Mi., 17.07.2019

Neue Finanzinvestoren übernehmen Haller Modekonzern Gerry Weber: Firmengründer drückt Daumen für Neustart

Firmengründer Gerhard Weber (rechts) und sein Sohn Ralf Weber.

Firmengründer Gerhard Weber (rechts) und sein Sohn Ralf Weber. Foto: imago

Von Oliver Horst

Halle (WB). Firmengründer Gerhard Weber (78) glaubt fest an die Rettung seines Lebenswerkes und drückt dafür auch den neuen Eigentümern die Daumen. »Die gesamte Modebranche ist in einer schwierigen Lage. Aber wenn einer da rauskommen kann, dann sind wir es«, sagt Weber.

Weber räumt auch hausgemachte Probleme ein

Mit dem »Wir« drückt er zugleich seine unveränderte Identifikation mit dem Unternehmen und der Marke aus. Der Name Gerry Weber könne auf einen europaweit hohen Bekanntheitsgrad bauen. »Jetzt geht es ums Überleben und die Neuaufstellung. Dafür werden alle im Unternehmen kämpfen. Und ich bin mir sicher, dass wir etliche Kämpfer bei Gerry Weber haben.«

Weber, von der Gründung 1973 bis Herbst 2014 Firmenchef, räumt neben der Branchenschwäche auch hausgemachte Probleme ein. Der gravierendste Fehler sei der Bau des »zu großen und zu teuren« Logistikzentrums gewesen. »Da haben wir den zuständigen Vorstand auch nicht genug kon­trolliert.«

Größte Verlierer seien die Aktionäre

Die größten Verlierer der aktuellen Entwicklung seien die Aktionäre. Und damit allen voran auch der Gründer selbst mit fast 30 Prozent der Anteile. Webers Aktienpaket war vor fünf Jahren noch mehr als 500 Millionen Euro wert. Jetzt ist es praktisch wertlos. »Dass mich das nicht freut, ist keine Frage«, sagt Weber.

Sein Sohn Ralf Weber (55), von Februar 2015 bis Ende Oktober 2018 Konzernchef, hatte in den vergangenen Monaten rund 80 Prozent seiner 1,79 Millionen Aktien abgestoßen und damit noch knapp 700.000 Euro erlöst. Die Familie des im Juli 2018 verstorbenen Mitgründers Udo Hardieck verkaufte ebenfalls einige Aktien, hielt zuletzt noch rund 17 Prozent am Modekonzern.

Stellenabbau – »keine andere Wahl«

»Es tut mir auch für die Mitarbeiter leid, dass der Stellenabbau geschehen musste, um zu gesunden. Das ist hart, es blieb aber keine andere Wahl«, sagt Gerhard Weber. Er werde dem Unternehmen immer verbunden bleiben. »Die Entwicklung interessiert mich jeden Tag. Und das wird auch so bleiben.«

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