Do., 27.02.2020

Herforder Bekleidungshersteller will 2020 die Verlustzone verlassen Ahlers schließt Umstrukturierung ab

Vorstandsvorsitzende Stella Ahlers auf der Modemesse cpd in Düsseldorf.

Vorstandsvorsitzende Stella Ahlers auf der Modemesse cpd in Düsseldorf. Foto: Oliver Schwabe

Von Bernhard Hertlein

Düsseldorf/Herford (WB). Die Ahlers AG, Hersteller der Modemarken Pierre Cardin, Baldessarini, Otto Kern und Pioneer, hat nach eigenen Angaben ihren Konzernumbau wie geplant abgeschlossen. Nach einem kleinen Verlust (Ebit) von 2,4 (Vorjahr: minus 6,4) Millionen Euro im „Übergangsjahr“ erwartet Vorstandschefin Stella Ahlers im neuen Geschäftsjahr 2019/20 wieder einen Gewinn.

Im Rahmen der Umstrukturierung hat Ahlers nach der Marke Gin Tonic auch die Produktion von Damenhosen entweder ganz aufgegeben oder im Falle von Pionier an einen Lizenznehmer vergeben. Bei Jupiter besitzen die Herforder noch einen Anteil von 49 Prozent an der Hemdenmarke; die Lizenz für Jupiter-Jacken wurde an Eura-Fashion in Wesseling verkauft. Auch bei Otto Kern beschränkt Ahlers inzwischen sein Engagement auf Hosen.

Von Marken und Sortimenten getrennt

Entsprechend ging der Umsatz der Ahlers AG innerhalb von zwei Jahren von knapp 235,9 auf 207,0 Millionen Euro zurück. Allein im vergangenen Geschäftsjahr betrug das Minus 7,2 Prozent, wobei sich neben der Trennung von Sortimenten und der allgemeinen Branchensituation vor allem die gesunkene Nachfrage nach Anzügen, Sakkos und Outdoor-Jacken negativ auswirkte. Die Nachfrage nach Hosen blieb stabil.

Personalabbau abgeschlossen

Mit der Umstrukturierung war auch ein Personalabbau verbunden. Allein im vergangenen Jahr, dem 100. seit Unternehmensgründung , wurde jede zehnte Stelle gestrichen.Innerhalb von zwei Jahren sank die Beschäftigtenzahl von 2122 auf 1929. Am Unternehmenssitz in Herford zählt Ahlers noch 398 Mitarbeiter – nach 476 im Vorjahr. Der personelle Abbau sei aber abgeschlossen, hieß es am Donnerstag in Düsseldorf.

Gespart wurde auch an der Unternehmensspitze. Ein Vorstandsposten wurde Anfang April gestrichen, die Jahresgehälter der übrig gebliebenen zwei Vorstände laut Geschäftsbericht um 15 Prozent gesenkt.

Dadurch und durch weitere Sparmaßnahmen reduzierten sich die betrieblichen Aufwendungen um 9,1 Millionen Euro. Dies nutzte Ahlers, um Schulden abzubauen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 53 auf 57 Prozent.

Der Rückzug aus einzelnen Sortimenten und Marken wird sich nach Angaben von Finanzvorstand Karsten Kölsch auch im neuen Geschäftsjahr noch mit 8,7 Millionen Euro auf den Umsatz auswirken. Er geht aber davon aus, dass leicht steigende Verkäufe bei den bestehenden Marken zur Jahresmitte den Ausgleich herstellen.

Steigende Verkäufe im Internet

Positiv entwickelt hat sich schon im vergangenen Jahr der E-Commerce, der vor allem wegen guter Verkäufe auf den Onlineplattformen Amazon, Otto und Zalando 12,7 Prozent zulegte. Hier erwartet Ahlers auch 2020 weiteres Wachstum.

Gefragt nach der Zukunft von Alexander Gedat , der neben dem Aufsichtsratsvorsitz bei Ahlers vor wenigen Tagen auch die Führung der Gerry Weber AG übernommen hat, erklärte Stella Ahlers: Sie gehe davon aus, dass der Manager, solange er die Aufgabe in Halle nur interimsmäßig wahrnehme, auch die Verantwortung bei Ahlers weiter ausfüllen werde.

 

 

 

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