Die Pandemie und ihre Folgen für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt
Coronavirus-Newsblog: ein weiterer Todesfall und 51 Neuinfektionen in OWL - Oberverwaltungsgericht NRW billigt Maskenpflicht im Unterricht - Reisewarnung für Teile Kroatiens

Bielefeld (WB/dpa). Das Coronavirus hat die Gesellschaft und das Leben eines jeden Einzelnen verändert. Wie geht es weiter? Verfolgen Sie die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt.

Mittwoch, 19.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.08.2020, 19:28 Uhr
Die Pandemie und ihre Folgen für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt: Coronavirus-Newsblog: ein weiterer Todesfall und 51 Neuinfektionen i...
Symbolbild Foto: dpa

Infos zum Coronavirus

Eine Auswahl an Telefon-Hotlines: Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22; Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de); Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100; neue Telefonnummer des NRW-Bürgertelefons zum Corona-Virus: 0211/91191001 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr); oder per E-Mail unter corona@nrw.de

Hier gibt es eine Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, die Coronainfektionen und -todesfälle weltweit zeigt .

Und hier gibt das Robert-Koch-Institut einen Überblick der Coronavirus-Infizierten in Deutschland . Das RKI hat Fragen und Antworten rund um den Coronavirus zusammengestellt und aktualisiert diese fortlaufend.  Die Übersicht gibt es hier .

Lesen Sie hier  Teil 1 des Newsblogs (26. Februar bis 14. März) , hier  Teil 2 (15. März bis 6. April) , hier   Teil 3 (6. April bis 30. April) ,  hier  Teil 4 (1. Mai bis 9. Mai) , hier  Teil 5 (10. Mai bis 1. Juni) , hier  Teil 7 (18. Juni bis 22. Juni) , hier  Teil 8 (23. Juni bis 5. Juli)  und hier Teil 9 (6. bis 21. Juli) .

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NEWSBLOG

+++ Wir setzen unsere Berichterstattung hier fort. +++

Donnerstag, 20. August

18.42 Uhr: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Luxemburg auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Luxemburg wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Das geht aus den Hinweisen der Bundesregierung für den Staat hervor, die am Donnerstag aktualisiert wurden. Luxemburg sei von der Lungenkrankheit Covid-19 vergleichsweise stark betroffen, aber kein Risikogebiet mehr, heißt es dort. «Nach zeitweiliger Überschreitung der Inzidenz von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner auf sieben Tage, sind die Zahlen nun rückläufig und liegen unterhalb dieses Grenzwertes.»

17.46 Uhr: ein weiterer Todesfall und 51 Neuinfektionen in OWL

(in Klammern der Vergleich zum Vortag)

Im Kreis Lippe gibt es einen weiteren Todesfall. Die meisten Neuinfektionen registrierte der Kreis Minden-Lübbecke. Dort und in Bielefeld sind auch die meisten akuten Infektionen verzeichnet.

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 12 (-1)
Fälle insgesamt 397 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn  
Aktuell infiziert 47 (+7)
Fälle insgesamt 813 (+7)  
davon Todesfälle 34 

Kreis Lippe  
Aktuell infiziert 52  
Fälle insgesamt 869 (+4)
davon Todesfälle 31 (+1)

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 76 (-1)
Fälle insgesamt 2799 (+12)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 83 (+5)
Fälle insgesamt 702 (+7)
davon Todesfälle 7

Kreis Herford
Aktuell infiziert 54 (+3)  
Fälle insgesamt 533 (+5)  
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke  
Aktuell infiziert 86 (+12)  
Fälle insgesamt 694 (+15)  
davon Todesfälle 13

17.35 Uhr: Tschechien macht Rückzieher bei Maskenpflicht

Tschechien macht bei der Wiedereinführung der landesweiten Maskenpflicht vom 1. September an einen teilweisen Rückzieher. In Geschäften, Gaststätten, Kneipen und beim Friseur muss nun doch keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden - obwohl dies erst am Montag so beschlossen worden war. Dies teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech von der populistischen Partei ANO am Donnerstag mit. Er sprach von einem «Kompromiss».

Zuvor hatte es in den sozialen Medien heftige Kritik an den neuerlichen Einschränkungen gegeben. Verpflichtend werden Masken indes - wie geplant - landesweit wieder in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Behörden sowie in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sein. In manchen Regionen gilt das schon jetzt.

17.05 Uhr: Auch Estland führt Warn-App ein

Estland hat eine eigene Smartphone-App zur besseren Nachverfolgung von Corona-Infektionen eingeführt. Die Anwendung namens «Hoia» steht seit Donnerstag zum Download bereit, wie die Regierung in Tallinn mitteilte. Mit der auf Estnisch, Russisch und Englisch verfügbaren App sollen in dem EU-Land Nutzer frühzeitig gewarnt werden, wenn sie sich in der Nähe von Menschen befunden haben, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Die Nutzung der zusammen mit Gesundheitsbehörden und Firmen aus der estnischen IT-Szene entwickelten App ist freiwillig. Aus Privatsphären-und Datenschutzgründen werden die Daten zu den Kontakten nicht zentral erfasst. Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 2227 bestätigte Infektionen und 63 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

17.01 Uhr: Belgien begrenzt enge Kontakte weiter auf fünf Personen

Belgien verlängert seine strikten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise um einen Monat. Noch bis Ende September gelte eine «soziale Blase» von fünf Personen, zu denen Belgier außerhalb des eigenen Haushalts engeren Kontakt haben dürften, sagte Premierministerin Sophie Wilmès am Donnerstag. Alle müssten wachsam bleiben, betonte die liberale Politikerin.

Zugleich lockerte der Nationale Sicherheitsrat in Brüssel einige Einschränkungen. So soll das Einkaufen ab Montag wieder grundsätzlich zu zweit und ohne Zeitbeschränkung erlaubt sein. Zuletzt war dies wegen steigender Infektionszahlen nur alleine und für maximal 30 Minuten erlaubt. Zudem werden wieder doppelt so viele Zuschauer wie bisher zu Veranstaltungen zugelassen - in geschlossenen Räumen bis zu 200, im Freien bis zu 400. Bei Beerdigungen werden 50 Gäste erlaubt.

16.30 Uhr: Erzieherin an Kita in Herford infiziert

Eine Erzieherin gehört zu den fünf neuen Corona-Fällen, die der Kreis Herford am Donnerstag gemeldet hat . Eine Kindergartengruppe aus Herford ist deshalb in häuslicher Isolierung.

14.48 Uhr: Oberverwaltungsgericht NRW billigt Maskenpflicht im Unterricht

In Nordrhein-Westfalen bleibt es bei der Maskenpflicht im Schulunterricht. Das Oberverwaltungsgericht in Münster lehnte am Donnerstag einen Eilantrag von drei Schülern aus dem Kreis Euskirchen ab, die gegen die Vorschrift geklagt hatten. Die Verpflichtung, auch während des Unterrichts grundsätzlich eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, sei verhältnismäßig, entschieden die Richter. Es sei auch nicht feststellbar, dass das Tragen der Alltagsmaske Gesundheitsgefahren für die Schüler berge.

Zum Schutz vor Corona-Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen. Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe. Für alle gilt aber eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände und auf den Fluren.

Das Oberverwaltungsgericht verwies in seiner Entscheidung darauf, dass im Unterricht die Masken zeitweise abgenommen werden können, wenn dies aus pädagogischen Gründen erforderlich erscheine. Zudem könnten die Schulleitungen aus medizinischen Gründen Ausnahmen von der Maskenpflicht erteilen.

14.46 Uhr: Dänischer Schlachthof nimmt Betrieb nach Corona-Ausbruch wieder auf

Nach fast zweiwöchigem Produktionsstopp wegen einer Reihe von Corona-Fällen nimmt ein größerer Schlachthof in Dänemark wieder seinen Betrieb auf. Die Arbeit in dem Betrieb in der Kleinstadt Ringsted werde wie geplant am Freitag wieder hochgefahren, teilte der Fleischverarbeiter Danish Crown am Donnerstag mit. Zugleich meldete das Unternehmen, dass bei Tests von 576 Mitarbeitern des Betriebs am Montag zwei neue Corona-Fälle erkannt worden seien. Die Mitarbeiter sollen auch weiterhin mehrmals auf das Coronavirus untersucht werden.

Seit Ende Juli sind in dem Schlachthof rund 150 Infektionen nachgewiesen worden. Insgesamt hat der Betrieb in Ringsted um die 850 Angestellte. Am Montag vergangener Woche war er geschlossen worden, um so die Infektionsketten innerhalb des Personals zu durchbrechen.

14.10 Uhr: Länder prüfen einheitliche Bußgelder für Maskenverweigerer

Die Länder wollen auch angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen einheitliche Bußgelder für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen prüfen. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Das teilten Bund und Länder am Donnerstag nach einer Schaltkonferenz der Staatssekretäre aus den Verkehrs- und Innenressorts mit.

Entscheidungen könnten bei einem erneuten Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen werden. Wann diese Beratungen genau sind, ist aber noch unklar. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte die Bundesländer am Mittwoch aufgefordert, einheitliche Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht einzuführen. Weil immer wieder einzelne Kunden Masken ablehnen, haben erste Länder Bußgelder verhängt.

«Die schon vorgelegt haben, sind auf dem richtigen Weg», hatte Scheuer am Mittwoch gesagt und Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen genannt. Dort liegt das Bußgeld bei 150 Euro. In anderen Ländern ist das Bußgeld geringer, in einigen wird derzeit kein Bußgeld erhoben.

14.07 Uhr: EU sichert sich potenziellen Impfstoff von Curevac

Die EU sichert sich den Zugriff auf bis zu 405 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac. Man habe Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen abgeschlossen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Laut Curevac geht es um einen Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. Diese würden bereitgestellt, sobald sich der Impfstoff, an dem das Unternehmen derzeit arbeitet, als wirksam und sicher erwiesen habe.

13.06 Uhr: Reisewarnung für Teile Kroatiens

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Teile des Urlaubslands Kroatien ausgesprochen. Die Reisewarnung gilt für die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die sogenannten Gespanschaften Šibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar. Zuvor hatte das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) die Regionen als Risikogebiet eingestuft.

12.10 Uhr: So funktioniert der Corona-Drive-In in Bielefeld

Nach Infektionen an drei Bielefelder Schulen wurden knapp 80 Schüler und Lehrer in der Drive-In-Corona-Teststelle an der Eckendorfer Straße/Ecke Feldstraße getestet. Die zu testenden Personen sind seit dem Wochenende in Quarantäne. Für den Abstrich dürfen sie kurz „raus“, danach aber wieder zu Hause bleiben. Aufgrund der Inkubationszeit dauert der Hausarrest knapp zwei Wochen, auch wenn der Test negativ sein sollte.

Wie das ganze funktioniert? Die Testpersonen fahren mit dem Auto vor oder werden gefahren. Ein Formular mit Angabe der Personalien muss ausgefüllt werden. Der Abstrich selbst ist schnell erledigt – und schon fahren die Autos wieder fort. Die Proben gehen ins Labor Krone nach Bad Salzuflen. Über die Corona-App erhalten die Getesteten ihre Ergebnisse in den nächsten Tagen direkt aufs Smartphone.

10.41 Uhr: Online-Geschäft zieht Einzelhandelsumsatz ins Plus

In der Corona-Krise haben viele Deutsche wenig Lust aufs Einkaufen. Seit Beginn der Pandemie kaufen die Menschen deutlich mehr im Internet ein, so dass dort die realen Umsätze um 16,0 Prozent anzogen. Ebenfalls stark lief das Geschäft von Baumärkten (+14,2 Prozent) und an Verkaufsständen unter anderem auf Märkten (+15,1 Prozent).

Herbe Verluste verzeichneten hingegen Einzelhändler mit Textilien (-29 Prozent), Schuhen (-25 Prozent), Uhren und Schmuck (-23,8 Prozent) sowie Büchern (-18,3 Prozent). Diese Sortimente werden besonders in den Innenstädten angeboten. Auch Bäcker und Geschäfte für Unterhaltungselektronik verkauften deutlich weniger Ware als im vergangenen Jahr.

9.24 Uhr: Konjunktursorgen belasten den Dax

Rasant steigende Corona-Infektionszahlen und warnende Worte der US-Notenbank (Fed) mit Blick auf die Wirtschaftslage haben den deutschen Aktienmarkt spürbar belastet.  Der Dax verlor kurz nach dem Handelsstart 1,28 Prozent auf 12.811,02 Punkte. 

7.07 Uhr: Rückzahlung verschoben - NRW räumt Solo-Unternehmern mehr Zeit ein

Nach einer Reihe von Nachbesserungen im Berechnungsverfahren will die nordrhein-westfälische Landesregierung noch vor den Herbstferien die Abfragen an die Empfänger von Corona-Soforthilfen wieder aufnehmen.  Doch sollen die Betroffenen Zeit bis Ende März bekommen, um zu viel gezahlte Hilfen zurückzuzahlen. 

5.54 Uhr: Höchstwert seit Ende April: 1707 registrierte Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen.  Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt.

Mittwoch, 19. August

19.52 Uhr: Spahn bekräftigt: Kita und Schule haben Vorrang vor Karneval

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut den Vorrang von Schulen und Kitas in der Corona-Krise vor dem Karneval oder privaten Feiern betont. Auch Wirtschaft und Handel müssten vorrangig unterstützt werden, denn es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen, mit denen auch das Gesundheitssystem finanziert werde, sagte Spahn am Mittwoch in Kiel bei einem Besuch des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. 

Spahn sagte, er wisse um die Bedeutung des Karnevals für Millionen Menschen. „Aber wenn wir vor der Frage stehen: Ist die Kita möglich oder der Karneval, dann bin ich sehr sicher, dass ein Großteil der Gesellschaft da eine klare Antwort zu hat.“ Spahn zeigte sich auch zuversichtlich, dass Bund und Länder eine einheitliche Regelung finden für Privatfeiern in Corona-Zeiten.

18.20 Uhr: Einheitsbußgeld für Maskenverweigerer in Bus und Bahn könnte kommen

Für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen könnte es ein bundesweit einheitliches Bußgeld geben. Bund und Länder wollen dies bei einer Schaltkonferenz an diesem Donnerstag besprechen. Das kündigten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger (SPD) am Mittwoch an. Sie riefen die Bürger auf, wieder stärker Busse und Bahnen zu nutzen. „Die öffentlichen Verkehrsmittel sind kein Hotspot für Infektionen und einen Corona-Ausbruch“, hob Scheuer hervor.

17.29 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL - 385 aktuelle Infektionen

(in Klammern der Vergleich zum Vortag)

Mit acht Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden gab es mit acht Fällen die höchste Zunahme im Kreis Lippe. Insgesamt gibt es 385 aktuell Infizierte in Ostwestfalen-Lippe, das sind 37 Fälle weniger als am Vortag.

Kreis Höxter

Aktuell infiziert 13 

Fälle insgesamt 396 (+3)

davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn  

Aktuell infiziert 40 (+2)   

Fälle insgesamt 806  (+4)  

davon Todesfälle 34 

Kreis Lippe  

Aktuell infiziert 52 (+3)  

Fälle insgesamt 865 (+8)

davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh

Aktuell infiziert 77 (-17)

Fälle insgesamt 2787 (+1)

davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld

Aktuell infiziert 78 (-1)

Fälle insgesamt 695 (+4)

davon Todesfälle 7

Kreis Herford

Aktuell infiziert 51 (-15)  

Fälle insgesamt 528 (+3)  

davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke  

Aktuell infiziert 74 (-9)  

Fälle insgesamt 679 (+5)  

davon Todesfälle 13

17.20 Uhr: Bundestagsabgeordnete sollen Masken gegen Corona-Ansteckung tragen

Die Bundestagsabgeordneten sollen nach der Sommerpause in den Parlamentsgebäuden eine Maske zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus tragen. Die Pressestelle des Bundestages bestätigte am Mittwoch in Berlin, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) habe sich mit einer entsprechenden „dringenden Empfehlung“ an die Fraktionen gewandt. „Der Spiegel“ hatte zuerst von einem Brief Schäubles an die Fraktionen berichtet, worin er die Abgeordneten zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vom 1. September an auffordere. Vom 9. September an kommt das Parlament wieder zu Sitzungen zusammen.

14.35 Uhr: NRW-Minister Laumann: Bei jetziger Infektionslage kein Karneval

Schlechte Aussichten für alle Karnevalisten: Aufgrund der Corona-Pandemie glaubt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann derzeit eher nicht, dass der nächste Karneval stattfinden kann. „Bei der jetzigen Infektionslage kann ich mir Karneval nicht vorstellen“, sagte Laumann am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. 

Er wolle die Entscheidung darüber auf jeden Fall mit den Karnevalsvereinen zusammen treffen, sagte der CDU-Politiker. Man solle sich damit auch ruhig noch zwei, drei Wochen Zeit lassen. „Ich muss Ihnen aber auch sagen, und da will ich auch gar nicht hinterm Berg halten: Wenn in drei Wochen die Inzidenz da ist, wo sie jetzt ist, bin ich schon der Meinung, dass wir dann eher zu der Frage kommen, dass Karneval so nicht geht, wie wir das kennen. Wir haben ja auch im Frühjahr die Schützenfeste nicht gemacht, wir machen jetzt im Herbst die Kirmes nicht.“

14.25 Uhr: Über 1000 Reiserückkehrer an NRW-Flughäfen positiv getestet

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen sind bisher mehr als 1000 Reiserückkehrer positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das geht aus Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums sowie der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe hervor. Insgesamt sind mit Stand Montag gut 65.000 Tests an den fünf Airports Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück und Weeze vorgenommen worden. Von den bis dahin vorliegenden 58.475 Befunden waren 1241 positiv. Das entspricht 2,1 Prozent. 8406 Befunde zu abgegebenen Test standen am Montag noch aus.

13.40 Uhr: Verwaltungsgericht: Schüler muss keine Maske tragen

Entgegen einer Anordnung der Schulleitung muss ein Schüler aus Kiel vorläufig keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das entschied das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht am Mittwoch. (AZ: 9B 23/20) Der Vater des Jungen hatte einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht an der Kieler Gemeinschaftsschule gestellt. Das Gericht in Schleswig gewährte Eilrechtsschutz gegen diese Verpflichtung. Das bedeutet, dass die Schulleitung das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei diesem Schüler vorläufig nicht durchsetzen kann. Für andere Schüler hat die Entscheidung keine Auswirkungen.

12.51 Uhr:  Bielefelder (93) stirbt im Krankenhaus

In Bielefeld ist ein weiterer Mensch im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Der 93 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen ist im Krankhaus verstorben. In der Stadt Bielefeld gibt es somit seit Beginn der Pandemie sieben Verstorbene im Zusammenhang mit Corona. Darüber hinaus meldet die Stadt vier Neuinfektionen .

12.13 Uhr: SPD fordert weniger Gäste bei Feiern

Der SPD-Oppositionsführer im Landtag, Thomas Kutschaty, fordert angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen die Beschränkung von größeren Feiern auf weniger Gäste. „Veranstaltungen mit 150 Leuten und mehr sollten so nicht mehr erlaubt werden“, sagte Kutschaty am Mittwoch in Düsseldorf.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) solle mit gutem Beispiel vorangehen und ein am Samstag in Köln angesetztes Abendessen zum 74. Geburtstag des Landes NRW absagen. Die geplante Feierlichkeit sei ein „völlig falsches Signal“. Die Bundesländer müssten sich bei der zugelassenen Personenzahl für Feiern abstimmen.

9.10 Uhr: Scheuer für einheitliche Bußgelder bei Maskenpflicht-Verstößen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Bundesländer aufgefordert, einheitliche Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht einzuführen. Es wäre wünschenswert, eine einheitliche Linie bei den Ländern zu haben, sagte Scheuer am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Der Minister appellierte außerdem an Fahrgäste in Bussen und Bahnen, die Regeln einzuhalten. Dies gehe aber nur mit Kontrollen.Scheuer stellt zusammen mit Verkehrsverbänden und kommunalen Spitzenverbänden am Mittwoch eine Kampagne vor, damit wieder mehr Fahrgäste den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Es gehe darum, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen, sagte Scheuer.

Fünf Monate nach Beginn der Corona-Beschränkungen fahren die Deutschen weiterhin deutlich weniger Bus und Bahn als zuvor. Im Nahverkehr erreicht die Fahrgastzahl derzeit etwa 60 Prozent des Vorkrisenniveaus, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mitteilte.

8.50 Uhr: Tönnies exportiert wieder nach China

Der Fleischkonzern Tönnies darf nach dem massenhaften Corona-Ausbruch Mitte Juni seit Montag auch vom Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück wieder nach China exportieren . Dafür hätten die chinesischen Behörden grünes Licht gegeben, mit denen der Konzern in engem Kontakt stehe, sagte Firmensprecher André Vielstädte.

In der Zwischenzeit waren China-Exporte nur von den Tönnies-Standorten Weißenfels und Sögel möglich. Am Stammsitz werden einen Monat nach der schrittweisen Wiederinbetriebnahme aktuell rund 16.000 Schweine pro Tag geschlachtet und verarbeitet – das entspricht etwa 70 Prozent der vor dem Corona-Ausbruch üblichen Menge.

7.59 Uhr: Intensivmediziner fordert bundesweite Strategie gegen Coronavirus

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat angesichts steigender Infektionszahlen für ein bundeseinheitliches Vorgehen in der Corona-Pandemie plädiert. „Wir werden mit dem Coronavirus weit ins Jahr 2021 leben. Das heißt, man muss jetzt mal anfangen, in größeren Maßstäben zu denken“, sagte Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche eine Gesamtstrategie, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren.

„Wir müssen aus diesem Modus rauskommen, 16 Bundesländer bestimmen selbst, wie sie mit dieser Pandemie umgehen“, sagte Janssens. Etwa sei es dringend notwendig die Regelungen zum Tragen von Schutzmasken in Schulen und zu Obergrenzen bei Feiern und Veranstaltungen zu vereinheitlichen.

6.05 Uhr: Höchster Wert seit Mai: 1510 registrierte Corona-Neuinfektionen

Das Robert-Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 1510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor.

Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6000, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl wieder an.

5.10 Uhr: Lauterbach dämpft Hoffnung

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dämpfte währenddessen Hoffnungen auf eine baldige Versorgung mit einem Impfstoff für die breite Bevölkerung. Zwar dürfte ein sicherer, gut getesteter Impfstoff bereits Anfang 2021 zur Verfügung stehen, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Aber die wichtige Frage für die Bevölkerung ist, wann tatsächlich auch geimpft werden kann.“ Seiner Einschätzung nach dürfte die ganze Bevölkerung „erst im Laufe von 2022 durchgeimpft sein“.

Dienstag, 18. August

20.14 Uhr: Strikte Ausgangsverbote im Libanon

Nach dem bisher stärksten Anstieg an Corona-Fällen hat der Libanon erneut strikte Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das libanesische Innenministerium teilte am Dienstag mit, dass das öffentliche Leben von Freitagmorgen für zwei Wochen weitestgehend stillgelegt wird, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bis zum 7. September soll zusätzlich zur Lahmlegung des öffentlichen Lebens auch eine Ausgangssperre von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens gelten.

Neben den Folgen der verheerenden Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut, bei der mindestens 178 Menschen starben und mehr als 6000 verletzt wurden, kämpft das Land auch mit einer zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus: Die Zahlen waren schon vor dem Unglück gestiegen. Am Montag verzeichnete das Land mit 456 neuen Corona-Nachweisen an einem einzigen Tag jedoch ein Rekordhoch. Im Libanon wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 9337 Corona-Infektionen registriert, darunter 105 Todesfälle.

Drei große Krankenhäuser in Beirut sind bei der Explosion am 4. August so stark zerstört worden, dass in ihnen nicht mehr gearbeitet werden kann. Zwei weitere Kliniken sind teilweise beschädigt worden. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen in der Hauptstadt seien nach der verheerenden Detonation im Hafen nicht mehr funktionsfähig, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit.

18.46 Uhr: Ärzte ohne Grenzen prangern Zustände in spanischen Altersheimen an

Vor dem Hintergrund erneut zunehmender Corona-Infektionszahlen hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Zustände in spanischen Seniorenwohnheimen scharf kritisiert. Dringende Maßnahmen seien nötig, um die Bewohner besser zu schützen und zu verhindern, dass es in diesen Einrichtungen in Zukunft wieder eine hohe Zahl von Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19 gebe, warnte die Organisation in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Während der Pandemie habe es eine «inakzeptable Vernachlässigung» der Insassen von Altersheimen gegeben, hieß es.

Die Virusausbreitung habe ein strukturelles Defizit an Ressourcen, medizinischer Aufsicht und Notfallplanung in den Altersheimen landesweit aufgedeckt, hieß es. «Diese Kombination hat es unmöglich gemacht, angemessen auf die Pandemie zu reagieren. In Altersheimen fehlten notwendige Ressourcen für Gesundheit und Pflege. Das hat sich direkt auf die Gesundheit der Bewohner ausgewirkt», sagte Ximena di Lollo, die für die Unterstützung von Altersheimen zuständige Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen.

«Die entsetzlich hohe Todesrate von älteren Bürgern in Pflegeheimen während der schlimmsten Monate der Pandemie im Frühjahr darf sich nicht wiederholen», sagt di Lollo. Nach Angaben des Madrider Ministeriums für Gesundheit starben zwischen dem 6. April und dem 20. Juni 27 359 Bewohner in den mehr als 5000 Altersheimen des Landes. Diese hohe Sterblichkeit war laut Bericht die Folge ernster Mängel beim Management der Pflegeheime sowie in der Koordination zwischen den verschiedenen Behörden und Betreibern.

17.54 Uhr: Frankreich führt Maskenpflicht in Unternehmen ein

In Frankreich soll künftig eine Maskenpflicht in Unternehmen gelten. Überall, wo sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen können, werde die Maske verpflichtend - ausgenommen seien Einzelbüros, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Betroffen von der neuen Regelung seien etwa Besprechungsräume, Freiflächen, Korridore, Umkleideräume oder Gemeinschaftsbüros.

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen stehe der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer und die Kontinuität der wirtschaftlichen Tätigkeit auf dem Spiel, erklärte Arbeitsministerin Élisabeth Borne. Sie hatte die Pläne zuvor den Sozialpartnern vorgestellt.

Das Arbeitsministerium wies zudem darauf hin, dass Arbeiten von zu Hause aus empfohlen werde. Die Telearbeit trage dazu bei, das Infektionsrisiko zu verringern und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einzuschränken.

17.40 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich zum Vortag)

Die meisten Neuinfektionen wurden diesmal im Kreis Gütersloh registriert. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter 35 Neuinfektionen in OWL.

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 13 (-2)
Fälle insgesamt 393 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn  
Aktuell infiziert 38 (-2)   
Fälle insgesamt 802  (+2)  
davon Todesfälle 34 

Kreis Lippe  
Aktuell infiziert 49 (-7)  
Fälle insgesamt 857 (+5)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 94 (+2)
Fälle insgesamt 2786 (+12)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 79 (-1)
Fälle insgesamt 691 (+6)
davon Todesfälle 6

Kreis Herford
Aktuell infiziert 66 (+2)  
Fälle insgesamt 525 (+2)  
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke  
Aktuell infiziert 83 (+7)  
Fälle insgesamt 674 (+7)  
davon Todesfälle 13

17.20 Uhr: Reiserückkehrer könnten künftig zwei Tests brauchen

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnte laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff bald ein zweifacher Test vorgeschrieben werden, um eine Infektion mit dem Coronavirus auszuschließen. Derzeit werde geklärt, welche technischen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für einen zweiten Test notwendig seien, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Magdeburg. Bei Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Montag sei man sich einig gewesen, dass die jetzigen Testmodalitäten als Momentaufnahme medizinisch nicht belastbar seien.

Vielmehr gebe erst ein zweiter Test nach fünf bis sieben Tagen Sicherheit. Bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche könnten daher neue Regeln festgelegt werden, so Haseloff.

17.15 Uhr: Ministerin wusste deutlich früher von Testpanne in Bayern

Die Corona-Testpanne an Bayerns Autobahnen war Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt als bisher dargestellt. Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde das Ministerium per E-Mail darüber informiert, dass Zehntausende Reiserückkehrer auf ihre Testergebnisse warten, darunter mehrere Hundert Infizierte. Huml bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den Eingang der entsprechenden E-Mail, über die zunächst die «Süddeutschen Zeitung» berichtet hatte. Zugleich betonte sie aber, dass erst zwei Tage später klar wurde, dass das Problem nicht wie gehofft schnell lösbar war.

17.01 Uhr: «Zügel anziehen» - Merkel ruft zur Einhaltung der Regeln auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Corona-Zahlen an die Bürger appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Zugleich sprach sie sich für ein konsequentes Durchgreifen gegen Maskenverweigerer aus. «Das ist eine Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte, sondern die wir eindämmen sollten», sagte Merkel am Dienstag in Düsseldorf. Sie nahm dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil. Das Robert-Koch-Institut meldete am Dienstagmorgen 1390 neue Infektionen innerhalb eines Tages.

Man wolle möglichst alles daransetzen, das Infektionsgeschehen im Zaum zu halten. «Wenn ich gesagt habe, die Zügel anziehen, dann meine ich, dass sehr konsequent die Regeln durchgesetzt werden müssen», sagte Merkel. Die Kanzlerin hatte nach Informationen der «Bild»-Zeitung in der Präsidiumssitzung ihrer Partei am Montag gesagt: «Man muss die Zügel anziehen, um bei Corona nicht in ein Desaster reinzulaufen.»

Merkel begrüßte ein konsequentes Durchgreifen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln: «Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden auch für das Nichtragen von Masken oder ähnlichem. Das sind nicht einfach so Bagatelldelikte, sondern das sind immer wieder auch Gefährdungen der Mitmenschen.» Sie erinnerte zudem daran, dass «erhebliche Bußgelder» drohen können, wenn Reiserückkehrer aus Risikogebieten sich nicht in Quarantäne begeben. Das sei keine Kann-Bestimmung.

15.32 Uhr: Gesundheitsminister Spahn will Karneval bundesweit ausfallen lassen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in einer Telefonschalt-Konferenz des Gesundheitsausschusses des Bundestags am Dienstag dafür ausgesprochen, den Karneval in der Saison 2020/2021 bundesweit komplett ausfallen zu lassen. Dies erfuhr die Düsseldorfer "Rheinische Post" auf Nachfrage aus Teilnehmerkreisen der Schaltkonferenz. Demnach sagte Spahn: "Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es."

14.21 Uhr: Eurowings lässt gegen Bezahlung den Mittelplatz frei

Die Lufthansa-Tochter Eurowings bietet in der Corona-Krise nun doch einen freien Mittelplatz gegen Bezahlung an. Ab 18 Euro pro Strecke können Passagiere dafür sorgen, dass in den typischen Dreier-Reihen der Mittelplatz neben ihnen während des gesamten Fluges frei bleibt. Man werde den Service ab September auf allen Strecken online buchbar machen, kündigte Eurowings-Chef Jens Bischof am Dienstag an. Bislang müssen sich die Kunden noch an das Service-Center wenden. Rund 5000 Gäste hätten die Möglichkeit bereits genutzt.

Der freie Mittelplatz war als Maßnahme diskutiert worden, in Corona-Zeiten für mehr Abstand zwischen den Passagieren zu sorgen. Die Fluggesellschaften mit der Eurowings-Mutter Lufthansa an der Spitze hatten eine solche Vorgabe aber als zu teuer und unnötig abgelehnt. Die Luft werde in Flugzeug-Kabinen schnell umgewälzt und zudem mit Hochleistungsfiltern gereinigt, lauteten die Argumente.

Eurowings hatte den freien Mittelsitz bereits vor Corona in der höchsten Buchungsklasse eingeschlossen. Beim Ferienflieger Condor ist es beim Check-In für 39,90 Euro möglich, einen freien Mittelsitz zu reservieren.

13.53 Uhr: Südkorea verbietet nach Corona-Anstieg Gottesdienste in Kirchen

Nach dem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen verbietet Südkorea in der Hauptstadtregion Gottesdienste in den Kirchen. Gottesdienste können vorerst wieder nur gestreamt werden. Hintergrund sind massenhafte Infektionen unter Kirchenmitgliedern. Nachdem die Behörden die Regeln zur Vermeidung sozialer Kontakte für Seoul und die angrenzende Provinz Gyeonggi bereits verschärft hatten, verkündete Ministerpräsident Chung Sye Kyun am Dienstag die neuen Maßnahmen.

13.53 Uhr: Online-Bluff mit Desinfektionsmitteln - 7000 Amerikaner betrogen

Mit einem Online-Schwindel zum Verkauf von Händedesinfektionsmitteln soll eine vietnamesische Bande mehr als 7000 US-Bürger um knapp eine Million Dollar (840.000 Euro) betrogen haben. Drei Verdächtige seien nach gemeinsamen Ermittlungen der Behörden beider Länder festgenommen worden, teilte das US-Generalkonsulat in Ho-Chi-Minh-Stadt am Dienstag mit.

Die Vietnamesen sollen 300 Webseiten und Hunderte gefälschte E-Mail-Konten eingerichtet und vorgegeben haben, wegen der Corona-Pandemie knapp gewordene Produkte in die Vereinigten Staaten zu vertreiben - darunter vor allem Desinfektionsmittel und -tücher. Die Produkte hätten die Kunden aber nie erreicht. Die Ermittler seien auf fast 40.000 Transaktionen im Wert von insgesamt rund 975.000 US-Dollar gestoßen, hieß es.

13.51 Uhr: Sachsen will Bußgeld bei Verstoß gegen die Maskenpflicht einführen

Sachsen will vom 1. September an bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 60 Euro einführen. Das kündigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung an. Das Kabinett solle dies in der kommenden Woche beschließen. Man habe viele Beschwerden erhalten, dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht an das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften hält, sagte Köpping. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Menschen mit einem Attest und Schwerbehinderte. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 1. September bis 31. Oktober. Sachsen erwägt dabei auch, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wieder möglich sein sollen.

13.33 Uhr: Bahn-Sicherheitsleute sollen in mehr Zügen Masken kontrollieren

Die Deutsche Bahn weitet die Maskenkontrollen in Fernzügen aus. Derzeit überprüften Sicherheitsmitarbeiter regelmäßig in 60 Fernzügen, ob die Fahrgäste die vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bis zum 1. September soll sich diese Zahl verdoppeln, kündigte das Unternehmen an. Am Dienstag gab es Schwerpunktkontrollen mit der Bundespolizei in sieben Bundesländern.

Maskenverweigerer bildeten weiterhin eine kleine Minderheit, betonte die Bahn. Sie wies darauf hin, dass die 12.000 Zugbegleiter im Fern- und Regionalverkehr Menschen ohne Maske jederzeit von der Fahrt ausschließen könnten. Im Konfliktfall werde die Bundespolizei hinzugerufen.

12.17 Uhr: Im Corona-Schock hat vor allem die Kurzarbeit gewirkt

Die Corona-Krise hat bislang vergleichsweise geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Deutschland gehabt.  Zwar ging von April bis Juni die Zahl der Erwerbstätigen so stark zurück wie noch nie seit der Wiedervereinigung, sie blieb aber in der Dimension deutlich hinter dem Wirtschaftseinbruch zurück.

Nach am Dienstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen waren im zweiten Quartal dieses Jahres in Deutschland 44,7 Millionen Menschen erwerbstätig, 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Bruttoinlandsprodukt ist zum Vorjahresquartal aber preisbereinigt um 11,7 Prozent eingebrochen.

11 Uhr: Was den Corona-Sommer einzigartig macht

Abstandsregeln und Reservierungspflicht für Strände und Freibäder, Venedig so leer wie lange nicht und «cornern» bis die Polizei kommt - wegen der Corona-Krise war im Sommer 2020 vieles anders als sonst. Eine Auswahl von sieben Dingen, die irgendwie neu waren.

9.52 Uhr: Ernte 2020 unterdurchschnittlich

Die Pandemie macht auch Landwirten zu schaffen, Probleme gibt es vor allem mit Saisonarbeitern und Erntehelfern. Die deutschen Landwirte haben in diesem Jahr nach Angaben des Bauernverbandes insgesamt erneut eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren.

8.46 Uhr: Infizierter Urlauber besucht Party: 120 Menschen in Quarantäne

Nach einem bestätigten Corona-Fall in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne. Laut «Mittelbayerischer Zeitung» hatte der nach einer Italienreise positiv getestete Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit.

7.34 Uhr: 1390 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen hervor. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1000.

7.10 Uhr: Mögliche Verschlimmerung von psychischen Störungen 

Die Corona-Pandemie kann bei vielen Menschen psychische Störungen auslösen oder deutlich verschlimmern. Darauf machte die Bundespsychotherapeutenkammer aufmerksam. 

Kammerpräsident Dietrich Munz sagte laut einer Mitteilung: «Neben Depressionen und Angststörungen, akuten und posttraumatischen Belastungsstörungen können auch Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, Zwangsstörungen und Psychosen zunehmen.» Ältere zählen laut den Psychotherapeuten zu den am stärksten betroffenen Gruppen.

5.18 Uhr: Steigende Corona-Zahlen: Klare Regeln für Feste gefordert

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.  «Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen», sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Das Hotel- und Gaststättengewerbe rief zu Disziplin auf, um einen erneuten Lockdown zu verhindern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Feierlichkeiten neben den Ansteckungen durch Reiserückkehrer zu den größten Gefahrenquellen in Deutschland zählten. Deshalb müsse man mit den Ländern noch einmal über die Grenzen und Regeln für Veranstaltungen reden. In den Bundesländern gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Zum Teil sind inzwischen wieder Innenveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern erlaubt.

Montag, 17. August

20.00 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 15 (+2)  
Fälle insgesamt 392 (+2)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 34 (+1)  
Fälle insgesamt 800  (+7)  
davon Todesfälle 34  

Kreis Lippe (Vergleich zum Freitag)
Aktuell infiziert 56 (+3)  
Fälle insgesamt 852 (+4)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 92 (-8)
Fälle insgesamt 2774 (+2)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 80 (-1)
Fälle insgesamt 685
davon Todesfälle 6

Kreis Herford
Aktuell infiziert 64 (-11)  
Fälle insgesamt 523 (+8)  
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke (Vergleich zum Freitag)
Aktuell infiziert 76 (+10)  
Fälle insgesamt 667 (+15)  
davon Todesfälle 13

17.52 Uhr: Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies Geld für Imagekampagne

Die beiden Kreise Gütersloh und Warendorf erhalten nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik jeweils 150.000 Euro für eine Imagekampagne. Beide Kreise müssten dazu noch Anträge stellen, sagte eine Sprecherin des Landeswirtschaftsministeriums am Montag. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) habe die Hilfen bei einem Besuch in der Region zugesagt.

Nach massiven Virus-Ausbruch im Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück mit über 1000 infizierten Mitarbeitern hatte es zeitweise weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den beiden Kreisen gegeben. In einigen Bundesländern galten zeitweise Beherbergungsverbote für Besucher aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. «Die Menschen aus dem Kreis Gütersloh sind die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt», hatte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) auf dem Höhepunkt der Krise gesagt.

16.04 Uhr: Schulleiter wegen Widerstands gegen Maskenpflicht suspendiert

Das Brandenburger Bildungsministerium hat einen Schulleiter vom Dienst suspendiert, der sich gegen die Maskenpflicht in seiner Rathenower Grundschule widersetzt hatte. Der Mann habe vergangenen Mittwoch in einem Brief an die Eltern erklärt, dass er sich an diese rechtliche Vorgabe nicht gebunden fühle, teilte das Ministerium am Montag mit. «Damit handelte er eindeutig rechtswidrig.» Seit Montag werde die Verordnung zur Maskenpflicht in Innenräumen - außer im Unterricht - auch an der Grundschule in Rathenow (Havelland) umgesetzt.

15.09 Uhr: Corona-Kinderbonus kommt ab 7. September aufs Konto

Eltern, die Kindergeld bekommen, können ab dem 7. September mit dem Eingang des sogenannten Kinderbonus auf dem Konto rechnen. Die Familienkassen beginnen dann mit der Auszahlung der Sonderzahlung, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage von Zeitungen der Funke-Mediengruppe  mitteilte. Insgesamt gibt es 300 Euro pro Kind. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro ausgezahlt werden.

15.02 Uhr: Regelmäßige Corona-Gurgeltests an Österreichs Schulen geplant

Corona-Tests mit Gurgelwasser bei Schülern und Lehrern sollen in Österreich ab Herbst einen Überblick über die Infektionslage an Schulen liefern. Eine repräsentative Gruppe von 15.000 Schülerinnen und Schülern und 1200 Lehrkräften an 250 Schulen soll alle drei Wochen getestet werden, um auch symptomfreie Fälle zu erfassen, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Montag in Wien ankündigte. Dabei wird für die Tests statt des bislang üblichen Rachenabstrichs ein Gurgelverfahren benutzt, das von Forschern in Wien entwickelt und im Frühsommer getestet wurde.

Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend in einem Labor auf Virenerbgut analysiert. Nach Angaben der Forscher können zehn Proben auf einmal getestet werden. Fällt der Befund positiv aus, werden die Proben nochmal einzeln analysiert.

14.16 Uhr: Tschechien führt Maskenpflicht wieder ein

Tschechien führt die landesweite Maskenpflicht nur zwei Monate nach ihrer Aufhebung wieder ein. Ab dem 1. September muss in den Innenräumen von Geschäften und Behörden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Hintergrund seien das Ende der Sommerferien und der Beginn des neuen Schuljahres, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag in Prag. «Es wird viel mehr Kontakte zwischen den Menschen geben und darauf müssen wir reagieren», betonte der 33-Jährige. Es handele sich um eine «präventive Maßnahme».
Eigentlich hatte die Regierung in Prag eine regional gestaffelte sogenannte «Corona-Ampel» eingeführt, um auf landesweite Restriktionen verzichten zu können. Nun überschritt die Zahl der seit Pandemiebeginn gemeldeten Corona-Infektionen in Tschechien die 20.000er-Marke. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervor. Darunter sind 5816 aktive Fälle, 13.799 Menschen gelten als geheilt. Mit einer Covid-19-Erkrankung werden 397 Todesfälle in Verbindung gebracht.

13.10 Uhr: Corona-Tester an Autobahn-Station selbst positiv getestet

Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt. Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es am Montag. Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden.

13.03 Uhr: Maschinenbau verliert 32.000 Jobs

Die Corona-Folgen belasten die Industrie weiter massiv. Der Doppelschlag aus Viruskrise und Branchenumbruch in der Autoindustrie sowie immer neue Handelsbarrieren setzten dem Maschinenbau zu. Im ersten Halbjahr gingen in Deutschland 32.000 Arbeitsplätze verloren.  Die Zahl der Beschäftigten sank bis Ende Juni auf rund 1,03 Millionen. 

12.01 Uhr: Merkel gegen weiter Lockerungen - auch für Fußballspiele

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag demnach weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

11.51 Uhr: CDU-Präsidium hält an Parteitagstermin fest

Das CDU-Präsidium hält trotz der steigenden Zahl von Infizierten in der Corona-Krise an dem Anfang Dezember geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden in Stuttgart fest. Auf dem Parteitag soll der Nachfolger von Kramp-Karrenbauer gewählt werden. Derzeit gibt es drei aussichtsreiche Bewerber: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, den Finanzexperten und ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz und den Außenpolitiker Norbert Röttgen. Nur Laschet gehört den CDU-Führungsgremien an.

10.13 Uhr: Coronafälle an drei Bielefelder Schulen

Nur fünf Tage nach Ferienende gibt es die ersten Corona-Fälle an Bielefelder Schulen. Insgesamt sind drei Einrichtungen betroffen . Ein Kind im fünften Jahrgang des Max-Planck-Gymnasiums hat sich angesteckt. Eine weitere Infektion gibt es im zehnten Jahrgang der Realschule Heepen. Fall Nummer drei betrifft das Berufskolleg Bethel. In der Schülerschaft gebe es einen positiven Fall, heißt es von der Schulleitung.

7.39 Uhr: Forscher fordern Frühwarnsystem

Angesichts der Corona-Krise fordern immer mehr Forscher ein globales Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich . Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagt Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen.

6.11 Uhr: 561 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Infektionen gemeldet. Das meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) am frühen Montagmorgen. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Am Sonntag und Montag sind die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, da nicht alle Gesundheitsämter an Wochenenden ihre Zahlen melden . Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Infektionen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. 

Sonntag, 16. August

20.54 Uhr: Corona-Tests am Flughafen Tegel nach Übergriff abgebrochen

Die Corona-Teststelle am Berliner Flughafen Tegel ist am Sonntag nach einem Zwischenfall vorzeitig geschlossen worden. Es habe einen tätlichen Angriff auf einen Mitarbeiter der Teststelle gegeben, teilte Charité-Vorstand Ulrich Frei am Abend mit. Zuvor sei einer Person ein Test verweigert worden, weil sie keinen Anspruch auf das kostenfreie Angebot gehabt habe. «Die Situation eskalierte leider», erläuterte Frei. Die Teststelle sei deshalb um 18 Uhr geschlossen worden, drei Stunden früher als üblich. Am Montag werde sie wieder regulär von 8 Uhr bis 21 Uhr öffnen.

20.24 Uhr: Italien schließt alle Diskotheken wegen Corona-Risiken

Italien schließt wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen alle Diskotheken des Landes. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntagabend mit. Die Schließung gilt ab Montag und mindestens bis zum 7. September. Betroffen sind auch Stranddiscos im Freien und alle anderen Tanz-Events draußen. Außerdem ordnete die Regierung an, dass in der Zeit zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf Plätzen, wo sich in Italien gerne viele Menschen treffen, und bei Ansammlungen vor Lokalen eine Maskenpflicht gilt.

Hintergrund der Verschärfung ist auch, dass sich in Italien zunehmend jüngere Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus anstecken. Außerdem hatte es in den vergangenen Tagen viele Berichte über Feiern ohne Abstand und Maske von jungen Leuten gegeben. Fachleute und Politiker hatten wegen des Anstiegs der Zahlen gewarnt, dass die Wiedereröffnung der Schulen in Gefahr kommen könnte. Der Unterricht soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen.

17.15 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL
(in Klammern der Vergleich zum Samstag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 13 (+1)  
Fälle insgesamt 390 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 33  
Fälle insgesamt 793  
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 53  
Fälle insgesamt 848  
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 100 (-1)
Fälle insgesamt 2772 (+8)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 81 (+5)
Fälle insgesamt 685 (+6)
davon Todesfälle 6

Kreis Herford
Aktuell infiziert 75  
Fälle insgesamt 515  
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 66  
Fälle insgesamt 652  
davon Todesfälle 13

15.36 Uhr: Jetzt an zwei Bielefelder Schulen Corona-Fälle

Das Coronavirus ist bei Tests von zwei Bielefelder Schülern nachgewiesen worden. Neben dem Max-Planck-Gymnasium ist auch die Realschule Heepen betroffen.

14.46 Uhr: Nach Bayerns Testpanne 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit .

«Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen», sagte Huml. Allerdings hatte sie am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne erklärt, die Betroffenen sollten bis Donnerstagmittag informiert werden. Danach verstrichen drei Tage und mehrere Fristen, bis zu der ihr Ressort die Öffentlichkeit informieren wollte.

Insgesamt waren 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden. Die Panne hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil die Gefahr besteht, dass positiv Getestete ohne Wissen über ihre Infektion zahlreiche weitere Menschen angesteckt haben könnten. Die positiv Getesteten kamen nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht ausschließlich aus Risikogebieten und waren insofern auch nicht zwingend zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach ihrer Einreise nach Deutschland verpflichtet.

13.40 Uhr: Quarantäne bei Fortuna Düsseldorf wird weitestgehend aufgehoben

Nach zwei Corona-Fällen beim Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf wird die vom Gesundheitsamt verordnete, häusliche Quarantäne für das Team größtenteils wieder aufgehoben. Das teilte der Verein am Sonntag mit.

„Durch eine aufwendige Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes und ein funktionierendes Hygienekonzept der Fortuna müssen lediglich einige Personen in Quarantäne bleiben“, hieß es in der Mitteilung.

Am Montag werden die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam erneut auf das Covid-19-Virus getestet – nach den Ergebnissen werden alle weiteren Maßnahmen entschieden. „Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Gesundheitsamt in Düsseldorf, das durch eine schnelle und gewissenhafte Kontaktverfolgung identifizieren konnte, wer als sogenannte 'Kontaktperson 1' gilt und wer nicht“, sagte Mannschaftsarzt und Hygienebeauftragter Ulf Blecker.

12.05 Uhr: Rettungsschwimmer auf Langeoog haben im Corona-Sommer weniger Stress

Rettungsschwimmer an der Nordseeküste haben während der Corona-Pandemie mitunter etwas weniger Stress. Die Menschen seien bezüglich der Baderegeln disziplinierter, und „wir haben extrem wenig Konflikte“, sagte der Langeooger Wachführer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ludger Roters. „Ob das direkt mit Corona zusammenhängt, weiß ich nicht. Aber ich glaube, die Leute sind froh, wenn sie am Strand sein können und genießen die Zeit.“

Dass der Zugang für Tagestouristen auf Langeoog reglementiert ist, macht sich laut Roters besonders bemerkbar - denn die Dauergäste kennen die Nordsee mit ihren besonderen Bedingungen wie Ebbe und Flut ohnehin gut und halten sich an die Regeln.

10.50 Uhr: Corona-Fall an Bielefelder Gymnasium

Nach einem positiven Coronatest in der Schülerschaft des Max-Planck-Gymnasiums in Bielefeld dürfen am Montag einige Schülergruppen der Sekundarstufe I sowie einige Lehrerinnen und Lehrer nicht in die Schule kommen . Am Montag soll das weitere Vorgehen mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.

9.10 Uhr: Friseure beklagen Umsatzeinbußen

Gut drei Monate nach der Wiederöffnung kämpfen Friseursalons mit den Folgen der Corona-Krise . Die Nachfrage nach Haarschnitten sei zwar groß, aber der anfängliche Ansturm nach den wochenlangen Zwangsschließungen habe sich gelegt, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. «In Zeiten von Kurzarbeit halten sich einige Kunden zurück und lassen mehr Zeit zwischen Friseurbesuchen verstreichen.»

Den mehr als 80.000 Salons in Deutschland machten zudem die strengen Hygienevorschriften zu schaffen, sagte Müller. Wegen Abstandsregeln seien arbeitsteilige Abläufe unter Kollegen nicht möglich. So ließen sich deutlich weniger Kunden versorgen als zuvor.

7.53 Uhr: Umfangreiche Corona-Hygienekonzepte für die Kommunalwahlen

Einbahnstraßen, eigene Stifte und natürlich Abstand: Für die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. September haben viele Städte und Kreise inzwischen umfangreiche Corona-Hygienekonzepte erarbeitet.

Ein besonders ausgeklügeltes System hat sich der Kreis Gütersloh überlegt : Demnach sollen die Wähler in einer Art Kreisverkehr durch das Wahllokal geleitet werden. Dieses „Muster-Hygienekonzept“ diene als Orientierung für die kreisangehörigen Gemeinden, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Michael Hellweg.

6.55 Uhr: 625 neue Corona-Infektionen bundesweit

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet . Dies geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr. An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

5.50 Uhr: WHO meldet neuen Rekord an registrierten Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat innerhalb von 24 Stunden weltweit so viele neue Corona-Infektionen gemeldet wie nie zuvor. Die Zahl lag bei fast 300.000, wie die WHO am Samstagabend berichtete. Insgesamt sind damit seit Bekanntwerden des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 21 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten erheblich. In manchen Ländern werden viele, in anderen nur wenige Menschen auf das Virus getestet.

Die konkreten Zahlen (Stand Samstag 10.00 Uhr MESZ): 294.237 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, seit Beginn des Ausbruchs insgesamt 21.026.758 Fälle. 755.786 Infizierte sind nach der WHO-Statistik weltweit gestorben.

Den vorherigen Rekord verzeichnete die WHO am 31. Juli mit etwas über 292.000 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. Nach absoluten Zahlen sind die bevölkerungsreichen Länder USA, Brasilien und Indien mit mehr als jeweils 100.000 neuen Fällen innerhalb von sieben Tagen am stärksten betroffen.

Samstag, 15. August

19.05 Uhr: Nach der Test-Panne in Bayern geht das Warten auf genaue Zahlen weiter

Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren auch am Samstag nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern zu lösen. Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Samstag .

Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, mehrere weitere am Freitag und Samstag ebenfalls. Es müssten noch «weitere Details» geklärt werden, hieß es.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von 44.000 Tests, die meist an den mobilen Testzentren an Autobahnraststätten von Urlaubsrückkehrern genommen worden waren, noch nicht bei den Betroffenen gelandet waren. Darunter sollen auch mehr als 900 positive Tests sein. Die Nachricht hatte ein politisches Erdbeben ausgelöst, weil die Infizierten Tausende weitere Menschen anstecken könnten, ohne es zu wissen. Die Regierung hatte die Probleme auf fehlende Software und eine unerwartet große Zahl von Freiwilligen zurückgeführt, die sich den Tests unterzogen hatten.

18.39 Uhr: Demonstrationen in Hamburg und Magdeburg gegen Corona-Auflagen

Rund 1000 Menschen haben am Samstag in der Hamburger Innenstadt gegen Maskenpflicht und die Corona-Auflagen von Bund und Ländern demonstriert. Auch einige in schwarz gekleidete Gegendemonstranten, die sich um eine schwarz-rote Fahne mit der Aufschrift «Antifaschistische Aktion» versammelt hatten, waren vor Ort, konnten die Veranstaltung jedoch nicht stören. Verschiedene Redner betonten die Friedfertigkeit und Dialogbereitschaft der Initiative «Querdenken» und erklärten, die Corona-Maßnahmen in Deutschland verstießen gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes.

Da die meisten Teilnehmer keine Gesichtsmasken trugen und im Laufe der Veranstaltung auch die Abstände immer geringer wurden, forderte die Polizei die Veranstalter nach eineinhalb Stunden auf, die Versammlung zu beenden. Die Auflagen für die Kundgebung würden nicht mehr eingehalten.

In Magdeburg versammelten sich nach Polizeiangaben rund 250 Menschen zu einer Demonstration gegen Corona-Auflagen. Bei einer weiteren Kundgebung warnte das Bündnis «Solidarisches Magdeburg» vor einer Spaltung der Gesellschaft. «Menschen haben ein Recht auf ihre Angst, aber wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht verlieren an Rattenfänger», sagte Mitorganisatorin Franka Kretschmer. Andere zu gefährden, sei jedoch keine Freiheit.

18.19 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL
(in Klammern der Vergleich zum Freitag)

Es sind seit Freitag 55 neue Fälle bekannt geworden. Die meisten registrierten Neuinfektionen werden diesmal aus Bielefeld und dem Kreis Herford gemeldet.

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 12  
Fälle insgesamt 389  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 33 (-8)
Fälle insgesamt 793 (+2)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 53  
Fälle insgesamt 848  
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 101 (+7)
Fälle insgesamt 2764 (+15)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 77 (+14)
Fälle insgesamt 679 (+19)
davon Todesfälle 6

Kreis Herford
Aktuell infiziert 75 (+12)
Fälle insgesamt 515 (+19)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 66  
Fälle insgesamt 652  
davon Todesfälle 13

17.32 Uhr: Niederlande warnen vor Reisen nach Spanien, Frankreich, Belgien

Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft. Von Reisen nach unter anderem Paris, die Region um Marseille, Brüssel, Ibiza und Mallorca wird abgeraten, wie die Nachrichtenagentur ANP am Samstag berichtet. Die Warnung gelte ab Mitternacht. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Heim-Quarantäne. Die Niederlande reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in den Ländern.

14.36 Uhr: Dänemark führt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, führt Dänemark ab dem 22. August eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. «Wir tun dies, da die Infektionsraten steigen während auch die Aktivität in der Gesellschaft zunimmt», sagte Regierungschefin Mette Frederiksen am Samstag. Die Regelung werde für Reisende ab dem Alter von zwölf Jahren sowie die Fahrer und Angestellten der öffentlichen Verkehrsbetriebe gelten, sagte der dänische Verkehrsminister Benny Engelbrecht. Die Pflicht umfasse Busse, Züge, Straßenbahnen, die Metro, Fähren, Taxis und gelte auch an Bahnhöfen.

Frederiksen zufolge könnte die Maskenpflicht auch noch auf weitere öffentliche Bereiche wie Supermärkte ausgeweitet werden. Dänemark registrierte bisher nach Angaben von Gesundheitsbehörden rund 15 400 Infektionen. Mehr als 620 Menschen starben mit oder an dem Erreger.

Am späten Freitagabend hatte Dänemarks Regierung die umstrittene Sechs-Tages-Regel für Reisende abgeschafft. Damit müssen Touristen künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben.

Dänemark hatte im März zu Beginn der Corona-Krise strikte Maßnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einigen Wochen mehren sich die Infektionsfälle aber wieder, unter anderem durch lokale Ausbrüche in der zweitgrößten Stadt Aarhus sowie bei einem Schlachtbetrieb in Ringsted.

12.53 Uhr: Südkorea verschärft wegen vieler Corona-Neuinfektionen Maßnahmen

Wegen des höchsten Tagesanstiegs von Corona-Neuinfektionen seit fünf Monaten hat Südkorea die Regeln zur Vermeidung sozialer Kontakte für die Hauptstadtregion wieder verschärft. Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten, wurden am Freitag 166 neue Fälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen stieg demnach auf mehr als 15.000. Es gab bisher 305 Todesopfer in Verbindung mit Sars-Cov-2.

In den nächsten zwei Wochen bleiben in Seoul und der angrenzenden Provinz Gyeonggi öffentliche Einrichtungen einschließlich Wohlfahrtszentren, Büchereien und Museen geschlossen. Clubs, Karaokebars, Fitnessstudios und Konzerthallen können wieder geschlossen werden, wenn Schutzmaßnahmen wie die Erstellung von Besucherlisten nicht eingehalten werden. Zudem werden erneut keine Fans zu Spielen der Fußball- und Baseball-Ligen zugelassen, nachdem die Stadien für Zuschauer teilweise wieder geöffnet worden waren.

11.51 Uhr: Spahn zu Spanien-Reisewarnung: «Partyurlaub ist unverantwortlich»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Reisewarnung der Bundesregierung für fast ganz Spanien verteidigt. «Das ist kein Reiseverbot, aber die klare Ansage: Wer aus dem Spanienurlaub kommt, muss in Quarantäne, solange er kein negatives Testergebnis hat», sagte Spahn der «Bild am Sonntag». «Und wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich.»

Er wisse, was diese Entscheidung der Regierung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeutet, sagte Spahn weiter. «Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark.»

Die Bundesregierung hatte am Freitag die bislang für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Balearen ausgedehnt. Zu dieser Inselgruppe gehört die beliebte Ferieninsel Mallorca. Ausgenommen von der Reisewarnung, die Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht, sind nur die Kanarischen Inseln.

11.10 Uhr: Reiseverband: Rund 30.000 deutsche Pauschalurlauber auf Balearen

Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit geschätzt mehr als 90 Prozent dürften die meisten von ihnen auf Mallorca Urlaub machen, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer am Samstag der dpa. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten.

Am Vorabend hatte die Bundesregierung ihre bisher für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Inselgruppe Balearen ausgedehnt. Ausgenommen sind allein die tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zu den Balearen gehören neben der beliebten Urlaubsinsel Mallorca auch die kleineren Mittelmeerinseln Ibiza und Menorca.

Nach Angaben des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen dorthin absagen. Das gehört zum Standardverfahren nach einer Reisewarnung, die zwar kein Reiseverbot bedeutet, aber Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht. Bereits am Freitagabend hatte zum Beispiel Tui angekündigt, ab Samstag alle Pauschalreisen nach Spanien mit Ausnahme der Kanaren zu streichen. «Das werden sie jetzt bei allen Reiseveranstaltern sehen», sagte Schäfer. Die Absagen würden «erstmal von Woche zu Woche» erfolgen, um abzuwarten, ob die Reisewarnung nicht bald wieder aufgehoben wird. «Man kann ja nicht Mallorca bis zum Jahresende absagen.»

10.20 Uhr: Schüler beschwert sich über Regelverletzungen an Gynnasium in Paderborn

In Paderborn-Schloß Neuhaus gibt es Ärger um die Corona-Schutzmaßnahmen . Am Gymnasium waren die offenbar nicht befolgt worden - und die Lehrer hätten nicht eingegriffen, sagt ein Schüler. Er hat sich nun bei der Stadt beschwert.

8.30 Uhr: Bundesratspräsident Woidke kritisiert Vorpreschen bei Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Länder zu einer engen Zusammenarbeit bei Corona-Regeln aufgerufen und sie vor Profilierungen gewarnt. «Es war sehr wirkungsvoll für Deutschland, dass sich die Länder im März und April sehr eng mit der Bundesregierung abgestimmt haben», sagte der amtierende Bundesratspräsident der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Es war die Basis, um so bei uns bisher relativ glimpflich und moderat durch diese Corona-Krise zu kommen.»

Woidke kritisierte, dass einzelne Länder mit eigenen Vorschlägen nach vorn gingen, nannte aber keine Namen. «Das permanente Vorpreschen mancher Bundesländer hilft aber allen nicht, weil es die Menschen verunsichert und dann die Frage kommt, warum machen die etwas, was die anderen nicht machen», sagte Woidke. «Öffentlichkeitsarbeit muss sein, sie sollte aber nicht im Vordergrund stehen und der Profilierung dienen.» Es gehe um die Gesundheit und das Leben von Menschen. «Politik muss Vertrauen schaffen. Sie darf nicht verunsichern.»

8.04 Uhr: Fortuna Düsseldorf in Quarantäne

Zwei Spieler des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das örtliche Gesundheitsamt ordnete für die gesamte Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam bis auf Weiteres häusliche Quarantäne an.

6.07 Uhr: 1415 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag zwar leicht gesunken, liegt aber erneut über 1400. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 222.828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 15.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9231. Bis Samstag hatten 200.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

ie Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,08. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 14.8., 0.00 Uhr, bei 1,14. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. «Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind», hieß es.

5.03 Uhr: Kostenlose Reservierung für Bahnkunden gefordert

Bahnreisende im Fernverkehr sollten aus Verbraucherschützer-Sicht in der Corona-Krise kostenlos einen Sitzplatz reservieren können. «Neben der Maskenpflicht ist Abstand einfach das Beste, was wir zur Zeit tun können», sagte Klaus Müller, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, der Deutschen Presse-Agentur . Züge dürften nicht voll gedrängt sein.

«Auf viel befahrenen Strecken muss die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen», sagte Müller. «Wobei die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während Corona entfallen sollten.»

Wer zweite Klasse fährt, zahlt für die Reservierung derzeit 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist der feste Sitzplatz dagegen im Fahrpreis enthalten.

In den vergangenen Tagen waren wieder Forderungen nach einer Reservierungspflicht laut geworden. Dies lehnt die Deutsche Bahn bislang ab. Sie will spontanes Zusteigen weiter ermöglichen.

4.37 Uhr: Ärztepräsident Reinhardt fordert bundesweit Testzentren

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich in der Corona-Pandemie für Testzentren deutschlandweit ausgesprochen. «Um eine Überforderung der niedergelassenen Ärzte zu vermeiden, sollten die Tests besser und einheitlicher organisiert werden», sagte Reinhardt der «Rheinischen Post». Auch mit Blick auf die Herbst zu erwartenden saisonalen Infekte müssten die Corona-Tests von der Regelversorgung getrennt werden. «Wenn massenhaft Corona-Test-Patienten und Patienten mit saisonaler Grippe in den Hausarztpraxen aufeinandertreffen, wird das für die Kollegen nicht mehr zu schaffen sein», mahnte Reinhardt.

«Reihentestungen zum Beispiel von Reiserückkehrern sollten deshalb ausschließlich und bundesweit in Testzentren durchgeführt werden», argumentiert der Ärztepräsident. Denn: «In den Zentren hat man Teams, die ständig Schutzkleidung tragen und nichts anderes tun, während die Tests in den Hausarztpraxen sehr aufwändig sind», sagte Reinhardt. Selbstverständlich würden Hausärzte aber Patienten testen, die mit Symptomen in eine Praxis kämen.

Bayern plant bereits in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, wie das bayerische Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen hatte. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die Entscheidung damit, dass Menschen Zugang zu schnellen und unbürokratischen Tests haben sollten, ohne dafür zum Arzt gehen zu müssen. Testzentren gibt es in ganz Deutschland unter anderem bereits an Flughäfen und Bahnhöfen. Allerdings hat die Corona-Panne in Bayern in der vergangenen Woche gezeigt, dass auch Testzentren überlastet sein können.

4.30 Uhr: Deutlich mehr Anrufe bei zentraler Hotline 116 117

Die Corona-Krise hat zu einem großen Ansturm bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte geführt. «Waren es im Gesamtjahr 2019 acht Millionen Anrufe, ist diese Zahl schon nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 mit 9,2 Millionen Anrufen deutlich getoppt worden», sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. In den Hauptmonaten der Corona-Krise März und April riefen demnach bis zu 3000 Menschen gleichzeitig an. Teilweise gab es bis zu 58 000 Anrufe stündlich. Derzeit können bei der Hotline unter anderem in mehreren Ländern Corona-Teststellen in der Nähe erfragt werden.

Die ursprüngliche Bereitschaftsdienst-Nummer für Anliegen außerhalb der Praxiszeiten war zu Jahresbeginn ausgebaut worden. Patienten mit akuten Anliegen können rund um die Uhr eine erste Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen - und je nachdem in eine Praxis oder eine Klinik weitergelotst werden. Außerdem können Termine bei Fachärzten, Hausärzten, Kinderärzten und Psychotherapeuten vermittelt werden.

«Seit März hat die 116 117 eine weitere inoffizielle Funktion bekommen: Sie ist die bundesweite Corona-Hotline geworden», sagte Gassen. Dies spiegele sich in den gestiegenen Zahlen wider. «Es ist klar, dass es bei einer solchen Inanspruchnahme zu gelegentlichen Wartezeiten kommen kann. Doch diese sind selten.» Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Hotline betreiben und finanzieren, hätten das Personal in den Servicezentren aufgestockt. Neben der Telefon-Hotline gibt es auch ein Internet-Angebot.

Freitag, 14. August

20.05 Uhr: Etliche Schulklassen in NRW nach Coronafällen in Quarantäne

Wenige Tage nach dem Start ins Schuljahr sind in NRW nach Coronafällen etliche Schulklassen in Quarantäne geschickt worden, mehrere Schulen wurden geschlossen. Im Regierungsbezirk Arnsberg wurden nach Angaben der dortigen Bezirksregierung bis Freitag insgesamt 23 Infizierte an Schulen gezählt und 14 Schulklassen nach Hause geschickt. Eine Sprecherin der Bezirksregierung sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", dass in diesem Regierungsbezirk bisher insgesamt 358 Menschen mit Schulbezug in Quarantäne geschickt wurden.

Schulen wurden in NRW in Hamminkeln, Köln und wie berichtet in Minden vorübergehend stillgelegt. Quarantäne-Anordnungen für Schüler oder Klassen gab es nach Angaben der Städte und Kreise in Mülheim, Essen, Herne, Hattingen, Witten, Unna, Düren, Dorsten und Remscheid. Besonders hart betroffen ist Soest. Hier wurden gleich an vier Schulen Infizierte gezählt.

Das NRW-Schulministerium erklärte am Freitag der WAZ, es habe Kenntnis von zwei vorübergehenden Schulschließungen in Viersen und Dorsten und darüber hinaus von landesweit zehn Teilschließungen für Klassen oder Lerngruppen. Schul-Staatssekretär Mathias Richter sagte: "Die Coronavirus-Pandemie wird weiterhin zu Infektionen in allen Lebensbereichen NRWs führen, und auch Bildungseinrichtungen werden davon nicht ausgenommen sein." NRW habe sämtliche Vorkehrungen getroffen, dass bei einem Infektionsgeschehen breit in Schulen getestet werde und die erforderlichen Maßnahmen von den zuständigen Gesundheitsbehörden ergriffen würden. “Wichtig ist, dass künftig nicht jegliche Infektion im Umfeld von Schulen automatisch zu einer kompletten Schulschließung führt, sondern die zuständigen Behörden auch mildere Maßnahmen prüfen", wird Richter zitiert.

"Es überrascht mich nicht, dass die ersten Klassen schon in Quarantäne sind", sagte der WAZ Maike Finnern, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Zeitung. Die Lage bestätige die Richtigkeit der GEW-Forderung, dass mit mehr Abstand unterrichtet werden müsse. Die in NRW kostenlosen Coronatests für Lehrer hätten früher angeboten werden müssen.

19.43 Uhr: Reisewarnung des Auswärtigen Amts für fast ganz Spanien samt Mallorca

Fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca gilt für deutsche Urlauber nun als Corona-Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Eine Ausnahme bilden die Kanaren. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Auswärtige Amt am Freitag. Noch am selben Abend gab das Außenministerium eine offizielle Reisewarnung heraus . Sie gilt für ganz Spanien lediglich mit Ausnahme der tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zuvor hatte bereits das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) seine Liste der Corona-Risikogebiete entsprechend aktualisiert. 

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. 

Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. 

19.35 Uhr: 1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,08.

18.16 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich zum Donnerstag)

Kreis Höxter

Aktuell infiziert 12 (+1)

Fälle insgesamt 389 (+2) 

davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn

Aktuell infiziert 41 (+1) 

Fälle insgesamt 791 (+1)

davon Todesfälle 34

Kreis Lippe

Aktuell infiziert 53 (+3) 

Fälle insgesamt 849 (+9)

davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh

Aktuell infiziert 94 (+11)

Fälle insgesamt 2749 (+22) 

davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld

Aktuell infiziert 63 (+17)

Fälle insgesamt 660 (+4)

davon Todesfälle 6 (+1)

Kreis Herford

Aktuell infiziert 63

Fälle insgesamt 496 (+5)

davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke

Aktuell infiziert 66 (+4) 

Fälle insgesamt 652 (+8)

davon Todesfälle 13

OWL gesamt

Aktuell infiziert 392 (+20) 

Fälle insgesamt 6586 (+51)

davon Todesfälle 128

17.00 Uhr: Spanien außer Kanaren nun Corona-Risikogebiet für deutsche Urlauber

Das Urlaubsland Spanien gilt - mit Ausnahme der Kanarischen Inseln - für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun als Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien, wie es aus Regierungskreisen hieß.

Auch Mallorca ist davon betroffen. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in Quarantäne begeben. Mehr hier .

16.40 Uhr: Am Corona-Hotspot Kupferzell war etwa jeder Zehnte infiziert

Selbst an Corona-Hotspots infiziert sich zunächst offenbar nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung mit dem Virus. Das ist eine Erkenntnis aus einer Antikörperstudie des Robert Koch-Instituts (RKI) im baden-württembergischen Kupferzell.

Dort hatten sich Anfang März bei einem Kirchenkonzert mehr als 100 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, drei Betroffene starben. Eine Untersuchung des RKI zwischen dem 20. Mai und 9. Juni ergab nun, dass von 2203 getesteten Erwachsenen aus dem Ort 7,7 Prozent Antikörper aufwiesen. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, liege der tatsächliche Anteil der Menschen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren, wohl merklich höher bei gut 10 Prozent, erklärte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

14.55 Uhr: Spanien verbietet Nachtleben und weitgehend Rauchen im Freien

Angesichts steigender Corona-Zahlen ergreift Spanien wieder drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Das Nachtleben werde landesweit unterbunden, das Rauchen im öffentlichen Raum verboten, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, und Alkohol dürfe nicht mehr im Freien getrunken werden, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag nach einer Krisensitzung mit den Vertretern der Regionen in Madrid. 

Von Mittwoch auf Donnerstag waren binnen 24 Stunden landesweit fast 3000 neue Corona-Infektionen registriert worden, so viele wie zuletzt im April. Allerdings wird viel mehr getestet und viele der Betroffenen haben keine oder nur milde Krankheitssymptome.

14.24 Uhr: Sprunghafter Anstieg der Corona-Zahlen im Kreis Herford

Einen sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionszahlen kündigt der Kreis Herford schon jetzt für das kommende Wochenende an. Verantwortlich dafür soll eine Großfamilie aus Herford und Hiddenhausen sein .

Elf Personen wurden bereits positiv getestet – sechs Erwachsene, fünf Kinder. Unter den Infizierten sind auch Grundschulkinder. Die entsprechenden Schulen seien informiert – die relevanten Kontaktpersonen bereits in häuslicher Isolierung, schreibt der Kreis Herford in einer Pressemitteilung.

13.19 Uhr: Sechster Corona-Todesfall in Bielefeld

In Bielefeld gibt es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Ein 90-jähriger Mann mit Vorerkrankungen ist mit Covid-19 im Krankenhaus verstorben. Damit sind es seit Beginn der Pandemie nun sechs Corona-Tote.

11.31 Uhr: Zu viel versprochen: Ein Kommentar zur Panne bei Corona-Tests

„Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich verhoben. Er hat im Kampf gegen Corona viel mehr versprochen, als er halten konnte. Das ist schlimm. Denn die infizierten Urlaubsrückkehrer, die sich im Vertrauen auf Söders markige Worte bei der Einreise nach Bayern haben testen lassen und ihre Positiv-Ergebnisse nicht zeitnah bekamen, haben das Leben anderer gefährdet.“  Zum vollständigen Kommentar. 

9.56 Uhr: Bayern übt Schadensbegrenzung bei Corona-Testpanne

Die bayerische Staatsregierung treibt die Aufarbeitung der Panne bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern voran. Zehntausende Befunde müssen noch an die Betroffenen übermittelt werden, darunter auch positive.

Dass Ministerpräsident Markus Söder an seiner Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) festhält, stößt bei der Opposition auf Kritik. «Dass nach einem Skandal dieses Ausmaßes niemand persönliche Konsequenzen zieht, ist ein Armutszeugnis und schadet unserer politischen Kultur nachhaltig. Huml ist nach dem Test-Desaster als Gesundheitsministerin nicht mehr tragbar», erklärte FDP-Landeschef Daniel Föst.

7.49 Uhr: WHO warnt vor «Impfstoff-Nationalismus»

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu mehr globaler Zusammenarbeit aufgerufen. Das sei auch im Eigeninteresse der Länder, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Die Weltwirtschaft könne sich erst nachhaltig erholen, wenn das Virus überall besiegt sei. Dazu müsse an möglichst vielen Impfstoffen geforscht werden, statt auf einzelne Kandidaten zu setzen.

6.08 Uhr: In den Städten steigt das Corona-Risiko

Der zuletzt massive Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in NRW weiter hoch. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 420 neue Fälle binnen eines Tages. Einen Tag zuvor waren es nach Zählung des Robert-Koch-Instituts (RKI) für NRW 535 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Das war mehr als ein Drittel der bundesweit 1445 Fälle. Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Donnerstag, 13. August

19.43 Uhr: Lehrkraft positiv getestet: Schule in Minden geschlossen

An der Freiherr-von-Vincke-Realschule in Minden ist eine Lehrkraft positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Kreisgesundheitsamt hat vorsorglich die vorrübergehende Schließung der Schule bis einschließlich Montag veranlasst.

18.28 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich zum Mittwoch)

Kreis Höxter
aktuell infiziert 11 (+1)
Fälle insgesamt 387 (+1) 
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
aktuell infiziert 40 (+6) 
Fälle insgesamt 790 (+6)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
aktuell infiziert 50 
Fälle insgesamt 839 (+4)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
aktuell infiziert 83 (+18)
Fälle insgesamt 2727 (+24) 
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
aktuell infiziert 63 (+17)
Fälle insgesamt 654 (+16)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 62 (+1)
Fälle insgesamt 491 (+4)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 75 (+10) 
Fälle insgesamt 644 (+10)
davon Todesfälle 13

17.37 Uhr: Söder spricht Ministerin Huml Vertrauen aus

Die Panne mit Corona-Tests in Bayern hat dramatische Ausmaße - und erschüttert die gesamte Staatsregierung von Markus Söder. Personelle Konsequenzen gibt es aber am Tag nach dem Eingeständnis nicht.

Die Staatsregierung hatte am Mittwoch eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen an bayerischen Autobahnen deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt. Stand Mittwoch warteten 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, nach Corona-Tests an den Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse.

15.58 Uhr: Schulen im Kreis Herford schicken Quarantäne-Verweigerer heim

Wer in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, muss danach 14 Tage lang in Quarantäne. Daran ändert auch die Schulpflicht nichts: Im Kreis Herford haben Schulen deswegen jetzt Schüler nach Hause geschickt.

Die Schulen im Kreis Herford haben sich am ersten Schultag in zahlreichen Fällen an das Bürgertelefon des Kreises Herford gewendet. Der Grund: „Es gab vereinzelt Schülerinnen und Schüler, die kürzlich aus einem Risikogebiet wieder eingereist sind und keine Bescheinigung des Gesundheitsamtes vorlegen konnten – also eigentlich unter Quarantäne im eigenen Haushalt stehen – und dennoch zum Unterricht erschienen sind. Daraufhin wurden diese Schülerinnen und Schüler vom Unterricht freigestellt“, teilt die Kreisverwaltung mit.

13.30 Uhr: 16 neue Corona-Infektionen in Bielefeld

Die Corona-Zahlen in Bielefeld steigen weiterhin an. Am Donnerstag meldete die Stadt 16 Neu-Infektionen –  so viele wie schon lange nicht mehr.

11.17 Uhr: Mehrwertsteuersenkung drückt Inflationsrate unter Null

Die Senkung der Mehrwertsteuer hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes den Preisauftrieb in Deutschland im Juli gedämpft. Erstmals seit gut vier Jahren rutschte die Jahresinflationsrate wieder unter die Nulllinie.

10.33 Uhr: Forscher weisen intaktes Coronavirus in Aerosolen nach

US-Forscher haben in Versuchen bestätigt, dass von Corona-Infizierten ausgestoßene Aerosole intakte Viruspartikel enthalten können.  Das sei eine Bestätigung dafür, dass Sars-CoV-2 wahrscheinlich auch über die winzigen, lange in der Luft verbleibenden Schwebeteilchen übertragen werden kann. 

In Räumen eineinhalb oder auch zwei Meter Sicherheitsabstand zu wahren, könne mithin ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, heißt es in der Studie. Diese ist allerdings noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und damit noch nicht von unabhängigen Gutachtern geprüft.

9.10 Uhr: 1445 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. «Dieser Trend ist beunruhigend», so das RKI. «Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.» Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

8.21 Uhr: Corona-Fall in Bielefelder Familie: Sind Kinder doch nicht so ansteckend?

Ein positiv auf das Coronavirus getestetes Kind lebt mit Eltern und drei kleinen Geschwistern unter einem Dach – aber keiner von ihnen hat sich bislang bei dem Mädchen angesteckt. Gut möglich, dass dieser Fall einer Bielefelder Familie darauf hindeutet, dass Kinder das Virus doch nicht so schnell übertragen, wie bisher angenommen. Das macht Hoffnung im Hinblick auf den am Mittwoch gestarteten Regelbetrieb in Kitas und Schulen, aber auch auf die Herbst- und Winterzeit.

6.13 Uhr: «Informeller» Schulgipfel im Kanzleramt

Unter schweißtreibenden und zusätzlich coronabedingt erschwerten Bedingungen hat für Millionen Schüler das neue Schuljahr begonnen. Bei einem kleinen Schulgipfel im Kanzleramt soll nun über die Lage beraten werden.  Bei dem Gespräch am späten Donnerstagnachmittag gehe es um einen «informellen Austausch» zu den Herausforderungen, vor denen die Schulen in Zeiten der Pandemie stünden, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert angekündigt.

Diskutiert wurde in den vergangenen Tagen vor allem über die Frage, wie streng die Hygieneregeln an den Schulen sein sollten, um viele Ansteckungen und erneute Schließungen zu vermeiden. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte am Mittwoch bei brütender Hitze unter besonders strengen Vorgaben das neue Schuljahr begonnen. Schüler ab der fünften Klasse müssen auch im Unterricht Maske tragen. Diese Regelung gilt flächendeckend bisher nur in NRW.

5 Uhr: Söders Regierung nach Panne bei Corona-Tests in Bedrängnis

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Bedrängnis. Die Opposition kritisierte den CSU-Chef heftig und verlangte Konsequenzen.

Am Mittwochnachmittag hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen haben, darunter 900 nachweislich Infizierte. Letztere sollten bis Donnerstagmittag Informationen über ihren Befund bekommen. Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

Söder sagte zunächst eine für heute geplante Reise an die Nordsee ab. «Bayern geht vor», schrieb er am Mittwoch auf Twitter.

Mittwoch, 12. August

21.15 Uhr: Panne bei Corona-Tests mit 900 Infizierten

Wegen massiver Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern warten Zehntausende Menschen auf ihr Testergebnis. Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat aus der am Mittwoch bekanntgewordenen Panne Konsequenzen gezogen und einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt.

19.43 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich zum Montag)

Kreis Höxter
aktuell infiziert 10 (+2)
Fälle insgesamt 386 (+2) 
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
aktuell infiziert 34 
Fälle insgesamt 784 
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
aktuell infiziert 50 (+9)
Fälle insgesamt 835 (+11)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
aktuell infiziert 65 (+7)
Fälle insgesamt 2703 (+8) 
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
aktuell infiziert 56 (-1)
Fälle insgesamt 638 (+1)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 61 (+10)
Fälle insgesamt 487 (+10)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 65 (+1) 
Fälle insgesamt 634 (+5)
davon Todesfälle 13

18.15 Uhr: Kita-Gruppe im Kreis Höxter geschlossen

In einem Familienzentrum der Brede im Kreis Höxter gibt es zwei Tage nach den Kitaferien einen Corona-Fall . Das hat der Kreis auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES bestätigt. Die Gruppe der betroffenen Erzieherin befinde sich in Quarantäne. Ebenso drei Kolleginnen der Gruppe und eine Praktikantin. Es handele sich um eine Gruppenschließung. Die Kita sei nicht komplett geschlossen. Alle Erzieherinnen der Einrichtung und die Kinder der Gruppe seien vom Gesundheitsdienst getestet worden. „Die Ergebnisse liegen noch nicht vor“, so Sprecher Burkhard Schwannecke.

16.37 Uhr: Schwere Rezession in Großbritannien 

Großbritannien ist wegen der Corona-Krise in die schwerste Rezession seit Beginn der Aufzeichnungen gerutscht . Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte. Die Zukunft könnte noch düsterer aussehen.

15.29 Uhr: Mallorca in Sorge

Nach der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die spanische Hauptstadt Madrid und das Baskenland wächst die Sorge um Urlaubsfreuden auf Mallorca . Noch ist die liebste Ferieninsel der Bundesbürger nicht von einer Reisewarnung aus Berlin betroffen. Aber auch auf den stark vom Tourismus abhängigen Baleareninseln steigen die Corona-Zahlen und damit die Angst, schon bald auch zum Risikogebiet erklärt zu werden. Das Auswärtige Amt hatte am Dienstagabend die Reisewarnung für Teile Spaniens um Madrid und das spanische Baskenland wegen der «erneut hohen Infektionszahlen» erweitert. Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava.

14.18 Uhr: Tui soll höhere Milliardenhilfe bekommen

Der weltgrößte Reisekonzern Tui soll zur Überbrückung der Geschäftseinbrüche in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen erhalten. Ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW soll um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Tui hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen.

13.44 Uhr: Zehn infizierte Reiserückkehrer in Herford

Seit Dienstag hat sich die Zahl der infizierten Herforder um zehn erhöht. Die neuen Fälle betreffen Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die Zahl der Genesenen bleibt konstant bei 418. Die Neu-Infizierten stammen hauptsächlich aus dem Umfeld zweier Familien, zudem sind Einzelpersonen dabei. Kreisweit sind 61 aktuelle und insgesamt 487 bestätigte Infektionen bekannt. Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei sechs Menschen laut Totenschein an Corona verstorben sind und zwei Menschen mit Corona.

13.28 Uhr: 60 weitere Quarantänefälle in Bielefeld

In Bielefeld gibt es eine Neuinfektion. Die Coronazahlen sind somit überwiegend unverändert geblieben. Allerdings ist die Zahl der Menschen in Quarantäne um 60 gestiegen. Bislang sind 638  Bielefelder positiv auf das Coronavirus  getestet worden. Aktuell infektiös sind zurzeit 56 Menschen und damit einer weniger als am Dienstag. Die Zahl der positiv getesteten Reiserückkehrer – diese wird seit 17. Juli erhoben – hat sich nicht verändert und liegt weiterhin bei 40. Von den positiv Getesteten sind 577 Menschen genesen, also zwei Menschen mehr als am Vortag.

11.58 Uhr: Spahn findet meiste Neuinfektionen seit Mai «besorgniserregend»

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht.

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

10.22 Uhr: NRW startet mit Masken im Unterricht

Maskenpflicht im Unterricht bei brütender Hitze: In Nordrhein-Westfalen startet an diesem Mittwoch mit dem Schulbeginn nach sechseinhalb Wochen Sommerferien die Generalprobe.

Ganz Deutschland schaut hin, ob und wie der Sonderweg des bevölkerungsreichsten Bundeslands funktioniert, denn landesweite Maskenpflicht im Unterricht gibt es bislang nur hier. Ausgenommen bleiben davon lediglich die Grund- und Förderschulen.

8.13 Uhr: Studie sieht wachsenden Zusammenhalt in Corona-Krise

Der gesellschaftliche Zusammenhalt hat sich einer Studie zufolge in der Corona-Krise als robust erwiesen und ist nach Ausbruch der Pandemie sogar noch gewachsen.

Zugleich seien in der Ausnahmesituation aber auch soziale Unterschiede sichtbarer geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Befragung der Bertelsmann Stiftung.

6.25 Uhr: Erste Interessenten für Russlands Corona-Impfstoff

Erste Länder haben bereits Interesse an Russlands Corona-Impfstoff «Sputnik V» bekundet - dem ersten zugelassenen weltweit. Der brasilianische Bundesstaat Paraná kündigte an, ein Abkommen mit Russland zu schließen, um den Impfstoff selbst zu produzieren.

Der Vertrag dazu solle an diesem Mittwoch unterschrieben werden, sagte Jorge Callado, Präsident des federführenden Technologie-Instituts Tecpar in Curitiba, im brasilianischen Fernsehen. Die Impfung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein.

Dienstag, 11. August

21.17 Uhr: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins spanische Baskenland

Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete dies am Dienstagabend in Berlin mit «erneut hohen Infektionszahlen». Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

17.40 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich zum Montag)

Die meisten Neuinfektionen wurden diesmal aus den Kreisen Gütersloh, Lippe und Herford bekannt. Die meisten aktuell Infizierten gibt es im Kreis Minden-Lübbecke.

Kreis Höxter
aktuell infiziert 8 (-1)
Fälle insgesamt 384
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
aktuell infiziert 34 (-6)
Fälle insgesamt 784 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
aktuell infiziert 41 (+5)
Fälle insgesamt 824 (+8)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
aktuell infiziert 58 (-19)
Fälle insgesamt 2695 (+8)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
aktuell infiziert 57 (+3)
Fälle insgesamt 637 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 51 (+8)
Fälle insgesamt 477 (+8)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 64 (+2)
Fälle insgesamt 628 (+2)
davon Todesfälle 13

17.05 Uhr: Zwei Jahrgangsstufen in Ostholsteiner Schule vorerst zu Hause

Eine zweite Schule in Schleswig-Holstein ist indirekt durch die Corona-Pandemie betroffen. In Ratekau (Kreis Ostholstein) sind, nachdem ein Geschwisterkind eines Schülers positiv getestet wurde, die Jahrgangsstufen 11 und 12 einer Gemeinschaftsschule am Dienstag nach Hause geschickt worden. Das teilte ein Ministeriumssprecher in Kiel mit. Die beiden Jahrgangsstufen bildeten eine Kohorte, also eine feste Lerngruppe. Die Schließung der Jahrgangsstufen dauere an, bis das Ergebnis des Corona-Tests für den Schüler vorliege - möglicherweise könne dies am Mittwoch sein.

Die wegen der Corona-Infektion einer Lehrerin geschlossene Grundschule in Rantrum bei Husum wird an diesem Mittwoch wieder öffnen. Sie war bisher die einzige von 792 Schulen in Schleswig-Holstein, die wegen eines Corona-Falles noch vor dem Schulstart in dieser Woche hatte geschlossen werden müssen.

17.02 Uhr: Frankreich besorgt wegen Corona - Großveranstaltungen weiter verboten

In Frankreich bleiben wegen der Corona-Pandemie Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen bis mindestens 30. Oktober verboten. Das kündigte Premier Jean Castex am Dienstag in Montpellier an. Zuvor hatte der nationale Verteidigungsrat unter Vorsitz von Staatschef Emmanuel Macron über die Corona-Pandemie beraten. Die Beschränkung hätte eigentlich Ende August auslaufen sollen.

«In Frankreich hat sich die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 in den letzten Tagen verschlechtert», warnte Castex. Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen nehme wieder zu. Castex kündigte außerdem an, sich an die regionalen Behörden wenden zu wollen, um die Maskenpflicht an öffentlichen Orten so weit wie möglich auszudehnen.

In Frankreich sind Corona-Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Läden oder Restaurants Pflicht. Viele Orte, darunter auch die Hauptstadt Paris, setzen aber vermehrt auf Maskenpflicht unter freiem Himmel an bestimmten Orten.

16.47 Uhr: Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter in Bayern

Bayern hat eine Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter eingeführt. «In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können», sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag. «Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen.» Das Kabinett hatte die Testpflicht am Montag bei einer außerplanmäßigen Sitzung beschlossen. «Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben kommt», erklärte die Ministerin.

Betriebe müssen Erntehelfer und Saisonarbeiter 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten den Kreisverwaltungsbehörden melden. Können Arbeitskräfte keine höchstens 48 Stunden alte Bescheinigung in deutscher oder englischer Sprache mitbringen, müssen sie sich vor Ort testen lassen, wie ein Ministeriumssprecher am Dienstag in München erläuterte. Bis das geschehen ist, müssen die Betriebe sie von Kolleginnen und Kollegen trennen. Bei Verstößen drohen bis zu 25 000 Euro Strafe.

Nach einem Corona-Ausbruch Ende Juli auf einem Gemüsehof in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) war dort ein bundesweiter Hotspot. Die Zahl der Infizierten schnellte nach Reihenuntersuchungen in die Höhe. Nun lässt die Staatsregierung auch die Einhaltung der Schutz- und Hygienekonzepte in landwirtschaftlichen Betrieben kontrollieren - dass diese nicht eingehalten wurden, soll ein Problem für den Epidemieverlauf in Mamming gewesen sein. «100 Prüfungen wurden bayernweit schon vorgenommen», sagte Ministerin Huml laut Mitteilung.

16.27 Uhr: NRW verschärft Corona-Verordnungen: Bußgelder, Masken, Pflichttest

Hohe Bußgelder für Masken-Verweigerer, Unterricht mit Mund-Nasen-Schutz und Test-Pflichten - das sind die wichtigsten Neuerungen in den neuen Corona-Verordnungen Nordrhein-Westfalens. Angesichts steigender Infektionszahlen könne es derzeit keine weiteren Lockerungen geben, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Die neuen Regeln treten am Mittwoch in Kraft.

Wer in Bus und Bahn auf die Maske verzichtet, soll sofort mit 150 Euro Bußgeld zur Kasse gebeten werden. «Das Tragen der Maske ist eine Frage der Solidarität mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft», unterstrich Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Die Masken-Pflicht im Nahverkehr sei «eine kleine Unannehmlichkeit - sie kann aber eine große Katastrophe verhindern».

Maskenpflicht besteht ab sofort auch auf dem gesamten Schulgelände - ab Klasse 5 grundsätzlich auch im Unterricht. Zudem ist eine feste Sitzordnung vorgeschrieben. In der Kindertagesbetreuung können ab dem 17. August wieder die ursprünglich gebuchten Wochenstunden in Anspruch genommen werden.

Einreisende aus Risikogebieten müssen sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Sie entfällt nur, falls dem Gesundheitsamt ein negatives Corona-Testergebnis vorgelegt werden kann, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Tests sind für Rückkehrer aus Ländern, die das Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet einstuft, in jedem Fall Pflicht.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) appellierte an die Bürger: «Egal ob am See, im Biergarten oder im ÖPNV. Halten Sie sich an die bestehenden Regelungen. Halten Sie Abstand, tragen Sie einen Mund-Nase-Schutz und beachten Sie die üblichen Hygieneregeln.» Es sei eine Gemeinschaftsaufgabe, verantwortungsvoll mit dem «dynamischen Infektionsgeschehen» umzugehen.

Alle Corona-Verordnungen des Landes sind nun grundsätzlich bis Ende August verlängert und aktualisiert worden.

14.52 Uhr: Schulstart in NRW: Ministerium empfiehlt «Maskenpausen» und lüften

Zum Schulstart unter Corona- und Hitze-Bedingungen in Nordrhein-Westfalen hat das Schulministerium die Schulen aufgefordert, «Maskenpausen» zu gewähren. Wie den Schülern ermöglicht werde, den Mund-Nasen-Schutz zeitweise abzunehmen, hänge von den Bedingungen und der Kreativität der jeweiligen Schule ab, sagte Schulstaatssekretär Mathias Richter am Dienstag in Düsseldorf. Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, so wie sie in Bussen oder Bahnen drohen, gebe es in Schulen nicht. Die Schulleitungen könnten aber «erzieherische Maßnahmen» bei Schülern ergreifen, die sich bewusst oder sogar provokativ nicht an die Vorgaben des Infektionsschutzes hielten. «Letztlich kann es dazu führen, dass es nach Hause geht», so Richter.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verwies auch darauf, dass die Unterrichtsräume gelüftet werden müssten. Wenn Räume nicht gelüftet werden könnten, dürften sie nicht für den Unterricht genutzt werden.

In NRW beginnt an diesem Mittwoch wieder die Schule. An weiterführenden und berufsbildenden Schulen gilt eine Maskenpflicht auch im Unterricht.

14.50 Uhr: Virologe zu Corona-Impfstoff: Daten für Beurteilung fehlen

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat sich angesichts der Zulassung eines ersten Impfstoffes gegen das Corona-Virus in Russland skeptisch gezeigt. «Ich sehe die Zulassung sehr, sehr zurückhaltend. Es gibt bislang keine publizierten Daten zu dem Impfstoff - das ist schon mal eine ganz große Schwierigkeit», sagte Schmidt-Chanasit am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Bislang habe noch kein Wissenschaftler den Impfstoff unabhängig beurteilen können.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Corona-Virus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Erst wenige Menschen haben den Impfstoff im Rahmen einer Studie erhalten.

14.09 Uhr: Polizist nach Rede bei Corona-Demo in Dortmund vom Dienst entbunden

Ein Polizist aus Hannover ist nach seiner Rede bei einer Demonstration gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen in Dortmund vorerst vom Dienst entbunden worden. Das teilte die Pressestelle der Polizeidirektion Hannover am Dienstag mit. Der Mann hatte sich bei der Kundgebung «Querdenken» am vergangenen Sonntag in Dortmund mit seinen vollen Namen als Kriminalhauptkommissar vorgestellt und die aktuellen Corona-Regeln hinterfragt.

Dabei forderte er seine Kollegen auf, sich in der aktuellen Corona-Situation mehr ihrem Gewissen als dem Gehorsam verpflichtet zu fühlen. Der Polizist zog dabei auch Parallelen zur Nazizeit, wie in einem auf Youtube veröffentlichen Mitschnitt der Rede zu hören ist. «Im dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte haben Regierende ihre Sicherheitskräfte schon einmal bedingungslosem Gehorsam unterworfen und sie für die abscheulichsten Verbrechen missbraucht, die anderen Menschen je angetan wurden.» Er habe Angst, denn «mein Bauch sagt mir, dass sich gerade alles wieder in dieselbe Richtung entwickelt», sagte der Polizist. Die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» berichtete am Dienstag, der Kriminalhauptkommissar sei seit Jahren bei der Zentralstelle technische Prävention der Polizei Hannover tätig.

Der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, sagte, Beamte, die nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung stünden, hätten keinen Platz in der niedersächsischen Polizei. Dem Innenministerium sei aktuell kein vergleichbarer Fall eines Polizeibeamten aus der jüngsten Zeit bekannt.

14.03 Uhr: Neuseeland meldet erstmals wieder Corona-Fälle: Auckland im Lockdown

In Neuseelands größter Stadt Auckland ist wegen neuer Corona-Fälle ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Ansteckung in dem Pazifikstaat waren am Dienstag vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor Journalisten, bislang sei unklar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten. «Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet.» Ardern forderte die fünf Millionen Bewohner des Inselstaats auf, gemeinsam als Team den neuen Ausbruch einzudämmen.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern sollen nun zunächst die meisten Schulen, alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte sowie Cafés und Restaurants geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Menschen, die sich gerade in Auckland aufhalten, aber anderswo leben, sollten die Stadt verlassen, hieß es. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll zunächst für drei Tage - von Mittwoch bis Freitag - gelten.

Neuseeland gilt als sehr erfolgreich im Kampf gegen Sars-CoV-2, nachdem es im März extrem strikte Maßnahmen ergriffen hatte. Im Juni hatte sich das Land coronafrei erklärt und war zu einer relativen Normalität zurückgekehrt - sogar Rugby-Spiele mit Zuschauern waren wieder erlaubt. Seit Beginn der Pandemie wurden in Neuseeland rund 1570 Fälle bestätigt, 22 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19.

12.57 Uhr: Noch keine Entscheidung über Großkonzert

In der Diskussion um ein geplantes Großkonzert mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf trotz Corona-Ansteckungsgefahr gibt es noch keine Entscheidung . Aus NRW-Regierungskreisen hieß es, es gebe noch dringende Fragen, die geklärt werden müssten, erfuhr die Deutsche Presseagentur. Zuvor hatte das nordrhein-westfälische Kabinett am Dienstag über das Konzert diskutiert.

11.59 Uhr: Laschet steht zu Maskenpflicht an Schulen

Kurz vor dem Start ins neue Schuljahr hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gerechtfertigt. Gerade in der jetzigen Phase, in der viele Menschen von Reisen zurückkehrten, müsse man besonders vorsichtig sein, sagte Laschet heute vor Beginn einer Kabinettssitzung in Düsseldorf.

Außerdem mahnten die steigenden Corona-Infektionszahlen: „Die Pandemie ist längst noch nicht vorbei“, so Laschet. „Wenn sich das Geschehen normalisiert, dann könne wir auch schnell wieder von dieser Pflicht Abstand nehmen.“Zugleich warnte Laschet vor „Panikmache und Angstszenarien“ im Umgang mit dem Coronavirus. Es müsse ein „Weg der Mitte“ gefunden werden.

11.35 Uhr: Russland lässt Impfstoff gegen Coronavirus zu

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus bekanntgegeben . „Das russische Vakzin gegen das Coronavirus ist effektiv und bildet eine beständige Immunität“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. 

Die Registrierung sei am Dienstagmorgen erfolgt, hieß es. Eine seiner beiden Töchter habe sich schon impfen lassen, sagte Putin.

10.50 Uhr: Vorverkauf für umstrittenes Großkonzert in Düsseldorf gestartet

Für das in Düsseldorf geplante Konzert mit 13 000 Zuschauern hat am Dienstagvormittag der Vorverkauf begonnen. Der entsprechende Ticket-Shop für das Event „Give Live A Chance“, bei dem unter anderem Rocker Bryan Adams und Sängerin Sarah Connor auftreten sollen, wurde online freigeschaltet.

Das Konzert soll am 4. September im Düsseldorfer Fußballstadion stattfinden. Eine Entscheidung der Landesregierung über ein eventuelles Verbot wird für den heutigen Dienstag erwartet.

10.35 Uhr: Deutsches Unternehmen testet Impfstoff in Brasilien

Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

9.50 Uhr: Gespaltenes Meinungsbild zu Fan-Rückkehr in Fußballstadien

Das öffentliche Meinungsbild zur Rückkehr von Fußball-Fans in die Stadien zum Bundesligastart Mitte September ist gespalten. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworteten 45 Prozent der insgesamt 2018 befragten Personen die von der Deutschen Fußball Liga geplante Teilzulassung von Zuschauern ab dem ersten Spieltag - nur neun Prozent allerdings uneingeschränkt.

36 Prozent finden die Teilzulassung von Zuschauern lediglich unter dem Vorbehalt richtig, dass die Hygiene-Maßnahmen streng kontrolliert werden. 44 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich generell gegen Spiele vor Publikum aus, was zumindest bis zum 31. Oktober auch von der Gesundheitsministerkonferenz am Montag befürwortet worden war. Zehn Prozent wollten sich nicht festlegen.

9.15 Uhr: 20 Millionen Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfallen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

8.23 Uhr: Zalando steigert Umsatz deutlich

Der Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr . Der Nettogewinn stieg von 45,5 Millionen auf 122,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute in Berlin mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Zalando profitierte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von deutlich mehr Bestellungen der Kunden über das Internet. Der Umsatz stieg daher um 27,4 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro. Die Prognose für 2020 bekräftigte das Unternehmen.

7.20 Uhr: NRW weitet Hitzefrei-Regelung auf Oberstufe aus

Das NRW-Schulministerium lockert wegen des heißen Sommerwetters die Hitzefrei-Regelung an Schulen. „Die derzeitigen Hitzefrei-Regelungen werden angesichts der hohen Außentemperaturen und der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II vorerst ausgeweitet“, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Dadurch gelte für die Sekundarstufe II dieselbe Regelung wie bereits für alle anderen Schüler, betonte sie.

„Wir schaffen damit für die Schulleitungen, die über Hitzefrei entscheiden, in Corona-Zeiten Handlungsspielräume und zusätzliche Flexibilität“, so die Ministerin. Durch die neue Regelung kann auch für Oberstufenschüler der Unterricht von der Schulleitung abgesagt werden, wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen.

Zuvor hatten etwa der Städtetag NRW und die Landesschülervertretung eine Lockerung gefordert. Ab Mittwoch gilt in NRW eine Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht.

6.15 Uhr: 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt.

Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 217.293 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Stand 11.8., 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9201.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

5.50 Uhr: Kabinett berät über neue Coronaschutz-Verordnung

Das nordrhein-westfälische Kabinett berät heute einen Entwurf für die neue Coronaschutz-Verordnung. Sie soll nach Ankündigung von Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) auch einen Passus enthalten, der bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro vorsieht. Die bisher gültige Verordnung läuft um Mitternacht aus. Die neue - samt Masken-Bußgeld - würde ab Mittwoch in Kraft treten.

Wüst hatte vergangene Woche gesagt, man wolle „keine lange Diskussion mehr mit Maskenmuffeln.“ Daher: „Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen.“ Man hoffe, mit dem sofortigen Bußgeld eine abschreckende Wirkung zu erzielen, erläuterte ein Ministeriumssprecher. Das Bußgeld würde just am ersten Tag nach den Sommerferien greifen - mit wieder dichter gefüllten Bussen und Bahnen.

Montag, 10. August

21.21 Uhr: Antonio Banderas mit Coronavirus infiziert

Diesen Tag hatte er sich wohl anders vorgestellt:  Der spanische Filmstar Antonio Banderas ist nach eigenen Worten positiv auf das Coronavirus getestet worden und musste seinen 60. Geburtstag am Montag in häuslicher Quarantäne feiern.

19.45 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

Kreis Höxter
aktuell infiziert 9 (+1)
Fälle insgesamt 384 
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
aktuell infiziert 40
Fälle insgesamt 783
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
aktuell infiziert 36 (+2)
Fälle insgesamt 816 (+33)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
aktuell infiziert 77 (-4)
Fälle insgesamt 2687
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
aktuell infiziert 54 (+6)
Fälle insgesamt 634 (+8)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 43 (+7)
Fälle insgesamt 469 (+8)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 62 
Fälle insgesamt 626 (+18)
davon Todesfälle 13

OWL gesamt
Aktuell infiziert 321 (+12)
Fälle insgesamt 6400 (+38)
davon Todesfälle 128

(In Klammern Veränderungen zum Vortag; Quellen: örtliche Gesundheitsämter, Gesundheitsministerium NRW)

18.50 Uhr: Vorerst Absage für Fan-Rückkehr

Die Bundesligavereine wollen vor einem Teilpublikum in die neue Saison starten. Aus der Politik gibt es aber derzeit dafür keine Zustimmung . Das passe nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen, warnt Gesundheitsminister Spahn. Auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wartete die Liga beim Sommer-Reizthema vergeblich auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität.

17.21 Uhr: Giffey will erneute Kita-Schließungen verhindern

Die Kita-Schließungen vor dem Sommer haben viele Familien unter großen Stress gesetzt. Wie auch an den Schulen ist im neuen Kita-Jahr nun wieder «Regelbetrieb» geplant, so weit das möglich ist.  Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will erneute coronabedingte Schließungen von Kitas unbedingt vermeiden . «Die komplette Schließung ist das allerletzte Mittel», sagte die SPD-Politikerin. 

16.48 Uhr: Keine neuen Fälle in Paderborn

Keine neuen Fälle gegenüber dem Wochenende – in der Stadt Paderborn ist die Anzahl der laborbestätigten Corona-Infektionen sogar um einen Fall von 395 auf 394 nach unten korrigiert worden: Bei einem Corona-Infizierten musste die Quarantäne noch einmal verlängert werden, was irrtümlich zunächst als neuer Fall ausgewiesen worden war.

16.10 Uhr: Deutlicher Anstieg im Kreis Minden-Lübbecke

Über das Wochenende sind im Kreis Minden-Lübbecke 18 neue Corona-Infektionen registriert worden. Am deutlichsten sind die Fallzahlen in Bad Oeynhausen und Minden gestiegen. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg damit auf 62. Die betroffenen Personen verteilen sich auf Minden (33), Lübbecke (3), Bad Oeynhausen (10), Espelkamp (3), Petershagen (2), Preußisch Oldendorf (2), Rahden (4) und Porta Westfalica (5). Lediglich die Gemeinden Stemwede, Hille und Hüllhorst weisen keine aktuellen Infektionen auf. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen im Kreis Minden-Lübbecke seit Ausbruch der Pandemie liegt mittlerweile bei 626. In 551 Fällen gelten die Betroffenen als geheilt. Bislang wurden 13 Todesfälle gemeldet.

16.02 Uhr: WHO: Coronavirus ist kaum zu stoppen

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen komme n. «Nimmt man den Druck von diesem Virus, kommt das Virus zurück», sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf. «Ich weiß, das wollen die Leute nicht hören, aber das ist die Realität.» Es sei außergewöhnlich schwer, das Virus zu stoppen. Die WHO erwartet diese Woche das Überschreiten der Marke von 20 Millionen Infizierten. Mehr als 720.000 Patienten sind nach offiziellen Daten mit oder an Covid-19 gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen und Todesfälle allerdings als hoch ein.

15.33 Uhr: Zahlungsmoral der Firmen sinkt

Bislang mussten nur wenige Firmen wegen der Pandemie Insolvenz anmelden. Doch bei etlichen Unternehmen wird wohl das Geld knapp. Die Zahlungsmoral verschlechtert sich . Das kann eine Kettenreaktion auslösen, befürchtet eine Wirtschaftsauskunftei.Darauf deutet auch eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hin: Danach scheint bei etlichen Firmen allmählich das Geld knapp zu werden. Jedenfalls werden immer mehr offene Rechnungen nur noch mit Verspätung bezahlt. Das Zahlungsverhalten der Unternehmen sei aktuell so schlecht wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Sommer 2015.

14.47 Uhr: Acht Neuinfektionen in Bielefeld

Am Montag gibt es acht neue Infektionen in Bielefeld. Die Zahl der Menschen in Quarantäne ist um 40 gesunken. 634 Bielefelder sind positiv getestet worden. Aktuell infektiös sind 54 Menschen und damit sechs mehr als Sonntag.  Von den positiv Getesteten sind 575 Menschen genesen, also zwei mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der positiv getesteten Reiserückkehrer – diese wird seit 17. Juli erhoben – steigt um zwei auf 37.

12.45 Uhr: Vorsitzender des Städtetages Nordrhein-Westfalen hält Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn für richtig

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen. „An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitze-Freie-Entscheidungen“, sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

11.13 Uhr: Ansturm auf Paderborner Badeseen entsetzt viele Menschen

Von chaotischen Zuständen rund um und an den Badeseen der Stadt Paderborn zeigten sich am Wochenende zahlreiche Leser des WESTFALEN-BLATTES entsetzt. Auch Stadtsprecher Jens Reinhardt musste auf Nachfrage einräumen, dass das Ordnungsamt einem solchen Ansturm nichts entgegenzusetzen habe. Sogar die Polizei sprach angesichts von zugeparkten Straßen und überfüllten Parkplätzen von „chaotischen Zuständen.“ 

9.26 Uhr: Nach Tönnies-Ausbruch: NRW fördert Gütersloh-Studie

Das Gesundheitsministerium NRW fördert eine wissenschaftliche Studie, die den massenhaften Corona-Ausbruch im Fleischwerk Tönnies untersuchen wird. Die sogenannte Gütersloh-Studie ist hinsichtlich der Fallzahlen die bisher größte Corona-Studie in Deutschland. Koordiniert wird die Untersuchung, an der auch die Universitäten Bonn und Düsseldorf sowie das Robert-Koch-Institut teilnehmen, von Prof. Dr. Carsten Tiemann vom Labor Krone in Bad Salzuflen und der Ärztin Dr. Anne Bunte, Leiterin des Gesundheitsamts im Kreis Gütersloh.

7.43 Uhr: Wursthersteller Stockmeyer siegt vor Gericht

Der Fleischverarbeiter Stockmeyer (650 Mitarbeiter) mit Sitz in Sassenberg-Füchtorf (Kreis Warendorf) hat sich vor dem Verwaltungsgericht Münster mit einem Eilantrag gegen die Allgemein­verfügung des Landes NRW zur Vermeidung weiteren Infektions­geschehens in Großbetrieben der Fleischwirtschaft durchgesetzt.

6.31 Uhr: In drei weiteren Bundesländern beginnt der Unterricht

In Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg kehren die Schüler wieder an die Schulen zurück - angesichts von Corona unter besonderen Vorzeichen. Am Mittwoch ist es auch in NRW so weit. Dort gibt es wegen Maskenpflicht und Hitze auch eine besondere Forderung.

Sonntag, 9. August

19.52 Uhr: Johnson: Öffnung der Schulen hat «nationale Priorität»

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Rückkehr aller Schüler zum Unterricht im September zur «nationalen Priorität» erklärt.

Die Sommerferien in England gehen Anfang September zu Ende. Dann sollen alle Jahrgangsstufen wieder unterrichtet werden. Medien berichteten unter Berufung auf eine ungenannte Regierungsquelle, Johnson wolle im Falle eines starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionen eher erneut Läden, Kneipen und Restaurants schließen lassen als Schulen. In Schottland sollen bereits Mitte August alle Schüler wieder Unterricht haben.

Großbritannien ist mit mehr als 46.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten das von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Europa.

18.03 Uhr: Lage am Godelheimer See entspannt sich

Die von der Stadt Höxter am Samstagabend getroffenen Maßnahmen in der Freizeitanlage Godelheim haben gewirkt.  Unter anderem waren die Parkplätze in der Anlage gesperrt worden. Die Zufahrt zum Seegelände blieb auch am Sonntag möglich. Allerdings mussten sich Badegäste einen anderen Parkplatz suchen. Ebenfalls wurde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. So kam es während eines Notfalleinsatzes gegen Mittag zu keinerlei Komplikationen. Der Rettungswagen habe gut passieren können, berichtete Stadtsprecher Sebastian Vogt.

Die Lage am See sei generell entspannter gewesen. „Am Samstag gab es unter den Gästen doch ein gehöriges Agressionspotenzial“, so Vogt. Am Sonntag hatte die Stadt Höxter auch die Präsenz des privaten Sicherheitsdienstes verstärkt. Statt vier Personen behielten nun sechs Wachmänner die Lage im Blick. Daneben war auch das Ordnungsamt im Dienst. 

17.44 Uhr: Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA haben die Behörden seit Beginn der Pandemie bereits fünf Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in den USA, vor allem in Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes, wieder stark angestiegen. Die Schwelle von vier Millionen bekannten Infektionen war erst vor zweieinhalb Wochen überschritten worden.

Bislang sind in den USA mehr als 162.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, wie die Daten von Johns Hopkins zeigten. Pro Tag meldeten die Behörden zuletzt im Schnitt gut 1000 Todesfälle und rund 60.000 Neuinfektionen. In keinem Staat der Welt gibt es in absoluten Zahlen gesehen so viele bekannte Infektionen und Todesfälle wie in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern.

16.20 Uhr: Schutzmasken: 48 Lieferanten klagen gegen Bundesregierung

Bei der Beschaffung von knapp sechs Milliarden Schutzmasken in der Corona-Pandemie drohen der Bundesregierung einem Bericht zufolge Rückzahlungsforderungen in dreistelliger Millionenhöhe. 48 Lieferanten, die vom Bundesgesundheitsministerium nicht oder nur teilweise für gelieferte Ware bezahlt worden seien, hätten bisher Zivilklagen am zuständigen Bonner Landgericht eingereicht, berichtete die «Welt am Sonntag».

Rund 100 weitere Lieferanten bereiten nach Informationen der «WamS» mit Hilfe von Anwälten ein abgestimmtes juristisches Vorgehen vor. Insgesamt wollen die betroffenen Unternehmen demnach ausstehende Zahlungen in Höhe von etwa 400 Millionen Euro einfordern.

14.31: Entwicklungshilfe in Zeiten von Corona

Wie Entwicklungshilfe in Zeiten von Corona aussieht, das zeigt Heike Kunter, Vorsitzende des Steinhagener Gemeinde-Bürgerkomitees, jetzt den Mitgliedern am Beispiel der St. Martin’s School in Kibagare, einem der Slums in Nairobi, Kenia. Die Not in den Slums von Nairobi sei immer schon sehr groß gewesen, sagt sie weiter. „Deshalb gab es schon seit Jahren jeden Samstagmittag eine Speisung für Kinder aus dem angrenzenden Slum. Dicht gedrängt standen sie Schlange vor der Ausgabe. Oft aßen die Kinder nur einen Teil und nahmen den Rest für die kleinen Geschwister oder die Familie mit“, so Kunter.  Corona hätten diese Essensausgabe unmöglich gemacht , sagt sie weiter. Neue Wege hätten gefunden werden müssen. Schwester Emmah, die Leiterin vom Kibagare Good News Center, bat daher das Bürgerkomitee um Hilfe, damit Essenspakete für die Familie gepackt und verteilt werden konnten.

13.24 Uhr: Keine neuen Infizierten in Bielefeld

Die Zahl der Infizierten hat sich in Bielefeld von Samstag auf Sonntag nicht verändert, 626 Bielefelder sind bislang auf das Corona-Virus positiv getestet worden. Davon sind aktuell 48 infektiös. Gezählt wurden bislang 35 positiv getestete Reiserückkehrer. In Quarantäne befinden sich derzeit 359 Bielefeld, 15 weniger als am Samstag. Die Neuinfektionsrate der vergangenen sieben Tage liegt bei 8,5 pro 100.000 Einwohner.

12.58 Uhr: Elf Neuinfizierte im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand Sonntag, 9. August, 0 Uhr, 2687 laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Das sind elf Personen mehr als am Vortag (2676). Dies sind kumulierte Zahlen seit Anbeginn der Pandemie. Davon gelten 2586 (2584) Personen als genesen und 81 (72) als noch infiziert. Die Covid-19-Fälle der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner betragen für den Kreis Gütersloh laut RKI 14,6 (14,0). Von den 81 noch infizierten Personen befinden sich 76 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden derzeit fünf Patienten (5) stationär behandelt. Davon wird nach wie vor eine Person intensivmedizinisch versorgt und muss beatmet werden. Im Kreis Gütersloh sind seit Beginn der Pandemie 20 Menschen verstorben, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.

12.17 Uhr: Sieben neue Corona-Infektionen im Kreis Herford

Wieder waren es überwiegend Reiserückkehrer: Sieben neue Corona-Fälle hat der Kreis Herford am Samstag gemeldet. Darunter sind neben Reiserückkehrern auch Angehörige bereits zuvor infizierter Personen. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen seit Ausbrauch der Pandemie stieg damit auf 461. In 417 Fällen gelten die Betroffenen wieder als genesen.  Aktuell sind 36 infizierte Personen im Kreis Herford registriert. Sie verteilen sich auf Herford (26), Bünde (4), Kirchlengern (1), Enger (1), Spenge (3) und Löhne (1). In stationärer Behandlung befinden sich derzeit vier infizierte Personen. Im Kreis Herford gab es bislang acht Todesfälle, wobei sechs (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und zwei mit Corona.

11.42: Dänischer Schlachthof muss schließen

Nach einem Corona-Ausbruch mit Dutzenden infizierten Mitarbeitern wird ein Schlachtbetrieb in Dänemark vorübergehend geschlossen . Nachdem weitere 22 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden seien, muss der Betrieb in Ringsted ab Montag zunächst für eine Woche ruhen, teilte der Fleischverarbeiter Danish Crown mit.

11.06 Uhr: Zahl der Infizierten im Kreis Höxter verdoppelt

Im Kreis Höxter hat sich die Zahl der aktiv mit dem Coronavirus infizierten Personen von Freitag bis Sonntag von vier auf acht verdoppelt. Die meisten aktuell infektiösen Patienten gibt es nach Zahlen des Gesundheitsamtes von gestern Vormittag in Brakel (3). Je ein Infizierter wurde aus Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Höxter und Warburg gemeldet. In den übrigen Kommunen gibt es keine gemeldeten Fälle. Die Zahl der seit März bestätigten Infektionen stieg damit am Wochenende auf 383. 357 sind bereits genesen, 18 seit Beginn der Pandemie an oder mit dem Virus gestorben.

10.42 Uhr: Lauenau hat (vorerst) wieder Wasser

Die Trinkwasserknappheit in der Gemeinde Lauenau im Landkreis Schaumburg hat sich etwas entspannt. Die Lage sei im Moment beherrschbar, erst für den Nachmittag würden Verbrauchsspitzen erwartet, sagte am Sonntag Georg Hudalla, parteiloser Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, zu der Lauenau gehört. Über Nacht habe sich der Speicher wieder ein Stück aufgefüllt - wenn auch „nicht in dem Maße wie erhofft“. Dennoch erwartet er für die erste Tageshälfte „keine Dramatik“. Bereits am Samstagnachmittag hätten die Menschen auf die Wasserknappheit reagiert und ihr Verhalten geändert, der Verbrauch sei um zwei Drittel gesunken.Der Gemeinde war das Wasser nach den warmen und trockenen Tagen ausgegangen, am Samstagmittag lief der Wasserspeicher leer. Das Problem: In der Corona-Pandemie seien die Menschen überwiegend daheim geblieben, statt in den Urlaub zu fahren, daher sei der private Wasserverbrauch stark gestiegen. Die Feuerwehr stelle weiterhin sogenanntes Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung bereit, dass sich die Menschen abholen könnten. Zunächst solle das Wasser nicht mehr per Tanklöschfahrzeug in den Ortsteilen verteilt werden. In Lauenau leben knapp 4000 Menschen.

9.28 Uhr: Neustart in der Pandemie: Schulen vor Herausforderungen

Mit Maske oder ohne? Mit Abstand oder ohne? Zum Schulstart in der Corona-Pandemie gibt es weiter viel Unklarheit . Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) warnt unterdessen vor einem Wettkampf, wer die strengsten Regeln hat. Am Montag startet in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein die Schule nach den Sommerferien, am Mittwoch geht es in Nordrhein-Westfalen wieder los.Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert dazu auf, «dass in der Schule Mund- und Nasenbedeckungen getragen werden sollten, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können».

8.30 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien

Die Zahl der Todesopfer des Coronavirus ist in Brasilien auf mehr als 100.000 gestiegen . Lange hatte JPräsident air Bolsonaro die Folgen des Corona-Virus als leichte Grippe abgetan. Die jüngsten Zahlen des brasilianischen Gesundheitsministeriums dürften nun auch für den Präsidenten des Landes ein Schock sein. Im Vergleich zum Vortag waren demnach 905 Todesfälle hinzugekommen, womit die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie auf 100.477 stieg. Es kamen zudem 49.970 Neuinfektionen hinzu - seit dem ersten bestätigten Fall in Brasilien Ende Februar steckten sich demnach 3.012.412 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 an.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro steht wegen seines laxen Umgangs mit der Pandemie seit langem in der Kritik. Er bezeichnete die Lungenkrankheit Covid-19 immer wieder als «leichte Grippe» und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen.

8.11 Uhr: Ärzteverband warnt vor Nachlässigkeit

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie in Deutschland. «Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da», sagte die Vorsitzende Susanne Johna. Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen. «Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.» Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

7.31 Uhr: Massenansturm auf Godelheimer See

Autos auf Rettungswegen und reihenweise Verstöße gegen die Corona-Auflagen – am Godelheimer See in Höxter herrschte bei hochsommerlichen Temperaturen am Samstag Chaos . Die Stadt Höxter greift durch und sperrt an diesem Sonntag die PKW-Parkplätze an der Freizeitanlage. Die Polizei kündigt scharfe Kontrollen an und will Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung konsequent ahnden.

6.07 Uhr: 555 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist nach mehreren Tagen wieder unter die Schwelle von 1000 Fällen gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 555 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Krise haben sich somit mindestens 215.891 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit im Vergleich zu den Werten der Vortage nur etwa halb so hoch. Ein Grund dafür kann sein, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen gemeldet worden. Auch am Donnerstag und Freitag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000. 

Samstag, 8. August

19.05 Uhr: Start der Corona-Testpflicht: Kosten, Kontrolle, Kapazitäten

Im Kampf gegen das Coronavirus gilt seit heute eine Testpflicht für alle Urlauber, die aus Ländern mit vielen Infizierten zurückkommen. Wer kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Ein Überblick wie das Ganze abläuft. 

18:39 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

Bielefeld:  Aktuell 50 Menschen infiziert
aktuell infiziert: 50
Fälle insgesamt: 626
Todesfälle: 5

Kreis Paderborn:  Sechs neue Corona-Fälle 
aktuell infiziert: 41
Fälle insgesamt: 784
Todesfälle: 34

Kreis Gütersloh: Neun Neuinfizierte  
aktuell infiziert: 72
Fälle insgesamt: 2675
Todesfälle: 20

18.18 Uhr: US-Experten fordern erneut strikte Ausgangsbeschränkungen

Ein renommierter Epidemiologe und ein führender Vertreter der US-Notenbank fordern im Kampf gegen die Corona-Pandemie die erneute Verhängung strikter Ausgangsbeschränkungen. Bis es eine Impfung gebe, werde es ohne einen neuen Lockdown Millionen weitere Coronavirus-Infektionen und zahlreiche Todesfälle geben, aber keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, warnten der Epidemiologe Michael Osterholm und der Chef des Büros der Notenbank in Minneapolis, Neel Kashkari, in einem Gastbeitrag in der «New York Times».

«Es gibt keinen Zielkonflikt zwischen der Gesundheit und der Wirtschaft», schrieben sie. «Beide verlangen es, das Virus aggressiv unter Kontrolle zu bringen.» Die Geschichte werde hart über Amerika urteilen, wenn die aktuelle Chance, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, nicht ergriffen werde

17 Uhr: Verzögerte Erstattungen: Kritik aus Ministerium an Lufthansa

Noch immer warten viele Lufthansa-Kunden nach den massenhaften Flugausfällen im Frühjahr auf die Erstattung. Aus der Bundesregierung, die das Unternehmen milliardenschwer unterstützt, kommt nun Kritik. «Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Lufthansa trotz der massiven staatlichen Hilfen ihren gesetzlichen Verpflichtungen bislang nicht nachkommt und den Kunden ihre Gelder nicht unverzüglich zurückzahlt», sagte Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nussbaum. 

Nach den massenhaften Flugausfällen in der Corona-Krise mussten Tausende Verbraucher auch Wochen und Monate später noch auf die rechtlich eigentlich verbindliche Erstattung ihrer Tickets warten - und viele warten immer noch. Verbraucherschützer und Flugrechtsportale sind sich einig, dass die Airlines mit wenigen Ausnahmen die Zahlungen absichtlich verzögert haben. Aus der Opposition gibt es Rufe nach einem schärferen Vorgehen staatlicher Stellen gegen zahlungsunwillige Fluggesellschaften.

15.24 Uhr: Lambrecht will Pflicht zum Insolvenzantrag länger aussetzen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien.  «Um pandemiebedingt überschuldeten Unternehmen Zeit zu geben, sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote zu sanieren, werde ich vorschlagen, die Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen weiterhin bis Ende März 2021 auszusetzen», sagte Lambrecht. 

Die Regelung solle aber nur für Unternehmen gelten, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind. Bis Ende September ist die Pflicht über einen Insolvenzantrag ausgesetzt - damit aufgrund der Pandemie angeschlagene Firmen Luft bekommen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

13.50 Uhr: Lauenau geht während Hitze und Corona-Pandemie das Wasser aus

In der Gemeinde Lauenau (Landkreis Schaumburg) ist die Wasserversorgung nach warmen Tagen und während der Corona-Pandemie zusammengebrochen. Die Abnahmemenge im privaten Bereich sei drastisch gestiegen - selbst im Vergleich zu anderen Spitzenzeiten, erklärte Bürgermeister Georg Hudalla (parteilos).

„Sonst sind die Menschen in der Sommerzeit verreist und jetzt sind sie zu Hause.“ Der Trinkwasserspeicher könne über Nacht nicht mehr komplett aufgefüllt werden. So sei er am Samstagmittag auf Null gelaufen. „Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts“, sagte der Bürgermeister.

Am Feuerwehrhaus wurden Behälter mit Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung aufgestellt, das sich die Bürger abholen können. Dazu verteilten Tanklöschfahrzeuge ihr Brandwasser in den Ortsteilen. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Knapp 4000 Menschen sind betroffen. Wann das Problem gelöst sein könnte, ist laut Bürgermeister unklar.

12.38 Uhr: Reisewarnung für Regionen in Bulgarien und Rumänien

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionen in Bulgarien und Rumänien warnt die Bundesregierung nun vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden EU-Länder. Dazu zählt auch die bulgarische Touristenhochburg Warna mit dem auch bei deutschen Urlaubern beliebten Urlaubsort Goldstrand. In Warna liegt auch einer der beiden wichtigsten Flughäfen an der bulgarischen Schwarzmeerküste.

Daneben sind in Bulgarien nach den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts im Internet Blagoewgrad und Dobritsch betroffen, in Rumänien die Kreise Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş.

11.52 Uhr: Zwei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

Beim 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte der Verein am Samstag und teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter weiter mit: „Beide begaben sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne. In den beiden Testrunden fielen alle anderen Tests negativ aus.“ Am Samstag trainierte die Mannschaft von Coach Markus Gisdol drei Tage nach dem offiziellen Trainingsstart erstmals gemeinsam auf dem Platz.

Das Training des Fußball-Bundesligisten wird trotz der beiden positiven Tests fortgesetzt.Im Nachwuchsbereich des Bundesligisten dagegen wurden der Trainings- und Spielbetrieb von der U16 bis zur U19 „als Vorsichtsmaßnahme unterbrochen, da Nachwuchsspieler in ihrem Umfeld Kontakt zu infizierten Personen hatten“, teilten die Kölner mit.

9.50 Uhr: Ärzteverband: Maskenpflicht im Schulunterricht ist sinnlos

Der Ärzteverband Marburger Bund hat eine Maskenpflicht im Schulunterricht - wie von Nordrhein-Westfalen vorgesehen - als sinnlos kritisiert. „Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung“, sagte die Bundesvorsitzende Susanne Johna im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Sinnvoll ist die Maske dann, wenn es eng wird, etwa beim Verlassen der Klasse, vor dem Schulkiosk oder auf dem Pausenhof, wenn mehrere Klassen gleichzeitig Pause haben.“

Mehrere Länder haben eine Maskenpflicht an Schulen angekündigt - mit einer zumindest vorübergehenden Tragepflicht für weiterführende und berufsbildende Schulen steht NRW aber bislang alleine da. Der Vorstoß hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst.

9.39 Uhr: Deutlich weniger Teilnehmer bei «Querdenken»-Demo erwartet

Nach der großen Berliner Demonstration gegen die Corona-Auflagen rechnet die Initiative «Querdenken 711» mit deutlich weniger Zuspruch bei einem neuen Protest in Stuttgart. Für eine Demonstration und eine Kundgebung am Samstag wurden jeweils 500 Teilnehmer angemeldet, wie ein Stadtsprecher sagte. Eine weitere Veranstaltung von Kritikern der Verordnungen ist für den Sonntag in Dortmund geplant. Dort werden rund 1500 Menschen erwartet.

8.05 Uhr: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Für Rückkehrer aus Risikogebieten greift von diesem Samstag an bei der Heimkehr nach Nordrhein-Westfalen die Testpflicht auf das Coronavirus. In Düsseldorf sind dafür schon seit vergangener Woche Teststellen am Flughafen geschaffen worden. Die Testkapazitäten im Sicherheitsbereich des Airports werden nun erweitert. Auch am Köln-Bonner Flughafen kann man sich testen lassen.Die Flugreisenden haben drei Tage Zeit, sich auch woanders testen zu lassen, müssen bis zum Ergebnis aber in häusliche Quarantäne, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht.

7.10 Uhr: Streit um Corona-Testzentren in Bielefeld

Eigentlich wollte der Corona-Krisenstab der Stadt Bielefeld am Freitag auch über zwei neue Testzentren informieren. Aber bislang gibt es zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Stadtverwaltung noch keinen Konsens . Bis zu 20.000 Abstriche bis zu den Herbstferien wären in den beiden Testzentren möglich.

Gibt es doch noch eine Einigung, könnten hier 14-tägig Abstriche vom Kita- und Schulpersonal sowie von Reiserückkehrern, aber auch von Kindern in Kitas oder auch Schülern gemacht werden. Das Gesundheitsamt kann den enormen Aufwand damit kaum mehr stemmen und die Arztpraxen auch nicht. 

6.50 Uhr: Erneut mehr als 1000 Fälle in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 8.8., 0 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 7.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 1,16 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 7.8., 0 Uhr, ebenfalls bei 1,16 (Vortag: 1,06). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.20 Uhr: Erzieherin positiv getestet - Kindergarten vorsorglich geschlossen

Die Corona-Statistik des Kreises Minden-Lübbecke weist für Preußisch Oldendorf aktuell nur zwei Fälle auf. Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie deutlich zu spüren: Der Waldkindergarten in Bad Holzhausen ist betroffen .

„In einer Kindergartengruppe des Waldkindergartens in Bad Holzhausen wurde eine Erzieherin positiv auf Covid-19 getestet. Das Gesundheitsamt des Kreises hat alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst. Die Kontaktpersonen sind ermittelt“, teilte der Kreis mit.

5.12 Uhr: Ärzteverband warnt vor wachsender Nachlässigkeit

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie in Deutschland. «Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da», sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen. «Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.» Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

Freitag, 7. August

19.45 Uhr: aktuelle Zahlen aus OWL

Kreis Höxter
aktuell infiziert 4 (-1)
Fälle insgesamt 379  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
aktuell infiziert 34
Fälle insgesamt 778 (+2)  
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
aktuell infiziert 34 (+2)
Fälle insgesamt 813 (+2)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
aktuell infiziert 70 (+5)
Fälle insgesamt 2666 (+6)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
aktuell infiziert 41 (-4)
Fälle insgesamt 616 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 38 (+10)
Fälle insgesamt 454 (+10)
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 62 (-1)
Fälle insgesamt 608 (+4)
davon Todesfälle 13

OWL gesamt
Aktuell infiziert 283 (+11)
Fälle insgesamt 6341 (+27)
davon Todesfälle 128

(In Klammern Veränderungen zum Vortag; Quellen: örtliche Gesundheitsämter, Gesundheitsministerium NRW)

17.45 Uhr: Mehr als 300 neue Corona-Fälle in NRW: Auch durch Reiserückkehrer

In Nordrhein-Westfalen sind innerhalb eines Tages 324 neue Corona-Fälle registriert worden. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie damit 50.937 bestätigte Corona-Infektionen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Inzwischen seien aber 45 532 Erkrankte wieder genesen, berichtete das Ministerium. Dem standen 1755 Todesfälle gegenüber.

Zuletzt gab es den Zahlen des Ministeriums zufolge in fast allen Kreise und kreisfreien Städte Neuinfektionen. Einige davon sind wohl auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückzuführen. „Wir beobachten erste Fälle, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang mit Reiserückkehrern naheliegt, die sich nicht an die geltenden Bestimmungen gehalten haben", teilte Barbara Nieters, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Viersen, am Freitag mit. Dadurch seien vermutlich zahlreiche vermeidbare Infektionsketten in Gang gesetzt worden. Eigentlich müssten sich die Urlauber aus Risikogebieten beim örtlichen Gesundheitsamt melden und sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Bei Verstößen gegen die Verordnung droht ein Bußgeld.

Ein wichtiger Wert, um das Infektionsgeschehen vergleichbar zu machen, ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, die innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden. Der landesweite Durchschnitt für NRW lag hier laut Landesgesundheitsministerium am Freitag bei 12. Er war damit deutlich höher als in anderen Bundesländern. In fünf Kreisen und kreisfreien Städten lag der Wert am Freitag sogar über 20, zum Beispiel in den Kreisen Kleve und Düren.Die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei 1147. Damit wurde der höchste Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Zuvor war sie das letzte Mal am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht. 

15.40 Uhr: Wie Covid-19 einen 34-Jährigen fast das Leben gekostet hätte – Reha in Bad Lippspringe

Ein diffuses Gefühl von Schwäche, leichtes Kopfweh, so fängt es an, an einem Freitagabend im Mai. Corona? Unwahrscheinlich, denkt Florian Janssen da. Schließlich hatte er Treffen mit Freunden in den Wochen zuvor abgesagt, und an seinem Arbeitsplatz, einem Lebensmitteldiscounter, hatte der stellvertretende Filialleiter eine Maske getragen, wie die allermeisten Kunden. Was sollte das Virus ihm denn auch anhaben, einem sportlichen 34-Jährigen?

Sechs Wochen später lernt Florian Janssen langsam wieder laufen, freut sich über 250 Meter im Sechs-Minuten-Test. 250 Meter ohne Rollator – das ist schon ziemlich viel für jemanden, der vier Wochen zuvor noch auf der Intensivstation lag und nicht mal allein atmen konnte. Es ist aber auch ziemlich wenig für jemanden, der vollkommen gesund war, drei- bis viermal in der Woche laufen ging und sich gerade auf einen Halbmarathon vorbereitete.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

14.25 Uhr: Gericht gibt Wursthersteller Recht: Kein Zwang zum Corona-Test

Das Land darf wegen der Corona-Pandemie beim Infektionsschutz nicht alle Betriebe in der Fleischindustrie gleich behandeln. Das hat Verwaltungsgericht Münster in einem Eilverfahren entschieden und am Freitag mitgeteilt. Ein Wursthersteller aus dem Kreis Warendorf hatte sich gegen eine Allgemeinverfügung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gewandt. Wie alle Unternehmen in der Fleischwirtschaft mit mehr als 100 Beschäftigten sollte die Firma seit dem 20. Juli 2020 grundsätzlich seine Mitarbeiter mindestens zweimal Mal pro Woche auf eigene Kosten auf das Coronavirus testen. Dies sei im Fall des Wurstherstellers aber nicht erforderlich, entschied das Gericht (Az.: 5 L 596/20, Beschluss vom 6. August 2020).

Der Betrieb dürfe nicht - zumindest nicht ohne nähere Begründung - mit Schlachthöfen und Zerlegebetrieben gleichgestellt werden. Vom Land sei nicht vorgebracht worden, warum die Gefahrenlage in der Fleischindustrie auf den Betrieb im Kreis Warendorf zutreffe. Eine generalisierende Anordnung steht nach Überzeugung der Verwaltungsrichter dazu im Widerspruch. Gegen den Beschluss kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht NRW eingelegt werden.

13.20 Uhr: Flughafen erwartet keinen Ansturm auf Testcenter

Der Frankfurter Flughafen erwartet am Wochenende keinen Ansturm auf die Corona-Testcenter am größten deutschen Airport. Ab Samstag müssen sich alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen.

„Wir rechnen nicht damit, dass die Zahlen explodieren“, sagte Benedikt Hart, Leiter des DRK-Testzentrums am Flughafen, der Deutschen Presse-Agentur. Der Flughafenbetreiber Fraport sieht sich gut gerüstet. „Die Infrastruktur ist da“, sagte eine Sprecherin.

11.30 Uhr: Virologen: Corona-Gefahr an Schulen nicht unterschätzen

Zum Schulstart haben mehrere namhafte Virologen vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. „Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die am Freitag verschickt wurde.

11.10 Uhr: Pop-Konzert mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf geplant

Ein Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und The BossHoss soll am 4. September vor 13.000 Zuschauern in Düsseldorf stattfinden . «Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben», sagte Veranstalter Marek Lieberberg laut einer Mitteilung. Es wäre das erste Großkonzert seit Mitte März in Deutschland.

10.50 Uhr: Zwei Schulen wegen Corona geschlossen

Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind wegen Corona geschlossen worden . Betroffen sind das Goethe-Gymnasium in Ludwigslust, wo eine Lehrerin positiv getestet worden ist, und die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz, wie aus Mitteilungen der beiden Landkreise vom Freitag hervorgeht. An der Grundschule ist demnach ein Schüler infiziert.

8.50 Uhr: Pflicht-Tests für Rückkehrer: Rufe nach schärferen Maßnahmen

Nach der Ankündigung verpflichtender Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten werden Rufe nach schärferen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus laut . Eine zweite Corona-Welle müsse unbedingt verhindert werden, hieß es zur Begründung. Der CDU-Wirtschaftsrat forderte ein generelles Reiseverbot für Corona-Hotspots. 

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Mongomery, forderte eine generelle Quarantäne. Tests seien nur «eine Momentaufnahme». Deshalb sollte alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne gehen.

8.30 Uhr: Australien lässt Grenzen vorerst zu

Australien will seine Grenzen wegen der Corona-Pandemie vorläufig weiter geschlossen halten. Es werde noch „einige Monate“ dauern, bis wieder Ausländer einreisen dürften, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag.

„Wir haben beschlossen, dass die internationalen Reisebeschränkungen für Ankünfte in Australien in ihrer derzeitigen Form fortgesetzt werden sollen“, so Morrison. Er hoffe aber, dass die Regeln „irgendwann in der Zukunft“ geändert werde könnten.

6.55 Uhr: Ausflügler dürfen am Sommerwochenende nicht auf alle Inseln

Zum anstehenden sommerlichen Wochenende sind Tagesausflügler auf fast allen Ostfriesischen Inseln willkommen - mit Ausnahme von Langeoog. Dorthin dürfen wegen der Corona-Pandemie weiterhin samstags und sonntags keine Tagesgäste reisen, an den übrigen Tagen nur maximal 600. „Wir werden aber aufstocken auf 800, weil es so gut läuft“, kündigte Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn an. Voraussichtlich Anfang nächster Woche soll dann auch die Wochenendsperre für Tagesgäste gekippt werden - 300 bis 400 seien dann denkbar. Auf der Insel verteilten sich Urlauber, Ausflügler und Bewohner ohnehin gut, sagte Horn. „Uns geht es um die Entzerrung auf der Fähre.“

Auch bei anderen Fähren etwa nach Spiekeroog oder Borkum gibt es Reglementierungen. Die AG Ems fährt weiterhin nur mit maximal 75 Prozent Auslastung nach Borkum, wie eine Sprecherin der Reederei erklärte. Bei hoher Nachfrage gibt es aber Zusatzfahrten.

In den vergangenen Tagen mit Sonnenschein und hohen Temperaturen setzten zahlreiche Menschen zu Tagesausflügen auf die Inseln über. Nach Norderney fuhren am Donnerstag nach Angaben der Reederei Norden-Frisia rund 2000 bis 2500 Tagesgäste, dazu noch mal etwa so viele Urlauber. Schätzungsweise 27.000 Gäste tummeln sich derzeit auf der Insel, wie die Tourismusorganisation vor Ort mitteilte.

5.58 Uhr: Erneut mehr als 1000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214.214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 7.8., 0 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Sie war zuletzt am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9183. Bis Freitagmorgen hatten 195 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 0,99 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 6.8., 0 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.01 Uhr: Spahn: Keine kritische Schwelle überschritten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht.

«Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann», sagte der CDU-Politiker dem ZDF-«Heute Journal» .

Donnerstag, 6. August

19.44 Uhr: Neue Testzentren in Herford und Bünde

Nein, es sei nicht die Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. „Wir wollen mit dieser Maßnahme die Hausarztpraxen entlasten“, betont Dr. Hermann Lorenz, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Der Kreis wird wegen des erwarteten Ansturms von Lehrern und Erzieherinnen, die sich bekanntlich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig auf das Virus testen lassen können, in Kooperation mit der KV zwei Abstrichstellen einrichten: in Herford und in Bünde.

18.13 Uhr: Wegen Corona-Krise: Lufthansa droht nach Milliardenverlust mit Entlassungen

Über drei Milliarden Euro Verlust hat Lufthansa bereits in der Corona-Krise erlitten, doch die Sparverhandlungen mit der Belegschaft kommen nicht voran. Vorstandschef Spohr verschärft nun den Kurs.

Bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag enttäuscht über die weiter heftigen Corona-Einschränkungen im Luftverkehr sowie über die schleppenden Verhandlungen zu Sparbeiträgen des Personals in Deutschland.

16.29 Uhr: Gewerkschaft fordert mehr Rechte für Zugbegleiter bei Maskenpflicht

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer verlangt mehr Kompetenzen für die Zugbegleiter, damit die Maskenpflicht in Zügen besser durchgesetzt werden kann. Das sei derzeit nicht so einfach, sagte der Vorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag.

«Unsere Kolleginnen und Kollegen draußen in den Zügen haben keinen Machthebel.» Die Maskenpflicht müsse in die Beförderungsbedingungen und damit ins Hausrecht der Bahn aufgenommen werden. Die Bahn lehnte das ab.

15.23 Uhr: Drei neue Corona-Infektionen in Paderborn - Acht in Bielefeld

In Paderborn gibt es gegenüber dem Vortag drei neue bestätigte Corona-Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen im Kreis steigt damit auf 776 (Stand 8. August, 11 Uhr). 34 Menschen gelten derzeit als infiziert, teilte der Kreis am Donnerstagnachmittag mit.

Die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Bielefelder ist auf 613 gestiegen. Das sind acht Infektionen mehr als am Mittwoch.

13.35 Uhr: Spahn zu DFL-Konzept: «Entscheidend ist auf dem Platz»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Konzept zur Teilzulassung von Zuschauern in der Fußball-Bundesliga begrüßt, pocht aber auf passgenaue Corona-Schutz-Lösungen für jedes Stadion.

Spahn machte zugleich deutlich, dass in solche Konzepte nun nicht «zigtausende Tests» einfließen könnten, um Zuschauer in Stadien zu ermöglichen. «Im Moment ist nicht die Zeit dafür.» Testkapazitäten würden vor allem gebraucht, Personal im Gesundheitswesen, Menschen bei größeren Corona-Ausbrüchen oder Reiserückkehrer zu testen.

12.07 Uhr: Ab Samstag Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen.  Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) - aus der EU sind derzeit Luxemburg und die die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.

Spahn sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man «auf Nummer sicher» gehen. «Mir ist sehr bewusst, dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist.» Es sei aber ein zumutbarer Eingriff. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

11.14 Uhr: Entlassungen bei Lufthansa nicht mehr vermeidbar

Nach einem weiteren Milliardenverlust im zweiten Quartal verschärft die Lufthansa ihre Sparmaßnahmen. Der Vorstand stimmte die Mitarbeiter am Donnerstag auf betriebsbedingte Kündigungen ein.

Bislang sollten diese in Verhandlungen mit den Gewerkschaften durch andere Sparbeiträge noch vermieden werden. Dieses Ziel sei nun auch für Deutschland nicht mehr realistisch, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr. Bislang fehlen Abkommen mit Verdi und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier noch nicht zugestimmt.

Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der inzwischen vom Staat gestützte Konzern in Frankfurt mitteilte.

10.28 Uhr: Gesundheitspolitiker Lauterbach kritisiert DFL-Konzept

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat das Rückkehrkonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für Fans in Stadien nach Monaten des Einlassverbots wegen der Corona-Pandemie kritisiert. Der Vorstoß der DFL sei «überhaupt nicht angemessen», sagte der Politiker in der Sendung «Maischberger - Die Woche». Das Konzept sei nicht sicher, weil niemand eine sichere An- und Abreise der Fans garantieren könne.

Lauterbach mahnte, dass sich Deutschland am Anfang einer zweiten Welle befinde. «Die Kinder müssen mit Masken unterrichtet werden und da macht man sich Gedanken, vor 25.000 Leuten Fußball zu spielen», erklärte er weiter. Es gebe zudem keinen Anlass, zusätzliche Fälle durch Fußballfans zu riskieren, schrieb er auf Twitter. 

Die DFL-Mitgliederversammlung hatte am Dienstag mehrheitlich, aber nicht einstimmig für den Fall der Fan-Rückkehr ein Alkoholverbot sowie die Streichung der Stehplätze bis zum 31. Oktober beschlossen. 

9.11 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals seit Mai über 1000

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Deutschland. Allerdings nicht schlagartig, sondern eher schleichend und auf breiter Front. Nun wurde erstmals seit Anfang Mai ein markanter Schwellenwert überschritten.  Erstmals seit drei Monaten hat das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß.

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt.

8.24 Uhr:Corona-Falschinformationen: Facebook löscht Trump-Video

In einem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News behauptete Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus «fast immun». Nun schreitet Facebook ein und löscht das Video.  Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

6.47 Uhr: Ägypten will Ende der Reisewarnung für seine Urlaubsgebiete

Nach der teilweisen Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei verlangt auch Ägypten von der Bundesregierung eine solche Entscheidung für seine Urlaubsgebiete.  Der ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, begründete die Forderung in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur mit sinkenden Corona- Infektionszahlen in seinem Land und weit reichenden Sicherheitsvorkehrungen für Touristen. «Es ist sehr frustrierend, dass ich keine Antwort darauf bekomme, warum die Reisewarnung nicht aufgehoben wird», sagte er.

Innerhalb der EU geht die Entwicklung unterdessen in die andere Richtung: Am Mittwochabend reaktivierte das Auswärtige Amt die Reisewarnung für die Region um die belgische Wirtschaftsmetropole Antwerpen. Zuvor hatte es Luxemburg und vier spanische Regionen getroffen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava.

5.30 Uhr: Corona-Regeln trennen Paare ohne Trauschein

In der Diskussion um wegen strenger Corona-Regeln getrennte Paare ohne Trauschein gerät Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunehmend unter Druck. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte jetzt der Deutschen Presse-Agentur, dass es die geltenden EU-Empfehlungen eindeutig ermöglichten, die geltenden Einreisebeschränkungen für die Betroffenen aufzuheben.

Konkret geht es um Ausländer in festen Partnerschaften mit einem EU-Bürger. Ein Trauschein oder eine eingetragene Partnerschaft sind demnach keine Voraussetzung für Erleichterungen.

Mittwoch, 5. August

20.32 Uhr: Warnung vor Reisen nach Antwerpen

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen. Zuvor hatte die Provinzregierung selbst von Reisen in die Region abgeraten. Dort übersteigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern. In der Provinz, die nicht an Deutschland grenzt, gibt es die meisten bestätigten Fälle in Belgien. Es gelten eine besonders strenge Maskenpflicht, eine nächtliche Ausgangssperre und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. An der Nordseeküste müssen sich Urlauber und Einheimische für Strandbesuche teils anmelden. 

18.25 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 5
Fälle insgesamt 379  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 31  
Fälle insgesamt 773  
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 30
Fälle insgesamt 807
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 57
Fälle insgesamt 2650
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 38
Fälle insgesamt 605
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 27
Fälle insgesamt 443 
davon Todesfälle 8

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 53
Fälle insgesamt 594
davon Todesfälle 13

OWL gesamt
Aktuell infiziert 241
Fälle insgesamt 6251
davon Todesfälle 128

18.01 Uhr: Eurowings fliegt wieder von Paderborn nach Mallorca

Ab September startet Eurowings wieder vom Paderborn-Lippstadt Airport nach Palma de Mallorca . Insgesamt hat die Airline sieben wöchentliche Abflüge geplant. Zum Einsatz kommen Flugzeuge des Typs Airbus A320 mit Platz für 180 Passagiere. Insgesamt stehen damit ab September wöchentlich 25 Abflüge zu sieben Urlaubsdestinationen sowie zum Drehkreuz München mit weltweiten Anschlussverbindungen im Programm.

17.31 Uhr: Streeck sieht derzeit keine «zweite Corona-Welle»

Der Virologe Hendrik Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit weder einen deutlichen Anstieg der Zahlen noch eine sogenannte zweite Welle erkennen. Frank Ulrich Montgomery vom Weltärztebund geht von einer langanhaltenden Pandemie aus, mahnte aber stärker zur Vorsicht. «Ich glaube, wir sind in einer Dauerwelle», sagte der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes.

15.42 Uhr: Absturz auf Automarkt vorerst gestoppt

Die Corona-Pandemie hat die Autobranche in eine Absatzkrise gestürzt. Auch a ufgrund von Konjunkturmaßnahmen haben sich im Juli die Zahlen etwas erholt . Doch Entwarnung gibt die Industrie noch nicht. Dennoch: Wer derzeit in Deutschland sein neu gekauftes Auto auch fahren will, braucht Geduld. Bis ein Neuwagen etwa in Berlin zugelassen wird, dauere es «mindestens sechs Wochen», teilte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen KfZ-Gewerbes (ZDK), Axel Koblitz, mit.

15.08 Uhr: Disney erleidet 4,7 Milliarden Dollar Verlust

Die Corona-Pandemie hat den US-Unterhaltungsriesen Walt Disney tief in die roten Zahlen gebracht . In den drei Monaten bis Ende Juni fiel unterm Strich ein Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro) an, wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar gegeben, das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft lag bei 1,4 Milliarden. Die Erlöse brachen um 42 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar ein.

14.41 Uhr: Keine Ausgangssperre für Touristen über 65 in der Türkei

Für Menschen über 65 gilt in der Türkei eine zeitlich begrenzte Ausgangssperre, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören. Urlauber sollen jedoch ausgenommen werden.  Am Dienstag hatte sein Ministerium die Reisewarnung für vier der beliebtesten Urlaubsregionen in der Türkei aufgehoben.

13.54 Uhr: Sieben Neuinfektionen in Bielefeld

In Bielefeld gibt es sieben Neuinfektionen nach bestätigten Labortests. Somit sind – Stand Mittwoch, 5. August, – 605 Bielefelder/innen bisher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Aktuell mit dem Virus infiziert sind nach Angaben der Stadt zurzeit 38 Personen. 

Die Zahl der Infizierten, die von einer Reise aus Risikogebieten zurückgekehrt sind, ist unverändert. Nach bestätigten Tests sind es 26 Urlauber. Von den positiv Getesteten gelten 562 Menschen als genesen. Das sind sieben mehr als einen Tag zuvor.

In Quarantäne befinden sich aktuell 280 Menschen, 42 weniger als am Vortag. Die Neuinfektionsrate in den vergangen sieben Tagen liegt nun bei 7,1 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 24 Neuinfizierten.

12.59 Uhr: Nach Hinweis auf Maskenpflicht: Bielefelder bekommt Schlag ins Gesicht

In einem Linienbus hat ein Bielefelder (26) einen Jugendlichen auf seine fehlende Gesichtsmaske angesprochen. Daraufhin wurde ein zweiter Jugendlicher, mit dem der junge Mann ohne Maske unterwegs war, handgreiflich und gab dem 26-Jährigen eine Ohrfeige.  

Der Vorfall passierte am Dienstagabend gegen 21.45 Uhr in einem Linienbus, der auf der Arthur-Ladebeck-Straße in Richtung Brackwede unterwegs war. Etwa in Höhe des Adenauer Platzes wies der 26-Jährige den Jugendlichen nach Angaben der Polizei auf die bestehende Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln hin.

11.31 Uhr: Leopoldina empfiehlt Masken im Klassenraum

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Ältere Schülerinnen und Schüler sollten auch in den Klassenräumen einen Mund-Nase-Schutz aufsetzen, wenn nicht ausreichend Abstand möglich sei, heißt es in einer Stellungnahme

9.59 Uhr: 150 Euro Bußgeld für «Masken-Muffel» in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen.

Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW.

8.11 Uhr: Deutsche Post steigert in Corona-Krise Umsatz und Gewinn

Die Deutsche Post hat in der Corona-Pandemie im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Besonders der Bereich E-Commerce habe sich zwischen April und Ende Juni stark entwickelt, teilte der Logistikkonzern mit. 

Der Umsatz stieg demnach konzernweit um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro.

6.49 Uhr: Bielefelder Kinderärzte kritisieren Corona-Regelung von Spahn als Überforderung

Corona-Tests für alle Urlaubsrückkehrer auf freiwilliger Basis hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt. „Komplett sinnlos und eine Überforderung der Strukturen – sowohl der Arztpraxen als auch der Labore“, sagt Dr. Marcus Heidemann. „Das sprengt jeden Rahmen.“

Dienstag, 4. August

21.07 Uhr: Konzerte in Frankreich ab Mitte August wieder möglich

 In Frankreich können unter bestimmten Bedingungen ab Mitte August wieder kulturelle Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern stattfinden. Ab dem 15. August dürften die zuständigen Präfekturen Veranstaltungen wie Konzerte und Festivals unter Einhaltung von Corona-Sicherheitsvorkehrungen wieder genehmigen, teilte das französische Kulturministerium am Dienstag mit.

Demnach müssten zwischen Sitzplätzen genügend Abstand gehalten werden und das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend sein. Das Ministerium hatte bereits Ende Juli ein entsprechendes Dekret erlassen. Ab dem 1. September können demnach Festivals, Konzerte und Shows mit mehr als 5000 Besuchern ohne spezielle Genehmigung der Präfektur stattfinden. Das Ministerium kündigte mehr Informationen dazu für die Woche des 24. August an.

Ab September dürfen in Frankreich auch wieder Messen veranstaltet werden. Der Kultur-Sektor war von der Corona-Pandemie hart getroffen worden. Seit Mitte März waren keine Veranstaltungen mehr erlaubt. Kulturschaffende hatten mehrfach öffentlich kritisiert, dass es keinen Fahrplan zur Wiedereröffnung ihrer Branche gibt.

18.49 Uhr: 879 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 211.281 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 4.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9156. Bis Dienstagmorgen hatten 194.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

17.28 Uhr: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben . Das Auswärtige Amt teilte in seinen Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.

Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme.

17.15 Uhr: Millionen Euro zusätzlich für Artenschutz in Corona-Zeiten

Die Coronavirus-Pandemie bedroht vielerorts den Artenschutz. Dorfgemeinschaften und Wildhüter können teils ihre Schutzaufgaben nicht mehr wahrnehmen, weil ihnen die Lebensgrundlage weggebrochen ist und sie sich um die Familie kümmern müssen, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN).

Die IUCN stellt deshalb zusammen mit der EU-Kommission und der Organisation afrikanischer, karibischer und pazifischer Staaten (OACPS) sechs Millionen Euro Nothilfe bereit. «Durch die Pandemie kämpfen viele Dorfgemeinschaften, die sonst Arten schützen, um ihr eigenes Überleben und bedrohte Arten geraten stärker in Gefahr», sagte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. Mit dem Geld sollen etwa alternative Einnahmemöglichkeiten für Leute entwickelt werden, die sonst vom Tourismus etwa in Naturparks leben. Das Management des Artenschutzes soll widerstandsfähiger gemacht werden.

16.37 Uhr: Weiter keine Tagestouristen aus anderen Bundesländern im Nordosten

Individuelle Tagestouristen aus anderen Bundesländern dürfen auch weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Damit soll das Corona-Infektionsrisiko angesichts wieder steigender Zahlen in Deutschland niedrig gehalten werden. Das Wichtigste sei, dass jetzt der Schul- und Kitabetrieb nach den Sommerferien geordnet unter Corona-Bedingungen anlaufe, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Weitere Risiken sollten daneben nicht eingegangen werden.

Auch Volksfeste bleiben Schwesig zufolge vorerst weiter verboten, Diskotheken und Clubs geschlossen. Für Herbst- und Weihnachtsmärkte könnten die Kommunen aber Konzepte vorbereiten. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) soll über diesen Bereich am
18. und 25. August gesprochen werden.

14.52 Uhr: Profifußball-Vereine beschließen Maßnahmenpaket zur Fan-Rückkehr

Die 36 Profi-Vereine der Deutschen Fußball Liga haben am Dienstag ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr einiger Fans in die Stadien beschlossen . Dieses umfasst ein Alkoholverbot, die vorübergehende Streichung der Kartenkontingente für Auswärtsfans und Stehplätze sowie die Einführung personalisierter Tickets zur Nachverfolgung von Infektionsketten.

14.34 Uhr: Trump sorgt mit Äußerungen zu Corona-Statistiken für Kritik

Mit einem Interview zum Verlauf der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten hat US-Präsident Donald Trump neue Kritik auf sich gezogen. In dem Gespräch mit einem Reporter des Online-Portals Axios sagte Trump, die USA hätten in der Pandemie in zahlreichen Kategorien niedrigere Werte als Europa und der Rest der Welt. Zum Beweis zeigte er auf verschiedene Ausdrucke von Statistiken. Der Journalist hielt entgegen, dass sich der Präsident auf den Anteil der Corona-Toten an der Zahl der in den USA gemeldeten Fälle beziehe anstatt den Bezug zur Gesamtbevölkerung herzustellen. „Das können Sie nicht machen“, widersprach Trump. „Sie müssen sich auf die Fälle beziehen.“

Zahlreiche Nutzer kommentierten im Kurzmitteilungsdienst Twitter am Dienstag, Trump versuche, die Zahlen herunterzuspielen. Der knapp drei Minuten lange Clip erzielte binnen weniger Stunden mehr als zehn Millionen Aufrufe. In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 155.000 Menschen in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es rund 4,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab.

13.20 Uhr: Schulstart ist ein «hohes Risiko»

Seit gestern gehen Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in die Schule, kommende Woche starten weitere Bundesländer in den Regelbetrieb. Sind die Schulen gut genug vorbereitet? Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, sieht den Start des Regelbetriebs an den Schulen mit Problemen behaftet.

«Die Schulöffnungen stellen ein hohes Risiko dar», sagte Tepe.  Alle Beteiligten müssten vorsichtig sein und das Abstandsgebot einhalten. Allerdings sei es «grundsätzlich» gut, dass es wieder losgehe. Schließlich sei Bildung ein hohes Gut und es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche wieder in die Schule gehen könnten.

Dennoch gerieten die Schulen beim Start im Regelbetrieb in eine «schwierige Situation». So bräuchten die Schulen eigentlich «frühzeitig genaue Informationen, wie der Gesundheitsschutz geleistet werden soll». Das sei bisher aber nicht gut genug vorbereitet worden, kritisierte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. So wäre es besser gewesen, die Gesundheitsämter hätten vorab alle Schulen begutachten und deren Hygienepläne prüfen können. Außerdem hapere es bei der Digitalisierung an den Schulen.

11.56 Uhr: Viele für Strafen bei Verstößen gegen Demo-Auflagen

Nach der großen Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen wird in Deutschland über Versammlungsfreiheit und Demo-Auflagen diskutiert. Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland würde es laut einer Umfrage befürworten, wenn bei der Missachtung von Abstandsregeln oder Maskenpflicht bei Demonstrationen Strafen verhängt werden. 77 Prozent sprachen sich in einer am Dienstag veröffentlichten YouGov-Umfrage dafür aus. 14 Prozent lehnen Strafen ab. Der größte Zuspruch kommt von Wählern der Grünen (87 Prozent), der geringste von Wählern der AfD (45 Prozent). 

11.54 Uhr: Easyjet weitet Flugangebot vorsichtig aus

Nach tiefroten Zahlen in der Corona-Krise fährt der britische Billigflieger Easyjet sein Flugangebot stärker hoch als bisher geplant. «Unsere Buchungen für den Rest des Sommers entwickeln sich besser als erwartet», sagte Unternehmenschef Johan Lundgren bei der Vorlage der Quartalszahlen in Luton bei London.

Im laufenden Geschäftsquartal bis Ende September werde Easyjet nun rund 40 Prozent der ursprünglich geplanten Flüge anbieten - trotz der neuen Quarantänepflicht für britische Spanien-Urlauber. Bisher hatte Lundgren nur mit einer Kapazität von 30 Prozent geplant.

11.15 Uhr: Ärzteverband: Zweite Corona-Welle schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. «Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle», sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna.

Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. «Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen», warnte Johna. Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden.

10.02 Uhr: Tausende Jobs bei Flughafenbetreiber Fraport auf der Kippe

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will wegen des langfristigen Corona-Einbruchs tausende Jobs streichen. Fraport-Chef Stefan Schulte sieht zwar den Tiefpunkt der Luftverkehrsbeschränkungen durchschritten, stimmt aber alle Beteiligten auf eine lange Durststrecke ein.

Noch in den Jahren 2022/2023 dürften die Passagierzahlen am Heimatdrehkreuz nach seiner Einschätzung 15 bis 20 Prozent unter den bisherigen Höchstwerten liegen, mit entsprechend weniger Arbeit für die Beschäftigten, schreibt Schulte in seinem Bericht zur ersten Jahreshälfte.

Zwischen 3000 und 4000 der zurzeit rund 22.000 Stellen sollen abgebaut werden, kündigte Fraport am Dienstag erstmals schriftlich an.

9.38 Uhr: Steuersenkung verpufft in großen Teilen des Handels

Der große Wumms ist ausgeblieben: Einen Monat nach der Senkung der Mehrwertsteuer überwiegen im deutschen Einzelhandel Zweifel am Nutzen des milliardenschweren Steuergeschenks an die Verbraucher.

Bei einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) bewerteten nur 13 Prozent der Unternehmen abseits des Lebensmittelhandels die Steuersenkung als eine wirksame Hilfe zur Belebung des Konsums. Doch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Branchen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

8.49 Uhr: Wohl deutlich mehr Corona-Infizierte in Italien

Das Coronavirus könnte in Italien sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen Corona-Antikörper entwickelt haben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen. Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli - die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen.

7.13 Uhr: Fan-Debatte: Wie viele Zuschauer dürfen ins Stadion?

Nach den Geisterspielen zum Ende der abgelaufenen Saison der Fußball-Bundesliga hoffen die Vereine beim Start der neuen Spielzeit auf Publikum. Sicher ist nur, dass es keine ausverkauften Stadien geben wird. Die entscheidende Frage lautet: Wie viele Zuschauer dürfen ins Stadion? Die Vereine der Ersten Liga haben dafür ihre Planungen bekanntgegeben.

6.37 Uhr: Anwerbung ausländischer Pflegekräfte stockt wegen Corona

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und damit auch der Bedarf an Pflegekräften. Da herrscht schon heute Mangel. Deshalb wird versucht, Personal im Ausland anzuwerben. Doch auch hier kommt Corona in die Quere.

Im Sommer 2019 hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) entsprechende Initiativen im Kosovo, auf den Philippinen und in Mexiko gestartet, weil in Deutschland Fachkräfte in der Pflege fehlen. Aufgrund der Pandemie seien die Maßnahmen zur Anwerbung auf den Philippinen und in Mexiko derzeit auf unbestimmte Zeit unterbrochen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. «Ursprünglich war ab dem zweiten Quartal 2020 die Einreise der ersten zusätzlich angeworbenen Pflegefachkräfte vorgesehen.»

Eine Einreise aus dem Kosovo und weiteren Westbalkan-Staaten nach Deutschland sei auch aktuell grundsätzlich möglich. In der Pflege arbeiten laut Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 1,7 Millionen Menschen, fast 40.000 Stellen sind aber unbesetzt.

5 Uhr: Urlaub trotz Corona: Was Reisende in Europa beachten müssen

Wer jetzt in den Urlaub fahren will, muss sich gut vorbereiten. Viele außereuropäische Reiseziele fallen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg. Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich.

Bis Ende August hat das Auswärtige Amt (AA) seine weltweite Reisewarnung verlängert, für den Großteil der europäischen Länder gilt das nicht mehr. Nur vor Reisen nach Luxemburg warnt das AA derzeit noch wegen hohen Zahlen von Neuinfektionen. Jedes Reiseland hat seine Besonderheiten. Ein Überblick.

Montag, 3. August

19.28 Uhr: Brasilien: Weiteres Mitglied der Regierung Bolsonaro mit Corona infiziert

In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als „Chefe da Casa Civil“ vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert. Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ am Montag unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen.

In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert.Auch Staatschef Bolsonaro war nach eigener Aussage positiv getestet worden - ebenso wie Präsidentengattin Michelle. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als „leichte Grippe“ abgetan. Aus seiner eigenen Corona-Infektion hat er offensichtlich nichts gelernt. Nach seiner Genesung reiste Bolsonaro durch das Land, schüttelte Hände und löste Menschenansammlungen aus.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,7 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 94.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

18.22 Uhr: Bereitschaftspolizei kontrolliert Quarantäne in Mamming

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming hat die bayerische Regierung Bereitschaftspolizisten in den Ort abkommandiert. Die gut zwei Dutzend Polizisten sollen die Einhaltung der Quarantäne in den zwei betroffenen Betrieben überwachen, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag erklärte. „Die konsequente Einhaltung der Quarantäne ist entscheidend, um das lokale Infektionsgeschehen bestmöglich unter Kontrolle zu halten.“

In der Gemeinde mit knapp 3000 Einwohnern haben sich mehr als 270 Menschen mit dem Corona-Erreger Sars-CoV-2 infiziert - zuerst mehr als 230 in der Gurkenernte beschäftigte Saisonarbeiter, anschließend noch einmal 43 Mitarbeiter eines Konservenherstellers, der von dem Bauernhof beliefert wird. Die Behörden haben die Infizierten und deren Kontaktpersonen in den zwei betroffenen Betrieben isoliert. Das Landratsamt Dingolfing-Landau geht davon aus, dass die Erntehelfer die Mitarbeiter der Konservenfabrik ansteckten.

16.20 Uhr: Kreuzfahrt-Branche kämpft mit Neustart

Die Corona-Krise hat die Kreuzfahrt-Branche weiter im Griff. Die norwegische Reederei Hurtigruten bietet nach einem Coronavirus-Ausbruch auf ihrem Kreuzfahrtschiff «Roald Amundsen» vorerst keine Reisen mit ihren drei Expeditionsschiffen mehr an.

Am Wochenende verschob zudem die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden abgesagt, weil die letzte formale Freigabe durch den Flaggenstaat Italien noch ausstand.

16.09 Uhr: Bahn will Einhaltung der Maskenpflicht sicherstellen

Die Deutsche Bahn will sicherstellen, dass die  Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in ihren Zügen und Bussen durchgesetzt wird . Nach wie vor halte sich die große Mehrheit der Reisenden daran, erklärte der bundeseigene Konzern auf Anfrage am Montag in Berlin.

«Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar.» Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. «Dies setzen wir gemeinsam mit der für die Gefahrenabwehr bei der Bahn zuständigen Bundespolizei konsequent um.»

15.37 Uhr: Laumann „sehr skeptisch“ gegenüber Bundesligaspielen mit vielen Fans

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann steht Bundesligaspielen mit mehreren Tausend Zuschauern „sehr skeptisch“ gegenüber. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie bei Bundesligaspielen das Infektionsrisiko auf ein vertretbares Maß minimiert werden kann“, sagte der CDU-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Es mag ja noch möglich sein, den Mindestabstand während des Spiels durch geringere Zuschauerzahlen zu gewährleisten. Wenn allerdings 10.000 oder 20.000 in ein Stadion wollen, ist das kaum ohne Gedränge mit Einhaltung des Mindestabstands zu realisieren. Ich bin da sehr skeptisch. “Wenn entsprechende Konzepte vorlägen, würden diese natürlich durch die zuständigen Behörden sorgfältig geprüft. „Aber der Gesundheitsschutz hat dabei oberste Priorität“, betonte Laumann.  

15.29 Uhr: „Hohe Trefferquote“ bei Corona-Rückkehrertests an Flughäfen

Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch. Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen nach der Corona-Einreiseverordnung seit Mitte Juli einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist oder sich für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Diese Auflagen nannte Laumann „absolut richtig“. „Wer in einem Risikogebiet Urlaub macht, der muss ja wenigstens, finde ich, so viel Solidarität gegenüber den Menschen hier haben, dass er ausschließt, wenn er wiederkommt, dass er andere Menschen ansteckt.“ Wenn Reisende einen Test verweigerten, sollten ihre Personalien an das örtliche Gesundheitsamt weitergegeben werden, sagte Laumann.

In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. An den vier Flughäfen landeten vergangene Woche etwa 160 Flugzeuge mit rund 15.000 Passagieren aus Gebieten, die derzeit vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen sind - etwa die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel. Allein am Flughafen Köln/Bonn würden derzeit rund 600 Abstriche für Corona-Tests pro Tag genommen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Vom 18. bis zum 30.7. habe es knapp 5000 Tests gegeben. Dabei seien 51 infizierte Urlauber identifiziert worden. „Ohne den Test würden die jetzt draußen rumlaufen.“ Allerdings müssten die Urlauber im Schnitt rund eine Stunde auf den Abstrich warten. Am vergangenen Samstag, als zahlreiche Maschinen aus Risikogebieten in kurzer Folge gelandet seien, habe die Wartezeit bis zu zweieinhalb Stunden betragen.

14.03 Uhr: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten diese Woche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass eine  Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Lauf dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-«Morgenmagazin» aber noch nicht.

«Wir haben erste Entwürfe», sagte der CDU-Politiker. «Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen.»

13.54 Uhr: Tönnies fährt Schlachtbetrieb weiter hoch

Der Fleischkonzern Tönnies schlachtet wieder mehr Schweine . Am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück wurde eine zweite Schicht eingebunden. Die Schlachtung und Zerlegung von Schweinen sei seit Freitag in Absprache mit den Behörden weiter hochgefahren worden, teilte ein Konzernsprecher am Montag mit. Knapp mehr als 4000 Mitarbeiter seien in dem Betrieb wieder aktiv. 

13.36 Uhr: Land bezahlt freiwillige Corona-Tests für Lehrer

Ab dem 10. August können sich zum Start des neuen Schuljahrs Lehrer an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen freiwillig alle 14 Tage auf das Coronavirus testen lassen. Das Land übernehme dafür die Kosten, kündigte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Das Angebot gelte bis zum 9. Oktober. Bei einem positiven Befund würde das zuständige Gesundheitsamt die betroffene Schule informieren.

13.05 Uhr: NRW führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein

NRW führt an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ein. An Grundschulen soll die Maskenpflicht nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium am Montag in Düsseldorf an.

12.52 Uhr: Bundesregierung: Maskenpflicht in Schulen „vernünftige Überlegung“

Die Bundesregierung begrüßt die Pläne einzelner Bundesländer, in der Schule mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuführen. „Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern.

Als erstes Bundesland war Mecklenburg-Vorpommern am Montag ins neue Schuljahr gestartet. Erstmals seit der coronabedingten Schulschließung Mitte März sollen alle Schülerinnen und Schüler wieder täglich zur Schule gehen. Hamburg folgt am Donnerstag, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche. Mehrere Länder hatten angekündigt, in Schulgebäuden - aber nicht im Unterricht - eine Maskenpflicht einzuführen.

Zum Wiedereinstieg in den Schulregelbetrieb vor dem Hintergrund gestiegener Infektionszahlen sagte Demmer: „Das ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe von den Ländern und Kommunen, die das Recht auf Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen und gleichzeitig natürlich dem Gesundheitsschutz weiterhin hohe Bedeutung beizumessen haben.“ Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die Länder ihrer Verantwortung nachkämen und in ihrer Zuständigkeit notwendige und geeignete Konzepte vorlegen und die Schulen bei deren Umsetzung unterstützten. Dabei werde natürlich das Infektionsgeschehen von den Behörden in den Ländern weiterhin zu beobachten sein.

10.18 Uhr: Corona-Studie: Menschen können Hunde und Katzen anstecken

Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher an einer verhältnismäßig großen Zahl von Tieren bestätigt.

Die Wissenschaftler hatten 540 Hunde und 277 Katzen in Norditalien, vor allem in der Lombardei, untersucht. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. Bei 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen konnten die Forscher Antikörper gegen das Virus nachweisen.

8.55 Uhr: Corona bringt Boom auf dem Emsradweg

Urlaub im Ausland? Fällt für viele dieses Jahr wegen Corona flach. Freizeitgestaltung in geschlossenen Räumen? Auch eher schwierig. Radfahren boomt. Urlaub in Deutschland ist so angesagt wie nie. 1:0 für den in Hövelhof startenden Emsradweg und viel Arbeit für die Tourist-Info und die Geschäftsstelle des Emsradweges an der Schloßstraße.

7.16 Uhr: Schule geht los: Mecklenburg-Vorpommern macht den Anfang

Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern am Montag ins neue Schuljahr. Erstmals seit der coronabedingten Schulschließung Mitte März sollen alle 152.700 Schülerinnen und Schüler wieder täglich zur Schule gehen.

Das Bildungsministerium garantiert jedem Grundschüler vier Stunden am Tag. In den weiterführenden Schulen sind es fünf Stunden.

6.22 Uhr: 69-Jähriger aus Löhne: Hans-Wilhelm Homburgs Corona-Geschichte

Völlig gerädert wacht Hans-Wilhelm Homburg an diesem Sonntagmorgen auf. Es ist der 8. März. „Es fühlte sich an wie ein Kater“, erinnert sich der 69-Jährige. Nur, dass er am Abend zuvor keinen Tropfen Alkohol getrunken hat. Zu diesem Zeitpunkt ahnt der Rentner noch nicht, dass er eine lange Leidenszeit vor sich hat. Der Löhner gehört zu den ersten Corona-Patienten im Kreis Herford, die stationär behandelt werden müssen.

Sonntag, 2. August

21.05 Uhr: Institut macht Hoffnung auf vergleichsweise schnelle Impfstoff-Verfügbarkeit

Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF-„heute-journal“. „Das sind sehr gute Neuigkeiten.“

Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich. „Wir haben bereits 26 klinische Prüfungen laufen, und auch 6 dieser klinischen Prüfungen befinden sich bereits in einem Stadium, wo noch mal statistisch signifikant Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten am Menschen erhoben werden“, erklärte Cichutek. In sogenannten Phase-III-Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

20.45 Uhr: Kritik an Polizeistrategie bei Demo gegen Corona-Beschränkungen

SPD-Chefin Saskia Esken hat die Polizeistrategie bei den Protesten gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen in Berlin in Frage gestellt. „Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können“, sagte Esken der ARD-„Tagesschau“. Dies sei jedoch erst bei der Kundgebung geschehen, die sich an den Demonstrationszug angeschlossen hatte. Bei der Kundgebung hätten sich noch mehr Menschen versammelt, sie hätten noch enger beieinander gestanden. „Dann war es allerspätestens Zeit, einzugreifen.“

An dem Demonstrationszug hatten sich am Samstagnachmittag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 beteiligt, rund 20.000 waren es danach bei der Kundgebung. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln ignoriert wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung.

19.10 Uhr: Großer Andrang bei Corona-Tests für Reiserückkehrer

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus über die Sommerreisezeit laufen auf breiter Front freiwillige Tests bei Urlaubsrückkehrern an. Von Teststationen wird wachsender Andrang gemeldet. An bayerischen Stationen etwa haben sich bisher rund 18.000 Urlauber auf das Coronavirus testen lassen, wie es in München hieß. Am Flughafen Hannover hat die Nachfrage nach freiwilligen Tests für Reisende, die nicht in einem Risikogebiet waren, nach Angaben der Betreiber zugenommen.

Am Frankfurter Flughafen haben sich an dem schon länger geöffneten Testzentrum bisher mehr als 40.000 Menschen testen lassen, wie es von Deutschlands größtem Airport hieß. Seit Samstag können sich alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen.

18.30 Uhr: Paderborner Krankenhäuser fürchten Engpässe

Seit März haben Ärzte und Pflegefachkräfte der Paderborner Krankenhäuser insgesamt über 100 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt. „Das waren enorme Herausforderungen“, sagt Lungenfacharzt Dr. Andreas Zaruchas, der als Leitender Arzt Pneumologie dem Krisenstab des Brüderkrankenhauses Paderborn angehört. Nach wie vor befinde sich man in Alarmbereitschaft.

„Befürchtungen einer zweiten Welle sind real“, prognostiziert Lungenspezialist Zaruchas, umso wichtiger sei es, ausreichend finanzielle Ressourcen für den außerplanmäßigen Einsatz von Personal und die Bereitstellung zusätzlichen Equipments vorzuhalten. Doch nun fürchten die drei Paderborner Krankenhäuser finanzielle und Versorgungs-Engpässe. Denn am 1. Oktober soll der Schutzschirm für sie entfallen.

15.45 Uhr: Russland plant erste Corona-Impfungen im Herbst

Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag in Nischni Nowgorod. Zunächst sollten dann Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung. Die klinischen Tests des in Russland entwickelten Impfstoffes seien mittlerweile abgeschlossen, sagte Muraschko.

Allerdings hatte der Gesundheitsminister am 23. Juli der Agentur Interfax zufolge erst den Start einer Phase-3-Studie mit 800 Teilnehmern angekündigt. Phase-3-Studien prüfen die Wirksamkeit eines Präparats, zielen auf die Zulassung ab und beinhalten gewöhnlich deutlich mehr Teilnehmer.

Der Impfstoff wurde vom staatlichen Gamalaja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Die Zulassung sei in Vorbereitung, sagte der Minister. Ein Datum nannte er nicht. Zuletzt war der 10. August als Termin im Gespräch. Russland wäre damit das erste Land, das einen Impfstoff zulässt.

Das Tempo, mit dem Russland einen Corona-Impfstoff entwickelt haben will, wirft die Frage auf, wie sicher und wirksam das Präparat ist. Nach früheren Angaben des Gesundheitsministers soll die Produktion schon während der Phase-3-Studie beginnen. Außerdem würden dann bereits freiwillige Impfungen für besonders gefährdete Berufsgruppen angeboten.

14.21 Uhr: 36 Corona-Fälle auf norwegischem Passagierschiff

Nach dem Ausbruch des Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen ist das Virus mittlerweile bei 36 Crew-Mitgliedern nachgewiesen worden. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen sowie jeweils einer aus Frankreich und Norwegen. Im Zuge der Corona-Nachverfolgung wurde Hurtigruten nach eigenen Angaben zudem darauf aufmerksam gemacht, dass das Virus bei einem Passagier bestätigt worden sei, nachdem dieser auf einer vorherigen Tour mit der «Roald Amundsen» auf Reisen gewesen sei.

Für die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises gibt es einen herben Rückschlag. Sie hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. 

Das Expeditionsschiff «Roald Amundsen» lag am Sonntag weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und wurde isoliert, Passagiere befanden sich nach Hurtigruten-Angaben keine mehr an Bord. Wie die Reederei erklärte, wurden mittlerweile alle 158 Besatzungsmitglieder auf Corona getestet, bei 122 davon fielen die Tests negativ aus.

13.09 Uhr: Demonstration gegen Corona-Auflagen in Berlin

Nach der Demonstration von rund 20.000 Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen kommen von Seiten der Politik klare Zeichen für die Fortsetzung des Kurses zur Bekämpfung der Pandemie.

CSU-Chef Markus Söder sprach sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen aus. «Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt», sagte der bayerische Ministerpräsident. Gefragt sei absolute Wachsamkeit. «Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.»

Trotz steigender Infektionszahlen hatten am Samstag Tausende Menschen in Berlin protestiert. Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17.000 Menschen einem Demonstrationszug an, rund 20.000 beteiligten sich anschließend an einer Kundgebung. Die Demonstranten forderten ein Ende aller Auflagen.

11.27 Uhr: 240 Neuinfektionen deutschlandweit

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet . Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni.

Seit Beginn der Pandemie haben sich mindestens 209.893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141. Bis Sonntagmorgen hatten 192.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit sind rechnerisch rund 7850 Menschen in Deutschland akut mit dem Erreger infiziert.

10.15 Uhr: Diskussion um Polizeizugriffe auf Gästedaten

Name, Telefonnummer, Adresse - solche Angaben sollen in Corona-Zeiten beim Café- oder Restaurant-Besuch hinterlegt werden. Gesundheitsämter brauchen die Daten zur Nachverfolgung von möglichen Infektionsketten. In Einzelfällen greift aber auch die Polizei auf diese Daten zu, um Straftaten zu verfolgen. In Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz gab es solche Zugriffe bereits.

Um die Nutzung der Daten ist eine Diskussion entbrannt. Denn eigentlich sind die Angaben vorrangig für örtliche Gesundheitsämter bestimmt und eine wichtige Recherchequelle im Fall eines Corona-Ausbruchs. Und meistens wird auf den Formularen Vertraulichkeit und eine Löschung nach vier Wochen zugesichert. Sind Zugriffe der Polizei da überhaupt zulässig?

8.22 Uhr: Söder: Fan-Rückkehr in Stadien nur «schwer vorstellbar»

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hofft auf die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien. Auf der virtuell durchgeführten Außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Dienstag geht es auch um das Konzept für die Teilzulassung der Fans in der 1. und 2. Bundesliga.

Vor diesem Hintergrund äußerte sich CSU-Chef Markus Söder kritisch zu Fußballspielen mit Zuschauern zum Start der neuen Saison: «Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können. Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.» Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde, sagte der Politiker.

6.48 Uhr: Neustart im Urlaubsgeschäft mit großen Hindernissen

Die Reisebranche kann den Corona-Rückstand in diesem Jahr wohl nicht mehr aufholen.  Die Buchungen steigen in der Ferienzeit, wie aus Daten von Travel Data + Analytics (TDA) hervorgeht, die für den Reiseverband DRV zur Halbzeit der Sommerurlaubszeit ausgewertet wurden. Sie machen aber nur ein Drittel der Vorjahresumsätze zu diesem Zeitpunkt aus, wie der DRV berichtete. Insgesamt sei die Situation der Branche nach wie vor dramatisch.

«Das Niveau der Neubuchungen fängt die Verluste durch das Stornoaufkommen aufgrund der Reisewarnungen zurzeit noch bei weitem nicht auf», erläuterte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Das Auswärtige Amt hatte Mitte Juni die Reisewarnung für viele Länder in Europa aufgehoben. Außerhalb Europas gilt sie aber bis mindestens Ende August weiter.

Fiebig zufolge buchen die Menschen zurzeit extrem kurzfristig. Zwar steigen derzeit die Buchungen für die Herbstmonate September und Oktober. Die Nachfrage für die Wintersaison 2020/21 ist den Angaben zufolge aber weit unterdurchschnittlich. Der Tourismus zählt damit zu den Branchen, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen sind. Die Bilanz weist dem DRV zufolge bislang einen Umsatzrückgang in der deutschen Reisewirtschaft von rund 20 Milliarden Euro bis Ende August aus.

5.39 Uhr: Dehoga für dauerhaft niedrige Mehrwertsteuer in Gastronomie

Die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf den niedrigeren Satz als Corona-Hilfsmaßnahme muss nach Ansicht des Verbandes Dehoga auch nach der Krise beibehalten werden.

«Das ist eine ganz wichtige Maßnahme zur Stabilisierung der Branche», sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ingrid Hartges, der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme, dass die Auswirkungen der Coronakrise noch lange zu spüren sein werden - und viele Gastronomen vor dem Aus stehen könnten. Bei Getränken plädierte Hartges für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent zumindest für nicht-alkoholische Getränke.

Seit Jahren hatten die Gastronomen die Senkung von 19 Prozent auf den niedrigeren Satz von 7 Prozent verlangt, die nun im Zuge der Krise zur Stützung der Gastronomen verwirklicht wurde. Derzeit gelten als weitere Maßnahme zudem bis Jahresende nochmals weiter reduzierte Sätze von 16 und 5 Prozent für alle Branchen.

5 Uhr: Esken für flächendeckende Corona-Tests

Eine zweite Corona-Welle ist nach Einschätzung von SPD-Chefin Saskia Esken eine realistische Gefahr. Es stehe jetzt viel für Deutschland auf dem Spiel. Sie fordert  angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests in Deutschland.

Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Tests Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Samstag). «Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert.» Gerade diejenigen, die bei der Frage von Lockerungen vorangeprescht seien, sollten jetzt alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine zweite Welle zu verhindern.

Samstag, 1. August

19 Uhr: Zweite Welle: Ökonomen warnen vor großen Folgeschäden

Führende Ökonomen haben sich besorgt über die gestiegene Zahl der täglichen Corona-Infektionen geäußert. «Eine zweite Welle könnte wirtschaftlich schädlicher sein als die erste Welle. Denn viele Unternehmen sind angeschlagen, haben hohe Schulden und kaum mehr Rücklagen», sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

18.13 Uhr: Mehr als 60 bestätigte Corona-Fälle bei dänischem Schlachtbetrieb

Auf einem Schlachthof des dänischen Fleischverarbeiters Danish Crown ist mittlerweile bei 62 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Am Samstag kamen 18 weitere positive Fälle unter den Angestellten des Betriebs im dänischen Ringsted hinzu, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Bislang seien knapp 600 der 900 Angestellten getestet worden. Die restlichen 300 sollten am Montag getestet werden, sofern sie sich nicht im Urlaub befänden.

Danish Crown war am Sonntag von einem ersten Corona-Fall unter den Mitarbeitern in Ringsted informiert worden. In dem dortigen Betrieb werden wöchentlich normalerweise rund 35 000 Schweine geschlachtet, was nun aber deutlich zurückgefahren wurde. Mittlerweile wurde dort auch ein mobiles Testzentrum errichtet, in dem alle Mitarbeiter in den kommenden sieben Wochen wöchentlich auf Corona getestet werden sollen. 

17 Uhr: Saubere Hände im Kampf gegen Corona

Der ehemalige Bünder Chefarzt Dr. Theophylaktos Emmanouilidis hält sich derzeit auf der griechischen Insel Lesbos auf. Im dortigen Flüchtlingscamp Moria hilft er bei der Verbesserung der Wasserversorgung. Lesen Sie hier den ganzen Bericht. 

16.50 Uhr: Polizei will Berliner Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen auflösen

Die Polizei will die Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin auflösen. Die Veranstalter seien nicht in der Lage, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Entsprechende Maßnahmen würden vorbereitet. 

14.35 Uhr: Etwa 15.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen Corona-Auflagen

Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen am Samstag in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus.

Trotz steigender Infektionszahlen machten sich die Demonstranten für ein Ende aller Auflagen stark. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten. Die Polizei ging dagegen mit kommunikativen Maßnahmen wie Lautsprecherdurchsagen oder Einzelansprachen vor.

14.31 Uhr: Harte Zeiten – die Geschäftsführerin einer Traditions-Diskothek hofft auf Ende der Corona-Krise

„Wir waren die Ersten, die schließen mussten, und wir werden die Letzten sein, die wieder öffnen dürfen.“ Nicole Glösemeier, Geschäftsführerin der Bünder Traditions-Diskothek „Höhe“, hat in den vergangenen Monaten miterleben müssen, wie gerade ihre Branche durch die Corona-Krise in die Knie gezwungen wurde. Während der Einzelhandel, die Gastronomie, aber auch Fitnessstudios allmählich wieder den Weg zurück in die Normalität gehen, bleiben Diskotheken nach wie vor geschlossen. Was vor Corona wie selbstverständlich zum Clubleben dazu gehörte, gilt nun als Gefahr: viele Leute über Stunden auf engem Raum. Die Konsequenzen sind für Diskotheken-Betreiber fatal – sie bangen um ihre Existenz.  

Den ganzen Bericht lesen Sie hier.  

14.28 Uhr: 46 Infizierte in Bielefeld

Nach bestätigten Labortests gibt es am Samstag zwei Neuinfektionen in Bielefeld. Somit sind 46 Menschen in Bielefeld mit dem Virus infiziert. 

12.24 Uhr: Märchenmuseum Bad Oeynhausen zeigt Cartoons zur Pandemie

Cartoons von Olaf Schwarzbach zur Corona-Pandemie sind derzeit in einem Schaukasten vor dem Märchenmuseum Bad Oeynhausen am Ino­wroclaw-Platz zu sehen . In seinen Zeichnungen nimmt der Berliner humorvoll die Corona-Krise und ihre oft skurrilen Auswüchse aufs Korn. Als Träger dienen ihm bekannte Märchen.

Zum Beispiel Rotkäppchen: Als ein Polizist, mutmaßlich Ende März, das Rotkäppchen mit einem Korb voller Nudeln, Klopapier und Mehl auf dem Weg zu seiner Großmutter erwischt, kennt er kein Erbarmen: Das Mädchen soll 250 Euro zahlen, weil es gegen die damals noch schärferen Corona-Kontaktbeschränkungen verstößt.

Dr. Hanna Dose, Leiterin der Städtischen Museen, hat mehrere signierte Drucke des Künstlers für die Sammlung des Märchenmuseums erworben. „Vielleicht gibt es dazu später auch eine Ausstellung, wenn die Corona-Krise überwunden ist.“ Alternativ könne sie sich vorstellen, eine Auswahl der Cartoons im Treppenhaus zu zeigen. Hanna Dose: „Das ist aber noch offen.“

10.30 Uhr: Tausende zu Anti-Corona-Demonstration in Berlin erwartet

Aus Protest gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise wollen am Samstag in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gehen . Trotz steigender Infektionszahlen möchten sie für ein Ende aller Auflagen eintreten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, er erwarte, dass jeder Teilnehmer die Regeln beachte und sich verantwortungsvoll verhalte.

Für die Kundgebung unter dem Motto «Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit» sind laut Polizei rund 10.000 Teilnehmer angemeldet. Aufgerufen dazu hat die Initiative «Querdenken 711» aus Stuttgart. Die Demonstration soll auf der Straße des 17. Juni stattfinden. Dafür wurde bundesweit mobilisiert. Teilnehmer wollten mit Bussen anreisen, auch Neonazi-Organisationen hätten zur Teilnahme aufgerufen, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD).

8.31 Uhr: 955 neue Corona-Infektionen bundesweit

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 1. August, 0 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.

Bis Samstagmorgen hatten 192.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 31. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,06 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 31. Juli, 0 Uhr, bei 1,19 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

7.16 Uhr: Verstöße gegen Corona-Regeln: Altmaier will härtere Strafen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen .

«Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat», sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.»

Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. «Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen», sagte Altmaier. «Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt.»

6.20 Uhr: Corona-Krise trennt Familien

In der Coronavirus-Pandemie ist der Nachzug von Familienangehörigen aus dem Ausland beinahe zum Erliegen gekommen . Zwischen März und Juni vergaben deutsche Auslandsvertretungen nur 2753 Visa zum Familiennachzug, wie das Auswärtige Amt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilt.

Zum Vergleich: 2016 bis 2019 wurden pro Jahr stets mehr als 100.000 Einreisegenehmigungen zum Familiennachzug erteilt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es immerhin noch 21.725 Visa.

«Aufgrund von Reisebeschränkungen, Flugverboten und pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den Herkunftsländern können die Pass- und Visastellen an vielen deutschen Auslandsvertretungen seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie nur eingeschränkt oder im Notbetrieb arbeiten», hieß es zur Erklärung aus dem Auswärtigen Amt.

5.15 Uhr: Bünder Mediziner hilft im Flüchtlingscamp Moria

Temperaturen um die 38 Grad, kaum Schatten, Unterkünfte, die bestenfalls provisorisch zu nennen sind – die Lage im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist trostlos. Ursprünglich für 3000 Menschen ausgelegt, leben inzwischen fast 17.000 Flüchtlinge hier. Seit Mittwoch hält sich Dr. Theophylaktos Emmanouilidis , Vorsitzender des medizinischen Hilfswerks Hammer Forum, auf der Insel auf. Der ehemalige Bünder Chefarzt unterstützt vor Ort die „Starfish Foundation“, die unter anderem die hygienischen Verhältnisse im Flüchtlingslager verbessern will.

So sind an allen Bushaltestellen des Camps Wasserbehälter und Seife aufgestellt worden, damit beim Ein- und Aussteigen die Hände gewaschen werden können. Das sehen die Corona-Schutzmaßnahmen der griechischen Regierung vor. Das Hammer Forum hat die „Starfish Foundation“ mit 10.000 Euro für dieses Projekt unterstützt, weitere 5000 sollen folgen.

Freitag, 31. Juli

20.16 Uhr: Nach Corona-Genesung: Bolsonaro löst Menschenansammlungen aus

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Es bildeten sich Menschenansammlungen. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert.

Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen. In einer Live-Übertragung am Donnerstagabend sagte er, dass er sich nach der Corona-Ansteckung schwach gefühlt und in der Quarantäne „Schimmel in der Lunge“ eingefangen habe. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als „leichte Grippe“ abgetan. Inzwischen wurde auch Präsidentengattin Michelle positiv auf das Virus getestet.

Nach seiner Genesung befindet sich der Präsident in einer Art Wahlkampfmodus. Nachdem er am Donnerstag im Nordosten - traditionell Gebiet der linken Arbeiterpartei PT - unter anderem ein System zur Wasserversorgung eingeweiht hatte, eröffnete er am Freitag fast 4000 Kilometer entfernt im Süden staatliche Sozialwohnungen.

19.53 Uhr: WHO: Rekord bei Neuinfektionen - 292.000 Fälle binnen 24 Stunden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (6. 000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25.000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2800.

Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt.

19.07 Uhr: EU-Kommission will sich Corona-Impfstoff von Sanofi sichern

Die EU-Kommission will 300 Millionen Dosen eines künftigen Impfstoffs vom französischen Pharmaunternehmen Sanofi kaufen. Vorgespräche für einen anvisierten Vertrag seien am Freitag abgeschlossen worden, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Geplant ist demnach ein Rahmenvertrag, wonach die Kommission vorab einen Teil der Entwicklungskosten des Unternehmens übernimmt und dafür das Recht erhält, eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen in einem bestimmten Zeitraum zu kaufen. Die bereitgestellten Mittel wären eine Anzahlung für die Impfstoffe, die die EU-Staaten später tatsächlich kaufen.

Sanofi will für seinen Impfstoffkandidaten nach jetziger Planung im Juni 2021 die Zulassung beantragen.„Der heutige Schritt mit Sanofi ist ein erster wichtiger Eckpfeiler einer viel umfassenderen europäischen Impfstoffstrategie“, sagte von der Leyen. Man führe weiterhin intensive Gesprächen mit mehreren anderen Unternehmen.

16.28 Uhr: NRW bietet Lehrern und Erziehern alle 14 Tage Corona-Test an

Die NRW-Landesregierung bietet den rund 360 000 Beschäftigten in Schulen und Kitas an, sich bis zu den Herbstferien regelmäßig auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen zu lassen. Die Kosten dafür werde das Land übernehmen, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag. Für Schüler und Kitakinder sei ein solches Angebot hingegen nicht geplant. Sollte in einer Schule ein Infektionsgeschehen auftreten, werde künftig aber „sofort und umfänglich“ getestet. Zuvor hatte die „WAZ“ berichtet.

Das Angebot, sich ohne konkreten Anlass regelmäßig testen zu lassen, gelte für Lehrer, Erzieher, Kindertagespfleger, Mitarbeiter im offenen Ganztag, sozialpädagogisches und nicht-pädagogisches Personal, sagte der Ministeriumssprecher. Sie sollen zwischen dem 3. August und dem 9. Oktober die Möglichkeit haben, sich freiwillig alle 14 Tage auf das Coronavirus testen zu lassen. Weitere Details zur Corona-Teststrategie will die NRW-Landesregierung am Montag veröffentlichen.Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, lieber auf „anlassbezogene Testungen“ statt auf Massentests zu setzen.

14.48 Uhr: Warnungen vor Problemen in Gesundheitsämtern

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in einigen Regionen Deutschlands warnen Experten vor Problemen bei der Spurensuche durch die Gesundheitsämter vor Ort .

«Für eine zweite Pandemie-Welle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt», sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). «Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu.» SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlug eine stärkere Konzentration beim Verfolgen von Infektionsketten vor. Laut einer Umfrage rechnen viele Bundesbürger mit einer zweiten größeren Infektionswelle in der nächsten Zeit.

14.21 Uhr: Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer ab Samstag

Auslandsurlauber können sich von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fest, die dann in Kraft tritt. Der CDU-Politiker sagte am Freitag: „Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland sind ein deutliches Warnsignal. Das Virus macht keine Ferien.“ Daher sollte man sich testen lassen, wenn man von einer Reise zurückkommt. Die Tests sollen demnach innerhalb von 72 Stunden nach der Rückkehr bei Gesundheitsämtern und niedergelassenen Ärzten möglich sein.

Die Kosten für die Tests trägt der Verordnung zufolge die gesetzliche Krankenversicherung. Das Gesundheitsministerium hatte aber bereits signalisiert, dass der Bund die Finanzierung am Ende über einen erhöhten Zuschuss an die Kassen übernehmen will.Spahn bekräftigte, dass sich Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten in Kürze auf Aufforderung bei der Einreise verpflichtend testen lassen müssen. Dazu ist eine Anordnung vorgesehen, die laut Ministerium derzeit in der Abstimmung mit den Ländern ist und die voraussichtlich im Verlauf der nächsten Woche in Kraft treten soll. Spahn betonte: „Mehr noch als auf staatliche Anordnungen kommt es weiter auf jeden von uns an. Je besser wir im Alltag aufeinander achten, desto besser kommen wir gemeinsam durch diese Pandemie.“

13.42 Uhr: Weitere Lockerungsmaßnahmen in ganz England gestoppt

Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise für ganz England gestoppt. Die Infektionszahlen steigen ihm zufolge wieder an. „Wir müssen schnell reagieren“, sagte Johnson am Freitag auf einer Pressekonferenz in London. Zum 1. August sollten eigentlich in England kleine Hochzeitsempfänge wieder möglich sein und zum Beispiel Casinos wieder öffnen dürfen. Dies soll sich nun um mindestens zwei Wochen verzögern. Außerdem kündigte der Regierungschef weitere Schutzmaßnahmen an, darunter das Tragen von Masken in Kinos.

13.05 Uhr: Erstmals Urlauber auf Mallorca wegen Corona-Infektion in Quarantäne

Erstmals seit der Wiedereröffnung für den internationalen Tourismus ist eine Person im Urlaub auf Mallorca nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Es handele sich um eine Person aus Spanien, die zusammen mit neun ebenfalls aus Spanien kommenden Begleitern in einem Hotel untergebracht worden sei, sagte eine Sprecherin der regionalen Gesundheitsbehörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Damit korrigierte sie frühere Angaben der Behörde, es gebe mehrere infizierte Urlauber.

Die Touristen seien in dem von der Regionalregierung eigens für Quarantäne-Maßnahmen angemieteten Hotel Morlans Garden in der Stadt Peguera knapp 25 Kilometer westlich von Palma de Mallorca untergebracht worden. Die Regionalregierung übernehme alle Kosten für Unterbringung und Verpflegung, aber nicht möglicherweise anfallende Kosten einer medizinischen Behandlung.

12.50 Uhr: Keine weiteren Corona-Fälle in Kita in Schlangen

Gute Nachrichten gibt es aus der Kita Arche Noah in Schlangen: Alle Testergebnisse der 14 Kinder, zwei Elternteile und drei Mitarbeiterinnen sind negativ . Dort war zuvor eine Erzieherin positiv getestet worden.

Ein zweiter Test ist im Laufe der kommenden Woche geplant. Sind auch diese Ergebnisse negativ, können die Kinder und Erzieherinnen nach der Quarantäne am 12. August zurück in ihre Gruppe. 

12.25 Uhr: Bis zu den Herbstferien keine Klassenfahrten in NRW

Wegen der Corona-Pandemie müssen bis zu den Herbstferien in Nordrhein-Westfalen alle Klassenfahrten ins Ausland abgesagt werden. Das hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) klargestellt. Die Entscheidung gelte „für alle ein- und mehrtägigen Klassenfahrten, Studienfahrten und Schüleraustausche ins Ausland“, heißt es in einer heute veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus der Grünen-Landtagsfraktion.

„In diesen Fällen werden anfallende Stornierungskosten vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen“, erklärte Gebauer. Für den Zeitraum nach den Herbstferien sei das hingegen nicht mehr geplant. Die Herbstferien beginnen in NRW am 12. Oktober.Fahrten und Exkursionen innerhalb Deutschlands sind nach den Sommerferien unter Beachtung des Infektionsschutzes wieder erlaubt. „Im Gegensatz zu Schulfahrten ins Ausland ist bei Inlandsfahrten eine bessere Einschätzung der Rahmenbedingungen – beispielsweise der Reisegefahren – möglich“, stellte Gebauer fest. Im Notfall sei ein Abbruch der Reise inklusive Rückholung der Schüler einfacher zu organisieren.

Bei Inlandsfahrten liege die Entscheidung über eine mögliche Absage grundsätzlich bei der Schulleitung, erklärte Gebauer. Die habe sich dann auch um mögliche Rückerstattungen zu kümmern.Eltern, die individuell beschließen, ihr Kind aus Sorge von der Teilnahme an der Klassenfahrt befreien zu lassen, tragen den Schaden selbst. „Es gilt dasselbe wie in den Fällen, in denen ein Kind wegen Krankheit kurzfristig nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen kann.“

Die Bildungsexpertin der Grünen-Fraktion, Sigrid Beer, hatte in ihrer Anfrage ein „undifferenziertes Verbot von Schulfahrten ins Ausland“ moniert. „Warum eine Aachener Schule ihren Wandertag weder nach Belgien noch in die Niederlande machen darf, aber sehr wohl in den Kreis Gütersloh, lässt sich nicht anhand der tatsächlichen Gefährdungslage begründen.“

11.24 Uhr: Drei spanische Regionen als Risikogebiete

Die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra gelten für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun auch als Risikogebiete. Das geht aus einer Aktualisierung der entsprechenden Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute hervor. In den drei Gebieten in Spanien wurde laut Bundesgesundheitsministerium die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. In der EU steht bisher schon Luxemburg auf der Liste, die auch für deutsche Touristen wichtig ist.

Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten müssen sich direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, wie das Ministerium erläuterte. Möglich ist auch, ein negatives Corona-Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. In der nächsten Woche soll eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen.

Wegen des starken Anstiegs der Infektionen rät das Auswärtige Amt (AA) bereits seit Dienstag von touristischen Reisen in die drei spanischen Regionen ab. Das erfolgte unabhängig von der RKI-Bewertung.

8.40 Uhr: Bielefelder Rathaus öffnet wieder

Das Bielefelder Rathaus und die Verwaltungsstellen öffnen wieder ab Montag, 3. August, für den Publikumsverkehr – bewusst noch in den Sommerferien. Die vorherige Terminvereinbarung ist nicht mehr nötig, aber erwünscht. So sollen lange Wartezeiten gar nicht erst entstehen. Die „Aha“-Regel (Abstand, Hygiene und Alltagsmaske) gilt wie bisher. Vermieden werden sollen zu viele Menschen in zum Teil zu engen Gängen und Wartebereichen. Große Familien oder andere Gruppen sollen nicht in der Behörde erscheinen, wenn es nicht erforderlich ist. Die „Einbahnstraßenregelung“ bleibt; ebenfalls das Eintragen mit Namen, Adresse und Telefon in Listen.

Der Bielefelder Oberbürgermeister bezeichnet die Öffnung als ein Abwägen der Ansteckungsgefahr auf der einen und dem Anspruch, ein offenes Rathaus zu sein, auf der anderen Seite. „Der gesamte Betrieb wird quasi wieder hochgefahren“, sagt Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger. Städtische Mitarbeiter kontrollieren die Einhaltung der Regeln. Wenn es drinnen zu eng werden sollte, werden die Besucher gebeten, draußen zu warten oder in extra dafür geschaffene Bereiche auszuweichen.

7.20 Uhr: Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt auch in der Corona-Krise

Bio boomt - besonders in der Corona-Pandemie. Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in den ersten drei Monaten der Corona-Krise deutlich stärker als die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt.

«Die Corona-Krise hat den Trend zu bewussterem Konsum anscheinend nicht gestoppt. Ganz im Gegenteil: Sie scheint ihn verstärkt zu haben», urteilt der GfK-Handelsexperte Robert Kecskes.

Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. Das Informationsportal Ökolandbau berichtet von Rekordumsätzen im Naturkosthandel und einem Boom bei Bio-Abo-Kisten. Auch die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) in Bayern beobachtet: «Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einkauf für Bio-Produkte.» Insbesondere regionale Angebote seien gefragt.

 6.30 Uhr: Nato-Krisenhilfe kommt nur schleppend voran

Die von der Nato vorbereitete Krisenhilfe für den Fall einer zweiten Welle der Corona-Pandemie könnte deutlich weniger umfangreich ausfallen als geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten Mitgliedstaaten zuletzt noch nicht einmal 1,6 Millionen Euro für den neuen Treuhandfonds zur Pandemieabwehr zugesagt. Hoffnung der Nato-Zentrale war es, zügig mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag zusammenzubekommen.

Mit dem Geld aus dem bereits im Juni beschlossenen „Pandemic Response Trust Fund“ will die Nato eigentlich den Aufbau von Lagern mit medizinischer Ausrüstung ermöglichen und im Fall einer zweiten großen Corona-Welle auch Partnerländer wie die Ukraine unterstützen können. Angesichts der sich hinziehenden Vorbereitungen ist nun allerdings unklar, ob wirklich im großen Stil Krisenhilfe geleistet werden könnte - vor allem wenn es bereits zeitnah zu einer zweiten Pandemie-Welle kommen sollte.

Ein Nato-Sprecher bestätigte der dpa, dass bis zuletzt erst neun der 30 Alliierten feste Zusagen für den Fonds gemacht hatten. Er betonte allerdings, dass von mehreren Ländern „signifikante“ Materialspenden angekündigt worden seien. Dazu gehörten unter anderem 200 moderne Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung. Weitere Angebote seien in Vorbereitung, hieß es.Als Grund für die schleppenden Vorbereitungen werden in Bündniskreisen noch laufende Abstimmungen unter Mitgliedsländern genannt. Offensichtlich betrachteten zudem einige Nato-Staaten die zivile Krisenvorsorge eher als Thema für die EU als für das Verteidigungsbündnis, hieß es.

5.15 Uhr: Studierende verschulden sich in Corona-Krise

In der Corona-Krise sind auch viele Studentenjobs weggebrochen. Nun versuchen sich Zehntausende Betroffene mit Krediten und staatlicher Nothilfe über Wasser zu halten .

Wie aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Bundestages hervorgeht, wurden seit Mai bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mehr als 22.000 Anträge auf Studienkredite in Höhe von insgesamt 641,6 Millionen Euro gestellt. Außerdem sei in mehr als 41.000 Fällen staatliche Nothilfe über insgesamt rund 17 Millionen Euro ausgezahlt worden.

Donnerstag, 30. Juli

19.35 Uhr: Mehr als 900 registrierte Corona-Neuinfektionen

Es ist die höchste Zahl seit Wochen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 902 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Das ist die höchste Zahl seit Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies im Juni. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 207.828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagnachmittag im Internet meldete (Stand 30. Juli, 0 Uhr).

Die Zahl registrierter Neuinfektionen von 902 bedeutet auch für den endenden Juli einen Höchstwert. Bereits zuvor hatte das RKI aufgrund der gestiegenen Zahlen eine Trendumkehr in Deutschland befürchtet.

16.19 Uhr: EU-Länder weiten Einreisebeschränkungen wieder aus

Die EU-Länder weiten die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen wieder leicht aus. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss der EU-Staaten werden von diesem Freitag an Reisende aus Algerien nur noch dann in die EU kommen dürfen, wenn dies zwingend notwendig ist. Lediglich Menschen aus elf Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen. Zu den Staaten gehören Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Anfang Juli wurde dieser Einreisestopp dann erstmals wieder gelockert. Grundsätzlich ist er ohnehin nicht bindend. Mehrere EU-Staaten legen die Empfehlungen so strenger aus. So hat Deutschland auch bisher keine zwingend notwendigen Einreisen aus Algerien zugelassen. Die Infektionsrate in dem nordafrikanischen Land war in den vergangenen Wochen ansteigend.

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

15.18 Uhr: Trump stellt mögliche Verschiebung der US-Wahl in den Raum

US-Präsident Donald Trump hat offen mit dem Gedanken an eine  Verschiebung der Wahl im November gespielt. In einem Tweet schrieb er am Donnerstag mit Blick auf den von ihm befürchteten Wahlbetrug durch eine Zunahme der Briefwahl infolge der Corona-Pandemie: „Die Wahl hinausschieben, bis die Menschen ordentlich, sorgenfrei und sicher wählen können???“ Die Hürden für eine Verschiebung der Präsidentenwahl am 3. November sind allerdings extrem hoch, weil der Termin gesetzlich festgeschrieben ist. Eine Verschiebung erscheint daher sehr unwahrscheinlich.

In seinem Tweet wiederholte Trump seine Befürchtung, dass eine starke Zunahme der Briefwahl zur „betrügerischsten Wahl“ der Geschichte führen könnte. „Es wird eine große Blamage für die USA“, schrieb er weiter. Trump hat für seine Befürchtung eines Wahlbetrugs bislang keine nachhaltigen Belege geliefert. Die meisten Wahlexperten gehen davon aus, dass Briefwahl im Grundsatz sicher ist - auch wenn eine Änderung des Wahlmodus wegen der Pandemie nur wenige Monate vor der Abstimmung eine große Herausforderung darstellt.Der Republikaner Trump liegt in Umfragen derzeit deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden, dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten.

14.34 Uhr: Historischer Konjunktureinbruch in den USA wegen Corona-Krise

In den  USA ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal infolge der Coronavirus-Pandemie in noch nie da gewesenem Ausmaß eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent ein, wie die US-Regierung am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte.

14.17 Uhr: Gedränge in Bahnen zum Schulanfang - Gestaffelte Schulanfangszeiten?

Zum Schulanfang in Nordrhein-Westfalen ab dem 12. August warnen die kommunalen Spitzenverbände vor Gedränge in Bussen und Bahnen und Problemen, dabei die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. In einem Brief an Städte und Gemeinden empfehlen die Verbände gestaffelte Schulanfangszeiten, um den Schülerverkehr zu entzerren. Diese Frage sei auch mit dem Schulministerium erörtert worden, heißt es in dem der dpa vorliegenden Brief, der bereits am 9. Juli versandt wurde.

Schulträger, Schulen und Verkehrsbetriebe müssten sich vor Ort absprechen, um Möglichkeiten der Entzerrung des Schülerverkehrs zu erkunden, heißt es in dem Brief. Schon nach geltender Erlasslage seien Schulanfangszeiten zwischen 7.30 und 8.30 Uhr möglich. Kommunen, die vorsorglich gestaffelte Zeiten einführen wollten, könnten dies tun.Alle rund 5500 Schulen in NRW sollen nach den Ferien wieder komplett in den Regelbetrieb zurückkehren.

Bund und Länder hatten sich im Juni auf eine bundesweite Rückkehr in den Regelbetrieb in allen Bundesländern geeinigt, wenn es einen positiven Verlauf der Infektionszahlen gebe. In den vergangenen Tagen waren in vielen Ländern die Infektionszahlen aber wieder angestiegen.

12.46 Uhr: Bahn rechnet erst 2022 wieder mit «normaler Nachfrage»

So voll wie vor der Coronakrise wird es in den Zügen der Deutschen Bahn aus Unternehmenssicht allzu schnell nicht werden. Eine normale Nachfrage werde es wohl erst wieder geben, wenn es einen Corona-Impfstoff oder Medikamente gegen die Symptome gebe, sagte Bahnchef Richard Lutz.

«Wir gehen davon aus, dass das wohl erst 2022 der Fall sein wird.» Nach dem Einbruch im Frühjahr habe die Bahn bis heute im Fern- und Regionalverkehr etwa die Hälfte der Fahrgäste zurückgewonnen.

Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 war die Fahrgastzahl von Januar bis Juni um rund 43 Prozent auf knapp 41 Millionen zurückgegangen. Im Regionalverkehr waren es 663 Millionen, etwa 37 Prozent weniger.

11.46 Uhr: Tönnies weist Kritik zu neuen Firmen zurück

Deutschlands größter Fleischverarbeiter Tönnies mit Firmenzentrale in Rheda-Wiedenbrück hat Vorwürfe zurückgewiesen, mit Firmenneugründungen die Abschaffung von Werkverträgen und Leiharbeitern in der Branche ab 2021 umgehen zu wollen. Tönnies hatte zuletzt 15 sogenannte Vorratsgesellschaften am Amtsgericht Gütersloh für Rheda-Wiedenbrück ins Handelsregister eintragen lassen.

„Wir haben angekündigt, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kernbereichen der Produktion direkt anzustellen. Dabei bleibt es uneingeschränkt. Wir sind bereits mitten in diesem Prozess, da wir Mitte September die ersten 1000 ehemaligen Werkvertragsarbeiter fest eingestellt haben wollen“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

11.25 Uhr: US-Gesundheitsexperte Fauci warnt vor Zunahme von Corona-Fällen

Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat vor einem Anstieg der Coronavirus-Fälle in einigen Bundesstaaten gewarnt. Er rief in einem Interview des Senders MSNBC daher am Mittwoch (Ortszeit) dringend dazu auf, fünf Maßnahmen zu befolgen: Masken tragen, Menschenansammlungen meiden, einen Mindestabstand von mindestens sechs Fuß (rund 1,8 Meter) einhalten, Händewaschen und sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schließen.

„Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es unvermeidlich passieren, dass die Bundesstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden“, warnte der renommierte Immunologe. Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und gehört als Berater der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses an.

In südlichen Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona, die bereits eine Wiederzunahme der Ansteckungen erlebt hätten, sei der Anteil der positiv ausgefallenen Tests gestiegen. Dies sei ein „todsicherer Hinweis darauf, dass man sich in einem Prozess befindet, bei dem man auf ein Wiederaufflammen zusteuert“. Man beginne, dies jetzt auch in anderen Staaten wie Kentucky, Tennessee, Ohio und Indiana zu beobachten. Es gehe nun darum, der Infektionskurve zuvorzukommen, denn die jetzt sichtbaren Auswirkungen spiegelten Entwicklungen der vergangenen Wochen wider.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 150 .00 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gab es in dem Land rund 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Allein am Mittwoch wurden demnach fast 71.000 Neuinfektionen und rund 1400 Tote gezählt.

10.44 Uhr: Deutsche Konjunktur bricht dramatisch ein

Die deutsche Wirtschaft hat auf dem Höhepunkt der Corona-Krise einen noch nie da gewesenen Einbruch erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970. Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung deutlich gesunken. Europas größte Volkswirtschaft steckt in einer tiefen Rezession.

10.36 Uhr: Leichte Entspannung in Spaniens Corona-Hotspots - Maßnahmen gelockert

In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida. Die erneute Ausbreitung des Virus vor allem in diesen beiden Regionen hat den für das Land wichtigen Tourismussektor schwer geschädigt, weil europäische Länder wie etwa Deutschland wieder von Urlaubsreisen in bestimmte Gebiete abraten und Großbritannien sogar eine Zwangsquarantäne für alle Rückkehrer aus Spanien anordnete. Viele Urlauber stornierten deshalb ihre Reservierungen. Die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete nun am Donnerstag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsbehörden, die Reproduktionszahl (R), die angibt, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt, sei in beiden Gebieten Kataloniens deutlich gesunken.

Auch in der Touristenmetropole Barcelona und dem südlichen Vorort L'Hospitalet de Llobregat, wo der R-Wert zeitweise bei 3 gelegen hatte, sinke die Ansteckungsrate, liege aber immer noch leicht über 1, schrieb die Zeitung weiter. „Die Tendenz ist gut, aber es gibt noch viele Fälle“, sagte die Wissenschaftlerin der Universität UPC, Clara Prats. Alle Vorsichtsmaßnahmen müssten aufrechterhalten bleiben, um den R-Wert unter 1 zu bekommen. Die Behörden hatten das Nachtleben weitgehend eingeschränkt, größere Versammlungen verboten und die Menschen aufgefordert, das Haus nur aus dringendem Anlass zu verlassen.

10.04 Uhr: 6,7 Millionen Menschen im Mai in Kurzarbeit - Zahl der Arbeitslosen im Juli steigt

Die ganzen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt sind noch nicht einmal in vollem Ausmaß zu sehen. Dass die Erholung lange dauern wird, ist aber jetzt schon klar. Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist von Juni auf Juli in saisonüblicher Höhe gestiegen. Im Juli waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr.  Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. 

9.20 Uhr: Volkswagen-Konzern mit Milliardenverlust

Der Volkswagen-Konzern hat die Corona-Krise bei Umsatz und Ergebnis voll zu spüren bekommen und ist wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Vor Steuern stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern in Wolfsburg mitteilte.

Vor einem Jahr hatte VW hier noch 9,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Weil die Bänder vor allem im März und April lange stillstanden und in Europa sowie Nordamerika kaum Autos abgesetzt werden konnten, sackte der Umsatz um 23 Prozent auf 96 Milliarden Euro ab.

8.11 Uhr: Lippe sucht die Krisen-Helden

Der Kreis Lippe vergibt 40.000 Euro für Projekte und Ideen zur Bewältigung der Corona-Pandemie.  Gesucht werden Initiativen und Projekte, die während der Krisenzeit die Identität und Gemeinschaft in der Region gestärkt haben beziehungsweise immer noch stärken. Auch Unternehmen, die in dieser Zeit besonders innovative und solidarische Ideen mit Zukunft entwickelt haben, sollen mit dem „Krisen-Helden-Preis“ gewürdigt werden. 

Das Land NRW stellt dem Kreis Lippe weitere 20.000 Euro zur Verfügung, um bestehende oder neue ehrenamtliche Aktivitäten vor Ort zu unterstützen. Gefördert werden können beispielsweise Ausgaben für das Nähen von Behelfsmasken, für die Anschaffung von Schutzbekleidung, für Einkaufsdienste, für Qualifizierungsmaßnahmen oder für psychosoziale Angebote.

6.47 Uhr: NBA optimistisch vor Saisonstart 

Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA zeigt sich vor dem Wiederbeginn ihrer Saison in Orlando trotz der angespannten Corona-Situation in den USA zuversichtlich. «Derzeit funktionieren unsere Protokolle», sagte Vize-Commissioner Mark Tatum in einer Konferenz mit internationalen Medien. «Wir sind hoffnungsvoll und optimistisch, dass wir einen Champion krönen können, wenn sich jeder an die Vorgaben hält.»

Die NBA setzt ihre Saison von Donnerstag (Ortszeit) an nach mehr als 20 Wochen Pause wegen der Coronavirus-Pandemie fort. Alle Spiele werden dabei ohne Zuschauer auf dem Gelände von Disney World in Orlando stattfinden und die Profis zudem weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt. Insgesamt sind noch 22 von 30 Teams dabei, die Playoffs sollen Mitte August stattfinden.

5.30 Uhr: Deutsche Bank sieht sich trotz Corona-Krise auf Kurs

Die Deutsche Bank schöpft ausgerechnet in der Corona-Krise Hoffnung. Nach einem überraschend guten Abschneiden im zweiten Quartal zeigte sich das Geldhaus etwas zuversichtlicher für den Rest des Jahres.

Man arbeite weiterhin auf das ursprüngliche Ziel hin, auch im Gesamtjahr vor Steuern schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Finanzchef James von Moltke bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Mittwoch. Zwischenzeitlich hatte er sich skeptischer geäußert. Angesichts der Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Pandemie sei man aber noch vorsichtig, sagte der Finanzchef nun. Trotz des deutlichen Stellenabbaus im Zuge des Konzernumbaus hat sich die Stimmung der Mitarbeiter verbessert.

Mittwoch, 29. Juli

16.21 Uhr: Erzieherin der Kita Arche Noah in Schlangen positiv getestet

Eine Erzieherin der Johanniter-Kita Arche Noah ist nach Angaben des Kreises Lippe positiv auf das Coronavirus getestet worden. 19 Kinder und Erwachsene müssen als Kontaktpersonen zudem in Quarantäne. Die Gruppe, in der die Erzieherin tätig ist, bleibt für 14 Tage geschlossen. Die Erzieherin, die nicht im Kreis Lippe wohnt, ist am 28. Juli präventiv getestet worden. Neben der Schließung der Gruppe werden alle Kontaktpersonen vorsorglich unter 14-tägige Quarantäne gestellt. Noch am Mittwoch sollen ihnen in der Kita, die drei Gruppen hat (Kinder von 0 Jahren bis zum Schuleintritt), durch ein mobiles Team des Kreises Abstriche genommen werden. Kontakt zur positiv getetsten Erzieherin hatten zwei weitere Erzieherinnen der Gruppe, eine weitere Mitarbeiterin, 14 Kinder und zwei Elternteile, die zur Eingewöhnung ihre Kinder begleiteten.

13.29 Uhr: Wieder knapp 700 Neuinfektionen an einem Tag 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 684 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206.926 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9128 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Mittwochmorgen hatten 191.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl lag nach RKI-Schätzungen bei 1,25 (Vortag: 1,28).

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die Bürger dazu aufgerufen, im Umgang mit Corona nicht nachlässig zu werden. «Die Pandemie ist für alle anstrengend. Die Pandemie nervt zum Teil. Die Pandemie kostet Kraft bei vielen Menschen. Aber die Pandemie ist auch für viele Menschen bedrohlich», sagte die CDU-Politikerin.

12.32 Uhr: Gericht: Versicherung muss nicht für Schließung wegen Corona zahlen

Bei einer Versicherung gegen eine Betriebsschließung besteht kein Deckungsschutz gegen Krankheiten oder Erreger wie Covid-19 oder Corona, wenn diese nicht ausdrücklich vertraglich benannt sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Eilverfahren entschieden und am Mittwoch mitgeteilt. Die Klägerin, Inhaberin einer Gaststätte in Gelsenkirchen, hatte von ihrer Versicherung fast 27.000 Euro eingefordert. Bereits das Landgericht Essen hatte den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte diese Sicht jetzt in einem nicht anfechtbaren Beschluss vom 15. Juli (Az.: 20 W 21/20).

Die Aufzählung der versicherten Krankheiten und Krankheitserreger in den vereinbarten Versicherungsbedingungen sei abschließend, teilte das OLG zur Begründung mit. Der Wortlaut „nur die im Folgenden aufgeführten“ und die anschließende ausführliche Auflistung einer Vielzahl von Krankheiten und Erregern mache dem – für die Auslegung maßgeblichen – durchschnittlichen Versicherungsnehmer deutlich, dass der Versicherer nur für die benannten, vom Versicherer einschätzbaren Risiken einstehen wolle, heißt es in der Begründung des OLG in Hamm.

11.40 Uhr: Deutsche Firmen in China leiden

Deutsche Unternehmen in China leiden unter schweren Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise, die sich länger als erwartet hinzieht. Während fast drei Viertel eine Erholung der Produktionsfähigkeiten sehen, ist die Unsicherheit weiter groß, vor allem was Nachfrage und Absatz angeht.

«Die Rückkehr des Geschäfts auf Vor-Krisen-Niveau wird sich voraussichtlich auf nächstes Jahr verschieben», sagte Ulf Reinhardt von der AHK in China bei der Vorlage einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen. Zwei Drittel plagt der Rückgang der Nachfrage.

10.35 Uhr: Deutsche Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht. Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent.

Derzeit sind laut dem Divi-Intensiv-Register noch 258 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon wird knapp die Hälfte beatmet (Stand 28. Juli). Insgesamt sind in dem Register mehr als 15 000 abgeschlossene Covid-19-Behandlungen erfasst, ein Viertel dieser Patienten starb.

10.26 Uhr: Kabinett beschließt schärfere Regeln für Fleischbranche

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie auf den Weg gebracht . Der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertrags- oder Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern.

Eingeführt werden sollen außerdem eine Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung, Mindestanforderungen für Gemeinschaftsunterkünfte und eine Mindestquote für Arbeitsschutzkontrollen. Ab 2026 sollen jährlich mindestens fünf Prozent der Betriebe kontrolliert werden. Hintergrund des Vorhabens sind die gehäuften Corona-Fälle in Schlachtbetrieben in den vergangenen Monaten. Dadurch waren die schon länger kritisierten Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche mit vielen osteuropäischen Beschäftigten und deren Unterbringung erneut in den Fokus gerückt. Nach dem Kabinettsbeschluss muss das Gesetz noch durch Bundestag und Bundesrat.

10.18 Uhr: BER-Chef: Werden Krise ohne Unterstützung nicht überstehen

Drei Monate vor der Eröffnung pocht der Berliner Flughafen BER auf finanzielle Hilfe. „Uns geht es jetzt wie allen großen Unternehmen, (...) dass wir die Krise ohne Unterstützung nicht überstehen werden“, sagte der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. An dem Konzept, den BER im Jahr 2023/2024 in die schwarzen Zahlen zu führen, könne nicht festgehalten werden. Nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hatte die Flughafengesellschaft vergangene Woche bereits angekündigt, 400 Stellen zu streichen.

Am immer wieder verschobenen Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 soll sich jedoch nichts ändern. „Wir sind sehr gut vorbereitet“, sagte Daldrup. Mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Probebetriebs mit 9000 Freiwilligen sei er „sehr zufrieden“.

8.55 Uhr: DFL-Plan für die Zuschauer-Rückkehr – DSC und SCP äußern sich

Keine Gästefans in den Fußball-Stadien bis zum Jahresende und ein Stehplatz- und Alkoholverbot mindestens bis zum 31. Oktober. Der Plan der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für die Teilzulassung von Zuschauern zur neuen Saison in der 1. und 2. Liga birgt viel Zündstoff. Was Arminia Bielefeld und der SC Paderborn dazu sagen: 

7.37 Uhr: DFB-Vize: «Vielleicht bringt Corona uns wieder zur Vernunft»

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erhofft sich angesichts der finanziellen Folgen der Corona-Krise einen Sinneswandel im Amateurbereich.

«Vereine, die signifikante Spieler- und Trainergehälter zahlen, haben jetzt auch entsprechend größere Nöte», sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch der Deutschen Presse-Agentur. «Profifußballer in der Oberliga sind keine gute Idee. Der Amateurfußball ist in den letzten Jahren viel zu teuer und in einigen Fällen fast nicht mehr finanzierbar geworden. Vielleicht bringt das Corona-Virus uns alle wieder zur Vernunft. Hoffentlich ohne Insolvenzen. Zu wünschen wäre es.»

6.12 Uhr: Corona-Tests als Grundlage für Erholung des Flugverkehrs

Der neue Luftfahrt-Präsident Peter Gerber sieht die Testpflicht für Reisende aus Corona-Risikogebieten als erste Grundlage zur Wiederbelebung des weltweiten Flugverkehrs.

«Wir müssen das Reisen wieder stärker ermöglichen, mit einem Instrumentarium, das es uns erlaubt, verantwortlich und flexibel auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu reagieren», sagte Gerber den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

Dienstag, 28. Juli

19.06 Uhr: 633 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206.242 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9122 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit vier neue Todesfälle hinzu. Bis Dienstagmorgen hatten 190.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,28). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, bei 1,12 (Vortag: 1,10). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

18.24 Uhr: Italien will Corona-Notstand bis Oktober verlängern

Italiens Regierung will den coronabedingten Notstand bis Oktober verlängern. Er gilt in dem Mittelmeerland seit rund sechs Monaten, das aktuell gültige Dekret läuft Ende Juli aus. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Dienstag im Senat, der kleineren von zwei Parlamentskammern, dass eine Verlängerung „unvermeidlich“ sei.

Politiker der rechten Opposition und einige Rechtsexperten sind gegen eine solche Verlängerung. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und werfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle. Aufgrund der Kritik wollte Conte in beiden Kammern für die Maßnahme werben. Bis wann im Oktober der Notstand gelten könnte, war zunächst nicht sicher.

Der Notstand wird in Italien eigentlich nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann so Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden. Conte hatte den Notstand am 31. Januar für ein halbes Jahr ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Coronavirus nachgewiesen worden war. Im Februar brach dann die Pandemie im Norden des Landes heftig aus. Mittlerweile registrierte Italien mehr als 35 000 Tote mit und durch Corona. Derzeit ist die Infektionswelle mit dem Virus Sars-CoV-2 nach Experteneinschätzung aber unter Kontrolle.

18.08 Uhr: Gericht stoppt bayerisches Beherbergungsverbot für Urlauber

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das bayerische Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten in anderen Bundesländern vorläufig außer Vollzug gesetzt. Es sei nicht verhältnismäßig, dass mehr als 50 neue Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner eines Landkreises innerhalb von sieben Tagen automatisch zu einem Beherbergungsverbot führten, entschied das Gericht am Dienstag in München. Außerdem reiche in der Verordnung der Verweis auf Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts nicht - für die Wirte sei nicht erkennbar, wo sie die aktuellen Zahlen fänden. Geklagt hatte ein Hotelier aus der Oberpfalz.

Bayern hatte die Regel im Juni nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies beschlossen. Ende Juni hatten sich dann Bund und Länder grundsätzlich auf Einschränkungen für Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten verständigt. Die konkreten Regelungen sind allerdings Ländersache.

16.37 Uhr: Seehofer gegen neue Grenzkontrollen zu Nachbarländern wegen Corona

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen erneute Grenzkontrollen zu deutschen Nachbarländern zur Durchführung von Coronavirus-Tests. Er könne sich das für die deutschen Grenzen nicht vorstellen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. „Ich werde das auch sehr nachdrücklich vertreten“, sagte er.

Seehofer verwies auf die Erfahrungen mit vorübergehenden Kontrollen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Dänemark. „Wir hatten weniger Probleme in der technischen Umsetzung dieser Grenzkontrollen, aber wir hatten riesige Probleme politisch.“ Befürworter solcher Kontrollen hätten diese nur Tage später dann heftig kritisiert, zudem sei es zu Wartezeiten für Pendler in Grenzregionen gekommen.Verstärkte Tests auf das Coronavirus seien hingegen zu begrüßen, so Seehofer. Wenn dies rechtlich möglich sei, seien auch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Option. Das werde derzeit noch juristisch geprüft, sein Haus sei dazu in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und dem Kanzleramt.

16.26 Uhr: Preußisch Oldendorfer stecken sich währemd Balkan-Urlaub an

Bei den  acht neuen Corona-Fällen in Preußisch Oldendorf handelt es sich durchweg um Reiserückkehrer vom Balkan sowie Personen aus ihrem privaten Umfeld. Das hat der Kreis Minden-Lübbecke am Dienstag auf Anfrage des ­WESTFALEN-BLATTES bestätigt. ­„Alle Urlauber hatten sich zuvor in Balkanstaaten aufgehalten“, informierte Janine Küchhold von der Pressestelle des Kreises. In einigen Fällen hätten sich im Anschluss Kontaktpersonen aus dem näheren Familienumfeld angesteckt.

Lange hatte Preußisch Oldendorf Ruhe vor Corona. Als eine der ersten Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke galt die Stadt schon vor Wochen als „Corona-frei“. Doch das hat sich nun schlagartig geändert. Zu den 19 abgeschlossenen Fällen kamen bereits am Dienstag, 21. Juli, vier Neuinfektionen dazu. Einen Tag später wurde bei einem weiteren Urlaubsrückkehrer das Virus nachgewiesen, am Donnerstag wuchs die Zahl der Infizierten dann sogar auf acht an.

16.20 Uhr: Deutsche Bahn fährt in Corona-Krise Milliardenverlust ein

Leere Züge in Deutschland und Schwierigkeiten mit dem Auslandsgeschäft haben die Deutsche Bahn tief in die roten Zahlen gedrückt . Von Januar bis Juni fuhr der Staatskonzern ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr.

Nach einer Fahrpreissenkung und Rekordzahlen im Januar und Februar war in der Corona-Krise im März die Fahrgastzahl eingebrochen und hat sich bis heute nicht erholt. Die Bahn hielt dennoch einen Großteil ihres Angebots aufrecht. Außerdem seien 1,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert der Auslandstochter Arriva abgeschrieben worden, hieß es.

16.13 Uhr: Gericht: Maskenpflicht gilt in NRW weiterhin

Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts ist die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin verhältnismäßig. Mit einer erneuten Entscheidung zu dem Thema bekräftigten die Richter am Dienstag ihre Haltung, dass das Tragen von Alltagsmasken etwa beim Einkauf oder in Bus und Bahn rechtens sei (A.: 13 B 675/20 NE). Laut Gerichtsmitteilung hatte ein Mann aus Kleve sich per Eilverfahren gegen die Regelung gewandt. Er vertritt die Auffassung, die Mund-Nase-Bedeckungen seien ungeeignet, die Ansteckungsgefahr zu minimieren - sie vermittelten im Gegenteil trügerische Sicherheit. Zudem seien die angebotenen Masken auf dem Markt mit Chemikalien belastet.

Den Argumenten folgten die Richter mit ihrem nicht anfechtbaren Eilbeschluss nicht: Die Landesregierung sei einer Empfehlung des Robert Koch-Instituts gefolgt. Es sei demnach nach derzeitigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass die Masken eine Filterwirkung entfalten könnten und so die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen könnten. Mund-Nase-Bedeckungen riefen zudem keine Gesundheitsgefahren für den Menschen hervor - wer sich vor einer Schadstoffbelastung fürchte, könne schadstofffreie Alternativen wählen.

16.03 Uhr: Nun auch generelle Maskenpflicht in Madrid

Als letzte Region auf dem spanischen Festland hat nun auch die Hauptstadt Madrid eine umfassende Maskenpflicht zur Verhinderung von Corona-Infektionen angekündigt. Ein Mund-Nasenschutz müsse künftig nicht nur wie bisher in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien getragen werde, und zwar auch wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen gewahrt werden kann, sagte die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Dienstag. Nur beim Sport und aus medizinischen Gründen gibt es Ausnahmen. Schon bisher haben die meisten Bürger der Stadt freiwillig auch im Freien Masken getragen. Nur auf den Kanaren darf man noch ohne Maske Spazieren gehen.

Zudem seien bei öffentlichen Versammlungen maximal zehn Teilnehmer erlaubt und es werde geraten, diese Obergrenze auch bei privaten Feiern und Treffen zu Hause einzuhalten. Alle Lokale müssen täglich spätestens um 01.30 Uhr schließen. Wie in anderen Landesteilen sind die Infektionszahlen seit dem Ende des Corona-Notstandes vor gut einem Monat auch in der autonomen Region Madrid mit gut 6,6 Millionen Einwohnern wieder gestiegen, jedoch nicht so stark wie etwa in Katalonien, Aragón oder Navarra. In der spanischen Hauptstadt gibt es mehr als zehn lokale Ausbrüche. In den vergangenen sieben Tagen wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1200 neue Infektionen registriert. Die Neuansteckungsrate liegt demnach bei 19 pro 100.000 Einwohner.Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. 30 Prozent aller Todesfälle wurden in Madrid registriert.

14.43 Uhr: Tönnies baut Wohnungen für Arbeiter

Nach heftiger Kritik an teils elenden Unterkünften für Arbeiter der Fleischindustrie will Tönnies rund 70 Häuser mit bis zu 1500 Wohnungen bauen . Dafür will das Unternehmen rund 120 Millionen Euro investieren.

Ziel sei es, Werkvertragsarbeitern, die künftig fest beim Unternehmen angestellt werden sollten , „günstige und gut ausgestattete Wohnungen nach einem festen Standard“ bereitzustellen, kündigte Deutschlands größter Fleischkonzern am Dienstag in Lemgo (Kreis Lippe) an. Im Zuge des Corona-Massenausbruchs am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück waren auch die Wohnbedingungen vieler Arbeiter bemängelt worden. Zum 1. Januar 2021 wolle der Konzern in den Kernbereichen der Produktion auf direkt beim Unternehmen angestellte Kräfte setzen, betonte Tönnies erneut.

14.03 Uhr: NRW hebt coronabedingte Gruppentrennung in Kitas auf

Eine strikte Trennung von Kita-Gruppen muss künftig in Nordrein-Westfalen trotz Corona-Pandemie nicht mehr eingehalten werden. Das geht aus neuen Richtlinien des NRW-Familienministeriums hervor, die am Dienstag in Düsseldorf veröffentlicht wurden. Sie gelten ab dem 17. August. Dann startet auch wieder der Regelbetrieb mit dem üblichen Betreuungsumfang.

Kita-Kinder müssen demnach weiterhin keinen Abstand zueinander halten und auch keine Maske tragen. Unter Erwachsenen in Kitas gilt jedoch der Mindestabstand von 1,5 Metern. Außerdem müssen Erwachsene dort im Umgang mit anderen Erwachsenen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

13.41 Uhr: RKI in «großer Sorge»: Mehr Infektionen abseits von Hotspots

Eine zunehmende Zahl an neugemeldeten Corona-Fällen lässt das Robert Koch-Institut (RKI) eine Trendumkehr in Deutschland befürchten. In den vergangenen sieben Tagen seien 3611 Infektionen gemeldet worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Die neueste Entwicklung bereite «große Sorgen». Als Ursache für den Anstieg nannte Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen, aber es könne sein.

Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten, führte der RKI-Chef aus. Inzwischen sehe es anders aus: Am Freitag etwa kamen 815 Fälle hinzu, am Samstag mehr als 700 und am Dienstag mehr als 600. Nach Wochenenden fallen die Zahlen zunächst stets geringer aus.

Im Unterschied zu den vergangenen Wochen mit einzelnen großen Ausbrüchen wie beim Schlachtbetrieb Tönnies sei die Lage derzeit diffus. Deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Zu Übertragungen komme es «wirklich überall»: bei Familienfeiern, Treffen mit Freunden, am Arbeitsplatz, in Gemeinschaftsunterkünften, Altenheimen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, wo schwere Verläufe zu erwarten seien. Auch wenn Fälle von Reiserückkehrern verzeichnet werden: Der größte Teil der Betroffenen habe sich in Deutschland angesteckt

12.23 Uhr: Biontech und Pfizer starten Impfstudie

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit den entscheidenden Tests zu einem ihrer Impfstoff-Kandidaten begonnen.

«Heute starten wir unsere globale Studie, die bis zu 30.000 Teilnehmer umfassen wird», sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag laut einer Mitteilung. Mit der klinischen Studie der Phase II/III soll unter anderem gezeigt werden, ob der Wirkstoff BNT162b2 tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützt.

In einem ähnlich fortgeschrittenem Stadium der Erprobung sind laut einer Übersicht der WHO derzeit nur vier weitere Projekte. Erst am Montag hatte der US-Hersteller Moderna den Start seiner Phase III-Studie verkündet. Erste Ergebnisse werden möglicherweise im November vorliegen.

12 Uhr: EZB: Keine Gewinnausschüttung 2020 wegen Corona-Krise

Kredite statt Dividenden: Banken im Euroraum sollen nach dem Willen der Aufseher wegen der Corona-Krise in diesem Jahr keine Gewinne ausschütten.  Auch auf Aktienrückkäufe sollen die Institute möglichst bis zum 1. Januar 2021 verzichten, mahnten die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag. Ziel des Dividendenstopps ist, die Fähigkeit der Geldhäuser zu stärken, mögliche Verluste infolge der Pandemie zu verkraften und ausreichend Mittel für die Kreditvergabe an Privatleute und Firmen zu haben.

11.28 Uhr: Hella will 900 Stellen in Lippstadt streichen

Der Autozulieferer Hella verschärft wegen der Belastungen durch die Corona-Krise seinen Sparkurs. Der Licht- und Elektronikspezialist will an seinem Firmensitz Lippstadt rund 900 Stellen in der Verwaltung und Entwicklung streichen.

Der Stellenabbau solle bis Ende 2023 erfolgen und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden, teilte Hella am Dienstag bei der Veröffentlichung vorläufiger Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 (31. Mai) mit. Mit den Arbeitnehmervertretern sollen zeitnah Gespräche aufgenommen werden.

10.03 Uhr: 345 Fachleute für den Notfall

345 Helfer aus Gesundheitsberufen haben sich bislang in das neue nordrhein-westfälische Freiwilligenregister für den Corona-Notfall eingetragen. Das berichtete die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Die Datei ist seit gut zwei Wochen online. Sie soll helfen, bei einem Corona-Versorgungsengpass schnellstmöglich Fachkräfte zu mobilisieren.

Seit dem offiziellen Start am 13. Juli hätten sich 292 Personen eingetragen, berichtete ein Sprecher der Ärztekammer. Darunter seien 38 Ärzte sowie Fachkräfte aus verschiedenen Gesundheitsfachberufen, wie Notfall- oder Rettungssanitäter, Hebammen, Pflegefachkräfte – und ein Pfarrer.

Allerdings haben viele Fachkräfte gar nicht erst auf ein neues technisches Instrument gewartet, um ihre Hilfsbereitschaft zu bekunden. „Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich bei den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe insgesamt knapp 2000 Ärztinnen und Ärzte registriert, die ebenfalls ihre freiwillige Unterstützung bei der Bekämpfung der Pandemie in Corona-Hotspots zugesagt haben“, berichtete der Berufsverband.

9.32 Uhr: Frankfurter Flughafen kommt nur langsgam aus Corona-Tief

Es gibt wieder mehr Flüge im Angebot, das Passagieraufkommen steigt aber nur langsam am Frankfurter Flughafen. Vom 20. bis 26. Juli zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 321.746 Fluggäste und damit 79,7 Prozent weniger als in der entsprechenden Kalenderwoche ein Jahr zuvor, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. 

7.55 Uhr: Im neuen Schuljahr droht «Durcheinander»

Kurz vor dem Ende der Sommerferien in einigen Bundesländern bleibt die Skepsis groß, ob es mitten in der Corona-Pandemie mit der geplanten Rückkehr in den Regelbetrieb an den Schulen klappt.

Nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes sind die Schulen dafür nicht ausreichend vorbereitet. Er befürchte ein «großes Durcheinander», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.  Der Bundeselternrat rechnet wegen Corona mit erneuten Schulschließungen und geht davon aus, dass das Schuljahr keineswegs planmäßig verläuft.

7.24 Uhr: 35 Mitarbeiter von Bielefelder Kfz-Zulassungsstelle in Quarantäne

Eine Mitarbeiterin der Kfz-Zulassungsstelle ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Möglicherweise hat sie sich an ihrem Geburstag infiziert. Knapp 35 ihrer Kollegen, die nicht nur in Bielefeld, sondern in ganz OWL wohnen, befinden sich bereits in Quarantäne. Sie sind gestern bei sich zu Hause getestet worden. Mit Ergebnissen wird heute gerechnet. Auch der Bielefelder Ordnungsamtsleiter Friedhelm Feldmann muss vorsorglich in die häusliche Isolation. Er hatte an einer Konferenz in der Kfz-Zulassungsstelle teilgenommen.

6.17 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in St. Wolfgang steigt weiter

Die Zahl der Corona-Infektionen im Touristenort in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um achtzehn auf mindestens 62 gestiegen. Wie die Behörden am Montagabend berichteten, sind von mehr als 1000 Tests bereits rund 98 Prozent ausgewertet.

Am Montagnachmittag, als die Zahl noch bei 53 lag, war nur ein Gast unter den Betroffenen. Die überwiegende Mehrheit der Infizierten seien Mitarbeiter, berichtete Christine Haberlander, die Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich. Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter auch nach der Sperrstunde um 1 Uhr morgens.

5 Uhr: Spahn: Pflichttests kostenlos und nur für Risikogebiete

Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland einreisen, müssen sich künftig nach ihrer Rückkehr auf das Virus testen lassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte am Montag eine entsprechende Testpflicht an, die voraussichtlich kommende Woche in Kraft treten soll. Die Tests sollen für alle kostenfrei sein, betonte Spahn am Montagabend im ZDF-«Heute Journal» und in den ARD-«Tagesthemen». Das Testen dürfe «niemals eine Kostenfrage für den Einzelnen sein» und auch «keine soziale Frage», so der CDU-Politiker. Spahn betonte auch, dass die Testpflicht allein für Rückkehrer aus Risikoländern gelten solle, also aus Ländern mit hohen Infektionszahlen. Eine Ausweitung auf Nicht-Risikoländer schloss er aus.

Montag, 27. Juli

18.23 Uhr: US-Impfstoffkandidat wird an 30.000 Menschen getestet

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. 

Eine klinische Phase III-Studie mit 30.000 Probanden zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH mit. Die erste Test-Impfung eines Patienten in der Stadt Savannah in Georgia am Montagmorgen sei ein «historisches Ereignis» und die Geschwindigkeit der Entwicklung ein US-Rekord, sagte der US-Top-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci. Erste Ergebnisse könnten möglicherweise im November vorliegen.

In einer Phase III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

15.46 Uhr: «Milchglasmuster»: Corona-Spätfolgen alarmieren Ärzte

Dimitri Boulgakov kann sich noch gut erinnern, wie er plötzlich an ein Testament dachte. Mit 46 Jahren, zwei kleinen Kindern - und einer Coronavirus-Infektion. 

Er gehört zu den Patienten, bei denen die Krankheit auch mehr als zwei Monate nach dem Ausbruch noch nicht ausgestanden ist. Beim Treppensteigen oder Fußballspielen mit seinen Söhnen gerät er außer Puste. Damit ist er kein Einzelfall.

Torsten Blum ist Oberarzt in der Berliner Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring. Ende Juni und Anfang Juli betreuten Mediziner hier in der Ambulanz zahlreiche Patienten mit anhaltender Luftnot. Der einzige gemeinsame Nenner: Überstandene Covid-Erkrankungen, die nicht schwer verlaufen waren.

14.58 Uhr: Corona auf Gemüsehof: Söder kündigt höhere Strafen an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Corona-Masseninfektion auf einem Gemüsehof in Mamming höhere Strafen für Betriebe angekündigt, die gegen Hygieneauflagen verstoßen. 

Söder rief am Montag in München eindringlich zum Einhalten der Regeln im Kampf gegen die Pandemie auf. Mehr Vorsicht sei auch bei Reiserückkehrern, Familienfeiern und Partygängern geboten. Der CSU-Chef bekräftigte zugleich seine Forderung an den Bund nach verpflichtenden Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten.

Auf dem Gemüsebauernhof im niederbayerischen Mamming sind mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen.

14.05 Uhr: Maskenverweigerung im Flugzeug: Frauen zahlen je 1000 Euro Bußgeld

Zwei Frauen haben sich geweigert, im Flugzeug eine Maske zu tragen - und deshalb je 1000 Euro Bußgeld gezahlt. Während des Fluges von Budapest nach München habe das Bordpersonal die 37-jährigen Zwillingsschwestern mehrmals aufgefordert, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, teilte die Polizei am Montag mit. Laut Aussagen der Flugbegleiter zeigten sie stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger. Nach der Landung in München am Freitag nahm die Polizei die Schwestern am Flughafen in Empfang. Nachdem die Frauen das Bußgeld bezahlt hatten, durften sie gehen. Allerdings wartet auf sie noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung.   

13.19 Uhr: Böses Erwachen für Spaniens Tourismusbranche

Die Hiobsbotschaft für Spaniens Tourismusbranche kam aus dem regnerischen und kühlen London. Wegen wieder steigender Corona-Zahlen müssen alle Reisenden aus Spanien nach der Rückkehr nach Großbritannien in eine zweiwöchige Quarantäne, entschied die britische Regierung am Samstag.

Und zwar sofort, praktisch nur mit einigen Stunden Vorwarnung. Kalt erwischt wurden nicht nur Zehntausende britische Urlauber an Spaniens Sonnenstränden, darunter auch Verkehrsminister Grant Shapps mit seiner Familie, sondern vor allem auch die ohnehin schon kränkelnde Tourismusbranche des wichtigsten europäischen Urlaubslandes.

«Die Quarantäne hat dem Tourismussektor in Spanien, der sich auf einen katastrophalen Sommer gefasst macht, den Rest gegeben», titelte die sonst nicht zum Alarmismus neigende Zeitung «El País» am Montag. Auch Norwegen und Belgien haben schon Quarantäneregeln für Spanienrückkehrer erlassen, Frankreich warnt vor Reisen nach Katalonien und in andere Regionen. Sollte auch noch Deutschland dem britischen Beispiel folgen, wäre die Katastrophe komplett. «La Vanguardia» aus Barcelona schrieb von einem britischen «Todesstoß» für die Urlaubssaison.

12.28 Uhr: «Milchglasmuster»: Corona-Spätfolgen alarmieren Ärzte

Dimitri Boulgakov kann sich noch gut erinnern, wie er plötzlich an ein Testament dachte. Mit 46 Jahren, zwei kleinen Kindern - und einer Coronavirus-Infektion. Er gehört zu den Patienten, bei denen die Krankheit auch mehr als zwei Monate nach dem Ausbruch noch nicht ausgestanden ist. Beim Treppensteigen oder Fußballspielen mit seinen Söhnen gerät er außer Puste. Damit ist er kein Einzelfall.

Torsten Blum ist Oberarzt in der Berliner Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring. Ende Juni und Anfang Juli betreuten Mediziner hier in der Ambulanz zahlreiche Patienten mit anhaltender Luftnot. Der einzige gemeinsame Nenner: Überstandene Covid-Erkrankungen, die nicht schwer verlaufen waren.

Die entscheidende Frage für Blum lautet: Sind das Lungenschäden, die noch abheilen - oder bleiben sie? Wie viele Kollegen warnt auch er ein gutes halbes Jahr nach den ersten Covid-Fällen in China vor einer Verharmlosung der Pandemie. «Wir rechnen mit einer zweiten Welle im Herbst.» Und immer noch habe kein Mediziner diese Krankheit wirklich vollständig verstanden.

11.56 Uhr: Amazon: Umsatzanteil der Händler in Krise gestiegen

Händler, die Waren über Amazon verkaufen, haben  in der Corona-Krise ihren Anteil am Umsatz der Online-Plattform in Deutschland gesteiger t.

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Erkrankungen in den Monaten März bis Mai entfielen auf sie nach Angaben des Konzerns 65,1 Prozent der Erlöse bei Amazon.de - im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 61,2 Prozent gewesen.

In der Krise wurden bei Amazon selbst und bei Händlern, die auf die Logistik des Konzerns zugreifen, zeitweise Haushaltswaren, medizinische Artikel sowie Produkte mit hoher Nachfrage priorisiert. Für Einzelhändler, die ihre stationären Läden schließen mussten, wurden in dieser Zeit Online-Kanäle insgesamt wichtiger.

11.33 Uhr: Söder pocht auf Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Forderung nach verpflichtenden Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten bekräftigt.

Zugleich richtet Bayern an mehreren Autobahn-Grenzübergängen zu Österreich freiwillige Teststationen ein - ebenso an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg.

Verpflichtende Tests seien nötig für Rückkehrer an Flughäfen, sagte der CSU-Chef am Montag in München. Der Bund müsse dafür den rechtlichen Rahmen schaffen. Bayern bereite alles vor, um dann umgehend starten zu können, sagte er.

10.13 Uhr: Söder: „Corona verzeiht keinen Leichtsinn“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof in Niederbayern ein strenges Einhalten der Regeln zur Bekämpfung der Pandemie angemahnt. „Corona verzeiht keinen Leichtsinn“, sagte Söder am Montag in München. Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und Regeln seien das Problem. Daher sei das Tragen von Mund-Nase-Schutz ebenso wichtig wie ein Ausbau der Testkapazitäten und gegebenenfalls Quarantäne.

„Corona kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht“, sagte Söder. Daher sei es wichtig, darauf zu achten, dass aus wenigen Fällen nicht schleichend eine zweite Infektionswelle werde. „Vorsicht muss oberstes Gebot bleiben“, sagte der CSU-Chef. Auf einem großen Gemüsebauernhof in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) sind mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen.

9.33 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in St. Wolfgang steigt weiter

Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um neun auf mindestens 53 gestiegen.

Wie ein Sprecher der oberösterreichischen Landesregierung auf Twitter schrieb, seien nun alle 628 Tests vom Samstag ausgewertet. Es fehlten noch die Ergebnisse von 419 weiteren Tests.

Bei den Betroffenen handelt es sich nach Angaben der Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich, Christine Haberlander, um 52 Mitarbeiter und einen Gast. In den vergangenen Tagen seien bei der eigens eingerichteten Coronatest-Station im Ort 1600 Mitarbeiter und Gäste getestet worden, sagte sie im ORF-Radio am Montag.

9.13 Uhr: 340 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 340 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Allerdings übermittelten zwei Bundesländer - Baden-Württemberg und Sachsen - keine Daten, wie das RKI am Montagmorgen auf seiner Webseite schrieb. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 205.609 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Bis Montagmorgen hatten 190.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,22 (Vortag: 1,24). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 26.7., 0.00 Uhr, bei 1,16 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

8.07 Uhr: Bahnbranche braucht schnell wieder Kunden

Ob ICE, Regionalexpress oder Bus: Im Fern- und Regionalverkehr wurde es jahrelang immer voller. Geht es nach der Politik, soll das mit Blick auf eine klimafreundliche Verkehrswende in den kommenden Jahren auch so bleiben.

Bis 2030 soll sich die Zahl der Fahrgäste im Bahnverkehr verdoppeln, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Bund und die Verkehrsunternehmen investieren Milliarden in den Erhalt und den Ausbau des Netzes und in neue Züge. Doch aufgrund der Corona-Krise stehen die Ziele plötzlich in Frage.

6.24 Uhr: Masseninfektion in Mamming: Corona-Testzelt wird aufgebaut

Nach der Corona-Masseninfektion von 174 Erntehelfern auf einem Gemüsehof in Mamming will die Staatsregierung heute eine Covid-Teststation in der niederbayerischen Gemeinde aufbauen.

Der örtlichen Bevölkerung werde die freiwillige Testung in einem mobilen Testzelt angeboten, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Sonntag, 26. Juli

17.11 Uhr: Zehn weitere Coronafälle in Bielefeld

Derzeit liegt in Bielefeld kein Patient mit Covid-19 im Krankenhaus – das ist erstmalig seit Beginn der Aufzeichnungen am 18. März so, teilt das Gesundheitsamt mit. Am Wochenende ist die Zahl der Menschen, die in Bielefeld positiv auf das Corona-Virus getestet worden sind, um insgesamt zehn gestiegen – zwei am Samstag und weitere acht am Sonntag. Insgesamt sind bisher 567 Bielefelder bisher positiv auf das Corona-Virus getestet worden, infektiös sind zurzeit 30 Personen. In Quarantäne befinden sich 341 Personen. Von den positiv Getesteten sind mittlerweile 532 Menschen genesen. Die Neuinfektionsrate in den vergangenen sieben Tagen liegt nun bei 8,5 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 29 Neuinfizierten.

16.16 Uhr: Corona-Ausbruch in Bayern: 174 Erntehelfer angesteckt

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Gemüsehof im bayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot.

14.23 Uhr: Briten sollen abnehmen - Vorbereitung auf zweite Coronavirus-Welle

Die britische Regierung will mit einer großen Kampagne die vielen übergewichtigen Briten zum Abnehmen vor einer möglichen zweiten Coronavirus-Welle animieren. Allein in England sind fast 63 Prozent der Erwachsenen zu dick, wie aus Statistiken der Gesundheitsbehörden hervorgeht. Eine Regierungssprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, dass eine Kampagne zum Abnehmen geplant sei. Details sollen Montag veröffentlicht werden.

Während der Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Monaten hatten viele Briten nochmals an Gewicht zugenommen. Zu viele Kilos können diverse Erkrankungen fördern. Auch das Sterberisiko bei einer Covid-19-Erkrankung steigt an. Wissenschaftler rechnen im Herbst mit einer zweiten Infektionswelle in Großbritannien.

Die britische Regierung wolle die Kampagne mit etwa zehn Millionen Pfund (etwa elf Millionen Euro) unterstützen, berichtete am Samstag die Zeitung «The Guardian». So müsse zum Beispiel auf Weinflaschen und Bierdosen künftig der Kaloriengehalt des Getränks verzeichnet sein. Werbung für Junkfood im Fernsehen soll erst spät abends erlaubt sein, so der «Guardian». Übergewicht sei Experten zufolge der «wichtigste veränderbare Risikofaktor» im Kampf gegen Covid-19.

«Gewicht zu verlieren, ist einer der Wege, sein Risiko zu minimieren», sagte auch Premier Boris Johnson kürzlich beim Besuch in einem Krankenhaus. Der übergewichtige Regierungschef war selbst an Covid-19 erkrankt und hatte im April auf einer Intensivstation um sein Leben gekämpft. Er habe einige Kilo abgenommen, sagte Johnson, der nach eigenen Angaben im Frühjahr noch etwa 111 Kilogramm wog.

Die Ursache für das erhöhte Risiko bei Übergewicht im Falle einer Covid-19-Erkrankung ist nicht bekannt. Einer Theorie zufolge könnte das Immunsystem durch das erhöhte Körpergewicht grundsätzlich aktiviert und in der Folge bei einer Virusinfektion überlastet werden.

Großbritannien ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Vermutlich sind auch viele Menschen dem Coronavirus zum Opfer gefallen, die nie auf den Erreger getestet wurden.

Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der «Financial Times» zufolge bei mehr als 65 000. Damit ist die Differenz in einem bestimmten Zeitraum zwischen der Zahl der Todesfälle und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

13.44 Uhr: Hunderte Techno-Fans feiern in Tschechien trotz Corona

Trotz der Corona-Pandemie ist in Tschechien eine dreitägige Technoparty gefeiert worden. Zum Abschluss am Sonntag kamen noch einmal rund 900 Menschen auf einem Feld rund 60 Kilometer südlich von Prag zusammen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Bei Kontrollen an den Zufahrtswegen seien vier Autofahrer unter Drogeneinfluss erwischt worden. Am Samstag hatten sich sogar rund 2000 Teilnehmer versammelt, darunter auch Hunderte Ausländer aus Nachbarländern wie Deutschland und Österreich.

Die Polizei ließ die Partygänger gewähren, obwohl die Aktion nicht bei den Behörden angemeldet war. «Niemand will ein zweites CzechTek», sagte Innenminister Jan Hamacek zur Begründung im Sender Prima. Im Jahr 2005 war die Technoparty CzechTek gewaltsam aufgelöst worden. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt.

12.04 Uhr: Briten müssen nach Rückkehr aus Spanien-Urlaub in Quarantäne

Tausende Briten müssen nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. «Wir haben die Entscheidung so schnell getroffen wie wir konnten», sagte der britische Außenminister Dominic Raab am Sonntag dem Nachrichtensender Sky News . Man habe damit auf einen «großen Anstieg an Covid-19-Fällen» auf dem spanischen Festland reagiert.

Mit der schnellen Einführung der Quarantänepflicht für die Rückkehrer sollen eine zweite Infektionswelle und neue Ausgangsbeschränkungen verhindert werden, wie Raab betonte. Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa.

Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Briten am liebsten Ferien machen. Auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps soll Medien zufolge zu den betroffenen Spanien-Urlaubern gehören.

11.33 Uhr: Gut 1140 Teilnehmer wollen bislang Corona-Konzert in Leipzig besuchen

Knapp einen Monat vor Beginn einer Corona-Studie mit Popmusiker Tim Bendzko (35) haben sich mehr als 1140 Teilnehmer gefunden. Das geht aus Angaben auf dem Internetauftritt des Projekts hervor. Insgesamt werden gut 4000 Probanden gesucht. Bei einem besonderen Konzert mit dem Berliner Musiker («Nur noch kurz die Welt retten») wollen Forscher der Unimedizin Halle mehr über Großveranstaltungen in Corona-Zeiten herausfinden. Gesucht werden gesunde Freiwillige, die zwischen 18 und 50 Jahre alt sind.

Interessierte können sich über den Internetauftritt des Projekts «Restart-19» anmelden. Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt.

Bendzko («Keine Maschine») sagte dem Radiosender MDR JUMP: «Alle Maßnahmen, die bis jetzt ergriffen wurden, auch gerade in Bezug auf Konzerte und Großveranstaltungen, beruhen auf Annahmen und Vermutungen. Und was könnte mehr helfen als Fakten und entsprechende Daten?» Er selbst habe seine Tour auf Januar 2021 schieben müssen. Eine nochmalige Verschiebung wäre eine Katastrophe, da man dann kaum noch Crewmitglieder für die Konzertproduktion finden würde. «An dem Tag, an dem es dann weiter geht, wird es dann ein Hauen und Stechen geben, weil sich dann wahrscheinlich viele umorientiert haben und einfach anderen Berufen nachgehen.»

Konkret sollen bei dem Konzert in Leipzig drei Szenarien durchgespielt werden. Es soll einen Ablauf geben, wie er vor Corona stattgefunden hätte: mit zwei Eingängen in die Arena Leipzig, ohne Abstandsregeln und ähnliches. Danach wird ein Szenario mit einem strengeren Hygienekonzept, mehr Eingängen und deutlich größeren Abständen durchgespielt. «In Szenario 3 wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2000 Probanden beteiligt», heißt es.

Wichtig zu wissen: Beim Check-In am Veranstaltungstag (22. August) soll laut Projekt-Homepage allen Probanden eine Atemschutzmaske (FFP2-Maske) und eine Flasche fluoreszierendes Händedesinfektionsmittel ausgehändigt werden; beides muss während der Experimente benutzt werden. Sämtliche Teilnehmer und Helfer müssen zudem 48 Stunden vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen. Ein sogenannter Contact Tracer, ein kleiner Sender, soll dann ständig den Abstand zu den anderen Teilnehmern messen und aufzeichnen.

10.32 Uhr: Heil will nach Fleischindustrie auch andere Branchen prüfen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will nach den nun geplanten strengen Vorschriften gegen Missstände in der Fleischindustrie auch andere Branchen überprüfen. «Wir werden uns Branche für Branche angucken und dann für die jeweilige Branche geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn es nötig ist», sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch ein Gesetz von Heil beschließen. Großschlachtereien sollen bei Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung kein Fremdpersonal mehr einsetzen dürfen. Dazu soll der Einsatz von Werkvertrags- sowie Leiharbeitnehmern dort verboten werden.

10.02 Uhr: Maskenpflicht auch auf Straßen: Belgien verschärft Corona-Regeln

In Belgien sind wegen steigender Covid-19-Fallzahlen neue Maßnahmen in Kraft getreten. Seit Samstag muss auch auf Märkten, in Einkaufsstraßen und öffentlichen Gebäuden eine Maske getragen werden. Zudem werden in gastronomischen Betrieben die Kontaktinformationen der Gäste für 14 Tage gespeichert. Eine Maskenpflicht gilt dort auch, allerdings nicht, wenn die Besucher an einem Tisch sitzen.

Bereits vor diesem Samstag musste wegen der Corona-Pandemie in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und zum Beispiel in Gotteshäusern, Kinos und Museen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auch ist die maximale Gruppengröße für private Treffen, Ausflüge oder Restaurantbesuche auf 15 Personen beschränkt.

Die Zahl der entdeckten Corona-Infektionen stieg in Belgien zuletzt wieder deutlich an. So wurden im Zeitraum zwischen dem 16. und 22. Juli täglich rund 255 neue Covid-19-Fälle gezählt, was im Vergleich zu den sieben Tagen davor einem Anstieg um 71 Prozent entspricht. Auf 100.000 Einwohner kamen knapp 25 neue Fälle. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen beläuft sich in Belgien mittlerweile auf mehr als 65.700, die Zahl der Toten wurde zuletzt mit 9821 angegeben.

9.44 Uhr: Masseninfektion in Niederbayern - 174 Erntehelfer angesteckt

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte.

«Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen», erklärte Landrat Werner Bumeder. Zuvor hatten sich in dem Betrieb bereits sieben Mitarbeiter infiziert - dies war der Anlass des Reihentests.

Der CSU-Politiker appellierte an die Bürger, Ruhe zu bewahren: «Nach unseren Informationen handelt es sich um einen geschlossenen Personenkreis.» Auf dem Hof wurden infizierte von nicht infizierten Mitarbeitern getrennt. 

5.39 Uhr: 305 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 305 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 205.269 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 26.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen jedoch keine neuen Todesfälle hinzu. Bis Sonntagmorgen hatten 190.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,24 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 25.7., 0.00 Uhr, bei 1,25 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.30 Uhr: Webasto-Chef zu Corona-Ausbruch: "Behörden haben an uns eine Art Probefall durchexerzieren können"

Vor einem halben Jahr schaute ganz Deutschland auf Stockdorf bei München: Dort, in der Firmenzentrale des Automobilzulieferers Webasto, gab es die ersten bekannten Corona-Fälle in Deutschland. Eine chinesische Mitarbeiterin hatte das Virus auf einer Dienstreise mitgebracht. Die Nachricht von ihrem positiven Test erreichte Firmenchef Holger Engelmann am Montagmorgen zu Hause, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagt.

«Montagabend hatten wir dann den ersten deutschen Mitarbeiter, der positiv getestet wurde, und am Dienstag waren es noch drei weitere. Das ging dann sehr schnell, dass wir mitten in der Corona-Pandemie waren.» Doch inzwischen zieht Engelmann ein positives Fazit des Krisenmanagements.

«Ich glaube, wir haben verdammt viel richtig gemacht. Wie wir damals gehandelt haben, ist auch aus heutiger Sicht eine Blaupause, wie man Infektionsketten unterbricht», sagt Engelmann. «Wir haben schnell und transparent reagiert, haben schnell getestet und Hygienemaßnahmen eingeführt. Ich glaube, so kann man aufflackernde Ausbrüche in den Griff bekommen. Aber man braucht natürlich immer auch ein bisschen Glück.»

Zwei Tage nach Bekanntwerden des ersten Falls am 27. Januar schloss Webasto seine Zentrale für zwei Wochen. Zusammen mit den staatlichen Stellen gelang es damals, den Ausbruch einzufangen. «Die Behörden haben an uns eine Art Probefall durchexerzieren können, der gut ausgegangen ist», sagt Engelmann rückblickend. «Vielleicht haben wir in Deutschland dadurch auch einen kleinen Vorsprung gehabt, bevor die richtige Welle losging.»

4.08 Uhr: Nordkorea riegelt Grenzstadt nach Corona-Verdachtsfall ab

Nordkorea hat nach eigenen Angaben wegen eines Verdachtsfalls mit dem Coronavirus die an Südkorea grenzende Stadt Kaesong komplett abgeriegelt. In dem Fall handle es sich um einen früheren Überläufer, der am 19. Juli illegal die militärische Demarkationslinie zwischen beiden Staaten nach Nordkorea überquert habe, berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Er stehe im Verdacht, sich infiziert zu haben.

Bei einem Dringlichkeitstreffen des Politbüros der Arbeiterpartei habe Machthaber Kim Jong Un für das betroffene Gebiet den Notstand ausgerufen. Sollte das Virus bei der Person nachgewiesen werden, wäre es offiziell der erste Corona-Infektionsfall in dem isolierten Land. Nordkorea hatte bisher erklärt, es sei von Infektionen verschont.

2.01 Uhr: Mexiko bei den Corona-Fällen an sechster Stelle

Mexiko ist inzwischen das Land mit den sechstmeisten bestätigten Corona-Fällen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete nach Zahlen vom Freitag (Ortszeit) 7573 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden. Die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 378.285, womit Mexiko Peru überholte - das südamerikanische Land liegt nach offiziellen Zahlen vom Freitag bei 375.961 Infizierten. Mexiko hat weltweit mit 42.645 Toten die viertmeisten Todesfälle registriert - nur in den USA, Brasilien und Großbritannien waren es bisher mehr.

Mexikos Regierung verhängte nie eine verbindliche Ausgangssperre oder ähnlich strenge Anti-Corona-Maßnahmen. Inzwischen haben in Teilen des Landes - darunter der Hauptstadt - Geschäfte und Restaurants wieder auf. Seit mehr als zwei Monaten behauptet Präsident Andrés Manuel López Obrador immer wieder, Mexiko habe das Coronavirus gebändigt.

0.29 Uhr: Noch mehr Infektionen in österreichischem Tourismus-Hotspot

Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist auf mindestens 44 gestiegen. Bei den Betroffenen handelt es sich nach Medienberichten aus der Nacht zum Sonntag überwiegend um Mitarbeiter, allerdings sei auch bei einem Urlauber das Virus nachgewiesen worden. Die meisten Infizierten sind demnach Praktikanten. Ob sie sich in ihren Unterkünften oder beim Ausgehen angesteckt haben, sei unklar. Zwei Bars seien geschlossen worden.

Bis zum späten Abend seien bereits über 600 Personen getestet worden, sowohl Angestellte als auch Urlaubsgäste. Bisher seien 258 Tests ausgewertet worden, die weiteren Ergebnisse wurden Sonntag erwartet.

Zwei Bars wurden bereits am Freitag geschlossen. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23 Uhr an.

Der Ausbruch weckt Erinnerungen an den österreichischen Ski- und Partyort Ischgl in Tirol, der in der Anfangsphase der Pandemie ein Zentrum der Corona-Ausbreitung in ganz Europa war. Insgesamt sind in Österreich aktuell etwa 1500 Menschen mit dem Virus infiziert. Schwerpunkte bei den Neuinfektionen sind die Bundesländer Wien und Oberösterreich.

0.10 Uhr: Karliczek: Schule lief in der Corona-Krise «eher mittelmäßig»

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Defizite im Schulunterricht der vergangenen Monate eingeräumt. Beim digitalen Lernen zu Hause habe es enorme Unterschiede gegeben: «Es gab Schulen, an denen Lehrer während der Krise so gut wie gar keinen direkten Kontakt zu den Schülern hatten», sagte die CDU-Politikerin der «Bild am Sonntag». «Dann ist es klar, dass die Kinder
Lernrückstände aufbauen.»

Karliczek räumte ein, Deutschland sei seit Langem in der Schulbildung nur gutes Mittelmaß. Und auch in den Pandemiezeiten sei Schule im Großen und Ganzen «eher mittelmäßig» gelaufen. «Wir müssen besser werden - jetzt in der Corona-Zeit und vor allem danach. Wir brauchen einen neuen Aufbruch im Schulwesen», sagte die Ministerin.

Scharfe Kritik an der geplanten Rückkehr zum Regelunterricht nach den Sommerferien kommt von Elternvertretern. «Es ist völlig blauäugig, jetzt so zu tun, als sei Corona nach den Ferien einfach vorbei», sagte der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, der «Bild am Sonntag». Dass die Schulen jetzt wieder in den Regelbetrieb wechseln sollten, liege nur daran, dass es zu wenig Personal und zu wenige Räume gebe. «Wir brauchen endlich einen qualifizierten Fernunterricht, damit Eltern nicht wieder in die Rolle der Lehrer gedrängt werden.»

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sieht die Schulen nicht für eine Rückkehr zum Normalbetrieb gerüstet. «Alle bisherigen Konzepte können nicht davon ablenken, dass die Schulen weder auf den Normalbetrieb noch auf den Fernunterricht gut vorbereitet sind. Hier wird der Öffentlichkeit Sand in die Augen gestreut», sagte er dem Blatt.

So sei es völlig unklar, wie die Hygienekonzepte der Länder umgesetzt werden sollten. «Die Isolierung von Lerngruppen wird spätestens in der Oberstufe mit ihrem Kurssystem nicht mehr funktionieren, die Lüftungskonzepte scheitern schon allein daran, dass nicht alle Klassenräume Fenster haben, die man öffnen kann.»

0.05 Uhr: Corona-Impfstoff: Karliczek erwartet keine Engpässe

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es im Fall der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus keine Engpässe bei der Bereitstellung in Deutschland geben wird. «Wir sind dabei, die Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhöhen», sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der «Bild am Sonntag» . «Wenn ein Impfstoff gefunden ist, wird jeder Deutsche, der es will, auch geimpft werden können. Das müssen wir schaffen und das werden wir schaffen.»

Die Ministerin dämpfte allerdings Erwartungen an eine schnelle Impfstoffentwicklung. «Ein zugelassener Impfstoff, der für die breite Masse der Bevölkerung geeignet ist, wird wahrscheinlich frühestens Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Bei der Entwicklung eines Impfstoffes kann es immer Rückschläge geben», sagte sie. Weltweit suchen Forscher unter Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Zuletzt hatten mehrere Forscherteams vielversprechende Zwischenergebnisse veröffentlicht.

Samstag, 25. Juli

20.37 Uhr: Australian Open planen mit weniger Fans und strenger Hygiene

Die Australian Open der Tennisprofis bereiten sich angesichts der Coronavirus-Pandemie schon jetzt mit einem strengen Hygienekonzept und Beschränkungen auf die geplante nächste Austragung im Januar 2021 vor. 

Turnierchef Craig Tiley sagte der Nachrichtenagentur AP, die Profis und ihr Betreuerstab sollten sich in einer sogenannten Blase aufhalten. Zudem soll genug Abstand zwischen den Zuschauerplätzen geschaffen werden, Fans aus Übersee würden wahrscheinlich gar nicht nach Melbourne reisen können, das sich gerade in einem Lockdown befindet. Die kommende Auflage des Grand-Slam-Turniers soll am 18. Januar beginnen.

18.52 Uhr: Sieben neue Infektionen in Paderborn

Im Kreis Paderborn gibt es sieben neue Corona-Fälle. Damit sind aktuell 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das hat das Kreisgesundheitsamt am Samstag mitgeteilt. Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen steigt auf 751

18.30 Uhr: Heil will Menschen in Homeoffice vor Dauereinsatz schützen

Corona lässt das Homeoffice boomen. Doch vor überlangem Arbeiten sind die Beschäftigten nicht unbedingt geschützt. Kommen im Herbst neue Regeln auf Unternehmen und Beschäftigte zu? 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Arbeitnehmer beim Homeoffice besser vor überlangen Arbeitszeiten schützen. Der Koalition steht damit neuer Knatsch ins Haus. Die FDP warnt bereits vor starren Regeln. «Wir müssen darüber reden, welchen Rechtsrahmen wir für mobiles Arbeiten brauchen», sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Aufpassen müssen wir, dass es nicht zur Entgrenzung von Arbeit, zur Verfügbarkeit rund um die Uhr führt und Arbeitsschutz ausgehöhlt wird.»

17.21 Uhr: Positiver Corona-Test bei Wolfsburgs Kevin Mbabu

Die Fußball-Bundesliga hat ihren ersten Corona-Fall der neuen Saison. Der Wolfsburger Kevin Mbabu wurde positiv auf das Virus getestet, wie der Fußball-Bundesligist kurz vor dem Trainingsauftakt mitteilte.

Der am Mittwoch durchgeführte Test habe bei dem Schweizer einen positiven Befund aufgewiesen. Der 25-Jährige befindet sich bis auf weiteres in häuslicher Quarantäne. Der Rest des Teams ist nicht betroffen.

16.47 Uhr: Erste Flughäfen bieten kostenlose Corona-Tests an

Bereits am Tag nach dem Beschluss der Gesundheitsminister können sich Reiserückkehrer auf den ersten deutschen Flughäfen kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen. Die Airports in München, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund bieten nun erstmals kostenfreie Untersuchungen an. Bislang gab es die Möglichkeit zum Test bereits in Frankfurt, München und Köln/Bonn, die Reisenden mussten aber selbst dafür bezahlen. Berlin will in der kommenden Woche folgen, auch andere Flughäfen wollen bald nachziehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt prüfen, ob es für Rückkehrer aus dem Ausland auch eine Corona-Testpflicht geben könnte.

15.23 Uhr: Bolsonaro negativ auf Coronavirus getestet

Nach einer Infektion vor rund zwei Wochen ist Brasiliens Präsident immer wieder auf das Coronavirus getestet worden. Nun ist ein Test erstmals negativ ausgefallen.

Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 85.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

14.03 Uhr: Volkswirte: Konjunktur in Deutschland auf Erholungskurs

Die Konjunktur in Deutschland ist nach Auffassung von Volkswirten führender Finanzinstitute nach dem Corona-Einbruch auf Erholungskurs.  Das zweite Quartal, in das der Höhepunkt der Corona-Krise fiel, sei überraschend robust verlaufen. 

Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe sagte mit Blick auf jüngste Indikatoren: «Die Rezession ist vorbei.» Die deutsche Wirtschaft liege nicht mehr auf der Intensivstation. Die Lage bleibe aber kritisch, Rückschläge seien nicht auszuschließen. Utermöhl rechnet im Juli mit einem Zuwachs von 119 000 Arbeitslosen im Vergleich zum Juni. Mit einer Gesamtzahl von 2,972 Millionen Arbeitslosen würde damit die Drei-Millionen-Grenze nahe heran rücken. Deutsche-Bank-Volkswirt Schattenberg sieht saisonbereinigt sogar eine Zahl knapp über der Drei-Millionen-Grenze. 

12.54 Uhr: Bericht: Probleme mit Corona-Warn-App auch auf iPhones

Gut einen Monat nach dem Start der Corona-Warn-App sind weitere technische Probleme bei der Nutzung bekannt geworden. 

Nach Recherchen von tagesschau.de funktioniert auch auf vielen iPhones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft. Nutzerinnen und Nutzer seien teilweise über Wochen nicht über die App informiert worden, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder nicht, berichtete das Webportal der ARD.

Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung bereits über ähnliche Probleme bei Millionen Android-Geräten berichtet. Demnach hatte die App auf vielen Android-Smartphones wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, hieß es, da sich die Anwendung im Hintergrund nicht immer automatisch aktualisiert habe.

11.49 Uhr: Die Krise und das Grundeinkommen

Der Job weg, die Einkommensquelle versiegt - aber die Kosten bleiben: Weltweit stürzt die Corona-Krise viele Menschen in Existenznot. 

Kritisch wird es vor allem in Ländern mit ohnehin schon vielen armen Menschen. In Südafrika etwa lag die Arbeitslosenquote zum Jahresbeginn bei 30,1 Prozent, und das war vor dem Corona-Lockdown. Nun wird sie auf über 50 Prozent geschätzt.

Die Regierung erwägt daher ein staatliches Grundeinkommen für alle Bürger zwischen 18 und 59 Jahren. «Die Diskussionen über die Einführung des bedingungslosen Basis-Einkommens sind wieder auf dem Tisch», erklärte Sozialministerin Lindiwe Zulu.

10.45 Uhr: Kinderärzte befürchten Ansturm wegen «Schnupfnasen»

Die Kinderärzte in Deutschland stellen sich wegen der Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte auf eine Belastungsprobe ein. 

«Wir befürchten in der Tat, dass es ab dem Herbst zu einem Ansturm auf unsere kinder- und jugendärztlichen Praxen kommen wird», sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Deutschen Presse-Agentur.

In der Infektzeit sei man auch so jedes Jahr gut beschäftigt, «und das bei einem allgemein zu konstatierenden Kinder- und Jugendarztmangel». «Wenn jetzt aber - oft ausgehend von den Kitas und Schulen selbst - zusätzlich noch Kinder geschickt werden, bei denen jede Schnupfnase als Hinweis auf Covid-19 gesehen wird, dann ein Test verlangt wird, dann werden wir dies nicht alleine bewältigen können.»

9.02 Uhr: WHO meldet neuen Rekord an gemeldeten Corona-Neuinfektionen

Noch nie seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) innerhalb von 24 Stunden so viele Neuinfektionen gemeldet worden wie am Freitag. 

Insgesamt waren es 284.196 Fälle, teilte die WHO mit. Mit Abstand die meisten Infektionen verzeichneten die USA und Brasilien, jeweils mehr als 67.000. In Indien waren es fast 50.000, in Südafrika 13.000.

Weltweit waren der WHO seit dem Ausbruch des neuen Virus Ende vergangenen Jahres bis Freitag 15,3 Millionen Infektionen gemeldet worden. Knapp 630.000 Menschen starben nachweislich mit einer Coronavirus-Infektion.

Freitag, 24. Juli

21.27 Uhr: Hähnchenschlachterei in Lohne: 870 erneute Corona-Tests sind negativ

Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sind 870 erneute Corona-Tests negativ ausgefallen. Zwölf Mitarbeiter wurden bei Tests, die die Firma Oldenburger Geflügelspezialitäten (OGS) selbst durchgeführt hat, positiv getestet. Vier Laborergebnisse stehen noch aus, wie der Landkreis Vechta am Freitagabend mitteilte.

«Ich bin sehr erleichtert, dass sich bei den Testreihen in dieser Woche nur wenige Neuinfektionen ergeben haben», sagte Landrat Herbert Winkel (CDU). Das zeige, dass die getroffenen und verschärften Hygienemaßnahmen bei der Firma OGS den gewünschten Erfolg hätten und einen Weiterbetrieb ermöglichten.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden zuletzt von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Die Differenz zur neuen Gesamtzahl an Tests komme dadurch zustande, dass sich die 66 positiv getesteten Mitarbeiter und deren Kontaktpersonen in Quarantäne befänden.

Karsten Turek, Geschäftsführer der OGS, wurde am Abend in einer Mitteilung mit den folgenden Worten zitiert: «Wir werden bis auf Weiteres an unseren eigenen, regelmäßigen risikobasierten Tests festhalten, nicht zuletzt auch deshalb, um das erhöhte Infektionsrisiko durch Urlaubsrückkehrer und aus dem privaten Bereich frühzeitig zu erkennen.»

20.03 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen Nachtlokale in Katalonien geschlossen

Angesichts der vor allem in Barcelona wieder steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus haben die Behörden neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. So kündigte die Regionalregierung in der Touristenmetropole Barcelona am Freitagabend die Schließung aller Diskotheken, Clubs und anderer Lokale des Nachtlebens in der gesamten Region im Nordosten des Landes an, wie die Zeitung «El País» berichtete.

Zuvor hatte Frankreich schon von Reisen nach Katalonien abgeraten und Norwegen für Rückkehrer aus Spanien eine zehntägige Quarantäne angeordnet. In ganz Spanien mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern wurden binnen 24 Stunden mehr als 900 neue Infektionen registriert, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Fast die Hälfte der Fälle wurden aus Katalonien und der Nachbarregion Aragón gemeldet.

Ab Montag sind in Barcelona auch alle Kulturveranstaltungen untersagt. Bereits seit einer Woche sollen die Einwohner der Stadt und des südlichen Vororts L'Hospitalet de Llobregat, insgesamt 2,7 Millionen Menschen, ihre Häuser nur noch aus dringendem Anlass wie für Einkäufe oder Besorgungen verlassen. Insgesamt gibt es in ganz Spanien offiziellen Angaben zurzeit etwa 280 lokale Corona-Ausbrüche.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Während die Zahlen dank drastischer Maßnahmen stark fielen, gehen sie seit dem Ende des Notstands am 21. Juni langsam wieder nach oben. Allerdings ist die jetzige Lage nicht mit dem Chaos der Monate März und April zu vergleichen.

19.12 Uhr: Robert-Koch-Institut appelliert an Bevölkerung

Der deutliche Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen beunruhigt das Robert Koch-Institut (RKI). «Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und wird vom RKI weiter sehr genau beobachtet», teilte eine RKI-Sprecherin am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit . «Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.» Am Freitag hatte die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle mit 815 deutlich höher als in den Vorwochen gelegen. «Zuvor lag die Zahl bei um die 500 übermittelten Fällen pro Tag, zeitweise auch deutlich darunter», so die Sprecherin.

Eine Verschärfung der Lage könne nur verhindert werden, wenn sich die gesamte Bevölkerung weiterhin engagiere. Das RKI appellierte, etwa die Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten - auch im Freien. Innenräume sollten gelüftet werden, und wo es geboten sei, solle man eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt tragen.

Wie das RKI erklärte, ist ein Zuwachs zwar in vielen Bundesländern zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der neuen Fälle entfielen jedoch auf die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Bundesweit gebe es viele kleinere «Geschehen» in verschiedenen Landkreisen: So hätten sich Menschen etwa bei größeren Feiern, bei Freizeitaktivitäten, am Arbeitsplatz, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen angesteckt. Hinzu kämen zunehmend Fälle unter Reiserückkehrern, hieß es.

18.54 Uhr: Trump macht kehrt: Parteitag in Florida wegen Corona abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump den Parteitag der Republikaner Ende August in Florida abgesagt. «Der Zeitpunkt für die Veranstaltung ist nicht richtig», gab Trump am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus bekannt. «Ich muss das amerikanische Volk beschützen.» Es gebe nichts Wichtigeres als die Sicherheit der Amerikaner. Seine formelle Nominierung zum Kandidaten für die Wahl am 3. November soll nun in kleinerem Rahmen in Charlotte im Bundesstaat North Carolina erfolgen. Die Details sind noch offen.

18.08 Uhr: Italien erlässt Corona-Quarantäne für Rumänien und Bulgarien

Italien erlässt wegen der Corona-Pandemie wieder eine Quarantäne-Pflicht für Einreisen aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom an. Eigentlich hatte Italien seine Grenzen zu den anderen EU-Staaten und vielen weiteren europäischen Ländern am 3. Juni geöffnet.

Für Einreisende, die von außerhalb des Schengenraumes kommen, etwa aus den USA oder Asien, gilt ohnehin eine zweiwöchige Quarantäne in Italien. In dem Mittelmeerland leben und arbeiten viele Menschen aus Rumänien und Bulgarien.

17.40 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1  
Fälle insgesamt 374  
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 22  
Fälle insgesamt 744  
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 20 (+3)
Fälle insgesamt 789 (+3)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 118 (+3)
Fälle insgesamt 2602 (+3)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 45 (-2)
Fälle insgesamt 557 (+4)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 21 (+7)
Fälle insgesamt 413 (+7)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 36 (+5)
Fälle insgesamt 539 (+5)
davon Todesfälle 13

17.09 Uhr: Sechs Corona-Infektionen im LKA Mecklenburg-Vorpommern

Im Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Nach Bekanntwerden des ersten Falls am Dienstag seien die Kontaktpersonen des Betroffenen im LKA ermittelt und die Hygienepläne im Haus verschärft worden, teilte das Landeskriminalamt am Freitag an seinem Sitz in Rampe bei Schwerin mit. Bei weiteren Tests im näheren beruflichen Umfeld des Mannes seien dann fünf weitere Kolleginnen und Kollegen positiv getestet worden. Am Freitag seien weitere Tests vorgenommen worden, deren Ergebnisse noch ausstehen.

16.27 Uhr: Spahn mahnt auch getestete Reiserückkehrer zur Vorsicht

Auch nach einem negativen Corona-Test sollen Reiserückkehrer aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Infektionsschutz achten. «Ein Test ist kein Freifahrschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme», sagte Spahn am Freitag in Berlin. «Vernünftiges Verhalten und Wachsamkeit bleiben unverzichtbar.»

Der Gesundheitsminister betonte: «Die aktuellen Infektionszahlen zeigen einmal mehr: Wir sind noch mitten drin in der Corona-Pandemie.» Der zunehmende Reiseverkehr erhöhe das Risiko, dass wieder mehr Infektionen nach Deutschland hineingetragen werden.  

16.03 Uhr: Kostenlose Corona-Tests an NRW-Flughäfen

An den nordrhein-westfälischen Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück werden Corona-Testzentren eingerichtet. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, könnten sich dort kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit. Die Testzentren an den Flughäfen Düsseldorf und Dortmund sollen bereits an diesem Samstag (25. Juli 2020) starten. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern vereinbarten die kostenlosen Tests am Freitag bei einer Schaltkonferenz.

15.07 Uhr: Kramp-Karrenbauer lobt Corona-Projekt der Diensthundeschule

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat erste Ergebnisse von Corona-Forschungen an der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr als «sehr ermutigend» bezeichnet. Sie sei stolz auf die vierbeinigen «Kameraden» der Streitkräfte, sagte die CDU-Chefin am Freitag bei ihrem ersten Besuch in der besonderen Dienststelle bei Ulmen in der Vulkaneifel. Soldaten und Hunde säßen hier «Seite an Seite auf der Schulbank». Ausgebildete Sprengstoffhunde zum Beispiel könnten versteckte Bomben finden und so «möglicherweise Menschenleben retten».

Ein neues Forschungsprojekt zeigt, dass trainierte Hunde organische Substanzen der Zellen von coronainfizierten Menschen recht zuverlässig erschnüffeln können. Eine Woche Training reicht dafür nach Erkenntnissen der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Bundeswehr und weiterer Forschungspartner in der Regel aus. Danach konnten die Hunde unter 1012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren, wie das Team im Fachblatt «BMC Infectious Diseases» kürzlich berichtete.

15.06 Uhr: Pakistan warnt vor neuen Infektionen durch Opferfest

Eine Woche vor Beginn des islamischen Opferfests Eid al-Adha haben Pakistans Behörden vor einem neuen Anstieg von Corona-Infektionen gewarnt. «Die nächsten zehn Tage bis zwei Wochen sind sehr, sehr kritisch», sagte der Leiter einer nationalen Behörde im Kampf gegen das Coronavirus, Asad Umar, am Freitag in Quetta. Mit Blick auf das Fest befürchten auch pakistanische Ärzteverbände, dass sich das Virus weiter ausbreitet.

In dem südasiatischen Land bereiten sich derzeit mehr als 200 Millionen Muslime auf das viertägige Fest vor. Viele reisen in überfüllten Bussen und Zügen zu ihren Familien. Ein gemeinschaftliches Gebet in den Moscheen gehört neben Familienbesuchen zu den üblichen Höhepunkten. In Pakistan gibt es mehr als 270.000 nachgewiesene Infektionen mit Sars-Cov-2.

13.04 Uhr: Söder fordert Testpflicht an deutschen Flughäfen

CSU-Chef Markus Söder fordert eine Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer an allen deutschen Flughäfen. «Wir brauchen (auch) dringend auf Dauer verpflichtende Tests an den Flughäfen, insbesondere aus Risikogebieten. Da glaube ich reicht die Quarantäne alleine nicht aus. Da wäre ein Test direkt am Flughafen sinnvoll», sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in Nürnberg. Söder betonte, dass es eine bundesweit einheitliche Regelung in der Frage geben müsse.

«Ich glaube, wir brauchen dafür jetzt rasche Grundlagen. Das Wichtigste ist aber, dass wir mal klären, ob es verpflichtend ist oder nicht», sagte Söder. Er sei der Meinung, dass der Schutz der Bevölkerung an oberster Stelle stehen solle. Mit Blick auf die in einigen Bundesländern bereits endenden Sommerferien sei es wichtig, «Tempo zu machen». Er hoffe nicht, dass es in einigen Fällen bereits zu spät sei, da hier die Menschen bereits aus den Urlaubsregionen zurückkehrten, es aber noch keine Tests gebe.

Für Bayern kündigte Söder zudem an, dass am Dienstag das Kabinett bereits die Corona-Tests auf freiwilliger Ebene für Flughäfen im Freistaat beschließen werde. Zugleich gebe es Überlegungen, auch für Rückkehrer in Autos auf den Straßen Test-Zentren zu eröffnen. Sorge würden ihm aber nicht nur rückkehrende Urlauber machen, sondern auch die anderen Heimkehrer aus europäischen Ländern und der Türkei.

12 Uhr: Kreis Gütersloh: keine neue Corona-Welle bei Tönnies

Zu den unter Tönnies-Mitarbeitern festgestellten Corona-Infektionen hieß es am Mittag vom Kreis Gütersloh : „Aus Sicht der Abteilung Gesundheit kann von einer zweiten Welle nicht die Rede sein. Die Fachleute sind sich einig, dass die positiven Tests zum größten Teil auf Restpositivität aus der ersten Welle zurückzuführen sind. Von 31 der positiven Befunde sind lediglich drei echte Neuinfektionen, 18 ließen sich nach Datenabgleich solchen Personen zuordnen, die in der ersten Welle infiziert waren, die Quarantänezeit in Isolation durchlaufen haben und jetzt nicht mehr infektiös sind.“

11.35 Uhr: Montgomery: Urlauber in Risikoland sollen Corona-Test selbst zahlen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten für sinnvoll - eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen lehnt er jedoch ab. „Wer sich einen Urlaub im Risikogebiet leistet, muss auch den Corona-Test selbst bezahlen“, sagte Montgomery der „Passauer Neuen Presse“. „Generell sind solche Tests sinnvoll“, fügte er hinzu. Allerdings könne man nie alle Rückkehrer aus allen Risikogebieten erreichen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Freitag über den Umgang mit Rückkehrern. Angedacht sind verpflichtende Tests an deutschen Flughäfen für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkommen. Weltweit sind auf Basis der wissenschaftlichen Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das betrifft etwa die Türkei, Israel oder die USA. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz fallen nicht darunter.

10.53 Uhr: Zahl der Infektionen in Russland steigt auf mehr als 800.000

In der Corona-Pandemie haben sich in Russland insgesamt mehr als 800.000 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In den vergangenen 24 Stunden kamen im ganzen Land rund 5800 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Freitag in Moskau mitteilten. Nur die USA, Brasilien und Indien verzeichnen mehr Fälle als das Riesenreich.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland liegt seit geraumer Zeit in dieser Größenordnung. Die Hauptstadt Moskau ist mit rund 600 neuen Coronafällen pro Tag noch immer der Hotspot in Russland. In der Metropole mit geschätzten 15 Millionen Einwohnern gab es in den vergangenen Monaten strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Zahlen drückte. Die Vorschriften wurden jedoch weitgehend aufgehoben.Im ganzen Land starben bislang nach offiziellen Statistik mehr als 13.000 Menschen mit dem Virus. Das ist im Vergleich zu anderen Länder relativ wenig. In den USA mit mehr als 4 Millionen Coronafällen gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität rund 145.000 Tote.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück.

10.10 Uhr: Maskenpflicht in England tritt in Kraft

In England ist am Freitag die Pflicht zum Tragen von Masken in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen in Kraft getreten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 100 Pfund (ungerechnet 110 Euro) rechnen. Die Regierung in London hatte die Regelung erst nach langem Zögern eingeführt. In Schottland müssen schon seit Anfang des Monats Masken in geschlossenen Räumen getragen werden.

Bislang galt die Maskenpflicht in England nur in öffentlichen Verkehrsmitteln. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein trügerisches Gefühl von Sicherheit sogar kontraproduktiv sein.

Großbritannien ist mit mehr als 45.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben.

7.38 Uhr: Unternehmen wollen Dienstreisen als Folge der Corona-Krise reduzieren

Viele Unternehmen in Deutschland wollen auch nach der Corona-Pandemie die Zahl ihrer Dienstreisen reduzieren . Die positiven Erfahrungen mit virtuellen Gesprächen während der Krise sollten genutzt werden, um bestimmte Treffen auch in Zukunft virtuell abzuhalten, wie aus einer dpa-Umfrage unter deutschen Konzernen hervorgeht.

Ob Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Rheinmetall, Zalando, Evonik, RWE, Bayer oder Thyssenkrupp: Von allen heißt es, man wolle die Möglichkeiten von Videokonferenzen auch weiterhin nutzen. Viele der Konzerne haben solche Tools auch vor der Pandemie bereits eingesetzt - etwa mit Blick auf den Klimaschutz, um Kosten zu sparen oder Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten zu verbinden. «Die Pandemie hat hier als Katalysator fungiert und der virtuellen Zusammenarbeit einen weiteren Schub gegeben», sagte eine Sprecherin der Deutschen Post. Viele Unternehmen wollen künftig von Fall zu Fall entscheiden und streben eine Mischung aus persönlichen Treffen und virtuellem Austausch an.

6 Uhr: Trotz Corona: Fridays for Future will wieder weltweit auf die Straße

Die Klimabewegung Fridays for Future will trotz der Corona-Krise im Herbst wieder weltweit auf den Straßen demonstrieren. „Nach langen Abstimmungen mit Aktivistinnen und Aktivisten aus der ganzen Welt haben wir uns entschieden, für den 25. September zum nächsten globalen Klimastreik aufzurufen“, sagte die Aktivistin Luisa Neubauer der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen; konkrete Aktionsformate würden noch erarbeitet. „Angesichts anhaltender klimapolitischer Ignoranz wollen und müssen wir offensichtlich wieder auf die Straßen gehen“, sagte sie. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hatten die Schwedin Greta Thunberg und andere Klimaaktivisten vor allem im Internet für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Aktionen etwa vor dem Berliner Reichstagsgebäude gab es zwar, sie blieben aber die Ausnahme. „Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass wir auf den Klimaprotest nicht verzichten können“, sagte der Aktivist Nick Heubeck der dpa. Weltweit steuere man ungebremst auf die 1,5-Grad-Marke bei der Erderwärmung zu und könne sich im „Klima-Entscheidungsjahr 2020“ keine Fehltritte mehr leisten. „Es ist gut, dass Fridays For Future im September da weitermacht, wo wir am Anfang des Jahres aufhören mussten.“

Neubauer sagte, die Ortsgruppen der Bewegung würden etwaige Ansteckungsrisiken durch strenge Hygieneauflagen minimieren. Als einen Anlass für den weltweiten Aufruf nannte sie die Enttäuschung über die Konjunkturprogramme, die Regierungen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie aufgelegt haben. Sie seien „entgegen großer Ankündigungen keinesfalls tiefentransformativ, höchstes grün lackiert“, sagte Neubauer. „Die Emissionsbudgets wurden vollkommen ignoriert, die “Bazookas„ für das Klima sind ausgeblieben.“

5.30 Uhr: Studie: Im Büro mehr Aerosol-Belastung als im Kino

Die Konzentration der für die Übertragung von Corona-Viren relevanten Aerosole ist in Kinosälen deutlich geringer als in einem Büroraum. Zu diesem Ergebnis kommt eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Studie des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin für den Hauptverband Deutscher Filmtheater HDF Kino. Wird im Kino nur geatmet, liegt die Zahl der eingeatmeten Aerosole selbst bei einem Film mit Überlänge noch deutlich unter der in einem Büro, in dem gesprochen werde. Das hängt laut Studie auch mit der Lüftungsart in den Kinos zusammen.

Der Verband HDF Kino fordert deswegen, die Abstandsregelung von 1,50 Metern zu reduzieren, da die Sicherheit der Besucher gewährleistet sei. Nur wenn Kinos ihre Kapazitäten erhöhen können, werde es mehr neue Filme geben, mit denen die Kinos die Krise überleben könnten.

5.12 Uhr: China meldet neuen Corona-Ausbruch in Dalian

In der nordostchinesischen Stadt Dalian ist es zu neuen Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Wie die staatliche Zeitung „Global Times“ am Freitag berichtete, stellten die Behörden zwei neue Erkrankungen fest, sowie 15 Infektionen, bei denen keine Symptome erkennbar waren. Dem Bericht zufolge sind es die ersten Infektionen in der Stadt seit 111 Tagen.

Die Behörden ordneten an, Kindergärten zu schließen. In betroffenen Gebieten der Stadt sollten zudem Corona-Tests bei möglichst vielen Menschen durchgeführt werden. Wohngebiete, für die ein Lockdown verhängt wurde, sollen mit Lebensmitteln versorgt werden. China hat das Coronavirus bereits seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle. Jedoch kommt es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen in verschiedenen Landesteilen, auf die in der Regel mit strengen Maßnahmen reagiert wird. Neben der Stadt Dalian kämpfen die Region Xinjiang im äußersten Westen des Landes sowie die Sonderverwaltungsregion Hongkong derzeit mit Ausbrüchen.

Während in Xinjiang in den letzten Tagen 95 Infektionenbestätigt wurden, erlebt Hongkong den bisher schlimmste Infektionswelle. Seit Anfang Juli wurden 980 Infektionen in der Millionenmetropole registriert.

5.05 Uhr: 815 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 815 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204.183 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 24.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9111 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 189.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,01). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

0.01 Uhr: Verbraucherschützer für freiwillige Corona-Tests für Urlauber

Verbraucherschützer haben sich gegen verpflichtende Corona-Tests für rückkehrende Urlauber ausgesprochen. „Wir halten es
für sinnvoll, dass sich alle Reiserückkehrer auf das Coronavirus testen lassen können, wenn sie dies wollen. Die Tests sollten freiwillig sein“, sagte Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller der „Rheinischen Post“. Er setze dabei auf das Eigeninteresse der Urlauber.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) forderte die Bundesländer auf, wie Bayern für alle Urlaubsrückkehrer kostenlose Corona-Tests anzubieten. Für flächendeckende Tests sei genug Geld da. Auch die Testkapazitäten seien vorhanden. Müller sprach sich gegen eine Quarantänepflicht aus. „Jede Pflicht, die nicht kontrolliert werden kann, höhlt die Akzeptanz dafür aus“, sagte er der Zeitung. An diesem Freitag wollen die Gesundheitsminister der Länder beschließen, wie sie mit Reiserückkehrern insbesondere aus Risikogebieten verfahren wollen.

Donnerstag, 23. Juli

21.56 Uhr: Forscher: Mehr als vier Millionen Infektionen in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind in den USA mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Rund 144.000 Menschen starben nach einer Infektion, wie am Donnerstag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Ansteckungen bekannt.

21.05 Uhr: Sorgen in Spanien wegen Zunahme der Neuinfektionen

Der Anstieg der Corona-Neuinfektionen bereitet im einstigen Pandemie-Hotspot Spanien immer mehr Sorgen. Binnen 24 Stunden seien 971 neue Ansteckungsfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Madrid mit. Das sind 241 mehr als am Vortag und sogar 442 mehr als am Dienstag. Die meisten Neuansteckungen gab es im Nordosten des Landes, und zwar in den Regionen Aragonien (415) und Katalonien (182).

Es könnte sein, dass wir bereits eine zweite Welle haben», räumte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), María José Sierra, ein. Sie betonte aber: «Wie man das nennt, ist völlig egal. Wenn die größeren Neuausbrüche schnell unter Kontrolle gebracht werden, haben wir die Situation weiter im Griff.»

Sierra betonte, bei den Neuinfektionen handele es sich vorwiegend um Fälle «mit nur leichten Symptomen». Das Durchschnittsalter der Betroffenen liege bei 45 Jahren. Nach Angaben der Behörden sind neben Saisonarbeitern der Landwirtschaft vor allem Besucher von Nachtlokalen und Teilnehmer von Privatpartys betroffen.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Nach Angaben der Behörden ist die Lage aber seit vielen Wochen unter Kontrolle.

20.56 Uhr: «Bild»: Corona-Warn-App hat bei Millionen kaum funktioniert

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach einem «Bild»-Bericht auf Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer etwa von Samsung- oder Huawei-Handys seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, berichtete das Blatt am Donnerstagabend . Grund sei, dass sich auf Smartphones mit Android-Betriebssystem die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der Warn-App bislang automatisch ausstellte, solange die App nicht geöffnet war. Das sollte Handy-Strom sparen.

19.06 Uhr: Maskenpflicht in Tschechien ausgeweitet

In Tschechien hat es den zweiten Tag in Folge mehr als 200 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Am Mittwoch seien 247 bestätigte neue Fälle hinzugekommen, teilten die Behörden am Donnerstag in Prag mit. Gesundheitsminister Adam Vojtech gab am Abend neue, flächendeckende Maßnahmen bekannt. Die Entwicklung sei zwar nicht «alarmierend» - aber «ungünstig». Es handele sich um «lokale Infektionsherde».

Landesweit muss demnach ab Samstag bei Großveranstaltungen in Innenräumen wie Konzerten, Discos und Sport-Events mit mehr als 100 Teilnehmern ein Mundschutz getragen werden. Ab Montag wird die maximale Teilnehmerzahl in Innenräumen auf 500 begrenzt. Es gebe in dieser Phase keinen Grund, die Bewegungsfreiheit der Menschen oder die Wirtschaft einzuschränken, betonte der Minister.

Eine allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt derzeit nur in der besonders betroffenen östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. In den an Deutschland grenzenden nördlichen Verwaltungsregionen mit Sitzen in Liberec (Reichenberg) und Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) ist eine Schutzmaske ab diesem Freitag in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wie Apotheken und Arztpraxen sowie bei Besuchen in Altersheimen verpflichtend.

Landesweit wurden bisher 365 Todesfälle mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht. Während die Regierung des Ministerpräsidenten und Multimilliardärs Andrej Babis zu Beginn der Pandemie Lob für ihr Krisenmanagement erhalten hatte, überwiegt derzeit die Kritik. Die Regierung versuche, die Verantwortung für die steigenden Fallzahlen auf Gesundheitsämter und Kommunen abzuschieben, bemängelte die Zeitung «Hospodarske noviny» in einem Kommentar.

19.02 Uhr: Kritische Marke von 2000 Neuinfektionen in Israel durchbrochen

In Israel sind erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 2000 Neuinfektionen an einem Tag registriert worden. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 2033 Fälle gemeldet worden - ein Rekordhoch. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag gilt als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe.

17.47 Uhr: 569 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 569 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 203.368 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 23.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9101 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 189.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,01). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

17.40 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1 (+1)
Fälle insgesamt 374 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 22 (+1)
Fälle insgesamt 744 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 17 (+5)
Fälle insgesamt 786 (+4)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 115 (+6)
Fälle insgesamt 2599 (+6)
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 47 (+5)  
Fälle insgesamt 553 (+7)  
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 14 (+2)
Fälle insgesamt 406 (+2)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 31 (+8)
Fälle insgesamt 534 (+9)
davon Todesfälle 13

17.13 Uhr: Infizierte Familie aus Mallorca-Urlaub bisher ohne Symptome

Eine vierköpfige Familie ist nach ihrer Rückkehr von der Ferieninsel Mallorca positiv auf das Coronavirus getestet worden - zeigt aber bisher keine Anzeichen einer Erkrankung. Die Familie habe derzeit keine Covid-19-Symptome, sagte der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann, am Donnerstag auf Anfrage. Wo sich die Familie infiziert hat - möglicherweise auf der Insel oder im Flugzeug - ist bisher unklar. Die Rückverfolgung möglicher weiterer Infizierter laufe auf Hochtouren. Um die Infektionskette zurückzuverfolgen, habe das Gesundheitsamt auch Kontakt zur Fluggesellschaft und nach Spanien aufgenommen, sagte der Stadtsprecher. Das sei ein Routineverfahren.

Die Eltern mit zwei Töchtern waren am Sonntag von einem Urlaub auf Mallorca wieder nach Deutschland zurückgekehrt - zunächst mit dem Flugzeug nach Nürnberg, dann mit dem Auto weiter nach Cottbus. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft Spanien derzeit nicht als Risikogebiet für Corona-Infektionen ein. Dass die Mallorca-Rückkehrer infiziert waren, wurde entdeckt, weil ein Arbeitgeber eines Familienmitglieds einen Routinetest veranlasste - und der fiel positiv aus.

16.44 Uhr: Amsterdam ruft Touristen auf: Kommt nicht am Wochenende

Aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle ruft Amsterdam Touristen auf, die Stadt nicht am Wochenende zu besuchen. Tagesbesucher sollten ihren Besuch lieber auf Montag bis Donnerstag verschieben, teilte die Stadt am Donnerstag mit. «Während der Woche ist es vorläufig noch an den meisten Stellen ruhiger als am Wochenende.»

Touristen, die bereits in der Stadt sind, werden in den sozialen Medien aufgerufen, die Corona-Regeln zu beachten und Gedränge in der Stadt zu meiden. In Geschäften im Rotlichtviertel darf das ganze Wochenende lang kein Alkohol verkauft werden. Das Verbot gilt nicht für Kneipen und Restaurants.

Der Zustrom von Touristen vor allem aus Deutschland, Belgien und Frankreich aber auch von Niederländern hat so zugenommen, dass im Zentrum der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Zuvor hatte die Stadt bereits das Rotlichtviertel und die Haupteinkaufsmeile Kalverstraat zur Einbahnstraße für Fußgänger erklärt. Dennoch war es auf den berühmten «Wallen», wo die Prostituierten in Fenstern ihre Dienste anbieten, am vergangenen Wochenende so voll, dass einige Grachten und Gassen abgesperrt werden mussten.

15.28 Uhr: Studie sieht Grund für Corona-Ausbruch bei Tönnies in Arbeitssituation

Einer Studie zufolge waren für den Corona-Ausbruch im Fleischwerk Tönnies im Mai 2020 die Arbeitsbedingungen verantwortlich, nicht etwa die Wohnsituation der Arbeiter. In der Zerlegung habe es Übertragungen über acht Meter hinweg gegeben.

14.52 Uhr: Coronavirus breitet sich in Jugendlager in der Schweiz aus

In einem Schweizer Jugendlager mit 100 Teilnehmern zwischen 9 und 13 Jahren hat sich das Coronavirus ausgebreitet. Sieben Menschen hätten sich nachweislich infiziert, bei weiteren bestehe der Verdacht auf eine Ansteckung, teilte die Gesundheitsbehörde im Kanton Graubünden am Donnerstag mit. Zwei Menschen seien im Krankenhaus, und mehr als 200 in Isolation oder Quarantäne. Dieses Lager sowie ein weiteres, in das Teilnehmer des ersten Lagers am Wochenende gewechselt hatte, wurde sofort beendet.

14.47 Uhr: Für oder gegen Corona-Lockerungen? Vertrauen in Staat entscheidend

Bei der Frage, ob Menschen Lockerungen in der Corona-Krise befürworten oder ablehnen, spielt laut einer Studie der Uni Konstanz vor allem das Vertrauen in staatliche Institutionen eine Rolle. Eindämmungsmaßnahmen würden eben nicht von Virologen und Epidemiologen ergriffen, sondern vom Staat, schreiben die Autoren Claudia Diehl und Felix Wolter in dem am Donnerstag veröffentlichten Papier. «Und wer dem Staat generell nicht traut oder der Ansicht ist, er solle den BürgerInnen möglichst wenig Einschränkungen auferlegen, möchte sich von ihm wahrscheinlich auch den Besuch von Clubs oder Festivals nicht verbieten lassen.»

Die unterschiedlich starke individuelle Betroffenheit spiele in der Diskussion um Lockerungen dagegen nur bedingt eine Rolle, heißt es in der Auswertung der Studie weiter. «Die Haltung zur Lockerung pandemiebedingter Beschränkungen wird weniger dadurch bestimmt, ob jemand daraus wirtschaftliche oder familiäre Folgen für sich selbst oder die Gesellschaft befürchtet.» Wer in den Maßnahmen aber eine Grundrechtseinschränkung für sich und die Gesellschaft sehe, sei für Lockerungen. Ein unmittelbares Eigeninteresse sei nur beim Unterschied zwischen Risikogruppen und Gesunden ausschlaggebend: «Erstere lehnen Lockerungen von Eindämmungsmaßnahmen meist ab, Letztere befürworten sie eher.»

Die Konstanzer Forscher befragten für ihre Untersuchung von April bis Mai 2020 knapp 4800 Menschen online.

Entscheiden für die Politik sei eine klare Krisenkommunikation. «Sie muss etwa vermitteln, warum manche Kompetenzen in den Händen der Bundesregierung liegen, andere dagegen Ländersache sind», erläutern die Autoren. Zentral sei zudem die Aufklärung über die entsprechenden Ursache-Wirkung-Zusammenhänge. «Ohne die Berichte über die Situation in norditalienischen Krankenhäusern hätten die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wohl weniger Akzeptanz gefunden.»

14.24 Uhr: Indonesien seit zwei Tagen mit mehr als 100 Corona-Toten

Das schwer von der Corona-Pandemie betroffene Indonesien hat bereits den zweiten Tag in Folge mehr als 100 Tote in Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Allein seit Mittwoch seien 117 Patienten gestorben, teilten die zuständigen Behörden in Jakarta am Donnerstag mit. Am Vortag waren es sogar 139 Todesopfer. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf fast 4600.

Gleichzeitig verzeichnete der Inselstaat mit seinen 267 Millionen Einwohnern fast 2000 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen lag somit bei fast 93.700. Indonesien ist in Südostasien das Land mit der höchsten Zahl an Corona-Infizierten und hat sogar China überholt.

Dennoch will etwa die beliebte indonesische Urlaubsinsel Bali voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Ab Ende Juli dürfen bereits Touristen aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen.

12.52 Uhr: Zahl der Corona-Toten im Iran steigt auf über 15.000

Mit erneut mehr als 220 Toten an einem Tag ist die Zahl der Corona-Toten im Iran laut Gesundheitsministerium auf über 15.000 gestiegen. Die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen stieg auf fast 285.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen.

Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums nehme die Bevölkerung nach den Lockerungen die Hygienevorschriften und die Pandemie nicht mehr ernst. Dies sei laut Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi auch der Hauptgrund für den Anstieg. «Die Menschen haben einfach keine Angst mehr und gehen ohne Schutzmaske überall hin», sagte Harirchi der Nachrichtenagentur Isna.

12.29 Uhr: Oberligist Siegen absolviert Testspiel vor 200 zahlenden Zuschauern

Die Sportfreunde Siegen haben als einer der ersten Clubs wieder ein Fußballspiel vor zahlenden Zuschauern ausgetragen. Der Verein aus der Oberliga Westfalen absolvierte am Mittwochabend sein erstes Testspiel für die neue Saison im 18.500 Besucher fassenden Siegener Laimbachstadion vor 200 Fans. «Das war sehr aufregend und spannend, aber es hat alles super geklappt. Die Leute waren sehr zufrieden und haben sich gefreut, mal wieder ein Fußballspiel im Stadion zu sehen», sagte der SF-Vorstandsvorsitzende Roland Schöler der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Durchführung der Partie stand der Club in engem Kontakt mit der Stadt Siegen. Laut Corona-Schutzverordnung sind Veranstaltungen bis zu 300 Besuchern möglich. Es kamen aber nur 200 Tickets in den Verkauf. Der Aufwand für den Oberligisten war groß. Die freigegeben Sitzplätze auf der Haupttribüne wurden markiert. Im Stadion galt die Maskenpflicht, Desinfektionsmittel standen bereit und Clubchef Schöler beteiligte sich selbst an der Personenerfassung. Zudem wurden viele Ordner eingesetzt.

12.01 Uhr: Corona-Fälle in Berliner Bar - Bezirk spricht von Regelverstößen

In der Berliner Bar am Alexanderplatz, in der sich mehrere Gäste mit dem Coronavirus angesteckt haben sollen, sind laut dem Bezirk Mitte Corona-Vorschriften missachtet worden. «Das Restaurant muss jetzt mit einem Bußgeld rechnen», teilte das Bezirksamt am Donnerstag mit. In dem Lokal soll demnach eher eine Party als normaler Restaurantbetrieb stattgefunden haben. Mit dem Abend des 10. Juli im «Mio» unter dem Fernsehturm stehen zehn bekannte Corona-Fälle in Verbindung, wie der Bezirk am Mittwoch bekanntgab.

Die Liste mit den Kontaktdaten der Gäste sei «unvollständig und fehlerhaft», teils hätten Gäste falsche Namen und Adressen angegeben, erklärte der Bezirk. Auch an die Maskenpflicht abseits der Tische hätten sich die Gäste nicht gehalten. Wie viele Menschen sich am betreffenden Abend dort aufhielten, sei unklar. «Rund 1200 Personen passen in die Räumlichkeiten und es soll an diesem Abend ziemlich voll gewesen sein.»

11.54 Uhr: Scheuer: EU vereinbart einheitliche Hygieneregeln im Luftverkehr

Die EU-Verkehrsminister haben sich nach Worten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf einheitliche Standards beim Gesundheitsschutz im Luftverkehr verständigt. «Das schafft Sicherheit, Klarheit und Vertrauen», sagte Scheuer am Donnerstag in Berlin zum Auftakt von digitalen Beratungen über die schwierige Lage der Branche.

So gebe es eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes ab dem 6. Lebensjahr, höhere Reinigungsintervalle, eine mehrsprachige Information der Passagiere sowie Abstandsgebote bei der Abfertigung - auch wenn dies zu längeren Wartezeiten führe. Scheuer sagte, damit sei ein deutscher Vorschlag angenommen worden. Deutschland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

11.28 Uhr: Homeoffice wird beliebter

Weniger Stress, mehr Zeit für die Familie und sogar eine höhere Produktivität: Dass viele Arbeitnehmer wegen der Corona-Pandemie ins Homeoffice wechseln mussten, war für die meisten Betroffenen eine positive Erfahrung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Krankenkasse DAK.   Danach wollen 76,9 Prozent der Beschäftigten, die erst seit der Corona-Krise regelmäßig von der eigenen Wohnungen aus arbeiten, diese Arbeitsform auch in Zukunft – zumindest teilweise – beibehalten.

11.23 Uhr: Corona-Studie an Kitas: Infektionen im Normalbereich

Bei einer großen Corona-Studie unter mehr als 5200 Kindern und Beschäftigten in Düsseldorfer Kitas ist in den Proben nur eine Infektion bei einem Kind gefunden worden. Das teilte die Düsseldorfer Uniklinik am Donnerstag mit. Allerdings habe es nach Angaben des Gesundheitsamtes der Stadt während des vierwöchigen Studienzeitraums in den 115 beteiligten Einrichtungen weitere Corona-Infektionen bei Kindern und Beschäftigten gegeben, die nicht an der Studie teilgenommen hätten. Insgesamt wurden demnach zehn Neuinfektionen verzeichnet - zwei beim Personal und acht bei Kita-Kindern.

Ziel der Studie war, verlässliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob es in den Kita-Gruppen zu neu auftretenden Corona-Fällen kommt und dadurch Infektionsketten im Umfeld ausgelöst werden. Die Auswertung zeige, dass im Studienzeitraum die Häufigkeit von Neuinfektionen in den Kitas auf dem gleichen Niveau wie für die Stadt Düsseldorf insgesamt gelegen habe, erklärte Professor Jörg Timm, Direktor des federführenden Instituts für Virologie an der Uniklinik.

In einem Fall habe es Hinweise darauf gegeben, dass es innerhalb der Kita zu einer Übertragung von Sars-CoV-2 auf ein weiteres Kind und von dort auf Haushaltsangehörige gekommen sei. «Auf dieser Grundlage von erfreulich wenigen Infektionen ist eine klare Aussage dazu, welche Bedeutung Kinder als Infektionsquelle haben, leider nicht möglich», sagte Timm.

An der Modellstudie hatten seit Anfang Juni 3955 Kinder und 1255 Beschäftigte teilgenommen. Sie wurden über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal wöchentlich auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus untersucht. Das Labor der Uniklinik analysierte fast
35.000 Speichelproben.

10.55 Uhr: Libori in Zeiten von Corona

Kann eine digitale Stadt auch digital feiern? „Ich war eigentlich immer der Meinung, Libori feiern geht nur analog“, sagt Bürgermeister Michael Dreier. Deshalb sei er außerordentlich dankbar für die Initiative „Libori digital“ , die angetreten ist, das Gegenteil zu beweisen. 

Ein bisschen Libori-Gefühl wollen die Initiatoren Christoph Meironke und André Weihrauch mit der Unterstützung vieler Institutionen, Initiativen, Künstler, Musiker und Libori-Fans trotz Corona möglich machen – mit kleineren analogen Veranstaltungen, aber vor allem über die Libori-digital-Internetseite, wo täglich Programm geboten wird. Ein Höhepunkt ist der digitale Bierbrunnen, der täglich von 19 Uhr an im Lean-Pro-Studio in Elsen aufgezeichnet wird. Dort wird Bürgermeister Dreier auch das obligatorische Bierfass anstechen.

Hier geht es zum Bericht.  

9.09 Uhr: Arbeitsagentur-Chef: Corona kostet 640.000 Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre brauchen, um sich von der Corona-Krise zu erholen. „Bis wir wieder auf Normalmaß sind, das wird sicherlich bis 2022 oder 2023 dauern“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Detlef Scheele. „Aber wir glauben, dass das wieder gelingen kann.“ Aktuell sind in Deutschland 2,85 Millionen Menschen ohne Job, fast 640.000 davon als Folge der Pandemie.

7.55 Uhr: Wie eine zweite Corona-Welle in Bielefeld verhindert werden soll

Manchmal dauert die Nachverfolgung eines Kontakts einen halben Tag. Manchmal auch länger. Die Verlobungsfeier, der Fall Tönnies oder zuletzt die zwei betroffenen Kitas haben zum Ausnahmezustand geführt. Gibt es einen Hotspot, arbeiten die städtischen Mitarbeiter meist bis nachts. Unterstützung bekommen sie von vier „Containment-Scouts“ vom Robert-Koch-Institut (RKI). Um eine zweite Corona-Welle in Bielefeld zu verhindern, sollen sie jeden Fall akribisch nachverfolgen.

6.21 Uhr: Nobilia testet Urlaubsrückkehrer: Neun Corona-Fälle bei 1100 Tests entdeckt

Das Corona-Hygiene- und Gesundheitskonzept bei Deutschlands größtem Küchenhersteller Nobilia mit Sitz in Verl funktioniert aus Sicht des Unternehmens gut: Bei Kontrollen der Urlaubsrückkehrer auf das Coronavirus nach den Betriebsferien im Werk 1 in Kaunitz sind von 1100 Mitarbeitern neun positiv getestet worden. Sie kamen umgehend in Quarantäne.

Mittwoch, 22. Juli

19.17 Uhr: EU-Parlament will Milliardenpaket rasch nachbessern

Das Europaparlament will das beim EU-Gipfel vereinbarte Haushalts- und Konjunkturpaket im Umfang von 1,8 Billionen Euro rasch nachbessern. Dies kündigte Parlamentspräsident David Sassoli an. Kürzungen bei Forschung, Klimaschutz und Migrationspolitik müssten korrigiert werden. Zudem wolle man die Klausel nachschärfen, die EU-Gelder künftig an die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit koppeln soll. Die EU-Kommission räumte ein, dass der Gipfelbeschluss in diesem Punkt Fragen aufwirft.

17.23 Uhr: Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre mit Corona kämpfen

Der deutsche Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre brauchen, um sich von der Corona-Krise zu erholen. 

«Bis wir wieder auf Normalmaß sind, das wird sicherlich bis 2022 oder 2023 dauern», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Detlef Scheele, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Aber wir glauben, dass das wieder gelingen kann.» Aktuell sind in Deutschland 2,85 Millionen Menschen ohne Job, fast 640.000 davon als Folge der Pandemie.

Scheele rechnet für Sommer mit einer noch etwas höheren Arbeitslosigkeit, die auch saisonal üblich ist. Die Zahl werde aber im Juli oder August nach derzeitigen Schätzungen nicht die Grenze von drei Millionen überspringen.

16.04 Uhr: Nur noch 21 Corona-Fälle im Kreis Paderborn

Zwei Tage in Folge ist im Kreis Paderborn kein weiterer Corona-Fall registriert worden. Aktuell sind nur noch 21 Menschen mit dem Virus infiziert – acht weniger als am Tag zuvor. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind im Kreis Paderborn 743 Menschen positiv auf eine Covid-19-Infektion getestet worden, Stand 22. Juli, 11 Uhr. Die Zahl der als genesen geltenden Menschen ist um acht gestiegen – je ein Fall in Bad Lippspringe, Delbrück, Salzkotten sowie fünf Fälle in Paderborn: Insgesamt haben 688 Personen eine Covid-19-Infektion überstanden.

15.15 Uhr: Kinderarmut trifft Millionen - Corona neues Risiko

Benachteiligt, beschämt, belastet: Kinderarmut bleibt einer Analyse zufolge mit dramatisch hohen Zahlen eine «unbearbeitete Großbaustelle» und könnte sich durch Corona noch weiter verschärfen. Rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf - 21,3 Prozent aller unter 18-Jährigen, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch berichtete. «Seit Jahren ist der Kampf gegen Kinderarmut eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland.» Dennoch gebe es seit 2014 im bundesweiten Durchschnitt wenig Verbesserungen. Die Bundesregierung wies den Vorwurf zurück, nicht genug gegen Kinderarmut zu tun.

14.50 Uhr: Trump schlägt in Corona-Pandemie pessimistischere Töne an

Nach mehr als 140.000 Toten durch das Coronavirus in den USA hat Präsident Donald Trump die Amerikaner auf eine weitere Verschlimmerung der Pandemie eingestimmt. «Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird», sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. «Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es.» Trump hielt das erste Mal nach knapp drei Monaten zur Corona-Krise wieder eine Pressekonferenz ab. Viele seiner Äußerungen standen im Kontrast zu Aussagen der vergangenen Wochen.

13.56 Uhr: Mitarbeiter infiziert: Sicherheitskonzept bei Nobilia greift

Das Corona-Hygiene- und Gesundheitskonzept bei Deutschlands größtem Küchenhersteller Nobilia mit Sitz in Verl funktioniert: Bei Kontrollen der Urlaubsrückkehrer auf das Coronavirus nach den Betriebsferien im Werk 1 in Kaunitz sind von 1100 Mitarbeitern neun Personen positiv getestet worden. Sie kamen umgehend in Quarantäne. „Wir sind froh, dass wir das so gradlinig hinbekommen haben“, sagte Vorstandssprecher Lars Bopf am Mittwoch und sprach von einem Erfolg. Nobilia hat die Corona-Tests in Containern mit Ärzteteams und einem eigens beauftragten Labor auf dem Firmengelände auf eigene Kosten durchgeführt – von Freitag bis Sonntag. „Das ist teuer, aber wir wollen unsere Mitarbeiter, deren Familien und die Einwohner ja auch schützen“, betonte Bopf. Zur Höhe der Kosten wollte er keine Angaben machen.

13.25 Uhr: Vier neue Infektionen in Bielefeld

Die Zahl der Corona-Infizierten in Bielefeld ist weiter gestiegen. Auch die Zahl der in Quarantäne befindlichen Personen ist gestiegen. Stand Donnerstagvormittag gibt es in Bielefeld 546 Infizierte, vier mehr als am tag zuvor. Aktuell infektiös davon sind 45, 496 sind inzwischen genesen. Fünf Personen sind in Bielefeld in Verbindung mit dem Corona-Virus verstorben.

12.23 Uhr: Berliner Flughafenbetreiber will 400 Stellen streichen

Nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise steht die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft vor dem Abbau Hunderter Arbeitsplätze. Sowohl in der Verwaltung, im Betrieb und der Operation müsse erheblich gespart werden, heißt es in einem Mitarbeiterbrief vom Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Nach unserer Einschätzung geht es um einen Abbau von 400 Stellen in den nächsten Jahren“, schreiben Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup und Personalchef Michael Halberstadt.

Derzeit hat das staatliche Unternehmen rund 2170 Stellen .Betriebsbedingte Kündigungen sollen „unter allen Umständen“ vermieden werden, heißt es in dem Brief. Die leitenden Angestellten und Geschäftsführer verzichten demnach auf zehn Prozent ihres Gehalts. Die Gespräche mit Aufsichtsrat, Gesellschaftern, Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi sollen nun beginnen. Die Mitarbeiter sollen bei einer Videokonferenz am Freitag ihre Fragen stellen können.

12.15 Uhr: Kreis Vechta testet Schlachthof-Mitarbeiter erneut auf Coronavirus

Der Landkreis Vechta hat am Mittwoch erneut mit Corona-Tests unter der Belegschaft des Hähnchenschlachthofes in Lohne begonnen. Mit Ergebnissen sei am Wochenende zu rechnen, sagte ein Landkreissprecher. Unter den Mitarbeitern des zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörenden Schlachthofs Oldenburger Geflügelspezialitäten hatten sich 66 Werkarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Für sie und ihre Kontaktpersonen wurde daraufhin Quarantäne angeordnet. Für eine Stilllegung des gesamten Betriebes sah der Landkreis bislang keinen Grund.

Die große Mehrheit der infizierten Beschäftigten lebe mit ihren Familien dezentral im Kreisgebiet, teilweise in Ein- und Zweifamilienhäusern, in Mehrfamilienhäusern oder in Wohngemeinschaften mit anderen Kollegen, teilte der Landkreis mit. Im Landkreis gelte ein Anforderungskatalog an gesunde Wohnverhältnisse bei der Unterbringung von Arbeitnehmern in Wohnheimen, entgegnete der Kreis auf am Vortag geäußerte Kritik. „Die uns bekannten Unterkünfte wurden bei entsprechenden Hinweisen regelmäßig kontrolliert. Bei den Kontrollen wurden nur in einigen Fällen Abweichungen festgestellt“, hieß es aus der Pressestelle. Wenn der Landkreis Vechta konkrete Hinweise auf schlechte Wohnverhältnisse erhalte, werde diesen umgehend nachgegangen.

Am Dienstag hatte der Oldenburger Regionalchef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Matthias Brümmer, die Wohnverhältnisse der Lohner Wiesenhof-Mitarbeiter als „nicht menschenwürdig“ bezeichnet.

11.42 Uhr: Homeoffice wirkt positiv: Weniger Stress, mehr Produktivität

Weniger Stress, mehr Zeit für die Familie und sogar eine höhere Produktivität: Der Wechsel ins Homeoffice infolge der Corona-Krise war für viele Arbeitnehmer eine positive Erfahrung. Das geht aus einer Studie der Krankenkasse DAK hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Fühlten sich vor der Pandemie 21 Prozent der Beschäftigten regelmäßig gestresst, waren es während der Corona-Krise nur 15 Prozent. Der Anteil der Erwerbstätigen, die nie oder nur gelegentlich gestresst waren, stieg unterdessen von 48 auf 57 Prozent.

11.02 Uhr: OVG: Corona-Regeln in der Gastronomie rechtens

Die aktuellen Corona-Regeln für die nordrhein-westfälische Gastronomie sind rechtens. Das entschied das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am Mittwoch in Münster in einem Eilverfahren. Ein traditionelles Brauhaus aus Köln hatte sich gegen die Vorgaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung gewandt. Es bietet seinen Gästen üblicherweise zahlreiche Plätze an vielen Stehtischen und in einem nicht zu lüftenden Kellergeschoss an.

Die in der Corona-Schutzverordnung geregelten Mindestabstände zwischen Tischen und Theke, die Sitzplatzpflicht und die Beschränkung auf Gruppen mit maximal zehn Personen sei nicht zu beanstanden, um einer erhöhten Infektionsgefahr vorzubeugen, entschieden die obersten NRW-Verwaltungsrichter. Diese Vorgabe sei Teil eines Gesamtkonzeptes der Politik, um soziale und persönliche Kontakte zu beschränken, hieß es in der Begründung der Eilentscheidung, die nicht angefochten werden kann (Az.: 13 B 886/20.NE).Das OVG wies daraufhin hin, dass die Gastronomen neben dem Tagesgeschäft auch Feste wie Hochzeitsfeiern mit bis zu 150 Teilnehmern in abgetrennten und gut durchlüfteten Räumen ohne Einhaltung des Abstandsgebotes und Mund-Nasen-Schutz ausrichten dürfen.

9.28 Uhr: Australien hat nach erstem Rückgang nun Rekord bei Corona-Zahlen

Australien hat am Mittwoch einen Rekord bei der Ausbreitung des Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien landesweit 502 Neuinfektionen registriert worden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, sagte der leitende Gesundheitsbeamte Michael Kidd vor Journalisten. Der Großteil dieser Infizierten lebt in der Millionenstadt Melbourne. Zwischenzeitlich war die Zahl der Neuinfektionen in Australien stark zurückgegangen. „Am 9. Juni - vor nur sechs Wochen - haben wir lediglich zwei neue Fälle registriert. Das zeigt, wie schnell Ausbrüche auftreten und sich ausbreiten können“, so der Experte.

Der bisherige Höchststand war am 28. März mit 469 neuen Fällen vermeldet worden. Allein in Victoria, der am schlimmsten betroffenen Region, gab es nun seit Dienstag 484 Neuinfektionen - fast alle davon in Melbourne. In dem Bundesstaat im Südosten des Landes war nach einem Anstieg der Infektionszahlen vor zwei Wochen erneut ein sechswöchiger Lockdown verhängt worden.

In der Nacht zum Donnerstag tritt in der Metropole Melbourne zudem eine allgemeine Maskenpflicht in Kraft. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldbußen in Höhe von 200 australischen Dollar (124 Euro). Fast ganz Victoria ist praktisch vom Rest des Landes abgeriegelt. In Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern stieg die Zahl der Corona-Infektionen damit auf knapp 13.000. Die Zahl der in Verbindung mit Covid-19 gestorbenen Menschen lag bei 128.

8.59 Uhr: Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre mit Corona kämpfen

Der deutsche Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre brauchen, um sich von der Corona-Krise zu erholen. «Bis wir wieder auf Normalmaß sind, das wird sicherlich bis 2022 oder 2023 dauern», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Detlef Scheele, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Aber wir glauben, dass das wieder gelingen kann.» Aktuell sind in Deutschland 2,85 Millionen Menschen ohne Job, fast 640.000 davon als Folge der Pandemie.

7.52 Uhr: Urlaub in Corona-Zeiten: Kreis Paderborn gibt Tipps, was beim Zelten und Campen zu beachten ist

Vieles ist in diesem Jahr ganz anders – auch der Sommerurlaub für Erholungssuchende. Urlaub in Deutschland erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ein Wohnwagen oder auch nur ein Zelt versprechen Flexibilität und Spontaneität bei der kurzfristigen Wahl eines Urlaubsortes. Aber Vorsicht: Nicht überall, wo vermeintlich einsame Natur und eine schöne Aussicht locken, darf campiert oder gezeltet werden – auch nicht im Kreis Paderborn.

6.43 Uhr: Trump schlägt pessimistischere Töne an

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner auf eine Verschlimmerung der Pandemie eingestimmt. «Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird», sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. «Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es.»

Trump hielt das erste Mal nach knapp drei Monaten wieder eine Pressekonferenz ab, um über die Corona-Pandemie zu informieren. Viele seiner Äußerungen standen im Kontrast zu Aussagen der vergangenen Wochen.

5.09 Uhr: 454 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 22.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9095 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 5 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 188.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 21.7., 0.00 Uhr, bei 1,08 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Dienstag, 21. Juli

19 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 1
Fälle insgesamt 373
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 29
Fälle insgesamt 743
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 12 (+3)
Fälle insgesamt 779 (+3)
davon Todesfälle 30

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 174 (-45)
Fälle insgesamt 2590
davon Todesfälle 20

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 42 (+4)
Fälle insgesamt 542 (+4)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 9
Fälle insgesamt 402 (+1)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 16 (+5)
Fälle insgesamt 517 (+5)
davon Todesfälle 13

18.37 Uhr: 522 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 522 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.345 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 21.7., 0.00 Uhr).

16.32 Uhr: Die Zahlen in Paderborn bleiben gleich

Die Corona-Zahlen im Kreis Paderborn haben sich im Vergleich zum Vortag nicht verändert. Weiterhin sind – Stand: 21. Juli, 10 Uhr – 29 Menschen mit dem Virus infiziert. Betroffen ist bekanntlich in erster Linie Paderborn mit 18 aktiven Fällen, weitere gibt es in Bad Lippspringe (4), Delbrück (4) und Salzkotten (3). In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist dagegen niemand infiziert. Die Zahl der als genesen geltenden Menschen liegt wie am Montag bei 680, die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Infektionen weiterhin bei 743.  Auch die Zahl der Covid-19-Patienten ist gleichgeblieben: Zurzeit werden drei Personen in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt.

15.49 Uhr: Österreich weitet die Maskenpflicht wieder aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. „Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. „Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.“ Er kündigte auch schärfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-Fällen seien in jüngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus Ländern des Balkans zurückkehrten, sagte der Regierungschef. Außerdem könnten von dort nur noch Einreisen erfolgen, wenn ein von einem auch in Österreich anerkannten Labor ausgestellter negativer PCR-Test vorliege oder sich der Reisende in Quarantäne begebe. 

14.54 Uhr: Fitnessmesse Fibo wird im Oktober rein digital nachgeholt

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Fitnessmesse Fibo soll im Oktober in rein digitaler Form nachgeholt werden. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen mit Ausstellern und Partnern gefallen, teilte der Chef des Veranstalters Reed Exhibitions, Hans-Joachim Erbel, am Dienstag mit. „Gemeinsam hatten wir gehofft, im Oktober mit der Branche nach dem monatelangen Lockdown wieder an den Start gehen zu können“, sagte Erbel. „Das wird aufgrund der laufenden Entwicklung der Pandemie und der damit einhergehenden Unsicherheit leider nicht der Fall sein.“

Die Kölner Messegesellschaft, die eigentlich im Herbst langsam ihren Messebetrieb wieder aufnehmen wollte, hatte zuletzt einige Fachmessen wieder abgesagt - zumindest als Präsenzformate. Etliche Aussteller entscheiden sich aufgrund von Unsicherheiten weiterhin gegen eine Teilnahme an Messen vor Ort.Vom 1. bis zum 3. Oktober sollen nun sowohl für Fachbesucher als auch Privatleute digitale Formate und Angebote rund um Sport und Fitness stattfinden, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Ursprünglich hatte die Fibo im April stattfinden sollen. 

14.35 Uhr: Arminia will keine Staatshilfen annehmen

Immer mehr Vereine der Fußball-Bundesliga beantragen Landesbürgschaften oder Kredite bei der staatlichen KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau).  Aufsteiger Arminia Bielefeld will ohne staatliche Hilfen durch die Corona-Krise kommen.  „Aufgrund unserer Vergangenheit werden wir keine neuen Schulden aufnehmen“, sagt Geschäftsführer Samir Arabi. Was der 41-Jährige meint: Ende 2017 stand der damals mit etwa 30 Millionen Euro verschuldete Klub vor der Insolvenz, wurde letztlich durch einen vom „Bündnis Ostwestfalen“ ermöglichten Schuldenschnitt gerettet. 

14.11 Uhr: Hälfte der Jugendherbergen in Westfalen bleibt bis 2021 zu

Rund die Hälfte der 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe wird das gesamte Jahr wegen fehlender Gruppenbuchungen in der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Existenzbedrohend sei die Situation allerdings bisher weder für den Landesverband noch für die temporär geschlossenen Standorte, teilte das Deutsche Jugendherbergswerk in der Region am Dienstag mit.

An den geschlossenen Standorten mache der Anteil der Schulklassen und Gruppen normalerweise bis zu 80 Prozent der Belegung aus. Weil diese in vielen Häusern weggebrochen seien, sei der Betrieb in diesem Jahr „leider wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“. Mit Hilfe von staatlichen Hilfsgeldern sowie Maßnahmen wie Kurzarbeit und Investitionsstopps hoffe man, die Krise ohne Standort-Schließungen und Entlassungen zu überstehen, hieß es weiter. Die Buchungen für 2021 sähen gut aus. „Wir gehen also derzeit fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten“, so die Mitteilung. 

13.05 Uhr: Seehofer glaubt an Fans im Stadion im Herbst

Bundesinnenminister Horst Seehofer macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadien zur neuen Saison. «Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann – wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt», sagte der in der Regierung für den Sport zuständige CSU-Politiker dem «Münchner Merkur». Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen den Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können.

12.54 Uhr: Vier Neuinfektionen in Bielefeld

In Bielefeld gibt es nach Angaben der Stadt vier Neuinfektionen nach bestätigten Labortests. Welchen Zusammenhang diese Fälle haben, teilte die Stadt nicht mit.

Somit sind - Stand Dienstag - 542 Bielefelderinnen und Bielefelder bisher positiv auf das Corona-Virus getestet worden.  Zuletzt hatte sich auch ein Kleinkind infiziert, das die Kita am Freibad Dornberg besucht.  Dieser Fall ist in den aktuellen Zahlen bereits beinhaltet.

12.29 Uhr: Annullierung des Abstiegs: Dresden bestätigt DFL-Gespräche

Bereits vor dem Ende der Saison hatte der Verein angekündigt, aufgrund des Abstiegs juristische Schritte prüfen zu wollen.  Dresden sieht eine Wettbewerbsbenachteiligung, da die Mannschaft aufgrund von mehreren Coronavirus-Fällen zunächst in Quarantäne und dann neun Spiele in 28 Tagen absolvieren musste. Welche Erfolgsaussichten Dynamo hat, ist unklar. Die DFL kommentierte den Sachverhalt nicht.

11.44 Uhr: Studie: Jeder fünfte Verbraucher gibt wegen Corona weniger Geld aus

Die Corona-Krise bremst weiterhin die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. Jeder fünfte Bundesbürger gebe beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research in seinem am Dienstag veröffentlichten „Trendmonitor Deutschland“ gestützt auf eine Umfrage unter 1067 Verbrauchern. Vor allem größere Anschaffungen würden zurückgestellt.

Die gesunkene Kauflust hat der Umfrage zufolge mindestens zwei Ursachen. Einerseits hat ein Drittel der Haushalte nach eigener Aussage weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise. Andererseits geben zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen das Shoppen im stationären Einzelhandel aktuell weniger Spaß macht als vor Corona. Die Mehrheit der Verbraucher (59 Prozent) stört dabei insbesondere die Pflicht zum Tragen einer Maske. Rund 45 Prozent sagten, dass sie wegen der Maskenpflicht seltener in Geschäften einkaufen. Nur ein knappes Viertel der befragten Verbraucher gab an, dass sich ihr Einkaufsverhalten nach Wiedereröffnung der Geschäfte bereits wieder weitgehend normalisiert habe. 

Während der stationäre Handel unter der Maskenpflicht leidet, konnte das Online-Shopping profitieren. Aktuell kaufen der Umfrage zufolge fast drei Viertel (72 Prozent) der Verbraucher mindestens einmal pro Monat online ein. Zum Vergleich: Vor der Krise waren es 67 Prozent.Dennoch erwarten die Marktforscher in Zukunft keinen speziellen Krisenbonus für die Online-Händler. Genau wie vor der Krise beabsichtige rund jeder fünfte Verbraucher künftig noch etwas häufiger online einzukaufen statt in klassischen Geschäften, berichteten sie. Dagegen wollen der Umfrage zufolge 18 Prozent der Konsumenten ihre Online-Käufe eher reduzieren - zugunsten des stationären Handels. Vor der Krise sagten das 16 Prozent. Die Mehrheit der Verbraucher will ohnehin einfach an ihren vertrauten Einkaufsroutinen festhalten. 

11.28 Uhr: 50 Strafanzeigen gegen Tönnies - Fleischkonzern legt Aktionsplan vor

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die Ermittlungen gegen vier Geschäftsführer der Tönnies Holding ApS & Co. KG aufgenommen.  Zuvor waren etwa 50 Strafanzeigen gegen das Unternehmen eingegangen. Die Behörde ermittele wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. 

Der Fleischkonzern hat derweil die nächsten Schritte für den angekündigten Wandel konkretisiert.  Montag legte das Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen ein 25 Punkte umfassendes „Sofortprogramm“ vor.  Es enthält Maßnahmen zur erweiterten Pandemieprävention sowie zu Veränderungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Tierhaltung.

11.02 Uhr: Grünes Licht: Istaf in Berlin mit 3500 Fans

Grünes Licht für das  Istaf  und eine tolle Nachricht für Leichtathletik-Fans: Als eine der ersten Großveranstaltungen im Sport kann das Berliner Traditionsmeeting am 13. September definitiv mit Fans über die Bühne gehen.

«Die Athleten lieben die einmalige Istaf-Atmosphäre, und die verdanken wir den Fans. Daher kam für uns auch ein Istaf komplett ohne Zuschauer nicht in Frage. Auch wenn wir nicht alle Wünsche erfüllen können: Ziel war und ist es, so vielen Fans wie möglich einen sicheren Besuch im Stadion zu ermöglichen», sagte Meeting-Direktor Martin Seeber in einer Pressemitteilung am Dienstag.

10.25 Uhr: Trump nimmt Corona-Briefings wieder auf

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen will US-Präsident Donald Trump nach knapp drei Monaten seine Pressekonferenzen in der  Corona-Krise wieder aufnehmen .

Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, soll es bereits heute (17 Uhr Ortszeit/23 Uhr MESZ) so weit sein. «Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings», sagte Trump am Montag. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt. Mit den Pressekonferenzen, die er bis Ende April fast täglich abhielt, handelte sich Trump aber auch Kritik ein. Wegen schlechter Umfragewerte für sein Krisenmanagement bei weiterhin dramatischen Zuwächsen der Infektionszahlen dürfte Trump nun Tatendrang beweisen wollen - was auch an einem Tweet deutlich wurde.

10.20 Uhr: Warten auf den Tag X in der Bali-Therme

Die Bali-Therme in Bad Oeynhausen bleibt vorerst geschlossen. Mit den Corona-Auflagen kann das privat geführte Unternehmen nicht wirtschaftlich arbeiten.  Die Unsicherheit eines möglichen zweiten Lockdowns mache die Situation noch schwieriger. Die Techniker halten das Bad im Standby-Modus, um Kosten zu sparen.  Bei einem Rundgang durch die Therme hat sich das WESTFALEN-BLATT ein aktuelles Bild gemacht.

9.36 Uhr: EU-Einigung treibt Dax über 13.200 Punkte

Der Dax hat seinen Corona-Einbruch dank des Konjunkturoptimismus der Anleger inzwischen fast vollständig überwunden. Am Dienstag stieg der deutsche Leitindex erstmals seit Februar über die Marke von 13.200 Punkten. Gestützt wurde das Börsenbarometer von der Einigung der EU auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte. Kurz nach dem Börsenauftakt gewann der Dax 1,31 Prozent auf 13.218,39 Punkte.

8.10 Uhr: Antikörper bieten vermutlich längerfristig Corona-Immunität

Corona-Patienten haben  einer Studie zufolge  in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann.

Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Menschen gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen beteiligt, darunter Mirko Trilling. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

7.13 Uhr: Steuereinnahmen im Juni um 19 Prozent gesunken

Wegen der Corona-Pandemie sind die Steuereinnahmen des Staates (ohne Gemeindesteuern) im Juni um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen.  Das geht aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor.  «Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise umgesetzten steuerlichen Maßnahmen belasteten weiterhin das Steueraufkommen signifikant», heißt es darin. Unter anderem gehörten zu den Maßnahmen herabgesetzte Vorauszahlungen sowie gewährte Stundungen.

5.41 Uhr: EU-Gipfel: Einigung auf historisches Corona-Paket steht

Mehr als vier Tage stritten die 27 EU-Staaten ums Geld. Mehrfach stand der Brüsseler Sondergipfel vor dem Scheitern. Jetzt ist doch noch der Kompromiss gelungen:  Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt.  

Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Morgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro - davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Montag, 20. Juli

20.49 Uhr: Kleinkind an Kita in Dornberg infiziert

n Bielefeld gibt es den zweiten Fall eines infizierten Kleinkindes an einer Kita. In der vergangenen Woche wurde ein Kind der Kita am Freibad Dornberg positiv getestet. Die Stadt hatte bislang nicht darüber informiert. Nach mittlerweile bestätigten Informationen der Stadt befinden sich 15 Kinder aus der Gruppe sowie deren Kontaktpersonen bereits in Quarantäne. Einige Eltern sollen sich aufgrund dieser Maßnahme uneinsichtig gezeigt haben.

18.15 Uhr: Studie: Britischer Corona-Impfstoff könnte zweifach wirken

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzukurbeln. 

Das Mittel der Universität Oxford und des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Über die Ergebnisse berichteten die Experten in der britischen Medizin-Zeitschrift «The Lancet».

Erste Ergebnisse der Phase-1/2-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft. Die deutliche Immunantwort zeigte sich noch 56 Tage nach der Impfung und könne eventuell durch eine zweite Dosis verlängert werden, heißt es in «The Lancet».

16.18 Uhr: Ein neuer Fall in Delbrück

Die Zahl der aktiven Coronafälle im Kreis Paderborn ist – Stand 20. Juli, 10 Uhr – um einen auf 29 gestiegen. Der neue Fall wird aus Delbrück vermeldet. Die Zahl der als genesen Geltenden ist im Vergleich zum Vortag unverändert:   Insgesamt haben 680 Menschen eine Covid-19-Infektion überstanden.   Der Großteil der aktiven Fälle ist in Paderborn zu verzeichnen (18), weitere in Bad Lippspringe (4), Delbrück (4) und Salzkotten (3). In Altenbeken, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Hövelhof und Lichtenau ist derzeit niemand infiziert. Zurzeit werden drei Personen in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen summiert sich nun auf 743.

15.12 Uhr: 19 Corona-Infizierte auf Obsthof in Swisttal

Auf einem Obsthof in Swisttal bei Bonn haben sich 19 Erntehelfer mit Corona infiziert. Am Donnerstagabend war das Virus bei einer Mitarbeiterin des Betriebs festgestellt worden. Daraufhin seien am Samstag alle 323 Mitarbeiter getestet worden, sagte die Kreisdirektorin des Rhein-Sieg-Kreises, Svenja Udelhoven, am Montag in einer Pressekonferenz. Bei 19 von ihnen sei dieser Test positiv ausgefallen. Sie hätten aber bisher keine Krankheitssymptome. Alle Mitarbeiter stünden nun unter Quarantäne.

Die Erntehelfer stammen den Angaben zufolge überwiegend aus Rumänien, aber auch aus anderen Ländern und zu einem geringen Anteil auch aus Deutschland. Die Unterbringung der Helfer wurde als gut beschrieben, es gebe keine Sammelunterkünfte, vielmehr seien die Arbeiter jeweils zu zweit in Containern untergebracht, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Rainer Meilicke. Die Erdbeeren auf dem Hof können nun erst einmal nicht mehr gepflückt werden.

14.54 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Japan steigt auf über 1000

In Japan ist die Zahl der am Coronavirus Gestorbenen über die Marke von 1000 gestiegen. Wie der staatliche Fernsehsender NHK am Montag berichtete, wurden an dem Tag innerhalb von 24 Stunden 385 Neuinfektionen bestätigt. Mit 168 entfielen mit Abstand die meisten davon erneut auf Tokio. Die Hauptstadt hatte kürzlich wegen eines deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Ausgangssperren sind in Japan jedoch rechtlich nicht möglich, die Menschen sind nur aufgerufen, neben dem Tragen von Masken ausreichend Abstand zu halten und Menschenmengen zu vermeiden.

Japan zähle inzwischen 26.522 Infektionsfälle und 1001 Tote, so NHK. Darunter sind auch 712 Infektionsfälle sowie 13 Todesfälle unter Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch bereiten die Neuinfektionen vor allem in Tokio Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Als eine Problemzone wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho mit vielen kleinen Nachtclubs ausgemacht.

Am Mittwoch startet in Japan eine umstrittene Förderkampagne der Regierung zur Unterstützung der von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Tourismusbranche. Der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe will, dass die Bürger wieder im eigenen Land reisen und Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbergung und Transport sollen bezuschusst werden. Im Vorfeld regte sich Widerstand gegen die «Go To»-Kampagne, da viele befürchten, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte. Tokio wurde aus dem Grund von der Förderkampagne ausgenommen, Reisen von und in die Hauptstadt sollen nicht bezuschusst werden.

14.51 Uhr: Entscheidender Test von chinesischem Corona-Impfstoff in Brasilien

Mit einem Flug aus Frankfurt ist ein wichtiger Corona-Testimpfstoff im brasilianischen São Paulo angekommen: Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten. Die Ankunft bestätigte das brasilianische Fernsehen am frühen Montagmorgen (Ortszeit). Demnach sollte der Impfstoff weiter zum federführenden Forschungszentrum Instituto Butantan in der brasilianischen Metropole gebracht werden.

Fast 9000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor sollen den Impfstoff erhalten. Nach einem Bericht der Zeitung «O Globo» hatten sich für den Test zuletzt in fünf Tagen eine Million Freiwillige gemeldet. In der dritten Testphase (Phase III) wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Der Test von Sinovac ist einer der ersten weltweit und bereits die zweite Phase III-Studie in Brasilien. Ein Corona-Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon getestet.

In dem Staat mit 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus immer noch rasant aus. Brasilien durchbrach vergangene Woche die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen. Täglich melden die Behörden rund 1000 Todesfälle. «Wenn alles gutgeht, werden wir die Impfung in Brasilien vielleicht im ersten Quartal 2021 haben», sagte Ricardo Palacios, Direktor für medizinische Studien des Instituto Butantan, kürzlich in einem Interview.

14.21 Uhr: Tönnies konkretisiert Vorschläge: 1000 Einstellungen bis September

Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies hat konkrete Schritte für Veränderungen im Unternehmen angekündigt: So sollen bis zum 1. September 1000 Werksvertragsangestellte direkt in Rheda-Wiedenbrück einen Vertrag erhalten. Bis Jahresende sei das Ziel, alle «Mitarbeiter der Kernbereiche direkt beim Unternehmen einzustellen»,  hieß es am Montag in einer Mitteilung .

Der Konzern war im Zuge eines massiven Corona-Ausbruchs in seiner Belegschaft in die Kritik geraten. Zudem hatte es eine vierwöchige Zwangspause für das Werk in Rheda-Wiedenbrück gegeben, die vergangene Woche endete.

Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen. Damit würde Tönnies dann eine Forderung der Politik erfüllen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass mit Beginn des Jahres 2021 Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie abgeschafft werden sollen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf für bessere Arbeitsbedingungen vorlegen.

Ebenfalls bis Anfang September will Tönnies rund 400 Wohnplätze in Rheda-Wiedenbrück für die zukünftigen Angestellten anmieten. Dazu seien zwei Wohnungsgesellschaften gegründet worden. Je nach Bedarf soll auch an weiteren Standorten Wohnraum geschaffen werden. Die vorhandene Zeiterfassung werde bis zum 1. August in ein digitales System überführt.

13.04 Uhr: Entwarnung im Kreis Borken: Elf Infizierte auf Gemüsehof

Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im Kreis Borken haben die Behörden Entwarnung gegeben. Die letzten der am vergangenen Donnerstag entnommenen 148 Abstriche waren am Montag ausgewertet und laut Mitteilung des Kreises insgesamt elf positiv. Den Angaben zufolge arbeiten auf dem Hof vorwiegend rumänische Beschäftigte, die auch auf dem Betriebsgelände wohnen.
Der Kreis hatte für die Mitarbeiter Kontaktbeschränkungen erlassen und das Verlassen des Hofes untersagt. Eine erneute Testung der gesamten Belegschaft sei geplant. Nach Aussage von Landrat Kai Zwicker bestand keine Gefährdung der Bevölkerung im Kreis Borken.

12.11 Uhr: Keine Ermittlungen mehr zu Corona-Toten in Würzburger Pflegeheimen

Die Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in zwei Würzburger Seniorenheimen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht auf Personalfehler zurückzuführen. «Konkrete Vorwürfe können weder einzelnen Personen noch der Heimleitung gemacht werden», teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach am Montag mit.

«Teilweise traten durch die Vielzahl der Fälle und einen Mangel an Pflegepersonal Engpässe auf, die jedoch niemandem konkret angelastet werden können.» Es gebe keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten. «Erhebliche Hygienemängel, die den Ausbruch der Erkrankungen begünstigten, wurden nicht festgestellt.» Daher seien über die Vorermittlungen hinaus keine weiteren Ermittlungen nötig.

Als möglicher Anfangsverdacht war fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht gekommen. In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung waren bislang 26 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. In einem anderen Heim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt starben 19 Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus, wie eine Sprecherin des Landratsamtes sagte.

11.41 Uhr: Weniger Heiraten unter Corona-Bedingungen: Minus 38 Prozent im April

Unter den strengen Corona-Schutzauflagen haben im April in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger Paare geheiratet. 38 Prozent weniger Ehen seien im April 2020 im Vergleich zum Monat des Vorjahres geschlossen worden, teilte das Statistische Landesamt am Montag in Düsseldorf mit. Im März, als die Coronavirus-Pandemie sich zunehmend auswirkte, hatten in Nordrhein-Westfalen noch 4060 Paare auf dem Standesamt «Ja» gesagt, das waren etwa 300 weniger als im Durchschnitt fünf Jahre zuvor. Im April gab es dann landesweit 2100 Eheschließungen weniger als im Monatsdurchschnitt der fünf Vorjahre.

In den einzelnen Städten waren die Vorschriften im April nicht einheitlich: In Münster, Düsseldorf und Dortmund durften bei der Zeremonie nur das Paar und der Standesbeamte anwesend sein. In Köln und Aachen waren auch Trauzeugen erlaubt. Seit Mai dürfen landesweit wieder mehr Gäste zur Trauung kommen.

10.50 Uhr: Kostenlose Corona-Tests für Beschäftigte in Schulen und Kindertageseinrichtungen in NRW

Ein  Konzept des Landes NRW  sieht vor, dass sich alle Beschäftigten an den öffentlichen und privaten Schulen sowie in der Kindertagesbetreuung im Zeitraum vom 3. August bis zum 9. Oktober 2020 alle 14 Tage freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

9.43 Uhr: Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Regelverschärfung in der vergangenen Woche in einem TV-Interview persönlich angekündigt. In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet. Behörden in Frankreich warnten bereits vor einem Anstieg der Corona-Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. Frankreich ist von der Corona-Krise mit mehr als 30.000 Toten hart getroffen geworden.

9.35 Uhr: Pharmariese GlaxoSmithKline steigt beim Impfstoffforscher Curevac ein

Der deutsche Biotech-Anbieter Curevac erhält im Zuge einer strategischen Kooperation vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline eine Millionensumme. Gemeinsam soll an mRNA-Technologie und Antikörpern gegen Infektionskrankheiten geforscht werden, wie die beiden Unternehmen am Montag in London und Tübingen mitteilten. Curevacs bestehende klinische Entwicklungsprogramme zu mRNA-Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus sowie gegen Tollwut seien aber nicht Teil der Kooperation.

GlaxoSmithKline beteilige sich mit umgerechnet 150 Millionen Euro an Curevac, was einem knapp zehnprozentigen Anteil am Tübinger Biotech-Unternehmen entspreche, hieß es. Außerdem erhalte Curevac eine Vorauszahlung von 120 Millionen Euro. Ziel der Kooperation seien bis zu fünf mRNA-basierte Impfstoffe und monoklonale Antikörper gegen Infektionskrankheiten. Curevac winken mögliche Meilensteinzahlungen von insgesamt bis zu 700 Millionen Euro sowie gestaffelte Lizenzgebühren für mögliche Produktverkäufe.

Im Juni war bereits der Bund bei Curevac eingestiegen, um im globalen Rennen um einen Corona-Impfstoff eine mögliche Übernahme aus dem Ausland zu verhindern. GlaxoSmithKline arbeitet wiederum mit Sanofi an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus.

9.17 Uhr: Pakistan impft erstmals seit Coronakrise wieder gegen Polio

Nach Monaten der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie hat in Pakistan erstmals wieder eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung begonnen. Innerhalb von drei Tagen sollen rund 800.000 Kinder unter fünf Jahren in Teilen Pakistans gegen Polio geimpft werden, wie ein Vertreter der Initiative am Montag mitteilte. Etwa 32.000 Mitarbeiter impfen dafür in fünf ausgewählten Bezirken.

Impfkampagnen gegen Polio wurden in dem südasiatischen Land im April wegen der Pandemie ausgesetzt. Schätzungen zufolge fehlte rund 40 Millionen Kindern somit die wichtige Schutzimpfung gegen die Erkrankung, die das zentrale Nervensystem befallen und in Einzelfällen zu dauerhaften Lähmungen führen kann. In diesem Jahr wurden in Pakistan bisher 59 Fälle mit Polio bestätigt.

Pakistan startete 1994 ein Programm zur Bekämpfung der Kinderlähmung. Die Krankheit ist in den allermeisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan weltweit das einzige Land, in dem es im vergangenem und in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp des Poliovirus gegeben hat. Immer wieder werden Impfkampagnen in Pakistan von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet.

9.07 Uhr: Israels Krankenschwestern treten in den Streik

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde. Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die «Times of Israel» schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwärtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik. Die Wirtschaft des Landes leidet erheblich unter den Folgen der Krise, die Arbeitslosigkeit liegt bei 21 Prozent. Finanzielle Hilfsmaßnahmen der Regierung wurden als unzureichend kritisiert.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 50.035 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 409 Infizierte sind gestorben.

8.33 Uhr: Kreis Vechta ermittelt weitere Kontaktpersonen von Schlachthof-Mitarbeitern

Der niedersächsische Landkreis Vechta will nach dem Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern eines Schlachthofes in Lohne weitere Kontaktpersonen ermitteln. Zwar sei ein Großteil des in Frage kommenden Personenkreises bereits kontaktiert und unter Quarantäne gestellt worden, dennoch sollte am Montag noch nach weiteren mögliche Kontaktpersonen aus dem persönlichen Umfeld der Mitarbeiter gesucht werden, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Die Schlachthof-Mitarbeiter haben sich nach Angaben des Landkreises überwiegend im privaten Bereich mit dem Virus Sars-Cov-2 angesteckt. Der Schlachthofbetrieb geht daher weiter.

Unter den Mitarbeitern des zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörenden Hähnchenschlachthofs Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne haben sich mindestens 66 Menschen mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. 35 von ihnen wohnen im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine Person im Landkreis Cloppenburg und in Delmenhorst.

Insgesamt sind im Landkreis Vechta aktuell 67 Menschen mit dem Virus infiziert, für die mit weiteren 90 engen Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet wurde. Derzeit befinden sich nach Angaben des Landkreises damit 157 Personen in Quarantäne. Zwei Erkrankte werden stationär behandelt. Mitte der Woche solle es neue Reihentestungen unter den Schlachthofmitarbeitern geben, sagte der Sprecher.

7.24 Uhr: DFB-Präsident Fritz Keller will Stadionbesuche mit Massentests ermöglichen

Der Deutsche Fußball-Bund will mithilfe von massenhaften Präventivtests schon beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zulassen. 

«Es muss einen Weg geben, über Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen», sagte DFB-Präsident Fritz Keller der «Badischen Zeitung». Der Verband arbeite mit Experten und Wissenschaftlern aus vielen Bereichen an einem System, das Stadionbesuche wieder ermöglichen soll. Mögliche Kritik an einer Sonderrolle des Fußballs wies Keller zurück. «Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen», sagte der DFB-Chef.

7.02 Uhr: Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten «BNT 162» geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. «Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiednen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können», sagte Biontech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin nach der Mitteilung.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

6.19 Uhr: Verbände sehen Corona-Hilfen für Selbstständige kritisch

Die Überbrückungshilfen des Bundes für Selbstständige in der Corona-Krise sind Verbänden zufolge nur bedingt hilfreich. Sie seien «extrem bürokratisch» und durch die Nicht-Anerkennung von Lebenshaltungskosten realitätsfern.

Schon die Soforthilfe des Bundes habe vielen Soloselbstständigen nicht ausreichend geholfen, weil nur bestimmte Kosten bezuschusst wurden - wie etwa die Büromiete, kritisiert Andreas Lutz, Sprecher des Verbands der Gründer und Selbstständigen, weiter.

5.27 Uhr: 249 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.823 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 20.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9086 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 187.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, bei 1,22 (Vortag: 1,34). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.00 Uhr: WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. «Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien»,  sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur . «Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden.» Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

«Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen», betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: «Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr.»

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas Gedächtniszellen.

3.00 Uhr: Tag 3: Tönnies setzt Probebetrieb in der Zerlegung am Montag fort

Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies setzt am Montag seinen Probebetrieb in der Zerlegung fort. Dazu verarbeiten unter Aufsicht der Behörden nur Arbeiter einer Schicht bis zu maximal 10.000 Schweine, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sollte dies unter Einhaltung eines neuen Hygienekonzepts erfolgreich sein, will Tönnies eine zweite Schicht einsetzen. Der Konzern musste für den Infektionsschutz Trennwände aus Plexiglas zwischen die Arbeitsplätze bauen und eine neue Filtertechnik für die gekühlte Umluft installieren.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr. An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

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