Andrea Tandler soll als Lobbyistin soll Einfluss auf Spahn genommen haben
Zu teure Masken gekauft?

Berlin (WB) -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ministerium sollen im Frühjahr Atemschutz-Masken zu horrenden Preisen bei einer Schweizer Firma eingekauft haben.

Samstag, 16.01.2021, 02:51 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 03:01 Uhr
FFP2-Maske
FFP2-Maske Foto: imago /photothek

Nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ soll es um ein Volumen von rund 350 Millionen Euro gehen. Spahn soll sich persönlich in die Beschaffung der Masken eingemischt haben und stand offenbar in Kontakt mit der Lobbyistin des Lieferanten, Andrea Tandler, Tochter des früheren bayerischen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler.

Das Ministerium soll daraufhin FFP2-Masken eingekauft haben, unter anderem im April für rund 5,40 Euro pro Stück, während die Weltmarktpreise schon deutlich tiefer lagen.

Bereits Anfang März war Emix, die Schweizer Firma, auch mit den Gesundheitsministerien von Bayern und NRW ins Geschäft gekommen – ebenfalls zu hohen Preisen von bis zu 9,90 Euro pro Maske. Auch in diesen Fällen verhandelte Tandler mit den Ministerien.

In der Schweiz steht Emix seit Monaten in der Kritik, weil sie auch der Armeeapotheke Masken zu sehr hohen Preisen verkauft hatte. Zwei Jungunternehmer, die hinter Emix stehen, hatten sich danach Luxuswagen zugelegt.

Im Gegensatz zu den Bestellungen aus Bayern und NRW tauchten die Bundesaufträge hinterher nicht in der EU-Datenbank TED für öffentliche Aufträge auf. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte auf Anfrage eine Geschäftsbeziehung zur Emix, ließ aber weitere Fragen unbeantwortet. Bayern und NRW begründeten die Käufe bei Emix mit der schwierigen Versorgungslage im Frühjahr. Emix und Tandler beriefen sich auf Anfrage auf Geheimhaltungsklauseln in den Verträgen; daher dürften sie dazu nichts sagen.

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