Glatteisgefahr bleibt
Zitterpartie vorbei: Tauwetter sorgt für Ende der Kältewelle

Deutschland taut auf: Ein Atlantiktief bringt den ersten Hauch von Frühling. Mit der weißen Winterpracht ist es damit vorbei. Für Autofahrer besteht stellenweise aber weiter Glättegefahr.

Dienstag, 16.02.2021, 19:05 Uhr
Autos parken - wie hier in Halle - zwischen Schneehaufen. Das einsetzende Tauwetter hält auch bis zum Ende der Woche an.
Autos parken - wie hier in Halle - zwischen Schneehaufen. Das einsetzende Tauwetter hält auch bis zum Ende der Woche an. Foto: Jan Woitas

Offenbach/Berlin (dpa) - Nach der arktischen Kälte wird es in den kommenden Tagen fast schon frühlingshaft: Ein Atlantiktief sorgt in Deutschland für deutlich milderes Wetter.

Am Mittwoch erreichen die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) 5 Grad im Nordosten und 13 Grad entlang des Rheins. Am Donnerstag bleiben die Werte ähnlich.

In der Nacht zum Mittwoch sollte von Westen her Regen aufziehen, im Südosten sowie in den Mittelgebirgen herrschte erneut Glatteisgefahr. Am Mittwoch gibt es anfangs an den Alpen und von der Ostsee bis nach Niederbayern zeitweise Regen. Am Nachmittag ist es meist trocken und südlich der Donau teils auch länger sonnig.

Kurz vor dem Ende der Kältewelle in Deutschland gab es noch einmal zahlreiche wetterbedingte Verkehrsunfälle. «Es knallt heute ordentlich», sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd in Brandenburg am Dienstagvormittag. Im Kreis Oberhavel wurde ein Polizist bei einem Autounfall auf der A10 schwer verletzt: Er hatte nach einem glättebedingten Lkw-Unfall Absperrungen entfernt und wurde dabei von einem Wagen erfasst.

In Nordrhein-Westfalen hat eine sich von einem Lastwagen lösende Eisplatte die Windschutzscheibe eines anderen Fahrers in Hattingen durchschlagen und ihn schwer verletzt. In Niedersachsen musste die Autobahn 7 zwischen Göttingen und dem Rasthof Göttingen gesperrt werden - die Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz, wie die Polizei mitteilte. Auf der B71 zwischen Hemslingen und Brockel im Landkreis Rotenburg kam ein 54-jähriger Autofahrer ums Leben. Auf der A27 überschlug sich ein Auto bei Cuxhaven.

Auch im Bahn- und Nahverkehr gab es Einschränkungen. Am Montagabend wurde vorübergehend sogar der Hamburger Hauptbahnhof gesperrt. In Kiel und Magdeburg mussten die Verkehrsgesellschaften den Verkehr zeitweise einstellen, nachdem Eisregen die Straßen spiegelglatt gemacht hatte. In Hannover hat die Kälte zu einem Ausfall der Straßenbahnen geführt, da sich Betonplatten und Einfassungen entlang der Gleise hochgedrückt hatten, wie ein Sprecher der Verkehrsbetriebe Üstra am Dienstag sagte.

In Schwerin sind am Dienstagmorgen fast 3500 Haushalte und Kleingewerbe für kurze Zeit ohne Strom gewesen. Auch Ampeln fielen aus, wie eine Sprecherin der Stadtwerke sagte. Durch Umschaltungen sei der überwiegende Teil der Kunden nach rund einer Stunde wieder am Netz gewesen. Bei manchen habe es etwas länger gedauert.

Extrem gefährlich bleibt das Betreten von Eisflächen: Einige Stunden nachdem er beim Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen Weiher in Baden-Württemberg eingebrochen war, starb ein 29 Jahre alter Mann im Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte. Er war am Montagnachmittag auf dem Weiher bei Ravensburg rund 50 Meter vom Ufer entfernt Schlittschuhlaufen, als das Eis unter ihm nachgab. Ein 60 Jahre alter Mann wollte dem jungen Mann helfen und brach dabei selbst ein. Passanten zogen den verunglückten Helfer ans Ufer. Der 29-Jährige wurde erst von einem Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Wasser geholt und dann in ein Krankenhaus gebracht.

Bleibt dir Frage: Kommt mit dem Tauwetter jetzt wieder das Hochwasser? In Niedersachsen wird die Gefahr in den nächsten Tagen noch als eher gering eingestuft. Die Wasserstände würden zwar steigen, schätzte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Es werde aber nicht regnen, so dass die Lage nicht sehr kritisch werden dürfte. Auch in Sachsen-Anhalt ist die Lage an den Flüssen laut Experten noch relativ ruhig. Es herrsche nach viel Schnee und Frost eher eine Situation des Umbruchs. «Wir rechnen im Moment nicht mit größeren Problemen», sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft am Dienstag.

© dpa-infocom, dpa:210216-99-456484/9

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