Versicherungsverband warnt vor Unwetterschäden
Jedes zehnte Haus in NRW gefährdet

Düsseldorf/Bielefeld (dpa) -

Fast jedes zehnte Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen ist aufgrund seiner Lage bei Starkregen in erheblicher Gefahr. Das geht aus einer Gefährdungsabschätzung hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag vorstellte. Bielefeld ist in der Gefährdungs-Übersicht auf Platz 14 aufgeführt.

Montag, 19.04.2021, 19:17 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 23:02 Uhr
16. März 2019: Überflutungen in der Innenstadt von Altena, nachdem die Lenne über die Ufer getreten ist.
16. März 2019: Überflutungen in der Innenstadt von Altena, nachdem die Lenne über die Ufer getreten ist. Foto: Markus Klümper/dpa

Rund neun Prozent der Wohngebäude in NRW wurden demnach in die höchste Starkregengefährdungsklasse (SGK) eingeordnet, weil sie in einem Tal oder in der Nähe eines kleinen Gewässers liegen. Im Kreis Olpe ist der Anteil der Gebäude mit rund 30 Prozent in der höchsten Gefährdungsklasse SGK 3 am größten – in Leverkusen mit 3 Prozent am niedrigsten.

Es gibt drei Gefährdungsklassen

„Neben der Intensität des Regens hat die Lage eines Gebäudes einen entscheidenden Einfluss auf das Ausmaß von Starkregenschäden“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dies werde nun mit den vom GDV entwickelten Starkregengefährdungsklassen (SGK) berücksichtigt.

Abhängig von seiner Lage wird dabei jedes Gebäude einer von drei Gefährdungsklassen zugeordnet. Die Ermittlung der drei Starkregengefährdungsklassen ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts Starkregen, das der GDV gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Ingenieurbüro IAWG durchgeführt hat.

Deutschlandweit liegen sogar knapp 12 Prozent aller Adressen in der höchsten Gefährdungsklasse SGK 3, etwa 66 Prozent in der SGK 2 und annähernd 23 Prozent in der SGK 1. In NRW haben Olpe, Siegen-Wittgenstein und der Oberbergische Krise den höchsten Anteil hoch gefährdeter Häuser. Doch auch in Wuppertal ist jedes siebte Haus betroffen. In Leverkusen, Dortmund, Oberhausen, Duisburg und Gelsenkirchen ist der Anteil der Gebäude in der höchsten Risikoklasse am niedrigsten. Bielefeld liegt unter 50 ausgewerteten Großstädten auf Platz 14 mit 7,4 Prozent Gebäuden in der höchsten Gefährdungsstufe.

Lage in Bachnähe erhöht Risiko

In der SGK 1 (geringere Gefährdung) sind alle Gebäude, die auf einer Kuppe oder am oberen Bereich eines Hangs liegen. In der SGK 2 (mittlere Gefährdung) finden sich die Gebäude, die in der Ebene oder im unteren/mittleren Bereich eines Hangs, aber nicht in der Nähe eines Baches liegen. Und in der SGK 3 (hohe Gefährdung) werden alle Gebäude zusammengefasst, die im Tal oder in der Nähe eines Bachs liegen. „Eine geringere Gefährdung bedeutet jedoch nicht, dass hier kein Starkregenrisiko besteht. Unsere Statistiken zeigen: Starkregen kann überall, auch weit ab von Gewässern oder in Tallagen, zu Überschwemmungen führen und immense Schäden anrichten“, sagte Asmussen.

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