Was gilt jetzt in Nordrhein-Westfalen?
Verwirrende Corona-Regeln

Bielefeld (WB/dpa). Mit steigenden Infektionswerten in zahlreichen Städten und Kreisen in NRW ist auch die Zahl der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung gewachsen. Angesichts unterschiedlicher Auflagen in einzelnen Kommunen und innerhalb der Bundesländer wurde Kritik an teils unabgestimmten Regelungen und einem unübersichtlichen Flickenteppich laut. 

Montag, 12.10.2020, 21:02 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 10:04 Uhr
Symbolbild Foto: Bernhard Pierel
Symbolbild Foto: Bernhard Pierel

Warum darf ein Kölner nicht nach Mainz reisen, ein Mainzer aber Urlaub in Köln machen?

Beide Städte sind Risikogebiete. Nicht nur NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) findet den Zustand absurd und will das zum Thema der Ministerpräsidenten- Runde am Mittwoch machen. Hintergrund: Die Bundesländer können im Kampf gegen die Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen entscheiden. Eine Mehrheit der Bundesländer hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen – es sei denn, sie können einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen. In Rheinland-Pfalz gilt das ab diesem Dienstag. NRW ist diesen Schritt aber nicht gegangen. Hier darf noch jeder einreisen.

Wer bezahlt den Test?

Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe müssen Reisende aus inländischen Risikogebieten den Nachweis derzeit noch aus eigener Tasche zahlen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte angekündigt, dass diese Tests kostenfrei sein sollen. Noch nicht geklärt ist aber nach Angaben einer KV-Sprecherin, wann diese Regelung in Kraft treten wird.

Ist ein Ergebnis binnen 48 Stunden zu gewährleisten?

Ob Reisewillige aus Ü- 50-Regionen, die in die gerade begonnenen Herbstferien starten wollen, bei dem aktuellen Ansturm auf die Testzentren noch rechtzeitig an ihr Ergebnis gelangen, ist unklar. „Das kommt auf die Auslastung des jeweiligen Labors an. Im Nor- Verwirrende Corona-Regeln Was gilt jetzt in Nordrhein-Westfalen? malfall liegt das Ergebnis innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor“, sagt Vanessa Pudlo von der KV. Es könne aber Verzögerungen geben. Wird das Ergebnis später als 48 Stunden nach dem Test auf den Hotel-Tresen am Zielort gelegt, war’s das streng genommen schon mit dem Urlaub.

Gilt die Corona-Testpflicht auch für Pendler?

Wenn jemand jobbedingt von Köln nach Mainz pendelt, muss er keinen Negativ- Test vorlegen. Der Kölner Pendler darf sich also in Mainz im Büro oder Betrieb aufhalten, mit dem Bus fahren, zu Mittag essen oder einkaufen. Aber Urlaub machen darf er nicht. ►

 Und Grenzpendler?

Für die gilt laut NRW-Corona-Schutzverordnung, dass sie sich einmalig beim örtlichen Gesundheitsamt melden müssen, wie die Städteregion Aachen betonte, die an Belgien und an die Niederlande grenzt. Das gelte etwa für Menschen, die häufig „zwingend notwendig und unaufschiebbar die Grenze zum Arbeiten, für den Besuch der Schule, der Universität oder aus medizinischen Gründen überqueren“ müssten.

Was ist mit privaten Feiern?

Um einen Flickenteppich zu verhindern, will Laschet hier – wie auch in anderen Bereichen – möglichst landeseinheitliche Regeln als Vorgabe. Bald sollen etwa Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage außer Haus nur noch mit maximal 50 Personen erlaubt sein. Der genaue Start-Zeitpunkt dafür wurde aber noch nicht mitgeteilt. In Kommunen, die den kritischen Ü-50-Wert überschreiten, dürfen im öffentlichen Raum schon jetzt nur noch maximal 25 Gäste mitfeiern.

Schüler ziehen sich warm an

„Für die kalten Monate werden jetzt Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, der „Bild“. Der Philologenverband vertritt die Gymnasiallehrer. Schüler und Lehrer sollten sich schichtweise anziehen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, betonte, begeistert sei niemand, aber es werde wohl kein Weg daran vorbeiführen, wenn man alle 20 Minuten bei Minusgraden lüften müsse. Die Kultusministerkonferenz der Länder hatte sich dafür ausgesprochen, Klassenräume im 20- Minuten-Takt für drei bis fünf Minuten stoßzulüften und in den Pausen zusätzlich die Türen zu öffnen.

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