Hersteller wie Dr. Oetker, Tönnies und Storck arbeiten auf Hochtouren
Nachschub bei Lebensmitteln läuft

Bielefeld/Halle/Rheda-Wiedenbrück (WB). Der Ausnahmezustand in der Corona-Krise führt zu zweistelligen Zuwachsraten im Lebensmittelhandel und steigender Nachfrage bei vielen Nahrungsmittelherstellern auch in OWL. Dem Hamsterkäufe-Phänomen zum Trotz sei die Versorgungslage weiterhin gut und gesichert, betont Rainer Angermann, Vertriebsleiter bei der Supermarktkette Combi/Jibi.

Mittwoch, 01.04.2020, 03:01 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 07:00 Uhr
Die Supermarktkette Combi verzeichnet ein zweistelliges Umsatzplus. Foto: Oliver Schwabe
Die Supermarktkette Combi verzeichnet ein zweistelliges Umsatzplus. Foto: Oliver Schwabe

Auch im Handel sei die Lage gut, betont Angermann. „Der Krankenstand ist bei uns unterdurchschnittlich.“ Mehrstunden würden aktuell mit Boni vergütet.

Die deutsche Ernährungsindustrie schließt derweil steigende Lebensmittelpreise aufgrund der Corona-Krise nicht aus. „Es gibt derzeit viele Faktoren in der Lieferkette, die den Preis beeinflussen. Neben den fehlenden Erntehelfern gibt es auch in der Ernährungsindustrie und im Handel Personalengpässe“, sagte Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Funke-Mediengruppe. Die Hersteller hätten Kostensteigerungen. „Sie werden versuchen, diese an das nächste Glied in der Kette, also den Handel, weiterzugeben.“ Weil in der Regel Lieferverträge für das gesamte Jahr geschlossen würden, sei eine Preisstabilität aber zunächst gewährt.

Mehr Nachfrage nach Backzutaten, Pizza und Müsli

Nahrungsmittelhersteller wie Dr. Oetker in Bielefeld, der Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern Tönnies und der Haller Süßwarenhersteller Storck sehen die Lage derweil aktuell wenig problematisch. Die Rohstoffversorgung laufe nahezu reibungslos, sagt Oetker-Sprecher Jörg Schillinger. Der Konzern verzeichnet im Einzelhandel „einen spürbaren Anstieg“ beim Absatz von Tiefkühlpizzen, Backutensilien sowie Müsli. „Unser Großhandelsgeschäft mit der Gastronomie ist dagegen eingebrochen.“

Fleischexport stockt

Eine ähnliche Verlagerung schildert Tönnies-Sprecher André Vielstädte. Hier sei aber auch der Export in Auslandsmärkte , der bei Tönnies rund 50 Prozent ausmacht, angespannt. Welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Fleischpreise haben könnte, darüber „möchte ich nicht spekulieren“, sagt Vielstädte.

Süßes in der Krise gefragt

Storck registriert eine „deutlich gestiegene Nachfrage“ nach Süßwaren. Das Unternehmen habe bislang keinerlei Einschränkungen und arbeite „unter hohem Einsatz“ daran, die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Storck-Sprecher Bernd Rößler sieht „keine Indikatoren für eine Preisentwicklung in die eine oder andere Richtung“.

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