Fr., 31.01.2020

Weniger Ware in den Geschäften stabilisiert die Verkaufspreise – mit Video OWL-Modemacher trotz geringerem Umsatz zufrieden

Modemacher aus OWL im Gespräch: Stella Ahlers erklärt Klaus Brinkmann (Bugatti) am Rande der cpd, dass sie den Mietvertrag in der „Halle 29“ nicht verlängern wird.

Modemacher aus OWL im Gespräch: Stella Ahlers erklärt Klaus Brinkmann (Bugatti) am Rande der cpd, dass sie den Mietvertrag in der „Halle 29“ nicht verlängern wird. Foto: Oliver Schwabe

Von Bernhard Hertlein

Düsseldorf (WB). „Es wird in der Modebranche lange nicht mehr so viel Trübsal geblasen wie noch vor einem Jahr.“ So fasst der Bielefelder Unternehmer Frank Seidensticker die Stimmung unter den Ausstellern auf der Düsseldorf cpd zusammen. Dass die Umsätze im stationären Modehandel vielfach leicht zurückgingen, widerspreche dem nicht. „Der Handel habe seine Bestellungen dem niedrigeren Abverkauf angepasst“, sagt Seidensticker. „Dadurch gibt es etwas später in der Saison nicht mehr diesen Druck auf den Abverkauf und damit auf die Preise“, ergänzt Klaus Brinkmann von Bugatti (Herford).

Was die eigenen Markengeschäfte betrifft, so hat Gerry Weber (Halle) von seinen 350 Geschäften in Deutschland im Zuge des Insolvenzverfahrens etwa 150 geschlossen. Wie Vorstandschef Johannes Ehling am Rande der cpd erläuterte, will sich das Unternehmen künftig auf „Houses of Gerry Weber“ konzentrieren. Eigenständige Läden für die Marken „Taifun“ und „Samoon“ seien nicht mehr geplant.

Johannes Ehling. Foto: Schwabe

Insgesamt stehen bei Gerry Weber in diesem Jahr überhaupt nur drei Neueröffnungen an: im belgischen Liège (Lüttich, schon eröffnet) sowie vermutlich in Bielefeld und Köln. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hat Ehling erklärt, dass die Geschäfte, die früher bis zu 700 Quadratmeter groß gewesen sind, künftig auf 250 bis 300 Quadratmeter Verkaufsfläche beschränkt werden sollen. Vor Neueröffnungen werde man stets Rücksprache mit dem lokalen Einzelhandel nehmen.

Konkrete Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr legte in Düsseldorf Brax-Sprecher und Marketingchef Marc Freyberg vor. Demnach konnten die Herforder 2019 den Umsatz um 0,5 Prozent auf 320 (Vorjahr: 318,1) Millionen Euro erhöhen. Dabei sei das Geschäft im Inland sogar zurückgegangen. Demgegenüber konnte der Umsatz im Ausland um vier Prozent gesteigert werden. Der E-Commerce wuchs um 19 Prozent auf 27,2 Millionen Euro. Freyberg, dass der Anteil am Gesamtumsatz vielleicht schon in diesem Jahr auf zehn Prozent steigern wird.

Marc Freyberg Foto: Schwabe

Weniger Umsatz als im Vorjahr erzielte Bugatti. „2019 lief für uns nicht gut“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Brinkmann. Bugatti habe das Jahr genutzt, um in Herford im großen Stil – „mehr als je zuvor in der Firmengeschichte“ – die digitale In­frastruktur für die Logistik zu modernisieren. Brinkmann geht davon aus, dass das E-Commerce-Geschäft, das bislang nur fünf Prozent vom Umsatz ausmache, deutlich steigen wird. Die genauen Zahlen wird Bugatti erst zu einem späteren Zeitpunkt vorlegen. Mehr Flexibilität sei auch bei der Belieferung des stationären Handels gefordert. Der Anteil der Mode, die unmittelbar nach der Messe von den Händlern geordert werde, gehe zurück. Stattdessen werde mehr Ware in der Saison nachgeordert. Dann aber, so Brinkmann, müssten die Hersteller schnell nachliefern können.

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