Do., 30.01.2020

Stiftung Warentest bewertet nur zwei von 28 untersuchten Produkten mit „mangelhaft“ Gute Noten für preiswertes Olivenöl

Pflanzenöle haben in der Ernährung Vorteile.

Pflanzenöle haben in der Ernährung Vorteile. Foto: dpa

Berlin (dpa/WB/in). Olivenöl hatte jahrelang kein gutes Image. Bei der Stiftung Warentest hagelte es in Serie das Urteil „mangelhaft“ sowie mal nur ein oder gar kein „gut“. Doch es geht aufwärts, wie der aktuelle Test zeigt. Die Hersteller von Olivenöl achten demnach nicht mehr nur auf guten Geschmack, sondern inzwischen mehrheitlich auch auf Schadstoffe und die richtige Kennzeichnung auf dem Etikett.

28 Olivenöle aus der höchsten Güteklasse hat die Stiftung getestet. Gleich neun Mal vergaben die Warentester das Prädikat „gut“ (siehe Tabelle) und können damit jedes dritte Olivenöl der Güteklasse „nativ extra“ empfehlen. Gleich fünf Produkte teilen sich den ersten Platz. Dazu zählen Aldi Süd Bio (6,15 Euro/Liter), Lidl Primadonna Bio (6,20 Euro/Liter), Bertolli Gentile und Bertolli Originale (beide 8,60 Euro/Liter) sowie der reine Geschmackssieger Castillo de Canena (Bio-Öl für 45 Euro pro Liter). Dem gegenüber stehen nur zwei mangelhafte Produkte, während sich im Mittelfeld 14 Öle als „befriedigend“ und drei als „ausreichend“ einsortieren.

Beide mit mangelhaft bewerteten Olivenöle – Filippo Berio (8,40 Euro/Liter), eine Mischung aus mehreren europäischen Olivenölen, und das in Mallorca gewonnene Solivellas (29,80 Euro/Liter) – sind mit Mineralölkohlenwasserstoffen belastet. Darunter ist ein Stoff, der im Verdacht steht, dass er möglicherweise krebserregend wirken könnte. Die Stoffe könnten etwa aus Schmieröl von Schläuchen oder Transportbändern ins Olivenöl übergegangen sein, erklären die Experten in ihrer Zeitschrift „test“ (Ausgabe 2/2020). Ein Öl war zusätzlich oxidiert und schmeckte ranzig.

Herkunftsland Nummer 1 ist Italien

Elf Anbieter missachteten Kennzeichnungsvorschriften, darunter drei Produkte, die im Geschmack auf ein „gut“ kommen und sich so die Gesamtnote vermasseln. Sie verstoßen gegen die Regel, dass Verbraucher im Hauptsichtfeld des Etiketts sofort auf Deutsch die Güteklasse, die Art der Gewinnung und die Herkunft des Öls erkennen müssen.

Positiv fällt auf, dass die Tester kein gepanschtes Öl mit minderwertigem Olivenöl oder anderen Ölsorten, keinen kritischen Gehalt an Pestiziden und krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen fanden.

Herkunftsland Nummer 1 ist Italien. Das Land importiert neben eigenen Ernten überdies tonnenweise Öl aus anderen Ländern. Italienische Firmen mischen die Öle oft zu Blends, mit denen sie konstante Qualitäten schaffen. Weitere Groß-Importeure sind Spanien und Griechenland.

Gutes Olivenöl sollte geschmacklich eine ausgewogene Mischung aus intensiven Noten von Gras und Tomatenstrauch, grünem Apfel und grünen Blättern enthalten und je nach Vorliebe leicht nach Mandel, Paprika oder Banane schmecken sowie mittelbitter und mittelscharf sein.

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