Region auf dem Weg zum Vorreiter in Deutschland und Europa
OWL will digitaler werden

Paderborn (WB). Den Hund online anmelden, Elterngeld digital beantragen und digitale Assistenten helfen beim Ausfüllen von Formularen: Das alles soll bald in ganz Ostwestfalen-Lippe möglich sein und den Bürgern viele Wege ersparen. Dafür haben sich die Kommunen auf den Weg zur digitalen Modellregion gemacht. Das Programm, das 2021 ausläuft, soll nun verlängert werden.

Donnerstag, 16.07.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 05:02 Uhr
Paderborns Bürgermeister Michael Dreier (rechts) übergibt den sogenannten Letter of Intent an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Mit der Absichtserklärung betonen die OWL-Kommunen, dass sie den Ausbau der digitalen Verwaltung fortsetzen und weitere digitale Projekte angehen wollen. Foto: Oliver Schwabe
Paderborns Bürgermeister Michael Dreier (rechts) übergibt den sogenannten Letter of Intent an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Mit der Absichtserklärung betonen die OWL-Kommunen, dass sie den Ausbau der digitalen Verwaltung fortsetzen und weitere digitale Projekte angehen wollen. Foto: Oliver Schwabe

Die 69 Kommunen in OWL, die Kreise, die Bezirksregierung, die Hochschulen, die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern wollen die Digitalisierung weiter vorantreiben . Am Mittwoch wurde in Paderborn ein sogenannter Letter of Intent (Absichtserklärung) an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart übergeben – auch um auf diesem Weg weitere Fördergelder beantragen zu können. Die Kommunen wollen aber auch selbst viel Geld in die Hand nehmen.

Schon 13 Projekte bewilligt

Bislang wurden 13 Projekte bewilligt. Das Land hat dafür 17,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nun gehe es darum, die Vernetzung und die „produktive Zusammenarbeit“ nach dem Ende des Förderprogramms fortzusetzen, heißt es in der Erklärung. Ziel sei es, innerhalb der Region den Informationsaustausch, den Transfer und die Vernetzung zu fördern. Der Fokus soll auf den Themen „Smart City“ und „Smart Region“ liegen. OWL wolle eine Vorreiterrolle in Deutschland und Europa einnehmen.

Pandemie unterstreicht: Digitalisierung immer wichtiger

„Wir wollen die digitale Zukunft in OWL voranbringen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sehen wir jeden Tag, wie wichtig die Digitalisierung ist“, sagte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier am Mittwoch. Paderborn ist als Leitkommune für die Region ausgewählt worden. Dazu sei unter anderem ein Digitalkongress im April 2021 im Paderborner Heinz-Nixdorf-Museumsforum geplant, sagte Dreier, an dem Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teilnehmen sollen. Zur Verbesserung der interkommunalen Zusammenarbeit ist zudem die Einrichtung eines Digitalbüros geplant, das den Aufbau einer Informationsplattform ermöglichen und den Transfer sicherstellen soll, damit Projekte nicht doppelt gemacht würden. Dafür wird mit Kosten von 350.000 Euro jährlich kalkuliert.

„Wir tun das nicht um unser selbst willen, sondern um das Leben unserer Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern“, sagte Bielefelds Baudezernent Gregor Moss. 80 Prozent des Bürgerservice wolle die Stadt Bielefeld bald digital anbieten. Zudem werde in den Breitband- und 5G-Ausbau investiert. Unter anderem soll die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbessert werden. Auch im Bereich „Smart City“ ist vieles in OWL geplant. Unter anderem soll der Straßenverkehr durch intelligente Ampeln flüssiger und sicherer werden.

Wirtschaftsminister Pinkwart, der sich über den Stand in den bisherigen Projekten informieren ließ, betonte, dass OWL bereits eine Pionierrolle eingenommen habe. „Mit den Impulsen aus OWL ist eine wichtige Vorarbeit geleistet worden“, sagte Pinkwart. Das Ziel der Landesregierung sei es, bis 2025 überall in NRW eine digitale Verwaltung aufgebaut zu haben.

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