Mi., 26.06.2019

Paul Gauselmann nicht mehr Vorstandschef des Branchenverbandes VDAI Rückzug nach 38 Jahren

Paul Gauselmann am Eingang zum Schloss Benkhausen.

Paul Gauselmann am Eingang zum Schloss Benkhausen. Foto: Kai Wessels

Von Bernhard Hertlein

Berlin/Espelkamp (WB). Nach 38 Jahren ist Paul Gauselmann (84) nicht mehr Vorsitzender des Verbandes der deutschen Automatenindustrie. Seine Aufgabe übernimmt ein dreiköpfiges Führungsteam, dem neben Daniel Henzgen (Löwen Entertainment) und Lars Rogge (Bally Wulff) auch Manfred Stoffers, Manager der Espelkamper Gauselmann AG, angehört.

Trio als Verbandsspitze

Möglich wurde dies bei der Jahresversammlung in Berlin durch eine Satzungsänderung. Weitere Vorstandsmitglieder sind Uwe Christiansen (Löwen Entertainment), Christian Trenner (wh-Münzprüfer) und Schatzmeister Theo Kiesewetter. Christiansen kommentierte den Verzicht des bisherigen Branchenspechers: »Paul Gauselmann ist immer für eine Überraschung gut – dafür allerhöchsten Respekt. Unter seiner Branchenführung haben sich deren Umsätze verzwanzigfacht. Wir sind zu größtem Dank verpflichtet.« Die Branche beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter.

Stoffers über seinen Chef

Der gelernte Fernmelderevisor Paul Gauselmann hat 1957 den Grundstein für den heute größten Anbieter von gewerblichen Spielen gelegt. Seit 53 Jahren betreibt er zudem mit Leib und Seele Verbandsarbeit, seit 1981 als Vorsitzender. Manfred Stoffers sagte, noch tags zuvor sei eine Verbandsspitze ohne den Chef nicht vorstellbar gewesen. Er unterstrich, dass man als Troika in Verbandsangelegenheiten wirklich gut zusammen arbeiten wolle: »Es war schon immer die Aufgabe einer Troika (Dreier-Pferdegespann) den Karren aus dem Dreck zu ziehen.« Die Branche klagt seit Jahren über staatliche Gängelei und Restriktionen. Stoffers ist bei der Gauselmann AG für Marketing, Kommunikation und die Kontakte zur Politik verantwortlich. Die 13.395 Mitarbeiter des Espelkamper Unternehmens erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von 3,603 Milliarden Euro.

Ehrenpräsident

Paul Gauselmann stellte klar, dass er mit nun fast 85 Jahren das Ruder nur aus der Hand gebe, weil er über Monate beobachtet habe, dass die drei Manager in den drei führenden Unternehmen in Sachen Industrieverband sehr gut miteinander arbeiten können: »Wichtig dabei ist, dass sie sich persönlich gut verstehen – das ist Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.«

Anschließend wählten die Delegierten Paul Gauselmann einstimmig wurde zum Ehrenpräsidenten.

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