Wissenschaftler aus Münster geben Tipps zum Aufbereiten von Masken für private Anwendungen
Wie oft kann ich meine FFP2-Masken tragen?

Münster -

Großabnehmer wie Krankenhäuser bekommen FFP2-Masken im Moment für weniger als 90 Cent. Wer privat eine solche Maske kauft, muss meistens ein Vielfaches davon bezahlen, sofern er nicht in China bestellt.

Freitag, 15.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 03:44 Uhr
Gesundheitsminister Jens Spahn trägt eine FFP2-Maske. Forscher aus Münster haben jetzt herausgefunden, wie man das Wegwerf-Produkt länger nutzen kann.
Gesundheitsminister Jens Spahn trägt eine FFP2-Maske. Forscher aus Münster haben jetzt herausgefunden, wie man das Wegwerf-Produkt länger nutzen kann.

Bei mehreren Familienmitgliedern kommt da ganz schön was zusammen, zumal die Masken eigentlich als Einmal-Produkte gedacht sind, die abends weggeworfen werden sollen.

Wissenschaftler der Uni Münster und der dortigen Fachhochschule haben deshalb untersucht, wie FFP2-Masken bei privater Nutzung aufbereitet werden können, um sie möglichst lange zu nutzen. Die Forschung wurde vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte gefördert. Zwei Methoden haben sich als praktikabel erwiesen: Das Erhitzen im Backofen und das Trocknen. Aber: Beide Methoden haben ihre Tücken.

Im Backofen

Die Tests haben gezeigt: Corona-Viren sind ab 80 Grad nach einer Stunde sicher inaktiviert. Andere Erreger aus Nase und Mund des Trägers können dann aber noch auf der Maske sein. Deshalb sollte sie nur von ihrem ursprünglichen Träger benutzt werden.

Die Forscher fanden heraus: Manche Masken leiden schon ab 90 Grad, andere ab 105 Grad. Die Filterleistung kann dann deutlich eingeschränkt sein. Es sollten deshalb nicht mehr als 80 Grad sein, wobei man sich nicht immer auf die Ofen-Anzeige verlassen kann. Denn bei ihren Test maßen die Forscher bei eingestellten 80 Grad Temperaturen zwischen 60 und mehr als 100 Grad. Sie empfehlen darum, ein Bratenthermometer mit in den Ofen zu legen.

Die Masken sollten auf einem Rost mit Backpapier in den vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze) geschoben werden. Über und unter den Masken sollen etwa zehn Zentimeter Platz sein. Nach einer Stunde sollen die Masken auf dem Rost außerhalb des Ofens abkühlen. Umluft wird nicht empfohlen, weil nicht erforscht wurde, ob die Luft die Viren verteilt. Der Stromverbrauch dürfte einschließlich Vorheizens unter einer Kilowattstunde (30 Cent) liegen.

An der Luft, aber drinnen

Prof. Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uniklinik Münster: „Die Untersuchungen ergaben, dass Corona-Viren auf dem porösen Masken-Material beim Trocknen an der Luft erst nach sieben Tagen deutlich an Infektiosität verlieren. Deshalb raten wir, Masken nicht an aufeinanderfolgenden Tagen zu nutzen.“ Wie aber trocknet man Masken am besten? Sie sollten nach Auskunft der Forscher nicht an einer Heizung getrocknet werden, weil 30 bis 40 Grad für Bakterien und Schimmelpilze beste Voraussetzungen bieten. Die Masken sollten wegen der Luftfeuchtigkeit auch nicht in Küche noch Bad aufgehängt werden, sondern in einem anderen Raum der Wohnung. Bei dieser Methode braucht jedes Familienmitglied mindestens sieben Masken – und den Platz, sie irgendwo hinzuhängen. Nach fünf Zyklen (oder bei Beschädigungen) sollten die Masken weggeworfen werden, raten die Wissenschaftler. Sie haben auch andere Methoden untersucht, von denen sie aber abraten:

Mikrowelle

Sie erzeugt je nach Feuchtigkeit unterschiedliche, unkontrollierte Temperaturen im Material. Die Methode wird nicht empfohlen – auch, weil Materialschäden auftreten können.

UV-Lampe

UV-Licht inaktiviert die Corona-Viren, aber nur bei direkter Lichteinstrahlung. Viren, die sich im Maskenvlies befinden, werden damit nicht erreicht.

Waschmaschine

In Wasch- und Spülmaschinen können mechanische Belastung und Waschmittel die Filterleistung des Vlieses verschlechtern.

„FFP2-Masken mit Ausatemventil sind übrigens für die Ofen-Methode ungeeignet“, sagt Martin Kreyenschmidt, Leiter des Instituts für Konstruktions- und Funktionsmaterialien an der FH. Der Kunststoff verforme sich. Diese Masken schützen auch nur den Träger.

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