Führender Jugendreise-Anbieter aus Bielefeld stemmt sich gegen die Corona-Krise
Ruf gibt Europa nicht auf

Bielefeld (WB). Die Corona-Krise trifft Deutschlands führenden Jugendreise-Anbieter Ruf hart. Doch in der Zentrale in Bielefeld bleibt man zuversichtlich. Auch wenn die Vorzeichen nicht besonders vielversprechend sind: Die Hoffnung, schon geplante Reisen ins europäische Ausland in diesem Sommer trotz Corona-Krise noch durchführen zu können, hat Kristina Oehler nicht aufgegeben. Seit dem vergangenen Herbst ist sie neue geschäftsführende Gesellschafterin an der Seite von Burkhard Schmidt-Schönefeldt und Thomas Neumann.

Freitag, 08.05.2020, 03:04 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 05:02 Uhr
Die Teilnehner an den Ruf-Jugendreisen werden von ausgebildeten Teamern betreut. Foto: Ruf-Jugenreisen
Die Teilnehner an den Ruf-Jugendreisen werden von ausgebildeten Teamern betreut. Foto: Ruf-Jugenreisen

Dabei setzt Ruf nicht nur auf die Nachbarländer Österreich und Niederlande, sondern auch auf Kroatien. Der Balkanstaat zählt zu den Ländern mit den wenigsten Corona

Kristina Oehler

Kristina Oehler Foto: Joerg Dieckmann

-Krankheitsfällen in Europa. Bei dem Ziel der Regierung in Zagreb, den Tourismus wieder zu beleben, spielt Deutschland eine wichtige Rolle. Davon könnte Ruf, das in der Region Istrien seit langem über gute Geschäftsbeziehungen verfügt, profitieren. Aber selbst in Spanien, wo Ruf viele Ziele in Katalonien im Programm führt, sieht Oehler noch Chancen.

Deutschland Küstenorte im Blick

Ansonsten sei Ruf derzeit mit Hochdruck dabei, neue Destinationen in Deutschland zu gewinnen. Dabei stehe das Unternehmen insbesondere in den Küstenregionen in aussichtsreichen Verhandlungen, sagt Oehler. Vor einigen Jahren noch steuerte Ruf vor allem mit Kindern auch Ziele in Deutschland an. Dies wurde aber, bis auf eine Burg in Hessen, weitgehend aufgeben, weil, so Oehler, auch die Jüngeren lieber in den sonnigen Süden verreisen. Weil dies derzeit nicht möglich ist, könne die Corona-Krise dazu führen, dass die junge Generation Deutschland neu entdecke.

2019 verreisten 50.000 Jugendliche mit Ruf

Im vergangenen Jahr waren etwa 50.000 Jugendliche mit Ruf unterwegs . Sie wurden von 1200 freiberuflichen Reiseleitern betreut. An Ostern und Pfingsten fielen die ersten Touren bereits der Corona-Krise zum Opfer. Der größte Anteil des Programms – mehr als 70 Prozent – entfällt jedoch auf die Sommerferien. Für diejenigen, die ihre Buchungen stornieren wollen, bietet das Unternehmen an, nach Alternativen zu suchen oder die Buchung einfach auf das nächste Jahr zu verschieben. „Davon machen viele Gebrauch“, sagt Oehler.

In Bielefeld zählt Ruf 80 festangestellte Mitarbeiter, die sich nun alle in Kurzarbeit befinden. Oehler hofft, dass der Staat demnächst auch der von Corona besonders schwer gebeutelten Tourismusbranche mit Hilfsgeldern unter die Arme greift. Ansonsten sei Ruf parallel zu den Verhandlungen mit neuen Destinationen im Gespräch mit den Banken, um die Liquidität zu sichern.

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