem Risikogebiet befunden hat.

Für alle anderen Reisenden, die nach Island kommen dürfen, gilt weiterhin, dass sie sich am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen können. Damit können Touristen seit dem 15. Juni einer obligatorischen 14-tägigen Quarantäne entgehen. Island hat das Infektionsgeschehen beinahe zum Erliegen gebracht und hofft nun, in diesem Sommer wieder mehr Touristen im Land begrüßen zu dürfen.

18.04 Uhr: Italien verlängert viele Corona-Beschränkungen

Italiens Regierung will viele Corona-Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen mindestens bis Ende Juli beibehalten. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag im Parlament in Rom an. Man muss in dem Mittelmeerland weiter eine Atemschutzmaske tragen, wenn man Bars, Restaurants, Geschäfte, Busse und Bahnen betritt. Es gelten zudem Abstandsregeln. Außerdem bleiben Einreisen aus vielen Nicht-EU-Ländern entweder verboten, oder die Menschen müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.

Es bestehe das «Risiko, das Coronavirus aus dem Ausland zu importieren», zitierten italienische Nachrichtenagenturen Speranza im Senat, der kleineren der zwei Parlamentskammern. Deshalb blieben die Kontrollen an Flughäfen und in Häfen sowie bei Migrantenbooten streng, sagte er.

17.50 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 2 (+1)
Fälle insgesamt 373 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 20 (-7)
Fälle insgesamt 731
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 9  
Fälle insgesamt 772 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 244 (-20)
Fälle insgesamt 2562 (+7)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 53 (davon 14 noch nicht in der offiziellen Statistik; +11)
Fälle insgesamt 512 (davon 14 noch nicht in der offiziellen Statistik)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 17 (-1)
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 3 (-1)
Fälle insgesamt 502
davon Todesfälle 13

16.22 Uhr: Ministerium: Tausende in Israel irrtümlich in Quarantäne geschickt

Israels Gesundheitsministerium hat eingeräumt, dass Tausende Bürger nach der Wiederaufnahme der Handy-Überwachung offenbar grundlos in die Corona-Quarantäne geschickt wurden. Rund 12 000 Menschen, die angegeben hätten, unbegründet eine SMS vom Inlandsgeheimdienst Schin Bet erhalten zu haben, seien wieder aus der Heimquarantäne entlassen worden, sagte eine Vertreterin des Ministeriums am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss.

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen setzt Israels Regierung auch auf die Überwachung von Handys durch den Geheimdienst. Schin Bet hatte die umstrittene Maßnahme zu Beginn der Krise angewandt, Israels höchstes Gericht verbot sie Ende April aber vorübergehend. Ende Juni wurde die Maßnahme nach der Verabschiedung eines notwendigen Gesetzes neu gestartet.

Einem Bericht der «Times of Israel» zufolge hatten in der ersten Woche nach der Wiederaufnahme der Überwachung Zehntausende Israelis eine SMS erhalten, in der sie darauf hingewiesen wurden, Kontakt mit einem Coronavirus-Infizierten gehabt zu haben. Der Ministeriumsvertreterin zufolge sind 150 Mitarbeiter einer Hotline damit befasst, Anrufe wegen der SMS zu beantworten. Sie sagte, bis einschließlich Sonntag seien mehr als 26 000 Anrufe eingegangen. 83 Prozent hätten gegen die Quarantänepflicht auf Basis der SMS protestiert, rund 12 000 Menschen seien von der Quarantäne befreit worden. «Wenn uns jemand sagt, dass er während des Zeitraums, der in der SMS erwähnt wird, zu Hause war, dann glauben wir ihm und entlassen ihn aus der Heimquarantäne», sagte die Mitarbeiterin des Ministeriums.

Die Technologie wird sonst zur Terrorbekämpfung eingesetzt. Nun werden mit ihrer Hilfe Bewegungsprofile erstellt, um zu sehen, mit wem Erkrankte zuletzt in Kontakt waren. Diese Menschen werden dann per SMS gewarnt und aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben.

16.02 Uhr: Deutsche Ärzte unterstützen in Corona-Krise Krankenhäuser in Armenien

Deutschland hat zur Unterstützung in der Corona-Pandemie Experten und Spezialausrüstung in die von der Krise hart getroffene Ex-Sowjetrepublik Armenien geschickt. Mehr als ein Dutzend Ärzte, Pflegepersonal und weitere Experten sollen in den kommenden zehn Tagen die Krankenhäuser in dem armen Land unterstützen, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. Das RKI hatte den Einsatz unter anderem mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Hilfsorganisation International Search and Recue Germany sowie der Caritas unterstützt.

In dem kleinen Bergland Armenien im Südkaukasus steigt die Zahl der Corona-Infektionen seit Tagen rasant. Insgesamt haben sich seit Beginn der Krise rund 32.500 Menschen, also mehr als ein Prozent der Gesamtbevölkerung, nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Jeden Tag kommen Hunderte Neuinfektionen hinzu. Es gibt nach offiziellen Angaben rund 770 Todesfälle, die mit dem Virus im Zusammenhang stehen. Der selbst vom Coronavirus genesene Regierungschef Nikol Paschinjan hatte das Volk gemahnt, sich strenger an die Vorschriften zu halten.

15.32 Uhr: Auch Merkel und Söder sind für lokale Ausreiseverbote aus Corona-Regionen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben für lokale Ausreisebeschränkungen aus Corona-Hotspots geworben. „Ich finde, das ist jedenfalls ein Vorschlag, den man diskutieren sollte und für den ich werben würde“, sagte Merkel am Dienstag nach ihrer Teilnahme an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts bei einem Auftritt mit Söder am Schloss Herrenchiemsee. Der CSU-Chef betonte: „Das gibt Sicherheit für alle Beteiligten, also auch für die Menschen in der jeweiligen Region.“ Deswegen sei dieser Weg der richtige.

Merkel sagte, wenn sich bei lokalen Ausbrüchen ergebe, dass sich die Infektionsketten in der Bevölkerung nicht so weit verbreitet hätten, wie am Anfang befürchtet, solle man die Gebiete mit Beschränkungen kleiner eingrenzen. „Das finde ich erstmal ein sehr vernünftiges Herangehen.“ Mit den Ländern werde nun diskutiert, wie man in einem solchen Fall mit Reisen in den Rest der Republik umgehe.

14.07 Uhr: Macron spricht sich für Maskenpflicht in geschlossenen Räumen aus

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich zur Eindämmung der Corona-Epidemie für eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen ausgesprochen. „Ich empfehle allen unseren Mitbürgern, die zuhören, die Maske so oft wie möglich zu tragen, wenn sie sich im Freien aufhalten, und noch mehr, wenn sie sich in einem geschlossenen Raum befinden“, sagte Macron am Dienstag in einem Fernsehinterview. Das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen könnte „zum Beispiel“ ab dem 1. August obligatorisch sein - man beobachte die Corona-Lage genau.

In Frankreich gilt bisher in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Läden oder andere Einrichtungen können selbst entscheiden, ob die Menschen eine Maske tragen müssen. In zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist dies zum Beispiel vorgeschrieben. Führende Wissenschaftler hatten am Wochenende eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen gefordert. Die Behörden hatten auch vor einem Anstieg der Corona-Fälle gewarnt - wenn auch auf niedrigem Niveau. Es gebe Anzeichen dafür, dass das Coronavirus in Frankreich wieder etwas aktiver werde, sagte auch Macron. Aber dieses Mal werde das Land auf ein Wiederaufleben vorbereitet sein. Frankreich ist von der Corona-Krise mit rund 30.000 Toten hart getroffen.

12.57 Uhr: Baden-Württemberg: Maskenpflicht an weiterführenden Schulen kommt

In Baden-Württemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten. Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie für das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

12.52 Uhr: Wegen Corona legen Neuzulassungen von Wohnmobilen stark zu

Corona hat positive Auswirkungen auf die  Wohn- und Reisemobilbranche - laut Kraftfahrt-Bundesamt haben die Neuzulassungen bei Wohnmobilen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 65 Prozent zugelegt.

Weil die Urlauber im Wohnmobil mit Toilette, Dusche und Frischwasser autark seien, müssten sie nicht so viele Corona-Einschränkungen hinnehmen, hieß es beim Hersteller Hyme aus Bad Waldsee in Oberschwaben.

12.46 Uhr: Ostfriesische Insel-App soll Besucher lenken - auch nach Corona

Für die Ostfriesischen Inseln wird eine Smartphone-App zur Steuerung des Besucheraufkommens in Restaurants, Museen, Schwimmbädern oder bei Konzerten entwickelt. Diese solle Touristen anzeigen, wie voll es aktuell wo sei, sagte der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft der sieben Inseln, Göran Sell. Für die Datenpflege seien die Anbieter zuständig. Nicht nur Reservierungen sollen in der App direkt möglich sein, sie soll auch dabei helfen, mögliche Corona-Infektionsketten nachzuverfolgen, wie Sell am Dienstag auf Borkum erklärte. „Da sieht das System vor, dass Sie einmal auf dem Handy Ihre Daten hinterlegen können, und dann werden die, wenn Sie zum Beispiel beim Kurkonzert ankommen, über einen QR-Code ausgelesen.“

Die App wird nach Einschätzung der Entwickler voraussichtlich erst im September nutzbar sein. „Also leider nicht mehr in der Hauptsaison, aber dann für den Herbst. Wenn man sich jetzt die Diskussion um eine mögliche zweite Welle anhört, dann kommt sie definitiv auch aus Corona-Gesichtspunkten rechtzeitig“, sagte Sell. Die Technik sei aber nicht nur während der Pandemie hilfreich, sondern werde Touristen generell helfen, freie Plätze auf der jeweiligen Insel zu finden.

11.35 Uhr: Österreich hebt Reisewarnung für Kreis Gütersloh auf

Nach dem massenhaften Coronavirus-Infektionen im Kreis Gütersloh hatte Österreich die Einreise für Menschen aus dem Kreis untersagt. Nun wurde diese Einreisebeschränkung wieder aufgehoben . Die Aufhebung der Einreisebeschränkung für Menschen aus dem Kreis Gütersloh wurde auf der Internetseite des Auswärtigen Amts mitgeteilt. Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer hatte bereits vor einigen Tagen an Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz geschrieben. 

In dem Schreiben heißt es laut einer Pressemitteilung des Kreises: „Mich erreichen täglich viele Mails von Bürgerinnen und Bürgern meines Kreises, die sich sehr gerne zum Urlaub in die schöne Republik Österreich aufmachen würden. Diesen Wunsch haben im Übrigen auch viele Geschäftsleute aus dem wirtschaftsstarken Kreis Gütersloh (Miele, Claas, Bertelsmann, Storck, Hörmann, Nobilia, Beckhoff und andere...).Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in diesem Sinne entscheiden würden.“

11.02 Uhr: 412 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 412 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.375 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstag meldete (Datenstand 14.7., 0.00 Uhr). 

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9068 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

10.12 Uhr: Laumann für Kostenbeteiligung bei Coronatest nach Risikogebieturlaub

Touristen, die in Corona-Risikogebieten Urlaub machen, sollen sich nach dem Willen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an den Kosten für Tests beteiligen. „Ich finde, wenn jemand in Urlaub in ein Risikogebiet fährt, ist es nicht Aufgabe der Solidargemeinschaft, das Freitesten zu finanzieren“, sagte Laumann der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. 

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte am Sonntag beschlossen, dass bei Einreisen aus Gebieten, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete einstuft, die Ausnahmen von der Quarantänepflicht reduziert werden. Beschäftigte aus „kritischen Infrastrukturen“, die ihren Sommerurlaub in einer solchen Region verbringen, würden nicht mehr automatisch von der Quarantänepflicht ausgenommen, hatte das Gesundheitsministerium erklärt. Sie müssten einen negativen Test vorweisen. Dasselbe gilt für Verwandtenbesuche in einem Risikogebiet.

10.00 Uhr: Kanzleramtschef: Mit Ausreisesperren schnell Infektionsketten finden

Die Bundesregierung hat bestätigt, bei Corona-Ausbrüchen regionale Ausreisebeschränkungen zu erwägen . „Darüber diskutieren wir als eine Maßnahme, ob das nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“ über seine Gespräche mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder. 

Die Frage sei, ob es im Falle einer unklaren Infektionssituation nicht sinnvoller sei zu sagen: „Es bleiben hier in dieser Region mal alle zuhause, möglichst präzise gefasst, da wo man auch wirklich Ausbruchssorgen hat, um dann dort so flächig zu testen, dass man nach wenigen Tagen sagen kann, wir haben alle Infektionsketten entdeckt“, erklärte der CDU-Politiker. Danach könne man „schnell wieder zur Normalität“ übergehen und habe „damit wirklich sehr vollständig die Infektionen erfasst“. Es gehe darum, „wie man dieses Verfahren, wenn ein Hotspot plötzlich auftaucht, nochmal optimieren kann, damit wir sehr präzise und möglichst schnell reagieren“.

8.21 Uhr: Corona-Pandemie bringt innere Uhr durcheinander

Wie aus einer in der Fachzeitschrift «PLOS ONE» veröffentlichten Studie hervorgeht , haben viele Menschen den Lauf der Zeit während der ersten Corona-Welle anders wahrgenommen als sonst. Ein Team um Ruth Ogden von der John-Moores-Universität in Liverpool befragte dafür rund 600 Menschen in Großbritannien zwischen dem 7. und 30. April in einer Online-Umfrage zu Zeitempfinden, Gemütszustand und persönlichen Umständen. Die Kontaktbeschränkungen haben nach Ansicht der Autoren eine seltene Gelegenheit geboten, um zu studieren, wie sich Störungen des alltäglichen Lebens auf die Wahrnehmung von Zeit auswirken.

6.32 Uhr: Grütters sieht in Corona-Krise „neue Wertschätzung für die Kultur“

Mit der Corona-Krise hat sich aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters „eine neue Wertschätzung für die Kultur“ entwickelt. „Wir alle spüren, wie viel Lebensqualität uns ohne Kultur verloren geht, wie sehr wir Kunst, Musik und Poesie nötig haben, auch, um Antworten auf die verstörenden Fragen des Daseins zu erhalten“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir brauchen Museen, Theater und Konzerthäuser nicht nur als Kulturorte, sondern auch als soziale Orte, an denen wir mit anderen Menschen zusammenkommen und uns austauschen.“ Kultur sei „fundamental für unsere Demokratie“. 

6.20 Uhr: Spiele mit Fans: Lauterbach und Bosbach gegen Massentests

Aus der Politik kommen ablehnende Stimmen zum Vorstoß aus der Fußball-Bundesliga, mit Hilfe von Corona-Massentests bei Zuschauern schon zu Saisonbeginn Spiele mit Publikum zu ermöglichen .

Es sei «nicht der richtige Zeitpunkt, bereits über Lockerungen in den Stadien zu sprechen», warnte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) im «Kölner Stadt-Anzeiger». «Eine Lockerung im September kommt zu früh.»

Ähnlich äußerte sich der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (68) in der Zeitung: «Die DFL und der DFB sollten jetzt im Hochgefühl des Neustarts aufpassen, dass sie nicht überziehen. Alles muss ganz eng mit Virologen und Epidemiologen abgestimmt werden.» Nur ein Spiel mit Infizierten reiche, «dass das Infektionsgeschehen wieder steigt und es neue Restriktionen geben muss».

6.04 Uhr: Kalifornien schließt wieder Bars, Kinos und Kirchen

Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom am erklärt .

Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten. Ebenso müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen, Friseursalons sowie viele Büros und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, sagte Newsom weiter. In den betroffenen Bezirken leben rund 80 Prozent der 40 Millionen Einwohner des Bundesstaats.

5.50 Uhr: Diskoabende trotz Corona in Bünde

Party oder Disko in Zeiten von Corona? Geht nicht, mag man denken. Clubs, Diskotheken, aber auch Gasthöfe bekommen das zu spüren. So das Gasthaus Schlattheide in Bünde, das erst kürzlich sein 145-jähriges Bestehen feiern konnte. Mit einem vom Gesundheitsamt genehmigten Konzept sollen aber in den kommenden Wochen Diskoabende wieder möglich sein. Mehr hier .

5.40 Uhr: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer über Corona, Werkverträge und seine Mitarbeiter

Seit nunmehr zwei Monaten ist der Kreis Gütersloh im Ausnahmezustand. Dementsprechend dominiert das Corona-Thema auch den Arbeitsalltag von Landrat Sven-Georg Adenauer. Dem WESTFALEN-BLATT erzählt er, welche Hindernisse und Probleme damit auf ihn zugekommen sind .

Montag, 13. Juli

20.21 Uhr: New Yorks Gouverneur droht mit Strafen bei Quarantäne-Verstößen

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat Menschen, die aus US-Bundesstaaten mit starkem Corona-Infektionsgeschehen nach New York einreisen und sich nicht an die Quarantäne-Vorgaben halten, mit Strafen gedroht. Alle per Flugzeug Einreisenden müssten nun bei der Ankunft ihre Kontaktdaten hinterlassen, sagte Cuomo am Montag bei einer Pressekonferenz. Wer sich nicht daran halte, müsse mit einer Strafe in Höhe von 2000 Dollar (etwa 1800 Euro) rechnen.

Ende Juni hatte New York - gemeinsam mit den Nachbarbundesstaaten New Jersey und Connecticut - eine zweiwöchige Quarantäne für all diejenigen erlassen, die aus Bundesstaaten mit stärkerem Infektionsgeschehen einreisen. Die Liste der Herkunftsstaaten Reisender, die eine Quarantäne nach sich ziehen, wird je nach Infektionsgeschehen stetig aktualisiert.

18.32 Uhr: Seehofer ist gegen neue Grenzkontrollen wegen Coronavirus

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen „nicht die besten Erfahrungen gemacht“, sagte der CSU-Politiker am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments. Es habe sich gezeigt, dass Europa sich in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Grenzregionen positiv entwickelt habe, etwa was den Austausch im Bildungssystem, im wirtschaftlichen oder menschlichen Bereich angehe.

Er sei dafür, dass man in einer Region mit zunehmenden Infektionen künftig dafür sorge, „dass die Menschen sich vernünftig verhalten, also Kontaktsperren, Mundschutz und ähnliches“. Als Beispiel nannte Seehofer das Elsass. Sollte dort wieder ein Corona-Hotspot auftreten, wäre er nicht für stationäre Grenzkontrollen an der Grenze zu Frankreich, „sondern dann müsste die französische Regierung dafür sorgen, dass die Menschen sich im Elsass eben beschränken“.

In der Corona-Krise hatten Deutschland und andere europäische Länder Kontrollen und andere Beschränkungen an den Binnengrenzen eingeführt. Dadurch war es mitunter zu langen Staus gekommen, der Warenverkehr war unterbrochen. Auch grenzüberschreitende Arbeitnehmer hatten Probleme. Der Großteil der Kontrollen wurde mittlerweile wieder aufgehoben. Eigentlich gibt es im Schengenraum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Grenzkontrollen.

18.12 Uhr: Tönnies-Tochter „Tillman‘s“ darf Betrieb wieder aufnehmen

Das Tönnies-Tochterunternehmen „Tillman‘s Convenience GmbH“ darf den Betrieb wieder aufnehmen. Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch bei Tönnies gibt es „eine Teilaufhebung der Schließungsverfügung“. Die „Tillman‘s“-Mitarbeiter dürfen somit wieder auf dem Werksgelände tätig werden – „unter strengen Hygieneauflagen“.

18.12 Uhr: Merkel fordert europäische Zusammenarbeit gegen Corona-Krise

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht nach Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte grundsätzliche Übereinstimmung für die Grundstruktur des EU-Wiederaufbaufonds . Nach Gesprächen auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin forderte Merkel am Montag gemeinsame Anstrengungen in der EU, um aus dem humanitären Desaster und der großen wirtschaftlichen Schwäche in Folge der Corona-Pandemie gut herauszukommen. An die Adresse der Bundesbürger sagte sie, Deutschland habe wie andere Staaten ein Interesse an einem gut funktionierenden Binnenmarkt in der Union. Sie plädierte dafür, die anstehenden Beratungen in Brüssel in großer Freundschaft und Verbundenheit zu führen.

Italien hat die Corona-Krise mit rund 35.000 Toten besonders hart getroffen, wie Spanien ist das Land möglicher Hauptempfänger der geplanten EU-Hilfen. Die Niederlande gehören mit Österreich, Dänemark und Schweden zu den sogenannten „Sparsamen Vier“, die nicht rückzahlbare Milliardenzuwendungen ablehnen. Von den 750 Milliarden Euro des schuldenfinanzierten Wiederaufbauplans sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden.

18.06 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn 
Aktuell infiziert 27
Fälle insgesamt 731
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 9 (-1)
Fälle insgesamt 771 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 264 (-1)
Fälle insgesamt 2555 (+8)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld 
Aktuell infiziert 42
Fälle insgesamt 498 
davon Todesfälle 5

Kreis Herford 
Aktuell infiziert 18 (-7) 
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke 
Aktuell infiziert 4 (-5)
Fälle insgesamt 502
davon Todesfälle 13

17.52 Uhr: Lauterbach und Bosbach gegen massenhafte Zuschauer-Tests vor Fußballspielen

Die Politiker Karl Lauterbach und Wolfgang Bosbach haben sich gegen Überlegungen in der Fußball-Bundesliga ausgesprochen, mit Hilfe von Corona-Massentests wieder Spiele vor Publikum zu ermöglichen. „Ich habe mich gefreut, dass das Konzept der Bundesliga mit den Geisterspielen aufgegangen ist und ich mit meiner Prognose da nicht richtig lag", sagte der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jetzt sei „allerdings nicht der richtige Zeitpunkt, bereits über Lockerungen in den Stadien zu sprechen. Eine Lockerung im September kommt zu früh“, fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu. Deutschland habe bisher viel Glück gehabt und einiges richtig gemacht.

„Es ist aus medizinischer und auch aus ökonomischer Sicht absurd, da ein völlig überflüssiges Risiko einzugehen“, so der Epidemiologe. Er schlug vor, dass anstelle von rund 500.000 Fans mehr Pflegekräfte und Erzieher im Herbst getestet werden sollten. Der SPD-Politiker erklärte, solche Tests, wie sie Union Berlin ins Gespräch gebracht hatte, seien nicht aussagekräftig genug. „Es kann vorkommen, dass bei einem Infizierten das Virus zum Zeitpunkt des Tests noch nicht nachweisbar ist, er aber später beim Spiel bereits ansteckend ist." Auch könnten bei bis zu 30 Prozent der Tests fälschlicherweise negative Ergebnisse angezeigt werden.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Bosbach warnte: „Die DFL und der DFB sollten jetzt im Hochgefühl des Neustarts aufpassen, dass sie nicht überziehen. Alles muss ganz eng mit Virologen und Epidemiologen abgestimmt werden.“ Ein einziges Spiel mit Infizierten könnte reichen, „dass das Infektionsgeschehen wieder steigt und es neue Restriktionen geben muss“. Der langjährige Vorsitzende des Innenausschuss des Bundestags glaubt nicht, dass Mitte September vor Fans gespielt werden kann. „Keiner wünscht sich Geisterspiele, doch ich befürchte, dass die Bundesliga wieder mit ihnen starten wird. Volle Stadien und ausgelassene Stimmung auf den Rängen sehe ich leider in absehbarer Zeit nicht.“ Bosbach lobte zugleich, die DFL habe einen „hervorragenden Job“ beim „umstrittenen Neustart“ der Bundesliga gemacht.

15.27 Uhr: Hygiene-Experten testen neue Filtertechnik bei Tönnies

Am Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück haben Hygiene-Experten der Uni Bonn eine neue Filtertechnik der Klimaanlage getestet . Die Wissenschaftler machten dabei am Montag den von einer Umluftanlage gekühlten Luftstrom in der Zerlegung von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb mit Rauch sichtbar.

Behördenmitarbeiter begleiteten der Test der Anlage. Am Wochenende war die neue Technik, mit der eine Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden soll, eingebaut worden. Ein Ergebnis lag nach Angaben des Kreises Gütersloh am Montag noch nicht vor.

14.52 Uhr: Bindestrainer Löw hofft auf schnelle Rückkehr der Fans

Auch Joachim Löw will mit dem DFB-Team möglichst schnell wieder vor Fans spielen. Nachdem das Programm für den Re-Start der Fußball-Nationalmannschaft mit den Testspielen am 7. Oktober in Köln gegen die Türkei und am 11. November in Leipzig gegen Tschechien komplett ist, setzt der Bundestrainer nach der langen Corona-Pause auf die Rückkehr von Zuschauern ins Stadion. „Ich freue mich sehr auf die Spiele und hoffe natürlich, dass wir schon im Herbst wieder vor Publikum spielen können“, erklärte Löw am Montag und schürte damit die teilweise konträren Debatten um das Ende der ungeliebten Geisterspiele in der Corona-Zeit weiter an.

14.25 Uhr: Vorläufige Daten: Erster Tag ohne Corona-Toten in New York seit März

In der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Millionenmetropole New York hat es vorläufigen Daten zufolge erstmals seit dem Ausbruch einen Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall nach einer Infektion mit dem Virus gegeben. Für Sonntag meldete die New Yorker Gesundheitsbehörde zunächst keinen auf das Virus zurückzuführenden Todesfall. Es wäre der erste solche Tag seit dem ersten gemeldeten Todesfall in der Stadt am 11. März.

New York war einst das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA. Im April starben in der Metropole an manchen Tagen mehr als 500 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus. Insgesamt steckten sich den städtischen Daten zufolge von den rund 8,5 Millionen Einwohnern bislang rund 215.000 an, etwa 25.000 starben wahrscheinlich oder bestätigt nach einer Infektion mit dem Virus. Zuletzt waren die Neuinfektionszahlen in New York stark gesunken - in vielen anderen Teilen der USA allerdings stark gestiegen, weswegen auch die Millionenmetropole einen erneuten Anstieg befürchtet.

14 Uhr: Trotz Corona ist Urlaub in vielen Ländern möglich

Die Sommerferien haben angefangen oder stehen vor der Tür. Viele außereuropäische Reiseziele fallen in der Corona-Pandemie wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg - aber Urlaub vor allem in Europa ist wieder möglich .

Bis Ende August hat das Auswärtige Amt (AA) Ende Juni seine weltweite Reisewarnung verlängert, für den Großteil der europäischen Länder aber aufgehoben. Vor Reisen nach Schweden etwa wird noch offiziell gewarnt, von Reisen etwa nach Großbritannien abgeraten. In anderen Ländern Europas kann es in diesem Sommer weiterhin zu Einschränkungen kommen.

13.34 Uhr: Keine neuen Corona-Fälle im Kreis Paderborn

Die Corona-Lage im Kreis Paderborn hat sich im Vergleich zum Wochenende nicht verändert. Wie das Kreisgesundheitsamt am Montag mitteilte, gibt es keine neuen Fälle. Auch die Zahl der Genesenen bleibt mit 670 konstant .

12.30 Uhr: Besorgt wegen Ballermann:  Gefahr einer zweiten Corona-Welle ist ist laut Jens Spahn real

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten .

«Die Gefahr einer zweiten Welle ist real», sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Er rief die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. Spahn bat die Bürger, in der Corona-Krise weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und Alltagsmasken zu tragen.

11.24 Uhr: Esken skeptisch zu Schulbetrieb ohne Abstandsgebot

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat Bedenken zu einem Schulunterricht ohne Abstandsgebot nach den Sommerferien geäußert . «Ich bin sehr skeptisch mit Blick auf das Ansteckungsrisiko, denn die vorliegenden Studien geben uns keine Sicherheit, dass die Gefahr unter Kindern und Jugendlichen zu vernachlässigen ist», sagte Esken dem «Handelsblatt» (Montag). «Jetzt im nächsten Schuljahr auf das Abstandsgebot in den Schulen zu verzichten, ist daher aus meiner Sicht mit einem Risiko verbunden», so Esken weiter.

9.42 Uhr: Mallorca bereitet sich auf weitreichende Maskenpflicht vor

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln soll am Montag wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht in Kraft treten. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann. 

Auch La Rioja, Navarra und Asturien bereiten eine solche Maskenpflicht vor. Für die Balearen sollte die entsprechende Verordnung noch am Montag im regionalen Gesetzblatt veröffentlicht werden und sofort in Kraft treten, berichteten spanische Medien. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

8.04 Uhr: Handel und Gastronomie wollen Mietminderung

Der Einzelhandel und das Gastgewerbe fordern angesichts coronabedingter Umsatzeinbrüche in vielen Innenstädten einen rechtlichen Anspruch auf Miet- und Pachtminderung für Betriebe. Der Paderborner CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann, Unionsfraktionsvize und Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung, spricht sich für schnelle Lösungen aus, um eine Pleitewelle zu verhindern .

7.50 Uhr: Zehntausende Kunden der Deutschen Bank bedienen ihre Kredite nicht

Immer mehr Kunden der Deutschen Bank können wegen der Corona-Krise ihre Kredite nicht mehr bedienen. „Wir haben bislang insgesamt etwa 70.000 Stundungsanträge von Privatkunden der Deutschen Bank und der Postbank erhalten“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Dabei handle es sich um einen einstelligen Prozentsatz des gesamten Kreditportfolios der Bank. Allerdings steige die Zahl der Stundungsanträge inzwischen deutlich langsamer als noch im Frühjahr. 

Ein schärferes Sparprogramm oder weitere Filialschließungen hält von Rohr derzeit aber nicht für nötig. „Wir halten an dem geplanten Kostenziel fest, werden uns aber anstrengen, noch schneller unsere Ziele zu erreichen“, so der Banker.

6.42 Uhr: Bielefelder Sozialdezernent übt Kritik: Gesundheitsämter schlecht ausgestattet

Der Bielefelder Sozialdezernent Ingo Nürnberger bemängelte in einer TV-Sendung mit Blick auf die Corona-Pandemie besonders die Ausstattung der Gesundheitsämter. Auch zum kritisierten Verhalten von Oberbürgermeister Pit Clausen bei der Aufstiegsfeier von Arminia Bielefeld äußerte sich Nürnberger. Mehr hier

6.25 Uhr: 159 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13.7., 0.00 Uhr). 

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12.7., 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. An den Vortagen lag er unter 1. 

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 12.7., 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.15 Uhr: Streit über EU-Fonds: Merkel trifft Italiens Premier Conte

Im Streit über den EU-Fonds für den Wiederaufbau in der Corona-Krise werden fieberhaft Kompromisse ausgelotet. Wenige Tage vor dem am Freitag beginnenden EU-Gipfeltreffen dazu empfängt Kanzlerin Angela Merkel heute den italienischen Premier Giuseppe Conte

Das Treffen findet in Meseberg nördlich von Berlin im Gästehaus der Bundesregierung statt. Im Anschluss wollen Merkel und Conte die Presse unterrichten. In Den Haag will der niederländische Premier Mark Rutte heute mit seinen Amtskollegen aus Spanien und Portugal, Pedro Sánchez und António Costa, sprechen. Sánchez wird am Dienstag auch bei Merkel im Kanzleramt in Berlin erwartet.

5.55 Uhr: Amnesty-Bericht: Beschäftigte im Gesundheitswesen in Gefahr

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind Amnesty International zufolge in der Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern durch schlechte Arbeitsbedingungen gefährdet

In einigen Staaten müssen sie sogar mit Repressalien rechnen, wenn sie Missstände benennen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Menschenrechtsorganisation veröffentlichte.

Dem Amnesty-Bericht zufolge gab in fast allen der 63 betrachteten Länder und Regionen Berichte über mangelnde Schutzkleidung. Wie viele Beschäftigte im Gesundheitswesen inzwischen weltweit an Covid-19 gestorben sind, ist nicht bekannt. Amnesty verzeichnete 3000 Todesfälle in 79 Ländern, die echte Zahl dürfte aber weit höher liegen. Oft ist auch die Bezahlung schlecht. Im Südsudan erhalten dem Bericht zufolge Ärztinnen und Ärzte im Staatsdienst seit Februar kein Gehalt mehr.

Sonntag, 12. Juli

20.11 Uhr: WHO vermeldet traurigen Weltrekord

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zählte nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 230.000 neue Fälle. Damit liegt die Zahl der weltweit je Infizierten bei 12,5 Millionen. 562.000 Patienten sind mit oder an Covid-19 gestorben.Für die USA wurden 66.000 neue Fälle verzeichnet, in Brasilien wurden 45.000 Menschen mit dem Virus infiziert. In Indien stieg die Zahl der Infizierten um 28.000. In Europa weisen Russland, die Türkei, aber auch Länder wie Portugal, Großbritannien und Rumänien viele neue Fälle auf.Unterdessen hat die WHO zwei Experten nach China geschickt, die gemeinsam mit chinesischen Fachleuten eine von der WHO geführte Untersuchung vorbereiten sollen, um den Ursprung der Pandemie genau zu identifizieren.

19.42 Uhr: NRW lockert Corona-Regeln

Hochzeiten in Nordrhein-Westfalen dürfen trotz Corona wieder in größeren Gesellschaften gefeiert werden: Statt bisher 50 dürfen  Paare mit bis zu 150 Gästen feiern. Das ist eine Änderung, die das nordrhein-westfälische Kabinett am Sonntag für die bis zum 11. August verlängerte Corona-Schutzverordnung beschlossen hat. Diese neue Regelung gilt  auch für andere Feste aus besonderem Anlass wie Jubiläen, Tauf-, Geburtstags- oder Abschlussfeiern, wenn die Kontaktnachverfolgung sichergestellt wird.

Bei Kultur- und sonstigen Veranstaltungen wird die Besucherzahl, aber der ein Hygienekonzept notwendig ist, von 100 auf 300 Personen angehoben. Die Personenbegrenzung beim Kontaktsport in der Halle wird von zehn auf 30  erhöht. Auch die zulässige Zuschauerzahl steigt von 100 auf 300.

18.49 Uhr: Steinhude gesperrt

Die Polizei hat Steinhude am Steinhuder Meer am Sonntag für Tagestouristen gesperrt. Ab Mittag waren die Parkplätze belegt, und die wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Abstände konnten nicht mehr eingehalten werden, sagte ein Sprecher der Polizei Wunstorf. Die Beamten hatten zunächst mit Lautsprecherdurchsagen darauf hingewiesen, dass die Besucher Abstand halten sollen. Die Warteschlangen an den Verkaufsständen im Ort seien jedoch immer länger geworden, bis sich dann zu viele Menschen in Steinhude aufgehalten hätten. Die Polizei stellte Sperren und Schilder auf und wies mit Durchsagen im Radio auf die Sperrung hin. Am späten Nachmittag entspannte sich die Lage wieder, da viele Gäste wegfuhren. Die Sperrung wurde aufgehoben.

18.14 Uhr: Die Zahlen aus OWL im Überblick:

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1 
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn 
Aktuell infiziert 27 (+1)
Fälle insgesamt 731
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 10 (-1)
Fälle insgesamt 770
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 265 (-255)
Fälle insgesamt 2547 (+15)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld 
Aktuell infiziert 42 (-8)
Fälle insgesamt 498 
davon Todesfälle 5

Kreis Herford 
Aktuell infiziert 25  
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke 
Aktuell infiziert 9 
Fälle insgesamt 502
davon Todesfälle 13

OWL insgesamt 
Aktuell infiziert 379 (-262)
Fälle insgesamt 5817 (+18)
davon Todesfälle 126

17.21 Uhr: Trump trägt Maske

Angesichts dramatisch steigender Coronavirus-Infektionen in den USA hat Präsident Donald Trump während eines öffentlichen Auftritts eine Maske getragen.   Die USA verzeichneten am Freitag die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie an einem Tag. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) lag die Zahl der registrierten Neuansteckungen bei einem Rekordwert von 66.627. 

Am Samstag ging die Zahl demnach auf 61.325 zurück. Insgesamt hat die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen deutlich zugenommen. Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU insgesamt mehr als 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134.000 Menschen starben. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt zwar weiterhin niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat aber wieder zugenommen. Am Samstag registrierte die JHU-Statistik 685 Tote.

16.48 Uhr: Kritik an Tönnies-Antrag auf Kostenerstattung

Die Anträge des Schlachtbetriebs Tönnies auf Erstattung von Lohnkosten für die Zeit der Corona-Quarantäne stoßen auf wachsende Kritik . So prangerte etwa Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Signalwirkung an, die die Forderung mit sich bringe. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält einen gesetzlichen Anspruch der Firma Tönnies und ihrer Subunternehmer für möglich, mahnte aber in der "Bild am Sonntag": "Ich würde mir anstelle von Herrn Tönnies und seinen Geschäftspartnern sehr genau überlegen, was man den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen eigentlich noch alles zumuten will."

16.28 Uhr: 248  Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.804 Menschen  infiziert. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass aus Baden-Württemberg und Sachsen keine Daten übermittelt wurden, zudem habe es bei der Übermittlung aus Hamburg und dem Saarland technische Probleme gegeben. In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9063 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von drei im Vergleich zum Vortag.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,8). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

15.17 Uhr: Corona-Rekord in Indien: Mehr als 28.000 Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden seien 28.637 neue Ansteckungen gezählt worden, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie demnach knapp 850.000 Fälle registriert, rund 22.700 Menschen starben mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Positiv sei, dass inzwischen fast 63 Prozent der Betroffenen die Erkrankung überstanden hätten.

13.40 Uhr: Sinkende Antikörperzahl dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung.  

Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie. «Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.» Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei. 

12.56 Uhr: Mehr häusliche Gewalt in der Corona-Zeit?

Experten haben zu Beginn der Corona-Krise vor einer Zunahme von häuslicher Gewalt gewarnt. Erste Zahlen aus den Ländern zeichnen ein uneinheitliches Bild. 

Seit dem Beginn der Corona-Krise sind in einigen Bundesländern mehr Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet worden. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den zuständigen Ministerien und Behörden der Länder ergeben. Ein gesichertes Gesamtbild für Deutschland wird es laut Bundesfamilienministerium erst im November geben. Wie Wissenschaftler der TU München jüngst herausfanden, sollen Frauen in Quarantäne und bei akuten finanziellen Sorgen während der Krise verstärkt Gewalt erfahren haben.

11.07 Uhr: Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik

Tausende von Israelis haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Finanzpolitik der Regierung von Benjamin Netanjahu in der Corona-Krise demonstriert. Nach Medienberichten vom Sonntag nahmen mehr als 10.000 Menschen an einer Großkundgebung auf dem zentralen Rabin-Platz teil. Anschließend marschierten einige der Teilnehmer durch angrenzende Straßen. Es kam zu gewaltsamen Konfrontationen mit der Polizei.

9.50 Uhr: Experten äußern Zweifel an Unions Stadionplänen mit Fans

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben sorgt Union für mächtig Wirbel. Der Club will «spätestens» ab dem ersten Spieltag der kommenden Saison - also ab Mitte September - wieder eine «Vollauslastung» seines Stadions erreichen. Dazu soll es umfassende Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher geben. Virologen haben  Zweifel an der Machbarkeit des Plans von Union Berlin zur Rückkehr der Fans in die Stadien geäußert.

7.48 Uhr: Deutsche Bahn so pünktlich wie lange nicht

Die Corona-Krise bereitet der Deutschen Bahn viele Probleme. Doch die nach wie vor geringe Auslastung der Züge hat auch etwas Positives: So pünktlich wie derzeit kamen die Kunden lange nicht mehr ans Ziel. 

Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren im Schnitt 83,5 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn pünktlich, wie der bundeseigene Konzern am Sonntag mitteilte. «Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit hat natürlich auch die geringe Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen», hieß es. Demnach erholt sich die Auslastung im Fernverkehr nur langsam und liegt derzeit im Schnitt bei rund 30 Prozent. Zwischenzeitlich waren die Fahrgastzahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

5.14 Uhr: Trump trägt Maske - Rekord an Neuinfektionen in den USA

Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Coronavirus-Infektionen in den USA hat US-Präsident Donald Trump in einem seltenen Schritt eine Maske bei einem öffentlichen Auftritt getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda bei Washington einen blauen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten trug.

Die USA verzeichneten unterdessen die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie an einem Tag. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627.

Samstag, 11. Juli

19.58 Uhr: Drei neue Fälle in Paderborn

Drei neue Corona-Fälle gibt es im Kreis Paderborn – und zwar einen in der Stadt Paderborn und zwei Fälle in Salzkotten. Wie das Kreisgesundheitsamt am Samstagabend mitteilte , stieg die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen somit auf 731.

18.23 Uhr:  Ballermann-Party ohne Masken und Abstand

Keine Maske, kein Abstand: Auf Mallorca sollen in der Nacht zu Samstag hunderte deutsche Touristen gefeiert haben - und das ohne sich an geltende Corona-Regeln zu halten. Obwohl Spanien eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder war, sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Auf den Balearen gab es am Freitag nach amtlichen Angaben 134 Infizierte, 87 davon auf Mallorca. Um Neuausbrüche zu verhindern, wollen die Balearen eine sehr strenge Maskenpflicht einführen. Ab Montag sollen Menschen selbst dann Mund- und Nasenschutz im Freien tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

17.28 Uhr: 378 registrierte Neuninfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.556 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert. In Deutschland starben 9060 Menschen mit dem Virus infizierte Menschen. Das sind sechs mehr als am Vortag.

Bis Samstagmorgen hatten 184.500 Menschen die Infektion überstanden. Die Reproduktionszahl, der so genannte R-Wert lag nach RKI-Schätzungen bei 0,93. Am Freitag lag er noch bei 0,8. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen Menschen ansteckt. Der Sieben-Tage-R-Wert liegt bei 0,93. Er zeugt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

17.04 Uhr: CSD im Livestream

CSD in Zeiten von Corona: Mit einem Livestream und zahlreichen kleinen Demos haben Menschen beim Christopher Street Day (CSD) in München demonstriert. Unter dem Motto «Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark!» machten Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender am Samstag auf ihre Rechte aufmerksam.

16.11 Uhr: Positive Entwicklungen in Bielefeld und Gütersloh

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh ist am Samstag leicht gestiegen. Die Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner liegen bei 26,9. Am Vortag waren es noch 25,8. Unterdessen liegt nur noch ein Patient auf der Intensivstation.

Die Stadt Bielefeld vermeldet am Samstag keine Neuinfektionen. Damit bleibt es bei bisher 498 positiv auf das Corona-Virus getesteten Bielefeldern.

15.05 Uhr: Falls Tönnies soll verfilmt werden

Der Produzent Jörg Winger („Deutschland 83“, „Soko Leipzig“) plant eine Miniserie für den Pay-TV-Sender TNT. Im Mittelpunkt sollen drei Familien im Umfeld einer Fleischfabrik stehen.  Wie das Medienmagazin DWDL.de berichtet, laufe derzeit die Entwicklung. Das Projekt über den Covid-19-Ausbruch im Umwelt einer modernen Fleischfabrik in einer unscheinbaren Kleinstadt in Nordrhein.-Westfalen ist auf vier Teile angelegt. Dabei geht es um eine Familie, die um ihre Macht fürchtet. Eine zweite soll den Verhältnissen von Pandemie und Fließbandarbeit ausgeliefert sein. Die dritte Familie versiucht, Licht ins Dunkel der Ereignisse zu bringen. Der Arbeitstitel der Serie lautet „Im Dschungel“. Wann die Miniserie produziert und ausgestrahlt wird, stehe noch nicht fest.

12.30 Uhr: Hersteller: Remdesivir senkt Covid-Sterberisiko 

Das Medikament Remdesivir kann nach Angaben des Herstellers das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern.

Eine neue Analyse würde eine Senkung des relativen Sterberisikos um 62 Prozent zeigen, wie das US-Pharmaunternehmen Gilead zum Abschluss der Welt-Aids-Konferenz bekanntgab.

Remdesivir ist das einzige in der EU zugelassene Medikament zur spezifischen Behandlung von Covid-19. Die Welt-Aids-Konferenz, die in der Nacht zum Samstag zu Ende ging, hatte in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals im Internet stattgefunden - und die Pandemie gleich auch noch auf die Tagesordnung gesetzt. 

12.15 Uhr: Deutsche USA-Studenten bitten Bundesregierung um Hilfe 

Wegen der drohenden Ausweisung ausländischer Studierender aus den USA bitten deutsche Studenten die Bundesregierung um Unterstützung.

«Wir zählen auf Ihre Rückendeckung», heißt es in einem von knapp 100 derzeitigen, künftigen und früheren deutschen Studenten in den USA unterzeichneten Brief, der an Bundesaußenminister Heiko Maas, an Botschafterin Emily Haber in Washington und an Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag adressiert ist.

Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln. Ausländern, die ihr Studium an einer von Herbst an ausschließlich online lehrenden Hochschule aufnehmen wollten, werde die Einreise nicht gestattet.

10.40 Uhr: Autobauer Daimler will noch mehr Stellen streichen 

Der Autobauer Daimler will wegen der Corona-Krise noch deutlich mehr Stellen streichen als bisher bekannt. Personalvorstand Wilfried Porth nennt zwar weiterhin keine Zahl.

Aber: Mit den bisher kolportierten 10.000 oder 15.000 Arbeitsplätzen, die Berichten zufolge wegfallen sollen, komme man jedenfalls nicht aus. «Die neue Zahl ist auf jeden Fall größer als die beiden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Und die bräuchten wir, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verhindern.» Dem Betriebsrat warf er mangelndes Entgegenkommen vor. 

10.05 Uhr: Spektakulärer Plan: volles Stadion - Tests für alle 

Mit Coronatests für mehr als 22.000 Zuschauer will der 1. FC Union schon im September wieder in einem vollen Stadion spielen. Noch muss der ambitionierte Plan aber den zuständigen Behörden präsentiert werden. Die Hürden sind hoch.

9.03: Bundeswirtschaftsminister nennt Kriterium für Maskenpflicht-Lockerung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Kriterium für ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel genannt: den Rückgang der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf unter 100. „Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken.“

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, angesichts der niedrigen Infektionszahlen im Norden Anfang August ein Ende der Maskenpflicht im Handel seines Landes zu beschließen. Er war damit auf breite Kritik gestoßen und von der Staatskanzlei seines Landes ausgebremst worden. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstag 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

8.20 Uhr: Ansturm von Freiwilligen für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff erhalten.

8.20 Uhr: Mehr psychische Probleme bei Kindern in der Corona-Krise 

Sie sind häufiger gereizt, niedergeschlagen oder können schlecht einschlafen: Die Corona-Krise hat die Lebensqualität und psychische Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland einer neuen Studie zufolge verschlechtert.

Betroffen seien vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien, sagte die Leiterin der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Ulrike Ravens-Sieberer. 

8.05 Uhr: 378 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 11.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9060 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Samstagmorgen hatten 184.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,80 (Vortag: 0,66). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,90 (Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Freitag, 10. Juli

18.45 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1 (-1)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 26 (-1)
Fälle insgesamt 728
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 10 (-1)
Fälle insgesamt 770
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 520 (-17)
Fälle insgesamt 2532 (+16)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 50
Fälle insgesamt 498 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 25 (-4)
Fälle insgesamt 397
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 9 (-3)
Fälle insgesamt 502
davon Todesfälle 13

17.20 Uhr: 395 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 10.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben
9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Freitagmorgen hatten 184.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,80 (Vortag: 0,66). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,90 (Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

17.16 Uhr: Wieder Corona-Rekord in den USA

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat wieder einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63.200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Morgen hervorgeht.   

16.40 Uhr: Band ZSK widmet Christian Drosten einen Song

Die Berliner Punkrock Band ZSK hat dem Charité-Virologen Christian Drosten einen Song gewidmet. In dem Youtube-Video mit dem Titel «Ich habe Besseres zu tun» wehrt Drosten als Zeichentrickfigur nicht allein Corona-Viren gekonnt ab.

Der Song lobt humorvoll die erklärenden Podcasts des Wissenschaftlers und seine «schönen Haare», thematisiert aber auch kritisch die Anfeindungen gegen ihn - bis hin zu Corona-Leugnern. 

16.35 Uhr: Italien will Corona-Notstand verlängern

Die italienische Regierung will den wegen des Coronavirus ausgerufenen Notstand verlängern. „Wir bewegen uns auf eine Verlängerung des Ausnahmezustands zu“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Venedig. „Wenn wir den Ausnahmezustand nicht verlängern, hätten wir nicht mehr die Mittel und Instrumente, (...) um weiter zu überwachen und um einzugreifen.“ Wie lange der Notstand gelten soll, ist unklar. Medien berichteten von einem Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2021.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Virus nachgewiesen worden war. Mittlerweile sind im Zuge der Pandemie rund 35 000 Menschen gestorben. Die Infektionszahlen sind in Italien aber nach einem langen und harten Lockdown mittlerweile niedrig. Befürchtet wird aber eine zweite Welle. Conte hatte in den vergangenen Monaten Entscheidungen über Ausgangssperren oder ähnliches ohne Zustimmung des Parlaments treffen können.Der Notstand wird in Italien oft nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um eine besondere Koordinierung der Einsatzkräfte zu gewährleisten und Bürokratie zu vermeiden.

16.30 Uhr: Aus dem Kreis Gütersloh nach Schleswig-Holstein

Reisende aus dem  Kreis Gütersloh dürfen von Samstag an auch ohne einen negativen Test und ohne Quarantäneverpflichtung nach Schleswig-Holstein kommen. Dies ergibt sich aus einer Änderung der Quarantäneverordnung, wie die Landesregierung am Freitag mitteilte.

Wer sich in dem Kreis in der Zeit aufhielt, in der dieser als Risikogebiet eingestuft war, durfte bisher weiterhin nur mit negativem Testergebnis in das nördlichste Bundesland einreisen oder musste unverzüglich in Quarantäne. Erst 14 Tage nach dem letztmaligen Aufenthalt in einem Risikogebiet griff die Vorschrift nicht mehr. Im Kreis Gütersloh war die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen zuletzt deutlich unter den Grenzwert von 50 je 100 000 Einwohner gesunken. Nunmehr hat Schleswig-Holstein seinen Umgang mit Einreisenden aus Risikogebieten flexibilisiert.

16.15 Uhr: Kreis Gütersloh: Österreich kündigt Ende der Einreisebeschränkung an

Menschen aus dem Kreis Gütersloh sollen bald wieder ohne Einschränkungen nach Österreich einreisen können. „Mit einer Aufhebung der Restriktionen ist in absehbarer Zeit zu rechnen“, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag in Wien auf Anfrage mit. Seit dem 29. Juni müssen Einreisende aus dem Kreis Gütersloh ein ärztliches Attest für einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollen.

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte nach eigenen Angaben am Freitag den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz angeschrieben. Die Stadt zitierte aus Adenauers Botschaft an Kurz: „Mich erreichen täglich viele Mails von Bürgerinnen und Bürgern meines Kreises, die sich sehr gerne zum Urlaub in die schöne Republik Österreich aufmachen würden. Diesen Wunsch haben im Übrigen auch viele Geschäftsleute aus dem wirtschaftsstarken Kreis Gütersloh [...]. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in diesem Sinne entscheiden würden.“

Auf der Seite des österreichischen Außenministeriums stand am Freitag zunächst noch: „Die Einreise aus Deutschland ist grundsätzlich wieder uneingeschränkt möglich, mit Ausnahme von Reisenden aus dem Kreis Gütersloh.“ Diese müssten ein Attest mit sich führen, das nicht älter als vier Tage ist.

15.35 Uhr: Tschechiens Regierungschef Babis spricht mit Merkel über Corona-Fonds

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat erneut Änderungen bei den Vergabekriterien für den geplanten Corona-Aufbaufonds der EU gefordert. Darüber habe er am Freitag telefonisch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen, schrieb Babis bei Twitter. Es sei ungerecht gegenüber Tschechien, die Arbeitslosenquote der letzten fünf Jahre als Kriterium heranzuziehen, kritisierte der 65-Jährige. Merkel sei entschlossen, das 750 Milliarden Euro starke Hilfspaket bald zu verabschieden, so Babis. „Ok, aber ich habe ihr gesagt, dass es fair gegenüber uns sein muss.“ Er wolle eine Einigung nicht verhindern, aber „das Maximum“ für sein Land herausholen, sagte Babis.

Hintergrund ist, dass Tschechien nach den letzten Zahlen von Eurostat die niedrigste Arbeitslosenquote unter allen EU-Staaten hatte. Sie lag im Mai saisonbereinigt bei 2,4 Prozent (EU-Durchschnitt: 6,7 Prozent). Unterdessen forderte das Parlament in Prag die Regierung in einer Entschließung auf, den Wiederaufbauplan im Europäischen Rat zu unterstützen. Dafür stimmten 107 Abgeordnete; dagegen waren 21. Es gab keine Enthaltungen.

13.23 Uhr: Hygiene-Experten testen am Montag neue Filter bei Tönnies

Am Montag sollen Hygiene-Experten der Uni Bonn die  neue Filtertechnik im Schlachtbetrieb Tönnies unter die Lupe nehmen. Geplant ist, dass die Filter in der Lüftungsanlage am Wochenende eingebaut werden. „Die Wissenschaftler werden dann mit Rauch testen, ob die Umluft-Anlage wie gewünscht funktioniert“, sagte Tönnies-Sprecher André Vielstädte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Begleitet wird der Test von den Behörden.

Nach dem Nachweis von massenhaften Corona-Infektionen bei Mitarbeitern von Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück hatte eine erste Analyse den Verdacht auf die Umluftanlage gelenkt. Mit deren Hilfe wird die Atemluft der in der Zerlegung körperlich hart arbeitenden Mitarbeiter auf 6 bis 10 Grad gekühlt, um die Lebensmittel zu schützen. Die gekühlte Luft wurde dann bislang ohne Filter zurück in die Halle geführt. Der Bonner Wissenschaftler Martin Exner hatte nach einer ersten Analyse die Luftumwälzung im Werk als möglichen Faktor für die Virusausbreitung benannt.

12.50 Uhr: Tönnies beantragt Lohnkostenerstattung

Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt . Hintergrund sind Quarantäne-Maßnahmen nach dem massenhaften Fund von positiven Corona-Infektionen bei Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück. Nach Angaben eines Sprechers des LWL werden die Anträge jetzt nach Eingang abgearbeitet.

12.05 Uhr: Wegen Corona: Afrikanische Forscher stranden in Norwegen

Die Corona-Pandemie hat afrikanischen Meereswissenschaftlern eine kleine Odyssee auf dem Atlantik beschert. Forscher aus Senegal, Mauretanien und Gambia sowie Spanien und Norwegen befanden sich Ende Februar auf einem Forschungsschiff vor der Westküste Afrikas, als sich das Coronavirus auf der Welt ausbreitete.

«Wir merkten plötzlich, dass überall die Länder ihre Grenzen dicht machten», sagte Merete Tandstad, die Koordinatorin des Forschungsprogramms. Weil die sieben afrikanischen Forscher nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, verbrachten sie demnach mehrere Monate in einem Gastland - im kalten Norwegen.

11.21 Uhr: Nur 25 Infektionen in Euskirchen - drohende Einschränkungen vom Tisch

Nach weiter niedrigen Infektionszahlen aus einer freikirchlichen Gemeinde sind die befürchteten Einschränkungen im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen vom Tisch: Von den neuen rund 220 Corona-Testergebnissen waren nach Angaben des Kreises von Freitag elf positiv. Die Quarantäne für alle negativ Getesteten werde damit aufgehoben, sagte der Sprecher des Kreises Euskirchen Wolfgang Andres.

Insgesamt seien 870 Mitglieder der mennonitischen Gemeinde getestet worden sowie Menschen aus dem direkten Umfeld. Davon seien insgesamt 25 positiv getestet worden. Damit seien die Tests abgeschlossen.

9.40 Uhr: Wieder Corona-Rekord in den USA

Von Eindämmung keine Spur: In den USA gibt es erneut einen Tagesrekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Betroffen sind vor allem der Süden und der Westen. Binnen 24 Stunden gab es rund 63.200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Morgen hervorgeht.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen (Stand: 9.7.) nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 133.000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

8.20 Uhr: Bielefelder Krankenhäuser lockern Besuchsregeln

Das Evangelische Krankenhaus Bielefeld (EvKB) und das Krankenhaus Mara hatten auf den besorgniserregenden Anstieg der Corona-Infektionen insbesondere im Nachbarkreis Gütersloh mit einem Besucherstopp reagiert. Da der Lockdown für den Kreis Gütersloh wieder aufgehoben ist, soll an diesem Freitag nun auch das Besuchsverbot im EvKB und im Krankenhaus Mara gelockert werden .

Besuche werden nach klaren Vorgaben zugelassen, teilt das EvKB mit. Es bleibt bei den täglichen Besuchszeiten von 15 bis 19 Uhr von maximal einer Stunde. Besuche von erwachsenen Patienten sind ab dem dritten Behandlungstag täglich von 15 bis 19 Uhr – ein Besucher pro Tag – erlaubt.

Für Kinder und Jugendliche sind ab dem ersten Tag zusätzlich zur Begleitperson zwei weitere Besucher pro Tag zugelassen. Ausnahmeregelungen bestehen für Besuche von schwerkranken Patientinnen und Patienten sowie für Väter von Neugeborenen. Kinder unter zehn Jahren dürfen nicht als Besucher ins Krankenhaus. Jeder Besucher erhält vor dem Eintritt ins Krankenhaus ein Kurzscreening.

6.59 Uhr: Giffey gegen neuerlichen Lockdown im Fall einer zweiter Corona-Welle

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich dagegen ausgesprochen, das öffentliche Leben im Fall einer zweiten Corona-Welle erneut auf breiter Front einzuschränken. „Stattdessen müssen wir punktuell und regional auf die jeweilige Entwicklung reagieren“, sagte die SPD-Politikerin dem „Focus“. Die Kita- und Schulschließungen zu Beginn der Pandemie bezeichnete sie als richtig: „Wir mussten ein Szenario wie in Italien verhindern und dafür sorgen, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird.“ Das sei gelungen.

Mit Blick auf das neue Schuljahr forderte sie Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien, damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. „Kitakinder und Schulkinder sollten möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, damit sie sich nicht so sehr durchmischen. So können wir die Infektionswege begrenzen“, sagte sie. „Zudem müssen wir uns auf hybriden Unterricht vorbereiten. Präsenzunterricht und digitales Lernen sollten mehr verbunden werden.“ 

6.43 Uhr: 395 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 10.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben
9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Freitagmorgen hatten 184.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.7., 0.00 Uhr, bei 0,66 (Vortag: 0,70). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 9.7., 0.00 Uhr, bei 0,86 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.30 Uhr: US-Experte Fauci nennt Coronavirus «schlimmsten Alptraum» 

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der Vereinigten Staaten auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen.

«In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh», sagte Fauci dem Podcast «FiveThirtyEight». Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe.

Dass die USA mit momentan täglich um die 60.000 nachgewiesenen Neuinfektionen hohe Anstiege verzeichnen,  führte Fauci dabei auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück.

Donnerstag, 9. Juli

18.39 Uhr: Österreich plant Corona-Ampel-Warnsystem

Österreich will ein landesweites Corona-Ampelsystem einführen. In vier Farben von grün bis rot soll darin die Infektionslage auf Ebene der Bezirke (entsprechend etwa der Kreisebene in Deutschland) eingestuft werden. Neben den Ansteckungszahlen sollen auch die Nachverfolgbarkeit der Fälle, die Testzahlen und die örtlichen Kapazitäten der Krankenhäuser eine Rolle spielen, erklärte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. Ziel sei ein einheitliches Vorgehen, das trotzdem regionalen Handlungsspielraum zulasse. „Wir wollen uns österreichweite Maßnahmen so lange wie möglich ersparen“, so Kurz.

Zudem sollen die Screening-Programme etwa in Risikobetrieben oder dem Tourismus verstärkt werden. Für die Nachverfolgung von Kontakten und die Überwachung verhängter Quarantänemaßnahmen will die Regierung außerdem 300 Soldaten und 500 Polizisten abstellen. In Österreich gibt es aktuell rund 1150 aktiv an Covid-19 Erkrankte, mit Abstand die meisten von ihnen in Oberösterreich und in Wien. 78 Patienten liegen in Krankenhäusern, zwölf von ihnen auf der Intensivstation.

17.41 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 2 (-1)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 27 (-12)
Fälle insgesamt 728 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 11 (-3)
Fälle insgesamt 770 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 537 (+11)
Fälle insgesamt 2516 (+29)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 50 (+2)
Fälle insgesamt 495 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 29 (-3)
Fälle insgesamt 397 (+2)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 12 (-1)
Fälle insgesamt 502 (+1)
davon Todesfälle 13

16.21 Uhr: Kölner Arena darf nun bis zu 2400 Gäste pro Veranstaltung reinlassen

Die ersten Arena-Konzerte vor Publikum nach der Corona-Pause in Köln werden größer. Wie der Veranstalter am Donnerstag mitteilte, dürfen künftig bis zu 2400 Gäste pro Veranstaltung in die Kölner Lanxess-Arena gelassen werden. Die Kapazität werde unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen nun schrittweise gesteigert. Bislang waren die Konzerte und Comedy-Auftritte auf rund 900 Gäste limitiert.

Mit dem dahinterstehenden Konzept hatten es die Veranstalter geschafft, überhaupt wieder Leben in die Lanxess-Arena zu kriegen, in die normalerweise 20.000 Menschen passen. Um die Corona-Regeln einzuhalten, wurde ein eigenes System entwickelt. Unter anderem werden Zuschauer im Innenraum in Plexiglas-Boxen gesetzt, die zur Bühne hin geöffnet sind. Zu den nächsten Künstlern, die in Köln auftreten wollen, zählen unter anderem Beatrice Egli und Nena.

15.01 Uhr: Corona-Entwarnung bei Fleischbetrieb Westphal in Herzebrock-Clarholz

Entwarnung für die auf das Coronavirus getestete Belegschaft des Fleischbetriebs Westphal im Kreis Gütersloh: Alle übrigen Mitarbeiter seien negativ getestet worden, berichtete der Kreis nach Vorliegen aller Laborergebnisse am Donnerstag. Die Reihentestung in dem Unternehmen war notwendig geworden, nachdem es unter den Beschäftigten einzelne positive Befunden gegeben hatte. In einem Fall hatte sich nach Angaben des Kreises Gütersloh ein Mitarbeiter bei einem in Quarantäne befindlichen Tönnies-Mitarbeiter angesteckt, den er besucht haben soll.

Die Produktion bei Westphal in Herzebrock-Clarholz soll in der nächsten Woche wieder anlaufen. Der Betrieb war vorsorglich ausgesetzt worden. Es sollte nach drei nachgewiesenen Infektionen geprüft werden, ob sich auch weitere der rund 120 Mitarbeiter des Zerlegungs- und Schlachtbetriebs angesteckt haben - was nicht der Fall war, wie sich nun zeigte.

14.53 Uhr: Keine Entscheidung über Betriebsaufnahme bei Tönnies

Über eine Wiederaufnahme der Produktion am Hauptstandort des Fleischproduzenten Tönnies ist noch keine Entscheidung gefallen. Nach Beratungen über ein Hygienekonzept des Branchenführers am Donnerstag in Gütersloh sagte die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher (FDP) vor Journalisten, für eine Gesamtbewertung sei es noch zu früh. Wann das Werk in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh wieder die Produktion anlaufen lassen könne, sei noch unklar. „Wir haben alle ein großes gemeinsames Ziel: Sicherheit vor Schnelligkeit“.

Das „zweite große Ziel“ sei, das man „gemeinsam wieder ins Geschehen kommt.“ In dem rund vierstündigen Arbeitstreffen sei vereinbart worden, Techniker auf das Betriebsgelände zu schicken. Sie sollten „verschiedene Maßnahmen zum vorbereitenden Infektionsschutz montieren“. Details nannte die Regierungspräsidentin zunächst nicht. An der nicht-öffentlichen Sitzung hatten auch Vertreter weiterer Behörden, Unternehmen und Hygiene-Experten teilgenommen.

13.48 Uhr: Erste Testergebnisse: wenige Infizierte in Mennoniten-Gemeinde

Beim Corona-Massentest in einer freikirchlichen Gemeinde in Euskirchen stimmen die ersten Ergebnisse nach Angaben des Kreises hoffnungsvoll. Von den 648 bislang ausgewerteten Tests sei lediglich bei 14 Personen das Coronavirus nachgewiesen worden, sagte Landrat Günter Rosenke am Donnerstag. Gut 300 weitere Ergebnisse würden an diesem Freitag erwartet.

Zuvor war bei 13 Mitgliedern einer Familie der Mennoniten-Gemeinde das Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien also 27 Mitglieder der Gemeinde nachweislich mit dem Virus infiziert.

Die Kreisverwaltung hatte die ganze Gemeinde unter Quarantäne gestellt und Tests für die insgesamt rund 1000 Erwachsenen und Kinder angeordnet. Bei einer Vielzahl positiver Tests würden auch dem Kreis Euskirchen massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens drohen.

12.10 Uhr: Beratungen über Hygienekonzept von Tönnies

Nach der corona-bedingten Schließung des Fleischwerks von Tönnies Rheda-Wiedenbrück beraten Vertreter von Behörden und Unternehmen über eine Wiederaufnahme der Produktion. Tönnies hatte dazu ein Hygienekonzept vorgelegt, das in der nicht-öffentlichen Sitzung nun genau unter die Lupe genommen werde, sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag zu Beginn der Runde.

Mit einer endgültigen Entscheidung sei in dem Arbeitstreffen noch nicht zu rechnen, eher mit einem Zwischenergebnis. „Es ist nicht zu erwarten, dass der Knoten heute durchschlagen wird.“

11.30 Uhr: Reul: Mehr als 50.000 Menschen verstießen gegen Corona-Regeln

Zwischen Ende März und Ende Juni hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen 50.587 Menschen gezählt, die gegen die Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben. Diese Zahl nannte Innenminister Herbert Reul am Donnerstag in Düsseldorf. Er betonte, dass dies nur die Fälle seien, bei denen die Polizei involviert war. Grundsätzlich liegt die Zuständigkeit bei den örtlichen Behörden mit ihren Ordnungsämtern. Bei den Fällen seien 36.837 Erwachsene, 11.404 Jugendliche und 2346 Kinder gezählt worden. „Die meisten Menschen verhalten sich vorbildlich und diszipliniert. Trotz des Verbots gibt es aber einige, die sich nicht an die Regeln halten. Der Drang nach frischer Luft ist nachvollziehbar, aber Corona ist noch nicht vorbei“, erklärte Reul.

10.40 Uhr: Kriminalität sinkt um 23 Prozent - deutlich weniger häusliche Gewalt

Die Gesamtkriminalität in Nordrhein-Westfalen ist zwischen Anfang März und Ende Juni im Zuge der Corona-Krise um knapp 23 Prozent gesunken. Das teilte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt sei um 21 Prozent zurückgegangen. Er selbst habe da „noch ein paar Fragezeichen im Kopf“, sagte Reul. Aber die Zahl der angezeigten Fälle sei im Vergleichszeitraum von 13.230 auf 10.479 gesunken.

Der Minister erklärte, es gebe nur Vermutungen zur Ursache. Er selbst sei eher davon ausgegangen, dass die Aggressivität steige, wenn man länger auf engstem Raum zusammen sei. Es könnte sein, dass die Nachbarn besser aufgepasst hätten oder auch nicht alle Taten angezeigt wurden.

9.25 Uhr: Merkel und Rutte beraten über EU-Wiederaufbaufonds

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät am Abend mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über die Umsetzung des umstrittenen geplanten EU-Wiederaufbaufonds in der Corona-Pandemie.

Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge geht es bei dem Abendessen um die Prioritäten der bis Ende der Jahres dauernden deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Im Mittelpunkt dürfte die Vorbereitung des am 17. und 18. Juli anstehenden EU-Sondergipfels zum Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie stehen. Rutte ist erster Auslandsgast Merkels im Kanzleramt seit Beginn der Hochphase der Pandemie. 

8.15 Uhr: Polizeieinsatz auf Tönnies’ Anwesen 

Nach dem Corona-Ausbruch im Konzern sowie Kritik an der Fleischindustrie und den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sieht sich Firmenchef Clemens Tönnies Drohungen und einer Hetzjagd ausgesetzt. Am Dienstagabend kam es zu einem Vorfall, der die Polizei auf den Plan rief.

6.45 Uhr: 442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 9.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag.

Bis Dienstag hatten etwa 183.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden (Stand 8.7., 0.00 Uhr). Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,84). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.05 Uhr: Keine Entspannung der Corona-Zahlen in den USA in Sicht 

Nach Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp.

Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60.000 an einem einzelnen Tag gelegen - die bei weitem höchsten Zahlen bislang. 

Mittwoch, 8. Juli

18.44 Uhr: Krankenhaus in Bergamo erstmals ohne Covid-Fälle auf Intensivstation

In Bergamo hat das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII nach rund dreieinhalb Monaten Corona-Krise den ersten Tag ohne Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gefeiert. Dafür gab es beim Personal „befreienden Applaus“, aber auch eine Gedenkminute für die Toten, wie italienische Medien am Mittwoch schrieben. Die Stadt Bergamo in der Lombardei stand seit Februar im Zentrum des Virus-Ausbruchs in Italien. Das große Hospital Papa Giovanni XXIII gehört zu den symbolischen Orten für die Corona-Krise in dem Land.

Drastische Bilder von Covid-19-Kranken in überfüllten Sälen und Gängen gingen um die Welt.„Dies ist ein äußerst wichtiger Tag“, sagte Abteilungsdirektor Luca Lorini bei der Feier nach Angaben der Agentur Adnkronos. Es seien zwar noch Corona-Patienten in der Klinik in Behandlung, doch diese seien bereits negativ getestet, hieß es.

Die Viruswelle hatte das Krankenhaus seit dem 23. Februar mit dem Patientenansturm überrollt. Kurz zuvor waren auch in anderen Orten in der Lombardei Corona-Fälle publik geworden, auch Venetien war früh betroffen. Inzwischen gehen Fachleute davon aus, dass das Virus Sars-CoV-2 schon mindestens seit Jahresbeginn oder gar seit Dezember 2019 in Italien kursierte.In ganz Italien wurden bis Mittwoch offiziell mehr als 34 900 Tote mit oder durch Covid-19 gezählt. Die Zahl der bislang registrierten Menschen mit dem Virus liegt bei mehr als 240 000. Zuletzt waren in 24 Stunden knapp 200 neue Fälle dazu gekommen.

17.52 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 3 (-2)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 39
Fälle insgesamt 727
davon Todesfälle 18

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 14
Fälle insgesamt 769
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 526 (+8)
Fälle insgesamt 2487 (+15)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 48 (+14)
Fälle insgesamt 492 (+17)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 32 (-1)
Fälle insgesamt 395 (+2)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 13 (+1)
Fälle insgesamt 501
davon Todesfälle 13

17.44 Uhr: Drei Koblenzer Studentenwohnheime wegen Corona unter Quarantäne gestellt

Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor. Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Die drei Wohnheime bieten insgesamt Platz für rund 350 Bewohner. „Es sind nicht alle da“, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Alle Bewohner würden auf das hochansteckende Coronavirus getestet. Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der drei Studentenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die Zugänge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen.

17.15 Uhr: Niedersachen erlaubt Güterslohern wieder die Einreise

Das Land Niedersachsen lässt Urlauber aus dem Kreis Gütersloh nun doch schon von diesem Samstag (11. Juli) an wieder ins Land einreisen. Das sagte eine Regierungssprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang war vorgesehen, dass Personen aus dem Kreis Gütersloh von Montag an wieder einreisen dürfen. Bis dahin hätten sie einen negativen Coronatest vorweisen müssen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

16.45 Uhr: 397 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 8.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9036 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 183.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden (Stand 8.7., 0.00 Uhr). Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,83 (Vortag: 0,84). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

16.42 Uhr: Oberverwaltungsgericht NRW: Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen

Das aktuelle Betriebsverbot für Clubs und Diskotheken in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona ist laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes rechtmäßig. Das entschied das OVG am Mittwoch nach der Klage einer Kölner Diskothek-Betreiberin, wie das Gericht mitteilte. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Land annehme, dass in Clubs und Diskotheken ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Besucher hielten sich dort dicht aneinander gedrängt auf oder tanzten - und das in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und bei häufig wechselnden Gästen.

Das OVG geht auch nicht davon aus, dass die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen einer Gesichtsmaske bei einer Öffnung von Clubs und Diskotheken realistisch wäre. Die branchenweite Untersagung des Betriebs nach der Coronaschutzverordnung NRW sei daher rechtlich nicht zu beanstanden. Die Antragstellerin hatte argumentiert, dass die fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung ohne angemessenen finanziellen Ausgleich rechtswidrig sei. Der OVG-Beschluss ist nicht anfechtbar.

15.50 Uhr: SPD: Unwürdige Unterbringung von Fleischarbeitern sofort beenden

Die SPD-Opposition hat die Regierung in Nordrhein-Westfalen aufgefordert, menschenunwürdige Unterbringungen von Beschäftigten in der Fleischindustrie unverzüglich zu beenden. SPD-Landeschef Sebastian Hartmann warf Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf vor, nicht genau genug hingeschaut und nicht konsequent gehandelt zu haben - obwohl die Zustände seit langem bekannt seien.Wie aus einem am Bericht von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an den Landtag hervorgeht, waren bei der Überprüfung von Fleischarbeiter-Behausungen bis zum Mai bereits zahlreiche Mängel festgestellt worden. Unter den fast 1900 mittleren und gravierenden Beanstandungen waren Überbelegungen, Schimmelpilze, Einsturzgefahr, undichte Dächer, „katastrophale Sanitäreinrichtungen“, Brandschutzmängel und fehlende Desinfektionsmittel.

Hartmann und der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Josef Neumann, warfen Laumann vor, den Arbeitsschutz geschwächt und durch Zögern und Zaudern die Gesundheit der Menschen gefährdet zu haben. Hartmann sagte, spätestens nach dem Corona-Ausbruch in einem Coesfelder Schlachthof im Mai hätte die Regierung Risikovorsorge betreiben und alle Schlachthöfe unter besondere Kontrolle stellen müssen. Hartmann forderte die Union auf, nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies und den aufgedeckten Missständen im Umgang mit Werkvertragsarbeitnehmern die Spenden zurückzuzahlen, die sie von dem milliardenschweren Unternehmer erhalten habe. Wenn Laschet einen Bruch mit solchen Zuständen wolle, müsse er in seiner Partei darauf dringen, forderte der Oppositionspolitiker. Auch im Umgang mit der Corona-Krise bei Tönnies und der Begrenzung der Auswirkungen auf die Bevölkerung habe Laschet versagt. „Es ist klar, dass dieses Desaster zwei Namen hat: Laschet und Tönnies.“

15.28 Uhr: Merkel: Einigung auf Corona-Aufbauplan erfordert Kompromiss von allen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei den Verhandlungen um den Corona-Aufbauplan alle Beteiligten zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. „Wir dürfen keine Zeit verlieren, darunter würden nur die Schwächsten leiden“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch bei einer Rede im Brüsseler Europaparlament. Sie hoffe sehr, dass eine Einigung noch im Sommer gelinge. „Das wird noch viel Kompromissbereitschaft von allen Seiten erfordern – auch von Ihnen“, sagte Merkel zu den Parlamentariern.

Die 27 EU-Staaten verhandeln derzeit über einen 750 Milliarden Euro schweren Plan der EU-Kommission, der die historisch schwer getroffene Wirtschaft in Europa nach der Corona-Krise wieder ankurbeln soll. Die Positionen liegen noch weit auseinander. Ende nächster Woche treffen sich die Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel in Brüssel. Das Europaparlament müsste einer möglichen Einigung dann noch zustimmen.

Nun sei es wichtig, sich europäisch einig zu werden, sagte Merkel am Mittwoch. Dabei sei die soziale Dimension ebenso wichtig wie die wirtschaftliche. „Ein sozial und wirtschaftlich gerechtes Europa ist entscheidend für den demokratischen Zusammenhalt.“ Es sei das beste Rezept gegen all jene, die die Demokratien schwächen und Gemeinsamkeiten infrage stellen wollten.

14.51 Uhr: Positiver Corona-Fall in Bielefelder Kita

Die Stadt Bielefeld hat heute wegen einer bestätigten Covid-19-Infektion die Kita Brock in Bielefeld-Quelle schließen müssen . Ein symptomatisch erkranktes Kita-Kind ist positiv getestet worden.

Das positive Testergebnis wurde heute bekannt, die Kita ist sofort informiert worden. Auch die beiden Geschwisterkinder gehen in die Kita und sind dort in zwei weiteren unterschiedlichen Gruppen untergebracht.

14.49 Uhr: Güterslohs Landrat fordert vom Norden Ende der Reise-Hürden

Mit einer E-Mail an die Ministerpräsidenten der Küstenländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat sich Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer für die Aufhebung der Reisebeschränkungen für Menschen aus seiner Heimat eingesetzt. Die Menschen aus dem Kreis Gütersloh hätten „die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt“, schrieb der CDU-Politiker laut Mitteilung an Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) sowie dessen schleswig-holsteinischen Amtskollegen Daniel Günther (CDU).

Auch wenn der Kreis Gütersloh offiziell nicht mehr als Corona-Risikogebiet gilt, können Reisende von dort vorerst nicht ohne weiteres nach Schleswig-Holstein kommen, wie das Kieler Gesundheitsministerium bereits am Dienstag klarstellte. Wer sich in dem Kreis in der Zeit aufhielt, in der dieser als Risikogebiet eingestuft war, dürfe weiterhin nur mit negativem Testergebnis einreisen oder müsse unverzüglich in Quarantäne. Zudem müsse sich derjenige beim Gesundheitsamt melden. Erst wenn der letztmalige Aufenthalt in einem Risikogebiet länger als 14 Tage zurückliegt, hat das dem Kieler Gesundheitsministerium zufolge keine Auswirkung mehr auf die Einreise nach Schleswig-Holstein.

14.25 Uhr: Forscher befürchten 208.000 Corona-Tote in den USA bis November

Bis November könnten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären fast 80.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis November aber mit rund 163.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle.

„Jene, die sich weigern, eine Maske zu tragen, bringen ihr Leben, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Gemeinschaften in Gefahr“, erklärte Institutsdirektor Christopher Murray am Dienstag (Ortszeit). Das Institut hatte Mitte Juni bereits mit rund 200.000 Toten bis Oktober gerechnet. Angesichts zeitweise fallender Infektionszahlen korrigierten die Forscher ihre Prognose dann auf rund 175.000 herab. Die erneute Erhöhung der Prognose war demnach dem starken Anstieg der Neuinfektionen im Süden der USA und dem Ausblick auf die Herbstmonate geschuldet, erklärte IHME.

Im September und Oktober sei zu Beginn der Grippesaison mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Todeszahlen zu rechnen, hieß es. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA bislang knapp drei Millionen bekannte Coronavirus-Infektionen. Allein am Dienstag gab es demnach rund 60.000 Neuinfektionen, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Mehr als 131.000 Menschen starben in den USA bislang an oder im Zusammenhang mit einer Infektion.

14.19 Uhr: Kündigung nach Scherz über Corona-Regeln

Ein scherzhaft gemeintes Selfie über die Corona-Regeln hat einen Arbeitnehmer aus dem Kreis Osnabrück den Job gekostet. Beide Parteien einigten sich am Mittwoch auf einen Vergleich, sagte der Sprecher des Arbeitsgerichts Osnabrück, Thomas Schrader. Demzufolge verliert der Mann zum 31. August seinen Job und wird bis dahin unter Fortzahlung seines Lohns und Abfeierns seines Resturlaubs freigestellt. Als Abfindung bekommt er einen Monatslohn in Höhe von 2000 Euro. Der Arbeitgeber wollte ihn ursprünglich fristlos kündigen, der Arbeitnehmer hätte eine Abmahnung als ausreichend empfunden. (Az.: 2 Ca 143/20)

Der Mitarbeiter der Firma aus Bissendorf hatte am 23. März ein Selfie von sich und fünf weiteren Männern bei WhatsApp gepostet, die in enger Runde auf dem Boden zusammensaßen und zum Teil Karten spielten. Dazu lautete die Bildunterschrift: „Quarantäne bei mir“, zusammen mit einem Tränen lachenden Smiley. Kurz zuvor hatte der Arbeitgeber eine Betriebsversammlung zu Covid-19-Sicherheitsbestimmungen abgehalten, um seine 25 Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen. Aus Sicht des Arbeitgebers habe der Mitarbeiter damit gezeigt, dass er die Corona-Hygieneregeln nicht ernst nehme, was auch Risikopersonen im Betrieb gefährde. Daher habe das Unternehmen kein Vertrauen mehr in ihn, sagte Schrader. Der Arbeitnehmer, der seit März 2018 bei der Firma arbeitete, hatte das Selfie als Scherz bezeichnet. Die Aufnahme sei Anfang März, also vor Inkrafttreten der Corona-Regeln, entstanden.

14.15 Uhr: Dänemark führt Corona-Pass für Reisende ein

Touristen aus Dänemark haben von nun an die Möglichkeit, sich vor der Abreise eine coronafreie Gesundheit bescheinigen zu lassen. Mit Hilfe eines sogenannten Covid-19-Passes sollen die Dänen für den Fall gewappnet sein, wenn sie auf Reisen ins Ausland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um zum Beispiel einer Quarantäne nach der Einreise aus dem Weg zu gehen. Wie das dänische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist es möglich, sich vor der Abreise aus Dänemark in einem Zentrum testen zu lassen, um eine entsprechende offizielle Dokumentation auf Reisen bei sich haben zu können.

Die Möglichkeit zum kostenfreien Corona-Test gibt es in Dänemark bereits seit Mitte Mai. Auch der digitale Covid-19-Pass ist nach Ministeriumsangaben kostenlos. Die Dänen können sich den Pass in ihren online einsehbaren Gesundheitsdaten herunterladen und ausdrucken, sofern das Testergebnis negativ ausgefallen und nicht älter als sieben Tage ist.

13.47 Uhr: Merkel auf erster Auslandsreise nach Brüssel seit Corona-Ausbruch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zum Auftakt ihrer ersten Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie mit EU-Parlamentspräsident David Sassoli getroffen. „Ich freue mich, dass meine erste Auslandsreise nach Ausbruch der Pandemie mich nach Brüssel und dabei ins Europäische Parlament führt“, sagte Merkel am Mittwochmittag zu Beginn der Gespräche. Deutschland sei in seiner am 1. Juli begonnenen EU-Ratspräsidentschaft auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Parlament angewiesen und wolle diese auch pflegen.

„Es geht in der Zeit der nächsten Monate um die große Aufgabe, uns um die Eindämmung der Pandemie zu bemühen, die Folgen zu bewältigen“, sagte Merkel. „Wir stehen vor einer nicht gekannten Situation des wirtschaftlichen Einbruchs, der Sorge um Arbeitsplätze“, betonte sie. Merkel warb in diesem Zusammenhang noch einmal um einen ambitionierten Wiederaufbauplan. Das Geld, das man jetzt dafür wolle, solle nicht einfach investiert werden, um wieder hinzukommen, wo man gewesen sei, „sondern um auch einen Schritt in die Zukunft zu gehen“. Als Beispiele nannte sie den Klimawandel und die Digitalisierung.

Parlamentspräsident Sassoli betonte, niemand dürfe nach der Corona-Krise im Stich gelassen werden. Dies sei die Gelegenheit für die europäischen Institutionen, zu zeigen, dass sie Gemeingut der Europäer seien. Deutschland habe verstanden, wie wichtig die europäische Solidarität sei. Deshalb sei das Parlament sicher, dass die EU-Staaten unter deutscher Führung auf die Herausforderungen antworten werden.

13.08 Uhr: Kärnten: Maskenpflicht in Touri-Hotspots - „kein Sommer-Ischgl“

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21 bis 2 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankündigte. „Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden“, sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien. Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

12.30 Uhr: 17 Neuinfektionen in Bielefeld: Zwölf Fälle mit Bezug zu Tönnies

Zuletzt hatte es keine neuen Infektionen nach laborbestätigten Tests gegeben - am Mittwoch meldet die Stadt Bielefeld 17 neue Corona-Fälle (Stand 12 Uhr). Das ist der höchste Wert von neuen Infektionen seit langem.

Damit sind bisher 492 Bielefelder/innen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den 17 Neuinfektionen haben zwölf Menschen aufgrund von Nachtestungen einen Bezug zu Tönnies. Insgesamt haben somit 34 Infizierte einen Bezug zu dem Fall Tönnies.

11.53 Uhr: EU genehmigt deutschen Rettungsschirm für Unternehmen

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben den von der Bundesregierung eingerichteten Rettungsschirm für Unternehmen genehmigt. Sie gelangten zu dem Schluss, dass der mit einem Budget von 600 Milliarden Euro ausgestattete Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit den in der Corona-Krise gelockerten EU-Regeln im Einklang steht, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. Es seien keine unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen zu erwarten.

Ziel des Fonds ist es, Unternehmen mit Kapital zu versorgen, die in der Corona-Krise unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sind. Dazu soll es einen Garantierahmen von 400 Milliarden Euro geben, der Unternehmen dabei helfen soll, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Zudem sind eine Kreditermächtigung über 100 Milliarden Euro zur direkten Rekapitalisierung von Unternehmen sowie eine weitere Kreditermächtigung über 100 Milliarden Euro zur Refinanzierung der Sonderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vorgesehen.

11.05 Uhr: Einhaltung der Corona-Regeln: Große Unterschiede bei Bußgeldern der Städte in NRW

Städte wollen so auf die Einhaltung der Corona-Regeln verschärfend einwirken. Zuletzt sind diese bisweilen missachtet worden, auch in Bielefeld.  Und auch aktuell kommt es immer wieder vor, dass die Regeln nicht ernst genommen werden – auch, weil die Zahl der Infizierten rückläufig ist. Umso mehr wollen die Ordnungsämter durch Kontrollen zeigen, dass die Pandemie noch nicht vorüber ist. Gleichzeitig füllen die Kommunen ihre Stadtkasse und gleichen Verluste aus, die seit Jahresbeginn entstanden sind.

8.38 Uhr: Zahl der Neuinfektionen geht weiter zurück

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken und nähert sich den Werten anderer Regionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 28,6. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50.

Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lag der Wert bei 270,2.

7.46 Uhr: Trump drängt auf Öffnung der Schulen nach den Sommerferien

Trotz dramatisch hoher Coronavirus-Fallzahlen will US-Präsident Donald Trump Druck auf die US-Bundesstaaten ausüben, damit dort die Schulen nach den Sommerferien wieder öffnen.

«Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind», sagte Trump bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig sowohl für das Land als auch für das Wohlbefinden von Schülern und deren Eltern. «Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen.»

7.13 Uhr: Genesungswünsche und Kritik nach Bolsonaros Corona-Diagnose

Nach Jair Bolsonaros positivem Corona-Test haben zahlreiche Genesungswünsche den brasilianischen Präsidenten erreicht. Angesichts seiner laxen Gesundheitspolitik wurde allerdings auch Kritik an dem Verhalten des Staatschefs laut.

Unterdessen stieg die Zahl der Corona-Toten im größten Land Lateinamerikas binnen 24 Stunden um 1254 - einer der höchsten Werte der vergangenen Wochen.

Dienstag, 7. Juli

20.35 Uhr: USA sind aus Weltgesundheitsorganisation ausgetreten

Die USA haben ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vollzogen. Eine entsprechende Erklärung sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Washington.

18.49 Uhr: WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.
Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.
Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. «Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen», sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der «New York Times». «Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.»
Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.
Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden.

18.04 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 5 (-1)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 39 (-16)
Fälle insgesamt 727
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 14 (+1)
Fälle insgesamt 769 (+2)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 518 (+5)
Fälle insgesamt 2472 (+5)
davon Todesfälle 20 (korrigiert)

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 34 (-2)
Fälle insgesamt 475
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 33 (-5)
Fälle insgesamt 393
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 13 (+1)
Fälle insgesamt 501 (+1)
davon Todesfälle 13

17.48 Uhr: Mehrere positive Tests bei bulgarischem Fußballclub

In Bulgariens Fußball sind 22 Coronavirus-Infektionen bei Spielern, Clubbesitzern und -Mitarbeitern nachgewiesen worden. Allein beim Erstligisten Tscherno More aus der Schwarzmeerstadt Warna wurden zwölf Spieler und vier Mitarbeiter positiv getestet. Die Tests erfolgten nach einem Spiel gegen Zarsko Selo vom 5. Juli, wie Tscherno More auf seiner Webseite mitteilte. Insgesamt sind bei Zarsko Selo vier Spieler mit den Coronavirus infiziert.

Gesundheitsminister Kiril Ananiew drohte, dass strengere Schutzmaßnahmen - wie etwa Spiele ohne Zuschauer - gegen die Ausbreitung des Coronavirus wieder eingeführt werden könnten. Nach der Corona-Zwangspause wurden in Bulgarien die Spielzeiten der 1. und 2. Liga am 5. Juni wieder mit Fans in den Stadien fortgesetzt.

17.46 Uhr: Mobile Teams im Kreis Gütersloh stehen vor neuen Herausforderungen

Das Ziel des Krisenstabs für die weiteren Testungen durch die mobilen Teams ist nach Angaben der Kreisverwaltung klar umrissen: Alle verbliebenen Haushalte, in den Beschäftige von Tönnies wohnen, regelmäßig besuchen, Abstriche machen von allen Haushaltsangehörigen und die positiv getesteten Personen isolieren. Demnächst soll eine zweite Testrunde starten.

17.21 Uhr: Bolsonaro positiv auf Coronavirus getestet

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte der Staatschef am Dienstag nach einem positiven Test in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília.

Der rechte Staatschef verharmloste das Virus stets als «leichte Grippe» und trug bei öffentlichen Auftritten selten eine Maske.

17.17 Uhr: Wirtschaftlicher Absturz in Europa tiefer als gedacht

Der historische wirtschaftliche Absturz wegen Corona ist in Europa noch tiefer als gedacht - aber womöglich geht es jetzt langsam wieder aufwärts.

Es war diese doppelte Botschaft, die EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni mit seiner jüngsten Konjunkturprognose setzte. Deutschland steht inmitten des Desasters nach jetzigem Stand etwas besser da als andere EU-Länder, vor allem als die Krisenstaaten Italien, Spanien und Frankreich. Aber über allem schwebt die Frage: Wie geht es weiter mit der Pandemie?

16.35 Uhr: Hunderte Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion von 13 Mitgliedern einer Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für Hunderte Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde angeordnet. Nach Angaben eines Behördensprechers von Dienstag ist die Euskirchener Mennoniten-Gemeinde - eine evangelische Freikirche, der auch die betroffene Familie angehört - komplett betroffen. Nach der Familie sollen die Gemeindemitglieder noch diese Woche auf das Virus getestet werden - den Angaben zufolge rund 1000 Menschen.

Zunächst sei die Mutter der Familie mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und corona-positiv getestet worden, sagte Behördensprecher Wolfgang Andres. Bei weiteren Testungen habe sich gezeigt, dass auch der Vater und elf der 13 Kinder corona-positiv seien. „Die Kinder sind vorher noch in die Schule gegangen, in die eigene Schule der Mennoniten. Und die Familie ist wohl auch noch in den Gottesdienst in das Bethaus der Mennoniten gegangen“, sagte Andres. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus verbreitet worden sei.Der Kreis habe von der Mennoniten-Gemeinde eine Liste mit rund 500 Namen erhalten. Diese Menschen würden mit ihren Kindern getestet. Das seien insgesamt rund 1000 Personen. Die Quarantäne-Anordnung gelte für die ganze Gemeinde. Schule und Bethaus der Mennoniten seien geschlossen worden.

16.29 Uhr: Ökonom: Vor allem künftige Generationen müssen Corona-Lasten tragen

Die Stiftung Marktwirtschaft hat der Politik vorgeworfen, die finanziellen Lasten der Corona-Pandemie vor allem auf künftige Generationen abzuwälzen. Wolle man diese Belastung abmildern, müsse der Staat möglichst bald mit der Tilgung der nun auflaufenden Schulden beginnen, vor allem aber das Anwachsen der versteckten Staatsschulden dämpfen. Das sagte der Ökonom Bernd Raffelhüschen, Vorstandsmitglied der Stiftung, am Dienstag in Berlin.

„Die Corona-Pandemie ist ein echter Schock für die Staatsfinanzen“, sagte Raffelhüschen. Die Nachhaltigkeitslücke entspreche einem Gesamtschuldenstand der öffentlichen Hand von 11,9 Billionen Euro. Rund vier Fünftel davon (9,8 Billionen Euro) entfielen auf die heute noch nicht direkt sichtbare Staatsschuld. Dahinter würden sich alle durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau nicht gedeckten staatlichen Leistungsversprechen für die Zukunft verbergen, etwa jene der Sozialversicherungen.

16.06 Uhr: Landrat will Tönnies Kosten von Corona-Ausbruch in Rechnung stellen

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht.

15.35 Uhr: AfD-Fraktion scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im bayrischen Landtag

Die AfD-Fraktion ist am Verwaltungsgericht München mit ihrem Eilantrag gegen die Maskenpflicht im bayerischen Landtag gescheitert. Das Gericht erklärte sich in der Frage für nicht zuständig, da es sich um eine verfassungsrechtliche Streitfrage handele, teilte ein Sprecher des Gerichts am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Gegen die Entscheidung kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden. (Aktenzeichen M 30 S 20 2940)

Seit vergangenem Freitag sind alle Abgeordneten im Landtag verpflichtet, Mund und Nase zu verhüllen. Die AfD-Fraktion kündigte daraufhin Klage am Verwaltungsgericht an, weil sie darin eine „massive Einschränkung“ des freien Mandats sieht. Ob sie ihre Klage nun am Verfassungsgerichtshof einreicht, war zunächst offen.

Seit Mitte Juni gilt bereits für alle Mitarbeiter und Beschäftigte im bayerischen Landtag eine Maskenpflicht. Für die Abgeordneten hatte es zunächst nur eine dringende Empfehlung, ein Maskengebot, gegeben. Weil sich die Mehrzahl der AfD-Abgeordneten aber nicht daran hielt, ordnete Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) eine Maskenpflicht für alle an.

15.14 Uhr: Italien verbietet Flüge aus Bangladesch nach Coronafällen

Italien hat alle Flüge aus Bangladesch ausgesetzt, nachdem mehrere Passagiere eines Fluges aus der Hauptstadt Dhaka positiv auf das Coronavirus getestet worden sein sollen. Das Verbot solle zunächst für eine Woche gelten, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag. Die Maschine mit 225 Fluggästen war demnach am Montag in Rom gelandet. Alle aus Dhaka Eingereisten müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Diese Regel gilt in Italien für alle, die von außerhalb des Schengraums einreisen.

Nach Angaben des Gesundheitskommissars für Latium, die Region um Rom, sind bislang 21 der 225 Passagiere positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Es lägen aber noch nicht alle Ergebnisse vor, sagte Alessio D'Amato. Die Region Latium meldete am Montag 19 Neuinfektionen, darunter 12 unter in Rom lebenden Bangladeschern.

Italien wurde von der Pandemie besonders hart getroffen und zählt rund 35.000 Todesfälle. Der leichte Anstieg der Neuinfektionen in zahlreichen Regionen bereitet entsprechend dem ganzen Land Sorgen. Zuletzt zählten die Behörden landesweit 208 neue Fälle in 24 Stunden.

15.06 Uhr: „Brandbeschleuniger“ Corona: Droht einer Milliarde Menschen Hunger?

Die Welthungerhilfe hat davor gewarnt, dass die Zahl der Hungernden in der Welt als Folge der Corona-Pandemie auf eine Milliarde ansteigen könnte . Die Infektionswellen verstärkten Auswirkungen von Klimawandel und Kriegen als größte „Hungertreiber“, warnte die Organisation am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2019. Nötig seien schnelle Nothilfe, aber auch verstärkte Investitionen in Landwirtschaft und bestehende Hilfsprojekte.

Gewarnt wird vor dem Aufbau von Parallelstrukturen, die später zusammenbrechen könnten.„Jetzt schlägt die Pandemie in den Ländern des Südens mit voller Wucht zu. Viele Menschen erkranken an Covid-19, viele verlieren ihre Arbeit, die Wirtschaft bricht dramatisch ein, Nahrungsmittelpreise steigen und Gesundheitssysteme sind überfordert“, erklärte Marlehn Thieme, Präsidentin der Organisation. „Internationale Solidarität ist jetzt wichtiger denn je. Wir brauchen mehr langfristige Unterstützung für die Anstrengungen der Menschen im Süden.“ Sie sprach von „horrenden Zahlen“ und verwies auf Erwartungen der Weltbank, wonach bis Ende des Jahres 70 bis 100 Millionen Menschen in extreme Armut gedrängt werden könnten. Auch drohe ein Einbruch von Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

13.49 Uhr: Experten begutachten Corona-Hygienepläne im Tönnies-Werk

Im Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück werden die  Hygienepläne für eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs weiter unter die Lupe genommen . Am Dienstag setzten Behördenvertreter und Experten Begehungen der verschiedenen Bereiche in dem großen Schlachthof fort, wie ein Sprecher von Tönnies sagte.Seit Montag beraten Vertreter des Kreises Gütersloh, der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold gemeinsam mit dem Unternehmen und verschiedenen Experten über ein Hygienekonzept für den großen Schlacht- und Fleischzerlegungsbetrieb. Noch bis Mittwoch sollen Begehungen des Werkes stattfinden, um das Konzept vor Ort zu begutachten. Über die Ergebnisse soll dann am Donnerstag erneut mit den Beteiligten beraten werden, sagte der Tönnies-Sprecher weiter.

13.21 Uhr: Forscher warnen vor mehr Tierkrankheiten beim Menschen

Ursprünglich bei Tieren vorkommende Krankheiten könnten in Zukunft immer öfter auf den Menschen überspringen - ähnlich wie das mit großer Wahrscheinlichkeit beim neuen Coronavirus geschehen ist.

Davor warnen das UN-Umweltprogramm (UNEP) und das International Livestock Research Institute (ILRI) in einem Bericht. «Wenn wir weiterhin die Tierwelt ausbeuten und unsere Ökosysteme zerstören, können wir einen stetigen Strom dieser Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, in den kommenden Jahren erwarten», warnte UNEP-Chefin Inger Andersen. Der Bericht zeigt, dass unter anderem die zunehmende Nachfrage nach Fleisch, die steigende Urbanisierung und der Klimawandel dazu beitragen.

Die Corona-Krankheit Covid-19 ist demnach nur ein Beispiel für den Anstieg von Zoonosen - also von Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist vermutlich von Fledermäusen über ein anderes Tier auf den Menschen übertragen worden. Auch Ebola und Mers sprangen von Tieren auf den Menschen über. Schleichkatzen stehen im Verdacht, das Sars-Virus 2003 auf den Menschen übertragen zu haben.

12.40 Uhr: Niedersachsen bleibt vorerst bei Testpflicht für Reisende aus dem Kreis Gütersloh

Trotz gerichtlicher Aufhebung der strengeren Corona-Beschränkungen sowie der sinkenden Infektionszahlen im Kreis Gütersloh brauchen Niedersachsen-Reisende von dort laut eines Medienberichts noch bis einschließlich Sonntag einen negativen Corona-Test .

Die bestehenden Reisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreisgebiet will das Land Niedersachsen „bei bis dahin unverändert positiver Infektionslage“ dann am Montag, 13. Juli mit einer neuen Verordnung aufheben, sagte eine Sprecherin der Landesregierung am Dienstag der „Rheinischen Post“.

Touristen aus dem Kreis Gütersloh mit Reiseziel Mecklenburg-Vorpommern können dagegen schon wieder auflagenfrei reisen

11.52 Uhr: Weser-Open-Air-Festival in Beverungen wird ins kommende Jahr verschoben

Das Weser-Open-Air-Festival kann in diesem Jahr wegen der Corona-Lage nicht stattfinden.Eigentlich war das Event mit tausenden Fans für September geplant. Nun soll das zweitägige Festival in das kommende Jahr verschoben werden, so Organisator Volker Faltin von der Kulturgemeinschaft . “Ich habe bis zuletzt gehofft, dass es 2020 stattfinden kann. Aber weil die Auflagen so hoch sind, ist das Festival nicht durchführbar. Letzte Gespräche mit den Künstlern laufen aber noch“, sagt Faltin.

Beatrice Egli, DJ Ötzi, die Höhner, Wincent Weiss, Lena, Michael Schulte, Lotte und Miu sollten am 11. und 12. September in Beverungen spielen. Die Karten behalten für 2021 ihre Gültigkeit. Die Kulturgemeinschaft will in Kürze noch einmal eine Erklärung zur Verschiebung abgeben.

11.39 Uhr: Corona-Testergebnis in 16 Minuten

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von Menschen testen. Zellbiologen der Universität Bielefeld haben nun mit mehreren Kooperationspartnern in einer Studie ein Verfahren entwickelt , das rund zehnmal schneller ein Ergebnis liefert.

„Der Test dauert nur rund 16 Minuten“, sagt Professor Dr. Christian Kaltschmidt vom Lehrstuhl für Zellbiologie der Universität. „Die Methode ist zudem günstiger als die herkömmlichen Tests.“

10.30 Uhr: Ärger mit der NRW-Soforthilfe

„Die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie drohende Pleitewelle unter Kleinstunternehmern und Soloselbständigen ist nur verschoben“, sagt Günter Butenuth, Geschäftsführer der KUS-Unternehmensberatung in Werther im Kreis Gütersloh.  Er und andere Kritiker der aktuellen Entwicklung bei der NRW-Soforthilfe befürchten, dass die geforderte Rückzahlung eines Teils der Gelder viele Betroffene überfordern wird.

Zwischen 27. März und 31. Mai haben 430.000 kleine Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten die Soforthilfe beantragt. Das Land NRW zahlte an sie ungewöhnlich schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand insgesamt 4,5 Milliarden Euro aus. Das brachte der Politik viel Lob ein. Doch nun erhalten die Betroffenen dieser Tage eine Mail, in der das NRW-Wirtschaftsministerium sie auffordert, ihren tatsächlichen Liquiditätsengpass für die betroffenen drei Monate offenzulegen. War er kleiner als der ausgezahlte Betrag, müssen die Empfänger den Betrag bis Jahresende zurücküberweisen.

9.38 Uhr: Melbourne geht nach Corona-Anstieg wieder in den Lockdown

Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne geht wegen eines drastischen Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Mehrere Wochen, nachdem die rund fünf Millionen Einwohner zählende Hauptstadt des Bundesstaates Victoria die Wirtschaft wieder geöffnet hatte, werde man ab Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) wieder strikte Ausgangssperren in Kraft setzen, teilte der regionale Regierungschef Daniel Andrews heute mit. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

„Wir müssen realistisch über die Umstände, mit denen wir konfrontiert sind, sein“, sagte Andrews. Die Frustration habe scheinbar zu einer gewissen Nachlässigkeit geführt. „Ich denke, jeder von uns weiß, dass wir keine andere Wahl haben als diese sehr sehr schwierigen Schritte zu ergreifen“, fügte der Regierungschef hinzu. Die Bürger dürfen unter dem erneuten Lockdown nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübungen körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Gäste dürfen zu Hause nicht empfangen werden. Außerdem bleiben Schulen in den betroffenen Gebieten, die nächste Woche öffnen sollten, geschlossen.

Die rund fünf Millionen Bewohner Melbournes können außerdem ihre Stadt nicht verlassen. Das Militär ist mobilisiert, um die Polizei bei der Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zu unterstützen. Man müsse die Situation so ernstnehmen wie man in Australien auch Buschfeuer ernstnehme. Es gehe um „Leben und Tod“, sagte Andrews.

8.15 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh liegt bei 35,4

Nach etlichen Coronavirus-Fällen beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.

Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Bereits am Montag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die von der Landesregierung verfügten Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh gekippt. Das zuständige Gesundheitsministerium hätte nach der Verbreitung des Virus bei Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen, die Einschränkung des öffentlichen Lebens für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, erklärte das Gericht.

Die Beschränkungen wären ohnehin in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufen - die Landesregierung hatte die Auflagen bis Mittwoch 00.00 Uhr befristet. Eine Verlängerung wäre möglich gewesen, galt angesichts der rückläufigen Infektionszahlen aber als unwahrscheinlich.

7.15 Uhr: Borgholzhausens Bürgermeister sieht sich im OVG-Urteil bestätigt

Aktuell drei Infizierte in Borgholzhausen, kein Bezug zu Tönnies, keine neuen Corona-Fälle: Das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes in Münster zum fehlerhaften Lockdown im Kreis Gütersloh  „entspricht meinem Gerechtigkeitssinn“, sagt Borgholzhausens Bürgermeister Dirk Speckmann .

Seit Wochen habe er von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und insbesondere von der zuständigen Landesregierung, die den Lockdown letztlich verhängt und vorigen Dienstag noch einmal für den gesamten Kreis Gütersloh verlängert hat, ein differenziertes Vorgehen gefordert. „Leider verhallte das ungehört.“

Dass das OVG jetzt entschieden habe, dass dieser Lockdown im ganzen Kreis allenfalls anfangs sachgerecht gewesen sei, um sich einen Überblick zu verschaffen, bestärke ihn in seiner Auffassung, dass eine Unterscheidung der Kommunen nach Betroffenheit zwingend gewesen sei.

6.20 Uhr: Brasiliens Präsident Bolsonaro unterzieht sich Corona-Test

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich einem Test auf das Coronavirus unterzogen. Der Staatschef habe am Montag Symptome gezeigt und sich daraufhin in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília untersuchen lassen, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Er habe eine Röntgenaufnahme seiner Lunge anfertigen lassen und einen Corona-Test gemacht. Entgegen seiner Gewohnheit trug er bei seiner Rückkehr aus der Klinik eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern.

Der Präsident hat sich bislang bereits dreimal auf das Virus testen lassen. Nach einer Klage der Zeitung „O Estado de S. Paulo“ legte die Regierung die Ergebnisse im Mai dem Obersten Gerichtshof vor - alle waren negativ. Nach einer Reise von Bolsonaro in die USA im März waren mindestens 23 Mitglieder seiner Delegation positiv getestet worden.

Brasilien ist neben den Vereinigten Staaten derzeit der Brennpunkt der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65 487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird.

5.50 Uhr: 390 neue Corona-Infektionen deutschlandweit

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Stand 0 Uhr).9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Montag, 6. Juli

21.48 Uhr: Top-Experte Fauci warnt: Corona-Situation in den USA «nicht gut»

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei «wirklich nicht gut» und erfordere «sofortiges» Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch tief in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.
Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen stetig angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Für Sonntag waren zum Beispiel Daten der Universität Johns Hopkins zufolge 49.200 Neuinfektionen gemeldet worden.
Die «ernste» Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. «Wir werden das schaffen», sagte er. Fauci betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Er hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben.
Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen.
Präsident Donald Trump spielte die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung weiterhin herunter. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, schrieb er am Montag auf Twitter. Am Wochenende hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen «völlig harmlos». In den USA sind rund 130.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben.

19.42 Uhr: Ministerium: Keine neuen Maßnahmen im Kreis Gütersloh

Nach der gerichtlichen Aufhebung der strengen Auflagen zum Eindämmen des Coronavirus für den Kreis Gütersloh will die NRW-Landesregierung keine gesonderten neuen Maßnahmen verfügen - auch nicht für einzelne Gemeinden. Das machte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montagabend in Düsseldorf deutlich. Es sei nicht zu einem Übertritt der Infektionen auf die übrige Bevölkerung des Kreises Gütersloh gekommen. Vor diesem Hintergrund erwartet die NRW-Landesregierung nach eigenen Angaben, «dass nunmehr auch alle Beherbergungsverbote in Urlaubsorten aufgehoben werden».
Aktuelle Zahlen belegten, dass es gelungen sei, einen größeren Ausbruch durch konsequente und schnelle Maßnahmen einzudämmen. Die Maßnahmen im Kreis Gütersloh könnten nun vollständig auf die bereits verhängte Quarantäne für die von der Infektion betroffenen Mitarbeiter des Fleischwerkes von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sowie im Bedarfsfall ihre Familien begrenzt werden. An die Stelle der vom Oberverwaltungsgericht NRW am Montag außer Vollzug gesetzten Maßnahmen für den gesamten Kreis Gütersloh würden daher auch keine auf einzelne Gemeinden des Kreises beschränkte Maßnahmen mehr treten.

19.23 Uhr: Osnabrück: Keine Corona-Einschränkungen für Menschen aus dem Kreis Gütersloh

Nach der Aufhebung der strengen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus im Kreis Gütersloh wurden auch die Beschränkungen für dessen Einwohner im Gebiet Osnabrück aufgehoben. Das Oberverwaltungsgericht Münster kippte am Montag die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung verfügten Einschränkungen - Stadt und Kreis Osnabrück hoben daraufhin die entsprechende Allgemeinverfügung zum Dienstag auf, wie es in einer Mitteilung des Kreises hieß.
Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies sei ein Lockdown für den ganzen Kreis inzwischen nicht mehr verhältnismäßig, hatte das Gericht erklärt. Im angrenzenden Landkreis sowie der Stadt Osnabrück war vor rund zwei Wochen angeordnet worden, dass für Menschen aus Gütersloh und Warendorf deckungsgleich alle Vorschriften gelten, die Nordrhein-Westfalen für diese Regionen festgesetzt hat.

18.47 Uhr: Griechenland: Touristen positiv auf Coronavirus getestet

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. Die meisten davon (20) waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks (ERT) Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus verschiedenen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar. Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert. Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100.000 Urlauber über den Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland geschlossen.

18.15 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 6 (-1)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 55
Fälle insgesamt 727 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 12 (-1)
Fälle insgesamt 767  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 513 (+40)
Fälle insgesamt 2423 (+44)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 36 (-8)
Fälle insgesamt 475
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 38 (+4)
Fälle insgesamt 393 (+4)  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Vergleich zum Freitag)
Aktuell infiziert 12 (-1)
Fälle insgesamt 500
davon Todesfälle 13

17.50 Uhr: Beratungen über Hygienekonzept von Tönnies werden fortgesetzt

Die Beratungen über ein Hygienekonzept für die schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischverarbeiter Tönnies nach dem Corona-Ausbruch sollen zeitnah fortgesetzt werden. Die bisherigen Gespräche seien konstruktiv verlaufen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Detmold am Montag. Man habe sich auf ein Verfahren geeinigt, unter welchen Bedingungen, welche Betriebsteile wieder geöffnet werden. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.„Konsens dabei war, dass die Sicherheit vor möglichen Ansteckungen im Vordergrund steht“, sagte der Sprecher. Am Dienstag sollen „erste Begehungen durch themenspezifische Arbeitsgruppen“ stattfinden“.

Auch der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) bezeichnete die laufenden Gespräche als konstruktiv, bekräftigte aber: „Einen Neustart gibt es erst, wenn alles sicher ist.“ Die Firma Tönnies müsse die neuen Konzepte nach den Vorgaben der Behörden umsetzen.

17.22 Uhr: Maskenpflicht bleibt bestehen

Im Kampf gegen die Corona-Krise wird die Maskenpflicht in Deutschland vorerst weiter gelten - auch im Einzelhandel. Das haben die 16 Gesundheitsminister der Länder am Montag vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zur Begründung hieß es, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie sei vorbei. Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einer Aufhebung der Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt - mit Unterstützung der Parteiführungen von CDU, CSU und SPD.

16.20 Uhr: Gericht hebt Lockdown im Kreis Gütersloh auf

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die  Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen hätte nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen – ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, teilte das Gericht am Montag mit. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

15.16 Uhr: Langzeitstudie zu Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern startet

Eine flächendeckende Langzeitstudie in Bayern soll die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern klären helfen. „Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie setzen wir auf die Strategie der Umsicht und Vorsicht. Die Infektiosität von Kindern ist dabei eine der Schlüsselfragen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag bei der Vorstellung des Forschungsprojekts „COVID Kids Bavaria“ in München. Sechs Universitätskinderkliniken begleiten bis voraussichtlich Januar 2021 die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Freistaat wissenschaftlich. Für den Betrieb von Krippen, Schulen und Kitas sei die Klärung der Frage, ob in diesen Einrichtungen die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus bestehe, von großer Bedeutung, hieß es.

Außerdem soll die Studie Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf die allgemeine Kindergesundheit geben. „Ich erhoffe mir von dieser Studie ein weiteres, großes Puzzlestück im Covid-19-Bild“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Über die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern und ihren Einfluss auf die Ausbreitung des Virus ist noch recht wenig bekannt. Einige Analysen weisen darauf hin, dass sie das Virus seltener an andere Menschen weitergeben als Erwachsene und nicht zu den Hauptträgern der Ausbreitungswelle gehören. Es gibt aber auch Analysen, die in eine gegenteilige Richtung weisen.

14.56 Uhr: Verfassungsgerichtshof: Kommunalwahl wie geplant am 13. September

Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen können wie geplant am 13. September stattfinden. Der Verfassungsgerichtshof des Landes in Münster hat die Verfassungsbeschwerden einer lokalen Wählervereinigung zurückgewiesen und einen Eilantrag der Familien-Partei abgelehnt. Antragsteller und Klägerin wollten wegen der Chancengleichheit während der Corona-Pandemie einen späteren Wahltermin (Az.: VerfGH 63/20.VB-2 und VerfGH 76/20, Beschlüsse vom 30. Juni 2020).

Nach Ansicht der NRW-Verfassungsrichter hat der Gesetzgeber aber auf die durch die Corona-Krise bedingten Probleme genügend Rücksicht genommen. So sei die Frist für das Sammeln von Unterschriften verlängert und auch die Zahl der nötigen Unterstützer sei gesenkt worden. Eine Verschiebung des Wahltermins über den 31. Oktober hinaus sei wegen der gesetzlichen Vorgaben nicht möglich, eine Verschiebung auf die Zeit nach dem 27. September sei problematisch. Hauptwahltermin oder Stichwahlen würden dann in die Herbstferien fallen. „Ferienbedingte Abwesenheiten wirkten sich nachteilig sowohl auf die Wahlorganisation als auch auf die Wahlteilnahme aus“, erklärte der Gerichtshof am Montag.

14.38 Uhr: CDU-Spitze gegen rasches Ende der Maskenpflicht im Handel

Die CDU-Spitze ist gegen ein rasches Ende der Maskenpflicht im Handel und in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. „Corona macht keine Ferien“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach den letzten Videoberatungen der Spitzengremien der Partei am Montag in Berlin. Präsidium und Vorstand der CDU seien einhellig der Meinung, dass es trotz der positiven Entwicklung der Corona-Infektionslage in Deutschland keinen Grund gebe, von der Maskenpflicht oder etwa dem Gebot des Abstandhaltens abzugehen.

„Maskentragen ist sexy“, sagte Ziemiak, der zur Pressekonferenz wie der Parteisprecher Hero Warrings mit Mund-Nasen-Schutz in der Parteifarbe Orange kam. Die Bürger sollten in der Zeit der Pandemie sehr vernünftig „miteinander umgehen, aufeinander Acht geben und auch Masken tragen“. Die Partei appelliere an alle, auf Sicherheit Wert zu legen und nicht unvorsichtig zu werden. Es gebe noch keinen Grund zur Entwarnung, sondern vielmehr zu weiterer Rücksichtnahme.

13.48 Uhr: Güterslohs Landrat rechnet nicht mit schnellem Produktionsstart bei Tönnies

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer rechnet nicht mit einem kurzfristigen Hochfahren der Produktion im Schlachtbetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. „Das Konzept, das die Firma vorgelegt hat, beantwortet bei Weitem nicht alle Fragen, die geklärt werden müssen. Also bis der Betrieb wieder anläuft, kann es noch dauern!“, sagte der CDU-Politiker am Montag dem WDR vor einem Treffen von Vertretern der Behörden und des Unternehmens im Kreishaus. Seit 10 Uhr sprechen Vertreter der Bezirksregierung, des Kreises und der Stadt Rheda-Wiedenbrück über das von Tönnies in der vergangenen Woche vorgelegte Hygiene-Konzept.

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hatte die Schließungsverfügung der gesamten Schlacht- und Fleischfabrik bis zum 17. Juli verlängert. Das Unternehmen kann einen Antrag stellen, dass die Verfügung für einzelne Bereiche aufgehoben wird. Voraussetzung ist ein Konzept zum Gesundheits- und Arbeitsschutz, dass den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen entspricht. Mit einem Ergebnis wird in Verhandlungskreisen an diesem Montag noch nicht gerechnet.

13.27 Uhr: Gut ein Drittel der Verbraucher zahlt in Krise seltener bar

Elektronisches Bezahlen ist in der Corona-Krise einer Umfrage zufolge auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Bei einer am Montag veröffentlichten YouGov-Befragung gaben 35 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher an, zum Schutz vor möglichen Ansteckungen seit Beginn der Pandemie in Geschäften seltener bar zu zahlen. 31 Prozent blieben hingegen bei der Barzahlung. Sie beglichen ihre Einkäufe nach eigenen Angaben vor der Krise hauptsächlich mit Scheinen und Münzen und änderten daran in der Pandemie nichts.

In anderen europäischen Ländern änderte sich das Zahlungsverhalten der Umfrage zufolge stärker. Seltener als vor dem Coronavirusausbruch beglichen 37 Prozent der Franzosen ihre Einkäufe mit Bargeld. Unter den Briten sagte das sogar die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent). In Dänemark waren es zwar nur 29 Prozent und in Schweden 11 Prozent. In den beiden skandinavischen Ländern ist Bezahlen ohne Scheine und Münzen allerdings schon stark verbreitet.

Das YouGov-Institut befragte 2049 Menschen in Deutschland, 1734 Briten, 1011 Franzosen, 1010 Dänen und 1007 Schweden.Laut einer jüngsten Bundesbank-Umfrage änderten zuletzt 43 Prozent der Menschen in Deutschland in der Coronakrise ihr Zahlungsverhalten. Anfang April waren es nur 25 Prozent. „Von denen, die etwas änderten, zahlen jetzt 68 Prozent häufiger kontaktlos mit Karte“, sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz Anfang Mai in einem Interview. Ein Grund dafür sei, dass die Kreditwirtschaft das Limit für kontaktlose Zahlungen mit Karte - ohne PIN - von 25 auf 50 Euro verdoppelt hat.

13.10 Uhr: Laschet wirbt in CDU-Spitze für Corona-Hotspot-Strategie

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat in der CDU-Spitze für eine gezielte Hotspot-Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie geworben. Es solle aus seiner Sicht mehr regionale Differenzierung bei möglichen Maßnahmen gegen das Auftreten von Corona-Infektionen an Hotspots geben, zitierten Teilnehmerkreise Laschet am Montag aus der letzten Videoschalte der CDU-Spitze vor der Sommerpause. Eine solche zielgerichtete Strategie dürfe nicht an Kreisgrenzen halt machen. Laschet habe sich zudem für ein Beibehalten der Maskenpflicht im Handel ausgesprochen.

Der aus dem NRW-Kreis Gütersloh stammende Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) lobte Laschet nach diesen Informationen in den Beratungen von Präsidium und Vorstand für dessen „konsequentes Vorgehen“ im Fall Tönnies. Laschet sei voll ins Risiko gegangen, als er dem gesamten Kreis Gütersloh wieder strikte Beschränkungen auferlegt habe. Nun sehe man die Erfolge. Mehrere Sitzungsteilnehmer hoben hervor, Brinkhaus habe Laschet außergewöhnlich deutlich gelobt.

12.30 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh pendelt um Grenzwert 

Kurz vor dem möglichen Auslaufen des aktuell bis Dienstag, 24 Uhr, befristeten Lockdowns pendelt die Infektionsrate im Kreis Gütersloh um den Grenzwert von 50. Auf Basis der am Montagvormittag veröffentlichten Daten der Kreisverwaltung liegt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner aktuell bei 49,7.  Am Sonntag lag dieser Wert bei 48 . Das Robert-Koch-Institut (RKI), dessen Daten nachlaufen, errechnete für Montag eine Infektionsrate von 50,5. Das Land muss spätestens morgen über das Ende oder eine weitere Verlängerung des Lockdowns entscheiden. Lesen Sie hier mehr.

10.36 Uhr: Mit dem Rad und zu Fuß: Corona bringt Deutsche in Bewegung 

Die Corona-Pandemie hat einer Befragung zufolge das Bewegungsverhalten vieler Deutscher verändert. Ein guter Teil der Bevölkerung wurde durch die Virus-Krise demnach ermuntert, mehr mit dem Fahrrad zu fahren, Strecken auch mal zu Fuß statt mit dem Auto zurückzulegen oder öfters bei Fitness zu Hause oder im Garten zu schwitzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.  

10.31 Uhr: Indien überholt Russland bei Zahl der Corona-Fälle

Indien hat Russland bei der Zahl der Corona-Fälle überholt - nur Brasilien und die USA haben nun mehr gemeldete Infektionen. Das zeigen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität.

Indien hatte demnach am Montag mehr als 697.000 Fälle; in Russland wurden nach offizieller Statistik der russischen Behörden insgesamt knapp 688.000 Infektionen registriert. Die Zahlen in Indien steigen schneller an, seit die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie deutlich gelockert wurden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während des strikten Lockdowns waren Millionen Menschen arbeitslos geworden, viele hatten Angst zu verhungern.

Inzwischen werden in der indischen Hauptstadt und Millionenmetropole Neu Delhi die Krankenhausbetten knapp. Die Regierung lässt temporäre Corona-Krankenhäuser einrichten - unter anderem in Zügen, Hotels und in einem großen Zentrum, in dem zehntausend Betten aus Karton stehen. 

8.35 Uhr: Deutsche Industrie erhält wieder mehr Aufträge

Die deutsche Industrie hat im Mai nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der Auftragseingang 10,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich gingen die Bestellungen dagegen immer noch drastisch um 29,3 Prozent zurück. Trotz der Erholung wurden die Markterwartungen enttäuscht. Analysten hatten im Schnitt einen höheren Anstieg im Monatsvergleich und einen geringeren Rückgang im Jahresvergleich erwartet.

8.20 Uhr: Diskussion um Maskenpflicht

Der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans lehnt eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel ab und liegt damit nach eigener Aussage auf einer Linie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).  «Ich habe heute noch mit der Bundeskanzlerin darüber gesprochen und wir sind uns einig, dass das Maskentragen in Geschäften eine Zumutung ist, aber eine zumutbare Zumutung», sagte Walter-Borjans  auf «Bild live»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb auf Twitter: «Ich verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. Aber das Virus ist noch da. Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten.»

8.10 Uhr: Ein Drittel trinkt in der Krise mehr Alkohol

Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat.

35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. 

6.28 Uhr: Betrug bei Soforthilfen: Immer mehr Verdachtsfälle

Schnell und unbürokratisch sollten Hilfsgelder in der Corona-Krise ausgezahlt werden. Dabei haben einige die Hand aufgehalten, denen die Gelder nicht zustehen. 

In allen Bundesländern ermitteln die Behörden derzeit wegen Betrugs. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Landeskriminalämtern, Staatsanwaltschaften und Landesministerien zeigt: Die umfangreiche Aufarbeitung hat erst begonnen. 

5.45 Uhr: 219 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 219 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.554 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 6.7., 0 Uhr).

9016 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 182 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.7., 0.00 Uhr, bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 5.7., 0.00 Uhr, bei 0,94 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.00 Uhr: WHO verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen 

Weltweit gesehen steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie immer weiter an. So meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Wochenende einen Rekord.

Binnen 24 Stunden seien 212.326 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet worden (Stand 4.7. 10 Uhr), hieß es in einem WHO-Bericht. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus ist hingegen seit Anfang Mai vergleichsweise stabil. 

Sonntag, 5. Juli

20.35 Uhr: Region mit 70.000 Bewohnern wird in Spanien wegen Corona abgeriegelt

Nach der katalanischen Region Segrià wird im einstigen Corona-Hotspot Spanien wieder ein größeres Gebiet wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag fünf Tage lang abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie die Regionalregierung von Galicien am Sonntag mitteilte. Betroffen sind etwas mehr als 70.000 Menschen. Am Sonntag gab es in A Mariña nach amtlichen Angaben insgesamt 106 Infizierte.

Regionalpräsident Alberto Núñez Feijóo erklärte, der neue Ausbruch habe sich in «zwei oder drei Kneipen» ereignet. In A Mariña werden nun unter anderem die Öffnungszeiten der Gasthäuser gekürzt, größere Menschenansammlungen sind bis Freitag wieder strikt untersagt.

Segrià - mit der Großstadt Lleida - war die erste Region, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien wieder abgeriegelt worden war. Insgesamt sind dort seit Samstag, zwölf Uhr, 200.000 Menschen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren die Infektionsfälle in Segrià innerhalb weniger Tage um mehr als 300 auf gut 4000 geklettert. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichteten Medien.

Spanien ist mit gut 28.300 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen aber seit Mitte Mai stark gesunken. Der seit dem 14. März bestehende Corona-Notstand endete am 21. Juni. Seither dürfen sich die 47 Millionen Spanier wieder frei in ihrem Land bewegen. Urlauber dürfen inzwischen auch wieder einreisen.

18.40 Uhr: Schäuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Europa sollte nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen Abhängigkeiten reduzieren. «Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu überprüfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben», schreibt der CDU-Politiker in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Schäuble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen Medizingütern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die Europäische Union müsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfähiger und souveräner zu sein, mahnte der Parlamentspräsident. Dazu müsse sie «mit größerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengünstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos». Außerdem gelte es, die Souveränität Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

18.15 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7 
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 55
Fälle insgesamt 726
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 767  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 473 
Fälle insgesamt 2423
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld 
Aktuell infiziert 44
Fälle insgesamt 475
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 34
Fälle insgesamt 389  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 13
Fälle insgesamt 500
davon Todesfälle 13

17.54 Uhr: Mehr als 30.000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf über 30.000 gestiegen. Bislang seien 30.366 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die mexikanischen Gesundheitsbehörden am Samstag (Ortszeit) mit. Mexiko überholte damit Frankreich und ist nun weltweit das Land mit den fünftmeisten Corona-Opfern. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stieg in dem zweitgrößten Land Lateinamerikas unterdessen auf 252.165 - damit liegt es nach der Erhebung der John-Hopkins-Universität in den USA im globalen Vergleich an achter Stelle.

Die meisten Fälle wurden im Großraum Mexiko-Stadt registriert, dort leben etwa 22 Millionen Menschen. In der Hauptstadt sollten die Betriebsbeschränkungen in diesen Tagen eigentlich gelockert werden. Angesichts der steigenden Infektions- und Opferzahlen ruderte die Stadtverwaltung allerdings mehrfach zurück und schob die Öffnung einzelner Branchen zuletzt immer wieder auf.

16.23 Uhr: NRW-Landesregierung bei Aufhebung der Maskenpflicht zurückhaltend

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat zurückhaltend auf den Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern zur Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel reagiert. Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Infektionszahlen sei die Gefahr der Pandemie noch lange nicht gebannt.

«Solange wir ohne wirksamen Impfstoff und Medikamente mit dieser neuen, ungewohnten Situation leben, werden die Menschen weiterhin mit Regeln und Veränderungen umgehen müssen. Dazu werden noch für einige Zeit unter anderem Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und die Mund-Nasen-Bedeckung gehören», betonte sie. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte der «Welt am Sonntag» gesagt: «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten.» Er gehe davon aus, dass das Landeskabinett das Ende der Maskenpflicht in Geschäften am 4. August beschließen werde, also nach dem Ende der Sommerferien im Nordosten.

Glawe kündigte auch Gespräche mit Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. «Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel», sagte er. Sachsen prüft ebenfalls eine Abschaffung.

16.17 Uhr: Gerresheimer rüstet sich für Corona-Impfstoff

Der Verpackungshersteller Gerresheimer rüstet sich schon jetzt für einen kommenden Corona-Impfstoff. «Wir haben in Glasform-Maschinen investiert, haben unsere Kapazitäten aufgebaut. Die Produktion läuft jetzt schon auf vollen Touren», sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Wenn es mit dem Impfstoff klappt, werden mehrere Milliarden Impfstoffeinheiten benötigt werden, die in Injektionsfläschchen abgefüllt werden müssen. Etwa ein Drittel dieses Marktes entfällt auf uns.»

Siemssen sagte, der Konzern sei bereits in «sehr konkreten Gesprächen» mit vielen Pharmakonzernen, die an einem Impfstoff arbeiteten. «Sobald der erste Hersteller damit auf den Markt kommt, braucht er die entsprechenden Glasfläschchen. Und damit sind wir im Spiel.» Gerresheimer ist laut Siemssen bisher ohne wesentliche Unterbrechungen der Produktion durch die Corona-Krise gekommen. «Betriebsferien gibt es bei uns nicht», sagte Siemssen. «Die meisten unserer Werke produzieren rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.»

Gerresheimer hatte bereits Ende Juni gemeinsam mit den Konkurrenten Stevanato und Schott versichert, sie stünden bereit, die Pharmabranche im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen. Alle drei Unternehmen produzieren Pharmafläschchen aus Spezialglas für Impfstoffe und Medikamente.

15.22 Uhr: Netanjahu: Notstandssituation wegen Corona-Ausbruch in Israel

Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer Notstandslage gesprochen. «Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns», sagte der 70-Jährige am Sonntag während einer Kabinettssitzung. An diesem Montag wollte die Regierung sich erneut treffen, um über mögliche weitere Beschränkungen zu beraten.

«Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben und es wird vielen Bürgern des Staates Israel ihr Leben kosten», warnte Netanjahu.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1000 überschritten. Schon zuvor wurden neue Einschränkungen verkündet. Versammlungen sollen wieder beschränkt werden. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 29.366 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 330 Infizierte sind gestorben. Im Westjordanland gilt seit Freitag wegen eines ähnlichen Neuausbruchs ein fünftägiger Lockdown.

14.40 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt unter den Grenzwert

Ein Auslaufen des Corona-Lockdowns im Kreis Gütersloh am Dienstag wird immer wahrscheinlicher. Auf Basis der am Sonntag von der Kreisverwaltung veröffentlichten Daten  ist die Infektionsrate unter den für die Einschränkungen maßgeblichen Grenzwert von 50 gefallen .

Demnach liegt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner aktuell bei 48. Der vom Robert-Koch-Institut am Sonntag genannte Wert, der aber um einen Tag nachläuft, betrug 56.

14.33 Uhr: Corona-Krise beschert Online-Handel kräftigen Wachstumsschub

Die Corona-Krise hat dem Online-Handel in Deutschland eine kräftigen Wachstumsschub beschert. Vor allem Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente oder Drogerieprodukte werden viel häufiger im Internet gekauft als vor der Pandemie. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Marktstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) hervor.

„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, fasste bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer deren Ergebnisse zusammen. Insgesamt stiegen die E-Commerce-Umsätze nach einem schwachen 1. Quartal von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um satte 16,5 Prozent auf über 20 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs stieg dabei um 51,2 Prozent und der Onlinehandel mit Lebensmitteln nahm sogar um fast 90 Prozent zu.

13.31 Uhr: Ansturm auf Pubs in England

Nach mehr als drei Monaten Zwangspause in der Coronakrise  haben die Pubs in England wieder geöffnet  und am Wochenende einen Ansturm erlebt. Die befürchteten Alkoholexzesse blieben zwar aus, doch im Londoner Ausgehviertel Soho drängten sich Menschenmassen, wie auf Fotos zu sehen war, die in sozialen Netzwerken kursierten.

Die Lockerung gilt vorerst nur in England und Nordirland. In Schottland und Wales müssen sich die Menschen noch gedulden, bevor sie wieder in den Pub gehen können. In Großbritannien legt jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie fest.

12.22 Uhr: Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

10.50 Uhr: Wirtschaftsminister: In Mecklenburg-Vorpommern Maskenpflicht im Handel abschaffen

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU)  hat eine Abschaffung der Mund-Nase-Bedeckung im Handel ins Gespräch gebracht . «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten», sagte Glawe der «Welt am Sonntag».

Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. «Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen». Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus bundesweit.

9.40 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt auf 56

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Sonntag  liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56 .

Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

9.28 Uhr: Seehofer fordert kostenfreie Corona-Tests für alle

Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)  befürwortet Innenminister Horst Seehofer bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle , wie sie in Bayern bereits geplant sind. «Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land.»

Bayern hatte als erstes und bisher einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Es will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden, etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört. Spahn ist gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests.

8.15 Uhr: WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf einen neuen Rekordwert von 212.326 Fällen geklettert.  Das geht aus dem WHO-Situationsbericht zur Corona-Pandemie von Samstag hervor.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden in Nord- und Südamerika (129.772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien.

Insgesamt geht die WHO bisher von 10,9 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit aus sowie von 523.011 Todesfällen infolge von Covid-19-Erkrankungen.

Samstag, 4. Juli

20.15 Uhr: Bauen für die Zeit danach

Corona hin, Corona her: Einige Großbaustellen in Ostwestfalen-Lippe zeigen, dass die Wirtschaft  in der Region weiter an die Zukunft glaubt und investiert.

Am 10. August, dem Ende der Betriebsferien, wird die in Rödinghausen ansässige Häcker-Gruppe, einer der Top 3 der deutschen Küchenhersteller, sein neues Werk in Venne kurz jenseits der Landesgrenze im niedersächsischen Osterkappeln-Venne probeweise in Betrieb nehmen. Und es tut sich noch mehr in der Küchenbranche. Für Marktführer Nobilia galt bis vor kurzem: Produziert wird in Sürenheide oder Kaunitz – jedenfalls in Verl. Das ändert sich in diesem Jahr. Das neue Werk 3 im Gewerbegebiet Hüttenbrink ist Luftlinie wenige hundert Meter vom Stammwerk entfernt.

Eine Großbaustelle im Osten Bielefelds zeigt: Bei Schüco tut sich was. Der auf Fenster und Fassaden spezialisierte Bauzulieferer, dessen 5650 Mitarbeiter, davon 1800 in Bielefeld, 2019 einen Umsatz von 1,75 Milliarden Euro erwirtschafteten, investiert nach Angaben seines Sprechers Thomas Lauritzen an seinem Stammsitz 95 Millionen Euro. Dafür baut der Konzern zum einen großen Anbau für die Hauptverwaltung.

Spektakuläres bahnt sich beim Harsewinkeler Landmaschinen-Hersteller Claas an. Dort soll im Sommer 2021 die Mähdrescher-Produktion im Hauptwerk mehrere Wochen stillstehen. In der Zeit werden das Dach über der 15.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche vorübergehend abgehoben und die Außenmauern erhöht.

Auch der Handel investiert in Ostwestfalen-Lippe. Neben einigen neuen Märkten der Lebensmittelketten und Discounter sticht der Neubau des Höffner-Möbelhauses in Paderborn hervor. Das Gebäude entstand dort, wo sich bis zum Abriss vor knapp einem Jahr das Finke-Stammhaus befand.

Der wachsende Onlinehandel löst ebenfalls große Investitionen aus. Für Aufsehen sorgt das neue Amazon-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Aurea zwischen Oelde und Rheda-Wiedenbrück, das in diesen Tagen in Betrieb geht.

Der Süßwarenhersteller Storck unterstreicht sein Bekenntnis zum Standort mit einer mittelfristig geplanten Erweiterung um drei Produktions- und ein Verwaltungsgebäude. Einschließlich neuer Werkzufahrt stehen dafür eine Fläche von 18 Hektar zur Verfügung. Aktuell baut Storck zudem eine neue Logistikhalle.

Von Investitionen in Gewerbeimmobilen profitieren OWL-Bauunternehmen, allen voran Goldbeck (Bielefeld) und Bremer (Paderborn). Goldbeck baut in Paderborn derzeit die Zukunftsmeile 2 und ist im Übrigen auch beim milliardenschweren Neubau der Tesla-Elektroauto-Produktion in Grünheide bei Berlin im Boot, Bremer zum Beispiel beim Neubau des Paderborner Bahnhofs, der in wenigen Monaten beginnen soll.

19.01 Uhr: Zwei neue Corona-Fälle in Paderborn und Salzkotten

Zwei neue Fälle – je ein Fall in Paderborn und Salzkotten: Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Paderborn steigt auf 726. 

18.55 Uhr: Zwei neue Coronafälle in Bielefeld

Die Coronazahlen steigen weiter: In Bielefeld gibt es - Stand Samstagnachmittag - zwei Neuinfektionen. Keine davon steht im Zusammenhang mit dem Tönnies-Vorfall.

17.07: Sind Parks die neuen Clubs?

Die Pandemie hat die Clubs in Deutschland leergefegt. Wann dort wieder getanzt werden darf, ist ungewiss. Jetzt ist Sommer.  Wie geht Feiern in Corona-Zeiten?

Die Lage ist ernst. Die Clubbetreiber machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und fürchten, ihre Läden gar nicht wieder aufzumachen. Mit Crowdfunding-Kampagnen und dem Konzert-Livestreams sammeln sie Geld. Die, die können, verkaufen Bier oder Sekt im eigenen Garten. Sogar am Berghain in Berlin, wo sonst Menschen aus aller Welt das Wochenende durchtanzen, kann nun gesellig Bier getrunken werden. Das Virus treibt die Leute an vielen Orten ins Freie. 

Ist das Feiern unterm Himmel eine Lösung? Die Partys bringen auch Probleme mit sich: Müll, Lärm und auch Gewalt.

16.53 Uhr: Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen

Bei der Lufthansa sind erste Finanzmittel aus der  deutschen Staatshilfe  eingetroffen. Gut eine Woche nach Zustimmung der Hauptversammlung zu dem Rettungspaket hat der MDax-Konzern die erste Tranche von rund einer Milliarde Euro aus dem KfW-Kredit abgerufen. Der Zeitpunkt zum Abruf der zwei weiteren Milliarden aus dem Kredit der staatlichen Bank stehe noch nicht fest und könne von der Lufthansa bestimmt werden, wie ein Sprecher in Frankfurt erklärte.

16.16 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Der positive Trend nachlassender Corona-Zahlen im Kreis Gütersloh dauert an – und lässt weiter auf ein Auslaufen des Lockdowns am Dienstag hoffen.  Die Kreisverwaltung meldet am Samstag nur noch eine Handvoll Neuinfektionen:  die Zahl der aktiv mit dem Virus Infizierten erhöhte sich zum Vortag um 5 auf 467 Personen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fällt damit unter die Marke von 60. Der für Einschränkungen und den Lockdown maßgebliche Grenzwert liegt bei 50.

15.12 Uhr: Pubs in England dürfen wieder öffnen

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie haben  seit Samstagfrüh die Pubs in England wieder geöffnet.  Der erste, der sich ein Pint gönnte, war offenbar Prinz William.

Der 38 Jahre alte Enkel von Queen Elizabeth II. (94) besuchte bereits am Freitagabend einen Pub in der ostenglischen Grafschaft Norfolk in der Nähe seines Landsitzes Anmer Hall. Er habe sich bei den Mitarbeitern erkundigt, wie sie sich mit den neuen Umständen arrangiert haben, hieß es dazu in einer Twitter-Mitteilung des Kensington-Palasts.

14.30 Uhr: Thüringen: Gericht bestätigt Regeln zu Abstands- und Maskenpflicht

Mit einem Antrag, die Thüringer Regeln zu Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz in der Corona-Verordnung außer Vollzug stellen lassen, ist ein Mann aus Sachsen-Anhalt vor Gericht gescheitert. Der Mann pendelt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit nach Thüringen.

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat jedoch die aktuellen Corona-Regeln zu Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und öffentlichem Nahverkehr bestätigt. Es sprächen gewichtige Aspekte für eine Rechtmäßigkeit dieser bis zum 15. Juli befristeten Regelungen, entschied der 3. Senat laut Mitteilung in einem Eilverfahren. Trotz des deutlichen Rückgangs der Neuinfektionen sei weiter davon auszugehen, dass Covid-19 nach wie vor eine weltweit verbreitete und zu bekämpfende Infektionskrankheit sei, die die Gesundheitsbehörden zum Handeln auch gegen nicht erkrankte Dritte verpflichte.

12.02 Uhr: Merkel dankt Älteren für ihr Verständnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei den älteren Menschen in Deutschland für ihr Durchhaltevermögen in der Corona-Pandemie bedankt. „Ich weiß, dass für Sie der Alltag, der ohnehin oft schwierig und einsam ist, noch schwieriger und einsamer wurde“, sagte die CDU-Politikerin heute in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. „Trotz all dieser Härten habe ich bei vielen Älteren nicht Zorn, sondern häufig Verständnis für unsere Politik der notwendigen Kontaktbeschränkungen gefunden. Dafür danke ich sehr.“Merkel verwies unter anderem auf viele neugegründete Initiativen, bei denen jüngere Menschen Älteren helfen - etwa indem sie sich um Besorgungen kümmern oder anderweitig das tägliche Leben erleichtern. „Ich würde mich freuen, wenn diese Initiativen lange erhalten blieben. Der Bedarf für solche Unterstützung über Generationen hinweg wird sicher noch da sein, wenn wir das Virus eines Tages nicht mehr so fürchten müssen“, sagte die Kanzlerin.

9.27 Uhr: Aktivisten steigen Tönnies aufs Dach

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ hat  am Samstag vor dem Tönnies-Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück protestiert.  Gegen 4 Uhr besetzten vier Aktivisten das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ an. In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Corona sei nicht das einzige Problem, die Tierindustrie bringe enormes Leid über Millionen fühlende Lebewesen.

Die Kundgebung sei friedlich verlaufen, berichtete die Polizei im Anschluss. Die Teilnehmer der nicht angemeldeten Versammlung seien gegen 12.40 Uhr aufgefordert worden, sich der ordnungsgemäß angemeldeten Demo anzuschließen. Ein Nachspiel hat der Protest allerdings für die drei Frauen, die auf das Dach des Werksgebäudes geklettert waren. Sie wurden zwecks Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen und zur Polizeiwache Gütersloh gebracht. Strafverfahren wurden eingeleitet.

8.30 Uhr: Corona erschwert Vorbereitungen für Buchmesse

In 100 Tagen beginnt die Frankfurter Buchmesse - so die Corona-Pandemie nicht kurzfristig einen Strich durch die Rechnung macht. Wenn es läuft wie erhofft, wird die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober zwar stattfinden, aber kleiner und virtueller sein als sonst. Eine corona-bedingte „Sonderausgabe“ nennt es Buchmessen-Direktor Juergen Boos.

Viele Fragen sind drei Monate vor dem Termin noch offen, etwa was aus dem Ehrengast-Auftritt Kanadas wird. Man sei „in Gesprächen“, hieß es dazu bei der Buchmesse. Frankfurter Medien hatten in der vergangenen Woche berichtetet, der Gastland-Auftritt Kanadas werde auf 2021 verschoben. Klar ist: Die Reisebeschränkungen beeinträchtigen die Vorbereitungen ebenso wie die Anreise von Autoren.

7.30 Uhr: Mehr als 20 Prozent mehr entsorgter Elektroschrott seit Lockdown-Ende

Seit Ende des Corona-Lockdowns ist in Deutschland mehr als 20 Prozent mehr Elektroschrott entsorgt worden als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. „Die weitgehende Reduzierung des Lebens auf das häusliche Umfeld scheint insgesamt zu verstärkten “Aufräumaktionen„ geführt zu haben“, sagte Bernhard Jehle, Vorsitzender vom Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) der Deutschen Presse-Agentur.

Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 sei die entsorgte Menge an alten Elektrogeräten um 20 bis 30 Prozent angewachsen. Besonders dort, wo viele Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen hatten, komme nun besonders viel Elektroschrott an, der zwischenzeitlich wohl zu Hause gelagert worden sei. Auch der Neustart in der Industrie sorgt für wachsende Mengen.

5.20 Uhr: WHO: Steigende Coronazahlen kein Anzeichen einer zweiten Welle

Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in vielen Ländern  sind nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Anzeichen einer zweiten Welle . Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU).

«Was wir jetzt in vielen Ländern erleben, ist ein zweiter Höhepunkt der ersten Welle in vielen Ländern, wo das Virus nicht genug unterdrückt worden ist, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern», sagte Ryan.

Um so mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontaktn konsequent weiter angewendet werden. «Sonst könnten wir eine Situation bekommen, wo das Infektionsniveau anhaltend höher ist als wir es wirklich wollen.» 

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