Sa., 23.02.2019

Umsatz des Verler Unternehmens klettert 2018 um 102 Millionen Euro auf 1,23 Milliarden Euro Küchenhersteller Nobilia wächst so stark wie nie zuvor

Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018 (von links): die Geschäftsführer Frank Kramer und Lars Bopf, Gesellschafter Werner Stickling, Geschäftsführer Oliver Streit und Michael Klein, hier in einer Nobilia-Küche im Ausstellungszentrum Verl.

Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018 (von links): die Geschäftsführer Frank Kramer und Lars Bopf, Gesellschafter Werner Stickling, Geschäftsführer Oliver Streit und Michael Klein, hier in einer Nobilia-Küche im Ausstellungszentrum Verl. Foto: Carsten Borgmeier

Von Paul Edgar Fels

Verl (WB). Zufriedene Gesichter beim Nobilia-Topmanagement: Europas größter Küchenhersteller mit Sitz in Verl hat 2018 erneut seinen Umsatz gesteigert. Lars Bopf, der Vorsitzende der Geschäftsführung, sprach am Freitag vom »größten absoluten Wachstum in der Unternehmensgeschichte«.

Die inzwischen knapp 3600 Mitarbeiter (281 mehr als Ende 2017) erhielten neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld eine Sonderzahlung von 1700 Euro brutto. Die Prämie ließ sich Nobilia sechs Millionen Euro kosten. Auch für 2019 ist der deutsche Küchenprimus »vorsichtig zuversichtlich.«

2018 kletterte der Umsatz um 9,1 Prozent oder 102 Millionen Euro auf 1,228 Milliarden Euro. »Nobilia hat seine herausragende Stellung als Marktführer bestätigen können«, sagte Bopf. Der Manager wie darauf hin, dass Nobilia damit besser abschneide als die Küchenmöbelbranche mit einem Plus von 6,3 Prozent.

Insgesamt hat Nobilia im vergangenen Jahr 727.000 Küchen verkauft. Damit verließen die beiden Werke in Verl pro Tag 3300 Küchen in alle Welt. Zum Teil gab es 2018 lange Lieferzeiten von bis zu zwölf Woche. Das hatte mit der Insolvenz von Alno zu tun. Aufträge wurden innerhalb der Branche auf andere Hersteller umverteilt.

Angaben zum Gewinn macht Nobilia traditionell nicht. Inhaber Werner Stickling bezeichnete ihn am Freitag als »auskömmlich« – eine bisher bereits oft genutzte Formulierung.

Während Nobilia in Deutschland Küchen im Wert von 642 Millionen Euro verkaufte (ein Plus von sechs Prozent) stieg der Exportumsatz sogar um zwölf Prozent auf 585,5 Millionen Euro. Die Exportquote betrage 47,7 Prozent. »Die deutsche Einbauküche genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf«, sagte Bopf. Nobilia hat Handelspartner in 90 Ländern. Sogar nach Saudi-Arabien gehen Nobilia-Küchen – hier für insgesamt etwa sechs Millionen Euro.

Jede dritte verkaufte Küche in Europa aus Verl

Im Ausland zählt nach wie vor vor allem Frankreich zu den wichtigsten Kunden der Ostwestfalen, gefolgt von Belgien, Österreich und den Niederlanden. Den bevorstehenden Brexit nimmt die Geschäftsleitung »relativ gelassen«, wie Geschäftsführer Oliver Streit erklärte, auch wenn er sich persönlich sehr über das Verhalten der Briten ärgere. Mit höheren Zöllen und längeren Wartezeiten an der Grenze sei zu rechnen. Allerdings: Der Anteil am Auslandsumsatz von Nobilia liegt in Großbritannien bei gerade einmal drei Prozent.

Angesicht der bereits gut ausgelasteten beiden Werke am Stammsitz in Verl hat Nobilia vor einem Jahr die Weichen für eine dritte Produktionsstätte gelegt. Ein Grundstück in Saarlouis in unmittelbarer Nähe zur französischen Grenze wurde gekauft. »Noch in diesem Jahr wird es den ersten Spatenstich geben«, kündigte Bopf an. »Wir warten noch auf die Baugenehmigung.« Angaben zur geplanten Investitionshöhe machte er auch auf Nachfrage nicht. Es dürfte sich aber um eine dreistellige Millionensumme handeln.

Nobilia ist nicht nur größter Küchenhersteller in Deutschland, sondern auch in Europa. In Deutschland kommt jede dritte verkaufte Küche aus Verl. Im Preissegment zwischen 5000 und 10.000 Euro ist es sogar jede zweite. Verbraucher geben im Schnitt 7106 Euro für eine Küche aus, inklusive Elektrogeräte. Kunden von Nobilia greifen noch etwas tiefer in die Tasche: Sie zahlen im Schnitt 7559 Euro. Das sind 2000 Euro mehr als noch im Jahr 2010.

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