Mi., 09.01.2019

Geschirrspülerwerk in Bielefeld betroffen – Werk in Tschechien wird erweitert – neue Fabrik in Polen Miele baut 180 Jobs ab

Miele-Standort in Bielefeld.

Miele-Standort in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld/Gütersloh (WB/ef). Beim Hausgerätehersteller Miele könnten in der Bielefelder Geschirrspülerfertigung bis 2021 etwa 180 Stellen wegfallen. Das bestätigte Dienstag Miele-Sprecher Carsten Prudent.

Grund sei die neue Arbeitsteilung zwischen den Werken in Bielefeld und Unicov in Tschechien. Prudent: »Ziel ist, dies durch Renteneintritte, sonstige natürliche Fluktuation, interne Versetzungen, Auslaufen von Zeitverträgen und Reduzierung von Leiharbeit zu erreichen.«

Im Geschäftsjahr 2017/18 hat Miele rund 865.000 Geschirrspüler verkauft – drei Prozent mehr als im Jahr davor. Auch für die nächsten Jahre erwartet Miele hier »stetes Wachstum bei Umsatz und Stückzahlen.«

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Im Bielefelder Werk werden aktuell gut 50 Prozent der Geschirrspüler gefertigt. Durch den Ausbau der Kapazitäten in Uničov werde dieser Anteil bis zum Geschäftsjahr 2020/21 auf 40 Prozent sinken. Dabei werde es aber keine Deckelung der Stückzahlen in Bielefeld geben, betonte Prudent.

Durch die stärkere Einbeziehung des Werkes Uničov gewinne Miele aber zugleich zusätzlichen Spielraum bei den Kosten. »Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Produklte und Arbeitsplätze beider Standorte.« 2018 war bekannt geworden, dass Miele Einsparungen von jährlich 100 Millionen Euro anstrebt.

Acht Prozent weniger Staubsauger verkauft

Weniger gut als bei den Geschirrspülern lief es bei Miele bei den Staubsaugern. Die im Geschäftsjahr 2017/18 verkauften 2,4 Millionen Stück bedeuteten einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um knapp acht Prozent. Zu erklären sei dieser Rückgang vor allem mit einer deutlichen Marktverschiebung von den klassischen Bodenstaubsaugern zu dem wachstumsstarken neuen Segment der Akku-Handsticks.

Miele kündigte inzwischen an, künftig ebenfalls ein Akku-Staubsauger auf den Markt zu bringen, »das bei Leistung und Komfort ganz vorne mitspielt.« Nähere Details, etwa zu Produktionsstart und Markteinführung, werden derzeit jedoch noch nicht kommuniziert.

1900 Beschäftigte in Bielefeld

Übergangsweise mussten aber in der Bielefelder Staubsauger-Produktion »rechnerisch« 86 Stellen abgebaut werden. Erreicht wurde dies durch interne »Ausleihe« an das Segment Geschirrspüler und Verringerung von Leiharbeit. Miele zufolge dürfte die Talsohle hier durchschritten sein. »2019 werden aufgrund der wieder steigenden Stückzahlen Stellen aufgebaut.« Insgesamt arbeiten im Miele-Werk Bielefeld derzeit etwa 1900 Beschäftigte.

Auch das Werk Gütersloh bereite sich auf eine Arbeitsteilung mit dem neuen Miele-Standort Ksawerów in Polen vor, der ab 2020 seine Produktion hochfährt. Ab 2025 sollen pro Jahr mindestens 1,1 Millionen Waschmaschinen produziert werden – je zur Hälfte in Gütersloh und Ksawerów. Aus Sorge um die Zukunft drängten Gewerkschaft und Betriebsrat derweil für Bielefeld und Gütersloh auf Standortsicherungsverträge. Erste Gespräche laufen. Miele betonte, der Begriff sei missverständlich. Denn keines der deutschen Werke stehe in Frage.

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