Mi., 19.12.2018

80 Finke-Mitarbeiter in Paderborn haben bereits gekündigt Konkurrenz an Fläche interessiert

Der Finke-Standort in Paderborn ist in der Hand von Höffner. Offenbar gibt es aber Interesse von Mitbewerber XXXLutz, der auch zu den Möbel­giganten gehört.

Der Finke-Standort in Paderborn ist in der Hand von Höffner. Offenbar gibt es aber Interesse von Mitbewerber XXXLutz, der auch zu den Möbel­giganten gehört. Foto: Besim Mazhiqi

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Zeichnet sich in Paderborn ein Wettstreit der Möbelgiganten XXX­Lutz und Höffner ab? Nach Informationen dieser Zeitung interessiert sich Lutz für den Finke-Standort. Eine offizielle Bestätigung gab es bisher nicht. Wie berichtet, hat Höffner die Schließung und den Finke-Abriss für Mitte 2019 geplant.

Lutz mit Sitz in Österreich sowie Höffner, die zur Berliner Krieger-Gruppe gehören, liefern sich an mehreren Standorten in Deutschland einen Wettstreit um die attraktivsten Flächen. Offenbar hat Lutz, der ursprünglich als potenzieller Käufer von Finke gehandelt wurde, das Interesse an Paderborn nicht verloren. Lutz wolle dem Eigentümer der Fläche ein Kaufangebot machen, heißt es.

Seit Bekanntwerden der Abrisspläne in Paderborn haben immer mehr Mitarbeiter des ehemaligen Paderborner Möbelhauses die Kündigung eingereicht. Das hat der Betriebsrat bestätigt. Ein Viertel der ehemals 320 Beschäftigten werden Ende Februar bereits gegangen sein. Die Schließung ist für den 30. Juni vorgesehen.

Abteilungen stark ausgedünnt

Wie es mit den Mitarbeitern weitergehen soll, die bis zum bitteren Ende bleiben, darüber wird im Sozialplan verhandelt. »Wir sind in einer heißen Phase«, sagte ein Sprecher des Betriebsrats auf Anfrage. Man habe einen Wirtschaftsexperten beauftragt, die Bücher zu prüfen und viele Fragen zu stellen. Ob es neben möglichen Abfindungen auch eine Transfergesellschaft geben wird, in der langjährige Mitarbeiter für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden, sei noch nicht beschlossen. Das bestätigte auch der Chef der Paderborner Arbeitsagentur, Rüdiger Matisz. Anfang bis Mitte Januar sei mit Ergebnissen zu rechnen.

»Die personelle Situation ist sehr angespannt«, sagte ein Betriebsrat. Manche Abteilungen des Finke-Hauses seien wegen der Kündigungen stark ausgedünnt – und auch wegen des hohen Krankenstandes. »20 bis 25 Prozent der Mitarbeiter sind kurz- oder langfristig krank geschrieben«, berichtete ein Sprecher. Bei der Hausmontage habe man die Verluste durch den Einsatz von Leiharbeitern ausgleichen können. Im Verkauf und im Lager fehlten Hände.

Grundgehalt und erhöhte Wochenarbeitszeit

Derweil schauen die Mitarbeiter aus Paderborn auch auf die Finke-Häuser in Kassel, Hamm und Münster. Dort seien die Verhandlungen zum Abschluss gebracht worden. »Der Zukunftsplan sieht einen Interessensausgleich, einen Sozialplan, die Anpassung der Arbeitsverträge sowie die organisatorische Umstellung am Standort Hamm vor«, hieß es in einer Pressemitteilung.

Nach Auskunft des Betriebsrats vor Ort müssten die Beschäftigten erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Bislang seien im Verkauf Löhne von bis zu 2400 Euro gezahlt worden. Künftig gebe es nur noch ein Grundgehalt von 1700 Euro. Die Wochenarbeitszeit werde auf 48 Stunden erhöht.

Ein Höffner-Pressesprecher verwies darauf, dass die Finke-Häuser in Hamm, Münster und Kassel zukunftssicher gemacht würden. Die Umsätze seien zu niedrig, die Kosten zu hoch. Im Verkauf werde es von Mitte 2019 an darum gehen, die Mitarbeiter leistungsbezogen zu bezahlen, was für die Branche üblich sei. Es sollen Anreize für Umsätze geschaffen werden. Wer gut verkaufe, könne künftig mehr verdienen als bisher bei Finke.

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