Landesregierung will 25 Millionen Euro zur Verfügung stellen - Laschet für erneute bundesweite Kontaktbeschränkungen
1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW

Düsseldorf (dpa/WB). Bei den Kommunen in Nordrhein-Westfalen sollen mit Hilfe des Landes 1000 zusätzliche Arbeitsstellen entstehen, um die Kontakte von Corona-Patienten nachverfolgen zu können. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich für erneute Kontaktbeschränkungen wie im Frühjahr aus: „Die Lage ist sehr, sehr ernst.“

Dienstag, 27.10.2020, 17:17 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 18:04 Uhr
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Landesregierung habe am Dienstag beschlossen, dafür 25 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld könnten in den Kommunen sechs Monate lang 800 neue Stellen geschaffen werden, teilte die Landesregierung mit. Außerdem sollten mindestens 200 Landesbedienstete für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen in den Gesundheitsämtern abgestellt werden.

„Wir müssen gewaltige Anstrengungen unternehmen, um das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie deutlich zu verlangsamen“, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Die Kontaktpersonennachverfolgung ist unentbehrlich, um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen und Infektionsketten zu unterbrechen.“ Zuletzt hatten die Behörden wegen der stark steigenden Zahl neuer Fälle in immer mehr Städten Probleme, alle Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu benachrichtigen.

Laschet für erneute bundesweite Kontaktbeschränkungen

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich am Dienstagnachmittag für erneute bundesweite Kontaktbeschränkungen wie im Frühjahr aus. Diesen Vorschlag wolle er am Mittwoch in die Ministerpräsidentenkonferenz einbringen. „Die bisher geltenden Maßnahmen reichen nicht aus, den Trend zu stoppen.“

Der November sei der Monat der Entscheidung, wie Deutschland weiter durch die Pandemie komme. Deutschland sei in einer Phase, in der „wir eine effektive Corona-Bremse brauchen, nicht halbherzig, sondern konsequent mit einer klaren zeitlichen Begrenzung“. Der größtmögliche Gesundheitsschutz müsse ohne einen zweiten Lockdown sichergestellt werden.

Die weit überwiegende Zahl der Infektionen entstehe bei privaten Kontakten, sagte Laschet. Die Menschen sollten am besten jetzt schon alle Veranstaltungen mit vielen Kontakten absagen, die sie für den November planten. Nur so könnten die Menschen im Land in eine „entspanntere Advents- und Weihnachtszeit“ gehen.

Diesmal müssten aber zum Beispiel die Menschen in den Altenheimen durch Schnelltests und FFP-2-Masken besser geschützt werden. Es müssten auch mehr elektronische Meldewege für Testergebnisse eingerichtet werden.

Schulen und Kitas sollten geöffnet bleiben, sagte Laschet.

Laumann: Zuletzt 6,6 Prozent der Tests in NRW positiv

In Nordrhein-Westfalen fallen unterdessen immer mehr Corona-Tests positiv aus. In der vergangenen Woche seien von den 325.000 gemachten Tests 6,6 Prozent positiv gewesen - bislang habe diese Quote immer bei etwa 2,5 Prozent gelegen, sagte Gesundheitsminister Laumann. Das zeige: „Das Virus ist breiter in der Bevölkerung vorhanden“, sagte er.

Derzeit verdoppele sich die Zahl der Infizierten alle acht bis neun Tage. Jeder Corona-Patient in Nordrhein-Westfalen stecke 1,5 weitere Menschen an. „Das macht mir besonders Sorgen“, betonte Laumann. Ohne weitere Einschränkungen könnte das Gesundheitssystem im Land zum Jahresende an seine Grenzen stoßen.

 

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