So., 13.10.2019

Milch und Fleisch stark betroffen – Tönnies-Unternehmen ruft Hack zurück Lebensmittelrückrufe häufen sich

Unter anderem war auch die »Gut & Günstig«-Milch mit einem Fettanteil von 1,5 Prozent von Edeka von dem vorsorglichen Rückruf betroffen. Der Handel hat die Milch umgehend aus den Regalen genommen. Verbraucher können sie zurückgeben.

Unter anderem war auch die »Gut & Günstig«-Milch mit einem Fettanteil von 1,5 Prozent von Edeka von dem vorsorglichen Rückruf betroffen. Der Handel hat die Milch umgehend aus den Regalen genommen. Verbraucher können sie zurückgeben. Foto: imago

Berlin/Rheda-Wiedenbrück (dpa). Die Zahl der Lebensmittelrückrufe in Deutschland hat sich seit dem Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen sind Fleisch - und Milchprodukte .

Das bestätigte am Freitag das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Die Behörde stützt sich auf eine Auswertung des 2011 gestarteten Internetportals Lebensmittelwarnung.de. Dort werden Warnhinweise auch jenseits der großen Lebensmittelskandale veröffentlicht.

Die Zahl der Warnungen sei von 83 im Jahr 2012 auf 186 im vergangenen Jahr geklettert. 2019 wurden bis zu diesem Freitag 160 Warnungen veröffentlicht, ergab die aktuelle statistische Auswertung des Bundesamts. Über die Gründe des Anstiegs gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Am häufigsten würden Produkte wegen mikrobiologischer Verunreinigungen oder Fremdkörpern zurückgerufen. Auch falsche Kennzeichnungen können zu Rückrufen führen.

Einige Fälle der vergangenen Monate

11. Oktober: Bundesweit werden Literpacks mit fettarmer Milch zurückgerufen. In einer Probe wurden Bakterien gefunden, die Durchfallerkrankungen auslösen können. Die Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Zudem rief am Freitagabend der Fleischhersteller SB-Convenience, der zum Tönnies-Konzern gehört, das Produkt »Landjunker Rinderhackfleisch, 500g« mit dem Verbrauchsdatum 14.10.2019, der Losnummer 36862231 und dem Identitätskennzeichen DE NW 20028 EG, zurück. In einer Mitteilung hieß es, dass Plastikteilchen im Produkt sein könnten.

10. Oktober: Toastbrot von Aldi Nord wird zurückgerufen, weil eine Verunreinigung mit Kunststoffteilchen möglich ist. Der Betrieb ist in Salzkotten im Kreis Paderborn ansässig.

2. Oktober: In Hessen wird der Betrieb des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren geschlossen, nachdem in seinen Produkten wiederholt Listerien nachgewiesen wurden.

12. September: Der Discounter Lidl nimmt wegen Salmonellenbelastung Nuss-Frucht-Mischungen für Salate aus dem Verkauf.

1. August: Wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Blausäure ruft die niederbayerische Firma Salzhäus’l Himalaya Kristallsalz GmbH Produkte mit Aprikosenkernen zurück.

8. Juli: In Bayern wird in Roggenmehl der Kunstmühle Reisgang eine erhöhte Konzentration sogenannter Alkaloide festgestellt. Die Produkte können zurückgegeben werden.

3. April: Der Tiefkühlkosthersteller Iglo ruft wegen möglicher E.coli-Bakterien vorsorglich eine bestimmte Charge »Petersilie 40g« zurück.

Forderung

Angesichts der Häufung der Rückrufe fordert die Verbraucherzentrale Bundesverband, dass die Arbeit der amtlichen Kontrolleure anders organisiert werden müsste. Derzeit sind rund 400 kommunale Behörden mit den Lebensmittelkontrollen betreut.

Die Beurteilung, wann ein Rückruf notwendig sei, und ob und in welcher Höhe Bußgelder verhängt würden, sei regional sehr unterschiedlich. »Es muss einheitliche Standards geben«, fordert Markwardt.

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