Allein im Januar in NRW 370 Millionen Euro weniger Einnahmen
Kliniken tief im Minus

Düsseldorf (WB) -

Immer mehr Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen geraten infolge der Corona-Pandemie in eine existenzbedrohende Situation, weil sie die anhaltend hohen Erlöseinbußen nicht mehr auffangen können. Das hat die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) am Montag mitgeteilt.

Montag, 22.02.2021, 22:38 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 23:19 Uhr
Die Einschränkungen für Corona stellen viele Kliniken vor Herausforderungen. Das Foto zeigt das St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten
Die Einschränkungen für Corona stellen viele Kliniken vor Herausforderungen. Das Foto zeigt das St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten

Danach hätten die etwa 345 Häuser allein im Januar ein Einnahmedefizit von rund 370 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das entspricht in etwa ei­nem Rückgang von 20 Prozent.

Die Erlöse sind so drastisch gesunken, weil die Häuser Ressourcen für Corona-Patienten vorhalten müssen, Routineeingriffe vielfach verschoben werden und offensichtlich auch weniger Patienten mit leichteren Beschwerden die Kliniken aus Angst vor einer möglichen Infektion ansteuern. Mitte Februar hatten bereits Kliniken aus OWL in einem gemeinsamen Brandbrief auf die finanzielle Schieflage hingewiesen.

An diesem Mittwoch will der Expertenbeirat im Bundesgesundheitsministerium über weitere Corona-Hilfen für Krankenhäuser beraten. Laut Referentenentwurf soll die Hilfe zunächst bis zum 11. April verlängert werden. Aktuell bekommen Kliniken nur dann noch Bundesmittel, wenn in ihrem Kreis die Inzidenz über der Marke 70 liegt. Das verschärft aus Sicht der KGNW die Notlage, „da die Absicherung nur noch einer immer kleiner werdenden Zahl von Krankenhäusern hilft“, kritisiert KGNW-Präsident Jochen Brink. Aktuell liegt die Inzidenz in NRW nur noch in 16 der 53 Kreise und kreisfreien Städte über 70. Seine Forderung: Die Häuser brauchen „schnell eine verlässliche Zusage für einen echten Rettungsschirm für das gesamte Jahr“, sagte Brink.

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