DMG Mori: Umsatz und Auftragseingang bis Ende März geschrumpft
Gewinn trotz Corona-Krise

Bielefeld (WB). 27 Prozent weniger Umsatz, 38 Prozent Rückgang beim Auftragseingang im ersten Quartal: Trotzdem ist Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender des Bielefelder Werkzeugmaschinen-Herstellers DMG Mori optimistisch: „Wir werden auch im Jahr 2020 einen Gewinn erwirtschaften“, versprach er am Dienstag. Schon am Montag, 4. Mai, soll es wieder losgehen. Dann werden alle Produktionsstätten des Konzerns wieder ihre Arbeit aufnehmen, auch jene Bergamo und Tortona in Norditalien.

Dienstag, 28.04.2020, 12:51 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 15:16 Uhr
Blick in die Produktion bei DMG Mori. Foto:
Blick in die Produktion bei DMG Mori.

DMG Mori wurde sehr früh mit dem Coronavirus konfrontiert. Schon am 1. März war die Infektion bei einem Mitarbeiter in Pfronten festgestellt worden. Danach wurden schrittweise alle Standorte weitgehend heruntergefahren. Die Hälfte der 7000 Beschäftigten blieb

Christian Thönes

Christian Thönes Foto: Oliver Schwabe

zu Hause. Das Kurzarbeitergeld wurde vom Unternehmen auf 80 Prozent aufgestockt. Bis auf etwa 100 Beschäftigte werden Thönes zufolge ab Montag alle wieder an Bord sein. Aktuell hätten sich zwei Beschäftigte in Polen und England mit dem Virus infiziert.

Der Umsatzrückgang von – im Vergleich zum ersten Quartal 2019 – 27 Prozent auf 458 (Vorjahr: 692,2) Millionen Euro sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass fertige Maschinen im Wert von 50 Millionen wegen Grenzschließungen und Engpässen in der Logistik nicht ausgeliefert werden konnten. Der operative Gewinn (Ebit) habe sich auf 25,3 (50,4) Millionen Euro halbiert. Der Auftragseingang reduzierte sich auf 440,2 (708,3) Millionen Euro.

Gildemeister vor 150 Jahren gegründet

Das aktuelle Jahr 2020 ist ausgerechnet noch das 150. seit Gründung von Gildemeister, der Keimzelle des Konzerns. Es werde angesichts der großen Herausforderungen ein Ausnahmejahr sein, sagt Thönes. Das Ausmaß der Einschränkungen, die das Virus ausgelöst habe, überrasche alle. Dabei habe die Weltkonjunktur auch schon vorher geschwächelt. Eine Prognose, die über das Versprechen, dass man nicht in die Verlustzone abrutschen werde, hinausgeht, traut sich der Manager noch nicht zu. Die Zahlen würden natürlich deutlich zurückgehen. Hoffnung bereite unter anderem der Neustart des chinesischen Marktes. Auch hätten im Gegensatz zu Luftfahrt und Automobil Branchen wie Erneuerbare Energien, Bahntechnik, Halbleiter und Automatisierung ihre Investition nicht zurückgestellt. Zudem erwartet Thönes durch die Krise einen Schub für Digitalisierung und 3-D-Druck – Bereiche, in denen DMG Mori stark sei. Darauf werde sich das Unternehmen ab dem 4. Mai wieder fokussieren.

Von den 7181 (7245) Beschäftigten zum Stichtag 31. März haben etwa 1000 ihren Arbeitsplatz in Bielefeld. Die Zahl sei stabil. Das erste Quartal war für Thönes auch insofern besonders, als DMG Mori erstmals Klimaneutralität erreicht habe. Ziel sei es, dies auch für das Gesamtjahr nachzuweisen.

Hauptversammlung am 15. Mai „virtuell“

Die für den 15. Mai geplante Hauptversammlung von DMG Mori wird wie geplant stattfinden – allerdings erstmals in der Unternehmensgeschichte virtuell. Sie wird im Internet übertragen werden und die Anteilseigner virtuell zugeschaltet sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7387709?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Schwere Hypothek
Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union.
Nachrichten-Ticker