Hövelhofer Unternehmensgruppe strukturiert sich neu – Großteil der Arbeitsplätze soll erhalten bleiben
Geha fertigt keine hochwertigen Möbel mehr

Hövelhof (WB). Die Hövelhofer Unternehmensgruppe Henrichsmeyer mit den Unternehmen Geha-Möbelwerke und Formaplan will sich für die Zukunft neu aufstellen und lässt nach den internen wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre jetzt auch die rechtliche Neuordnung folgen. Das Unternehmen wolle sich künftig auf die Produktion von Möbel­teilen konzentrieren. Das bedeutet: Die Herstellung von hoch­wertigen Möbeln bei den Geha-Möbelwerken wird nicht weitergeführt.

Dienstag, 15.09.2020, 18:23 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 09:38 Uhr
Die Produktion bei Formaplan in Hövelhof: Vorne rechts ist eine Platten-Aufteilsäge zu sehen, die die fünf bis sechs Meter langen Standardplatten in kleinere Teile für die nachfolgenden Fertigungsschritte für sämtliche Produkte, beispielsweise Schubkästen, aufteilt. Foto:
Die Produktion bei Formaplan in Hövelhof: Vorne rechts ist eine Platten-Aufteilsäge zu sehen, die die fünf bis sechs Meter langen Standardplatten in kleinere Teile für die nachfolgenden Fertigungsschritte für sämtliche Produkte, beispielsweise Schubkästen, aufteilt.

„Die Fertigung von Möbelteilen in großen Stückzahlen hat sich in den vergangenen Jahren eindeutig zu unserer Kernkompetenz ent­wickelt. Diese Konzentration auf das Kerngeschäft ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft unseres Unternehmens“, sagte Henrichsmeyer. Auch der Betriebsrat stehe hinter dem Konzept.

Formaplan produziert schon seit vielen Jahren hauptsächlich für Ikea, hat in den vergangenen Jahren die Produktionskapazitäten in Hövelhof mehrfach ausgebaut und dabei zweistellige Millionenbeträge investiert.

Mitarbeitern neue Arbeitsplätze angeboten

Die Vertriebsaktivitäten der ­Geha-Möbelprogramme werden künftig von der in Weimar ansässigen Collection C Möbel Vertriebsgesellschaft mbH übernommen. Als Produzenten für die Möbelprogramme hat die Collection C – deren Möbelprogramme bislang ebenfalls in Hövelhof bei ­Geha produziert wurden – mit zwei neuen Produzenten langfristige Lieferverträge vereinbart. Somit erfolgt auch hier die Konzentration auf das Kerngeschäft. Allen Mitarbeitern im Geha-Innendienst wurden nach Firmen­angaben neue Arbeitsplätze bei der Collection C angeboten.

Alle Mitarbeiter werden künftig bei Formaplan beschäftigt. So auch die 109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geha-Möbelwerke, die seit Langem Aufgaben für Formaplan wahrnehmen. Lediglich sieben Arbeitsplätze würden innerhalb der Unternehmensgruppe wegfallen. „Das lässt sich trotz aller Bemühungen leider nicht verhindern”, bedauert Rolf Henrichsmeyer im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Letztlich würden durch die Umstrukturierung mit Blick in die Zukunft viele Arbeitsplätze vor Ort gesichert.

Veränderungen im Möbelmarkt

Vor dem Hintergrund der Veränderungen im Möbelmarkt sei die Notwendigkeit der neuen Unternehmensstruktur „schon seit Längerem absehbar gewesen“, so der Unternehmenschef weiter. Die gegenwärtig starke allgemeine Nachfrage nach Möbeln nannte er „atypisch“, weil es sich möglicherweise um Nachholeffekte aus dem Corona-Lockdown handele. Es sei unsicher, ob der Markt sich auf diesem Niveau halten werde.

Die Unternehmensgruppe, die wirtschaftlich und juristisch künftig nur noch unter Formaplan auftreten wird, beschäftigt aktuell 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2019 wurde erstmals die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro überschritten.

Der Schritt, die Herstellung von hochwertigen Möbeln, insbesondere Schlafraummöbeln, bei den Geha-Möbelwerken einzustellen, fällt Henrichsmeyer nach eigenen Angaben auch aus einem emotionalen Grund schwer: Sein Großvater hatte 1921 das Unternehmen gegründet und Schlafzimmer hergestellt.

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