Sa., 28.12.2019

Symrise-Aktie legt 44 Prozent zu – Totalausfall bei Gerry Weber Blick auf das Börsenjahr aus regionaler Sicht

Insgesamt gesehen verlief das Börsenjahr 2019 für viele Unternehmen aus der Region nicht so gut. Der Aromenhersteller Symrise erfreut indes die Anleger.

Insgesamt gesehen verlief das Börsenjahr 2019 für viele Unternehmen aus der Region nicht so gut. Der Aromenhersteller Symrise erfreut indes die Anleger. Foto: dpa

Von Paul Edgar Fels

Größer könnten die Gegensätze kaum sein: Während die Aktien des Duftstoffherstellers Symrise in diesem Jahr um rund 44 Prozent zulegten, müssen Anleger mit Gerry-Weber-Aktien im Depot einen Totalverlust hinnehmen. Anbei der Blick auf das Börsenjahr 2019 aus regionaler Sicht.

Gerry Weber AG: Ein Trauerspiel in mehreren Akten: Bis zuletzt gab es Anleger, die auf steigende Kurse hofften. Doch es nutzte nichts: Die Gerry-Weber-Aktie erlitt durch die Insolvenz des Haller Modekonzerns einen Totalausfall. Im November war Schluss – zumindest für Altaktionäre. Dann wurde die AG von der Börse genommen. Anfang des Jahres notierte die Aktie noch bei 2,27 Euro, weit entfernt von einstigen Höhen mit rund 30 Euro. Am Ende waren es 4 Cent! Nicht wenige Anleger verloren zigtausende Euro!

Im Zuge des Insolvenzplanes wurde das Grundkapital von 45.895.960 Euro auf 8.733 Euro herabgesetzt, anschließend wieder auf 1.025.000 Euro angehoben. Die 8.733 neuen Aktien gingen komplett an die neuen Investoren. Mitte November gab es den geplanten Neustart an der Börse. Der festgelegte Wert der neuen Gerry-Weber-International-Aktie betrug einen Euro. Nach einem erneuten Rutsch auf 40 Cent am 21. November berappelte sich das Papier wieder und stieg noch am Freitag um 13 Prozent auf 1,70 Euro.

 

DMG Mori AG: Auf und ab ging es bei den Aktien des Werkzeugmaschinenherstellers DMG Mori AG. Das Bielefelder Unternehmen gehört zwar mehrheitlich zum japanischen Konzern DMG Mori Seiki, ist aber selbst noch an der Börse notiert. Bei 44,50 Euro startete das Papier, ging im April auf gut 48 Euro rauf und steht nun bei 42,40. Unterm Strich bleibt Anlegern ein geringer Verlust. Wer das Papier seit fünf Jahren hält, kommt indes auf einen respektablen Wertzuwachs von 80 Prozent.

 

Symrise AG: Die Aktien des Duft- und Aromenstoffherstellers mit Sitz in Holzminden unweit von Höxter sind binnen Jahresfrist von 64,40 Euro (Ende Dezember 2018) um 44 Prozent auf fast 94 Euro gestiegen und gehören damit zu den erfolgreichsten an der Börse gehandelten Papieren. Symrise zählt zu den vier größten Anbietern im weltweiten Markt für Duft- und Geschmacksstoffe. Die Symrise-Aromen werden von Parfum-, Kosmetik- und Nahrungsmittelherstellern eingesetzt. Zu den Kunden zählen Beiersdorf, Coca Cola, Colgate, Danone, Dior, Henkel/Schwarzkopf, Nestlé, Procter & Gamble und Unilever. Symrise will weiter stark wachsen.

 

Paragon AG: Es ist nicht das Jahr der Autozuliefererbranche: Paragon mit Sitz in Delbrück entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen im Bereich der Automobilelektronik. Zum Portfolio zählen Produkte in den Bereichen Luftqualität, Antriebsstrang, Akustik, Cockpit, Schrittmotoren, Media-Interfaces und Bedienung. Eines der bekanntesten Produkte des Unternehmens ist der Luftgütesensor AQS. Ursprünglich wollte Paragon in diesem Jahr einen Konzernumsatz von 230 bis 240 Millionen Euro erreichen. Nun schraubte man die Erwartungen auf 200 bis 210 Millionen Euro herunter. Die Aktie stand vor einem Jahr bei 17,50 Euro, stieg im März auf 38 Euro und bewegt sich jetzt bei 13,70 Euro – ein Minus von rund 23 Prozent. 50 Prozent der Aktien hält Vorstandsvorsitzender Klaus Dieter Frers. Zu Paragon gehört auch Tochter Voltabox AG.

 

Voltabox AG: Die Paragon-Tochter Voltabox ist ein Hersteller von Batteriesystemen für Flurförderzeuge oder Bergbaufahrzeuge und Starterbatterien für Automobile. Das Unternehmen mit rund 230 Mitarbeitern sitzt in Delbrück und wurde 2014 als Ausgründung des Automobilzulieferers Paragon gegründet. Der Börsengang folgte 2017 mit einem Kurs von damals rund 30 Euro. Ende 2018 stand das Papier bei 12,25 Euro, am Freitag bei 5,69 Euro – ein Minus von 48 Prozent. Der Absturz im August ist auf eine Gewinnwarnung zurückzuführen.

 

Westag & Getalit AG: Westag und Getalit in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) ist ein Hersteller von Holzwerkstoff- und Kunststofferzeugnissen. Das Produktspektrum reicht von Sperrholzplatten für Schalungen und Böden über Türen und Zargen bis hin zu Küchenarbeitsflächen, Fensterbänken und Mineralwerkstoffoberflächen. Die Aktie hatte im Jahresverlauf zwar eine Ausschläge zu verzeichnen, aber unterm Strich hat sich wenig verändert. Was bleibt, ist ein kleines Minus. Aber drei Jahre gesehen, gibt es indes ein sattes Plus von 46 Prozent.

 

Ahlers AG: Der Herforder Modekonzern Ahlers steht für eine Vielzahl von Marken, wobei jede Marke in einer selbstständigen Gesellschaft organisiert ist. Ahlers erzielt etwa 50 Prozent seiner Umsätze im Ausland und über 50 Prozent mit den Premiummarken Pierre Cardin, Baldessarini und Otto Kern. Die Gesellschaft produziert etwa ein Viertel der Waren in eigenen Fertigungsstätten in Polen und Sri Lanka. Die Aktie hatte keinen guten Lauf, büßte binnen Jahresfrist 15 Prozent ein.

 

Diebold Nixdorf AG: Mit dem Paderborner Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf AG – früher Wincor Nixdorf – hat ein weiterer Konzern aus OWL in diesem Jahr das Börsenparkett verlassen – wie zuvor schon Itelligence, Dürkopp Adler, Balda und Ehlebracht. Das US-Unternehmen Diebold Inc., zu dem die Paderborner seit 2016 gehören, hat die deutsche Gesellschaft im Mai 2019 mit der amerikanischen Muttergesellschaft mittels Squeeze-Out verschmolzen. Seitdem ist die Diebold Nixdorf AG nicht mehr börsennotiert.

Delignit AG: Die Delignit Gruppe mit Sitz in Blomberg (Kreis Lippe) entwickelt, fertigt und vertreibt ökologische Produkte basierend auf dem Rohstoff Holz. Zu den Kunden gehören etwa die Automobil- und die Luftfahrtindustrie. Die Aktie stand am Jahresanfang bei 5,80 Euro und am Jahresende bei 5,40 Euro – ein am Ende doch deutliches Minus.

Lewag AG: Die Lewag Holding AG mit Sitz in Beverungen (Kreis Höxter) ist eine in der glasverarbeitenden Industrie tätige Dachgesellschaft mehrerer mittelständischer Unternehmen für Maschinen und Anlagen. Die Gesellschaft besteht ausschließlich aus dem Geschäftsfeld Maschinenbau für die Glas- und Fensterindus­trie. Zum Konzern gehört zu 100 Prozent die Hegla GmbH & Co. KG. die Aktie hat binnen Jahresfrist von 13,10 Euro um 14 Prozent auf zuletzt 15,50 Euro zugelegt.

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