Am Wochenende müssen sich Menschen in NRW auf Glatteis einstellen
Meteorologen warnen vor starkem Schneefall und Glätte

Essen (dpa/WB) -

Die Menschen in NRW müssen sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von Samstagabend bis Sonntagabend auf Glatteis in weiten Teilen des Landes einstellen – und auf eine seltene Wetter-Gesamtlage in ganz Deutschland.

Freitag, 05.02.2021, 13:38 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 17:02 Uhr
Für das Wochenende sagen Meteorologen auch für NRW Glatteis-Unwetter und Schneefälle voraus.
Für das Wochenende sagen Meteorologen auch für NRW Glatteis-Unwetter und Schneefälle voraus. Foto: Armin Weigel/dpa

Dem Norden drohen dabei in den kommenden Tagen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, dazu „enorme Schneeverwehungen“ durch den Sturm. Besonders betroffen ist den Angaben zufolge ab Samstagabend die Region vom Emsland und dem Münsterland bis hin zum Harz. Im Ruhrgebiet, dem Siegerland, in Mittelhessen und Oberfranken hingegen gibt es von Sonntagnachmittag bis Montag gefrierenden Regen, der eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht zur Folge haben könnte. Der DWD rechnet mit „erheblichen Verkehrsbehinderungen“ durch den unwetterartigen Eisregen und Schäden an der Natur durch Eisbruch.

In NRW werden im Zeitraum von 18 Uhr am Samstag bis 18 Uhr am Sonntag langanhaltende und teils kräftige Niederschläge aus dem Süden erwartet. «Diese gehen zunehmend von Schneefall in gefrierenden Regen über.» Bis Sonntagabend müsse verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden. «Es kann zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr kommen.» Welche Regionen genau betroffen sein werden, ist noch unsicher. Entsprechende Warnungen will der DWD am Samstag und Sonntag bekanntgeben.

Erst Anfang der Woche hatte es in Ostwestfalen-Lippe zahlreiche Unfälle wegen Blitzeis und Schneeglätte gegeben .

Mit Schneestürmen und Dauerfrost im Norden auf der einen und frühlingshaftem Föhn und 20 Grad im Süden auf der anderen Seite steht Deutschland ein Wochenende der Wetter-Extreme bevor. Meteorologen sprechen schon vorher von einem „denkwürdigen Ereignis mit Seltenheitswert“ und ziehen Vergleiche zum Winter 1978/79. Zwischen Nord- und Süddeutschland erwarten Experten ein Temperaturgefälle von rund 20 Grad. „So etwas kommt nicht alle Tage vor“, sagte ein Meteorologe des DWD am Freitag in Offenbach.

Ursache für das seltene Wetterphänomen ist zum einen das über Gibraltar liegende Tiefdruckgebiet „Tristan“, das einen kräftigen Schwall feucht-milder Luft in den Süden strömen lässt. Vom Nordmeer bis ins östliche Mitteleuropa herrscht hingegen hoher Luftdruck. Dadurch fließt extrem kalte Luft aus der Polarregion direkt in den Norden Deutschlands. Diese bringt dem Nordosten und Norden in der Nacht zum Dienstag Temperaturen bis minus 15 Grad.

Wegen vorhergesagter starker Schneefälle am Wochenende hat das Brandenburger Innenministerium den Bürgern empfohlen, möglichst zu Hause zu bleiben. „Schneefall, der gebietsweise auch kräftiger ausfallen kann, soll von mäßigem bis strengem Frost begleitet werden“, sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister am Freitag auf Anfrage. Daher sei zum Ende des Wochenendes und Anfang der kommenden Woche vor allem mit Glätte zu rechnen. „Um Unfälle zu vermeiden, ist es daher empfehlenswert, auf nicht notwendige Fahrten und Gänge zu verzichten und möglichst zu Hause zu bleiben“, so Burmeister.

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