Di., 28.01.2020

Seidensticker präsentiert das erste „Genderhemd“ – herbstlich gedeckte Farben – mit Video Zeit für Schlaghosen noch nicht reif

Spicy – gewürzfarben – sind laut Brax die Farben im kommenden Herbst. Die Stoffe müssen bequem sein. Zwischen Hosensaum und Schuh ist Platz für schicke Socken. Brax-Model Anja Kopitz trägt eine Jacke aus der Kollektion von Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic.

Spicy – gewürzfarben – sind laut Brax die Farben im kommenden Herbst. Die Stoffe müssen bequem sein. Zwischen Hosensaum und Schuh ist Platz für schicke Socken. Brax-Model Anja Kopitz trägt eine Jacke aus der Kollektion von Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic. Foto: Oliver Schwabe

Von Bernhard Hertlein

Düsseldorf (WB). Manche finden sie „total ätzend“. Andere erinnern sich mit glänzenden Augen an die Mode ihrer Jugend. Damals, in den 70er Jahren, als die Kleidung auch bei Männern so bunt war wie niemals zuvor oder danach. Als alle Hosen trugen, die unten extrem weit waren, und Hemden mit weit ausladenden Krägen. In den Modeblättern hieß es zuletzt tatsächlich: Nach der Schlankheits- und Slim-Welle sei die Zeit 2020 reif für ein Comeback der Schlaghosen und breitkragigen Revershemden. Doch bis diese tatsächlich das Straßenbild bestimmen werden, wird noch einige Zeit vergehen.

Bei den ostwestfälischen Herstellern – dort, wo man sich nicht der Haute Couture, sondern der tragbaren Mode verschrieben hat – ist man in der Hinsicht vorsichtig. Hosen, die sich über den Schuhen hin weiten, sieht man bislang allenfalls im Damenbereich.

In der „Halle 29“ zeigen die Hersteller aus OWL auf der Düsseldorfer Modemesse cpd derzeit, was die Kunden im kommenden Herbst und Winter in die Geschäfte und auf die Online-Plattformen locken soll. Für Gesprächsstoff sorgt Seidensticker (Bielefeld), das erstmals ein Unisex-„Gender­hemd” vorstellt. Es soll Mann und Frau gleichermaßen kleiden. In Kooperation mit dem Szenehändler Murkudis in Berlin entwickelt, wird es teilweise auch in die normale Kollektion übernommen.

 

Naturmaterialien gefragt

Weiterhin im Kommen sind nicht nur bei Seidensticker Naturmaterialien – außer Baumwolle, Jersey und Seide auch Wolle und Flanell. Gerry Weber (Halle) ersetzt Polyester, dort wo es bislang eingesetzt wurde, durch Viskose, einen Stoff der aus Zellulose hergestellt wird. Außerdem, so berichtet Vorstand Urun Gursu, sei Echtleder stark im Kommen. Cord behält seinen hohen Stellenwert. Was die Mäntel betrifft, so werden diese länger.

„Lässig, aber nicht nachlässig“, so beschreibt Klaus Brinkmann von Bugatti (Herford) den Trend, dass Männer es „in der Mode zwar bequem mögen, aber damit auch nicht übertreiben wollen“. Bei den Farben überwiegen die Herbst- oder, aus den Augen von Brax, die „Gewürztöne“. Die Neon-Zeit geht dagegen im August schon wieder zu Ende. Wenn etwas leuchtet, dann ist es Blau, das von den Designern zur Farbe des Jahres 2020 gekürt wurde. Ahlers (Herford) ließ sich dabei für seine Marke Pierre Cardin nach Aussagen von Stella Ahlers vom legendären Blau des 1962 verstorbenen französischen Malers Yves Klein inspirieren. Darüber hinaus gibt es insgesamt in der Herrenmode viel Schwarz und Grau.

Großes Thema bei Brax ist im Übrigen die neue Partnerschaft mit Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic. In Düsseldorf stellen die erste, gemeinsam mit dem Sportlerpaar fertiggestellte Kollektion vor.

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