Sa., 16.02.2019

Mögliche Übernahme Osram-Betriebsrat fordert Sicherheit für Mitarbeiter

Zum Auftakt seines Geschäftsjahres war Osram unter dem Strich mit 81 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht.

Zum Auftakt seines Geschäftsjahres war Osram unter dem Strich mit 81 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Foto: Paul Zinken

Von dpa

Steigen beim kriselnden Lichtkonzern bald Finanzinvestoren ein? Osram hat entsprechende Gespräche bestätigt. Betriebsrat und Gewerkschaft sind voller Sorge.

München (dpa) - Angesichts einer möglichen Übernahme des Lichtkonzerns Osram durch Finanzinvestoren haben der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall auf eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze gepocht.

«Jeden Investor werden wir daran messen, wie er das Unternehmen mit seinen Beschäftigten nachhaltig weiterentwickeln will», heißt es in einem Flugblatt. Man werde «jeder Strategie, die auf kurzfristige Gewinnmaximierung setzt, eine klare Absage erteilen.» Der Vorstand müsse die Interessen der Beschäftigten bei allen strategischen Belangen mit in den Vordergrund stellen.

Kurz vor seiner Hauptversammlung am kommenden Dienstag in München hatte Osram diese Woche mitgeteilt, «vertiefte Gespräche» mit zwei Finanzinvestoren über ein Übernahmeangebot zu führen. Bei den Interessenten handele es sich um die Beteiligungsfirmen Bain Capital und Carlyle Group, die «einen gemeinsamen Erwerb von bis zu 100 Prozent» der Osram-Aktien erwägten. Es sei aber noch nicht abzusehen, ob es zu einer Investition der beiden Unternehmen komme, hieß es.

Eine Übernahme des kriselnden Konzerns war zuvor lange Gegenstand von Spekulationen gewesen. Konzernchef Olaf Berlien hatte in der Vergangenheit immer wieder angedeutet, dass der Einstieg eines Großaktionärs durchaus willkommen sei. Vor allem Gegenwind für die Automobilindustrie macht dem Konzern zu schaffen. Und seit Siemens als ehemalige Konzernmutter seine verbleibenden Anteile verkauft hat, fehlt Osram ein echter Großaktionär als Stabilitätsanker.

Zum Auftakt seines Geschäftsjahres war der Münchner Konzern unter dem Strich mit 81 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Alle drei Geschäftsbereiche verzeichneten im ersten Quartal des Geschäftsjahres heftige Einbußen. Das Ergebnis bei optischen Halbleitern brach um rund 43 Prozent auf zuletzt 58 Millionen ein. Ähnlich hoch lagen die Ergebnisverluste in der Sparte Automotive. Der Umsatz des Gesamtkonzerns fiel um 14,6 Prozent auf 350 Millionen Euro.

Im Januar hatte Osram deshalb angekündigt, am Standort Regensburg Hunderte Stellen streichen zu wollen. Damit macht der Konzern einen Großteil der Ausbaumaßnahmen der vergangenen Jahre wieder rückgängig. Allein in Regensburg waren innerhalb von drei Jahren 800 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. Nun sollen 300 Stammbeschäftigte und rund 200 Zeitarbeiter den Standort wieder verlassen.

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