Erlös für Bauern sinkt um 20 Cent pro Kilo Schweinefleisch
Tönnies zahlt weniger

Münster/Rheda-Wiedenbrück (WB/fpl/in/dpa). Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies (Rheda-Wiedenbrück) hat nur einen Tag nach Bekanntwerden des ersten Nachweises der Afrikanischen Schweinepest im Osten Brandenburgs den Schweinepreis gesenkt.

Samstag, 12.09.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2020, 05:05 Uhr
Für Schweine erhalten die Bauern seit Freitag wieder deutlich weniger Geld. Foto: dpa
Für Schweine erhalten die Bauern seit Freitag wieder deutlich weniger Geld. Foto: dpa

Wie Andre Vielstädte, Sprecher des Unternehmens, am Freitag bestätigte, erhalten die Landwirte pro Kilogramm etwa 20 Cent weniger als zu Beginn der Woche. Vielstädte beruft sich auf „Marktgegebenheiten“, denen Tönnies folgen müsse. Ob und wann der Handel die Preissenkung an die Endkunden weitergibt, ist offen. Noch am Donnerstag hatte Tönnies erklärt, man werde alles tun, um den Markt zu stabilisieren. An diesem Ziel halte man fest, erklärte Vielstädte.

Auch die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften von Vieh und Fleisch (VEZG) setzte am Freitag den Erzeugerpreis für Schweinefleisch neu fest und senkte ihn von 1,47 Euro um 20 Cent auf 1,27 Euro je Kilogramm. Bei einem Mastschwein mache der Wertverlust etwa 20 Euro aus, sagte Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen.

Beringmeier: Blick auf Regionalisierung der Vermarktung richten

Der Westfälisch-Lippische Bauernpräsident Hubertus Beringmeier (Hövelhof) schrieb einen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). „Wir müssen das Augenmerk auf die Regionalisierung der Vermarktung richten“, fordert er. „Ansonsten brechen uns die Exportmärkte weg.“ Dies bedeutet, dass ein Land nach dem Fund eines infizierten Tieres nicht gänzlich von einem Exportverbot betroffen wird, sondern nur die Region, in der die Seuche nachgewiesen wurde.

Ein nur regionaler Verkaufsstopp wäre gerade für die vielen in Westfalen vertretenen Betriebe wichtig. Grund: Deutschland ist eines der größten Exportländer für Schweinefleisch nach China. Nach Informationen aus Agrarkreisen gibt es bereits Gespräche zwischen dem deutschen Agrarministerium und chinesischen Behörden. Bisher hat lediglich Südkorea ein Importverbot verhängt. Die Regierung in Peking hatte vor Jahren nach Ausbruch der Schweinepest im eigenen Land Millionen Schweine töten lassen.

„Monitoring und Wildschwein-Jagd intensivieren”

Um so wichtiger ist es, eine Ausbreitung der ASP über die brandenburgischen Landkreise hinaus zu verhindern. „Jetzt gilt es, die vorliegenden Krisenpläne zügig umzusetzen. Insbesondere müssen das Monitoring und die Jagd auf Wildschweine intensiviert werden“, sagt Beringmeier.

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