In der Stichwahl werden in Ostwestfalen-Lippe zwei Landräte und 25 Bürgermeister bestimmt
Wer macht am Sonntag das Rennen?

Bielefeld (WB/dpa). Zwei Wochen nach den Kommunalwahlen in NRW stehen bei den Stichwahlen am Sonntag auch in Ostwestfalen-Lippe wichtige Entscheidungen an. Gesucht werden neue Landräte für die Kreise Minden-Lübbecke und Lippe, der Oberbürgermeister im Oberzen­trum Bielefeld sowie die Bürgermeister in den Städten Höxter, Gütersloh, Halle, Werther und Bad Oeynhausen sowie in vielen Gemeinden. Insgesamt sind noch 25 Bürgermeisterstühle in OWL besetzen.

Freitag, 25.09.2020, 16:01 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 07:24 Uhr
Symbolbild. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Symbolbild. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Bielefeld

In Bielefeld treten Amtsinhaber Pit Clausen (SPD) und Ralf Nettelstroth (CDU) gegeneinander an. Clausen war im ersten Wahlgang auf 39,63 Prozent gekommen, Nettelstroth auf 29,32 Prozent. Trotz des großen Unterschieds rechnen Beobachter mit einem spannenden Zweikampf. Vor allem die Themen Verkehr, Wohnen und öffentliche Sicherheit polarisieren. 65.000 Bielefelder haben bisher Briefwahl beantragt. Das ist ein Viertel der Wahlberechtigten.

Stadt Gütersloh

Amtsinhaber Henning Schulz (CDU) tritt in der Stichwahl gegen Norbert Morkes (Bürger für Gütersloh) an. Schulz büßte gegenüber der Wahl 2014 im ersten Wahldurchgang neun Prozentpunkte ein und landete bei 36,1. Morkes kam auf 25,1 Prozent. Spannend dürfte werden, für welchen der beiden Kandidaten sich die Wähler entscheiden, die am 13. September Gitte Trostmann gewählt hatten. Die Bürgermeisterkandidatin der Grünen hatte unter den fünf angetretenen Kandidaten 21,3 Prozent der Stimmen für sich verbuchen können.

Weitere Entscheidungen im Kreis Gütersloh:

- Bürgermeister Halle:

Doppelinterview mit Edda Sommer (SPD) und Thomas Tappe (CDU)

- Bürgermeister Werther:

Doppelinterview mit Veith Lemmen (SPD) und Johannes Decius (UWG)

- Bürgermeister Steinhagen:

Doppelinterview mit Sarah Süß (SPD) und Hans-Heino Bante-Ortega (CDU)

- Bürgermeister Harsewinkel:

Amtsinhaberin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) gegen Pamela Westmeyer (CDU)

- Bürgermeister Herzebrock-Clarholz

Stadt Höxter

Zwei Herausforderer des Amtsinhabers Alexander Fischer gehen in die Stichwahl. Der Noch-Bürgermeister war am 13. September im Feld der sechs Kandidaten mit 14,5 Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz gelandet. Bundeswehroffizier Daniel Razat (39) gegen den Finanzbeamten Daniel Hartmann (43) heißt nun das Duell. Der von der CDU unterstützte Razat und der von der SPD geförderte Hartmann wollen die „Marke Höxter“ nach vorne bringen. Wichtige Projekte und Themen sind die Landesgartenschau 2023, der Medien-Entwicklungsplan, die Digitalisierung, die Wirtschaftsförderung und eine Verbesserung des Stadtmarketings.

Weitere Entscheidungen im Kreis Höxter:

- Bürgermeister Nieheim:

Johannes Schlütz (unabhängig) und Amtsinhaber Rainer Vidal

- Bürgermeister Marienmünster:

Kai Schöttler (CDU) und Josef Suermann (unabhängig) geben Einblick in ihre Pläne

Kreis Lippe

Der bisherige Lipper Landrat Axel Lehmann (SPD) geht als Favorit in die Stichwahl. Im ersten Durchgang hatte Lehmann bei insgesamt fünf Bewerbern immerhin einen Vorsprung von knapp acht Prozentpunkten auf CDU-Mann Jens Gnisa. Doch das muss nichts heißen. Denn bei der vorherigen Landratswahl im Jahr 2014 hatte es Lehmann als damaliger Herausforderer auch über die Stichwahl ins Amt geschafft. Und zwar auch als vermeintlicher Außenseiter, denn damals hatte Amtsinhaber Friedel Heuwinkel (CDU) den ersten Wahlgang noch knapp gewonnen, aber ebenfalls die absolute Mehrheit verpasst.

Weitere Entscheidungen im Kreis Lippe:

- Bürgermeister Extertal

- Bürgermeister Augustdorf

- Bürgermeister Dörentrup

- Bürgermeister Blomberg

- Bürgermeister Schlangen:

Interview mit Marcus Püster (CDU) und Bodo Kibgies (parteilos)

- Bürgermeister Horn-Bad Meinberg

Kreis Minden-Lübbecke

Mit 15 Prozentpunkten überraschend groß ist im Kreis Minden-Lübbecke der Vorsprung von CDU-Landratskandidatin Anna Bölling (46,3 Prozent) auf ihren Mitbewerber von der SPD, Ingo Ellerkamp (31,5 Prozent). Sollte die Mindenerin die Stichwahl gewinnen, hätte sie in der seit 1984 fast durchgängig „rot“ wählenden SPD-Hochburg (Ausnahmen gelangen Wilhelm Krömer, der von 1999 bis 2007 als Landrat amtierte, und Steffen Kampeter, der bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 den Wahlkreis zwei Mal direkt gewinnen konnte) einen bemerkenswerten Wechsel erreicht.

Vor der Stichwahl beziehen die beiden Landratskandidaten hier Stellung.

Weitere Entscheidungen im Kreis Minden-Lübbecke:

- Bürgermeister Hille

- Bürgermeister Porta Westfalica

- Bürgermeister Hüllhorst:

Interview mit Amtsinhaber Bernd Rührup (SPD) - 42,2 Prozent im ersten Wahlgang

Interview mit Michael Kasche (CDU) - 48,1 Prozent im ersten Wahlgang

- Bürgermeister Bad Oeynhausen:

Interview mit Lars Bökenkröger (CDU) und Achim Wilmsmeier (SPD/BBO/UW/Linke)

Kreis Herford

- Bürgermeister Enger:

Thomas Meyer (SPD) und Philip Kleineberg (CDU) im Interview

- Bürgermeister Hiddenhausen:

SPD-Bürgermeisterkandidat Andreas Hüffmann hofft bei der Stichwahl auf die Mehrheit

CDU-Bürgermeisterkandidat Ulrich Hempelmann erhält Unterstützung der Grünen

- Bürgermeister Rödinghausen:

SPD-Kandidat Siegfried Lux spricht über seine Ideen

CDU unterstützt Sven Eric Adam (parteilos)

- Bürgermeister Bünde:

CDU-Kandidat Martin Schuster stellt im Interview seine Visionen für Bünde vor

Wenn Susanne Rutenkröger (SPD) Bürgermeisterin wird, will sie Bündes City aufwerten

Kreis Paderborn

-Bürgermeister Lichtenau:

Ute Dülfer (parteilos) und Josef Eich (CDU) im Interview - mit Video

NRW-Großstädte

Im bundesweiten Fokus stehen die bisher SPD-regierte Landeshauptstadt Düsseldorf und die SPD-Hochburg Dortmund . Beider­orts haben die CDU-Herausforderer gute Chancen, zu gewinnen. In Dortmund – der von SPD-Politiker Herbert Wehner (1906-1990) einst als „Herzkammer der Sozialdemokratie“ betitelten Ruhrgebietsmetropole – haben die Grünen eine Wahlempfehlung für den CDU-Kandidaten Andreas Hollstein ausgesprochen.

Hollstein, zuvor Bürgermeister im sauerländischen Altena, tritt gegen den städtischen SPD-Wirtschaftsförderer Thomas Westphal an. Westphal war im ersten Wahlgang auf 35,8 Prozent gekommen, Hollstein auf 25,8 Prozent. Seit Jahrzehnten stellt die SPD in Dortmund den Oberbürgermeister. Eine Niederlage würde die Sozialdemokraten empfindlich treffen.

Für Düsseldorf hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das Ziel vorgegeben, den OB-Sessel für die Christdemokraten zurückzuerobern. Der seit 2014 amtierende SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel muss um seine Wiederwahl bangen. In der ersten Runde hatte CDU-Kandidat Stephan Keller, derzeit Stadtdirektor in Köln und zuvor Verkehrs- und Ordnungsdezernent in Düsseldorf, mit 34,2 Prozent die Nase vorn. Geisel kam auf 26,3 Prozent.

In Aachen , Bonn , Wuppertal und Münster haben Grünen-Kandidaten Chancen, erstmals für die Öko-Partei Oberbürgermeister-Posten in Nordrhein-Westfalen zu erringen. Auch in Köln sind die Grünen in zentraler Rolle: Sie unterstützen hier die parteilose Amtsinhaberin Henriette Reker, die überraschend in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Andreas Kossiski muss.

NRW-weit kommt es in knapp 130 Kommunen zu Stichwahlen, weil in der ersten Wahlrunde keiner der Bewerber auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen erringen konnte. Dass es Stichwahlen gibt, hatte erst der Verfassungsgerichtshof in Münster ermöglicht. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte die Stichwahlen für Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gesetzlich abgeschafft, aber das oberste Gericht kassierte das Gesetz nach einer Klage der Opposition.

Den ersten Wahlgang am 13. September hatte die CDU klar gewonnen. Die Christdemokraten erreichten bei den Wahlen zu Stadträten, Gemeindevertretern und Kreistagen 34,3 Prozent der Stimmen – 3,2 Prozentpunkte weniger als 2014. Die SPD verlor rund 7 Punkte, blieb aber mit 24,3 Prozent zweitstärkste Kraft. Sowohl für die CDU als auch für die SPD waren es die historisch schlechtesten Ergebnisse bei Kommunalwahlen in NRW.

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