Do., 07.05.2020

Zustimmung zu Lockerungen in Gastronomie, Tourismus und Handel Wirtschaft in OWL erleichtert

Seit Mittwoch weiß auch Gerholds in Halle-Hörste: Gaststätten dürfen ab 11. Mai wieder öffnen.

Seit Mittwoch weiß auch Gerholds in Halle-Hörste: Gaststätten dürfen ab 11. Mai wieder öffnen. Foto: Oliver Horst

Düsseldorf/Bielefeld (WB). Die in Berlin beschlossenen und später von einzelnen Ministerpräsidenten konkretisierten Lockerungen der bisherigen Einschränkungen wegen der Corona-Krise stoßen in der ostwestfälischen Wirtschaft auf Erleichterung und Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Gastronomie, den Tourismus und den Einzelhandel.

Schon vor der Videokonferenz zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten hatten sich die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern auf eine kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes geeinigt. Gastronomie und Hotellerie in OWL reagierten am Mittwoch erleichtert, dass dies in Nordrhein-Westfalen tatsächlich ab 11. bzw. 21. Mai für Hotels möglich sein wird. „Dies ist noch nicht die Lösung unserer Probleme, aber ein Schritt nach vorne“, sagte Regine Tönsing, Geschäftsführerin des Branchenverbandes Dehoga in OWL. Dass die Wirte Abstand und Hygiene können, hätten sie schon in der Zeit vor dem Shutdown bewiesen. Schon da war der Zugang zu den Restaurants und Cafés nicht nur zeitlich eingeschränkt. Auch die vorgeschriebene Regis­trierung der Gäste für den Fall, dass jemand an Corona erkranke, sei kein Problem.

Gastronomie: Umsatz nicht aufzuholen

Gleichwohl erwartet die Dehoga „nicht zuletzt wegen der Erfahrungen im Handel“ ab 11. Mai keinen Kundenansturm. So mancher Gast warte sicher erst ab. Auch deshalb

Regine Tönsing Foto: Bernhard Pierel

sei das vom Bundesverband der Dehoga geforderte Rettungspaket für die Hotellerie und Gastronomie dringend geboten, sagte Tönsing. Die Einbußen der vergangenen Wochen seien nicht aufzuholen: „Hotelbetten, die einmal storniert wurden, werden beim nächsten Mal nicht doppelt belegt. Und wer auf sein Schnitzel im Restaurant verzichten musste, wird beim nächsten Mal nicht einfach zwei Schnitzel essen.“ Außerdem müssten viele gastronomische Betriebe wie Clubs und Diskotheken vermutlich noch längere Zeit warten, bis sie wieder öffnen könnten. Aber immerhin habe die Branche wieder eine Perspektive.

Tourismus: Licht am Ende des Dschungels

Zustimmung kommt auch aus der Reisebranche. Es sei das ersehnte Licht am Ende des Tunnels, erklärte Achim Schloemer, Vorstandsvorsitzender von NRW-Tourismus. Zugleich betonte auch er, weitere Hilfen für die Branche seien nicht vom Tisch sind. „Auch wenn viele Betriebe im Inlandstourismus bald nun wieder öffnen dürfen, werden sie angesichts der auferlegten – und für den Gesundheitsschutz absolut notwendigen – Einschränkungen ganz sicher noch nicht an ihre Umsätze vor der Krise anknüpfen können.“ Vorschläge für finanzielle Hilfen hat NRW-Tourismus, wie berichtet, vor zwei Wochen dem NRW-Wirtschaftsministerium vorgelegt . Schloemer geht davon aus, dass die Branche in NRW 2020 Umsatzeinbußen in Höhe von 20 Milliarden Euro hinnehmen muss.

Handel: Abstand auf größerer Fläche leichter einzuhalten

Aus Sicht des Handels war die bislang geltende Beschränkung der Öffnungserlaubnis auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche ohnehin nicht nachzuvollziehen. „Der geforderte Abstand zwischen den Menschen ist auf größerer Fläche sogar leichter einzuhalten“,

Thomas Kunz Foto: Oliver Schsabe

erklärte Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des OWL-Handelsverbandes, nach Bekanntgabe der Entscheidung. Dadurch, dass nun mehr Kunden sich in den Geschäften aufhalten könnte, würden die Schlangen vor den Eingängen wesentlich kleiner werden. Sie hätten am vergangenen Samstag teilweise den Eindruck erweckt, als hätten sich schon wieder mehr Kunden in die Innenstädte gewagt als es tatsächlich gewesen seien.

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