Laut „Welt“-Auswertung: Asylzuwanderer besonders oft tatverdächtig
Statistik über Mord und Totschlag

Berlin (WB). Brisante Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS): Bei jeder achten schweren Körperverletzung seit 2015 sind Asylzuwanderer tatverdächtig. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ und beruft sich dabei auf eine Sonderauswertung der PKS durch das Bundeskriminalamt (BKA).

Montag, 19.10.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 20:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Im Bereich schwere oder gefährliche Körperverletzung wurden von Anfang 2015 bis Ende 2019 insgesamt 715.134 Tatverdächtige ermittelt. Unter ihnen waren 95.282 Asylzuwanderer – das entspricht einem Anteil von 13,3 Prozent.

Bei Mord und Totschlag, der schwersten Delikt-Kategorie, lag der Anteil der Asylzuwanderer an den ermittelten Tatverdächtigen noch höher, nämlich bei 14,9 Prozent (2050 von insgesamt 13.775 Tatverdächtigen). Daraus sei laut „Welt am Sonntag“ zu schließen, dass Asylzuwanderer bei schweren Gewalttaten überrepräsentiert sind, da sie nur etwa ein Fünfzigstel der Gesamtbevölkerung repräsentieren.

Allerdings gelte bei der Statistik zu bedenken, dass sie nur die ermittelten Strafverdächtigen zählt und nicht die verurteilten Täter. Außerdem zählt sie nicht-erfasste Zuwanderer nicht mit ein; diese spielten mit 2525 Tatverdächtigen jedoch auch keine so große Rolle. Und nur zu etwas mehr als jeder zweiten registrierten Straftat können überhaupt Tatverdächtige ermittelt werden.

Eine mögliche Erklärung, die die Zeitung liefert: Junge Männer seien häufiger Täter, und Asylzuwanderer seien häufiger junge Männer. Jeder dritte Tatverdächtige in Deutschland sei zwischen 18 und 29. Unter den Asyl-Erstantragstellern 2015 bis 2018, so die „Welt am Sonntag“, waren 36 Prozent in diesem Alter – unter der deutschen Bevölkerung sind es nur 13 Prozent. Allerdings erkläre auch das die Überrepräsentanz bei Gewaltdelikten nur teilweise. Denn diese Überrepräsentanz lasse sich auch dann feststellen, wenn man ausschließlich junge Männer mit und ohne deutschen Pass miteinander vergleicht. Als Interpretation führt die „Welt am Sonntag“ an, dass soziale und kulturelle Faktoren noch bedeutsamer schienen.

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