Sa., 29.06.2019

Thomas Böck löst in neuer Führungsstruktur Hermann Lohbeck ab Claas tauscht den Chef aus

Von Oliver Horst

Harsewinkel (WB). Paukenschlag beim Landtechnikhersteller Claas. Das bei Feldhäckslern und Mähdreschern führende Familienunternehmen tauscht den Chef aus. Hermann Lohbeck (56) muss zum 1. Oktober nach dann nur zwei Jahren den Spitzenposten abgeben. Thomas Böck (48) rückt auf. Er tritt die Nachfolge in der neuen Position des Vorsitzenden der Konzernleitung an.

Das Unternehmen mit weltweit mehr als 11.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt fast 3,9 Milliarden Euro begründet die Entscheidung mit einer Änderung der Führungsstruktur. Bislang besteht die Konzernleitung aus sechs gleichberechtigten Mitgliedern und Lohbeck als deren Sprecher. Zum neuen Geschäftsjahr 2019/20 soll dann Böck als Vorsitzender des Gremiums mit besonderen Entscheidungsbefugnissen in der Rolle des Konzernchefs (CEO) an der Spitze stehen.

Thomas Böck ist der neue Chef.

»Mit dieser wichtigen Veränderung wollen wir noch bessere und schnellere Entscheidungsprozesse bei Claas erreichen und erhöhen wir unsere Beweglichkeit in einer Zeit des raschen Wandels«, erklärt Aufsichtsratsvorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser (44). Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss hatten die neue Führungsstruktur beschlossen – und die Besetzung des Chefpostens. »Mit Thomas Böck als zukünftigem Vorsitzenden der Konzernleitung besetzen wir die neue Position intern mit einer dynamischen Persönlichkeit, die für diese Aufgabe ausgeprägte Technikbegeisterung und großen Teamgeist mitbringt.«

Böck ist seit 2014 Mitglied der Konzernleitung und verantwortet dort bislang das Ressort Technologie und Systeme. Er kam 2006 zu Claas und war zwischenzeitlich Technik-Geschäftsführer im Werk Bad Saulgau. Böck gilt als sehr kommunikativer Teamplayer und weltweit gut vernetzt. Er ist auch Mitglied im engeren Vorstand des deutschen Maschinenbauverbands VDMA. Wegbegleiter beschreiben den neuen Claas-Chef als extrem technik- und digitalaffin. Er soll auch die Digitalisierung des Konzerns auf allen Ebenen weiter vorantreiben.

Wie zu hören ist, sei der Chefwechsel letztlich weniger eine Entscheidung gegen Lohbeck, sondern für Böck. Lohbeck, der 2017 die Nachfolge des mit 65 Jahren ausgeschiedenen Lothar Kriszun antrat, aber zieht persönliche Konsequenzen. Er wird Claas zum Geschäftsjahresende im September nach 20 Jahren verlassen, darunter fünf in der Konzernleitung. Claas-Mühlhäuser sagte, in dieser Zeit habe Lohbeck mit »viel Tatkraft und Herz« zum Unternehmenserfolg beigetragen. Durch seinen Abschied wird auch für das von ihm verantwortete Geschäftsfeld Futterernte ein neuer Chef gesucht – wahrscheinlich wie so oft bei Claas aus den eigenen Reihen.

Der Konzernleitung gehören weiterhin Finanzchef Hans Lampert (62), Vertriebs- und Marketingchef Bernd Ludewig (61), der für das Geschäftsfeld Getreideernte zuständige Jan-Hendrik Mohr (55) sowie Dr. Jens Foerst (53/Traktoren) an. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet der Familienkonzern einen Umsatz auf Vorjahreshöhe. In Folge von Einbußen vieler Landwirte wegen der Dürre des Vorjahres spürt Claas eine gewisse Investitionszurückhaltung seiner Kunden.

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