Di., 17.03.2020

Handwerker nur teilweise vom Coronavirus betroffenM Bauhandwerk entspannt – Friseure nicht

Bielefeld (WB/in). Handwerker in OWL sind zum Teil bereits von den Folgen des Coronavirus betroffen. Einige schwer. Andere gar nicht. Und wieder andere wissen es vielleicht noch nicht. Eine Blitzumfrage der Handwerkskammer hat ergeben, dass in Ostwestfalen-Lippe 26 Prozent bereits jetzt betroffen sind. 40 Prozent befürchten Liquiditätsengpässe. 33 Prozent der Betriebe halten es für wahrscheinlich, dass sie Kurzarbeit beantragen müssen.

„Umgekehrt geht jeder dritte Handwerker noch davon aus, dass er vom Coronavirus vermutlich nicht betroffen sein wird”, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Wolfgang Borgert. Zuversichtlich sei vor allem das Bauhandwerk. Auf die Nachfrage, dass aber grundsätzlich jeder von einer Quarantäne-Maßnahme getroffen werden könne, erklärte Borgert: „In diesem Fall profitieren die Betriebe aber von einem für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrigen Krankenstand.” So wenige Grippekranke wie in dieser Saison habe es schon lange nicht mehr gegeben. Im Fall der Fälle, etwa bei einem Wasserrohrbruch, würden daher alle Notfallmaßnahmen weiter funktionieren.

An der Blitzumfrage, die nicht repräsentativ ist, haben sich Borgert zufolge 560 Handwerksbetriebe aus OWL beteiligt. Von den Auswirkungen des Coronavirus am meisten betroffen sei schon jetzt das Nahrungsmittelgewerbe. Grund sei die Nähe zur Gastronomie. Viele Bäcker und Konditoren unterhalten eigene Cafés, viele Fleischer eigene Cateringfirmen.

Die zweite Gruppe, die zum Teil bereits Auswirkungen des Coronavirus spürt, sind Friseure und Kosmetiker und ähnliche Berufe. Zwar gibt es bisher keine Einschränkungen, was den Kundenkontakt betrifft. „Aber offenbar zögern viele Kunden selbst ihre Besuche hinaus, weil sie unsicher sind oder weil ein Friseurtermin vielleicht jetzt nicht die oberste Priorität hat“, sagte Borgert.

Für die Beschäftigten der Kammer habe das Coronavirus zur Folge, dass die Telefone derzeit nicht mehr still stünden. Borgert appelliert an die Mitglieder, sich zunächst online auf einer Sonderseite der Kammer zu informieren und ansonsten Fragen per E-Mail zu schicken. VIele könne die Kammer noch gar nicht beantworten: „Dafür ist alles viel zu neu und ein viel zu dynamischer Prozess.“

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