Wirtschaft
Chancen und Risiken bei der Haussanierung

Alte Häuser haben oft hohe Strom- und Heizkosten. Mithilfe einer energetischen Sanierung schaffen Eigentümer Abhilfe. So gehen sie richtig vor

Freitag, 27.03.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 12:15 Uhr
Wirtschaft: Chancen und Risiken bei der Haussanierung
Foto: Colourbox.de

Alte Häuser sind oft schlecht gedämmt und technisch nicht auf dem neuesten Stand. Die Folge sind hohe Heizkosten und Stromkosten. Mithilfe von Sanierungsmaßnahmen, beispielsweise einer energetischen Sanierung, schaffen Eigentümer Abhilfe. Diese sollten gut durchdacht und geplant sein, um teure Fehler zu vermeiden.

Sanierungsmaßnahmen im Überblick

Es gibt viele Möglichkeiten, mithilfe einer Haussanierung Energie einzusparen. Doch nicht alles ist wirtschaftlich sinnvoll. Wer eine umfassende Immobiliensanierung vornehmen möchte, sollte sich an einen Energieberater wenden. Dieser prüft den energetischen Zustand des Gebäudes, ermittelt notwendige Sanierungsmaßnahmen und prüft diese auf Wirtschaftlichkeit. Dabei hat er auch mögliche staatliche Fördermittel im Blick.

Der neuen Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, zufolge müssen Eigentümer eines Altbaus ihr Haus nicht zwangsläufig sanieren. Nehmen sie allerdings Sanierungsarbeiten in Angriff, müssen diese die EnEV-Vorgaben erfüllen. Mögliche Sanierungsmaßnahmen sind folgende:

  • Dämmen des Gebäudes
  • Dämmung von Außenwand, Dach oder Kellerdecke
  • Heizungsaustausch
  • Einbau oder Erneuerung einer Lüftungsanlage

Wie die Umsetzung im Detail aussehen sollte, ermittelt der Energieberater. Beispielsweise kann die Außenwand als Wärmedämmverbundsystem mit Putzfassade ausgearbeitet werden. Eine andere Möglichkeit ist die Konstruktion als vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Dämmung und Holzverschalung.

Finanzierung und Förderung

Ist das Sanierungskonzept festgelegt, geht es ans Beantragen von Fördermitteln sowie an die Klärung der Finanzierung. Hierfür ist zuerst ein Kassensturz nötig: Wie viel Geld habe ich gespart? Welchen finanziellen Puffer möchte ich für Notfälle behalten? Wie hoch sind meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben? Und wie viel werden die geplanten Sanierungsmaßnahmen kosten?

Es lohnt sich, verschiedene Kreditinstitute zu vergleichen, denn die Finanzierungskosten fallen von Anbieter zu Anbieter recht unterschiedlich aus. Zehn Tipps zur Baufinanzierung gibt es in diesem Ratgeber.

Darüber hinaus sollten sich Bauherren über die staatlichen Fördermittel informieren. Sowohl Bund, Land als auch Kommunen unterstützen Eigentümer durch Förderprogramme. Es gibt jedoch eine Beantragungsfrist. Daher sollten Bauherren darauf achten, die Formulare rechtzeitig vor Sanierungsbeginn abzugeben, da Bund und Land die Fördermittel nachträglich nicht genehmigen.

Tipp: Vermieter können die Sanierungskosten von der Steuer absetzen und im Rahmen des Gesetzes die Miete erhöhen, um die Investitionen auf den Mieter umzulegen.

Auswahl und Beauftragung eines Baudienstleisters

Das Durchführen von handwerklichen Dienstleistungen im Rahmen einer energetischen Modernisierung ist kompliziert und muss gut geplant werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht fristgerecht fertiggestellt werden, was zusätzliche Kosten verursachen kann.

Ist der Eigentümer nicht vom Fach, ist es ratsam, einen Architekten als Bauleitung zu beauftragen. Architekten kennen die Landesbauordnung und wissen, welche Sanierungsarbeiten genehmigungspflichtig sind und welche nicht. Wird beispielsweise die Form des Hauses verändert oder der Dachboden zum Wohnbereich ausgebaut, ist meist die Genehmigung der Bauaufsichtsbehörde nötig.

Darüber hinaus haben professionelle Bauleiter das nötige Fachwissen, um die Gewerke zu koordinieren. Viele handwerkliche Leistungen bauen aufeinander auf. Um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten, sollten die Gewerke sinnvoll und rechtzeitig beauftragt werden.

Die Auswahl der Handwerksbetriebe ist für den Erfolg der Gebäudesanierung entscheidend. In der Regel pflegen Architekten Kontakt zu Handwerksunternehmen, mit welchen Sie in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt haben. Für den Bauherren bedeutet das mehr Sicherheit bei der Durchführung seines Sanierungsprojekts.

Kontrolle der Sanierungsmaßnahmen

Während der Bauphase ist es notwendig, den Baufortschritt zu kontrollieren. Übernimmt ein Architekt die Bauleitung, kümmert er sich darum und steht dem Hausbesitzer für Fragen zur Verfügung.

Die Sanierungsmaßnahmen sollten immer dem Stand der Technik entsprechen. Nach jeder Fertigstellung eines Gewerkes hat der Bauherr oder Architekt die Aufgabe, dies zu prüfen. Darüber hinaus sollten die Bauarbeiten auch auf Mängel kontrolliert werden. Ein Beispiel: Wird im Rahmen einer Dachsanierung eine Dampfbremse angebracht, um den Diffusionswiderstand zu vergrößern, muss sie luftdicht ausgeführt werden. Wurde sie das nicht, liegt ein Baumangel vor, der später zu einem Schimmelpilzbefall führen könnte.

Abnahme mit oder ohne Baugutachter

Sind alle Sanierungsmaßnahmen des jeweiligen Gewerks abgeschlossen, erfolgt die Übergabe. Bei einer korrekten Übergabe weist der Handwerker den Bauherren in die Nutzung beziehungsweise Pflege der Sanierungsmaßnahmen ein. Zudem erhält der Auftraggeber die Garantiebedingungen und Bedienungsanleitungen der verbauten Teile sowie die Unternehmererklärung. Bei der Unternehmererklärung handelt es sich um eine schriftliche Bestätigung des Handwerkers, dass die Anlagen- und Bauteile den Anforderungen der EnEV entsprechen.

Mit der Bauabnahme bestätigen Bauherren dem Handwerksbetrieb, dass er seine Arbeit ordnungsgemäß durchgeführt hat. Finden sich Mängel, müssen diese schriftlich angezeigt werden.

Viele Mängel lassen sich nur mit Fachwissen erkennen. Besteht Unsicherheit, sollten Eigenheimbesitzer einen staatlich geprüften Bau-Sachverständigen hinzuziehen. Der Sachverständige erstellt ein schriftliches Gutachten über die Sanierungsarbeiten und eventuelle Mängel. Nach der Mängelanzeige – diese sollte immer schriftlich und mit Einschreiben erfolgen –müssen die Auftraggeber dem Handwerksbetrieb genug Zeit geben, diese zu beseitigen. Meist reichen hierfür zwei Wochen aus. Wird der Mangel nicht behoben, sollten die Auftraggeber eine zweite Frist setzen. Weitere Informationen zur Mängelanzeige gibt es hier.

Auf die Planung kommt es an

Die Sanierung des Hauses bietet Eigentümern die Möglichkeit, langfristig Energiekosten einzusparen. Um dieses Potenzial zu nutzen, bedarf es einer professionellen Planung und Durchführung der Maßnahmen. Je besser die Sanierungsarbeiten vorbereitet und mit sachkundigem Rat begleitet werden, desto entspannter läuft die Gebäudesanierung ab.

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