Mi., 18.12.2019

Penguin Random House geht für 674 Millionen US-Dollar komplett an Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann glaubt an die Zukunft des Buchs

Besucher am Stand der Verlagsgruppe Random House auf der Leipziger Buchmesse.

Besucher am Stand der Verlagsgruppe Random House auf der Leipziger Buchmesse. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

New York/Gütersloh (WB). Bertelsmann übernimmt Penguin Random House komplett. Damit wird der Gütersloher Medienkonzern vermutlich ab dem zweiten Quartal Alleineigentümer der weltweit größten Buchverlagsgruppe. Bertelsmann zahlt dafür 675 Millionen US-Dollar – umgerechnet 560 Millionen Euro. Die britische Pearson Group war bislang Mitgesellschafter und besaß zuletzt noch 25 Prozent.

Bertelsmann ist 1835 in Gütersloh als Buchverlag gegründet worden. Heute umfasst der Konzern außerdem Unternehmen unter anderem im Fernsehbereich (RTL), bei Zeitschriften (Gruner+Jahr), Musik (BMG), im Druckgeschäft, im Bildungs- und mit Arvato im Dienstleistungssektor. 2013 legte Bertelsmann den Geschäftsbereich Random House mit dem Buchverlagsgeschäft der Pearson Group zusammen. Zunächst hielten die Briten 47 Prozent an Penguin Random House. Vor zwei Jahren stockte Bertelsmann seinen Anteil bereits von 53 auf 75 Prozent auf.

275 Einzelverlage

Derzeit umfasst Penguin Random House 275 Einzelverlage. Nicht integriert waren bislang die 47 Buchverlage, die zur deutschen Gruppe Random House mit Sitz in München gehören. 2018 erwirtschaftete der Unternehmensbereich einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 528 Millionen. Zum Programm gehören neben dem Buch „Becoming” von Michelle Obama zahlreiche weitere Bestseller. So schafften es im vergangenen Jahr 481 Titel auf die Toplisten der “New York Times”, davon 69 auf Platz 1.

Thomas Rabe: ein „Meilenstein”

Thomas Rabe Foto: dpa

Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe wertete die Aufstockung auf 100 Prozent am Mittwoch als „Meilenstein“ für das Unternehmen. Er kündigte an: „Wir werden Penguin Random House in den nächsten Jahren weiter ausbauen, durch organisches Wachstum und Akquisitionen.“ Das Buchgeschäft gehöre zur Identität von Bertelsmann. Auch wirtschaftlich sei die Transaktion sinnvoll und attraktiv: „Der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis wird sich um mehr als 70 Millionen Euro jährlich erhöhen.“

Markus Dohle: auf weiteres Wachstum eingestellt

Markus Dohle Foto: dpa

Der Chef der weltweit größten Buchverlagsgruppe ist Bertelsmann-Vorstand Markus Dohle. Er betonte: „Die Komplettübernahme von Penguin Random House unterstreicht die Überzeugung von Bertelsmann, dass das Buch und das Lesen eine gute Zukunft haben und das Unternehmen wachsen kann in den nächsten Jahren.” Penguin Random House sei sehr gut aufgestellt und werde seine Position weiter aus eigener Kraft und durch Übernahmen weiter ausbauen. Dohle: „Die Zusammenführung durch Bertelsmann wird unsere Stärken noch besser zur Geltung bringen.“

Der Konzern

Im Jahr 2018 beschäftigte der Bertelsmann-Konzern insgesamt 117.000 Mitarbeiter und erzielte bei einem Umsatz von 17,7 Milliarden Euro einen Gewinn von 1,1 Milliarden.

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