Mi., 09.10.2019

Wilke lieferte über Tochterfirma zudem spezielle Krankenkost Auch vegetarische Wurst von Rückruf betroffen

Im Fall Wilke ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Im Fall Wilke ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Von Paul Edgar Fels und den Lokalredaktionen

Bielefeld (WB). Der Rückruf des Wurstherstellers Wilke umfasst auch Produkte für Vegetarier und Veganer. Ferner ist Krankenkost unter der Bezeichnung Enjoy Foods betroffen. Auch das Klinikum Herford war indirekt ein Kunde von Wilke.

Veganer Paprikaaufstrich, vegetarischer Kräuteraufstrich, vegetarisches Aufschnittsortiment, vegetarische Bratwurst – außer einer Vielzahl an Wurstsorten gehörten auch fleischlose Produkte zum Wilke-Sortiment. Das geht aus einer Rückrufliste des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hervor. Sie enthält 1000-Produktnummern.

Ferner umfasst die Liste Krankenkost der Marke Enjoy Foods. Dazu gehören passierte Produkte wie Fisch, Spinat und Blumenkohl. Die Nahrung dient vor allem Patienten mit Schluckbeschwerden – zum Beispiel nach Schlaganfall oder bei einer Krebsbehandlung.

Möglicherweise Produktionsstraße mit Keim belastet

Es sei zwar unwahrscheinlich, dass alle mehr als 1000 aufgeführten Produkte mit Listerien befallen sind, sagt Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. »Aber es ist auch nicht auszuschließen.« Derzeit liefen die Untersuchungen der Behörden in Hessen. Möglicherweise war in dem Werk in Twistetal im Kreis Waldeck-Frankenberg eine der Produktionsstraßen mit dem Keim belastet. Der Betrieb wurde stillgelegt.

Keine Rohware für Patienten zum Verzehr

Die Wilke-Produkte wurden vorwiegend über Großhändler und Supermärkte vermarktet. Edeka Minden-Hannover erklärte gestern, es gebe keine Geschäftsbeziehungen zu Wilke. Gleichwohl dürfte die Zahl der möglichen Empfänger in NRW groß sein. Deitermann: »Jeder kann theoretisch mit einem Wilke-Produkt in Kontakt gekommen sein.«

In OWL wurde, wie am Dienstag bekannt wurde, das Klinikum Herford mit Wilke-Zungenwurst beliefert – mit einer kleinen Menge von zwei Paketen Zungenwurst à 500 Gramm. Die Wurst sei nach Bekanntwerden des Rückrufs am 2. Oktober aussortiert worden. »An die Patienten ist keine Rohware zum Verzehr ausgegeben worden«, sagt Sprecherin Monika Bax. Die Mühlenkreiskliniken im Kreis Minden-Lübbecke hatten Wilke-Schinkenspeck aus dem Verkehr gezogen.

Gesundheitsamt Bielefeld: Liste mit 65 Adressen

Das Gesundheitsamt in Bielefeld teilte mit, es gebe eine Liste mit 65 Adressen, die mit Wilke-Produkten beliefert worden sind. Dabei handle es sich größtenteils um Gaststätten. Supermarkt-Ketten, Krankenhäuser und städtische Einrichtungen seien nicht darunter. Im Kreis Höxter wurden 21 Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe sowie Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung mit Wilke-Produkten beliefert.

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