Mi., 19.06.2019

Investoren legen verbindliche Kaufofferten vor – Familie verkauft Aktien Mehrere Angebote für Gerry Weber

Beim hoch verschuldeten Haller Modekonzern Gerry Weber rückt die Entscheidung über die Zukunft näher.

Beim hoch verschuldeten Haller Modekonzern Gerry Weber rückt die Entscheidung über die Zukunft näher. Foto: dpa

Von Oliver Horst

Halle (WB). Beim hoch verschuldeten Haller Modekonzern Gerry Weber rückt die Entscheidung über die Zukunft näher: Wie ein Firmensprecher am Dienstag dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage bestätigte, liegen inzwischen mehrere verbindliche Angebote von Investoren vor, die beim insolventen Unternehmen einsteigen wollen. Möglichst noch bis Monatsende soll der Gläubigerausschuss entscheiden, wer den Zuschlag erhält.

Die Zahl der Bieter hat sich nach Informationen dieser Zeitung von zuvor bis zu acht auf maximal fünf reduziert. Die Kaufofferten werden in den nächsten Tagen vom Konzernvorstand und dem Generalbevollmächtigten Dr. Christian Gerloff sowie Sachwalter Stefan Meyer (Lübbecke) geprüft. Anschließend könnte es nochmals Gespräche mit den Investoren geben, bevor dem zehnköpfigen Gläubigerausschuss die verschiedenen Angebote zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die Tochter Hallhuber soll, wie geplant, in Kürze mehrheitlich an den Finanzinvestor Robus verkauft werden. Hier laufen noch Verhandlungen über eine langfristige Finanzierung der Münchner Modefirma.

Derweil hat die Familie um Konzerngründer Gerhard Weber (78) weitere Aktien verkauft. Die Gerhard Weber UG & Co. KG hat Pflichtmitteilungen zufolge zwischen dem 11. und 14. Juni insgesamt rund 432.000 Aktien abgestoßen und dafür gut 146.000 Euro erlöst. Das Aktienpaket entspricht knapp einem Prozent aller Anteile am Konzern.

Damit haben die Gründerfamilien Weber und Hardieck seit dem Insolvenzantrag im Januar inzwischen rund zwei Millionen Aktien verkauft und dafür knapp eine Million Euro erhalten. Vor fünf Jahren war das Paket noch fast 75 Millionen Euro wert. Die Familie Weber hält noch knapp 30 Prozent am Konzern, die Familie Hardieck rund 17 Prozent. Ihre Anteile drohen – wie die aller Aktionäre – im Zuge der Zukunftslösung wertlos zu werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6704526?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F