Miete
Hitze in der Mietwohnung: Welche Möglichkeiten Mieter bei sommerlichen Temperaturen haben

Der Sommer bringt in diesem Jahr schon früh hohe Temperaturen, auch in Wohnungen kann es durch anhaltende Hitze schnell unangenehm werden. Für Mieter stellt sich unter diesen Voraussetzungen die Frage, welche Möglichkeiten und Rechte sie haben, um in den bewohnten Räumlichkeiten für Kühle zu sorgen.

Freitag, 24.07.2020, 10:10 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 12:08 Uhr
Miete: Hitze in der Mietwohnung: Welche Möglichkeiten Mieter bei sommerlichen Temperaturen haben
Mit steigenden Temperaturen wird auch das Thema Wärmeschutz wieder akuter. Foto: Adobe Stock © hanohiki

Bereits im vergangenen Sommer erforderte die frühsommerliche Hitze kreative Lösungen gegen steigende Temperaturen in Innenräumen. Betroffen sind aber nicht nur unzureichend klimatisierte Arbeitsplätze, auch in Wohnungen drohen in den kommenden Wochen wieder unangenehme Raumtemperaturen.

Während Haus- und Wohnungseigentümer vergleichsweise einfach wirksame Gegenmaßnahmen gegen die Sommerhitze ergreifen können, müssen Mieter sehr viel genauer auf die Möglichkeiten schauen, die ihnen zur Verfügung stehen.

Überhitzte Mietwohnung: Rechtliche Mittel gegen fehlenden Wärmeschutz

Eine explizite gesetzliche Grundlage zum Wärmeschutz in Wohnungen gibt es nicht. Mit den Angaben in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten besteht lediglich eine Orientierungsgröße für zulässige Raumtemperaturen (ASR 3.5): Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll 26 Grad Celsius nicht überschreiten, um Gesundheitsgefährdungen zu vermeiden.

Solche Obergrenzen gelten für private Wohnungen nicht, gleichwohl können hohe Temperaturen in einer Mietwohnung einen Sachmangel darstellen. Unter Umständen rechtfertigt der eine Mietminderung . Ergreift der Vermieter keine geeigneten Maßnahmen zum Hitzeschutz, kann die Mietpartei sogar den Mietvertrag kündigen.

Widersprüchliche Urteile zu Wärmeschutz und Sachmangel

Das Amtsgericht Hamburg hat 2006 ein entsprechendes Urteil (Urteil vom 10.5.2006, 46 C 108/04) zur Zulässigkeit einer Mietminderung gefällt. Begründet wurde es damit, dass steigende Raumtemperaturen während der Sommermonate, vor allem in Dachgeschosswohnungen, von den Mietern zwar bis zu einem gewissen Grad in Kauf genommen werden müssen.

Entspricht der vorhandene Wärmeschutz aber nicht dem Stand der Technik zum Zeitpunkt, als das Gebäude errichtet wurde, kann das als Sachmangel gewertet werden. Ein juristisches Muss ist das aber keineswegs. Das Amtsgericht Leipzig sah in einem ähnlichen Fall keinen Sachmangel vorliegen (Urteil vom 6.9.2004, 164 C 6049/04).

Unabhängig von der gerichtlichen Beurteilung müssen Mieter die hohen Temperaturen nachweisen. Zeugen und regelmäßige Messungen sowie die Dokumentation der Raumtemperatur (mit Datum und Uhrzeit) sind dazu zulässig.

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Markisen, Außenjalousien oder Klimaanlagen erfordern immer das Einverständnis des Vermieters vor der Installation. Foto: Adobe Stock © ifeelstock

Was Mieter selbst für ihren Wärmeschutz tun können

Das Eingreifen des Vermieters ist beim Thema Hitzeschutz aber nicht zwingend erforderlich. Eine Mietpartei hat zu diesem Zweck durchaus die Möglichkeit, selbst tätig zu werden und Maßnahmen zu ergreifen. Voraussetzung hierfür ist, wie bei allen Veränderungen in einer Mietwohnung, die die Bausubstanz betreffen könnten, die Erlaubnis des Vermieters.

Eine mittelfristige Lösung, die für die gesamte Wärmeperiode Schatten und damit Kühlung bringen kann, sind beispielsweise Rollos mit reflektierender Hitzeschutzbeschichtung. Hier empfiehlt es sich allerdings besonders für Mietwohnungen, das Rollo ohne Bohren anzubringen . Damit schaffen Mieter einen wirksamen Schutz gegen die Sonneneinstrahlung, die Bausubstanz der Wohnung bleibt dabei unangetastet.

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Geklebte oder geklemmte Rollos können auch ohne Erlaubnis des Vermieters als Wärmeschutz angebracht werden. Foto: Adobe Stock © New Africa

Ein Einverständnis des Vermieters für die Befestigung von bohrfrei aufgehängten Rollos ist nicht erforderlich. Denn sie werden am Fensterflügel lediglich festgeklemmt oder geklebt. Beides hinterlässt keine sichtbaren Spuren.

Dazu benötigt es weder für die Montage noch für die Demontage, etwa im Falle eines Umzugs, besonderes handwerkliches Geschick. Die Schutzwirkung gegen Wärme entspricht dennoch weitaus aufwändigeren Lösungen wie Außenjalousien, deren Installation erst mit dem Vermieter abgesprochen werden muss.

Kurzfristige Entlastung mit einfachsten Mitteln

Auch ohne Hilfsmittel wie Rollos, Ventilatoren oder Jalousien lassen sich die Temperaturen in der Wohnung senken. Mit dem richtigen Lüften beispielsweise kann die Raumluft abgekühlt werden. Sinnvoll ist es dazu, die Fenster nur während der kühleren Morgen- und Abendstunden zu öffnen. Ansonsten tritt der gegenteilige Effekt ein und es strömt warme Luft in die Räume.

Ein Ventilator schafft zwar prinzipiell keine richtige Abkühlung. Er sorgt aber zumindest für einen angenehmen Luftzug, da er die Raumluft in Bewegung versetzt. Vor dem Fenster aufgestellt kann ein Ventilator darüber hinaus abends für einen gewissen Luftaustausch sorgen. In Verbindung mit einer Schale Wasser oder Eiswürfeln ist es sogar möglich, einen ähnlichen Effekt wie mit einer Klimaanlage zu erzeugen.

Solche Maßnahmen wirken jedoch nur vorübergehend und stellen keine nachhaltige Lösung für das Problem der Wärmeentwicklung dar. Ein langfristig wirksamer Hitzeschutz lässt sich nur über größere bauliche Veränderungen erreichen, etwa in Form einer Wärmedämmung oder mit einer speziellen Sonnenschutzverglasung.

Derartige Umbaumaßnahmen liegen aber im Ermessen des Vermieters, einen Anspruch darauf haben Mieter selbst bei durchgängig hohen Raumtemperaturen nicht. Deswegen eignen sich beispielsweise Rollos als unkomplizierte und dennoch effektive Option, um den Wärmeschutz eigenhändig zu verbessern – ohne aus der Installation eine Mietrechtsangelegenheit zu machen.

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