Mi., 18.03.2020

Einzelne Nahrungs- und Hygieneartikel höchstens kurzfristig ausverkauft Handel: „Nachschub gesichert“

Bilder von leeren Regalen – beispielsweise beim Toilettenpapier – machen gerade in den sozialen Medien die Runde. Gleichzeitig kursieren aber auch Fotos, die zeigen, dass es durchaus noch genug Angebot gibt – wenn auch nicht immer und überall.

Bilder von leeren Regalen – beispielsweise beim Toilettenpapier – machen gerade in den sozialen Medien die Runde. Gleichzeitig kursieren aber auch Fotos, die zeigen, dass es durchaus noch genug Angebot gibt – wenn auch nicht immer und überall. Foto: dpa

Köln/Berlin (dpa/WB/in/OH). Leer gefegte Nudel-Regale, Toilettenpapier Mangelware und hier und da sogar Verkaufsmengenbegrenzungen in den Geschäften: Die Auswirkungen der Coronaviruskrise auf den Lebensmittelhandel sind nicht zu übersehen. Dennoch geben Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Combi und Co. Entwarnung. Die Warenversorgung in Deutschland sei trotz der erheblich gestiegenen Nachfrage gesichert, betonen die Handelsketten.

Edeka und Rewe erklärten, sie hätten in den vergangenen Tagen die Frequenz der Warenbelieferung bereits erhöht, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Aldi, Real und Kaufland äußerten sich ähnlich. Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels betonte, dass viele Erzeuger ohnehin in Deutschland selbst sitzen. Auch bei Warenlieferungen aus dem Ausland gibt es bisher laut Rewe keine Probleme. Die Transportzeiten hätten sich durch die Grenzkontrollen allerdings verlängert. Um mögliche transportbedingte Schwankungen auszugleichen, habe der Konzern den Lagerbestand erhöht.

Die Europäische Kommission empfahl, für Lastzüge gesonderte Fahrspuren einzurichten. Krankenhäuser, das Gesundheitssystem im Allgemeinen und die Patienten bräuchten Nachschub an medizinischem Material. Ähnliches gelte für Lebensmittel und die Industrie. „Wir haben Hinweise auf kilometerlange Staus an manchen Grenzübergängen“, sagte Behördensprecher Eric Mamer in Brüssel. Es müsse aber sichergestellt sein, dass Waren rechtzeitig ihre Empfänger erreichten.

Hamsterkäufe führen vorübergehend zu Engpässen

Aldi Nord und auch die Bünting-Gruppe mit Combi- und Jibi-Märkten in OWL verzeichnen deutlich erhöhte Absatzmengen bei einigen haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Mehl und Konserven, Getränken und Hygieneprodukten, etwa Seife oder Toilettenpapier. „Einkäufe größerer Mengen durch einzelne Kunden können dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen sind“, erklärt der Discounter Aldi. In den meisten Fällen können Kunden jedoch auf Alternativprodukte zurückgreifen. Die Bünting-Gruppe spricht davon, dass es „zeitweise zu punktuellen Engpässen bei einzelnen Artikeln“ kommen könne, die Regale würden aber im Rahmen der üblichen Anlieferungen zeitnah aufgefüllt. Spürbare Zuwächse gebe es analog zum stationären Geschäft auch bei Onlinebestellungen beim Combi-Lieferservice.

Auch der Discounter Lidl betont, dass der Nachschub sichergestellt sei. Trotzdem könnte es in einzelnen Filialen vorkommen, dass Produkte kurzzeitig vergriffen sind. Während sich die Bünting-Gruppe personell ausreichend aufgestellt sieht, suchen Edeka, Rewe, Lidl und Aldi Mitarbeiter – vor allem Aushilfen für die Filialen und Logistikzentren.

Nachfrage durch die Gastronomie fällt aus

Der Lebensmittelgroßhandel beklagt indes einen enormen Nachfrageeinbruch, weil immer mehr Schulen, Kitas und Restaurants den Betrieb einstellen. Besonders seitens des Gastgewerbes seien die Auswirkungen zu spüren, sagte Marcus Schwenke, Geschäftsführer des Großhandelsverbands Foodservice. „Die Leute gehen aber auch nicht mehr in die Betriebskantinen, weil sie Homeoffice machen. Das Gleiche gilt für Kitas und Schulkantinen, die überall geschlossen werden“, sagte Schwenke. Er betonte, es sei dem Großhandel im Notfall möglich, auch Supermärkte zu beliefern, sollte es dort aufgrund der hohen Nachfrage zu Engpässen kommen. „Das wäre überhaupt kein Problem, selbst auch sensible Waren wie Käse und Fleisch zu liefern“, sagte er. „Ich glaube aber nicht, dass wir im Moment schon in dieser Situation sind.“

Der Lebensmittel-Einzelhandel und die Verbraucherschützer appellierten erneut an die Verbraucher, nur so viel einzukaufen, wie es der unmittelbare Bedarf erfordert. „Bitte seht von Hamsterkäufen ab“, rief der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher, die Verbraucher auf. „Damit leisten wir alle einen Beitrag, dass alle was bekommen.“

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