Touristikbranche schlägt erste Öffnungen schon für den 4. Mai vor
Urlaub 2020 in NRW doch möglich?

Düsseldorf  (WB). Die Tourismusbranche hat Vorschläge erarbeitet, wie Urlaube in Nordrhein-Westfalen in diesem Sommer in eingeschränkter Form stattfinden können. Ein entsprechendes – bislang noch geheimes – Papier von Tourismus NRW liegt seit Freitag dem Landeswirtschaftsministerium vor.

Samstag, 25.04.2020, 03:02 Uhr aktualisiert: 25.04.2020, 05:00 Uhr
Wanderungen im kleinen oder Familienkreis – dafür bietet gerade Ostwestfalen-Lippe wie hier in Sichtweite des Viadukts in Altenbeken gute Voraussetzungen. OWL gehört in NRW zu den beliebtesten Regionen. Foto: Teutoburger Wald Tourismus/Grawe
Wanderungen im kleinen oder Familienkreis – dafür bietet gerade Ostwestfalen-Lippe wie hier in Sichtweite des Viadukts in Altenbeken gute Voraussetzungen. OWL gehört in NRW zu den beliebtesten Regionen. Foto: Teutoburger Wald Tourismus/Grawe

Es sieht mindestens zwei Phasen der Lockerung des gegenwärtigen vollständigen Shutdowns bei den Reiseveranstaltern sowie in Hotels und Gastronomie vor. Erste Lockerungen sollen nach den Vorstellungen des Branchenvereins schon am 4. Mai beginnen.

Anfang machen mit Ferien- und Zweitwohnungen

Zu Beginn sollen vor allem Ferienhäuser- und -wohnungen öffnen dürfen. Das würde dem Vorschlag zufolge auch Zweitwohnungen von Bürgern einschließen. In Schleswig-Holstein, das bei der Sperrung der Zweitwohnungen eine Vorreiterrolle hatte, sind diese nach einem Kabinettsbeschluss vom Donnerstag von den Besitzern ab 4. Mai wieder nutzbar.

NRW-Touristik begründet seinen Vorschlag damit, dass Ferienwohnungen autark seien und von Selbstversorgern genutzt würden. Das gelte auch auf Campingplätzen. Deshalb sollten auch sie öffnen dürfen, wenn die Standplätze weit genug auseinander gezogen seien und Maßnahmen, die den Kontakt reduzieren, kontrolliert würden. Auch Sportboothäfen sollen nach dem Vorschlag der Branche wieder öffnen. Sogar die Vermietung an selbst fahrende Gäste soll möglich sein.

Kurparks, Zoos und Botanische Gärten sollen öffnen dürfen

Für die Hotels und Restaurants erarbeitet der Branchenverband Dehoga in NRW derzeit eigene Vorschläge für eine schrittweise Öffnung. Was die Freizeitgestaltung betrifft, so wird in dem Papier vorgeschlagen, dass sportliche und gesundheitliche Aktivitäten dann erlaubt sein sollen, wenn eine Gruppenbildung vermieden und zudem alle hygienischen Vorschriften eingehalten werden. Insbesondere Kurparks und, soweit möglich, Zoos und botanische Gärten sollen wieder zugänglich werden. Dabei soll auch Außengastronomie gestattet sein. Die entsprechenden Vorgaben hinsichtlich Beschränkung der Tische, Hygiene und Abstand müsse die Politik den Straßencafés und Biergärten machen.

Vorgaben erwartet NRW-Touristik auch für Museen, Burgen, Schlösser und Denkmäler, damit diese – vielleicht in einer zweiten Phase – öffnen können. Ebenso seien später wieder Stadt- und andere Führungen denkbar, wenn die Teilnehmerzahl begrenzt und der Abstand gewährleistet sei.

Tourismusbranche braucht zusätzliche finanzielle Hilfe

Die Lage der Branche ist nach Angaben des Verbands dramatisch. In März und April seien 4,1 Milliarden Umsatz ausgefallen. Da sei etwa das Vermittlungsgeschäft der Reisebüros für Urlaube im Ausland noch nicht einmal eingerechnet. Auf die Monate März, April und Mai entfällt normalerweise ein gutes Viertel des Jahresumsatzes. NRW-Touristik fordert dringend weitere Hilfsgelder und Kredite vor allem für Anbieter, deren Geschäft vollständig zusammengebrochen sei.

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