Mi., 06.11.2019

Foodwatch lässt Verbraucher bis 1. Dezember über »Goldenen Windbeutel« abstimmen Dreisteste Werbelüge gesucht

Diese fünf Produkte von Hipp, Rewe, Schwartau, Yakult und Zwergenwiese sind für den Goldenen Windbeutel 2019 nominiert.

Diese fünf Produkte von Hipp, Rewe, Schwartau, Yakult und Zwergenwiese sind für den Goldenen Windbeutel 2019 nominiert. Foto: dpa

Berlin (WB/ef). Die Verbraucherorganisation Foodwatch sucht in den Supermärkten nach der dreistesten Werbelüge des Jahres – und lässt die Verbraucher seit Dienstag darüber abstimmen. Der »Sieger« erhält den Goldenen Windbeutel.

Fünf Produkte, die Konsumenten aus ihrer Sicht besonders unverschämt getäuscht haben, hat Foodwatch nominiert. Bis zum 1. Dezember können Verbraucher unter www.goldener-windbeutel.de abstimmen, welcher Kandidat den Schmähpreis verdient.

Mit fiesen Werbelügen in die Irre geführt

»Egal ob im Bio-Supermarkt oder im Discounter: Überall werden Verbraucherinnen und Verbraucher mit fiesen Werbelügen in die Irre geführt«, sagte Manuel Wiemann. Er ist bei Foodwatch Wahlleiter für den Goldenen Windbeutel. »Fitness-Schwindel, Pseudo-Wissenschaft, versteckte Preiserhöhungen – bei all diesen Täuschungstricks den Durchblick zu behalten, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nahezu unmöglich«, beklagt er. »Das muss sich dringend ändern. Die Kennzeichnungsregeln gehören endlich auf den Prüfstand«, verlangt Wiemann.

Die Kandidaten

Hipp Direktsaft Karotte Bio

Beim Karottensaft von Hipp kritisiert Foodwatch, dass der Hersteller den Saft neuerdings zum gleichen Preis, aber in einer kleineren Flasche anbietet. Statt 500 Milliliter bekommen Verbraucher nur noch 330 Milliliter Saft. Der Preis hat sich dabei um 95 Prozent erhöht – auf 4,50 Euro je Liter.

 

Rewe Beste Wahl Wasabi Erdnüsse

Der Markt bewirbt seine Wasabi-Erdnüsse auf der Verpackung groß mit Wasabi. Eine Tüte enthält aber gerade mal 0,003 Prozent des edlen japanischen Gewürzes. Um eine Wasabi-ähnliche Schärfe und Farbe zu erreichen, hilft Rewe offenbar mit Aroma und Farbstoffen nach.

Nach dem EU-Lebensmittelrecht ist es unzulässig, eine Zutat zu bewerben, welche durch eine andere ersetzt wurde. Doch laut Foodwatch zeigt die Erfahrung, dass solche fast schon homöopathisch geringen Zutatenangaben gerne mal im Kleingedruckten verschwänden.

 

Schwartau Corny »Protein Lower Carb«

Mit einer schlanken Silhouette bewirbt Schwartau seinen »Protein Lower Carb«-Riegel. Design und Angaben lassen den Eindruck eines gesunden Produktes für Sportler entstehen. Doch in Wirklichkeit enthält der Riegel 24 Prozent Zucker, 13 Prozent Fett und besteht zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten.

 

Joghurtdrink Yakult Original

Zahlreiche Joghurtdrinks versprechen mit natürlichen oder zugesetzten Probiotika eine bessere Darmgesundheit. So auch Yakult. Die Hersteller bewerben das Getränk als »die kleine Flasche Wissenschaft« und suggerieren, der Drink hätte positive Effekte. Wissenschaftlich belegt ist dies jedoch nicht. Yakult verkauft die Idee für 8,40 Euro pro Liter.

 

Zwergenwiese Kinder-Tomatensauce Bio

Wieder schafft es ein Produkt speziell für Kinder in die Negativ-Liste von Foodwatch. Bei Eltern wird der Eindruck erweckt, dieses Produkt habe eine kindgerechte Rezeptur. Dem ist allerdings nicht so. Tatsächlich enthält ein Glas der Soße 11 Gramm Zucker, während eine andere Soße des Herstellers - welche nicht speziell für Kinder vermarktet wird - in gleicher Menge auf einen Zuckergehalt von nur 4,6 Gramm kommt.

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