Fr., 11.10.2019

Möglicherweise mit Bakterien belastet – »Gut und Günstig«, »Ja!« und »Milsani« betroffen Viele Supermärkte rufen fettarme Milch zurück

Die DMK Deutsches Milchkontor GmbH und die Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG ruft fettarme Milch zurück.

Die DMK Deutsches Milchkontor GmbH und die Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG ruft fettarme Milch zurück. Foto: Christin Klose/dpa

Von Renée Trippler

Bielefeld/Bremen (WB). Wegen einer möglichen Bakterienbelastung rufen zahlreiche Supermärkte »frische fettarme Milch 1,5 Prozent Fett« verschiedener Marken zurück, die im münsterländischen Everswinkel produziert wurde. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Supermärkte in OWL mit betroffenen Produkten beliefert wurden.

Im Rahmen von Routinekontrollen sei bei einzelnen Artikeln eine Belastung mit dem Bakterium Aeromonas hydrophila/caviae festgestellt worden. Das haben die »DMK Deutsches Milchkontor GmbH und die Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG« mitgeteilt

DMK: Defekte Dichtung Ursache für »Wasserkeime«

DMK-Sprecher Tony Perkovic teilte auf Anfrage mit, die Ursache für die Verunreinigung sei zweifelsfrei identifiziert und zwischenzeitig behoben worden. Perkovic: »Ursache für den Eintrag der genannten ›Wasserkeime‹ war eine defekte Dichtung an der Produktionsanlage.« Die Produktion sei unmittelbar nach Bekanntwerden unverzüglich gestoppt worden. Das defekte Maschinenteil (Dichtung) sei ausgetauscht worden, anschließend habe man zusätzliche Reinigungen durchgeführt, sowie eine Testproduktion vor Wiederinbetriebnahme der Produktionslinie vorgenommen. Die Produktion habe am 30.September wieder frei gegeben werden können.

Viele in OWL vertretene Marktketten betroffen

Betroffen seien der Mitteilung zufolge Discount-Produkte folgender Marken mit dem Genusstauglichkeitskennzeichen DE NW 508 EG sowie den jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD):

Metro : »Aro Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 15.10.2019/18.10.2019,

ALDI Nord : »Milsani Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 15.10.2019/ 18.10.2019/ 20.10.2019,

ALDI Süd : »Milfina Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 10.10.2019/ 14.10.2019,

Kaufland : K-Classic Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 14.10.2019/ 15.10.2019/ 18.10.2019

Lidl : »Milbona Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 13.10.2019/ 14.10.2019/ 16.10.2019/ 18.10.2019

Bartels-Langness Handelsgesellschaft mbH & Co. KG : »Tip Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 14.10.2019/ 15.10.2019/ 18.10.2019, »Hofgut Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 18.10.2019

EDEKA : »GUT&GÜNSTIG Frische Fettarme Milch ESL 1,5 % Fett« (1 Liter) mit den MHD 14.10.2019, 16.10.2019, 18.10.2019, 20.10.2019

Netto : »GUTES LAND Frische Fettarme Milch länger haltbar 1,5 % Fett« (1 Liter) mit den MHD 14.10.2019, 15.10.2019, 16.10.2019, 18.10.2019, 20.10.2019

REWE : »Ja! Frische Milch 1,5 % Fett« mit den MHD 14.10.2019/ 15.10.2019/ 18.10.2019/ 20.10.2019

real : »Tip Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD« 14.10.2019/ 15.10.2019/ 18.10.2019.

Rewe teilte auf Anfrage mit, der Rückruf betreffe die Märkte nicht bundesweit, aber in OWL. »Betroffen ist unsere Eigenmarke ›ja! Frische Milch 1,5% Fett‹, 1 Liter auch in den 42 REWE Märkten in Ostwestfalen. In allen REWE Märkten in OWL ist die betroffene Milch umgehend aus dem Verkauf genommen worden«, sagte Rewe-Sprecher Raimund Esser am Freitag, »selbstverständlich können die Kunden das Produkt im Markt zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet.«

Bettina Stolt, Abteilungsleitung Unternehmenskommunikation der EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG, versicherte: »Als wir heute morgen geöffnet haben, war die Ware in keinem Markt mehr in den Regalen.« Ein spezielles System stelle in solchen Fällen sicher, dass alle Märkte informiert würden und garantiere auch einen Erhalt der Nachricht, sodass innerhalb von zwei Stunden keine zurückgerufene Ware mehr erhältlich sei. Kunden die bereits am Donnerstag Milch gekauft hätten, sollten sich im Zweifel unter der unten genannten Nummer telefonisch an den DMK-Service wenden.

Aldi Nord teilte mit, die Märkte Märkte in NRW beziehugsweise OWL seien nicht betroffen »Die betroffene Ware wurde ausschließlich in den Gesellschaften Beucha, Barleben, Mittenwalde, Seefeld und Wilsdruff gehandelt. Welcher Aldi-Gesellschaft die von unseren Kunden besuchte Aldi Nord Filiale angehört, können diese auf unserer Internetseite unter der Rubrik ›Filialen und Öffnungszeiten‹ überprüfen.«

Betroffene Unternehmen haben Ware aus Regalen entfernt

Artikel mit anderen Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Artikel mit gleichen MHD, aber anderem Identitätskennzeichen sollen dem Unternehmen zufolge nicht betroffen sein. In der Mitteilung der DMK-Group heißt es weiter: »Die belieferten Handelsunternehmen haben umgehend reagiert und die Ware wird bereits vorsorglich aus dem Handel genommen.« Verbraucher, die einen der angegebenen Artikel gekauft hätten, erhielten auch ohne Vorlage des Kassenbons eine Erstattung des Kaufpreises in ihren Einkaufsstätten zurück.

Verbraucheranfragen beantwortet der DMK-Kundenservice unter Telefon 0251/2656 7371 oder per E-Mail unter dmk@buw.de.

Bakterien können Durchfall hervorrufen

Laut Frau Dr. med. Christiane Scherer, Fachärztin für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygienikerin im Evangelischen Klinikum Bethel, kommen die Bakterien sowohl in Frisch- als auch in Brackwasser vor. »Sie können wässrigen Durchfall hervorrufen, der in der Regel folgenlos bleibt und von selbst aufhört. Auch Wundinfektionen können durch diese Bakterien entstehen. Die Infektionen findet man eher in den Sommermonaten, da hier besonders hohe Keimkonzentrationen erreicht werden können«, sagt Scherer.

Dabei könne die Erkrankung nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine spezielle Behandlung sei in der Regel nicht nötig. »Bei schwereren Durchfällen wird eine symptomatische Therapie durchgeführt, die hauptsächlich daraus besteht, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen«, sagt Scherer. Nur in ganz seltenen Fällen könne eine Therapie mit Antibiotika notwendig werden. Eine Infektion mit Aeromonas hydrophila/caviae sei nicht meldepflichtig.

Dr. med. Christiane Scherer, Fachärztin für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygienikerin im Evangelischen Klinikum Bethel. Foto: Evangelisches Klinikum Bethel

 

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