Mi., 27.03.2019

Bilanz 2018: So entwickelten sich die unterschiedlichen Bereiche des Konzerns Die Bertelsmann-Sparten

Vorstandschef Thomas Rabe am Dienstag in Berlin.

Vorstandschef Thomas Rabe am Dienstag in Berlin. Foto: dpa

Gütersloh (WB). Gestützt durch einen ungewöhnlichen Verkaufserfolg auf dem Buchmarkt hat der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann 2018 den höchsten Umsatz seit 2007 verbucht. Das Unternehmen aus Gütersloh verzeichnete im vergangenen Jahr eine Steigerung um 2,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Thomas Rabe am Dienstag in Berlin mitteilte.

RTL Group

Mit 6,5 Milliarden Euro hat die börsennotierte RTL Group von den acht Sparten den größten Anteil am Bertelsmann-Konzernumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Plus von 2,1 Prozent. Das Betriebsergebnis (Operating Ebitda) ging dagegen um 5,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Allerdings fehlten in diesem Jahr die Einnahmen aus Veräußerungserlösen, die 2017 dem Gewinn zugute gekommen waren. Dynamisch gewachsen sind Thomas Rabe zufolge das Digitalgeschäft, die Produktionstochter Fremantle und RTL Niederlande. Ende 2018 ging der Video-on-demand-Dienst »RTL now« an den Start. In ihm sollen verstärkt Exklusivinhalte und Online-First-Formate angeboten werden.

Penguin Random House

Die Buchsparte Penguin Random House hatte 2018 besonders unter negativen Währungskurseffekten zu leiden. Trotzdem stieg der Umsatz um 1,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich von 521 auf 528 Millionen. 69 Buchtitel der Verlagsgruppe schafften im vergangenen Jahr den Sprung auf Platz eins der Bestsellerliste der New York Times. Darunter war Ende 2018 natürlich auch Michelle Obamas »Becoming«. Auf der Spiegel-Bestsellerliste belegten im vergangenen Jahr 20 Titel des Verlags den Spitzenplatz eins.

Gruner + Jahr

Die Verlagstochter Gruner + Jahr konzentriert sich auf die Märkte in Deutschland und Frankreich. Daher war ein Umsatzverlust von 1,5 auf 1,4 Milliarden Euro Rabe zufolge eingeplant. Das Geschäft des Hamburger Verlagshauses (Stern, Brigitte, Geo, Hygge) mit digitalen Inhalten machte 27 Prozent des Umsatzes aus – zwei Prozentpunkte mehr als 2017.

Bertelsmann Investments

Seit 2012 hat die Investmenttochter des Konzerns 800 Millionen Euro in Digitalunternehmen investiert. 400 Millionen flossen durch Verkäufe von Beteiligungen im gleichen Jahr zurück. 2018 haben die Bertelsmann-Fonds einen Gewinn (Ebit) von 96 Millionen Euro erwirtschaft – nach 141 Millionen im Jahr davor. Zugleich wurden Neu- und Folgeinvestitionen getätigt.

Arvato

Eine sehr positive Bilanz zog der Bertelsmann-Vorstandschef für die Entwicklung von Arvato. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. »Wir haben uns auf wachsende Geschäfte konzentriert und können uns vor Aufträgen kaum retten«, erklärte Rabe. Das gilt in besonderer Weise für den Bereich Logistik. Weltweit verfügt das Unternehmen inzwischen über eine Logistikfläche von insgesamt 1,7 Millionen Quadratmetern. Ebenfalls positiv entwickelten sich Arvato Financial Solutions und der IT-Dienstleister Arvato Systems. Die frühere Arvato CRM ist seit 4. Januar Teil der neuen Firma Majorel – zusammen mit den Callcentern der marokkanischen Saham-Gruppe.

Bertelsmann Printing Group

Die Drucksparte gehört seit längerem zu den Geschäftsbereichen, die nicht wachsen. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz um 2,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis (Ebitda) war mit 85 Millionen Euro aber noch positiv. Überkapazitäten existieren vor allem beim Tiefdruck, also bei der Produktion von Katalogen oder Zeitschriften. Von Standort-Schließungen in Deutschland sprach Rabe zwar nicht. »Die Frage der Kapazitäten muss aber gestellt werden«, sagte er. Besser entwickelten sich die Offset-Druckereien, zu denen auch Mohn Media gehört. Das Unternehmen beschäftigt in Gütersloh 2500 Mitarbeiter.

Bertelsmann Education Group

Mit einem Plus von 36,4 Prozent auf 258 Millionen Euro entwickelte sich der Geschäftsbereich Bildung 2018 deutlich nach vorne. Das Betriebsergebnis stieg von 3 auf 37 Millionen. Ein starkes Standbein sind Weiterbildungsangebote im Gesundheitsbereich.

BMG

Vor zehn Jahren kehrte Bertelsmann mit der Neugründung des Musikverlags BMG in die Musiksparte zurück. Heute stehen zahlreiche Künstler wie Kylie Minogue, Lil Dicky, Lenny Kravitz, Adel Tawil, Keith Richards, Mick Jagger und Yusuf (Cat Stevens) unter Vertrag. Neu hinzugekommen ist der frühere Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr. Der Umsatz von BMG erhöhte sich 2018 um 7,5 Prozent auf 545 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stieg überproportional um 17,3 Prozent auf 122 Millionen.

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